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	<title>yourdevice.ch &#8211; Deine Anlaufstelle für Linux, OpenSource Software und Co</title>
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		<title>Privatsphäre schützen: der Ratgeber für den Einstieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 13:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Privatsphäre schützen ohne Chaos: der Ratgeber bringt die Schritte in eine Reihenfolge — vom Passwortmanager über das Smartphone bis zum eigenen Server.</p>
<p>The post <a href="https://yourdevice.ch/privatsphaere-schuetzen-ratgeber/">Privatsphäre schützen: der Ratgeber für den Einstieg</a> appeared first on <a href="https://yourdevice.ch">yourdevice.ch - Deine Anlaufstelle für Linux, OpenSource Software und Co</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage kommt bei uns fast jede Woche auf verschiedensten Kontaktwege an: „Ich möchte weniger Daten von mir im Netz hinterlassen — was empfehlt ihr?" Bisher haben wir darauf jedes Mal eine lange Antwort getippt, und jedes Mal eine etwas andere. Das hier ist die Antwort, die wir stattdessen schicken. Sie erklärt, wie ihr eure <strong>Privatsphäre schützen</strong> könnt, ohne im Chaos zu enden — mit einer Reihenfolge, die sich nach Wirkung richtet und nicht nach Begeisterung. Kein Werkzeugkasten zum Abarbeiten, sondern vier Stufen, und auf jeder steht, was sie bringt, was sie kostet und wo bei uns die ausführliche Anleitung dazu liegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2-1024x573.jpg" alt="Fünf verschiedene Gegenstände liegen von oben fotografiert nebeneinander auf einer dunklen Fläche: ein zugeklappter Laptop, ein Smartphone mit der Rückseite nach oben, eine kleine Server-Box, ein einzelner Schlüssel und ein aufgerolltes Netzwerkkabel in gedämpftem Türkis. Die geordnete Reihe steht für die Geräte und Bereiche, die der Ratgeber der Reihe nach durchgeht." class="wp-image-22500" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-schuetzen-ratgeber-titelbild-2.jpg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Artikel ist lang. Das ist Absicht: Er soll die Antwort ersetzen, nicht ergänzen. Lest quer, springt in die Stufe, die euch gerade betrifft, und nehmt den Rest, wenn ihr so weit seid.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Warum „Privatsphäre schützen" keine Liste mit zehn Apps ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die verbreitetste Form dieses Ratschlags ist eine Aufzählung: Nimm diesen Browser, dieses VPN, diesen Messenger, fertig. Das Problem daran ist nicht, dass die Empfehlungen falsch wären. Das Problem ist, dass sie ohne Reihenfolge kommen — und dass die meisten Leute deshalb bei Punkt drei aufhören, mit einem VPN-Abo, einem halb eingerichteten Messenger und weiterhin demselben Passwort auf vierzig Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum es sich überhaupt lohnt, haben wir in der <a href="https://yourdevice.ch/infozentrale/">Infozentrale</a> ausgebreitet — das ist die Seite für alle, die erst noch überzeugt werden wollen. Hier setzen wir voraus, dass ihr überzeugt seid, und kümmern uns um das Wie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die erste Frage lautet: vor wem?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Fachleute nennen das ein Bedrohungsmodell, und das klingt nach mehr, als es ist. Es bedeutet nur: aufschreiben, wer sich für eure Daten interessiert und was passieren würde, wenn er sie bekommt. Die Antwort fällt sehr unterschiedlich aus, und daran hängt alles Weitere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die allermeisten geht es um <strong>kommerzielle Profilbildung</strong>: Werbenetzwerke, Datenhändler, die Auswertung von Standort, Kaufverhalten und Kontakten. Dagegen hilft technische Hygiene, und zwar erstaunlich gut. Für andere geht es um <strong>staatlichen Zugriff</strong> — dann wird es unbequemer, weil Rechtsräume ins Spiel kommen. Der <a href="https://yourdevice.ch/der-cloud-act-eure-daten-und-amerikanische-software/">CLOUD Act</a> und <a href="https://yourdevice.ch/fisa-section-702-das-unsichtbare-netz-der-us-massenueberwachung/">FISA Section 702</a> erklären, warum „liegt auf einem Server in Zürich" nichts heisst, solange der Anbieter amerikanisch ist. Und wer wissen will, was aus solchen Daten am Ende gebaut wird, findet das in unserem Stück über <a href="https://yourdevice.ch/palantir-die-sehsteine-der-usa-in-europa/">Palantir</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein dritter Fall wird oft übersehen und ist der häufigste von allen: <strong>Leute, die euch kennen.</strong> Ein Ex-Partner, ein neugieriger Nachbar, ein Kollege mit Zugriff auf euren entsperrten Rechner. Dagegen hilft kein VPN, sondern eine Bildschirmsperre, eine verschlüsselte Festplatte und ein Passwortmanager.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Drei Leute, drei Antworten</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Familie mit NAS im Keller.</strong> Fotos, Steuerunterlagen, Kalender. Grösstes Risiko ist nicht der Geheimdienst, sondern der Ausfall der Festplatte und ein aus dem Internet erreichbares NAS-Login ohne zweiten Faktor. Priorität: Backups und Zugangsschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Selbständige mit Kundendaten.</strong> Hier kommt eine rechtliche Dimension dazu — Kundendaten in einer amerikanischen Cloud sind ein Thema, das euch irgendwann jemand stellt. Priorität: wissen, wo die Daten liegen, und die wichtigsten Dienste in die eigene Hand nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer einfach genug hat vom Ausgewertetwerden.</strong> Kein akutes Risiko, aber der begründete Wunsch, nicht mehr Rohstoff zu sein. Priorität: Smartphone und Browser, weil dort die meisten Daten anfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr euch in keinem davon wiederfindet: auch gut. Nehmt trotzdem Stufe 1, die gilt für alle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Reihenfolge, in der sich der Aufwand lohnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sortieren nach einem einzigen Kriterium: Wirkung geteilt durch Aufwand. Deshalb steht der Passwortmanager vor dem entgoogelten Smartphone, obwohl das Smartphone das grössere Datenleck ist. Der Manager ist an einem Abend erledigt und schützt sofort; der Gerätewechsel ist ein Wochenende und ein bisschen Gewöhnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Stufen überspringt, baut auf Sand. Ein GrapheneOS-Telefon mit dem Passwort „Sommer2024!" auf allen Konten ist kein sicheres Setup, sondern ein teures.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="548" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-1024x548.png" alt="Schaubild mit vier gestapelten Ebenen. Von oben nach unten: Stufe 4 Kommunikation mit Messenger, E-Mail und Videokonferenz; Stufe 3 Computer mit Linux, Festplattenverschlüsselung und Systemsicherung; Stufe 2 Smartphone mit einem Gerät ohne Google-Dienste; und blau hervorgehoben Stufe 1 Grundlagen mit Passwortmanager, zweitem Faktor, verschlüsseltem DNS und geprüftem Backup. Rechts steht bei jeder Stufe der Aufwand. Die Grafik zeigt, dass der Einstieg unten beginnt und jede Stufe die darunterliegende voraussetzt." class="wp-image-22501" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-1024x548.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-300x161.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-768x411.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-1536x822.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-2048x1096.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/privatsphaere-vier-stufen-500x268.png 500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Stufe 1: die Grundlagen, die für alle gelten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Stufe kostet zusammen etwa einen Abend und wirkt bei jedem, egal welches Gerät, egal welches Betriebssystem. Wenn ihr nur eine Stufe macht, macht diese.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Passwortmanager, und zwar nur einer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der grösste einzelne Gewinn im ganzen Artikel. Nicht weil Passwörter spannend wären, sondern weil das Gegenteil so verheerend ist: Ein Passwort, das ihr auf mehreren Seiten benutzt, ist genau so sicher wie die schlechteste dieser Seiten. Und irgendeine davon wird gehackt — nicht vielleicht, sondern irgendwann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das praktisch läuft, steht in unserer Anleitung zu <a href="https://yourdevice.ch/online-sicherheit-mit-bitwarden-passwortmanager-optimieren/">Bitwarden</a>. Wer den Tresor nicht bei einem Anbieter liegen haben will, nimmt <a href="https://github.com/dani-garcia/vaultwarden/blob/main/README.md">Vaultwarden</a>, eine quelloffene, zu den Bitwarden-Apps kompatible Serverfassung — die ist ausdrücklich für Selbstbetrieb gedacht, weil das offizielle Serverpaket dafür zu schwer ist. Und wer sie weder mieten noch selbst betreiben mag: Wir betreiben eine, sie ist <a href="https://yourdevice.ch/vaultwarden-passwort-manager/">kostenlos nutzbar</a>, und ihr könnt jederzeit exportieren und gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Regeln, mehr braucht es nicht: ein langes, einzigartiges Hauptpasswort, das ihr euch merkt. Alle anderen Passwörter erzeugt der Manager und ihr seht sie nie. Und den Notfallzugang — Wiederherstellungscodes, Exportdatei — druckt ihr aus und legt ihn dorthin, wo ihr auch euren Pass aufbewahrt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Faktoren, ohne Google</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Faktor macht ein gestohlenes Passwort weitgehend wertlos. Nur bitte nicht per SMS, wenn es sich vermeiden lässt: Eine Rufnummer lässt sich mit erstaunlich wenig Aufwand übernehmen. Nehmt eine App, die die Codes lokal erzeugt — <a href="https://yourdevice.ch/aegis-die-google-authenticator-alternative/">Aegis</a> tut genau das, ist quelloffen und lässt sich verschlüsselt sichern. Der Google Authenticator kann dasselbe, verlangt dafür aber ein Google-Konto, was hier eher gegen den Zweck arbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Passkeys lohnt ein zweiter Blick, bevor ihr umstellt: Sie sind technisch gut und binden euch gleichzeitig enger an eine Plattform. Was dafür und was dagegen spricht, haben wir in <a href="https://yourdevice.ch/passkeys-vor-und-nachteile/">Passkeys — Vor- und Nachteile</a> auseinandergenommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Browser und Suchmaschine</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Browser ist das Werkzeug, mit dem ihr die meisten Spuren hinterlasst. Firefox mit einer Handvoll Erweiterungen deckt den grössten Teil ab; welche das sind, steht in <a href="https://yourdevice.ch/die-besten-extensions-fuer-den-firefox-browser/">Die besten Extensions für den Firefox Browser</a>. Wer weiter gehen will, findet in <a href="https://yourdevice.ch/firefox-browser-absichern-mit-app-armor-und-user-js/">Firefox absichern mit AppArmor und user.js</a> die härtere Fassung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein häufiger Anfängerfehler ist dabei, es zu gut zu meinen. Zwanzig Datenschutz-Erweiterungen machen euren Browser nicht anonymer, sondern <em>einzigartiger</em> — und damit besser wiedererkennbar. Warum das so ist, erklärt <a href="https://yourdevice.ch/browser-fingerprinting-und-privatspaehre-weniger-plugins-sind-besser/">Browser-Fingerprinting</a>. Wenig und dafür richtig schlägt viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch im Alltag sind ausserdem <a href="https://yourdevice.ch/multi-account-containers-fuer-firefox/">Multi-Account-Container</a>: Damit sitzt das soziale Netzwerk in einem eigenen Abteil und sieht nicht, was ihr sonst noch aufmacht. Bei der Suchmaschine gibt es mehr Auswahl, als die meisten denken — unsere <a href="https://yourdevice.ch/die-5-besten-alternativen-zur-google-suchmaschine/">fünf Alternativen zur Google-Suche</a> gehen die Kandidaten durch, und weil die Frage regelmässig kommt: <a href="https://yourdevice.ch/sammelt-mozilla-daten-oder-zensiert-duckduckgo/">Sammelt Mozilla Daten oder zensiert DuckDuckGo?</a> ordnet die üblichen Vorwürfe ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nebenbei: Selbst eine Schriftart kann petzen. <a href="https://yourdevice.ch/google-fonts-und-die-heimliche-datensammlung-mit-schriftarten/">Google Fonts</a> lädt bei jedem Seitenaufruf nach — und überträgt dabei eure IP-Adresse an Google, ohne dass ihr etwas anklickt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">DNS: die Spur, an die niemand denkt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Mal, wenn euer Gerät eine Adresse aufruft, fragt es zuerst einen Namensserver, wo die Seite liegt. Diese Anfragen laufen standardmässig unverschlüsselt und beim Internetanbieter — eine vollständige Liste eurer Aufrufe, ganz ohne Cookies. Das lässt sich in zehn Minuten abstellen, und die Anleitung dazu deckt alle drei Systeme ab: <a href="https://yourdevice.ch/dns-verschluesselung-auf-linux-android-und-windows/">DNS-Verschlüsselung auf Linux, Android und Windows</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen passenden Server müsst ihr nicht suchen: Wir betreiben einen <a href="https://yourdevice.ch/free-dns-server/">freien DNS-Server</a> in der Schweiz, mit Verschlüsselung und Filterlisten gegen Werbung und Tracker. Wer lieber im eigenen Netz filtert, findet in <a href="https://yourdevice.ch/pi-hole-auf-dem-raspberry-pi-4/">Pi-hole auf dem Raspberry Pi</a> den Weg dorthin — das wirkt dann auch auf Geräten, die sich nicht konfigurieren lassen, vom Fernseher bis zur Waschmaschine.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Backups, und zwar vor allem anderen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt nach dem falschen Thema, ist aber die Voraussetzung für alles, was danach kommt. Wer bei einem Systemwechsel Angst um seine Daten hat, macht den Wechsel nicht — und bleibt aus lauter Vorsicht bei dem, was ihn ausliest. Ein geprüftes Backup ist die Erlaubnis, Dinge auszuprobieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grundregel steht in <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-gutes-backup/">Was ist ein gutes Backup: die 3-2-1-Regel erklärt</a>. Drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine ausser Haus. Und die einzige Frage, auf die es ankommt: Habt ihr schon einmal versucht, aus diesem Backup etwas zurückzuholen? Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Betrugsmails erkennen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Konten gehen nicht durch technische Angriffe verloren, sondern weil jemand seine Zugangsdaten auf einer nachgebauten Seite eingibt. Unsere Übersicht zu <a href="https://yourdevice.ch/betrugs-pishing-mails-und-sms-identifizieren/">Betrugs-, Phishing-Mails und SMS</a> zeigt die Merkmale. Die wirksamste Gewohnheit ist dabei simpel: Links in Mails grundsätzlich nicht anklicken, sondern die Seite selbst im Browser aufrufen. Kostet drei Sekunden und erledigt die halbe Kategorie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stufe 2: das Smartphone ist die grösste Wanze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist immer dabei, es kennt euren Standort, eure Kontakte, eure Gewohnheiten und eure Uhrzeiten. Kein anderes Gerät liefert ein so vollständiges Bild. Deshalb ist es die Stufe mit dem grössten Hebel — und leider auch die mit der grössten Umstellung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der konsequente Weg: ein Gerät ohne Google</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein alternatives Android-Betriebssystem ersetzt die Herstellerfassung durch eine, die ohne Google-Dienste läuft. Warum das mehr bringt als jede Einstellung im Google-Konto, steht auf unserer Seite <a href="https://yourdevice.ch/googlefreie-smartphones/">Googlefreie Smartphones</a>; welche Systeme es gibt und wie sie sich unterscheiden, in <a href="https://yourdevice.ch/welches-customrom/">Welches CustomROM?</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Systeme, die wir empfehlen, sind GrapheneOS und CalyxOS. GrapheneOS ist die härtere Wahl und läuft ausschliesslich auf Pixel-Geräten — das Projekt begründet das in seiner <a href="https://grapheneos.org/faq">FAQ</a> damit, dass Geräte nach ihren Eigenschaften ausgewählt werden und nicht nach möglichst breiter Abdeckung. Wer Google-Apps trotzdem braucht, kann sie dort als normale, eingesperrte App nachinstallieren, statt sie im System zu haben. Unser <a href="https://yourdevice.ch/der-grapheneos-einsteiger-guide-einrichtung-anwendung/">GrapheneOS-Einsteiger-Guide</a> führt durch die Einrichtung, und <a href="https://yourdevice.ch/hat-google-zugriff-auf-pixel-phones-mit-grapheneos/">Hat Google Zugriff auf Pixel-Phones mit GrapheneOS?</a> beantwortet die Frage, die dabei jeder stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CalyxOS unterstützt daneben auch Fairphone- und Motorola-Geräte; die aktuelle <a href="https://calyxos.org/docs/guide/device-support/">Geräteliste</a> führt das Projekt selbst, gestaffelt nach Unterstützungsdauer. Der <a href="https://yourdevice.ch/der-einsteiger-guide-auf-calyxos-einrichtung-und-anwendung/">CalyxOS-Einsteiger-Guide</a> zeigt die Einrichtung. Ob euer Gerät überhaupt in Frage kommt, klärt vorher unsere <a href="https://yourdevice.ch/kompatibilitaetsliste-custom-roms/">Kompatibilitätsliste</a> — nicht jedes Telefon lässt sich entsperren, und ohne entsperrbaren Bootloader endet die Sache, bevor sie anfängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Systeme, die im Netz oft empfohlen werden, empfehlen wir ausdrücklich nicht, und wir haben beides begründet: <a href="https://yourdevice.ch/warum-murenas-e-os-eine-mogelpackung-ist/">Warum Murenas /e/OS eine Mogelpackung ist</a> und <a href="https://yourdevice.ch/vollaos-datenschutz-marketing-vs-technische-realitaet/">VollaOS: Datenschutz-Marketing gegen technische Realität</a>. Datenschutz auf der Verpackung ist keine Eigenschaft des Produkts.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der kleine Weg: beim Gerät bleiben und aufräumen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jeder will oder kann das Gerät wechseln. Das ist kein Grund, gar nichts zu tun — es bringt nur weniger, und das gehört ehrlich dazugesagt. Der Weg für Geräte, die bei der Herstellerfassung bleiben, steht in <a href="https://yourdevice.ch/privatsspahre-auf-android-schutzen/">Privatsphäre auf Android schützen</a>: Aktivitätsverläufe abschalten, personalisierte Werbung deaktivieren, Standortberechtigungen pro App durchgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich weiter kommt ihr mit unserem zweiteiligen Workshop <a href="https://yourdevice.ch/workshop-android-zaehmen-debloating-und-firewalling-teil-1/">Android zähmen: Debloating und Firewalling</a>. Vorinstallierte Apps loswerden, ohne das Gerät zu rooten, und einzelnen Apps den Netzzugang entziehen — dafür braucht es keine neue Firmware. Eine lokale Firewall wie <a href="https://yourdevice.ch/android-open-source-firewall-rethink/">ReThink</a> zeigt euch nebenbei zum ersten Mal, wie oft eure Apps eigentlich nach Hause telefonieren. Diese Liste ist für die meisten ein Erlebnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und eine Kleinigkeit mit grosser Wirkung, die auf jedem Gerät funktioniert: <a href="https://yourdevice.ch/wlan-wifi-tracking-unterbinden/">WLAN-Tracking unterbinden</a>. Ein Telefon, das ständig nach bekannten Netzen ruft, lässt sich quer durch eine Innenstadt verfolgen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Apps ohne Play Store</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Telefon ohne Google-Konto braucht einen anderen Weg zu Apps. Drei Wege haben sich bewährt, und sie schliessen sich nicht aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://f-droid.org/en/about/">F-Droid</a> ist ein Katalog ausschliesslich freier Software — das Projekt beschreibt sich selbst als vertrauenswürdiger Weg, quelloffene Android-Apps zu finden und zu teilen. Die Einrichtung steht in <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-installation-und-anwendung/">F-Droid Installation und Anwendung</a>, und weil das Projekt nicht unumstritten ist, haben wir die <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-sicherheitsbedenken-und-aktuelle-probleme/">Sicherheitsbedenken</a> ebenfalls aufgeschrieben statt sie zu übergehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Apps, die es nur im Play Store gibt, gibt es den <a href="https://yourdevice.ch/aurora-store-installation-und-anwendung/">Aurora Store</a> — der holt sie ohne eigenes Google-Konto. Und <a href="https://yourdevice.ch/obtainium-der-universelle-app-store/">Obtainium</a> zieht Apps direkt von der Seite des Entwicklers und hält sie aktuell, was besonders bei Software praktisch ist, die in keinem Katalog steht. Womit ihr euer Telefon dann füllt, steht in <a href="https://yourdevice.ch/die-besten-android-open-source-apps/">Die besten Android Open Source Apps</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Hinweis, der in den nächsten Monaten wichtig wird: Google baut die App-Verteilung um und verlangt künftig, dass Entwickler sich verifizieren lassen — auch für Apps, die nie durch den Play Store laufen. Was das bedeutet, steht in <a href="https://yourdevice.ch/android-entwickler-verifizierung-euer-geraet-ist-egal/">Android-Entwickler-Verifizierung: euer Gerät ist egal</a>. Das ist kein Grund, jetzt nichts zu tun, aber ein Grund, die Entwicklung im Auge zu behalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Benachrichtigungen ohne Google Push</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier scheitern die meisten Umsteiger, und zwar an etwas Unerwartetem: Die Nachrichten kommen nicht mehr an. Der Grund ist, dass fast jede App ihre Benachrichtigungen über Googles Push-Dienst schickt — der auf einem entgoogelten Gerät fehlt. Was dieser Dienst tut und was er dabei mitliest, steht in <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-google-push-und-welche-bedenken-ergeben-sich-daraus/">Was ist Google Push?</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösung heisst UnifiedPush: ein offener Ersatz, bei dem ihr bestimmt, über welchen Server die Benachrichtigungen laufen. Wir betreiben einen, den ihr <a href="https://yourdevice.ch/unified-push-server/">kostenlos eintragen könnt</a>. Für Signal braucht es zusätzlich einen kleinen Vermittler, und auch den <a href="https://yourdevice.ch/mollysocket-server/">stellen wir bereit</a>. Die Einrichtung auf dem Gerät zeigen <a href="https://yourdevice.ch/signal-fork-molly-foss-mit-unified-push/">Molly FOSS mit UnifiedPush</a> und <a href="https://yourdevice.ch/element-messenger-ohne-google-push-verwenden/">Element ohne Google Push</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Standardapps ersetzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Karten, Videos, Gerätesuche — für alles, was ihr täglich benutzt, gibt es einen Ersatz, der ohne Konto auskommt.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><thead><tr><th>Statt</th><th>Nehmt</th><th>Anleitung bei uns</th></tr></thead><tbody><tr><td>Google Maps</td><td>Organic Maps oder OsmAnd</td><td><a href="https://yourdevice.ch/organic-maps-die-osmand-und-google-maps-alternative/">Organic Maps</a></td></tr><tr><td>YouTube-App</td><td>NewPipe</td><td><a href="https://yourdevice.ch/newpipe-die-datenschutzfreundliche-youtube-alternative/">NewPipe</a></td></tr><tr><td>Google „Mein Gerät finden"</td><td>FMD mit eigenem Server</td><td><a href="https://yourdevice.ch/verlorenes-smartphone-orten-mit-find-my-device-ohne-google/">Gerät orten ohne Google</a></td></tr><tr><td>Google Drive für Fotos</td><td>Nextcloud oder Immich</td><td><a href="https://yourdevice.ch/android-backup-mit-nextcloud/">Android-Backup mit Nextcloud</a></td></tr><tr><td>Google Authenticator</td><td>Aegis</td><td><a href="https://yourdevice.ch/aegis-die-google-authenticator-alternative/">Aegis</a></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Gerätesuche gilt derselbe Gedanke wie beim Push: Ihr braucht einen Server, der die Standortmeldungen entgegennimmt. Auch den <a href="https://yourdevice.ch/find-my-device-server/">betreiben wir kostenlos</a>, damit dieser eine fehlende Baustein nicht den ganzen Umstieg blockiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ihr beim Umzug nicht verliert</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die häufigste Sorge vor dem Wechsel: „Und meine Bilder? Und die Kontakte? Und die zwölf Jahre WhatsApp?" Der Umzug ist gelöst, und zwar schriftlich. <a href="https://yourdevice.ch/daten-auf-customrom-mit-calyxos-grapheneos-uebertragen/">Daten auf ein CustomROM übertragen</a> deckt den Hauptteil ab, <a href="https://yourdevice.ch/kontakte-und-sms-auf-ein-custom-rom-uebertragenkontakte-und-sms-von-android-oder-iphone-auf-custom-rom-uebertragen/">Kontakte und SMS von Android oder iPhone übertragen</a> den Rest — auch von einem iPhone aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für danach: <a href="https://yourdevice.ch/android-customrom-lokal-sichern-und-wiederherstellen/">Ein CustomROM lokal sichern und wiederherstellen</a>. Macht das einmal, bevor ihr es braucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stufe 3: der Computer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Rechner ist der Hebel kleiner als beim Telefon — er ist nicht immer dabei und weiss weniger über euren Tagesablauf. Dafür ist der Umstieg technisch einfacher und leichter rückgängig zu machen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Linux, und für wen nicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Argumente stehen auf unserer Seite <a href="https://yourdevice.ch/warum-linux/">Warum Linux</a>. Die Kurzfassung: kein Telemetrie-Kanal, den ihr nicht abschalten könnt, keine Werbung im Startmenü, keine Konto-Pflicht — und ein zehn Jahre alter Laptop, der wieder benutzbar wird. Wie das aussieht, zeigt <a href="https://yourdevice.ch/alte-computer-mit-linux-wieder-fit-machen/">Alte Computer mit Linux wieder fit machen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich bleiben gehört dazu: Wer beruflich auf Adobe, bestimmte CAD-Programme oder eine Branchensoftware angewiesen ist, wird damit unter Linux keine Freude haben. Das ist ein Argument gegen Linux auf <em>diesem</em> Rechner, kein Argument gegen Linux. Ein zweiter, älterer Laptop für alles Private ist oft die bessere Lösung als ein halbherziger Komplettumstieg.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Welche Distribution — und erst einmal ausprobieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ihr irgendetwas installiert: <a href="https://yourdevice.ch/linux-online-ausprobieren/">Linux online ausprobieren</a> kostet nichts und braucht keinen USB-Stick. Danach hilft <a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-passt-zu-mir/">Welches Linux passt zu mir</a> bei der Auswahl, ausführlicher wird es in <a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-betriebssystem/">Welches Linux-Betriebssystem?</a>. Ob eure Hardware mitspielt, klärt <a href="https://yourdevice.ch/auf-welcher-hardware-laeuft-linux/">Auf welcher Hardware läuft Linux</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den eigentlichen Wechsel gibt es einen Leitfaden von vorne bis hinten: <a href="https://yourdevice.ch/umstieg-von-windows-auf-linux-ein-leitfaden-fuer-anfaenger/">Umstieg von Windows auf Linux</a>. Und die Frage, die immer als erste kommt, ist dort auch beantwortet: <a href="https://yourdevice.ch/braucht-linux-einen-virenschutz/">Braucht Linux einen Virenschutz?</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Festplatte verschlüsseln</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Punkt, der gegen die realistischste Bedrohung hilft: einen gestohlenen oder liegengelassenen Laptop. Ohne Verschlüsselung ist die Anmeldung am System nur eine Tür in einem Haus ohne Wände — die Platte lässt sich ausbauen und an einem anderen Rechner auslesen. Was LUKS ist und wann es sich lohnt, steht in <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-luks-und-wann-sollte-ich-meine-festplatte-verschluesseln/">Was ist LUKS</a>, das nachträgliche Verschlüsseln in <a href="https://yourdevice.ch/linux-home-ordner-mit-luks-verschluesseln/">Home-Ordner nachträglich verschlüsseln</a>. Für einzelne Container und für Windows-Rechner gibt es <a href="https://yourdevice.ch/veracrypt-unter-linux-installieren-und-nutzen/">VeraCrypt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor jedem dieser Schritte gilt Stufe 1: erst das Backup, dann die Verschlüsselung. In dieser Reihenfolge, nicht andersherum. Für den Rückweg nach einem missglückten Update ist <a href="https://yourdevice.ch/systemwiederherstellung-unter-linux-mit-timeshift/">TimeShift</a> zuständig, für die regelmässige Sicherung <a href="https://yourdevice.ch/linux-pc-lokal-und-auf-nas-sichern/">Linux-PC lokal und auf NAS sichern</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stufe 4: Kommunikation</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Messenger: der Inhalt ist längst nicht das Problem</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Fast alle grossen Messenger verschlüsseln die Inhalte inzwischen. Das ist gut und lenkt gleichzeitig von der eigentlichen Frage ab: Wer redet wann wie lange mit wem? Diese Metadaten sagen mehr aus als die meisten Gespräche selbst, und sie sind nicht verschlüsselt. Warum das so ist, steht in <a href="https://yourdevice.ch/metadaten-bei-messengern-was-nachrichten-ueber-euch-verraten/">Metadaten bei Messengern</a> — der wichtigste Artikel in diesem Abschnitt, auch wenn er der unbequemste ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei WhatsApp kommt hinzu, dass die Verschlüsselung weniger verspricht, als der Werbetext nahelegt; wir haben das in <a href="https://yourdevice.ch/warum-whatsapps-verschluesselung-eine-verarsche-ist/">Warum WhatsApps Verschlüsselung eine Verarsche ist</a> auseinandergenommen, und inzwischen beschäftigt die Frage auch <a href="https://yourdevice.ch/whatsapp-verschluesselung-klage-2026/">ein Gericht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch heisst das: Signal ist für die meisten der vernünftige Kompromiss — gute Verschlüsselung, wenig gespeicherte Metadaten, und alle Bekannten sind mit einer Rufnummer erreichbar. Wer die Rufnummer nicht hergeben will, landet bei Matrix, das ohne Telefonnummer auskommt und auf beliebigen Servern läuft. Wir betreiben einen <a href="https://yourdevice.ch/oeffentlicher-matrix-chatserver/">öffentlichen Matrix-Server</a> samt <a href="https://yourdevice.ch/element-web-server/">Weboberfläche</a>; wie ihr dazukommt, steht auf unserer <a href="https://yourdevice.ch/chat/">Chat-Seite</a>. Dieselbe Logik in gross erklärt <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-das-fediverse-und-welche-vorteile-hat-es/">Was ist das Fediverse</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">E-Mail</h3>



