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NerdQaxe Einrichtung und Anwendung

In diesem Beitrag schauen wir uns die NerdQaxe genauer an und gehen gemeinsam ihre Einrichtung und Anwendung in der Praxis durch. Die Nerd*-Miner sind die grossen Geschwister der Bitaxe: Statt einem einzelnen ASIC-Chip sitzen hier gleich mehrere auf einem Board, was deutlich höhere Hashraten von bis zu rund 12 TH/s ermöglicht – bei weiterhin sehr guter Effizienz. Wie die Bitaxe basieren auch die NerdQaxe vollständig auf Open-Source-Technologie, kommen fertig montiert und einsatzbereit und laufen mit der bekannten AxeOS-basierten Firmware.

Dank des eingebauten WiFi-Mikrocontrollers (ESP32-S3) lässt sich die NerdQaxe einfach in euer Netzwerk integrieren und mit eurem bevorzugten Mining-Pool verbinden. Der Quellcode der Firmware sowie der Hardware ist offen und kann auf GitHub eingesehen werden. Genau das macht die Nerd*-Reihe so spannend: maximale Transparenz und Anpassbarkeit für alle, die mehr Mining-Leistung auf dem Schreibtisch haben möchten.

Welche NerdQaxe passt zu mir? Die Modelle im Überblick (2026)

Die Nerd*-Familie deckt alles vom kompakten Einzelchip-Miner bis zum Achtfach-Boliden ab. Die Modelle unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der ASIC-Chips und damit in Hashrate und Stromverbrauch. Hier die gängigen Varianten im Vergleich:

ModellASIC-ChipsHashrate (ca.)EffizienzGeeignet für
NerdAxe Gamma1× BM13701,2–1,5 TH/s~15 J/THKompakter Single-Chip-Einstieg
NerdQaxe+4× BM1366~2,5 TH/s~20 J/THVierfach-Chip, günstiger Quad-Einstieg
NerdQaxe++4× BM13704,8–6 TH/s~15 J/THBestes Verhältnis aus Leistung & Effizienz
NerdOctaxe Gamma8× BM13709,6–12 TH/s~16–17 J/THMaximale Hashrate für ein Desktop-Gerät

Der BM1370 ist derselbe hocheffiziente Chip, der auch in Bitmains Antminer der S21-Pro-Generation steckt – entsprechend gut sind Hashrate und Effizienz. Für die meisten ist die NerdQaxe++ der Süssepunkt: viel Leistung bei hervorragender Effizienz und noch handlicher Lautstärke. Wer das absolute Maximum will, greift zur NerdOctaxe Gamma; wer klein und leise einsteigen möchte, ist mit der NerdAxe Gamma bestens bedient. Die Einrichtung ist bei allen Modellen praktisch identisch, da sie dieselbe Firmware nutzen.

Vorbereitungen und Voraussetzungen

Viel braucht ihr nicht, um loszulegen. Stellt vorab Folgendes bereit:

  • Das mitgelieferte Netzteil (grössere Modelle wie die NerdOctaxe benötigen entsprechend mehr Leistung – nutzt immer das passende Netzteil).
  • Ein 2,4-GHz-WLAN (der ESP32 funkt ausschliesslich auf 2,4 GHz, nicht auf 5 GHz).
  • Eine eigene Bitcoin-Adresse, an die eure Mining-Belohnung ausgezahlt werden soll.
  • Ein Smartphone oder einen Rechner mit Browser für die Erstkonfiguration.

Einrichtung und Anwendung der NerdQaxe

Gerät anschliessen

Schliesst das Netzteil an die NerdQaxe an und verbindet es mit einer Stromquelle. Das Gerät startet automatisch, sobald es mit Strom versorgt wird – einen separaten Einschaltknopf gibt es nicht.

Verbindung zum Access Point herstellen

Beim ersten Start spannt die NerdQaxe ein eigenes WLAN auf (Access Point). Sucht in euren WLAN-Einstellungen nach diesem Netzwerk – den genauen Namen (SSID) zeigt euch das Display des Geräts an. Verbindet euch damit; ein Passwort ist nicht nötig, da es sich um einen offenen Access Point handelt.

