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CPU Upgrade Zwang für Windows 11 und 12

Als dieser Artikel im April 2024 erschien, lag der Stichtag noch in der Zukunft. Inzwischen ist er vorbei: Windows 10 hat am 14. Oktober 2025 sein Support-Ende erreicht. Die Windows 11 CPU Anforderungen haben sich seither nicht gelockert, sondern verschärft, und ein Windows 12 gibt es bis heute nicht. Was es dafür gibt, ist eine Verlängerung, mit der 2024 kaum jemand gerechnet hat — und die für euch in der Schweiz günstiger ausfällt als für den Rest der Welt. Wir haben den Artikel vollständig auf den Stand von August 2026 gebracht.

Windows-11-Logo, rot durchgestrichen, daneben zwei Fehlerdialoge mit den Meldungen Kein TPM 2.0 und CPU inkompatibel

Windows 11 CPU Anforderungen: der Stand im August 2026

Fangen wir mit dem Kern an, denn hier hat sich seit 2024 am meisten bewegt. Microsoft pflegt für jede Windows-11-Version eine eigene Prozessorliste. Für die aktuelle Fassung 25H2 beginnt die Intel-Liste bei der achten Core-Generation. Die siebte Generation kommt darin überhaupt nicht mehr vor — auch nicht der Core i7-7820HQ, der jahrelang als prominente Einzelausnahme galt und in der ursprünglichen Fassung dieses Artikels noch als solche genannt wurde. Diese Ausnahme ist weg, und zwar bereits seit der Liste zu Version 24H2.

Bei AMD widersprechen sich Microsofts eigene Seiten, und wir lösen diesen Widerspruch nicht auf, sondern nennen ihn: Die versionsspezifische Liste zu 25H2 führt als älteste Reihe die Ryzen-3000-Serie, also Zen 2. Die allgemeine AMD-Prozessorliste dagegen nennt weiterhin einzelne Ryzen-2000-Modelle wie den 2600X, also Zen+. Beide Seiten tragen als Änderungsdatum Ende Oktober 2025, beide wurden für diesen Artikel am 23. August 2026 abgerufen. Welche der beiden für ein Upgrade auf 25H2 massgeblich ist, sagt Microsoft nicht. Wer einen Ryzen der 2000er-Reihe betreibt, sollte deshalb vor dem Upgrade selbst prüfen, ob das Setup durchläuft, statt sich auf eine der beiden Listen zu verlassen.

Verbindlich sind die Listen direkt bei Microsoft: für Intel unter 25H2 und für alle Versionen in der Übersicht. Die alten Sprungmarken auf eine gemeinsame Intel-und-AMD-Seite, die dieser Artikel 2024 noch verlinkte, gibt es nicht mehr — Microsoft hat die Seite auf eine Liste je Windows-Version umgebaut.

Windows 12 ist nicht erschienen

Der Titel dieses Artikels nennt Windows 12, weil 2024 breit darüber spekuliert wurde. Diese Spekulation hat sich nicht bestätigt. Microsoft zählt weiter Windows-11-Versionen: Nach 24H2 vom Oktober 2024 kam 25H2 am 30. September 2025, und im Februar 2026 folgte 26H1 — eine Fassung, die Microsoft laut eigener Versionsübersicht ausdrücklich nur für neue Geräte vorgesehen hat und die bestehenden Rechnern nicht als Funktionsupdate angeboten wird. Ein Windows 12 taucht in Microsofts Lebenszyklus-Unterlagen nirgends auf. Wer heute nach den Hardwarehürden von Windows 12 sucht, sucht nach den Hürden von Windows 11.

Was am 14. Oktober 2025 tatsächlich passiert ist

Microsoft hat den Termin gehalten. Auf der Support-Seite steht seither nüchtern: „Windows 10 has reached the end of support on October 14, 2025." Die Rechner laufen weiter, lassen sich weiter neu installieren und aktivieren, und die Selbsthilfe-Angebote in Knowledge Base und Community-Foren bleiben online. Was wegfällt, ist technischer Support, es sind Funktionsupdates, und es sind — jedenfalls ohne Zusatzprogramm — die Sicherheitsupdates.

