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Signal Desktop über Tor Proxy auf Windows und Linux tunneln

Falls ihr nach Einstellungen sucht ähnlich wie bei Telegram, auch Signal Desktop über einen Proxy wie das Tor Netzwerk zu tunneln, werdet ihr leider enttäuscht: Signal Desktop bietet leider keine direkte Option, um einen Proxy zu konfigurieren. Allerdings gibt es Möglichkeiten, den Traffic von Signal über Tor zu leiten. Dieser Beitrag beschreibt, wie man das mit dem Tor Server in Kombination mit einem kleinen Script auf Windows und Linux umsetzt.

Signal unter Windows über Tor leiten

Auf Windows kann man Signal mit Umgebungsvariablen starten, die den Proxy definieren. Falls Tor bereits auf dem System läuft, kann man den Port des SOCKS5-Proxys von Tor verwenden (standardmäßig 127.0.0.1:9050 bei einem Tor-Dienst oder 127.0.0.1:9150 beim Tor-Browser).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. (Option 1) Tor installieren und starten
    • Ladet euch den Tor-Browser herunter und installiert ihn.
    • Stellt sicher, dass der Tor-Browser läuft und verbunden ist, ein SOCKS5-Proxy ist dann unter 127.0.0.1:9150 verfügbar.
  2. (Option 2) Tor Server auf Window installieren
    • Ladet euch das Expert Bundle für Windows 64 herunter, entpackt dass Archiv, und entpackt euch die tor.exe im Tor Ordner auf euren Desktop. Startet die tor.exe, ein SOCKS5-Proxy ist dann unter 127.0.0.1:9050 verfügbar
  3. Skript erstellen, um Signal mit dem Tor-Proxy zu starten
    • Erstellt eine neue Datei auf dem Desktop mit dem Namen signal_tor.bat mit folgendem Inhalt:
@echo off
set HTTP_PROXY=socks5://127.0.0.1:9050
set HTTPS_PROXY=%HTTP_PROXY%
start "Signal" "%LOCALAPPDATA%\Programs\signal-desktop\Signal.exe"
  1. Skript ausführen
    • Speichere die Datei signal_tor.bat an einem beliebigen Ort, eben zum Beispiel für den schnellen Zugriff auf dem Desktop
    • Doppelklickt darauf, um Signal zu starten.
    • Signal sollte nun über Tor kommunizieren.

Falls der Tor-Browser genutzt wird, ersetzt 9050 durch 9150.

Testen der Verbindung

Um zu prüfen, ob Signal wirklich über Tor läuft, könnt ihr ein Tool wie Wireshark oder CurrPorts verwenden, um die aktiven Verbindungen zu überwachen.

Signal unter Linux über Tor leiten

Auf Linux kann man ebenso mit Tor in Kombination mit einem Script Signal zwingen, sich mit einem Torproxy zu verbinden, um den gesamten Netzwerkverkehr von Signal durch Tor zu tunneln.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Tor installieren falls nicht schon installiert

Auf Debian-basierten Systemen (Ubuntu, Debian, etc.):

sudo apt update && sudo apt install tor -y

Auf Arch Linux:

sudo pacman -S tor
  1. Tor starten
sudo systemctl start tor
sudo systemctl enable tor  # Automatischer Start beim Booten
  1. Signal installieren (falls noch nicht geschehen)
wget -O- https://updates.signal.org/desktop/apt/keys.asc | sudo apt-key add -
echo "deb [arch=amd64] https://updates.signal.org/desktop/apt xenial main" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/signal-xenial.list
sudo apt update && sudo apt install signal-desktop
  1. Signal über Tor starten

Damit das funktionoiert, müssen wir nun Signal dazu zwingen, die Verbindung mit einer Umgebungsvariable über einen http-proxy zu initiieren:

env ELECTRON_IS_DEV=0 HTTP_PROXY="socks5://127.0.0.1:9050" HTTPS_PROXY="socks5://127.0.0.1:9050" signal-desktop --proxy-server="socks5://127.0.0.1:9050"

Das ist aber nicht sehr angenehm, Signal jedesmal über die Kommandozeile so zu starten, deshalb schreiben wir uns einen Script. Öffnet auf dem Desktop eine neue Text Datei, und fügt folgenden Inhalt hinzu:

#!/bin/bash

env ELECTRON_IS_DEV=0 HTTP_PROXY="socks5://127.0.0.1:9050" HTTPS_PROXY="socks5://127.0.0.1:9050" /usr/bin/signal-desktop --proxy-server="socks5://127.0.0.1:9050"

Speichert die Datei, öffnet die Einstellung der Datei mit einem Rechtsklick, geht in die Berechtigungen, und macht die Datei ausführbar:

Danach könnt ihr Signal mit einem Doppelklick auf den Script über das Tor Netzwerk starten.

Fazit

Mit diesen Methoden könnt ihr sicherstellen, dass Signal über das Tor-Netzwerk kommuniziert, selbst wenn die App keine nativen Proxy-Einstellungen besitzt. Unter Windows wird das durch ein einfaches Batch-Skript gelöst, während unter Linux tor und einen Bashscript verwendet wird. Damit kann man seine Kommunikation besser anonymisieren und Tracking erschweren.

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