<p class="wp-block-paragraph">E-Mail ist alt, offen und wird das bleiben. Ein Anbieterwechsel bringt trotzdem einiges — unsere Übersicht der <a href="https://yourdevice.ch/die-besten-5-privatspaehre-orientierten-email-anbieter/">fünf privatsphäreorientierten Anbieter</a> nennt die Kandidaten und ihre Haken. Wichtig zu wissen: Verschlüsselt ist damit die Verbindung und die Ablage beim Anbieter, nicht die Mail selbst. Dafür braucht es <a href="https://yourdevice.ch/emails-mit-openpgp-verschluesseln/">OpenPGP</a>, auf dem Telefon entsprechend <a href="https://yourdevice.ch/android-mails-mit-openpgp-verschluesseln/">so</a>. Das lohnt sich für einzelne Empfänger, nicht für den ganzen Posteingang — und wer es benutzt, braucht ein Gegenüber, das mitmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Programm empfehlen wir <a href="https://yourdevice.ch/thunderbird-mail-kennen-lernen-und-einrichten/">Thunderbird</a> auf dem Rechner und <a href="https://yourdevice.ch/k-9-mail-app-einrichtung-und-anwendung/">K-9 Mail</a> auf dem Telefon. Für Anmeldungen bei Diensten, denen ihr nicht traut, haben wir einen <a href="https://yourdevice.ch/trash-mail-service/">Wegwerf-Mail-Dienst</a> — mit einer wichtigen Einschränkung, die dort auch steht: Diese Postfächer sind öffentlich lesbar, sobald jemand die Adresse kennt. Für Newsletter und Einmal-Registrierungen gut, für alles andere nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Videokonferenz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für Besprechungen ohne Konto und ohne Installation gibt es Jitsi Meet. Unseren Server könnt ihr <a href="https://yourdevice.ch/jitsi-meet-server/">ohne Anmeldung benutzen</a>: Link erzeugen, verschicken, fertig. Das ist der Punkt, an dem die meisten merken, dass „datenschutzfreundlich" nicht zwangsläufig „umständlich" heisst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">VPN und Tor: was sie leisten und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Werkzeuge werden häufiger empfohlen als verstanden, und sie stehen hier bewusst nicht in Stufe 1. Sie lösen ein eng umrissenes Problem sehr gut und alle anderen Probleme gar nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="602" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-1024x602.png" alt="Vergleichstabelle mit sechs Fragen und drei Spalten: ohne Schutz, mit VPN und mit Tor Browser. Grüne Haken stehen für gut für die Privatsphäre, rote Kreuze für unverändert offen. Ohne Schutz sieht der Internetanbieter alle aufgerufenen Adressen; mit VPN sieht sie stattdessen der VPN-Dienst; nur beim Tor Browser kennt keine einzelne Stelle gleichzeitig Herkunft und Ziel. In allen drei Spalten rot ist die Zeile, ob ihr trotzdem erkannt bleibt, wenn ihr angemeldet seid. Die Grafik zeigt, dass ein VPN Vertrauen verschiebt statt Anonymität zu erzeugen." class="wp-image-22502" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-1024x602.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-300x177.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-768x452.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-1536x904.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-2048x1205.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/vpn-tor-vergleich-500x294.png 500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ein VPN verschiebt Vertrauen, es erzeugt keine Anonymität</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein VPN sorgt dafür, dass euer Internetanbieter nicht mehr sieht, welche Seiten ihr aufruft. Stattdessen sieht es der VPN-Anbieter. Das ist ein Tausch, kein Zugewinn — und ob er sich lohnt, hängt allein davon ab, wem ihr weniger traut. Die ausführliche Fassung steht in <a href="https://yourdevice.ch/bin-ich-mit-einem-vpn-anonym/">Bin ich mit einem VPN anonym?</a>. Kurz: nein. Wer bei Google angemeldet surft, ist mit VPN genau so identifiziert wie ohne, nur mit anderer IP-Adresse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sinnvoll ist ein VPN im fremden WLAN, gegen die Auswertung durch den eigenen Anbieter und für den Zugriff auf das eigene Netz von unterwegs. Und für diesen letzten Zweck — den mit Abstand häufigsten — braucht ihr gar keinen Anbieter, sondern einen eigenen Server: <a href="https://yourdevice.ch/schnell-und-einfach-einen-wireguard-vpn-betreiben/">Wireguard betreiben</a> oder, wenn ein NAS im Haus steht, <a href="https://yourdevice.ch/eigener-vpn-server-mit-synology/">den VPN-Server auf der Synology</a>. Dann führt der Tunnel nach Hause statt zu einer Firma, deren Werbeversprechen niemand prüfen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tor</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Tor löst das Problem, das ein VPN nicht löst: Es gibt keine einzelne Stelle, die gleichzeitig weiss, wer ihr seid und was ihr aufruft. Wie das funktioniert, steht in <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-das-tor-netzwerk-und-welche-moeglichkeiten-bietet-es-uns/">Was ist das Tor-Netzwerk</a>. Den <a href="https://www.torproject.org/download/">Tor Browser</a> gibt es für Windows, macOS, Linux und Android; für iOS verweist das Projekt auf den Onion Browser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehrliche Teil: Tor ist langsam, manche Seiten sperren es aus, und es ist kein Zauber. Unsere <a href="https://yourdevice.ch/die-bka-timing-attacke-auf-tor-eine-technische-einordnung/">technische Einordnung der BKA-Timing-Attacke</a> zeigt, wo die Grenzen liegen — und auch, dass die Berichterstattung dazu deutlich dramatischer war als der Sachverhalt. Für Recherche, für Themen, bei denen euch niemand über die Schulter schauen soll, und für den Zugang zu gesperrten Inhalten ist Tor das richtige Werkzeug. Zum täglichen Einkaufen nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tor auf dem Smartphone: Orbot und der Tor Browser</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Android gibt es zwei Wege. Der Tor Browser leitet nur den Browser durch das Netz. <a href="https://orbot.app/en/download/">Orbot</a> geht weiter und legt sich als Tunnel vor das ganze Gerät oder wahlweise vor einzelne Apps — die Anleitung dazu steht in <a href="https://yourdevice.ch/orbot-daten-ueber-das-tor-netzwerk-verschluesseln/">Orbot: Daten über das Tor-Netzwerk verschlüsseln</a>. Wie ihr einzelne Messenger hindurchschickt, zeigt <a href="https://yourdevice.ch/telegram-signal-oder-whatsapp-ueber-das-tor-netzwerk-nutzen/">Telegram, Signal oder WhatsApp über Tor</a>. Auf Linux macht <a href="https://yourdevice.ch/oniux-kernel-level-tor-isolation-fuer-jede-linux-app/">Oniux</a> dasselbe für einzelne Programme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Warnung, die viel Ärger erspart: Ein Konto, das euren Namen trägt, bleibt euer Konto — auch über Tor. Was das für die üblichen Plattformen bedeutet, steht in <a href="https://yourdevice.ch/kann-ich-sozial-media-anonym-benutzen/">Kann ich Social Media anonym benutzen?</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der NAS, den ihr vielleicht schon habt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstaunlich viele, die uns schreiben, haben bereits ein NAS im Keller stehen — meistens eine Synology. Das ist ein guter Ausgangspunkt und gleichzeitig das Gerät, bei dem am häufigsten etwas schiefliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Dinge, in dieser Reihenfolge. Erstens: <a href="https://yourdevice.ch/synology-2-faktor-authentifizierung-einrichten/">Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten</a>. Ein NAS-Login, das aus dem Internet erreichbar ist und nur ein Passwort hat, wird angegriffen — nicht vielleicht, sondern täglich und automatisiert. Zweitens: Das Verwaltungsinterface gehört nicht ins offene Internet. Nehmt stattdessen einen <a href="https://yourdevice.ch/eigener-vpn-server-mit-synology/">VPN-Zugang</a>, dann ist das NAS von unterwegs erreichbar, ohne dass es die halbe Welt anschauen kann. Wer eine feste Adresse dafür braucht, findet sie in <a href="https://yourdevice.ch/dyndns-adresse-fuer-synology-nas-einrichten/">DynDNS für Synology</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens: <a href="https://yourdevice.ch/externes-backup-synology-nas-erstellen/">Ein externes Backup</a>. Ein NAS ist kein Backup, auch nicht mit RAID — RAID schützt gegen eine kaputte Platte, nicht gegen Verschlüsselungstrojaner, Blitzschlag oder eine versehentlich gelöschte Ordnerstruktur. Viertens, wenn ihr Lust habt: <a href="https://yourdevice.ch/nextcloud-27-auf-synology-dsm-7-2-installieren/">Nextcloud auf der Synology</a>. Damit ersetzt ein Gerät, das ihr schon habt, Google Drive, den Kalender und die Kontaktsynchronisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die weiter aufteilen wollen: <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-vlan-beispiele/">VLANs</a> trennen das Heimnetz in Bereiche, sodass der smarte Fernseher nicht im selben Segment sitzt wie die Buchhaltung. <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-eine-firewall/">Was ist eine Firewall</a> liefert die Grundlagen dazu. Und wenn Daten trotz allem bei einem Cloud-Anbieter liegen müssen, hilft <a href="https://yourdevice.ch/daten-in-der-cloud-verschluesseln/">Daten in der Cloud verschlüsseln</a>: Was verschlüsselt hochgeht, ist dem Anbieter egal.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Selber hosten oder nutzen, was schon läuft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle kommt bei fast allen dieselbe Frage: Muss ich dafür jetzt einen Server betreiben? Nein. Es gibt drei Wege, und sie lassen sich beliebig mischen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weg eins: benutzen, was bei uns schon läuft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wir betreiben über zwanzig Dienste auf eigenen Servern, überwiegend in der Schweiz, und sie sind kostenlos nutzbar — für Kundschaft wie für Leser. Die vollständige Liste steht auf <a href="https://yourdevice.ch/unsere-server-fuer-mehr-privatspaehre/">Unsere Server für mehr Privatsphäre</a>. Die für den Einstieg nützlichsten haben wir oben schon genannt; hier der Überblick.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/nextcloud-free-4gb/">Nextcloud</a> — Dateien, Kalender, Kontakte und Aufgaben. 4 GB für Leser, 10 GB für Kundschaft.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/immich-private-foto-video-cloud/">Immich</a> — Foto- und Videocloud mit automatischem Upload vom Telefon, 3 GB gratis.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/vaultwarden-passwort-manager/">Vaultwarden</a> — Passwortmanager, kompatibel mit den Bitwarden-Apps.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/free-dns-server/">Freier DNS-Server</a> — verschlüsselt, mit Filterlisten.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/unified-push-server/">UnifiedPush</a> und <a href="https://yourdevice.ch/mollysocket-server/">MollySocket</a> — Benachrichtigungen ohne Google.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/find-my-device-server/">Find My Device</a> — Gerätesuche ohne Google-Konto.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/jitsi-meet-server/">Jitsi Meet</a> — Videokonferenz ohne Anmeldung.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/oeffentlicher-matrix-chatserver/">Matrix-Chatserver</a> — Messenger ohne Telefonnummer.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/clientseitige-dateien-verschluesslung/">Dateiverschlüsselung im Browser</a> — verschlüsseln, bevor etwas irgendwo hochgeht.</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/linkwarden-datenschutzfreundliche-loesung-zur-lesezeichen-verwaltung/">Linkwarden</a> für Lesezeichen und ein <a href="https://yourdevice.ch/multi-translator-frontend/">Übersetzer-Frontend</a> ohne Konto.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für die meisten dieser Dienste braucht ihr weder ein Konto noch eine Anmeldung bei uns; bei Nextcloud, dem Chatserver und einigen weiteren geht es nicht ohne. Wir verlangen dafür nichts und wir wollen dafür auch nichts — ausser vielleicht, dass ihr uns Bescheid gebt, wenn etwas nicht läuft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weg zwei: selbst hosten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Kontrolle wirklich will, betreibt die Dienste selbst — auf einem Mini-PC, einem Raspberry Pi oder dem NAS, das ohnehin schon läuft. Was Nextcloud ist und was es ersetzt, erklärt unsere Seite <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-nextcloud/">Was ist Nextcloud</a>. Der übliche Unterbau dafür ist Docker, und den Einstieg dazu liefert <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/">Docker Basics</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Dinge braucht ihr fast immer. Erstens einen Reverse Proxy, damit die Dienste unter ordentlichen Adressen und mit gültigen Zertifikaten erreichbar sind: <a href="https://yourdevice.ch/caddy-reverse-proxy-einrichten/">Caddy einrichten</a>. Zweitens eine Aufgabenplanung, die euch meldet, wenn eine Sicherung nicht durchgelaufen ist — dafür haben wir gerade erst <a href="https://yourdevice.ch/systemd-timer-statt-cronjob/">systemd-Timer statt Cronjob</a> geschrieben. Und wenn ihr schon dabei seid, den Papierkram gleich mit: <a href="https://yourdevice.ch/paperless-ngx-einrichten/">Paperless-ngx einrichten</a> macht aus dem Ordner mit den Rechnungen ein durchsuchbares Archiv, das im Haus bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlicherweise gehört dazu: Selbst hosten heisst, dass ihr ab jetzt der Systemadministrator seid. Updates, Backups, ein Dienst, der um drei Uhr nachts stehenbleibt. Das ist machbar und für viele sogar unterhaltsam — aber es ist eine Verpflichtung und kein einmaliger Nachmittag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weg drei: einrichten lassen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr das Ergebnis wollt, aber nicht den Weg dorthin, machen wir das. Was wir installieren und wie das abläuft, steht auf <a href="https://yourdevice.ch/open-source-services-fuer-euer-zuhause-oder-euer-unternehmen/">Open-Source-Services für euer Zuhause oder euer Unternehmen</a> — von der Beratung über die Hardware bis zur Einweisung, für Privathaushalte wie für kleinere Betriebe, vor Ort oder aus der Ferne. Der praktische Vorteil des Wegs: Ihr könnt sämtliche Dienste vorher auf unseren Servern ausprobieren und erst danach entscheiden, was ihr davon bei euch stehen haben wollt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Bitte in eigener Sache: Für persönliche Einrichtungsfragen per Mail fehlt uns schlicht die Zeit — es sind zu viele. Was es dafür gibt, ist unser <a href="https://yourdevice.ch/chat/">Chatserver</a>, und der funktioniert erfahrungsgemäss besser als eine Mail an uns: Dort sitzen Leute, die dieselbe Umstellung vor sechs Monaten hinter sich gebracht haben. Wir sind auch dort unterwegs.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Fehler, die wir am häufigsten sehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alles auf einmal.</strong> Neues Telefon, neues Betriebssystem, neuer Messenger, neuer Mailanbieter, alles an einem Wochenende. Danach funktioniert irgendetwas nicht, und weil vier Dinge gleichzeitig neu sind, findet niemand mehr heraus, welches. Eine Sache pro Woche reicht völlig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das VPN zuerst.</strong> Es ist die sichtbarste Massnahme und deshalb die beliebteste. Nur ändert sie am wenigsten, solange die Grundlagen fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Werbung glauben statt nachschauen.</strong> „Datenschutzfreundlich" ist keine geschützte Bezeichnung und kostet in der Herstellung genau nichts. Unsere Artikel zu <a href="https://yourdevice.ch/warum-murenas-e-os-eine-mogelpackung-ist/">/e/OS</a> und <a href="https://yourdevice.ch/vollaos-datenschutz-marketing-vs-technische-realitaet/">VollaOS</a> zeigen den Unterschied zwischen Versprechen und Nachprüfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein Rückweg eingeplant.</strong> Bevor ihr ein Telefon neu aufsetzt oder eine Platte verschlüsselt: Backup, und einmal testweise zurückgeholt. Wer diesen Schritt überspringt, spart zwanzig Minuten und riskiert einen Abend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die eigenen Leute vergessen.</strong> Der beste Messenger nützt nichts, wenn niemand aus eurem Umfeld ihn benutzt. Rechnet damit, dass ihr zwei Anwendungen parallel führt — das ist kein Scheitern, sondern der Normalfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Perfektion als Ziel.</strong> Es gibt kein vollständig spurenfreies digitales Leben, jedenfalls keines, in dem sich noch angenehm leben lässt. Achtzig Prozent weniger Datenspur bei zwanzig Prozent Aufwand ist ein hervorragendes Ergebnis. Wer die letzten zwanzig Prozent erzwingen will, hört meistens ganz auf — und landet wieder bei hundert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Womit ihr diese Woche anfangt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alles, sondern das hier. Vier Abende, verteilt über eine Woche, und ihr habt den grössten Teil der Wirkung mitgenommen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Abend 1 — Passwörter.</strong> Passwortmanager einrichten, Hauptpasswort festlegen, die zehn wichtigsten Konten umstellen: Mail zuerst, dann Bank, dann der Rest. Die restlichen dreissig macht ihr nebenbei, immer wenn ihr euch irgendwo anmeldet.</li>