Eine Prognose aus der ursprünglichen Fassung dieses Artikels ist dabei nicht aufgegangen, und das gehört hierher: Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Microsoft dem eigenen Konzept „Windows as a Service" treu bleibt und noch eine Version 23H2 oder 24H1 nachschiebt, um die Zeit bis Oktober 2025 zu überbrücken. Das ist nicht passiert. Microsoft ist stattdessen den XP-Weg gegangen: 22H2 blieb die letzte Windows-10-Version, und ihr Supportzeitraum wurde für alle Editionen bis zum Stichtag gestreckt. So steht es heute in der Lebenszyklus-Übersicht: „The current version, 22H2, will be the final version of Windows 10."

Windows-10-VersionAlle Editionen
Version 22H2 (letzte Version)14. Oktober 2025
Version 21H2Beendet (Juni 2023 / Juni 2024)
Version 21H1 und älterBeendet
Windows-Dialog mit der Meldung, dass der PC die Systemanforderungen für Windows 11 nicht unterstützt, weil der Prozessor Intel Core i7-6700K nicht unterstützt wird
So sah die Absage 2024 aus, hier für einen Core i7-6700K. Der Trostsatz im Dialog — „erhalten Sie weiterhin Windows 10 Updates" — gilt seit Oktober 2025 nicht mehr.

Warum Updates wichtig sind

In jedem Betriebssystem, Windows eingeschlossen, stecken Sicherheitslücken. Viele bleiben lange unbemerkt und sind solange kein Problem, bis sie jemand findet. Ab da läuft ein Wettlauf: Kriminelle und Geheimdienste versuchen die Lücke auszunutzen, der Hersteller versucht sie zu schliessen. Genau das leisten Sicherheitsupdates.

Updates allein genügen nicht. Sie sind ein Teil einer Strategie, zu der auch Backups, Firewall und Verschlüsselung gehören. Umgekehrt lassen sie sich aber auch durch nichts ersetzen: Wer über eine offene Lücke ins System kommt, hebelt die übrigen Massnahmen gleich mit aus. Virenscanner und Backups sind kein Ersatz für einen geschlossenen Fehler. Die einzige Lage, in der ihr auf Updates verzichten könnt, ist ein Rechner ohne jede Netzverbindung.

Und nein, ein altes System wird nicht irgendwann „fertig geprüft". Die folgende Grafik zeigt die pro Jahr entdeckten Lücken in Windows 7, 8.1 und 10 bis 2022 — sie stammt aus der ursprünglichen Fassung dieses Artikels und reicht deshalb nicht bis heute. Ihre Aussage trägt trotzdem: Bei Windows 7 stieg die Zahl der gefundenen Lücken auch Jahre nach dem Support-Ende weiter, statt zu versiegen.

Liniendiagramm der pro Jahr entdeckten Sicherheitslücken in Windows 7, Windows 8.1 und Windows 10 von 2009 bis 2022, mit steigendem Verlauf bei allen drei Versionen

Bei Windows 10 kommt eine Besonderheit dazu: Windows 11 ist ihm technisch sehr ähnlich. Eine Lücke, die Microsoft in Windows 11 schliesst, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Windows 10 — und die Update-Beschreibungen zu Windows 11 weisen Angreifer gleich darauf hin, wo sie suchen müssen. Ein ungepatchtes Windows 10 wird also nicht nur nicht sicherer, es wird mit jedem Windows-11-Patchday ein Stück angreifbarer.

Die Verlängerung, mit der niemand gerechnet hat

Hier lagen wir 2024 falsch, und zwar deutlich. Das damalige Fazit lautete, Behörden und Grosskunden könnten sich gegen hohe Gebühren eine Verlängerung erkaufen, Privatkunden blieben aussen vor, und es gebe keine Anzeichen, dass es diesmal anders laufe. Es ist anders gelaufen.

Microsoft hat ein Extended-Security-Updates-Programm für Privatleute aufgelegt. Es liefert weiter Sicherheitsupdates, keine Funktionsupdates und keinen technischen Support. Voraussetzung ist ein Gerät mit Windows 10 Version 22H2 in einer der Editionen Home, Pro, Pro Education oder Workstations, dazu ein Microsoft-Konto mit Administratorrechten. Ursprünglich war das auf ein Jahr angelegt. Im Juni 2026 hat Microsoft die Laufzeit still um ein weiteres Jahr gestreckt: Auf der Programmseite steht jetzt als Enddatum der 12. Oktober 2027.

Was das für euch in der Schweiz bedeutet

Weltweit gibt es drei Wege in das Programm: das Synchronisieren der PC-Einstellungen in die Microsoft-Cloud, das Einlösen von 1000 Punkten aus Microsoft Rewards, oder eine einmalige Zahlung von 30 US-Dollar beziehungsweise dem Gegenwert in Landeswährung. Der erste Weg hat in Europa für Ärger gesorgt, weil er Sicherheitsupdates an eine Cloud-Sicherung koppelt.