Konfiguration über das Captive Portal

Sobald ihr verbunden seid, öffnet sich automatisch ein Captive Portal (ähnlich wie in Hotels oder öffentlichen Netzwerken). Öffnet oben links das Burger-Menü und geht in die Settings. Zuoberst findet ihr die WLAN-Einstellungen: Tragt unter SSID den exakten Namen eures Heim- oder Geschäfts-WLANs ein. Achtet penibel auf Gross-/Kleinschreibung und alle Leerzeichen – stimmt hier etwas nicht, kann sich das Gerät nicht verbinden. Speichert mit SAVE und startet die NerdQaxe über das Interface mit RESTART neu. Bei korrekter Eingabe verbindet sie sich anschliessend mit eurem WLAN.

Zugriff auf das Dashboard

Um auf das Dashboard zuzugreifen, braucht ihr die IP-Adresse des Geräts – auch diese zeigt euch das Display an. Gebt sie genau so, wie sie dort steht, in die Adresszeile eures Browsers ein. Schon habt ihr vollen Zugriff auf die Weboberfläche der NerdQaxe.

Pool- und Wallet-Konfiguration

Im Dashboard findet ihr unter Settings die Pool-Einstellungen. Als Pool empfehlen wir unseren eigenen, gebührenfreien Blitzpool – tragt dazu blitzpool.yourdevice.ch auf Port 3333 ein. Das ist unser eigener Schweizer Solo-Mining-Pool. Ihr könnt natürlich jeden anderen Pool eurer Wahl nutzen; sollte der Hauptpool einmal nicht erreichbar sein, lohnt sich zusätzlich ein Fallback-Pool (Secondary Pool).

Unter Stratum User tragt ihr eure eigene Bitcoin-Adresse ein, damit die Belohnungen direkt an euch ausbezahlt werden. Als Passwort genügt ein beliebiger Wert (wird in der Regel nicht benötigt). Eure Statistiken könnt ihr jederzeit auf blitzpool.yourdevice.ch einsehen, indem ihr dort dieselbe BTC-Adresse eingebt. Übernehmt auch hier alle Änderungen mit SAVE und einem anschliessenden RESTART.

Stratum V1 oder V2

Neu könnt ihr in den Pool-Einstellungen zwischen Stratum V1 (SV1) und dem moderneren Stratum V2 (SV2) wählen. SV2 verschlüsselt die Verbindung zwischen Miner und Pool (Schutz vor Man-in-the-Middle-Angriffen), kommt mit deutlich weniger Datenverkehr aus und erlaubt es Minern perspektivisch, ihre Blockvorlage selbst zu bestimmen – ein wichtiger Schritt für mehr Dezentralisierung im Bitcoin-Netzwerk. Die Hintergründe haben wir im Beitrag Stratum V2 – Warum das Bitcoin-Mining ein neues Protokoll braucht ausführlich erklärt.

Für SV2 benötigt ihr neben Host und Port zusätzlich den Authority Key (den Public Key des Pools). Zwei empfehlenswerte SV2-Pools:

  • Blitzpool (unser Schweizer Solo-Pool, 0 %) – Host blitzpool.yourdevice.ch, Authority Key:
    9bCoFxTszKCuffyywH5uS5o6WcU4vsjTH2axxc7wE86y2HhvULU
    Die vollständigen Verbindungsdaten findet ihr auf blitzpool.yourdevice.ch/stratum-v2.
  • Braiins Pool (gepoolt, die Entwickler von Stratum V2) – Host stratum-v2.braiins.com, Port 3336, Authority Key:
    u95GEReVMjK6k5YqiSFNqqTnKU4ypU2Wm8awa6tmbmDmk1bWt
    Aktuelle Werte stets in der offiziellen Braiins-Anleitung prüfen.

Übernehmt eure Auswahl wie gewohnt mit SAVE und einem anschliessenden RESTART. Im Zweifel funktioniert SV1 nach wie vor problemlos – SV2 ist die zukunftssichere, aber optionale Wahl.

Welchen Mining-Pool für die NerdQaxe wählen?

Mit einer NerdQaxe minet man in der Regel solo – ihr nehmt also an einer Art Lotterie teil: Die Chance, einen ganzen Block zu finden, ist gering, dafür erhaltet ihr im Erfolgsfall die komplette Block-Belohnung. Dank der höheren Hashrate der Nerd*-Modelle stehen eure Lose dabei etwas besser als mit einer einzelnen Bitaxe. Für das Solo-Mining haben sich diese Pools etabliert:

  • Blitzpool – unser eigener Schweizer Public-Pool (auf Basis der quelloffenen Public-Pool-Software). 0 % Gebühren, übersichtliche Statistiken und dank Serverstandort Schweiz niedrige Latenz für CH/EU. Stratum: stratum+tcp://blitzpool.yourdevice.ch:3333
  • eusolo.ckpool.org – die EU-Variante von Con Kolivas’ ckpool (eigener Server in der EU seit Ende 2024, dadurch deutlich geringere Latenz als das originäre solo.ckpool.org). 2 % Gebühr im Erfolgsfall.
  • Public Pool – der originale, quelloffene Public-Pool. 0 % Gebühren und sogar selbst hostbar – genau die Software, auf der auch unser Blitzpool läuft.