<li><strong>Abend 2 — zweiter Faktor und DNS.</strong> Aegis installieren und bei Mail und Bank den zweiten Faktor einschalten. Danach die DNS-Verschlüsselung auf Telefon und Rechner setzen. Zusammen gut eine Stunde.</li>



<li><strong>Abend 3 — Backup.</strong> Einen Sicherungsplan aufsetzen und, das ist der eigentliche Punkt, einmal eine Datei daraus zurückholen. Erst dann habt ihr ein Backup und nicht nur ein Programm.</li>



<li><strong>Abend 4 — Browser.</strong> Firefox mit wenigen, ausgewählten Erweiterungen einrichten, Suchmaschine wechseln, Container für die grossen Plattformen anlegen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Danach, in Ruhe und in dieser Reihenfolge: das Smartphone, dann der Rechner, dann die Kommunikation. Und wenn ihr wissen wollt, ob sich der Umstieg auf ein anderes Telefon oder auf Linux für euch überhaupt lohnt, ist unser <a href="https://yourdevice.ch/faq/">FAQ</a> der schnellste Weg zu einer Antwort — dort stehen die neunundzwanzig Fragen, die Umsteiger tatsächlich stellen, jeweils mit der passenden Anleitung dahinter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Privatsphäre ist eine Reihenfolge, kein Produkt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keinen Kauf, der diese Frage erledigt, und keine App, nach deren Installation ihr fertig seid. Es gibt eine Handvoll Gewohnheiten, ein paar Werkzeuge und die Bereitschaft, alle paar Monate einen weiteren Schritt zu machen. Das ist die unspektakuläre Wahrheit hinter einem Thema, zu dem sehr viel spektakulär geschrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht daran ist, dass der grösste Teil des Gewinns am Anfang steht. Passwortmanager, zweiter Faktor, verschlüsseltes DNS und ein Backup, das funktioniert — das ist ein Abend Arbeit und bringt mehr als jedes VPN-Abo. Der Rest darf dauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch etwas: Ihr müsst das nicht allein machen und ihr müsst es nicht perfekt machen. Jeder Dienst, den ihr nicht mehr benutzt, ist ein Profil, das nicht weiterwächst. Das zählt auch dann, wenn drei andere noch laufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ratgeber ist bewusst als Verteiler gebaut. Hier alles noch einmal nach Thema sortiert, damit ihr diesen Abschnitt allein weitergeben könnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum überhaupt</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/infozentrale/">Infozentrale</a> — die Ausgangslage</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/der-cloud-act-eure-daten-und-amerikanische-software/">Der CLOUD Act</a> und <a href="https://yourdevice.ch/fisa-section-702-das-unsichtbare-netz-der-us-massenueberwachung/">FISA Section 702</a> — warum der Serverstandort allein nichts sagt</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/palantir-die-sehsteine-der-usa-in-europa/">Palantir, die Sehsteine der USA in Europa</a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Stufe 1: Grundlagen</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/online-sicherheit-mit-bitwarden-passwortmanager-optimieren/">Passwortmanager Bitwarden</a> · <a href="https://github.com/dani-garcia/vaultwarden/blob/main/README.md">Vaultwarden (Projekt)</a> · <a href="https://yourdevice.ch/vaultwarden-passwort-manager/">unser Vaultwarden</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/aegis-die-google-authenticator-alternative/">Aegis als zweiter Faktor</a> · <a href="https://yourdevice.ch/passkeys-vor-und-nachteile/">Passkeys: Vor- und Nachteile</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/die-besten-extensions-fuer-den-firefox-browser/">Firefox-Erweiterungen</a> · <a href="https://yourdevice.ch/firefox-browser-absichern-mit-app-armor-und-user-js/">Firefox härten</a> · <a href="https://yourdevice.ch/browser-fingerprinting-und-privatspaehre-weniger-plugins-sind-besser/">Browser-Fingerprinting</a> · <a href="https://yourdevice.ch/multi-account-containers-fuer-firefox/">Multi-Account-Container</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/die-5-besten-alternativen-zur-google-suchmaschine/">Suchmaschinen-Alternativen</a> · <a href="https://yourdevice.ch/sammelt-mozilla-daten-oder-zensiert-duckduckgo/">Mozilla und DuckDuckGo eingeordnet</a> · <a href="https://yourdevice.ch/google-fonts-und-die-heimliche-datensammlung-mit-schriftarten/">Google Fonts</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/dns-verschluesselung-auf-linux-android-und-windows/">DNS verschlüsseln</a> · <a href="https://yourdevice.ch/free-dns-server/">unser DNS-Server</a> · <a href="https://yourdevice.ch/pi-hole-auf-dem-raspberry-pi-4/">Pi-hole</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-gutes-backup/">Die 3-2-1-Regel</a> · <a href="https://yourdevice.ch/betrugs-pishing-mails-und-sms-identifizieren/">Phishing erkennen</a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Stufe 2: Smartphone</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/googlefreie-smartphones/">Googlefreie Smartphones</a> · <a href="https://yourdevice.ch/welches-customrom/">Welches CustomROM?</a> · <a href="https://yourdevice.ch/kompatibilitaetsliste-custom-roms/">Kompatibilitätsliste</a></li>



<li><a href="https://grapheneos.org/faq">GrapheneOS FAQ</a> · <a href="https://yourdevice.ch/der-grapheneos-einsteiger-guide-einrichtung-anwendung/">GrapheneOS-Guide</a> · <a href="https://yourdevice.ch/hat-google-zugriff-auf-pixel-phones-mit-grapheneos/">Hat Google Zugriff?</a></li>



<li><a href="https://calyxos.org/docs/guide/device-support/">CalyxOS Geräteliste</a> · <a href="https://yourdevice.ch/der-einsteiger-guide-auf-calyxos-einrichtung-und-anwendung/">CalyxOS-Guide</a></li>



<li>Nicht empfohlen, mit Begründung: <a href="https://yourdevice.ch/warum-murenas-e-os-eine-mogelpackung-ist/">/e/OS</a> · <a href="https://yourdevice.ch/vollaos-datenschutz-marketing-vs-technische-realitaet/">VollaOS</a></li>



<li>Beim Gerät bleiben: <a href="https://yourdevice.ch/privatsspahre-auf-android-schutzen/">Privatsphäre auf Android</a> · <a href="https://yourdevice.ch/workshop-android-zaehmen-debloating-und-firewalling-teil-1/">Android zähmen</a> · <a href="https://yourdevice.ch/android-open-source-firewall-rethink/">ReThink-Firewall</a> · <a href="https://yourdevice.ch/wlan-wifi-tracking-unterbinden/">WLAN-Tracking</a></li>



<li>Apps: <a href="https://f-droid.org/en/about/">F-Droid (Projekt)</a> · <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-installation-und-anwendung/">F-Droid einrichten</a> · <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-sicherheitsbedenken-und-aktuelle-probleme/">F-Droid: Sicherheitsbedenken</a> · <a href="https://yourdevice.ch/aurora-store-installation-und-anwendung/">Aurora Store</a> · <a href="https://yourdevice.ch/obtainium-der-universelle-app-store/">Obtainium</a> · <a href="https://yourdevice.ch/die-besten-android-open-source-apps/">Die besten Open-Source-Apps</a> · <a href="https://yourdevice.ch/android-entwickler-verifizierung-euer-geraet-ist-egal/">Entwickler-Verifizierung</a></li>



<li>Push: <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-google-push-und-welche-bedenken-ergeben-sich-daraus/">Was ist Google Push</a> · <a href="https://yourdevice.ch/signal-fork-molly-foss-mit-unified-push/">Molly FOSS</a> · <a href="https://yourdevice.ch/element-messenger-ohne-google-push-verwenden/">Element ohne Google Push</a></li>



<li>Umzug: <a href="https://yourdevice.ch/daten-auf-customrom-mit-calyxos-grapheneos-uebertragen/">Daten übertragen</a> · <a href="https://yourdevice.ch/kontakte-und-sms-auf-ein-custom-rom-uebertragenkontakte-und-sms-von-android-oder-iphone-auf-custom-rom-uebertragen/">Kontakte und SMS</a> · <a href="https://yourdevice.ch/android-customrom-lokal-sichern-und-wiederherstellen/">Lokale Sicherung</a> · <a href="https://yourdevice.ch/android-backup-mit-nextcloud/">Backup mit Nextcloud</a></li>



<li>Ersatz-Apps: <a href="https://yourdevice.ch/organic-maps-die-osmand-und-google-maps-alternative/">Organic Maps</a> · <a href="https://yourdevice.ch/newpipe-die-datenschutzfreundliche-youtube-alternative/">NewPipe</a> · <a href="https://yourdevice.ch/verlorenes-smartphone-orten-mit-find-my-device-ohne-google/">Gerät orten ohne Google</a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Stufe 3: Computer</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/warum-linux/">Warum Linux</a> · <a href="https://yourdevice.ch/linux-online-ausprobieren/">Linux online ausprobieren</a> · <a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-passt-zu-mir/">Welches Linux passt zu mir</a> · <a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-betriebssystem/">Welches Linux-Betriebssystem?</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/umstieg-von-windows-auf-linux-ein-leitfaden-fuer-anfaenger/">Umstiegs-Leitfaden</a> · <a href="https://yourdevice.ch/auf-welcher-hardware-laeuft-linux/">Hardware</a> · <a href="https://yourdevice.ch/alte-computer-mit-linux-wieder-fit-machen/">Alte Rechner</a> · <a href="https://yourdevice.ch/braucht-linux-einen-virenschutz/">Virenschutz?</a></li>



<li>Verschlüsselung und Sicherung: <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-luks-und-wann-sollte-ich-meine-festplatte-verschluesseln/">LUKS</a> · <a href="https://yourdevice.ch/linux-home-ordner-mit-luks-verschluesseln/">Home-Ordner verschlüsseln</a> · <a href="https://yourdevice.ch/veracrypt-unter-linux-installieren-und-nutzen/">VeraCrypt</a> · <a href="https://yourdevice.ch/systemwiederherstellung-unter-linux-mit-timeshift/">TimeShift</a> · <a href="https://yourdevice.ch/linux-pc-lokal-und-auf-nas-sichern/">Sicherung auf NAS</a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Stufe 4: Kommunikation</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/metadaten-bei-messengern-was-nachrichten-ueber-euch-verraten/">Metadaten bei Messengern</a> · <a href="https://yourdevice.ch/warum-whatsapps-verschluesselung-eine-verarsche-ist/">WhatsApp-Verschlüsselung</a> · <a href="https://yourdevice.ch/whatsapp-verschluesselung-klage-2026/">der Gerichtsfall dazu</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/chat/">Unser Chatserver</a> · <a href="https://yourdevice.ch/oeffentlicher-matrix-chatserver/">Matrix-Server</a> · <a href="https://yourdevice.ch/element-web-server/">Element im Browser</a> · <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-das-fediverse-und-welche-vorteile-hat-es/">Was ist das Fediverse</a></li>



<li>E-Mail: <a href="https://yourdevice.ch/die-besten-5-privatspaehre-orientierten-email-anbieter/">Anbieterübersicht</a> · <a href="https://yourdevice.ch/emails-mit-openpgp-verschluesseln/">OpenPGP</a> · <a href="https://yourdevice.ch/android-mails-mit-openpgp-verschluesseln/">OpenPGP auf Android</a> · <a href="https://yourdevice.ch/thunderbird-mail-kennen-lernen-und-einrichten/">Thunderbird</a> · <a href="https://yourdevice.ch/k-9-mail-app-einrichtung-und-anwendung/">K-9 Mail</a> · <a href="https://yourdevice.ch/trash-mail-service/">Wegwerf-Mail</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/jitsi-meet-server/">Jitsi Meet ohne Konto</a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">VPN und Tor</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://yourdevice.ch/bin-ich-mit-einem-vpn-anonym/">Bin ich mit einem VPN anonym?</a> · <a href="https://yourdevice.ch/schnell-und-einfach-einen-wireguard-vpn-betreiben/">Wireguard selbst betreiben</a> · <a href="https://yourdevice.ch/eigener-vpn-server-mit-synology/">VPN auf der Synology</a></li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/was-ist-das-tor-netzwerk-und-welche-moeglichkeiten-bietet-es-uns/">Was ist das Tor-Netzwerk</a> · <a href="https://www.torproject.org/download/">Tor Browser (Projekt)</a> · <a href="https://yourdevice.ch/die-bka-timing-attacke-auf-tor-eine-technische-einordnung/">BKA-Timing-Attacke eingeordnet</a></li>



<li><a href="https://orbot.app/en/download/">Orbot (Projekt)</a> · <a href="https://yourdevice.ch/orbot-daten-ueber-das-tor-netzwerk-verschluesseln/">Orbot einrichten</a> · <a href="https://yourdevice.ch/telegram-signal-oder-whatsapp-ueber-das-tor-netzwerk-nutzen/">Messenger über Tor</a> · <a href="https://yourdevice.ch/oniux-kernel-level-tor-isolation-fuer-jede-linux-app/">Oniux unter Linux</a> · <a href="https://yourdevice.ch/kann-ich-sozial-media-anonym-benutzen/">Social Media anonym?</a></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">NAS, eigene Dienste und Einrichtung</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Synology: <a href="https://yourdevice.ch/synology-2-faktor-authentifizierung-einrichten/">Zwei-Faktor</a> · <a href="https://yourdevice.ch/dyndns-adresse-fuer-synology-nas-einrichten/">DynDNS</a> · <a href="https://yourdevice.ch/externes-backup-synology-nas-erstellen/">externes Backup</a> · <a href="https://yourdevice.ch/nextcloud-27-auf-synology-dsm-7-2-installieren/">Nextcloud auf der Synology</a></li>



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<li>Selbst hosten: <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-nextcloud/">Was ist Nextcloud</a> · <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/">Docker Basics</a> · <a href="https://yourdevice.ch/caddy-reverse-proxy-einrichten/">Caddy</a> · <a href="https://yourdevice.ch/systemd-timer-statt-cronjob/">systemd-Timer</a> · <a href="https://yourdevice.ch/paperless-ngx-einrichten/">Paperless-ngx</a></li>



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		<title>systemd-Timer statt Cronjob: einrichten und überwachen</title>
		<link>https://yourdevice.ch/systemd-timer-statt-cronjob/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 10:39:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Backup]]></category>
		<category><![CDATA[Problembehebung]]></category>
		<category><![CDATA[selfhosting]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>systemd-Timer statt Cronjob: Service- und Timer-Unit anlegen, OnCalendar verstehen, Timer prüfen und bei Fehlern automatisch benachrichtigt werden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Cronjob, der nicht mehr läuft, meldet sich nicht. Er verschwindet einfach aus eurem Leben, und ihr merkt es an dem Tag, an dem ihr die Sicherung braucht. Genau dieses Loch schliessen <strong>systemd-Timer</strong>: Sie bringen die geplante Aufgabe in dieselbe Verwaltung wie jeden anderen Dienst, mit Statusabfrage, Logbuch und – der eigentliche Gewinn – einem Alarm, wenn etwas schiefgeht. Diese Anleitung baut einen solchen Timer von Grund auf, erklärt die Zeitsyntax und hängt am Ende eine Push-Benachrichtigung dran.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild-1024x573.png" alt="Dunkles Titelbild mit dem Schriftzug „systemd-Timer statt Cronjob&quot; und einem Terminalfenster darunter. Darin steht der Befehl systemctl list-timers backup-home.timer und seine Ausgabe mit den Spalten NEXT, LEFT, UNIT und ACTIVATES: Do 2026-09-03 02:14, 19h left, backup-home.timer, backup-home.service. Das Bild zeigt, dass ein systemd-Timer den nächsten Ausführungszeitpunkt und den zugehörigen Dienst jederzeit abfragbar macht." class="wp-image-22493" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild-1024x573.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild-300x168.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild-768x430.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild-1536x860.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild-500x280.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-statt-cronjob-titelbild.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Warum systemd-Timer den Cronjob ablösen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cron macht genau eine Sache: Es startet zur eingetragenen Zeit einen Befehl. Was danach passiert, interessiert es nicht. Läuft der Befehl auf einen Fehler, landet die Ausgabe im besten Fall in einer lokalen Mail, die niemand liest, und im schlechteren Fall in <code>/dev/null</code>, weil das jemand vor drei Jahren so eingetragen hat, damit das Log nicht zuläuft. Wie diese Umleitung funktioniert, haben wir in <a href="https://yourdevice.ch/stdout-stderr-und-dev-null-die-wichtigsten-linux-datenstroeme-verstaendlich-erklaert/">stdout, stderr und /dev/null</a> auseinandergenommen – bei Cron ist sie der häufigste Grund, warum ein Fehlschlag unbemerkt bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr Cron bisher klassisch benutzt habt, etwa für die Hintergrundaufgaben einer Nextcloud, kennt ihr die Bedienung aus unserer Anleitung <a href="https://yourdevice.ch/cronjob-fuer-eure-nextcloud-erstellen/">Cronjob für Eure Nextcloud erstellen</a>. Alles, was dort steht, funktioniert weiterhin. Es gibt nur eben inzwischen einen zweiten Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Amazon ist dabei am deutlichsten geworden. In der Dokumentation zu Amazon Linux 2023 steht schwarz auf weiss: <em>„In AL2023, <code>cronie</code> is not included by default. Therefore, support for <code>crontab</code> is no longer provided by default."</em> Und weiter: <em>„We recommend that you migrate to <code>systemd</code> timers due to the added functionality provided by <code>systemd</code>."</em> Nachzulesen in der <a href="https://docs.aws.amazon.com/linux/al2023/ug/cron.html">AL2023-Dokumentation zu Cron</a>. Auf Debian, Ubuntu und Mint ist Cron weiterhin installiert – aber ein wachsender Teil der Systemwartung läuft dort ohnehin schon über Timer-Units, ohne dass es jemand gemerkt hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der praktische Unterschied lässt sich in eine Tabelle packen:</p>



<figure class="wp-block-table"><table><thead><tr><th>Punkt</th><th>Cron</th><th>systemd-Timer</th></tr></thead><tbody><tr><td>Ausgabe und Fehler</td><td>Mail oder nirgendwo</td><td>immer im Journal, abfragbar mit <code>journalctl -u</code></td></tr><tr><td>Status abfragen</td><td>nicht vorgesehen</td><td><code>systemctl status</code>, <code>systemctl list-timers</code></td></tr><tr><td>Verpasster Termin</td><td>fällt aus, ausser mit anacron</td><td><code>Persistent=true</code> holt ihn nach</td></tr><tr><td>Alle Jobs gleichzeitig</td><td>Lastspitze zur vollen Stunde</td><td><code>RandomizedDelaySec=</code> verteilt sie</td></tr><tr><td>Fehler melden</td><td>selbst bauen</td><td><code>OnFailure=</code> startet eine beliebige Unit</td></tr><tr><td>Rechte, Limits, Isolation</td><td>über das Skript</td><td>über die Unit selbst</td></tr><tr><td>Syntax prüfen</td><td>Rätselraten</td><td><code>systemd-analyze calendar</code></td></tr><tr><td>Aufwand</td><td>eine Zeile</td><td>zwei Dateien</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzte Zeile ist der ehrliche Teil. Wer alle fünf Minuten ein Einzeiler-Skript anstossen will und sonst nichts, ist mit Cron schneller fertig. Für alles, dessen Ausfall wehtut – Sicherungen, Zertifikatserneuerungen, Datenbankpflege – lohnt sich der Mehraufwand ab dem ersten stillen Fehlschlag.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Voraussetzungen und eine Vorwarnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr braucht ein System mit systemd. Das trifft auf Debian, Ubuntu, Linux Mint, Fedora, openSUSE und Arch zu, also auf praktisch alles, was auf dieser Seite sonst behandelt wird. Prüfen lässt sich das mit:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>systemctl --version</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Für Units im Systemkontext braucht ihr Root-Rechte. Alle folgenden Befehle mit <code>sudo</code> setzen voraus, dass euer Benutzer das darf. Wer sich bei Benutzern, Gruppen und Rechten unsicher ist, findet die Grundlagen in <a href="https://yourdevice.ch/linux-gruppen-und-berechtigungen-einfach-erklaert/">Linux Gruppen und Berechtigungen einfach erklärt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wichtig:</strong> Legt eigene Units immer unter <code>/etc/systemd/system/</code> ab, niemals unter <code>/lib/systemd/system/</code> oder <code>/usr/lib/systemd/system/</code>. Das zweite Verzeichnis gehört der Paketverwaltung, und das nächste Update überschreibt eure Datei kommentarlos.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die zwei Dateien: eine Service-Unit und eine Timer-Unit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein systemd-Timer führt selbst nichts aus. Er ist ausschliesslich der Wecker; die Arbeit macht eine Service-Unit. Die Handbuchseite <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.timer.5.en.html">systemd.timer(5)</a> beschreibt die Zuordnung so: Ein Timer namens <code>foo.timer</code> aktiviert standardmässig die Unit <code>foo.service</code>, also den gleichen Namen mit anderer Endung. Solange ihr beide Dateien gleich benennt, müsst ihr die Verbindung nirgends eintragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als durchgehendes Beispiel dient eine nächtliche Sicherung des Home-Verzeichnisses. Das eigentliche Skript liege unter <code>/usr/local/bin/backup-home.sh</code> und sei ausführbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 1: Die Service-Unit anlegen</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/systemd/system/backup-home.service</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Inhalt:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>&#91;Unit]
Description=Naechtliche Sicherung des Home-Verzeichnisses
Wants=network-online.target
After=network-online.target