Nach Druck von Verbraucherorganisationen hat Microsoft für den Europäischen Wirtschaftsraum nachgebessert — und in der eigenen Mitteilung zum Supportende in der Schweiz ausdrücklich festgehalten, dass die Schweiz dabei mitgemeint ist: Private Nutzer „im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) – inklusive der Schweiz" können zwischen zwei Optionen wählen. Entweder ihr meldet euch mit einem Microsoft-Konto am PC an und bleibt angemeldet, dann kostet das Programm nichts. Oder ihr zahlt die 30 Dollar — auch dafür braucht es aber zuerst die Anmeldung mit dem Konto.

Die Kopplung an eine Cloud-Sicherung entfällt in der Schweiz also. Die Kopplung an ein Microsoft-Konto nicht, und sie hat einen Haken mit Frist: Meldet ihr euch 60 Tage lang nicht mit diesem Konto an, stellt Microsoft die Updates ein, und ihr müsst euch neu einschreiben. Wer bisher mit einem lokalen Konto gefahren ist, zahlt hier also mit genau dem, was Microsoft ohnehin durchsetzen will — wir haben das beim Ende der lokalen Konto-Einrichtung bei Windows 11 und beim Accountzwang ausführlich beschrieben. Sicherheitsupdates gegen Kontobindung ist kein Geschenk, es ist ein Tausch.

Für Firmen bleibt es beim kostenpflichtigen Weg über die Volumenlizenzierung. Microsoft nennt dafür 61 US-Dollar je Gerät im ersten Jahr, und der Preis verdoppelt sich in jedem Folgejahr, maximal drei Jahre lang. Wer dreissig Rechner betreibt, rechnet das besser einmal gegen die Kosten einer Migration.

Microsofts Begründung überzeugt weiterhin nicht

Microsoft argumentiert, neuere Prozessoren seien für Sicherheit und Stabilität nötig: ältere Hardware verursache höhere Absturzraten, und Funktionen wie TPM 2.0 und abgesicherte Speicherzugriffe gebe es erst in neueren Chipsätzen. Dieses Argument war 2024 dünn und ist es geblieben.

Erstens laufen unzählige Rechner mit offiziell nicht unterstützten Prozessoren seit Jahren stabil unter Windows 11. Wäre die Hardware wirklich der Engpass, wäre das nicht so. Zweitens ist ein Betriebssystem keine Aufgabe, die einen Prozessor der zwölften Generation verlangt — wenn doch, dann liegt das Problem im Code und nicht im Silizium. Drittens ist Sicherheit nicht allein eine Frage der Hardware: Es gibt reichlich Systeme, die auf betagten Rechnern laufen und durch regelmässige Updates sicher bleiben. Genau deshalb ist die Prozessorhürde weniger technische Notwendigkeit als geschäftliche Entscheidung.

Bestätigt wird das durch die Richtung der Bewegung. Seit 2024 ist keine einzige Prozessorgeneration nachträglich auf die Liste gerutscht. Herausgefallen sind dagegen welche. Eine Anforderung, die sich mit jeder Version nach oben schiebt statt sich zu stabilisieren, beschreibt keinen technischen Mindeststandard, sondern einen Austauschtakt.

Ausweg 1: Umstieg auf Linux

Ist euer Rechner nicht Windows-11-tauglich, könnt ihr in den sauren Apfel beissen und neu kaufen. Ihr könnt aber auch den Anlass nutzen, den viele in den vergangenen Monaten genutzt haben. In der Schweiz lag Windows 10 im Juli 2026 laut StatCounter noch bei rund 21 Prozent der Windows-Desktops, Windows 11 bei rund 78 Prozent — es sind also weiterhin Hunderttausende Geräte betroffen, die eine Entscheidung brauchen.

Linux ist für genau diese Geräte die naheliegende Antwort. Es kostet nichts, es verlangt kein TPM 2.0 und keine achte Core-Generation, und viele Distributionen laufen auf Hardware flüssig, die Microsoft als Elektroschrott einsortiert. Wenn ihr nicht wisst, wo ihr anfangen sollt: Unser Leitfaden für den Umstieg von Windows auf Linux führt Schritt für Schritt durch den Wechsel, Welches Linux Betriebssystem? hilft bei der Wahl der Distribution, und Auf welcher Hardware läuft Linux beantwortet die Frage, ob euer konkreter Rechner mitmacht. Ausprobieren geht vorher: Linux unter Windows testen kostet euch einen Nachmittag und keine Daten.

