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Balena Etcher jetzt ohne Spyware

Balena ist ein Unternehmen, das vor allem durch balenaCloud bekannt wurde – eine Plattform, mit der man Flotten von kleinen Linux-Computern zentral verwalten kann. Im Rahmen dieser Arbeit hat Balena ein Tool entwickelt, das viele Nutzer weltweit kennen: balenaEtcher.

BalenaEtcher (früher einfach „Etcher“ genannt) ist ein Open-Source-Programm, mit dem sich Betriebssystem-Images unkompliziert auf SD-Karten, USB-Sticks und andere Speichermedien schreiben lassen. Die Software erschien vor über zehn Jahren, als das Unternehmen noch Resin hieß, und wurde 2018 zusammen mit der Umbenennung der Firma in balena ebenfalls umbenannt.

Ziel war von Anfang an, eine simple und plattformübergreifende Lösung zu schaffen, um bootfähige Datenträger zu erzeugen – insbesondere für Raspberry Pi und andere Embedded-Geräte. Das Programm ist bis heute wegen seiner klaren Benutzeroberfläche und der zuverlässigen Funktion sehr beliebt.

balenaEtcher im Vergleich zu Raspberry Pi Imager & Co.

Wenn Ihr balenaEtcher mit dem Raspberry Pi Imager oder anderen Tools wie Win32 Disk Imager oder dd vergleicht, fallen ein paar Punkte sofort auf:

Benutzerfreundlichkeit

balenaEtcher ist wirklich von Anfang an so gestaltet worden, dass absolut jeder – auch ohne Vorkenntnisse – ein Image auf eine Karte oder einen Stick schreiben kann. Die Oberfläche ist extrem reduziert:

  1. Image-Datei auswählen
  2. Ziel-Laufwerk auswählen (integrierte Schutzfunktion damit man sein eigenes Systemlaufwerk nicht überspielt)
  3. Flashen klicken
    Fertig.

    Keine versteckten Optionen, keine komplizierten Pfade.
Etcher Flow - Quelle Bild xda.developers.com

Der Raspberry Pi Imager hat zwar auch ein simples Design, ist aber stärker auf Raspbian (heute Raspberry Pi OS) ausgelegt und bringt direkt eine Vorauswahl von offiziellen Images mit. Wenn du andere Systeme flashen willst (Ubuntu, LibreELEC, exotische Images), ist balenaEtcher oft flexibler.

Win32 Disk Imager dagegen wirkt eher wie ein klassisches Windows-Tool – funktional, aber nicht gerade schön oder narrensicher. Für Linux-Anfänger ist es weniger intuitiv.

Und dd (unter Linux) ist zwar mächtig, aber definitiv nichts für Einsteiger:

sudo dd if=raspbian.img of=/dev/sdX bs=4M

Ein falscher Buchstabe – und Eure Festplatte ist futsch.

Plattformübergreifend

balenaEtcher läuft gleich gut auf Windows, macOS und Linux, ohne dass man herumfrickeln muss. Der Raspberry Pi Imager deckt auch alle drei Plattformen ab, ist aber manchmal etwas hakelig, z.B. bei älteren Linux-Distributionen.

Für Einsteiger gemacht

Gerade wer das erste Mal ein Image flashen will, fährt mit balenaEtcher am besten:

  • kein Terminal
  • keine kryptischen Optionen
  • klare Statusanzeigen
  • automatische Validierung (prüft, ob das Image korrekt geschrieben wurde)

Das gibt vor allem Anfängern Sicherheit – man sieht auf einen Blick, ob alles funktioniert hat.

BalenaEtcher und der Vorwurf des Datentrackings

Schon früh begann Balena, anonyme Telemetriedaten aus Etcher zu sammeln. Hintergrund war, dass die Qualität und Zuverlässigkeit von SD-Karten damals extrem schwankte und man auf diese Weise wertvolle Informationen über Fehlerursachen und Kompatibilität gewinnen wollte.

Auch wenn die Daten tatsächlich zur Weiterentwicklung beitrugen – etwa um Probleme mit Dateisystemen zu erkennen oder alte Linux-Distributionen nicht mehr zu unterstützen – sorgte die Datenerhebung bei vielen Nutzern für Kritik und Skepsis. Zwar konnte man in den Einstellungen jederzeit deaktivieren, dass Nutzungsdaten geteilt wurden, doch vielen war das nicht transparent oder konsequent genug.

Nun hat Balena ein klares Zeichen gesetzt: Ab Version 2.1.2 ist sämtlicher Analytics-Code aus balenaEtcher entfernt. Lediglich anonyme Absturzberichte können – wenn man möchte – weiterhin geteilt werden, worauf das Programm beim ersten Start nun deutlich hinweist.

Damit reagiert Balena auf die lange bestehenden Vorwürfe und unterstreicht, dass man die eigenen Werte – Enablement, Openness, Transparency, Reliability und First Principles Thinking – wieder stärker in den Mittelpunkt stellen will.

Wer Etcher also aus Sorge um die Privatsphäre gemieden hat, kann die aktuelle Version bedenkenlos nutzen: Es werden nun keine Daten mehr getrackt.

Balena Etcher könnt ihr hier auf Github downloaden:

https://github.com/balena-io/etcher/releases

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