&#91;Service]
Type=oneshot
ExecStart=/usr/local/bin/backup-home.sh
User=mario
Nice=10
IOSchedulingClass=idle</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Zeilen verdienen eine Erklärung. <code>Type=oneshot</code> ist der Typ für Aufgaben, die anlaufen, ihre Arbeit tun und sich beenden. Laut <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.service.5.en.html">systemd.service(5)</a> betrachtet der Dienstmanager die Unit erst dann als gestartet, wenn der Hauptprozess sich beendet hat – <em>„the service manager will consider the unit up after the main process exits"</em>. Genau das wollt ihr hier, denn eine Sicherung ist fertig oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><code>User=mario</code> lässt das Skript unter eurem Benutzer laufen statt als Root – ersetzt den Namen, und lasst die Zeile weg, falls das Skript Root braucht. <code>Nice=10</code> und <code>IOSchedulingClass=idle</code> drängen den Job hinter interaktive Arbeit zurück; die Sicherung darf zehn Minuten länger dauern, wenn dafür niemand ruckelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehlt eine Zeile, die ihr aus Cron kennt: die Umleitung der Ausgabe. Die braucht es nicht. Alles, was das Skript auf stdout und stderr schreibt, landet ohne Zutun im Journal – so beschreibt es <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.exec.5.en.html">systemd.exec(5)</a> im Abschnitt zu Logging und Standard-Ein- und -Ausgabe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 2: Die Timer-Unit anlegen</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/systemd/system/backup-home.timer</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Inhalt:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>&#91;Unit]
Description=Startet die naechtliche Home-Sicherung

&#91;Timer]
OnCalendar=*-*-* 02:00:00
Persistent=true
RandomizedDelaySec=900
AccuracySec=1min

&#91;Install]
WantedBy=timers.target</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abschnitt <code>[Install]</code> mit <code>WantedBy=timers.target</code> ist der Grund, warum der Timer nach einem Neustart wieder da ist. Fehlt er, lässt sich die Unit zwar starten, aber nicht dauerhaft aktivieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 3: Einlesen und aktivieren</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now backup-home.timer</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><code>daemon-reload</code> lädt die Konfiguration des Dienstmanagers neu; laut <a href="https://manpages.debian.org/unstable/systemd/systemctl.1.en.html">systemctl(1)</a> werden dabei alle Unit-Dateien neu eingelesen und der gesamte Abhängigkeitsbaum neu aufgebaut. Ohne diesen Schritt kennt systemd eure Datei nicht. <code>enable --now</code> aktiviert die Unit und startet sie in einem Aufwasch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beachtet: Aktiviert wird der <strong>Timer</strong>, nicht der Service. Der Service bleibt inaktiv und wird vom Timer geweckt. Ein häufiger Anfängerfehler ist <code>systemctl enable backup-home.service</code> – damit läuft die Sicherung bei jedem Systemstart genau einmal und danach nie wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Testen lässt sich der Ablauf jederzeit, ohne auf zwei Uhr nachts zu warten:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl start backup-home.service
systemctl status backup-home.service</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die Grundkonstruktion fertig. Wie die drei beteiligten Units zusammenspielen – die dritte kommt weiter unten dazu – zeigt das folgende Schaubild.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="525" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-1024x525.png" alt="Schaubild mit drei Karten nebeneinander. Links backup-home.timer als Wecker mit den Einstellungen OnCalendar, Persistent und RandomizedDelaySec; ein Pfeil mit der Beschriftung „startet die Unit mit gleichem Namen&quot; führt zur mittleren Karte backup-home.service mit Type=oneshot und ExecStart, deren Ausgabe ins Journal geht; ein rot beschrifteter Pfeil „nur im Zustand failed, über OnFailure=&quot; führt zur rechten Karte alarm@.service, die eine Push-Nachricht verschickt. Die Grafik zeigt, dass nur der Timer aktiviert wird, der Dienst von ihm gestartet wird und die dritte Unit ausschliesslich bei einem Fehlschlag läuft." class="wp-image-22494" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-1024x525.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-300x154.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-768x394.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-1536x787.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-2048x1050.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/09/systemd-timer-unitkette-500x256.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">OnCalendar: die Zeitsyntax, die kein Cron-Format ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier liegt die grösste Umgewöhnung. <code>OnCalendar=</code> benutzt nicht die fünf Sternchen aus der Crontab, sondern eine eigene Schreibweise. Die Handbuchseite <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.time.7.en.html">systemd.time(7)</a> beschreibt das Format als <em>Wochentag Jahr-Monat-Tag Stunde:Minute:Sekunde</em>. Der Wochentag darf fehlen, das Datum ebenso; die Uhrzeit ist der Kern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Operatoren sind schnell erzählt. Ein Sternchen passt auf jeden Wert. Mehrere Werte werden mit Komma aufgezählt. Zwei Punkte bilden einen Bereich, etwa <code>Mon..Fri</code>. Der Schrägstrich bedeutet Wiederholung, also <code>*:0/15</code> für alle fünfzehn Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich gibt es Kurzformen, die die Handbuchseite ausdrücklich als Abkürzungen ausweist:</p>



<figure class="wp-block-table"><table><thead><tr><th>Kurzform</th><th>steht für</th></tr></thead><tbody><tr><td><code>minutely</code></td><td><code>*-*-* *:*:00</code></td></tr><tr><td><code>hourly</code></td><td><code>*-*-* *:00:00</code></td></tr><tr><td><code>daily</code></td><td><code>*-*-* 00:00:00</code></td></tr><tr><td><code>weekly</code></td><td><code>Mon *-*-* 00:00:00</code></td></tr><tr><td><code>monthly</code></td><td><code>*-*-01 00:00:00</code></td></tr><tr><td><code>quarterly</code></td><td><code>*-01,04,07,10-01 00:00:00</code></td></tr><tr><td><code>semiannually</code></td><td><code>*-01,07-01 00:00:00</code></td></tr><tr><td><code>yearly</code></td><td><code>*-01-01 00:00:00</code></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar praktische Ausdrücke, die die meisten Fälle abdecken:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>OnCalendar=*-*-* 02:00:00          # jede Nacht um 02:00
OnCalendar=Mon..Fri *-*-* 07:30    # werktags um 07:30
OnCalendar=Sun *-*-* 04:00:00      # sonntags um 04:00
OnCalendar=*-*-01 03:00:00         # am Ersten jedes Monats um 03:00
OnCalendar=*:0/15                  # alle 15 Minuten
OnCalendar=hourly                  # zur vollen Stunde</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere <code>OnCalendar=</code>-Zeilen in derselben Unit sind erlaubt und ergeben mehrere Auslösezeitpunkte. Eine leere Zuweisung <code>OnCalendar=</code> löscht alle bisherigen Angaben – nützlich in Drop-in-Dateien, verwirrend, wenn es unbeabsichtigt passiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Den Ausdruck prüfen, bevor ihr ihn einsetzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr müsst nicht raten. <code>systemd-analyze</code> hat einen Unterbefehl, der genau dafür da ist. Die Handbuchseite <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd-analyze.1.en.html">systemd-analyze(1)</a> beschreibt ihn so: <em>„This command will parse and normalize repetitive calendar time events, and will calculate when they elapse next."</em></p>



<pre class="wp-block-code"><code>systemd-analyze calendar "Mon..Fri *-*-* 07:30"</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgabe nennt die ursprüngliche Form, die normalisierte Form, den nächsten Auslösezeitpunkt und den Abstand bis dahin. Steht dort ein Datum, das euch überrascht, habt ihr euch vertan – und das vor dem Produktivbetrieb statt danach. Verwandt und ebenso nützlich ist <code>systemd-analyze verify /etc/systemd/system/backup-home.service</code>: Der Befehl meldet unbekannte Abschnitte, fehlende Abhängigkeiten und nicht ausführbare Befehle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kalenderausdrücke werden in der lokalen Zeitzone des Systems ausgewertet. Auf einem Server, der auf UTC steht, ist „02:00" also nicht eure Bettzeit – ein Blick auf <code>timedatectl</code> vor dem ersten Timer erspart Verwunderung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Persistent, RandomizedDelaySec und der Rest der Feineinstellung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier Zeilen aus dem Beispiel sind der Punkt, an dem ein Timer den Cronjob inhaltlich überholt. Alle stammen aus dem Abschnitt <code>[Timer]</code> und sind in <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.timer.5.en.html">systemd.timer(5)</a> beschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><code>Persistent=true</code></strong> speichert den letzten Auslösezeitpunkt auf der Platte. War das System zum geplanten Termin aus, wird der Job unmittelbar nach dem Hochfahren nachgeholt. Das ist die Funktion, für die es unter Cron ein zweites Programm braucht – anacron –, und auf einem Laptop, der nachts um zwei zugeklappt im Rucksack liegt, ist sie der Unterschied zwischen einer Sicherung und einer Sicherungsabsicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><code>RandomizedDelaySec=900</code></strong> verzögert die Ausführung um eine zufällig gewählte, gleichmässig verteilte Zeitspanne zwischen null und dem angegebenen Wert. Wenn zwanzig Maschinen um Punkt zwei Uhr dieselbe Netzwerkfreigabe ansteuern, verteilt das die Last über eine Viertelstunde. Wollt ihr die Verzögerung stabil statt bei jedem Start neu ausgewürfelt, setzt zusätzlich <code>FixedRandomDelay=true</code>: Der Versatz wird dann aus Maschinen-ID und Unit-Namen abgeleitet und bleibt gleich. Wie stark eure Maschine unter solchen Spitzen tatsächlich leidet, seht ihr mit den Werkzeugen aus <a href="https://yourdevice.ch/nuetzliche-linux-konsolen-tools-fuer-das-systemmonitoring/">Nützliche Linux Konsolen Tools für das Systemmonitoring</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><code>AccuracySec=</code></strong> gibt an, wie genau der Timer treffen soll, und steht laut Handbuch standardmässig auf einer Minute. systemd nutzt diese Toleranz, um Aufwachvorgänge zu bündeln und den Rechner länger schlafen zu lassen. Wer es exakt braucht, setzt <code>AccuracySec=1us</code> – und zahlt das mit Stromverbrauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei weitere Optionen sind gut zu kennen. <code>OnBootSec=</code> definiert einen Zeitpunkt relativ zum Systemstart, <code>OnUnitActiveSec=</code> einen relativ zur letzten Aktivierung der Zieleinheit. Kombiniert ergibt das „fünf Minuten nach dem Start und danach alle sechs Stunden", ohne jeden Kalender:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>&#91;Timer]
OnBootSec=5min
OnUnitActiveSec=6h</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Und <code>WakeSystem=true</code> weckt das System aus dem Bereitschaftsbetrieb, wenn der Timer fällig wird. Auf einem Server irrelevant, auf einem Heim-NAS mit Ruhezustand entscheidend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soll der Timer eine Unit mit abweichendem Namen starten, gebt sie ausdrücklich an – <code>Unit=</code> ist laut Handbuch <em>„the unit to activate when this timer elapses"</em>. Nötig ist das nur, wenn ihr von der Namenskonvention abweicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nachsehen, ob es läuft: list-timers und das Journal</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der wichtigste Befehl im Alltag ist eine Übersicht aller Timer, sortiert nach dem nächsten Auslösezeitpunkt:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>systemctl list-timers backup-home.timer</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgabe sieht so aus:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>NEXT                 LEFT      UNIT               ACTIVATES
Do 2026-09-03 02:14  19h left  backup-home.timer  backup-home.service</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spalten sind in <a href="https://manpages.debian.org/unstable/systemd/systemctl.1.en.html">systemctl(1)</a> beschrieben: <code>NEXT</code> zeigt, wann der Timer das nächste Mal läuft, <code>LEFT</code> wie lange es bis dahin dauert, <code>LAST</code> und <code>PASSED</code> dasselbe rückwärts, <code>UNIT</code> den Namen des Timers und <code>ACTIVATES</code> den Dienst, den er startet. Ohne Argument listet der Befehl alle Timer des Systems auf – der schnellste Weg zu sehen, was auf einer fremden Maschine eigentlich alles nachts passiert. <code>systemctl list-timers --all</code> zeigt zusätzlich die inaktiven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 02:14 in der Ausgabe sind übrigens kein Tippfehler: Das ist <code>RandomizedDelaySec</code> bei der Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was der Job beim letzten Lauf gesagt hat, steht im Journal. Die Option <code>-u</code> filtert laut <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/journalctl.1.en.html">journalctl(1)</a> auf die Meldungen einer bestimmten Unit:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>journalctl -u backup-home.service -n 50 --no-pager
journalctl -u backup-home.service --since "-7d" -p warning
journalctl -u backup-home.service -f</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Zeile zeigt die letzten fünfzig Meldungen, die zweite alle Warnungen und Schlimmeres der vergangenen sieben Tage, die dritte hängt sich live an die Ausgabe und läuft bis <code>Strg+C</code>. Wer tiefer in die Fehlersuche einsteigen will, findet den Rest in unserer Anleitung <a href="https://yourdevice.ch/linux-problembehebung-im-systemd/">Linux Problembehebung im systemd</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nützlich ist ausserdem <code>systemctl cat backup-home.timer</code>: Der Befehl zeigt die Unit so, wie systemd sie tatsächlich sieht, samt allen Drop-ins – und beendet jede Diskussion darüber, welche der drei Kopien nun gilt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der eigentliche Gewinn: OnFailure meldet den Fehlschlag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis hierhin habt ihr einen Cronjob mit mehr Schreibarbeit. Der Unterschied beginnt jetzt. In <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.unit.5.en.html">systemd.unit(5)</a> steht eine Option, die es unter Cron schlicht nicht gibt: <code>OnFailure=</code> ist <em>„a space-separated list of one or more units that are activated when this unit enters the 'failed' state."</em> Anders gesagt: Geht die Sicherung schief, startet systemd von sich aus eine zweite Unit eurer Wahl. Was diese Unit tut, ist euch überlassen – eine Push-Nachricht, eine Mail, ein Eintrag in ein Monitoring.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine Benachrichtigungs-Unit als Vorlage anlegen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ihr die Unit nicht für jeden Job neu schreibt, legt ihr sie als Vorlage an. Der Klammeraffe im Dateinamen macht daraus eine Template-Unit, deren Instanzname später den Namen des fehlgeschlagenen Dienstes trägt.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/systemd/system/alarm@.service</code></pre>



<pre class="wp-block-code"><code>&#91;Unit]
Description=Meldet den Fehlschlag von %i per ntfy

&#91;Service]
Type=oneshot
ExecStart=/usr/bin/curl -sS \
  -H "Title: Fehlgeschlagen: %i" \
  -H "Priority: 5" \
  -H "Tags: warning" \
  -d "Auf diesem System ist %i fehlgeschlagen. Details mit: journalctl -u %i -n 50" \
  https:&#47;&#47;ntfy.sh/EUER-LANGES-ZUFALLSTHEMA</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Der Platzhalter <code>%i</code> ist in <a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.unit.5.en.html">systemd.unit(5)</a> als <em>Instance name</em> definiert: die Zeichenkette zwischen dem ersten <code>@</code> und der Endung. Ihr braucht die Unit also genau einmal, egal wie viele Jobs sie später melden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prüft, ob <code>curl</code> überhaupt installiert ist, und ob der Pfad stimmt:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>which curl</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Liegt es woanders, tragt den tatsächlichen Pfad ein. <code>ExecStart=</code> verlangt einen absoluten Pfad und findet nichts über die PATH-Variable.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Vorlage im Job eintragen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzt den Abschnitt <code>[Unit]</code> eurer Service-Unit um eine Zeile:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>&#91;Unit]
Description=Naechtliche Sicherung des Home-Verzeichnisses
Wants=network-online.target
After=network-online.target
OnFailure=alarm@%n.service</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><code>%n</code> ist laut Handbuch der <em>full unit name</em>, hier also <code>backup-home.service</code>. Aus <code>alarm@%n.service</code> wird damit die Unit <code>alarm@backup-home.service.service</code>, und in der Benachrichtigung steht <code>%i</code> für <code>backup-home.service</code>. Das sieht auf den ersten Blick nach einem Tippfehler aus und ist genau richtig so.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl daemon-reload</code></pre>