Wir wollen das nicht schönreden. Ein Umstieg hat Reibungsflächen, und wir dokumentieren sie selbst: Acer-Geräte, deren BIOS den Bootloader löscht, sind ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht überall glatt läuft. Und wer beruflich an eine bestimmte Windows-Anwendung gebunden ist, muss zuerst klären, ob sie sich unter Linux ausführen lässt. Fällt diese Prüfung negativ aus, ist ein Neukauf ehrlicher als ein Umstieg mit Dauerfrust.

Die dritte Möglichkeit bleibt die virtuelle Maschine: Windows 10 weiterbetreiben, aber gekapselt und ohne Netzzugang, für die eine Anwendung, die sich nicht ablösen lässt. Rechnet dabei mit Einbussen — eine VM teilt sich die Leistung mit dem Wirtssystem und kommt an manche Hardware nicht heran.

Ausweg 2: Tricksen, auf schmalerem Grat

Windows 11 lässt sich auf nicht unterstützter Hardware installieren. Der bekannteste Weg führt über einen Registry-Wert unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Setup\MoSetup namens AllowUpgradesWithUnsupportedTPMOrCPU, mit dem das Setup die Ergebnisse der Hardwareprüfung ignoriert.

Registrierungs-Editor mit dem Schlüssel MoSetup und dem markierten Wert AllowUpgradesWithUnsupportedTPMOrCPU, gesetzt auf 1
Der Registry-Wert, der die Hardwareprüfung übergeht. Microsoft hat die eigene Anleitung dazu inzwischen aus der Dokumentation genommen.

Was sich geändert hat, ist der Status dieses Wegs. 2024 stand er als offizielle, von Microsoft dokumentierte Ausnahme in einem Support-Artikel. Diese Passage ist verschwunden. Auf der Seite zum Installieren von Windows 11 auf Geräten unterhalb der Mindestanforderungen findet sich heute kein Registry-Schlüssel mehr, dafür eine deutliche Ansage: Solche Geräte „aren't guaranteed to receive updates, including but not limited to security updates". Und der Warnhinweis beim Setup sagt, der PC „will no longer be supported and won't be entitled to receive updates", Schäden aus der Inkompatibilität seien von der Herstellergarantie ausgenommen.

Fenster des Windows-Setups mit der Meldung, dass Windows 11 auf diesem PC nicht ausgeführt werden kann, weil die Mindestsystemanforderungen nicht erfüllt sind
Diese Absage bekommt ihr ohne Trick zu sehen. Mit Trick installiert Windows 11 zwar, verliert aber laut Microsoft den Anspruch auf Updates.

Damit bleibt der zweite Haken, den wir schon 2024 genannt haben, und er wiegt jetzt schwerer: Windows 11 bekommt jedes Jahr eine neue Version, und jede davon prüft die Hardware erneut. Ein System, das per Trick auf 22H2 gekommen ist, kann beim Sprung auf 24H2 oder 25H2 hängenbleiben — und sitzt dann auf einer Windows-11-Fassung, deren Supportzeitraum abläuft. Die Prozessorlisten werden dabei, wie oben gezeigt, nicht länger, sondern kürzer. Ein getrickstes Windows 11 ist keine Lösung für fünf Jahre, es ist eine Verlängerung auf Zeit — und im Zweifel eine kürzere als das ESU-Programm, das bis Oktober 2027 läuft und offiziell ist.

Ausweg 3: LTSC

Weil „Windows as a Service" nie überall auf Zustimmung stiess, pflegt Microsoft Windows-10-Ausgaben mit langem Supportzeitraum. LTSB stand für „Long-Term Servicing Branch", in neueren Ausgaben wurde daraus LTSC für „Channel". Diese Ausgaben bekommen Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen, und es gibt sie nur als Enterprise-Edition über Volumenlizenzverträge.

AusgabeSupport-Ende
Windows 10 2015 LTSB14. Oktober 2025 (beendet)
Windows 10 2016 LTSB13. Oktober 2026
Windows 10 Enterprise LTSC 2021Januar 2027
Windows 10 Enterprise LTSC 2019Januar 2029
Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021Januar 2032

Zwei Punkte daran sind bemerkenswert. Erstens erhält die ältere LTSC 2019 länger Updates als die zwei Jahre jüngere LTSC 2021, weil Microsoft die Laufzeit für die jüngere Ausgabe von zehn auf rund fünf Jahre gekürzt hat. Das ist kein Tippfehler, sondern Absicht.

