Ein googlefreies Smartphone ist ein Android-Telefon, auf dem die Google-Dienste fehlen, die sonst ab Werk mitlaufen und dem Konzern laufend Daten liefern. Entgoogelte Smartphones gibt es nicht im Elektronikmarkt: Ihr baut sie selbst um oder kauft sie fertig eingerichtet. Diese Seite erklärt euch, was ein entgoogeltes Smartphone kann und was nicht, welche Geräte und Betriebssysteme dafür taugen, wie es im Alltag mit WhatsApp, Banking-Apps und Push-Nachrichten aussieht, und wo ihr ein fertig eingerichtetes Gerät bekommt.

Was ist ein googlefreies Smartphone?
Android selbst ist quelloffen. Was ein handelsübliches Android-Telefon zum Google-Telefon macht, ist ein Paket, das obendrauf kommt: die Google Play-Dienste, der Play Store, die Google-Apps und eine Reihe von Systemkomponenten mit weitreichenden Rechten. Hersteller, die ihre Geräte mit diesem Paket ausliefern wollen, müssen sich von Google zertifizieren lassen.
Ein googlefreies Smartphone, auch entgoogeltes Smartphone oder degoogled phone genannt, läuft stattdessen mit einem alternativen Betriebssystem, das auf dem quelloffenen Android-Kern aufbaut und dieses Paket weglässt. Ein solches System heisst Custom-ROM. Das Telefon funktioniert danach wie gewohnt: telefonieren, Nachrichten, Kamera, Karten, Browser. Nur der ständige Rückkanal zu Google fehlt.
Wichtig ist die Abgrenzung: Ein normales Android-Telefon ohne Google-Konto zu benutzen, ist kein googlefreies Smartphone. Die Play-Dienste laufen auch ohne Anmeldung weiter und melden sich trotzdem bei Google, dazu gleich mehr.
Warum ein entgoogeltes Smartphone? Was ein Android-Telefon an Google sendet
Wie viel ein gewöhnliches Android-Telefon nach Hause funkt, hat Douglas Leith vom Trinity College Dublin 2021 gemessen. Seine Befunde: Ein Telefon, das einfach nur herumliegt, nimmt im Schnitt alle 4,5 Minuten Kontakt mit seinem Hersteller auf. Google sammelt dabei nach seiner Messung rund 20-mal mehr Daten vom Gerät als Apple vom iPhone. Telemetrie wird übertragen, obwohl der Nutzer das ausdrücklich abgelehnt hat. Und Kennungen wie IMEI, Seriennummer und SIM-Daten gehen auch dann raus, wenn sich nie jemand mit einem Konto angemeldet hat.
Das ist der Kern des Problems: Ihr könnt auf einem Google-zertifizierten Telefon Einstellungen abschalten, so viele ihr wollt. Die Play-Dienste selbst laufen mit Systemrechten und entziehen sich der Kontrolle, die ihr über gewöhnliche Apps habt. Was diese Daten in falschen Händen anrichten können, zeigt der Cambridge-Analytica-Skandal. Und wie eng der Zugriff von US-Behörden auf solche Datenbestände ist, haben wir beim CLOUD Act beschrieben.
Ein googlefreies Smartphone dreht diesen Zustand um. Es gibt keinen Systemdienst mehr, der unbemerkt nach Hause telefoniert. Was eine App über euch erfährt, hängt wieder davon ab, welche Berechtigungen ihr ihr gebt.
GrapheneOS, CalyxOS oder LineageOS: welches System?
Für ein entgoogeltes Smartphone gibt es heute drei ernstzunehmende Systeme. Ausführlich verglichen haben wir sie auf der Seite Welches Custom-ROM?; hier die Kurzfassung.
GrapheneOS ist der Goldstandard. Es härtet Android über das Original hinaus ab und lässt Google-Dienste nur auf Wunsch als gewöhnliche App in einer Sandbox zu. Laut GrapheneOS-Dokumentation erhält Google Play dabei „absolutely no special access or privileges". GrapheneOS läuft ausschliesslich auf Google-Pixel-Geräten, dazu unten mehr.
CalyxOS setzt auf microG, einen freien Nachbau der Google-Dienste, und ist damit etwas alltagsnäher, aber nicht ganz so streng abgesichert. Es läuft neben Pixel-Geräten auch auf dem Fairphone. Das Projekt hat 2025 eine Pause eingelegt und ist seit August 2026 zurück.