<h3 class="wp-block-heading">ntfy einrichten und den Alarm testen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">ntfy verschickt Push-Nachrichten über einen einfachen HTTP-Aufruf. Die <a href="https://github.com/binwiederhier/ntfy/blob/main/docs/publish.md">Projektdokumentation</a> zeigt den Aufbau: Der Nachrichtentext geht per <code>-d</code> an eine URL, deren letzter Bestandteil das Thema ist; Titel, Priorität und Schlagwörter werden über die Kopfzeilen <code>Title</code>, <code>Priority</code> und <code>Tags</code> gesetzt. Priorität 5 ist die höchste von fünf Stufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sicherheitshinweis, und der ist ernst gemeint:</strong> Bei ntfy gibt es keine Anmeldung für das blosse Senden und Empfangen. Die Projektdokumentation formuliert das unmissverständlich: <em>„the topic is essentially a password"</em>, ihr sollt also etwas wählen, das nicht zu erraten ist. Wer <code>backup</code> als Thema nimmt, teilt seine Ausfallmeldungen mit der halben Welt. Nehmt eine lange Zufallszeichenkette, zum Beispiel erzeugt mit <code>head -c 18 /dev/urandom | base64 | tr -d '/+='</code>. Wer den Dienst nicht in fremden Händen haben will, betreibt ntfy selbst – der Server ist quelloffen und in einem Container schnell aufgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Installiert die ntfy-App auf dem Smartphone, abonniert dort euer Thema und löst dann absichtlich einen Fehler aus. Am einfachsten geht das mit einer Wegwerf-Unit:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemd-run --unit=alarmtest --property=OnFailure=alarm@alarmtest.service /bin/false</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><code>/bin/false</code> beendet sich mit einem Fehlerstatus, die Unit geht damit in den Zustand <code>failed</code>, und das Telefon sollte klingeln. Kommt nichts an, prüft zuerst die Benachrichtigungs-Unit selbst:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>journalctl -u "alarm@*" -n 30 --no-pager</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wollt ihr statt einer Push-Nachricht eine Mail, ersetzt den <code>curl</code>-Aufruf durch ein Skript, das <code>systemctl status %i</code> und <code>journalctl -u %i -n 50</code> einsammelt und an <code>sendmail</code> oder <code>msmtp</code> übergibt. Der Mechanismus bleibt derselbe; systemd interessiert sich nicht dafür, was die Unit tut, sondern nur dafür, dass sie startet. Für Erfolgsmeldungen gibt es das Gegenstück <code>OnSuccess=</code>, ausgelöst beim Wechsel in den Zustand <code>inactive</code>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Timer ohne Root: der Benutzerkontext</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jede Aufgabe gehört ins Systemverzeichnis. Alles, was nur euer Benutzer betrifft – Mails abholen, ein Verzeichnis synchronisieren, eine Datensicherung eures Home – lässt sich im Benutzerkontext ablegen. Die Dateien liegen dann unter <code>~/.config/systemd/user/</code>, und sämtliche Befehle bekommen <code>--user</code> und kein <code>sudo</code>:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>mkdir -p ~/.config/systemd/user
nano ~/.config/systemd/user/backup-home.service
nano ~/.config/systemd/user/backup-home.timer
systemctl --user daemon-reload
systemctl --user enable --now backup-home.timer
systemctl --user list-timers</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Anpassungen sind nötig. Erstens entfällt die Zeile <code>User=</code>, denn der Dienst läuft ohnehin unter euch. Zweitens lautet der Abschnitt <code>[Install]</code> hier <code>WantedBy=default.target</code> statt <code>timers.target</code>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kommt die Falle, über die alle einmal stolpern: <strong>Benutzer-Units werden standardmässig beendet, sobald ihr euch abmeldet.</strong> Auf einem Server, an dem ihr euch nur zum Arbeiten anmeldet, läuft der Timer damit praktisch nie. Abhilfe schafft „Lingering", beschrieben in <a href="https://manpages.ubuntu.com/manpages/jammy/man1/loginctl.1.html">loginctl(1)</a>: <em>„If enabled for a specific user, a user manager is spawned for the user at boot and kept around after logouts."</em></p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo loginctl enable-linger mario
loginctl user-status mario</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Ersetzt den Benutzernamen. Ab jetzt startet der Benutzermanager beim Systemstart und bleibt nach dem Abmelden bestehen. Rückgängig macht das <code>sudo loginctl disable-linger mario</code>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Journal des Benutzers lest ihr mit <code>journalctl --user -u backup-home.service</code>. Ohne <code>--user</code> sucht ihr an der falschen Stelle und findet nichts – ein Fehler, der schon manchen an seinem Verstand hat zweifeln lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bestehendes Backup umstellen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der häufigste Anwendungsfall ist die Sicherung. Wer nach unserer Anleitung <a href="https://yourdevice.ch/linux-pc-lokal-und-auf-nas-sichern/">Linux PC lokal und auf NAS sichern</a> mit Borg arbeitet, hat den Zeitplan bisher in der Oberfläche von Vorta hängen – was voraussetzt, dass die grafische Sitzung läuft. Ein Timer löst dieselbe Aufgabe unabhängig von Anmeldung und Desktop.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorgehen in vier Schritten: den Ablauf in ein Skript unter <code>/usr/local/bin/</code> giessen und von Hand ausführen, bis er sauber durchläuft; Service- und Timer-Unit wie oben anlegen; <code>OnFailure=</code> eintragen und den Alarm testen; zuletzt den alten Cron-Eintrag entfernen – <code>crontab -e</code> für den Benutzer, <code>sudo crontab -e</code> für Root, dazu ein Blick in <code>/etc/cron.d/</code>. Wer den alten Eintrag stehen lässt, hat zwei Sicherungen, die sich um dasselbe Verzeichnis streiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wort zum Rückgabewert: systemd erkennt einen Fehlschlag daran, dass der Prozess mit einem Status ungleich null endet. Ein Shell-Skript, das brav <code>exit 0</code> ans Ende schreibt oder dessen Fehler in einer Pipe verschwinden, meldet niemals einen Fehler – und dann nützt das schönste <code>OnFailure=</code> nichts. Setzt an den Anfang eures Skripts <code>set -euo pipefail</code>, dann bricht es bei einem Fehler ab und gibt ihn weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn etwas nicht klappt</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Timer taucht in <code>list-timers</code> nicht auf.</strong> Entweder fehlt <code>daemon-reload</code>, oder der Timer ist nur gestartet und nicht aktiviert, oder im Abschnitt <code>[Install]</code> fehlt <code>WantedBy=</code>. Prüft mit <code>systemctl is-enabled backup-home.timer</code>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Timer läuft, aber nichts passiert.</strong> Wahrscheinlich stimmt die Namenspaarung nicht. Der Timer <code>backup-home.timer</code> sucht <code>backup-home.service</code>; heisst eure Service-Datei anders, tragt <code>Unit=</code> im Abschnitt <code>[Timer]</code> ein. Die Spalte <code>ACTIVATES</code> in <code>list-timers</code> verrät, was er tatsächlich zu starten versucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Unit geht sofort in <code>failed</code>, Status 203/EXEC.</strong> Der Pfad in <code>ExecStart=</code> stimmt nicht oder die Datei ist nicht ausführbar. Absoluter Pfad ist Pflicht, und <code>chmod +x</code> hilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Status 217/USER oder 226/NAMESPACE.</strong> Der in <code>User=</code> angegebene Benutzer existiert nicht, oder ihm fehlt der Zugriff auf ein Verzeichnis. Prüft den Namen und die Rechte des Zielpfads.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Skript läuft von Hand, aber nicht als Unit.</strong> Der Klassiker. Units erben eure Shell-Umgebung nicht: kein <code>PATH</code> wie im Terminal, keine Variablen aus <code>.bashrc</code>, kein SSH-Agent, kein <code>DISPLAY</code>. Schreibt absolute Pfade und setzt benötigte Variablen mit <code>Environment=</code> oder <code>EnvironmentFile=</code> in der Unit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Job läuft nachts nicht, weil der Rechner aus war.</strong> Dafür ist <code>Persistent=true</code> da. Bei einem Gerät im Ruhezustand hilft zusätzlich <code>WakeSystem=true</code>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Benutzer-Timer läuft nur, solange ihr angemeldet seid.</strong> <code>sudo loginctl enable-linger BENUTZER</code>, siehe oben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Alarm kommt nicht an.</strong> Prüft mit <code>journalctl -u "alarm@*"</code>, ob die Benachrichtigungs-Unit überhaupt gestartet ist. Wurde sie gestartet und <code>curl</code> meldet einen Fehler, fehlt meist die Netzwerkverbindung zum Zeitpunkt des Fehlschlags oder das Thema ist falsch geschrieben. Steht in der Ausgabe gar nichts, wurde <code>OnFailure=</code> nicht ausgelöst – dann endet euer Skript vermutlich mit Status null, obwohl es gescheitert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Ein Job, der schweigt, ist kein Job</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mehraufwand gegenüber einer Cron-Zeile ist real und überschaubar: zwei Dateien statt einer Zeile, eine ungewohnte Zeitsyntax, ein Befehl zum Neuladen. Dafür bekommt ihr eine geplante Aufgabe, die sich wie jeder andere Dienst abfragen lässt, deren Ausgabe automatisch im Journal steht, die einen verpassten Termin nachholt und die euch anruft, wenn sie gescheitert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Punkt ist der einzige, auf den es wirklich ankommt. Eine Sicherung, von der ihr nicht wisst, ob sie läuft, ist keine Sicherung, sondern eine Hoffnung mit Speicherplatzbedarf. Cron kann euch das nicht sagen, weil es dafür nie gebaut wurde. Ein Timer mit <code>OnFailure=</code> kann es, und der Aufwand dafür beträgt sechs Zeilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fangt mit dem einen Job an, dessen Ausfall euch stören würde, und stellt genau den um. Der Rest darf in Ruhe folgen – oder bei Cron bleiben. Es ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage danach, was passieren soll, wenn etwas schiefgeht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.timer.5.en.html">systemd.timer(5)</a> – Handbuchseite zu Timer-Units: OnCalendar, Persistent, RandomizedDelaySec, AccuracySec, WakeSystem, Unit</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.time.7.en.html">systemd.time(7)</a> – Kalenderausdrücke, Kurzformen und Zeitspannen</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.unit.5.en.html">systemd.unit(5)</a> – OnFailure, OnSuccess und die Platzhalter %i und %n</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.service.5.en.html">systemd.service(5)</a> – Type=oneshot, ExecStart, RemainAfterExit, SuccessExitStatus</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd.exec.5.en.html">systemd.exec(5)</a> – Logging sowie Standard-Ein- und -Ausgabe von Units</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/unstable/systemd/systemctl.1.en.html">systemctl(1)</a> – list-timers mit den Spalten NEXT, LEFT, LAST, PASSED, UNIT, ACTIVATES sowie daemon-reload und cat</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/systemd-analyze.1.en.html">systemd-analyze(1)</a> – die Unterbefehle calendar, timespan und verify</li>



<li><a href="https://manpages.debian.org/testing/systemd/journalctl.1.en.html">journalctl(1)</a> – die Optionen -u, --since, -p, -f und --user</li>



<li><a href="https://manpages.ubuntu.com/manpages/jammy/man1/loginctl.1.html">loginctl(1)</a> – enable-linger, disable-linger und user-status</li>



<li><a href="https://github.com/binwiederhier/ntfy/blob/main/docs/publish.md">ntfy: Sending messages</a> – Aufbau des Publish-Aufrufs, Kopfzeilen Title, Priority und Tags, Hinweis zur Vertraulichkeit des Themas</li>



<li><a href="https://docs.aws.amazon.com/linux/al2023/ug/cron.html">Amazon Linux 2023: Cron und systemd-Timer</a> – Begründung für den Verzicht auf cronie</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/cronjob-fuer-eure-nextcloud-erstellen/">Cronjob für Eure Nextcloud erstellen</a> – der klassische Weg mit crontab</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/linux-problembehebung-im-systemd/">Linux Problembehebung im systemd</a> – Fehler im System mit journalctl eingrenzen</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/stdout-stderr-und-dev-null-die-wichtigsten-linux-datenstroeme-verstaendlich-erklaert/">stdout, stderr und /dev/null</a> – warum Cron-Ausgaben so oft verschwinden</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/linux-pc-lokal-und-auf-nas-sichern/">Linux PC lokal und auf NAS sichern</a> – Borg und Vorta als Praxisbeispiel</li>
</ul>
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		<title>BLAKE2b-Hard-Fork ist aktiv: was jetzt wirklich läuft</title>
		<link>https://yourdevice.ch/blake2b-hard-fork-aktiv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 08:52:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der BLAKE2b-Hard-Fork ist seit dem 30. August aktiv: Block 961.640, neue Difficulty, alte Siacoin-ASICs. Was der Wechsel bringt und was er wirklich kostet.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntagmorgen um 06:14 UTC hat die abgespaltene BIP-110-Kette ihren Proof of Work gewechselt: ab Block 961.640 wird nicht mehr mit SHA-256d gerechnet, sondern mit BLAKE2b. Angekündigt war der Schritt für den 1. September, gekommen ist er zwei Tage früher — und damit ist aus dem Vorhaben, über das wir am 17. August unter <a href="https://yourdevice.ch/bip-110-gescheitert-blake2b-2/">BIP-110 gescheitert: jetzt soll BLAKE2b es richten</a> berichtet haben, eine laufende Kette geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild-1024x573.png" alt="Gegenüberstellung auf dunklem Grund: links durchgestrichen SHA-256d mit dem Hinweis auf acht Blöcke in drei Wochen, rechts orange hervorgehoben BLAKE2b ab Block 961.640 mit 237 Blöcken in den ersten zwölf Stunden. Das Bild zeigt den Wechsel des Proof-of-Work-Algorithmus auf der abgespaltenen BIP-110-Kette am 30. August 2026." class="wp-image-22465" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild-1024x573.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild-300x168.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild-768x430.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild-1536x860.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild-500x280.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-titelbild.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Der BLAKE2b-Hard-Fork kam zwei Tage früher als angekündigt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Anfang machte eine öffentliche Warnung. Am 29. August, 11:54 Uhr, schrieb Luke Dashjr: <em>"PSA: Potential Bitcoin PoW change Sunday. SHA2 miners should stop mining Saturday."</em> Bitcoin Knots 29.4.1rc4 werde am Tag darauf erscheinen und den letzten SHA-2-Block festschreiben; die Mitteilung wurde <a href="https://paulscode.com/t/psa-from-luke-forwarded-by-chris-guida/1229">in mehreren Foren weitergereicht</a>, weil sie ursprünglich auf X stand. Bemerkenswert ist die Wortwahl: Dashjr nannte den Vorgang eine <em>mainnet rehearsal</em>, also eine Generalprobe im Echtbetrieb. Wer schon einmal eine Generalprobe erlebt hat, bei der anschliessend niemand mehr zurückkonnte, weiss, wie viel Trost in dem Wort steckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wechsel selbst erfolgte dann am 30. August um 06:14 UTC bei Block 961.640. Der letzte mit SHA-256d gefundene Block der Abspaltung trägt die Nummer 961.639 und stammt vom 28. August, 17:14 UTC — das lässt sich an einem <a href="https://110explorer.com/">öffentlichen Explorer</a> nachsehen, der eine Bitcoin-Knots-Node ohne den neuen Algorithmus betreibt und deshalb bis heute genau dort stehen bleibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Acht Blöcke in drei Wochen: warum die Kette den Wechsel brauchte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund für die Eile steckt in der Difficulty. Als sich die Kette am 8. August bei Block 961.632 abspaltete, erbte sie den Schwierigkeitsgrad des Hauptnetzes von rund 127,5 Billionen — aber nur einen Bruchteil der Rechenleistung. Wie diese Anpassung funktioniert und warum sie nur alle 2.016 Blöcke greift, steht in unserem Grundlagenbeitrag <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-die-mining-difficulty/">Was ist die Mining Difficulty</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen des Explorers zeigen, was das praktisch bedeutet. Zwischen den Blöcken 961.633 und 961.639 lagen Abstände von 13.759 bis 475.772 Sekunden, also von knapp vier Stunden bis zu fünfeinhalb Tagen. Acht Blöcke in drei Wochen. Bis zur nächsten Anpassung bei Höhe 963.648 fehlten zum Zeitpunkt des Wechsels noch 2.009 Blöcke. Selbst mit der gesamten Hashrate des Bitcoin-Netzwerks wären das knapp vierzehn Tage gewesen — mit dem, was die Abspaltung tatsächlich hatte, Jahrzehnte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="811" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-1024x811.png" alt="Senkrechte Zeitleiste mit sieben Stationen: Kettenspaltung am 8. August 2026 bei Block 961.632, drei Wochen mit nur acht Blöcken wegen geerbter Difficulty, Pull Request 359 in Bitcoin Knots am 15. August, Ankündigung und Trennung von Ocean und Luke Dashjr am 29. August, Aktivierung des BLAKE2b-Proof-of-Work am 30. August um 06:14 UTC, angekündigte finale Fassung am 1. September 2026 und Ende der Datenlimits am 1. September 2027. Die Grafik zeigt, dass der Algorithmuswechsel die Difficulty-Falle auflöst, aber die aufgehäufte Arbeit mitnimmt." class="wp-image-22466" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-1024x811.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-300x238.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-768x608.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-1536x1216.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-2048x1621.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/blake2b-hard-fork-zeitleiste-500x396.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Proof-of-Work-Wechsel löst dieses Problem in einem Zug, weil er die Difficulty neu setzen darf. Genau das ist passiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Stillstand in den Minutentakt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirkung war sofort sichtbar. Die Betreiber von <a href="https://blake2bminer.com/">blake2bminer.com</a>, einer Informationsseite für Miner der neuen Kette, dokumentieren für den 30. August, 18:55 UTC, den Stand Block 961.877. Das sind 237 Blöcke in gut zwölf Stunden, also im Schnitt einer alle drei Minuten. Aus acht Blöcken in drei Wochen wurden 237 an einem halben Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Erfolg, den die Befürworter sich versprochen haben, und er ist real. Er hat nur einen Preis, den keine Difficulty-Anpassung wieder hereinholt: Die sechzehn Jahre aufgehäufte SHA-256-Arbeit, die eine Umschreibung der Bitcoin-Historie unbezahlbar macht, gelten auf der neuen Kette nicht mehr. Wer eine BLAKE2b-Kette angreifen will, muss nur mehr BLAKE2b-Leistung aufbringen als die paar Betreiber, die derzeit darauf rechnen. Der Unterschied zwischen einer Änderung, die alte Regeln verschärft, und einer, die eine neue Kette aufmacht, ist übrigens genau der zwischen <a href="https://yourdevice.ch/unterschied-zwischen-hardfork-und-softfork-in-der-blockchain/">Hardfork und Softfork</a> — und diesmal ist es unmissverständlich ein Hardfork.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was im neuen Block-Header steckt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die technische Grundlage ist <a href="https://github.com/bitcoinknots/bitcoin/pull/359">Pull Request 359 im Bitcoin-Knots-Repository</a>, eröffnet von Dashjr am 15. August, 21 Commits. Er ersetzt nicht nur die Hashfunktion, sondern führt einen Block-Header in Version 2 ein. Die dort genannten Ziele sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>deutlich mehr Nonce-Raum, aufgeteilt in 128 Bit auf ASIC-Ebene, weitere 128 Bit je Maschine und 8 Bit darüber hinaus</li>



<li>ein optionaler Schutz gegen Block-Withholding-Angriffe über einen XOR-Schlüssel</li>



<li>vorbereitete Haken für Merged Mining, also für Seitenketten</li>



<li>eine Festlegung der Transaktionszahl im Header, beschrieben als saubere Behebung von CVE-2017-12842</li>



<li>Vorbereitung auf einen 64 Bit breiten Zeitstempel</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommen befristete Regeln. Die <a href="https://btc-blake2b.org/faq">Projektseite der Kette</a> nennt eine Obergrenze von 800.000 Gewichtseinheiten je Block — grob 300 Kilobyte — die bis zum 1. September 2027, 00:00 UTC gilt und danach automatisch entfällt. Das ist die Fortsetzung des ursprünglichen Streits mit anderen Mitteln: Es geht den Betreibern der Kette weiterhin darum, beliebige Daten aus der Kette herauszuhalten. Wer den Hintergrund dazu braucht, findet ihn bei uns unter <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-knots-vs-bitcoin-core-unterschiede-erklaert/">Bitcoin Knots vs. Bitcoin Core</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Replay-Schutz gibt es nur, wenn ihr ihn anfordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Punkt, der Nutzer am unmittelbarsten betrifft, steht in derselben FAQ: Die privaten Schlüssel bleiben auf beiden Ketten dieselben, und ein Replay-Schutz existiert nur als Option. Wer ihn will, muss das Signaturformat <code>SIGHASH_UNIFIED</code> verwenden. Ohne das kann eine Transaktion, die ihr auf einer Kette sendet, auf der anderen gültig sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Umgang damit gilt unverändert, was der Node-Anbieter Start9 schon <a href="https://start9.com/bip110/">Mitte August zusammengetragen hat</a>: Offene Lightning-Kanäle existieren nach einer Spaltung auf beiden Ketten, eure Node beobachtet aber nur eine davon. Und die alte Regel bleibt die wichtigste: Gebt eure Seed-Phrase niemals in ein Werkzeug ein, das euch Fork-Coins verspricht. Das war schon bei jedem früheren Fork der schnellste Weg, echte Bitcoin zu verlieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mining für alle? Die Rechnung geht am ersten Tag nicht auf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Berichterstattung wurde BLAKE2b durchgehend als Rückkehr zum Mining mit gewöhnlicher Hardware verkauft: endlich wieder CPU und Grafikkarte statt Spezialchips. Das hält keinen Tag stand, und zwar nicht wegen einer Prognose, sondern wegen vorhandener Hardware. BLAKE2b ist der Algorithmus, mit dem seit Jahren Siacoin gemint wird, und es gibt dafür ASICs zu kaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Miner-Seite zur neuen Kette beziffert eine RTX 3090 auf rund 5 GH/s und stellt daneben, dass eine Goldshell-SC-Box das Hundertfache schafft. CPUs bezeichnet sie als <em>"not viable from the start"</em>. Die Projekt-FAQ selbst schreibt, ein Antminer A3 funktioniere <em>"ab dem ersten Block"</em>. Die Kette hat also nicht die ASICs abgeschafft, sondern nur den Hersteller gewechselt — von den grossen SHA-256-Farmen zu einem Lager gebrauchter Siacoin-Geräte, das seit Jahren auf einen zweiten Frühling wartet. Das ist eine Dezentralisierung, die vor allem den Besitzern alter Hardware nützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die weiterhin auf der Hauptkette minen, ändert das nichts. Der Bitaxe zeigt weiter auf den Pool eurer Wahl, bei uns auf <code>stratum+tcp://blitzpool.yourdevice.ch:3333</code>; die Übersicht dazu steht in der <a href="https://yourdevice.ch/die-kleine-bitcoin-solo-mining-bibel/">kleinen Bitcoin Solo Mining Bibel</a>. Auf der BLAKE2b-Kette sind bislang eine Handvoll kleiner Pools aktiv, unter anderem SilentWave, PyBLOCK, Helios, PythonPool und TrueNorth — Namen, die vor drei Wochen niemand kannte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Code, auf dem das läuft, ist offiziell noch ein Entwurf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pull Request 359 trägt zum Zeitpunkt dieses Artikels weiterhin den Status Draft. In der Diskussion stehen drei von Prüfern gemeldete Befunde: Das Argument <code>-powchangetime</code> nimmt das dokumentierte Format <code>time[:algo]</code> nicht an, eine Assertion prüft <code>0x40 + 88</code> statt der offenbar richtigen 90, und die Testfunktion <code>powhash</code> bildet die tatsächliche Header-Konstruktion nicht ab. Die Kette läuft derweil auf einem Release-Kandidaten; die finale Fassung war für den 1. September angekündigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist auch dann bemerkenswert, wenn ihr dem Vorhaben wohlwollend gegenübersteht. Ein Konsensbruch, der sich nicht rückgängig machen lässt, wurde hier ausgeliefert, bevor der zugehörige Vorschlag aus dem Entwurfsstadium heraus war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Am Tag vor dem Fork verliess Luke Dashjr Ocean</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 29. August, demselben Tag wie die Warnung an die Miner, veröffentlichten der Mining-Pool Ocean und Dashjr eine <a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/joint-statement-of-ocean-and-luke-dashjr-302864347.html">gemeinsame Mitteilung</a>. Darin heisst es, er scheide im gegenseitigen Einvernehmen aus und lege die Ämter als Chairman, Chief Technology Officer und Verwaltungsrat nieder; das Unternehmen habe sämtliche Anteile zurückgekauft. Als Grund nennt die Mitteilung <em>"the parties' different visions for the future of Bitcoin mining following the recent protocol developments"</em>. Dashjr startet demnach ein neues Vorhaben namens CONVOY.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer hier wen verlassen hat, sagt die Mitteilung nicht, und wir schreiben es deshalb auch nicht. Was sie sagt, reicht: Der Pool, der am 8. August den ersten signalisierenden Block gefunden hat, geht den Weg zur neuen Kette nicht mit — und der Rückkauf sämtlicher Anteile ist keine Formulierung für einen freundlichen Abschied.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was in der Fachpresse steht und in den Quellen nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Angaben kursieren, die sich in den Primärquellen nicht wiederfinden. Erstens wird BLAKE2b mehrfach als <em>quantenresistent</em> beschrieben. In der Liste der Vorteile im Pull Request steht dieses Wort nicht, und die Projektseite begründet den Wechsel ebenfalls anders. Zweitens werden Zahlen zu hängenden Transaktionen und zur nötigen Hashrate genannt, die auf Testnetz-Beobachtungen einzelner Fachmedien zurückgehen; überprüfbar sind sie derzeit nicht. Beides ist im Auge zu behalten, keines davon taugt als Beleg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie es weitergeht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Termine bestimmen die nächsten Monate.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>1. September 2026:</strong> Für diesen Tag ist die finale Fassung von Bitcoin Knots 29.4.1 angekündigt. Bis dahin läuft die Kette auf einem Release-Kandidaten, und Dashjr hatte einen Rücksetzer auf Block 961.639 in Aussicht gestellt, falls Fehler auftreten.</li>



<li><strong>Die erste Difficulty-Anpassung der neuen Kette:</strong> Sie zeigt, ob die Rechenleistung bleibt oder ob es sich um einen Startschub gehandelt hat. Bei dreiminütigen Blockabständen fällt sie in wenigen Tagen an — der eigentliche Belastungstest.</li>