Zweitens ist die eigentliche Langläuferin die IoT-Variante: Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 wird bis Januar 2032 mit Sicherheitsupdates versorgt — sechs Jahre länger, als der Rest des Windows-10-Bestands überhaupt noch etwas bekommt. Gedacht ist sie für Geldautomaten, Kassensysteme und Industriesteuerungen, und lizenzrechtlich ist sie für einen Privathaushalt kein gangbarer Weg. Wer sie im freien Handel angeboten sieht, sollte sehr genau hinschauen, woher diese Lizenz stammt.

Für die allermeisten von euch bleibt LTSC damit das, was es 2024 schon war: theoretisch interessant, praktisch verschlossen.

Was ihr tun könnt

  • Prüft, was ihr überhaupt habt. Öffnet die Einstellungen unter Update und Sicherheit. Steht dort noch Windows 10, ist euer Rechner seit dem 14. Oktober 2025 ohne Updates, sofern ihr nicht im ESU-Programm eingeschrieben seid.
  • Schreibt euch ins ESU-Programm ein, wenn ihr bei Windows 10 bleiben müsst. In der Schweiz kostet das nichts, verlangt aber ein Microsoft-Konto und eine Anmeldung mindestens alle 60 Tage. Die Abdeckung läuft bis zum 12. Oktober 2027.
  • Behandelt das ESU-Programm als Frist, nicht als Lösung. Es liefert Sicherheitsupdates und sonst nichts. Wer die zwei Jahre ungenutzt verstreichen lässt, steht 2027 vor derselben Entscheidung, nur mit zwei Jahre älterer Hardware.
  • Prüft die Prozessorliste selbst, bevor ihr Hardware kauft. Verlasst euch nicht auf Händlerangaben, sondern auf Microsofts Liste zur aktuellen Windows-Version — sie wird kürzer, nicht länger.
  • Testet Linux, bevor ihr einen funktionierenden Rechner ersetzt. Ein Live-System vom USB-Stick beantwortet in einer Stunde, ob WLAN, Drucker und Grafik mitmachen. Kostet nichts und ändert nichts an eurer Installation.
  • Denkt an die Geräte im Umfeld. Der Rechner der Eltern und der Laptop im Verein hängen genauso in dieser Frist — und wenn dort etwas schiefgeht, ruft am Ende jemand bei euch an.

Fazit: Die Frist wurde verschoben, der Zwang bleibt

Zwei Jahre nach der ersten Fassung dieses Artikels lässt sich beides sagen. Wir haben uns geirrt, was Microsofts Härte gegenüber Privatkunden angeht: Das kostenlose ESU-Programm gibt es, es reicht bis Oktober 2027, und in der Schweiz kommt es ohne Cloud-Sicherung aus. Wer 2024 damit gerechnet hat, im Oktober 2025 vor dem Nichts zu stehen, hat zwei Jahre geschenkt bekommen.

Geirrt haben wir uns nicht in der Sache. Die Verlängerung kostet keinen Franken, aber sie kostet ein Microsoft-Konto und eine Anmeldung alle sechzig Tage — bei einem Anbieter, der die lokale Konto-Einrichtung gerade abschafft, ist das kein Nebensatz. Die Prozessorhürde ist in diesen zwei Jahren nicht gefallen, sondern gestiegen: Die siebte Intel-Generation ist ganz verschwunden, bei AMD widersprechen sich Microsofts eigene Listen zuungunsten der älteren Ryzen, und der einst offiziell dokumentierte Registry-Weg steht nicht mehr in der Dokumentation. Alles bewegt sich in dieselbe Richtung.

Der Elektroschrott, die Kosten und das Sicherheitsrisiko für alle, die nicht mitziehen können, sind damit nicht abgewendet, sondern auf den 12. Oktober 2027 vertagt. Dieses Datum ist die eigentliche Nachricht dieses Artikels — und es ist ein guter Grund, die gewonnene Zeit nicht abzusitzen, sondern für einen Wechsel zu nutzen, bei dem der Hersteller nicht darüber entscheidet, wann euer funktionierender Rechner zu Abfall wird.

Quellen und weiterführende Links

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