LineageOS unterstützt die meisten Geräte, lässt sich aber nach der Installation meist nicht mit gesperrtem Bootloader betreiben. Es eignet sich, um ein älteres Gerät weiterzuverwenden oder das Leben ohne Google auszuprobieren, nicht für den langfristigen Einsatz mit sensiblen Daten.
Und /e/OS von Murena? Es wird gern als googlefreies System beworben, hält aber nicht, was das Marketing verspricht. Warum, steht in Warum Murenas /e/OS eine Mogelpackung ist.
Welches Smartphone eignet sich als googlefreies Smartphone?
Ausgerechnet das beste googlefreie Smartphone stammt von Google. Das ist kein Widerspruch, sondern Technik: GrapheneOS verlangt laut FAQ des Projekts unter anderem Hardware-Speichermarkierung, isolierte Funkmodule, Verified Boot mit Rollback-Schutz, einen StrongBox-Schlüsselspeicher und mindestens fünf Jahre Updates ab Marktstart. Diese Liste erfüllen derzeit nur Pixel-Geräte. Dass sich das ändern könnte, haben wir in GrapheneOS ohne Google Pixel beschrieben.
Ein Pixel mit GrapheneOS ist dabei genauso googlefrei wie jedes andere Gerät: Das Google-System wird vollständig ersetzt, nicht bloss abgeschaltet. Was beim Kauf zählt, ist vor allem die Supportdauer. GrapheneOS empfiehlt nur noch Geräte ab dem Pixel 8, weil diese mindestens sieben Jahre Unterstützung ab Marktstart erhalten.
- Pixel mit GrapheneOS für das höchste Schutzniveau: vom günstigen Pixel 10a und Pixel 9a bis zum Pixel 10 Pro.
- Fairphone mit CalyxOS, wenn euch Reparierbarkeit wichtig ist: das Fairphone (Gen. 6) und das Fairphone 5. CalyxOS nennt für das Fairphone 6 Sicherheitsupdates bis voraussichtlich Juni 2033 (Geräteliste).
- Ein älteres Gerät mit LineageOS, wenn ihr erst einmal ausprobieren wollt.
Funktionieren WhatsApp, Banking-Apps und Push-Nachrichten?
Das ist die häufigste Frage, und die ehrliche Antwort lautet: die meisten ja, manche nicht. Es hängt davon ab, wie streng ihr sein wollt.
Ohne jede Google-Komponente laufen alle Apps, die keine Google-Dienste voraussetzen: Signal (oder der Ableger Molly mit UnifiedPush), Threema, Browser, Karten, Mail. Bei Apps, die ihre Benachrichtigungen über Googles Push-Dienst zustellen, kommen diese dann verzögert oder gar nicht an.
Mit Sandboxed Google Play (GrapheneOS) oder microG (CalyxOS) laufen auch Apps wie WhatsApp mit Push-Nachrichten. Auf GrapheneOS lassen sich die Google-Dienste dabei auf ein einzelnes Profil beschränken: ein sauberes Hauptprofil, und ein zweites für die paar Apps, die nicht ohne Google können. Bei einem fertig eingerichteten Gerät von uns legen wir das auf Wunsch so an oder lassen die Google-Dienste ganz weg.
Banking-Apps sind der heikle Teil. Manche Apps prüfen über Googles Play-Integrity-Schnittstelle, ob das Gerät von Google zertifiziert ist. GrapheneOS besteht laut eigener Dokumentation die Basisprüfung, ist aber nicht von Google zertifiziert, und Apps, die genau das verlangen, verweigern den Dienst. Welche Apps betroffen sind, ändert sich laufend; GrapheneOS verweist auf eine von der Community gepflegte Liste bei PrivSec.dev. Ein Beispiel haben wir mit Revolut und GrapheneOS aufgearbeitet. Prüft also vor dem Umstieg, ob eure wichtigsten Apps dabei sind.
Apps ohne Google Play Store installieren
Auf einem entgoogelten Smartphone ersetzen mehrere Quellen den Play Store:
- F-Droid für freie und quelloffene Apps.
- Aurora Store für Apps aus dem Play Store, ohne eigenes Google-Konto.
- Obtainium, das Apps direkt von den Release-Seiten der Entwickler holt.