<li><strong>1. September 2027:</strong> An diesem Tag laufen die befristeten Datenlimits aus. Ob die Kette dann noch existiert, ist die interessantere Frage.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Offen bleibt zudem, ob eine Börse, ein Wallet-Anbieter oder ein Lightning-Dienst die Kette unterstützt. Bis heute hat sich keiner öffentlich dazu bekannt, und ohne das gibt es für die Coins auf der Abspaltung schlicht keinen Preis.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Ein neuer Algorithmus ist keine wiederhergestellte Sicherheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wechsel hat getan, was er tun sollte. Die Kette produziert wieder Blöcke, die Difficulty-Falle ist aufgelöst, und das Vorhaben ist damit weiter, als es die meisten — uns eingeschlossen — Mitte August erwartet hätten. Wer daraus aber ableitet, das Projekt habe seine Probleme gelöst, verwechselt Blockproduktion mit Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Kette ist so schwer angreifbar wie die Arbeit, die in ihr steckt. Diese Arbeit wurde am Sonntag auf null gesetzt und wird seither von einer Handvoll Betreiber mit gebrauchten Siacoin-ASICs neu aufgebaut. Der Code dazu ist ein Entwurf, der Replay-Schutz optional, der prominenteste Pool ausgestiegen und der Initiator gerade dabei, eine neue Firma zu gründen. Das mag alles noch werden. Aber es ist das Gegenteil dessen, was <a href="https://yourdevice.ch/warum-proof-of-work/">Proof of Work zum belastbaren Konsensmechanismus macht</a>: aufgewendete Rechenleistung, die so teuer ist, dass ein Angriff sich nicht lohnt. Genau diesen Vorsprung hat die Kette am 30. August freiwillig aufgegeben. Unsere <a href="https://yourdevice.ch/bip-110-warum-es-nichts-bringt-und-gefaehrlich-ist/">Einschätzung vom 2. Juli</a> bleibt damit unverändert stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://github.com/bitcoinknots/bitcoin/pull/359">bitcoinknots/bitcoin, Pull Request 359: Hardfork: New BLAKE2b proof-of-work algorithm</a></li>



<li><a href="https://btc-blake2b.org/faq">btc-blake2b.org, FAQ der BLAKE2b-Kette</a> — Datenlimits, SIGHASH_UNIFIED, Hardware</li>



<li><a href="https://btc-blake2b.org/">btc-blake2b.org, Startseite des Projekts</a></li>



<li><a href="https://110explorer.com/">110explorer.com</a> — Explorer über eine Bitcoin-Knots-RDTS-Node, Blockabstände und Difficulty</li>



<li><a href="https://blake2bminer.com/">blake2bminer.com</a> — Miner-Informationsseite mit Aktivierungszeitpunkt, Blockstand und Hardwarezahlen</li>



<li><a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/joint-statement-of-ocean-and-luke-dashjr-302864347.html">Joint Statement of OCEAN and Luke Dashjr, 29.08.2026</a></li>



<li><a href="https://start9.com/bip110/">Start9: Navigating the BIP-110 (RDTS) Activation</a> — Replay- und Lightning-Risiken</li>



<li><a href="https://paulscode.com/t/psa-from-luke-forwarded-by-chris-guida/1229">Weitergeleitete PSA von Luke Dashjr, 29.08.2026</a></li>



<li><a href="https://bip110.run/">bip110.run</a> — Chronik der Kettenspaltung vom 8. August</li>
</ul>
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		<title>Aurora Store meldet Server busy: was dahintersteckt</title>
		<link>https://yourdevice.ch/aurora-store-server-busy/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 21:19:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[alternative Apps]]></category>
		<category><![CDATA[FOSS Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 29. August meldet der Aurora Store „Server busy". Was daran belegt ist, warum das Modell so anfällig ist und worauf ihr jetzt achten solltet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit Freitagmorgen bekommen viele Nutzer des <strong>Aurora Store</strong> beim Installieren nur noch einen Satz zu sehen: <em>Server busy, please try again later</em>. Bei manchen läuft alles normal weiter, bei anderen geht seit zwei Tagen nichts mehr. Eine Erklärung gibt es bis heute nicht — weder vom Projekt noch von Google. Wer ein googlefreies Android nutzt, sollte trotzdem wissen, was da gerade klemmt, denn es hängt direkt an dem, was wir im Kommentar zur <a href="https://yourdevice.ch/android-entwickler-verifizierung-euer-geraet-ist-egal/">Android-Entwickler-Verifizierung</a> beschrieben haben: Der Hebel liegt nicht bei eurem Gerät.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett-1024x573.jpg" alt="Ein hölzernes Schlüsselbrett mit vielen kleinen Haken, aufgenommen von vorne. Fast alle Haken sind leer, nur an einem hängt noch ein einzelner Messingschlüssel. Der Hintergrund ist dunkles Anthrazit, das Bild ist ruhig und gedämpft." class="wp-image-22459" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-store-server-busy-schluesselbrett.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wenige Token, viele Anfragen, der Aurora Store funktioniert aktuell nicht mehr</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Vorweg das Wichtigste für alle, die uns deswegen schreiben wollen: Es liegt nicht an eurem Telefon, nicht an GrapheneOS und nicht an einer kaputten Installation. Neu aufsetzen hilft nicht.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Aurora Store meldet „Server busy": was bislang belegt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sammelthread im <a href="https://www.kuketz-forum.de/t/aurora-store-server-busy/17389" target="_blank" rel="noopener">Kuketz-Forum</a> wurde am 29. August 2026 um 06:21 Uhr eröffnet und läuft seither weiter. Rund ein Dutzend Nutzer melden dieselbe Fehlermeldung, zwei melden ausdrücklich, dass bei ihnen alles funktioniert. Am Sonntagnachmittag stand dort noch immer keine Lösung, nur die Hoffnung, dass es sich von selbst erledigt. Im Bugtracker des Projekts liegt parallel das <a href="https://gitlab.com/AuroraOSS/AuroraStore/-/issues/802" target="_blank" rel="noopener">Issue 802</a>, in dem Aurora in einer Endlosschleife bei „requesting new session" hängen bleibt — auch mit anonymem Konto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was im Forum an Ursachen kursiert — eine gezielte Sperre durch Google, eine VPN-Blockade, ein Fehler in der App, überlastete Dispenser —, ist Spekulation. <strong>Belegt ist keine davon.</strong> Google hat sich nicht geäussert, das Aurora-Projekt ebenfalls nicht. Wir schreiben das hier ausdrücklich hin, statt uns eine Schlagzeile zu bauen: Dass Google gerade aktiv gegen Aurora vorgeht, ist plausibel, aber unbewiesen. Was sich dagegen sehr wohl belegen lässt, ist der Grund, warum ein solcher Ausfall überhaupt alle auf einmal treffen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ein paar hundert Konten für Millionen Nutzer reichen müssen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aurora ist kein eigener App-Store. Es ist, in den Worten des Projekts, „an unofficial FOSS client to Google Play" — eine andere Oberfläche vor demselben Laden. Die Apps kommen von Googles Servern, und um dort etwas anzufragen, braucht es ein Google-Konto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dafür gibt es die anonyme Anmeldung, und die funktioniert über sogenannte Token-Dispenser. Das <a href="https://auroraoss.gitbook.io/wiki/references/anonymous-logins" target="_blank" rel="noopener">Wiki des Projekts</a> beschreibt sie selbst so:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„A token dispenser is a web client, that has around 250 real google accounts (inclusive of all servers), it distributes the AuthToken to anyone how makes a request to it in a defined format."</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 250 echte Google-Konten über alle Server hinweg. Für die gesamte Nutzerschaft. Und dasselbe Wiki nennt auch die beiden Grenzen, die Google dabei zieht: „Google enforces a limit of approximately 12 concurrent active login sessions" pro Konto, und darüber hinaus gilt eine Rate-Limit-Politik — wird die Schnittstelle zu intensiv genutzt, macht Google den Anmeldetoken schlicht ungültig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die Rechnung eigentlich schon aufgemacht. Wenn ein paar hundert geteilte Konten mit je etwa einem Dutzend gleichzeitiger Sitzungen den Zugang für alle tragen sollen, dann genügt eine Welle gleichzeitiger Anfragen, ein Ausfall einzelner Dispenser oder eine Handvoll gesperrter Poolkonten — und es steht für alle still. Es braucht dafür keinen Beschluss in Mountain View. Es genügt, dass niemand dort ein Interesse daran hat, dass es weiterläuft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="397" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-1024x397.png" alt="Schaubild mit drei Stationen einer Aurora-Anfrage und dem, was jede davon zu sehen bekommt. Erste Station &quot;Euer Gerät&quot; mit dem Aurora Store als Oberfläche: kein eigenes Google-Konto nötig, keine Anmeldung mit eurem Namen, Aurora selbst speichert nichts über euch. Zweite Station &quot;Token-Dispenser&quot;, ein Webdienst mit rund 250 Google-Konten: sieht eure IP-Adresse, den Zeitpunkt der Anfrage und welches Poolkonto euch zugeteilt wird. Dritte Station &quot;Google Play&quot;, Googles Server: sieht eure IP-Adresse, ein Geräteprofil, welche App angefragt wird und welches Poolkonto anfragt. Die Aussage lautet, dass anonym nicht googlefrei heisst." class="wp-image-22457" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-1024x397.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-300x116.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-768x298.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-1536x595.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-2048x794.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/aurora-datenfluss-500x194.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Anonym heisst nicht googlefrei</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Punkt, der in dieser Woche untergeht und der uns wichtiger ist als der Ausfall selbst: Wer Aurora benutzt, redet mit Google. Nicht mit einem Konto, das euren Namen trägt — aber sehr wohl mit Googles Servern, von eurer IP-Adresse aus, mit einem Geräteprofil und einer konkreten Anfrage nach einer konkreten App. Aurora nimmt Google euer Konto weg, nicht eure Daten. Das steht ausführlicher in unserer <a href="https://yourdevice.ch/aurora-store-installation-und-anwendung/">Anleitung zum Aurora Store</a>, und es ist der Grund, warum ein Ausfall wie dieser überhaupt möglich ist: Ihr hängt an einer fremden Infrastruktur, die euch nichts schuldet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der übliche Ausweg, ein eigenes Google-Konto in Aurora zu hinterlegen, funktioniert weiterhin — und ist derzeit die einzige Methode, die zuverlässig läuft. Nur ist auch der Ausweg schmaler geworden: Ein frisches Konto anzulegen, ohne eine Telefonnummer zu hinterlegen, gelingt inzwischen kaum noch. Im Forum berichtet ein Nutzer, dass er dafür eine Prepaid-Karte gekauft hat. Wer diesen Weg geht, nimmt also eine zweite Kennung in Kauf, um eine erste zu vermeiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worauf ihr achten solltet</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Setzt nichts neu auf.</strong> Der Fehler liegt nicht auf eurem Gerät. Ein neu geflashtes GrapheneOS ändert daran nichts und kostet euch nur einen Nachmittag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der günstigste Versuch zuerst.</strong> In den Aurora-Einstellungen unter „Netzwerk" den Dispenser entfernen und eine neue Sitzung anfordern hat bei einem Teil der Betroffenen geholfen. Läuft ein VPN, testweise abschalten — und Cloudflare nicht blockieren, die Dispenser laufen alle darüber. Danach hilft nur abwarten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn danach Aurora spinnt und man sich nicht mehr anmelden kann, hier der originale Dispenser von Aurora:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>https://auroraoss.com/api/auth</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nehmt nicht euer Hauptkonto.</strong> Wer Aurora mit einem eigenen Google-Konto anmeldet, verknüpft jede Installation dauerhaft damit. Wenn schon, dann ein Konto, das sonst nichts von euch weiss — und mit dem Wissen, dass Google damit wieder eine Kennung mehr hat. Wie das praktisch aussieht, steht in unserem älteren Beitrag zu den <a href="https://yourdevice.ch/methoden-um-aurora-rate-limit-zu-umgehen/">Methoden gegen das Aurora-Rate-Limit</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prüft, was ihr überhaupt über Aurora bezieht.</strong> Freie Apps gibt es über <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-installation-und-anwendung/">F-Droid</a>, Apps mit GitHub-Releases über <a href="https://yourdevice.ch/obtainium-der-universelle-app-store/">Obtainium</a> — beide ohne jeden Google-Kontakt. Für viele bleibt am Ende eine Handvoll proprietärer Apps übrig, die es nur bei Google gibt. Genau diese Handvoll ist der Hebel, und es lohnt sich, sie einmal bewusst anzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rechnet mit Wiederholungen.</strong> Am 30. September greift die Entwickler-Verifizierung in den ersten vier Ländern. Was Google an der Verteilung von Apps festzurrt, trifft Aurora als unautorisierten Client zuerst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Aurora war nie eine Unabhängigkeit, sondern eine Duldung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ob Google diesmal aktiv eingegriffen hat, wissen wir nicht, und wir behaupten es auch nicht. Der Ausfall zeigt aber etwas, das unabhängig von der Ursache stimmt: Aurora verschafft euch keine Unabhängigkeit von Google, sondern einen bequemeren Umgang damit. Die Infrastruktur dahinter sind ein paar hundert geteilte Konten auf fremden Servern, und sie funktioniert genau so lange, wie Google sie nicht abstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Argument gegen Aurora — die Alternative wäre der offizielle Play Store mit eurem echten Konto, und die ist schlechter. Es ist ein Argument dafür, den eigenen Bedarf an Google-Apps ehrlich zu prüfen, solange es noch freiwillig geschieht. Wer an drei Apps hängt, hat ein Problem an drei Stellen. Wer an keiner hängt, liest solche Meldungen entspannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://auroraoss.gitbook.io/wiki/references/anonymous-logins" target="_blank" rel="noopener">AuroraOSS Wiki, Anonymous Logins</a> — Token-Dispenser mit rund 250 Konten, Grenze von etwa zwölf gleichzeitigen Sitzungen, Rate-Limit-Politik von Google</li>



<li><a href="https://www.kuketz-forum.de/t/aurora-store-server-busy/17389" target="_blank" rel="noopener">Kuketz-Forum, „Aurora Store: Server busy?"</a> — Sammelthread seit dem 29.08.2026, Stand der Betroffenheit und der Versuche</li>



<li><a href="https://gitlab.com/AuroraOSS/AuroraStore/-/issues/802" target="_blank" rel="noopener">GitLab-Issue 802</a> — Endlosschleife bei „requesting new session", auch mit anonymem Konto</li>



<li><a href="https://gitlab.com/AuroraOSS/AuroraStore" target="_blank" rel="noopener">Aurora Store auf GitLab</a> — Projektseite, Selbstbeschreibung als inoffizieller Play-Client</li>
</ul>
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		<title>CRD VI Auslandskonto: verboten wird gar nichts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 19:12:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Artikel 21c CRD VI verbietet euch kein Auslandskonto — er verpflichtet die Bank ausserhalb des EWR. Warum die Kündigung trotzdem kommt und was ab 2027 gilt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit Wochen kursiert ein Satz, der so knapp wie falsch ist: Ab 2027 sei Schluss mit dem Auslandskonto, Banken ausserhalb der EU dürften dann keine Konten mehr für Menschen mit Wohnsitz in der EU führen. Der Satz steht in keinem Gesetzestext. Er stammt aus der Überschriftenmaschine von Auswanderungsberatern, Kontovermittlern und Standortberatern — also von Leuten, deren Geschäftsmodell darin besteht, dass ihr erschreckt. Was tatsächlich beschlossen wurde, heisst <strong>CRD VI</strong> und steht in Artikel 21c der <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202401619" target="_blank" rel="noopener">Richtlinie (EU) 2024/1619</a>. Es ist gleichzeitig harmloser und unangenehmer als die Zuspitzung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild-1024x573.png" alt="Dunkles Titelbild mit dem grossen Datum 11.01.2027. Darunter der Satz, dass Banken ausserhalb des EWR ab diesem Tag eine zugelassene Zweigstelle in der EU brauchen, sowie der Hinweis, dass Bestandsschutz nur für Verträge vor dem 11.07.2026 gilt. Oben links der Kicker Artikel 21c CRD VI." class="wp-image-22444" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild-1024x573.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild-300x168.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild-768x430.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild-1536x860.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild-500x280.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-auslandskonto-titelbild.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Harmloser, weil euch niemand etwas verbietet. Der Text adressiert Bankkunden mit keiner Silbe. Unangenehmer, weil das Ergebnis trotzdem dasselbe sein dürfte: Wer in der EU wohnt und ein Konto bei einer Bank ausserhalb des Europäischen Wirtschaftsraums hat, hat gute Aussichten, in den nächsten Monaten Post zu bekommen. Nicht aus Brüssel. Von seiner Bank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist dasselbe Muster wie vor einer Woche, nur spiegelverkehrt. Beim <a href="https://yourdevice.ch/digital-markets-act-schweiz/">Digital Markets Act</a> kostet das <em>Fehlen</em> einer Regel Schweizer Nutzer eine Wahl, weil Google freiwillig nichts mehr hergibt. Hier kostet das <em>Vorhandensein</em> einer Regel EU-Nutzer eine Wahl, weil Banken vorsorglich abwinken. Beide Male verschwindet eine Option, ohne dass jemand sie verboten hätte. Und beide Male lohnt es sich, genau hinzusehen, wer die Entscheidung eigentlich trifft — denn davon hängt ab, was ihr dagegen ausrichten könnt.</p>