Bevor ihr euch realistische Erwartungen setzt, lohnt sich ein Blick in unsere Beiträge Solo Mining – die grössten Fehlannahmen und Die kleine Bitcoin Solo Mining Bibel.

Mining starten

Sind die Pool-Einstellungen korrekt eingetragen, gespeichert und das Gerät neu gestartet, beginnt die NerdQaxe automatisch mit dem Mining – ein separater Startbefehl ist nicht nötig. In der vorkonfigurierten („preselected“) Variante sind Spannung und Frequenz der ASIC-Chips bereits sinnvoll optimiert, ihr müsst also nichts weiter einstellen, um loszulegen.

Monitoring und Wartung

Behaltet im Dashboard Temperatur und Hashrate im Auge. Die Temperatur sollte 75 °C nicht übersteigen. Reinigt das Gerät regelmässig, damit es nicht durch Staubansammlungen überhitzt. Wem der Lüfter zu laut ist, kann das Temperature Target z. B. auf 60 °C senken – der Lüfter dreht dann höher, was etwas mehr Strom zieht und das Gerät lauter macht. Umgekehrt sorgt ein höheres Target für leiseren, aber wärmeren Betrieb. So findet ihr euren persönlichen Kompromiss aus Lautstärke, Verbrauch und Temperatur.

Sicherheit und Updates


Halte die Firmware des Geräts auf dem neuesten Stand, um optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten. Um auf neuere Versionen zu prüfen, nutzt du den automatischen Updater. Er zeigt, sobald eine neue Version verfügbar ist, und lässt dich diese mit einem klick auf Install from Github anwenden. Keep Settings behält deine aktuellen Einstellungen bei, der Haken sollte also drin bleiben.

Häufige Fragen zur NerdQaxe

Was ist der Unterschied zwischen NerdQaxe und Bitaxe?

Die Bitaxe nutzt einen einzelnen ASIC-Chip, die NerdQaxe-Modelle verbauen mehrere (vier bis acht). Dadurch liefern sie ein Vielfaches der Hashrate, sind aber grösser, lauter und verbrauchen mehr Strom. Bedienung und Firmware sind nahezu identisch – wer mit einer Bitaxe vertraut ist, findet sich sofort zurecht.

Welche NerdQaxe eignet sich für Einsteiger?

Für den Einstieg mit ordentlich Leistung ist die NerdQaxe++ die beliebteste Wahl: viel Hashrate bei hervorragender Effizienz. Wer es kompakter und leiser mag, startet mit der NerdAxe Gamma; wer das Maximum sucht, nimmt die NerdOctaxe Gamma.

Wie viel Strom verbraucht eine NerdQaxe?

Das hängt stark vom Modell ab: Eine NerdQaxe++ liegt je nach Taktung bei rund 70–90 Watt, eine NerdOctaxe Gamma mit acht Chips bei etwa 160–240 Watt. Über das Temperature Target und den „PowerSave“-Betrieb lässt sich der Verbrauch zugunsten der Effizienz feinjustieren.

Ist die NerdQaxe Open Source?

Ja. Sowohl das Hardware-Design als auch die AxeOS-basierte Firmware sind quelloffen und auf GitHub einsehbar. Damit reiht sich die NerdQaxe in die offene Bitaxe-/Nerd*-Philosophie ein – volle Transparenz statt Blackbox.

Fazit

Die NerdQaxe ist die logische Weiterentwicklung der Bitaxe für alle, die mehr Hashrate auf dem Schreibtisch haben möchten, ohne auf den Open-Source-Gedanken und die einfache Einrichtung zu verzichten. Dank vorkonfigurierter Firmware seid ihr in wenigen Minuten am Minen – idealerweise gleich in unserem gebührenfreien Blitzpool. Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, dem sei unsere kleine Bitcoin Solo Mining Bibel ans Herz gelegt.

Falls ihr auf der Suche nach einer NerdQaxe seid, schaut gerne bei uns im Shop vorbei – dort findet ihr die aktuellen Modelle von der NerdAxe Gamma bis zur NerdOctaxe Gamma.

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