Eine Auswahl bewährter Apps findet ihr in Die besten Android Open Source Apps. Ein Hinweis für die nächsten Jahre: Google führt schrittweise eine Registrierungspflicht für Android-Entwickler ein. Auf GrapheneOS und CalyxOS greift sie nicht, sie kann aber beeinflussen, welche Apps es künftig überhaupt noch gibt. Die Hintergründe stehen in Android Entwickler-Verifizierung: euer Gerät ist egal.
Googlefreies Smartphone selbst installieren oder fertig kaufen?
Selbst installieren
GrapheneOS lässt sich mit dem Web-Installer direkt aus dem Browser auf ein Pixel spielen. Ihr braucht dafür einen Computer mit Chromium, Chrome, Edge oder Brave, ein gutes USB-C-Kabel und müsst vorher in den Entwickleroptionen das OEM-Entsperren erlauben. Wie es danach weitergeht, zeigt unser GrapheneOS Einsteiger Guide, für CalyxOS der CalyxOS Einsteiger Guide. Wie ihr Kontakte, Fotos und Daten mitnehmt, steht in Daten auf CustomROM übertragen.
Entgoogeltes Smartphone fertig eingerichtet kaufen
Wer sich das nicht selbst antun will, bekommt bei uns in der Schweiz ein entgoogeltes Smartphone, das fertig installiert ankommt:
- neue Pixel-Geräte mit GrapheneOS und Fairphones mit CalyxOS, dazu geprüfte Occasionen,
- auf Wunsch mit Sandboxed Google Play oder microG für Apps, die Google voraussetzen, oder ganz ohne,
- mit zwei Jahren Garantie,
- bezahlbar auch mit Bitcoin.
Zu den entgoogelten Smartphones im Shop
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Fairphone (Gen. 6) 6.31", 256 GB, Horizon Black
CHF 639.00898,000 Sats
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Fairphone 5
Preisspanne: CHF 609.00 bis CHF 829.00855,500 Sats
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Pixel 10
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Pixel 10 Pro
Preisspanne: CHF 909.00 bis CHF 1'179.001,277,500 Sats
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Pixel 10 Pro XL
Preisspanne: CHF 1'079.00 bis CHF 1'499.001,516,000 Sats
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Pixel 10a
Preisspanne: CHF 599.00 bis CHF 679.00841,500 Sats
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Pixel 7
CHF 479.00673,000 Sats
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Pixel 7 - refurbished
CHF 399.00560,500 Sats
Worauf ihr vor dem Umstieg achten solltet
Listet eure unverzichtbaren Apps auf. Banking, Twint, die App des Arbeitgebers, das ÖV-Ticket. Prüft für jede, ob sie ohne Google-Dienste oder mit Sandboxed Google Play läuft. Das ist der einzige Punkt, an dem ein Umstieg ernsthaft scheitern kann.
Kauft kein Gerät mit kurzer Restlaufzeit. Ein googlefreies Smartphone ist nur so sicher wie seine Updates. Bei Pixel-Geräten ab Generation 8 sind sieben Jahre ab Marktstart zugesagt, ältere Modelle laufen früher aus.
Rechnet mit ein paar Tagen Umgewöhnung. Die meisten Abläufe bleiben gleich, aber manches holt ihr euch künftig aus einer anderen Quelle. Nach einer Woche fällt es den meisten nicht mehr auf.
Fazit: Ein googlefreies Smartphone ist heute alltagstauglich
Vor ein paar Jahren war ein entgoogeltes Smartphone etwas für Bastler mit viel Geduld. Heute ist es ein Pixel mit GrapheneOS oder ein Fairphone mit CalyxOS, das nach der Einrichtung so selbstverständlich funktioniert wie jedes andere Telefon, mit einem Unterschied: Es meldet sich nicht mehr alle paar Minuten bei Google. Die verbleibenden Hürden sind einzelne Apps, die auf Googles Zertifikat bestehen. Wer sie vorher prüft, verliert beim Umstieg kaum etwas und gewinnt die Kontrolle über sein wichtigstes Gerät zurück.
Quellen und weiterführende Links
- Douglas J. Leith: Mobile Handset Privacy: Measuring the Data iOS and Android Send to Apple and Google (PDF), Trinity College Dublin, 25. März 2021
- GrapheneOS FAQ: Device support — unterstützte Geräte, Anforderungen, Supportdauer
- GrapheneOS Usage Guide: Sandboxed Google Play und Banking apps
- GrapheneOS Web Installer
- CalyxOS: Device Support — unterstützte Geräte und Supportdaten