<h2 class="wp-block-heading">CRD VI und das Auslandskonto: was Artikel 21c wirklich regelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">CRD VI ist die sechste Fassung der europäischen Eigenkapitalrichtlinie für Banken. Sie ändert die bestehende Richtlinie 2013/36/EU und schiebt dort einen neuen Artikel 21c ein. Der Artikelwortlaut selbst lässt sich über EUR-Lex leider nicht bequem abrufen — die Datenbank liefert bei Rechtsakten dieser Grösse nur die Erwägungsgründe aus. Die sind für unsere Zwecke aber sogar besser, weil sie den Zweck in ganzen Sätzen benennen. Erwägungsgrund 5 lautet:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Erbringung der in Anhang I Nummern 1, 2 und 6 der Richtlinie 2013/36/EU aufgeführten Kernbankdienstleistungen sollte von einer ausdrücklichen und harmonisierten Zulassungsanforderung im Unionsrecht abhängig gemacht werden, die besagt, dass in einem Drittland niedergelassene Unternehmen, die solche Kernbankdienstleistungen in der Union erbringen wollen, zumindest eine Zweigstelle in einem Mitgliedstaat errichten sollten und dass eine solche Zweigstelle nach dem Unionsrecht zugelassen sein muss, es sei denn, das Unternehmen beabsichtigt, Bankdienstleistungen in der Union über ein Tochterunternehmen zu erbringen."</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Dinge stehen da, und alle drei sind wichtig. Erstens: Adressat ist das „in einem Drittland niedergelassene Unternehmen", also die Bank. Zweitens: Es geht um <em>Kernbankdienstleistungen</em>, nicht um alles, was eine Bank tut. Gemeint sind die Nummern 1, 2 und 6 des Anhangs I — die Entgegennahme von Einlagen und anderen rückzahlbaren Geldern, die Kreditvergabe sowie Garantien und Zusagen. Drittens: Wer das in der EU anbieten will, braucht dort eine zugelassene Zweigstelle oder ein Tochterunternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Drittstaat" heisst in diesem Zusammenhang schlicht: ausserhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Damit sind die USA gemeint, Grossbritannien, Singapur — und die Schweiz. Ein Institut in Zürich, Genf oder Zug ist gegenüber einem Kunden mit Wohnsitz in München oder Wien ein Drittstaatsinstitut im Sinne von Artikel 21c. Das ist der Grund, warum dieses europäische Gesetzgebungsverfahren auf einem Schweizer Blog steht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Termine: 10. Januar 2026, 11. Juli 2026, 11. Januar 2027</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Richtlinie musste bis zum 10. Januar 2026 in nationales Recht umgesetzt sein. Deutschland hat das mit dem Bankenrichtlinienumsetzungs- und Bürokratieentlastungsgesetz vom 29. Januar 2026 getan, das die neuen <a href="https://dejure.org/gesetze/KWG/53c.html" target="_blank" rel="noopener">§§ 53c ff. KWG</a> eingefügt hat — dort steht der Verweis auf Anhang I Nummern 1, 2 und 6 wörtlich im Gesetzestext. Irland war deutlich später dran und hat die Umsetzung erst am <a href="https://www.williamfry.com/knowledge/crd-vi-third-country-branch-regime-transposed-in-ireland/" target="_blank" rel="noopener">10. Juli 2026</a> nachgereicht. Verlängert hat das nichts: Die Fristen der Richtlinie gelten europaweit unabhängig davon, wie pünktlich ein Mitgliedstaat war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angewendet wird die Zweigstellenpflicht ab dem <strong>11. Januar 2027</strong>. Und es gibt einen zweiten Stichtag, der bereits verstrichen ist: Verträge, die vor dem <strong>11. Juli 2026</strong> geschlossen wurden, geniessen Bestandsschutz. Das ist der Grund, warum die Diskussion seit dem Sommer laut geworden ist — die Tür für neue Verträge unter altem Recht ist bereits zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Türen, die trotzdem offen bleiben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer nur Erwägungsgrund 5 liest, kommt tatsächlich zur Panikversion. Erwägungsgrund 6 ist derjenige, den die Aufregerartikel konsequent weglassen. Er beginnt mit einem Satz, der die ganze Zuspitzung erledigt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Inanspruchnahme von Bankdienstleistungen ausserhalb der Union, wie im Rahmen der Vereinbarung der Welthandelsorganisation über Verpflichtungen bei Finanzdienstleistungen, bleibt unberührt."</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Übersetzt: Ihr dürft weiterhin ein Konto im Ausland haben. Was reguliert wird, ist nicht euer Zugriff nach draussen, sondern das aktive Angebot von draussen nach drinnen. Der Unterschied klingt nach Haarspalterei, ist aber der ganze Artikel — und er entscheidet darüber, ob ihr im Streitfall eine Rechtsposition habt oder keine.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erste Tür: die Eigeninitiative des Kunden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Derselbe Erwägungsgrund nimmt Fälle aus, in denen sich „ein Kunde oder eine Gegenpartei ausschliesslich auf eigene Initiative an ein in einem Drittland niedergelassenes Unternehmen wendet, um die Erbringung von Bankdienstleistungen, einschliesslich ihrer Fortsetzung, zu erwirken". Im Fachjargon heisst das <em>Reverse Solicitation</em>, umgekehrte Kontaktaufnahme. Ausgenommen sind zusätzlich Bankdienstleistungen, „die eng mit den ursprünglich angefragten verbunden sind".</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zweite und dritte Tür: Interbank, Konzern und MiFID</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Geschäfte zwischen Kreditinstituten und Geschäfte innerhalb einer Unternehmensgruppe fallen ebenfalls nicht unter die Zweigstellenpflicht. Und, für Privatkunden das Wichtigste: Wertpapierdienstleistungen nach Anhang I Abschnitt A der Richtlinie 2014/65/EU — kurz MiFID II — bleiben aussen vor. Das steht so ausdrücklich auch im deutschen Umsetzungsgesetz. Depotführung, Anlageberatung und Vermögensverwaltung aus Zürich für einen Kunden in Frankfurt sind damit nicht das Problem. Das reine Girokonto daneben schon.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vierte Tür: Bestandsschutz für Altverträge</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Verträge von vor dem 11. Juli 2026 bleiben geschützt. Das ist die grosszügigste der vier Türen und gleichzeitig die trügerischste, denn sie fällt zu, sobald sich am Vertrag etwas Wesentliches ändert. Die einschlägigen Kanzleianalysen nennen übereinstimmend Laufzeitverlängerungen, Erhöhungen von Kreditlinien, zusätzliche Auszahlungen und Novationen als solche wesentlichen Änderungen — <a href="https://www.skadden.com/insights/publications/2026/07/crd-vi-what-us-banks-need-to-know" target="_blank" rel="noopener">Skadden</a> und <a href="https://www.arthurcox.com/knowledge/article-21c-of-crd/" target="_blank" rel="noopener">Arthur Cox</a> etwa lesen den Punkt gleich. Eine Hypothek, die alle fünf Jahre prolongiert wird, ist damit nicht dauerhaft geschützt, sondern nur bis zur nächsten Verlängerung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="643" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-1024x643.png" alt="Schaubild zur Zweigstellenpflicht nach Artikel 21c CRD VI. Vom Ausgangsfall &quot;Bank ausserhalb des EWR bedient einen Kunden mit Wohnsitz in der EU&quot; führen drei Wege weg: Verträge, die vor dem 11.07.2026 geschlossen wurden, stehen unter Bestandsschutz, bis sich am Vertrag etwas Wesentliches ändert. Eigeninitiative des Kunden, Interbank- und Konzerngeschäft sowie MiFID-Wertpapierdienstleistungen bleiben zulässig, sofern die Bank die Voraussetzungen belegen kann. Eine neue Kernbankdienstleistung ab dem 11.01.2027 ist nur über eine zugelassene Zweigstelle oder ein EU-Tochterunternehmen möglich. Darunter eine Legende der drei Kernbankdienstleistungen nach Anhang I Nummern 1, 2 und 6 der Richtlinie 2013/36/EU: Einlagengeschäft, Kreditgeschäft sowie Garantien und Zusagen." class="wp-image-22445" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-1024x643.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-300x188.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-768x482.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-1536x964.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-2048x1285.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-verzweigung-500x314.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Ausnahmen dünner sind, als sie klingen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Ausnahmen klingen nach viel Spielraum. In der Praxis sind sie es nicht, und zwar aus einem Grund, der im Gesetzestext gar nicht steht: Die Beweislast liegt bei der Bank. Wer sich auf die Eigeninitiative des Kunden beruft, muss belegen können, dass es tatsächlich der Kunde war, der angefangen hat — und dass ihn niemand aus dem Umfeld der Bank vorher angesprochen, beworben oder angeschrieben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das praktisch aussieht, beschreibt <a href="https://kpmg-law.de/crd-vi-fuer-drittstaatenbanken-so-bleibt-cross-border-geschaeft-in-der-eu-noch-moeglich/" target="_blank" rel="noopener">KPMG Law</a>: dokumentierte Kundeninitiative für jeden Einzelfall, keine aktive Ansprache aus dem Drittstaat in die EU, saubere Trennung von Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, dazu ein eigenes internes Regelwerk für den Umgang mit solchen Fällen. <a href="https://www.ashurstperkinscoie.com/en/insights/third-country-branches-under-crd-vi/" target="_blank" rel="noopener">Ashurst</a> formuliert die betriebswirtschaftliche Pointe daraus: Ein Geschäftsmodell, das allein auf umgekehrter Kontaktaufnahme aufbaut, ist nach dieser Richtlinie nicht vorgesehen. Anders gesagt — die Ausnahme ist als Ausnahme gemeint und nicht als Hintertür, und die Aufsicht wird sie auch so behandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt ein Detail, das in der Debatte fast völlig untergeht: Eine Drittstaatszweigstelle bekommt <strong>keinen EU-Pass</strong>. Eine Zweigstelle in Frankfurt darf Kunden in Deutschland bedienen, nicht aber in Österreich, Frankreich und Italien gleich mit. Wer den europäischen Markt vollständig bedienen will, braucht entweder Zweigstellen in mehreren Mitgliedstaaten oder ein EU-Tochterunternehmen mit eigener Vollbanklizenz. Für eine Handvoll grosser Häuser ist das eine Rechenaufgabe. Für eine mittelgrosse Regionalbank mit dreihundert deutschen Kunden ist es keine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Zweigstelle ist auch kein Briefkasten. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat am <a href="https://www.eba.europa.eu/publications-and-media/press-releases/eba-sets-out-harmonised-reporting-standards-enhance-oversight-third-country-branches" target="_blank" rel="noopener">5. März 2026</a> den finalen Bericht zu den technischen Durchführungsstandards für die Aufsichtsmeldungen von Drittstaatszweigstellen vorgelegt: einheitliche Formate, gestufte Meldepflichten je nach Grösse und Komplexität, Daten auf Ebene der Zweigstelle <em>und</em> des Mutterinstituts. Erster Meldestichtag ist der 31. März 2027. Wer sich also fragt, warum eine Bank lieber kündigt als eine Zweigstelle eröffnet: Das hier ist die Antwort, in Tabellenform.</p>



<h2 class="wp-block-heading">FATCA hat vorgeführt, wie das ausgeht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mechanismus ist nicht neu, und es gibt einen Präzedenzfall, der auf europäischer Seite sogar amtlich dokumentiert ist. Der amerikanische Foreign Account Tax Compliance Act, kurz FATCA, hat US-Bürgern nie verboten, ein Konto in Europa zu führen. Er hat den Banken lediglich Meldepflichten auferlegt und sie für Verstösse haften lassen. Was daraus wurde, hat das Europäische Parlament in seiner <a href="https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-8-2018-0316_EN.html" target="_blank" rel="noopener">Entschliessung vom 5. Juli 2018</a> in einem einzigen Satz zusammengefasst. Erwägung F stellt fest, dass Betroffene</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„have their savings accounts frozen and are denied access to all banking services, including life insurance, pensions and mortgages, due to the reluctance of financial institutions to follow costly FATCA reporting"</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gesperrte Sparkonten, verweigerte Lebensversicherungen, verweigerte Hypotheken. Nicht wegen eines Verbots, sondern wegen der Unlust der Institute, teure Meldepflichten zu erfüllen. Erwägung E derselben Entschliessung hält zudem fest, die Kommission habe eingeräumt, FATCA und die zugehörigen zwischenstaatlichen Abkommen hätten „the unintended effect of hindering access to financial services in the EU" gehabt. Unbeabsichtigt, aber vorhersehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dieselbe Rechnung stellen jetzt Schweizer, britische und amerikanische Banken auf, nur mit vertauschten Rollen. Sie lautet nicht „dürfen wir noch?", sondern „lohnt es sich noch?". Und wenn ein Compliance-Abteilungsleiter zwischen einer dokumentierten Reverse-Solicitation-Akte für jeden einzelnen Kleinkunden und einem Kündigungsschreiben wählen darf, ist absehbar, wozu er raten wird. Der Fachdienst <a href="https://www.altii.de/ende-der-freistellung-was-artikel-21c-crd-vi-fur-family-offices-und-wealth-manager-bedeutet/" target="_blank" rel="noopener">altii</a> führt den Rückzug aus dem EU-Geschäft offen als dritte strategische Option neben Zweigstelle und Tochtergesellschaft — und hält fest, dass er beim Kunden als Kündigungsschreiben ankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sich am 11. Januar 2027 tatsächlich ändert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es lohnt, den Unterschied nüchtern nebeneinanderzulegen, weil beide Lager ihn übertreiben. Die Panikfraktion behauptet ein Verbot, das es nicht gibt. Die Beschwichtigungsfraktion — meist Beratungshäuser, die am Umsetzungsprojekt mitverdienen — behauptet, für Privatkunden ändere sich praktisch nichts. Beides stimmt nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="506" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-1024x506.png" alt="Gegenüberstellung der Rechtslage vor und nach dem 11. Januar 2027. Links, bis zum 10.01.2027: Eine Bank ausserhalb des EWR kann Einlagen, Kredite sowie Garantien und Zusagen direkt in die EU anbieten, zum Teil über Freistellungen einzelner Mitgliedstaaten, ohne harmonisierte Zulassung und ohne einheitliche Aufsichtsmeldung; der Kunde steht ausserhalb der europäischen Einlagensicherung. Rechts, ab dem 11.01.2027: Kernbankdienstleistungen nur noch über eine zugelassene Zweigstelle oder ein Tochterunternehmen in der EU, die Zulassung gilt nur im jeweiligen Mitgliedstaat ohne EU-Pass, Ausnahmen für Eigeninitiative des Kunden sowie Interbank-, Konzern- und MiFID-Geschäft, Bestandsschutz für Verträge vor dem 11.07.2026, erste Aufsichtsmeldung zum 31.03.2027." class="wp-image-22446" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-1024x506.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-300x148.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-768x380.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-1536x759.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-2048x1012.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/crd-vi-vorher-nachher-500x247.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was verschwindet, ist die Selbstverständlichkeit. Bis jetzt konnte eine Bank in Zürich einen deutschen Privatkunden betreuen, ohne dass jemand nach einer Zulassung gefragt hätte — in mehreren Mitgliedstaaten gab es dafür nationale Freistellungen, die genau das erlaubten. Ab dem 11. Januar 2027 ist der Vorgang begründungspflichtig, dokumentationspflichtig und aufsichtsrelevant. Das ist kein Verbot. Es ist eine Verteuerung, und Verteuerungen wirken bei kleinen Kunden zuerst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der EWR schrumpft nicht, nur der Raum ausserhalb</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Einschränkung gehört an dieser Stelle unbedingt dazu, weil sie in den Aufregerartikeln fehlt: Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ändert sich <em>gar nichts</em>. Ein Konto in Österreich, Luxemburg, Irland, den Niederlanden oder Liechtenstein ist von Artikel 21c nicht betroffen, weil dort keine Drittstaatsinstitute sitzen. Wer aus Diversifikationsgründen ein zweites Konto ausserhalb seines Heimatlands möchte, kann das weiterhin problemlos tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was schrumpft, ist der Raum <em>ausserhalb</em> — und damit ausgerechnet der Teil, der als Rückversicherung gegen eine europäische Fehlentwicklung gedacht wäre. Wer ein Konto in der Schweiz hält, weil er den europäischen Institutionen nicht über den Weg traut, verliert genau die Absicherung, die er meinte. Wer eines in Luxemburg hält, verliert nichts. Das ist keine Nebenwirkung, es ist die Logik der Sache: Ein Binnenmarkt schützt seinen Rand, nicht seine Ausgänge.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gegenposition — und warum sie nur zur Hälfte trägt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das beste Argument für Artikel 21c ist kein europapolitisches, sondern ein aufsichtsrechtliches, und es ist ernst zu nehmen. Bis jetzt konnte ein Institut, das keiner europäischen Aufsicht untersteht, in Europa Einlagen einsammeln und Kredite vergeben, ohne dass irgendeine Behörde wusste, in welchem Umfang. Es gab keine einheitliche Meldung, keinen Überblick über die Risiken, und im Fall einer Schieflage keine europäische Einlagensicherung, auf die sich ein Kunde hätte berufen können. Der Kunde trug ein Risiko, das er in aller Regel nicht kannte. Dass eine Aufsichtsbehörde das nicht dauerhaft hinnehmen will, ist nachvollziehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das zweite Argument stimmt: Eine europäische Bank musste sich seit Jahren an Eigenkapitalvorschriften, Meldepflichten und Sanierungsplanung halten, während ein Institut aus einem Drittstaat dieselben Kunden ohne diese Kosten bedienen durfte. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, für den es keine sachliche Begründung gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur geht die Rechnung eben nur auf, wenn die Zweigstelle am Ende auch entsteht. Ein Aufsichtsregime, das dazu führt, dass die beaufsichtigte Tätigkeit gar nicht mehr stattfindet, hat kein Risiko beseitigt, sondern eine Wahlmöglichkeit. Die Aufsicht bekommt saubere Meldebögen über ein Geschäft, das es nicht mehr gibt. Und der Kunde, dem die Aufsicht das Risiko ersparen wollte, bekommt ein Kündigungsschreiben und die Empfehlung, sich an ein europäisches Institut zu wenden — dessen Konditionen, Datenweitergabe und Gebühren er sich nicht ausgesucht hat. Schutz, den niemand ablehnen kann, ist selten Schutz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Zusammenhang mit dem digitalen Euro — und wo er aufhört</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es liegt nahe, Artikel 21c in dieselbe Reihe zu stellen wie den <a href="https://yourdevice.ch/digitaler-euro-ein-versprechen-ist-kein-protokoll/">digitalen Euro</a>, das geplante Vermögensregister und die europaweite Bargeldobergrenze, die wir im <a href="https://yourdevice.ch/warum-die-eu-sterben-muss-damit-europa-leben-kann/">grossen EU-Kommentar</a> auseinandergenommen haben. Und ein Zusammenhang besteht durchaus, aber ein anderer als der gern behauptete. Es gibt keinen Beleg dafür, dass CRD VI als Kapitalverkehrskontrolle gemeint wäre; die Richtlinie ist ein Bankenaufsichtsprojekt und liest sich auch so. Wer ihr eine verdeckte Absicht unterstellt, muss das belegen, und diesen Beleg hat bislang niemand geliefert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der tatsächliche Zusammenhang ist struktureller Art: Es ist derselbe Vorgang, wie er beim digitalen Euro bei der Haltegrenze auftritt. Eine Regel wird nicht deshalb gefährlich, weil sie euch etwas verbietet, sondern weil sie an einer Stelle ansetzt, an der ihr nicht sitzt. Beim digitalen Euro entscheidet eine Verordnung über die Obergrenze, nicht ihr. Bei Artikel 21c entscheidet die Risikoabwägung einer Bank über euren Zugang, nicht ihr. In beiden Fällen ist die Instanz, die tatsächlich entscheidet, für euch nicht erreichbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der naheliegende Kurzschluss lautet an dieser Stelle: also Bitcoin. Der ist nur zur Hälfte richtig, und die falsche Hälfte kostet Geld. Selbstverwahrtes Geld löst tatsächlich das Problem, dass ein Vermittler eure Guthaben kündigen kann — niemand kann eine Wallet schliessen, deren Schlüssel er nicht hat. Es löst aber nicht das Problem, das ein Auslandskonto löst: Miete zahlen, Gehalt empfangen, eine Lastschrift einziehen lassen, in einer zweiten Währung liquide sein. Wer Bitcoin als Ersatz für ein Girokonto verkauft, verkauft eine Bohrmaschine als Regenschirm. Als <em>Ergänzung</em>, die niemand kündigen kann, ist die Sache dagegen ein sehr ernsthaftes Argument — dann aber bitte mit einem Blick darauf, was <a href="https://yourdevice.ch/ist-no-kyc-wirklich-ein-garantie-fuer-anonymitaet/">KYC und Pseudo-No-KYC</a> in der Praxis wirklich leisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für euch heisst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen eine europäische Richtlinie, deren Umsetzungsfrist im Januar 2026 abgelaufen ist, richtet ein einzelner Kontoinhaber nichts mehr aus. Eine Handlungsliste wäre hier gelogen. Was ihr stattdessen habt, ist eine Lage, die sich einordnen lässt — und ein paar Unterschiede, die im Ernstfall zählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr seid nur mittelbar betroffen, aber ihr seid es.</strong> Der Gesetzestext richtet sich nicht an euch. Das Kündigungsschreiben, das ihr eventuell bekommt, kommt trotzdem. Es ist die Entscheidung eurer Bank, nicht die Anordnung eines Gesetzgebers — genau deshalb ist sie auch verhandelbar, während ein Verbot es nicht wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Datum eures Vertrags entscheidet mit.</strong> Wer vor dem 11. Juli 2026 abgeschlossen hat, steht anders da als jemand, der danach abgeschlossen hat. Ob der Bestandsschutz im konkreten Fall greift und was als wesentliche Vertragsänderung gilt, ist eine Rechtsfrage — dieser Artikel ist Journalismus und keine Rechtsberatung, und wo es um eine laufende Finanzierung geht, gehört die Frage einem Anwalt vorgelegt und nicht einem Blog.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Depot und Girokonto sind rechtlich zwei verschiedene Dinge.</strong> Die MiFID-Ausnahme trägt Wertpapierdienstleistungen weiter, das reine Zahlungsverkehrskonto daneben nicht. Wer beides bei derselben Auslandsbank hat, sollte damit rechnen, dass die Bank die beiden Teile unterschiedlich behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Innerhalb des EWR bleibt alles, wie es war.</strong> Wer Streuung will und nicht Distanz zu Brüssel, hat weiterhin die volle Auswahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die nächsten Termine stehen fest.</strong> Am 11. Januar 2027 greift die Zweigstellenpflicht, am 31. März 2027 ist der erste Meldestichtag der EBA-Standards. Zwischen heute und dem Januar entscheiden die Institute, ob sie bleiben oder gehen. Diese Entscheidungen werden nicht in Brüssel verkündet, sondern in Serienbriefen — es lohnt sich, Post von der Bank in dieser Zeit tatsächlich zu lesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die Option verschwindet, ohne dass jemand sie verbietet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Artikel 21c CRD VI verbietet euch kein Auslandskonto, und wer das behauptet, hat die Richtlinie nicht gelesen oder verkauft nebenbei Beratung. Erwägungsgrund 6 stellt ausdrücklich klar, dass die Inanspruchnahme von Bankdienstleistungen ausserhalb der Union unberührt bleibt. Diese Klarstellung ist keine Formalie: Solange es die Entscheidung der Bank ist und kein Verbot, habt ihr eine Position — Bestandsschutz, Eigeninitiative, MiFID-Depot, im Zweifel ein Gespräch. Bei einem echten Verbot hättet ihr nichts davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem trifft es am Ende die Nutzer. Nicht weil ein Gesetzgeber es angeordnet hätte, sondern weil eine Regel, die einen Vermittler teuer und haftbar macht, diesen Vermittler zuverlässig dazu bringt, die unrentablen Kunden abzustossen. FATCA hat das vorgeführt, das Europäische Parlament hat es 2018 protokolliert, und die Erkenntnis ist offenbar in keine Folgenabschätzung eingeflossen. Der Unterschied zwischen „verboten" und „nicht mehr angeboten" ist juristisch riesig und im Alltag gleich null.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die eigentliche Lehre, und sie geht über das Bankwesen hinaus. Wirksame Einschränkungen kommen inzwischen selten als Verbot. Sie kommen als Auflage an denjenigen, der euch bedient — als <a href="https://yourdevice.ch/android-entwickler-verifizierung-euer-geraet-ist-egal/">Verifizierungspflicht für App-Entwickler</a>, als Prüfpflicht für Plattformen, als Zulassungspflicht für Banken. Der Adressat trägt das Risiko, ihr tragt die Folge, und im Gesetzestext steht euer Name nirgends. Wer nur nach Verboten sucht, wird die nächsten zehn Jahre nichts finden und trotzdem immer weniger dürfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202401619" target="_blank" rel="noopener">Richtlinie (EU) 2024/1619 (CRD VI), EUR-Lex</a> — Erwägungsgründe 5 und 6 zur Zweigstellenpflicht und den Ausnahmen</li>



<li><a href="https://dejure.org/gesetze/KWG/53c.html" target="_blank" rel="noopener">§ 53c KWG</a> — die deutsche Umsetzung mit dem Verweis auf Anhang I Nummern 1, 2 und 6</li>



<li><a href="https://cms.law/de/deu/legal-updates/crd-vi-umsetzung-neue-anforderungen-fuer-drittstaatenzweigstellen-in-deutschland" target="_blank" rel="noopener">CMS zur deutschen Umsetzung</a> — Bankenrichtlinienumsetzungsgesetz vom 29. Januar 2026, §§ 53c und 53cc KWG</li>



<li><a href="https://www.eba.europa.eu/publications-and-media/press-releases/eba-sets-out-harmonised-reporting-standards-enhance-oversight-third-country-branches" target="_blank" rel="noopener">EBA, Pressemitteilung vom 5. März 2026</a> — Durchführungsstandards für die Meldungen von Drittstaatszweigstellen, erster Stichtag 31. März 2027</li>



<li><a href="https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-8-2018-0316_EN.html" target="_blank" rel="noopener">Entschliessung des Europäischen Parlaments vom 5. Juli 2018 zu FATCA</a> — Erwägungen E und F zu gesperrten Konten und verweigerten Bankdienstleistungen</li>



<li><a href="https://www.skadden.com/insights/publications/2026/07/crd-vi-what-us-banks-need-to-know" target="_blank" rel="noopener">Skadden, CRD VI: What US Banks Need to Know</a> — Stichtage, Ausnahmen, wesentliche Vertragsänderungen</li>



<li><a href="https://www.arthurcox.com/knowledge/article-21c-of-crd/" target="_blank" rel="noopener">Arthur Cox zu Artikel 21c</a> — Kerndienstleistungen und der Begriff der umgekehrten Kontaktaufnahme</li>



<li><a href="https://www.williamfry.com/knowledge/crd-vi-third-country-branch-regime-transposed-in-ireland/" target="_blank" rel="noopener">William Fry zur irischen Umsetzung</a> — verspätete Umsetzung am 10. Juli 2026 ohne Verlängerung der Fristen</li>



<li><a href="https://www.ashurstperkinscoie.com/en/insights/third-country-branches-under-crd-vi/" target="_blank" rel="noopener">Ashurst zu Drittstaatszweigstellen</a> — Beweislast und Grenzen der Reverse-Solicitation-Ausnahme</li>



