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Solo Mining - die grössten Fehlannahmen

Beim Solo Mining von Bitcoin kursieren hartnäckige Missverständnisse, die selbst erfahrene Miner manchmal in die Irre führen. Von der vermeintlichen Bedeutung der Pool-Größe über die Rolle von Workershares, die Anzahl der Geräte bis hin zum Glauben an "überfälliges Glück" - viele Annahmen klingen plausibel, sind aber mathematisch falsch. Dieser Artikel räumt mit den vier häufigsten Fehlannahmen auf und erklärt, wie Solo-Mining wirklich funktioniert.

Quelle: coinguides.com

Was ist Solo-Mining überhaupt

Beim Solo-Mining versucht ein Miner auf eigene Faust, einen Bitcoin-Block zu finden. Im Gegensatz zum klassischen Pool-Mining, wo viele Miner ihre Rechenleistung bündeln und die Belohnung aufteilen, erhält der Solo-Miner die komplette Block-Belohnung (aktuell 3,125 BTC plus Transaktionsgebühren) - allerdings nur, wenn er tatsächlich einen Block findet.

Wer sich zuerst tiefer in das Thema Mining einlesen will, dem empfehlen wir hier unserer Solo Mining Bibel die euch die komplette verständlich näher bringen soll.

Die Rolle des Pools beim Solo-Mining

Hier liegt oft das Missverständnis: Auch beim Solo-Mining nutzen viele Miner einen Pool - aber dieser funktioniert völlig anders als beim herkömmlichen Pool-Mining. Der Pool dient lediglich als technische Infrastruktur:

  • Er stellt die Blockvorlagen bereit (über einen Stratum-Server)
  • Er leitet gefundene Blöcke an das Bitcoin-Netzwerk weiter
  • Er übernimmt die technische Kommunikation

Der Pool trägt aber keine eigene Hashrate bei. Er ist nur ein technischer Vermittler.

Fehlannahme Nr. 1: Die Pool-Größe beeinflusst die Chance

Beim Solo-Mining konkurriert jeder Miner direkt mit dem gesamten Bitcoin-Netzwerk - nicht nur mit seinem Pool. Die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden, hängt ausschließlich von folgenden Faktoren ab:

  1. Die eigene Hashrate - je mehr Rechenleistung, desto höher die Chance
  2. Die globale Netzwerk-Hashrate - aktuell etwa 800 EH/s
  3. Glück - Block-Finding ist ein probabilistischer Prozess

Ob im gewählten Solo-Pool 100 EH/s oder nur 0,01 EH/s an Hashrate aktiv sind, macht für die eigenen Chancen absolut keinen Unterschied. Jeder Miner arbeitet isoliert und konkurriert mit allen Minern weltweit.

Fehlannahme Nr. 2: Mehr Workershares = höhere Block-Chance

Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass eine höhere Anzahl an eingereichten Workershares die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Block zu finden. Das ist falsch.

Was sind nochmals Workershares

Workershares sind lediglich ein Arbeitsnachweis (Proof of Work), mit dem der Miner dem Pool zeigt, dass er tatsächlich arbeitet. Sie haben keinen direkten Einfluss darauf, ob ein Block gefunden wird oder nicht.

Unterschiedliche Share-Schwierigkeiten

Verschiedene Pools verwenden unterschiedliche Share-Schwierigkeiten (Target Difficulty):

  • Pool A könnte eine niedrige Share-Difficulty verwenden → der Miner reicht viele Shares pro Minute ein
  • Pool B könnte eine hohe Share-Difficulty verwenden → der Miner reicht wenige Shares pro Minute ein

In beiden Fällen bleibt die Wahrscheinlichkeit, einen tatsächlichen Block zu finden, absolut identisch. Die Share-Schwierigkeit beeinflusst nur die Häufigkeit der Kommunikation zwischen Miner und Pool, nicht die Mining-Effizienz.

Fehlannahme Nr. 3: Mehrere Geräte erhöhen die Chance gegenüber einem einzelnen Gerät

Ein weiteres hartnäckiges Missverständnis: Manche Miner glauben, dass vier Bitaxe mit je 1 TH/s eine höhere Chance auf einen Blockfund haben als ein einzelner NerdQAxe mit 4 TH/s. Das ist ein Trugschluss.

Nur die Gesamt-Hashrate zählt

Für das Bitcoin-Netzwerk ist es vollkommen irrelevant, ob die Hashrate von einem Gerät oder von hundert Geräten kommt. Entscheidend ist ausschließlich die Gesamt-Hashrate.

  • 4x Bitaxe mit je 1 TH/s = 4 TH/s Gesamt-Hashrate
  • 1x NerdQAxe mit 4 TH/s = 4 TH/s Gesamt-Hashrate

Die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden, ist absolut identisch.

Warum entsteht dieses Missverständnis

Die Intuition sagt vielen: "Mehr Geräte = mehr Versuche = höhere Chance." Das stimmt prinzipiell - aber nur, weil mehr Geräte in der Regel auch mehr Gesamt-Hashrate bedeuten. Die Anzahl der Geräte selbst spielt keine Rolle.

Jeder Hash, den ein Miner berechnet, ist ein unabhängiger Versuch, einen Block zu finden. Ob diese Hashes von einem einzigen großen ASIC oder von vielen kleinen Geräten stammen, macht mathematisch keinen Unterschied. Das Netzwerk "sieht" nur die einzelnen Hash-Versuche, nicht die Geräte dahinter. Merkt euch deshalb, nur die Hashrate beeinflusst die Wahrscheinlichkeit einen Block zu finden, und nichts anderes.

Der einzige relevante Unterschied

Der praktische Unterschied liegt woanders: Bei mehreren Geräten hat man Redundanz. Fällt ein Bitaxe aus, laufen die anderen drei weiter. Fällt der NerdQAxe aus, steht man bei null. Aber das ist eine Frage der Ausfallsicherheit, nicht der Mining-Wahrscheinlichkeit.

Beim Mining berechnet der ASIC ständig Hashes. Ein Block wird nur dann gefunden, wenn ein Hash die extrem hohe Netzwerk-Schwierigkeit erfüllt. Die Workershares sind nur Zwischenmeldungen mit niedrigerer Schwierigkeit, um dem Pool zu zeigen: "Ich arbeite noch."

Analogie: Es ist wie beim Lottospielen - egal ob man dem Lottoanbieter jede Stunde oder jede Minute meldet, dass man noch Lose kauft, die Gewinnchance pro Los bleibt gleich.

Fehlannahme Nr. 4: Längere Laufzeit ohne Block erhöht die Chance

Eine psychologisch verständliche, aber mathematisch falsche Annahme: "Ich mine jetzt schon seit 1 Jahr ohne Block - langsam bin ich dran!" oder "Nach so langer Pechsträhne muss jetzt bald ein Block kommen!" Das ist der klassische Gambler's Fallacy - der Trugschluss des Spielers.

Jeder Hash-Versuch ist unabhängig

Beim Bitcoin-Mining ist jeder einzelne Hash-Versuch ein völlig unabhängiges Ereignis. Das bedeutet:

  • Vergangenes Pech macht zukünftiges Glück nicht wahrscheinlicher
  • Die Wartezeit hat keinen Einfluss auf die nächste Chance
  • Der Miner hat kein "Gedächtnis" für vergangene Versuche

Analogie: Beim Würfeln bleibt die Chance auf eine Sechs bei jedem Wurf 1:6 - egal ob man vorher fünfmal oder fünfzigmal keine Sechs gewürfelt hat. Der Würfel "erinnert" sich nicht an vergangene Würfe.

Das Prinzip dahinter: Unabhängige Ereignisse

In der Wahrscheinlichkeitstheorie nennt man dies unabhängige Ereignisse. Die Wahrscheinlichkeit für Ereignis B wird nicht durch das Eintreten oder Nicht-Eintreten von Ereignis A beeinflusst.

Beim Mining bedeutet das konkret:

  • Hash Nr. 1: Chance einen Block zu finden = eigene Hashrate / Netzwerk-Hashrate
  • Hash Nr. 1.000.000: Chance einen Block zu finden = eigene Hashrate / Netzwerk-Hashrate
  • Hash Nr. 1.000.000.000: Chance einen Block zu finden = eigene Hashrate / Netzwerk-Hashrate

Die Chance bleibt immer identisch, völlig unabhängig davon, wie viele erfolglose Versuche bereits hinter einem liegen.

Warum fühlt es sich anders an

Menschen neigen dazu, Muster zu sehen, wo keine sind. Nach einer langen Pechsträhne denkt man: "Jetzt muss es doch endlich klappen!" Diese Intuition ist evolutionär verständlich, aber mathematisch falsch.

Die einzige Ausnahme

Auch hier gilt, die Chance ändert sich nur, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern:

  • Die eigene Hashrate steigt (mehr Geräte, Übertaktung)
  • Die Netzwerk-Hashrate sinkt (unwahrscheinlich auf lange Sicht)
  • Die Difficulty wird angepasst (alle ~2 Wochen, reflektiert aber nur die Netzwerk-Hashrate)

Ansonsten gilt: Jeder Hash ist ein neuer, unabhängiger Versuch mit exakt der gleichen Wahrscheinlichkeit wie beim allerersten Hash.

Worauf sollte man beim Solo-Pool wirklich achten

Wenn die Pool-Größe und die Anzahl der Workershares keine Rolle spielen, was ist dann wichtig bei der Auswahl eines Solo-Pools?

Zuverlässigkeit: Der Pool sollte eine hohe Verfügbarkeit (Uptime) haben und niedrige Latenz bieten. Ausfallzeiten bedeuten verlorene Mining-Zeit.

Gebühren: Manche Solo-Pools verlangen 2-4% Gebühr vom gefundenen Block. Bei 3,125 BTC kann das einen erheblichen Unterschied machen.

Technische Features: Unterstützung für moderne Mining-Technologien wie AsicBoost kann die Effizienz verbessern. Allerdings muss der Pool diese Features auch unterstützen.

Eigener Stratum-Server: Technisch versierte Miner können auch ihren eigenen Stratum-Server betreiben und sind dann komplett unabhängig von Drittanbietern. Hier ist dann auch die Latenz am niedrigstens. Mit einer Node aus unserem Shop, könnt ihr auch ganz einfach einen eigenen Pool betreiben!

Fazit

Die größten Fehlannahmen beim Solo-Mining auf einen Blick:

  1. Die Größe des Pools hat keinerlei Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden
  2. Die Anzahl der Workershares ist nur ein technischer Arbeitsnachweis und beeinflusst die Block-Finding-Chance nicht
  3. Die Anzahl der Geräte spielt keine Rolle - nur die Gesamt-Hashrate zählt
  4. Vergangenes Pech macht zukünftiges Glück nicht wahrscheinlicher - jeder Hash-Versuch ist ein unabhängiges Ereignis

Der Pool ist beim Solo-Mining lediglich technische Infrastruktur, keine Mining-Gemeinschaft. Die eigenen Chancen hängen ausschließlich von der eigenen Hashrate im Verhältnis zur globalen Netzwerk-Hashrate ab - und bei jedem einzelnen Hash-Versuch von einer gehörigen Portion Glück. Vergangene Versuche haben keinen Einfluss auf zukünftige Chancen.

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