<li><a href="https://kpmg-law.de/crd-vi-fuer-drittstaatenbanken-so-bleibt-cross-border-geschaeft-in-der-eu-noch-moeglich/" target="_blank" rel="noopener">KPMG Law zu den verbleibenden Wegen</a> — Dokumentationspflichten und Meldefrequenzen der Zweigstellenklassen</li>



<li><a href="https://www.lw.com/en/insights/crd-vi-implications-of-the-licensed-branch-requirement-on-lending-to-eu-borrowers" target="_blank" rel="noopener">Latham &amp; Watkins zur Kreditvergabe an EU-Kreditnehmer</a> — Auswirkungen der Zulassungspflicht auf Finanzierungen</li>



<li><a href="https://www.altii.de/ende-der-freistellung-was-artikel-21c-crd-vi-fur-family-offices-und-wealth-manager-bedeutet/" target="_blank" rel="noopener">altii zum Ende der Freistellung</a> — Folgen für Privatkunden, MiFID-Abgrenzung und die Rückzugsoption der Banken</li>
</ul>
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		<title>Paperless-ngx einrichten: papierlos ohne Cloud</title>
		<link>https://yourdevice.ch/paperless-ngx-einrichten/</link>
					<comments>https://yourdevice.ch/paperless-ngx-einrichten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 07:51:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Docker]]></category>
		<category><![CDATA[OpenSource]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[selfhosting]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Paperless-ngx einrichten mit Docker Compose: Installation, OCR auf Deutsch, Eingangskorb, Sicherung und die häufigsten Stolperfallen. Papierlos ohne Cloud.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Irgendwo in eurer Wohnung steht ein Ordner mit der Aufschrift „Wichtig“, und niemand weiss, ob die Autoversicherung darin ist. Auf der Festplatte liegt daneben ein Ordner namens <code>Scans</code>, in dem 400 Dateien mit Namen wie <code>scan_0043.pdf</code> versauern. Beides ist ein Archiv im selben Sinn, in dem ein Schrottplatz ein Ersatzteillager ist: Es ist alles da, nur findet es keiner.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="531" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-1024x531.png" alt="" class="wp-image-21779" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-1024x531.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-300x156.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-768x398.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-1536x796.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-2048x1062.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-4-500x259.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Paperless-ngx löst genau dieses Problem, und zwar auf eurer eigenen Hardware. Die Software liest jedes eingeworfene Dokument per Texterkennung ein, legt eine durchsuchbare Archivfassung daneben, rührt das Original nicht an und macht den ganzen Bestand über eine Volltextsuche zugänglich. Kein Abo, kein fremdes Rechenzentrum, kein Anbieter, der in drei Jahren den Dienst einstellt. In dieser Anleitung richtet ihr Paperless-ngx mit Docker Compose ein, von der leeren Verzeichnisstruktur bis zum ersten gefundenen Dokument — inklusive der Stellen, an denen es erfahrungsgemäss klemmt.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was Paperless-ngx ist, bevor ihr es einrichtet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paperless-ngx ist ein selbst gehostetes Dokumentenverwaltungssystem unter der GPL-3.0 und laut <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eigener Projektbeschreibung</a> der offizielle Nachfolger von Paperless und Paperless-ng. Das Projekt beschreibt sich selbst als „community-supported“ und hat die Verantwortung bewusst auf mehrere Personen verteilt, statt an einem einzelnen Entwickler zu hängen — ein Detail, das bei selbst gehosteter Software wichtiger ist als jede Funktionsliste. Technisch steckt Django im Rückgrat und Angular in der Oberfläche, ausgeliefert wird primär als Container.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Texterkennung macht Paperless nicht selbst. Dafür ist <a href="https://github.com/ocrmypdf/OCRmyPDF" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OCRmyPDF</a> zuständig, das eine Textebene unter das gescannte Bild legt, sodass die Seite aussieht wie vorher, sich aber durchsuchen und kopieren lässt. OCRmyPDF wiederum stützt sich auf <a href="https://github.com/tesseract-ocr/tesseract" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tesseract</a>, die freie OCR-Engine unter Apache-2.0, die aus einer Entwicklung von Hewlett-Packard zwischen 1985 und 1994 hervorgegangen ist, danach jahrelang bei Google lag und heute über hundert Sprachen erkennt. Das Ergebnis ist standardmässig ein PDF/A, also das Format, das für Langzeitarchivierung gedacht ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig für das Vertrauen in die Sache: Paperless speichert laut <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/usage.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dokumentation</a> immer das Original und überschreibt es nie. Die Archivfassung entsteht daneben. Wenn die Texterkennung Unsinn produziert, ist das ärgerlich, aber nicht endgültig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Version 3.0 und was sie mitbringt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Hauptversion ist 3.0, veröffentlicht am 22. Juli 2026, gefolgt von den Punktständen 3.0.1 bis 3.0.3 innerhalb der darauffolgenden drei Tage — nachzulesen in der <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/releases" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Release-Übersicht</a>. Der <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/releases/tag/v3.0.0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eintrag zu 3.0.0</a> nennt einige harte Schnitte: Die Suchmaschine Whoosh ist durch Tantivy ersetzt, die API-Version 1 ist weg, Python 3.10 wird nicht mehr unterstützt, und die Dokumentverschlüsselung wurde abgeschafft. Dazu kommen ein Plugin-Rahmen für Dokumentparser und eine Versionierung für Dokumente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls neu in 3.0: eine Anbindung an Sprachmodelle unter dem Namen „Paperless AI“ und die Möglichkeit, die Texterkennung per Azure AI auszulagern. Wer eine Dokumentenverwaltung aufsetzt, um seine Steuerunterlagen aus fremden Rechenzentren herauszuholen, wird für die zweite Funktion vermutlich wenig Verwendung haben. Sie ist da; sie zu ignorieren ist eine gültige Konfigurationsentscheidung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was Paperless-ngx nicht ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist kein Dateisynchronisierer. Es ersetzt keine Nextcloud und will es auch nicht. Und es ist ausdrücklich keine Ablage für Dateien, die ihr weiterbearbeiten wollt — was hineingeht, ist ein abgeschlossenes Dokument: Rechnung, Vertrag, Lohnabrechnung, Arztbericht. Wer versucht, seine Projektordner darin zu verwalten, kämpft gegen das Werkzeug statt mit ihm.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Voraussetzungen: Hardware, Linux, Docker</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paperless läuft auf jedem Linux-Rechner, der dauerhaft an ist: ein alter Mini-PC, ein Heimserver, eine virtuelle Maschine, ein Raspberry Pi 4 oder 5. Die Texterkennung ist der einzige Teil, der wirklich Rechenzeit frisst, und sie läuft im Hintergrund. Ein Dokument, das drei Minuten braucht statt zwanzig Sekunden, ist beim Einlesen von zehn Seiten pro Woche kein Problem. Beim Erstimport von zwölf Jahren Aktenordnern schon — plant dafür eine Nacht ein und nicht eine Kaffeepause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Arbeitsspeicher gilt: unter 2 GB wird es zäh, ab 4 GB ist es entspannt. Der Speicherplatz richtet sich nach eurem Papierberg; ein einseitiger Scan in 300 dpi landet je nach Vorlage im niedrigen einstelligen Megabyte-Bereich, und Paperless legt Original und Archivfassung ab, rechnet also grob mit dem Doppelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebraucht wird Docker samt Compose-Plugin. Wer das noch nicht installiert hat, findet den Weg dorthin in unserer Anleitung <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/">Docker Basics und Installation auf Mint, Ubuntu und Debian</a>. Es gibt daneben einen Weg ohne Container, und die <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/setup.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Installationsdokumentation</a> beschreibt ihn auch: Linux zwingend, Python 3.11 bis 3.14, dazu unter anderem <code>imagemagick</code>, <code>ghostscript</code>, <code>tesseract-ocr</code>, ein Redis-kompatibler Broker und eine Datenbank. Diese Anleitung nimmt den Container-Weg, weil dort die Abhängigkeiten bereits stimmen und ein Update aus zwei Befehlen besteht statt aus einem Nachmittag.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Container und Ablagen, aus denen Paperless besteht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor der erste Befehl fällt, lohnt ein Blick auf den Aufbau, denn er entscheidet später darüber, was ins Backup muss. Die empfohlene Variante mit PostgreSQL besteht laut <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docker/compose/docker-compose.postgres.yml" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der zugehörigen Compose-Datei</a> aus drei Diensten: <code>webserver</code> mit dem Abbild <code>ghcr.io/paperless-ngx/paperless-ngx:latest</code> auf Port 8000, <code>db</code> mit <code>postgres:18</code> und <code>broker</code> mit <code>valkey:9-alpine</code>, dem quelloffenen Redis-Nachfolger, der die Warteschlange der Verarbeitungsaufträge hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommen vier Docker-Volumes — <code>data</code>, <code>media</code>, <code>pgdata</code>, <code>redisdata</code> — und zwei Ordner, die direkt aus eurem Dateisystem eingehängt werden: <code>./consume</code> als Eingangskorb und <code>./export</code> für Sicherungen. Die Trennung ist der Kern der Sache: Was ihr seht und anfasst, ist der Eingangskorb. Was das Archiv ausmacht, liegt in den Volumes.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-1024x713.png" alt="Topologie in drei Zonen. Links die Ordner auf dem Host, consume und export, mit ihren Pfaden im Container. In der Mitte die drei Dienste der Compose-Datei: webserver auf Port 8000, broker mit valkey:9-alpine und db mit postgres:18. Rechts die Docker-Volumes media, data, pgdata und redisdata. Die Aussage: Das Archiv liegt in den Volumes rechts, nicht im Eingangsordner links; gesichert werden müssen media, data und pgdata, entweder über den document_exporter oder über die Volumes selbst." class="wp-image-21776" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-1024x713.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-300x209.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-768x535.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-1536x1070.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-2048x1427.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/paperless-ngx-ablagen-500x348.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 1: Verzeichnis anlegen und die Vorlagen holen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Legt ein eigenes Verzeichnis an, in dem alles zusammenbleibt. Alle weiteren Befehle laufen darin.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>mkdir -p ~/paperless &amp;&amp; cd ~/paperless
mkdir -p consume export</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Verzeichnis <code>docker/compose</code> des Projekts braucht ihr drei Dateien: eine <code>docker-compose.*.yml</code> passend zur gewünschten Datenbank, dazu <code>docker-compose.env</code> und <code>.env</code>. Für eine Neuinstallation empfiehlt die Dokumentation PostgreSQL.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>BASE=https://raw.githubusercontent.com/paperless-ngx/paperless-ngx/main/docker/compose

wget -O docker-compose.yml  $BASE/docker-compose.postgres.yml
wget -O docker-compose.env  $BASE/docker-compose.env
wget -O .env                $BASE/.env</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dokumentation bietet zusätzlich ein Installationsskript an, das sich per <code>curl</code> holen und direkt in die Shell schütten lässt. Es funktioniert und fragt die wichtigsten Werte interaktiv ab. Wer ein Skript aus dem Netz ungelesen mit den eigenen Rechten ausführt, sollte das trotzdem bewusst tun und nicht aus Bequemlichkeit — ladet es herunter, lest es, führt es dann aus. Der manuelle Weg oben braucht drei Minuten länger und ihr wisst danach, was auf eurem Rechner steht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 2: docker-compose.env ausfüllen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Datei ist die eigentliche Konfiguration. Die <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docker/compose/docker-compose.env" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vorlage</a> enthält die wichtigsten Werte bereits auskommentiert. Vier davon setzt ihr in jedem Fall.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Benutzer-ID.</strong> Der Container muss in den Eingangsordner schreiben dürfen, und zwar mit derselben Kennung wie ihr. Fragt sie ab:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>id -u
id -g</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der geheime Schlüssel.</strong> <code>PAPERLESS_SECRET_KEY</code> ist Pflicht. Die Dokumentation ist deutlich: „Paperless will refuse to start if this is not set.“ In der Vorlage steht der Platzhalter <code>change-me</code>, und genau so ist er gemeint. Erzeugt einen echten Wert:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>python3 -c "import secrets; print(secrets.token_urlsafe(64))"</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Zeitzone.</strong> Ohne Angabe läuft alles in UTC, was dazu führt, dass ein Dokument vom Abend das Datum des Folgetags bekommt. Für die Schweiz also <code>Europe/Zurich</code>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die OCR-Sprache.</strong> Der Vorgabewert ist <code>eng</code>. Ein deutscher Mietvertrag, den Tesseract für Englisch hält, ergibt eine Textebene, die zwar existiert, aber nichts findet. Setzt <code>PAPERLESS_OCR_LANGUAGE=deu</code>. Zusätzliche Sprachen kommen über <code>PAPERLESS_OCR_LANGUAGES</code> dazu; laut Vorlage bringt das Abbild Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Französisch bereits mit, für Deutsch ist also nichts nachzuinstallieren.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>USERMAP_UID=1000
USERMAP_GID=1000
PAPERLESS_SECRET_KEY=&lt;der erzeugte Wert&gt;
PAPERLESS_TIME_ZONE=Europe/Zurich
PAPERLESS_OCR_LANGUAGE=deu</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Ein fünfter Wert wird gebraucht, sobald Paperless nicht mehr nur lokal erreichbar ist: <code>PAPERLESS_URL</code>. Diese Variable setzt laut <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/configuration.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Konfigurationsdokumentation</a> gleichzeitig <code>ALLOWED_HOSTS</code>, <code>CORS_ALLOWED_HOSTS</code> und <code>CSRF_TRUSTED_ORIGINS</code>. Wer sie vergisst und trotzdem einen Reverse Proxy davorstellt, bekommt beim Anmelden einen CSRF-Fehler und sucht danach an der falschen Stelle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 3: Die Ordner in der Compose-Datei prüfen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet <code>docker-compose.yml</code> und seht euch den Abschnitt <code>volumes</code> des Dienstes <code>webserver</code> an. Zwei Einträge sind Pfade aus eurem Dateisystem und keine Docker-Volumes:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>    volumes:
      - data:/usr/src/paperless/data
      - media:/usr/src/paperless/media
      - ./export:/usr/src/paperless/export
      - ./consume:/usr/src/paperless/consume</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Eingangskorb woanders liegen soll — etwa in einem Ordner, in den euer Scanner oder eure Nextcloud ablegt — ändert ihr hier den linken Teil vor dem Doppelpunkt. Der rechte Teil bleibt unangetastet, das ist der Pfad im Container. Der Port lässt sich im Abschnitt <code>ports</code> ebenfalls verschieben, falls 8000 schon belegt ist; geändert wird nur die Zahl links.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Achtet darauf, dass der Eingangsordner eurem Benutzer gehört. Ein Eingangskorb, in den der Container nicht hineinschauen darf, ist die häufigste Ursache für Dokumente, die einfach liegen bleiben und dabei keine Fehlermeldung produzieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 4: Starten und den ersten Benutzer anlegen</h2>



<pre class="wp-block-code"><code>docker compose pull
docker compose up -d
docker compose logs -f webserver</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Start dauert, weil Datenbankmigrationen laufen. Beobachtet das Protokoll, bis keine neuen Zeilen mehr kommen, und brecht die Anzeige dann mit <code>Strg+C</code> ab — das beendet nur die Protokollausgabe, nicht die Container.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ist die Oberfläche unter <code>http://127.0.0.1:8000</code> erreichbar, beziehungsweise unter der IP-Adresse des Servers. Beim ersten Aufruf lässt sich das Administratorkonto direkt im Browser anlegen. Falls das nicht erscheint oder ihr ein weiteres Konto braucht, geht es auch über die Kommandozeile; laut <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/administration.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verwaltungsdokumentation</a> laufen alle Verwaltungsbefehle im laufenden Betrieb über <code>docker compose exec webserver</code>:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker compose exec webserver createsuperuser</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 5: Das erste Dokument einwerfen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptweg in die Datenbank ist der Eingangsordner. Die Dokumentation nennt ihn beim Namen: „The primary method of getting documents into your database is by putting them in the consumption directory.“ Kopiert eine PDF-Datei nach <code>~/paperless/consume</code> und schaut der Oberfläche zu. Nach einigen Sekunden bis Minuten erscheint das Dokument in der Übersicht, die Datei im Eingangsordner verschwindet, und im Archiv liegen zwei Fassungen: euer unverändertes Original und die durchsuchbare Archivfassung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben gibt es drei weitere Wege. Die Oberfläche hat einen Hochladeknopf und nimmt auch Dateien per Ziehen und Fallenlassen an. Paperless kann E-Mail-Konten abrufen und Anhänge automatisch verarbeiten. Und es erkennt Archivnummern per Strichcode, was beim Digitalisieren grosser Papierbestände hilft, wenn ihr die Blätter physisch behalten und später wiederfinden wollt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Schalter aus der Konfiguration lohnen sich früh. <code>PAPERLESS_CONSUMER_RECURSIVE</code> steht auf <code>false</code>; auf <code>true</code> gesetzt schaut Paperless auch in Unterordner des Eingangskorbs. In Kombination mit <code>PAPERLESS_CONSUMER_SUBDIRS_AS_TAGS</code> werden diese Unterordner zu Schlagwörtern — wer ohnehin nach Ordnern sortiert scannt, bekommt damit die halbe Verschlagwortung geschenkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Nachschub gilt: Ihr braucht einen Scanner, der brauchbare Vorlagen liefert. Wie das unter Linux ohne Herstellersoftware funktioniert, steht in <a href="https://yourdevice.ch/scannen-unter-linux-und-gimp-scan-anleitung/">Scannen unter Linux und GIMP Scan Anleitung</a> — 300 dpi sind für Dokumente der sinnvolle Wert, mehr bringt der Texterkennung nichts und kostet nur Platz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ordnung, die trägt: Schlagwörter, Korrespondenten, Dokumenttypen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paperless kennt vier Ordnungsmerkmale, und sie tun nicht dasselbe. <strong>Schlagwörter</strong> gruppieren Dokumente frei; ein Dokument kann mehrere tragen. <strong>Korrespondenten</strong> sind Person, Behörde oder Firma, von der ein Dokument stammt oder an die es ging. <strong>Dokumenttypen</strong> klassifizieren die Art: Rechnung, Brief, Kontoauszug. <strong>Speicherpfade</strong> bestimmen, wo die Datei tatsächlich abgelegt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Versuchung, hier gleich ein dreistufiges Ordnungssystem mit 60 Schlagwörtern zu bauen, ist gross. Widersteht ihr. Die Volltextsuche findet Dokumente über ihren Inhalt, und zwar über Inhalt, Titel, Korrespondent, Typ und Schlagwörter gleichzeitig. Fünf Schlagwörter, die ihr wirklich benutzt, schlagen sechzig, die ihr beim Einlesen jedes Mal neu erwägen müsst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Suche versteht dabei mehr als eine Wortliste. Laut Dokumentation funktionieren logische Ausdrücke wie <code>shopname AND (product1 OR product2)</code>, gezielte Filter wie <code>type:invoice tag:unpaid</code>, Datumsbereiche in der Form <code>created:[2005 to 2009]</code> und Platzhalter wie <code>produ*name</code>. Damit findet ihr die Rechnung vom Sanitär aus dem vorletzten Winter, ohne zu wissen, wie er heisst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Office-Dateien und E-Mails: Gotenberg und Tika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer nicht nur Scans, sondern auch Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien oder deren LibreOffice-Entsprechungen ablegen will, braucht zwei zusätzliche Dienste. Die Compose-Datei <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docker/compose/docker-compose.postgres-tika.yml" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docker-compose.postgres-tika.yml</a> bringt sie mit: <code>docker.io/gotenberg/gotenberg:8.33</code> für die Umwandlung und <code>docker.io/apache/tika:latest</code> für die Inhaltsanalyse. Angebunden werden sie über drei Variablen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>      PAPERLESS_TIKA_ENABLED: 1
      PAPERLESS_TIKA_ENDPOINT: http://tika:9998
      PAPERLESS_TIKA_GOTENBERG_ENDPOINT: http://gotenberg:3000</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Gotenberg übernimmt daneben die Umwandlung von <code>.eml</code>-Dateien, also gespeicherten E-Mails. Wer diese Variante gleich zu Beginn nimmt, spart sich den späteren Umbau; wer nur Papier verarbeitet, lässt die beiden Container weg und spart sich rund ein Gigabyte Arbeitsspeicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von aussen erreichbar? Erst lesen, dann öffnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier steht eine Warnung, die aus dem Projekt selbst kommt und nicht von uns: Sensible Dokumente gehören auf einen lokalen Server, und Paperless-ngx sollte nie auf einem Rechner laufen, dem ihr nicht vertraut. Das ist kein Kleingedrucktes, sondern die Zusammenfassung dessen, was in diesem Archiv liegt — Ausweiskopien, Lohnabrechnungen, Arztberichte, Verträge. Ein kompromittierter Paperless-Server ist eine vollständige Selbstauskunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus folgt eine klare Reihenfolge. Erste Wahl ist gar kein Zugriff von aussen: Paperless bleibt im Heimnetz, und wer von unterwegs heranwill, baut vorher einen Tunnel. Wie das geht, steht in <a href="https://yourdevice.ch/schnell-und-einfach-einen-wireguard-vpn-betreiben/">Schnell und einfach einen Wireguard VPN betreiben</a>. Ein VPN gibt dem Angreifer nichts, was er ohne Schlüssel überhaupt ansprechen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es doch eine öffentlich erreichbare Adresse sein muss, gehört ein Reverse Proxy mit TLS davor, und <code>PAPERLESS_URL</code> muss auf genau diese Adresse zeigen. Den Weg dorthin ohne Certbot beschreibt <a href="https://yourdevice.ch/caddy-reverse-proxy-einrichten/">Caddy Reverse Proxy einrichten: HTTPS ohne Certbot</a>; die Struktur ist dieselbe wie bei den dort gezeigten Diensten, nur mit Port 8000 statt 2283. Und selbst dann bleibt die Empfehlung des Projekts bestehen, dass die Maschine unter eurer Kontrolle steht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Backup: was gesichert werden muss und was nicht reicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Dokumentenarchiv ohne Sicherung ist eine sehr aufwendige Art, Papier wegzuwerfen. Paperless bietet dafür zwei Wege, und sie schliessen sich nicht aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Exporter. Er schreibt sämtliche Daten samt Einstellungen und Datenbankinhalt in einen Ordner — unabhängig von der Installationsart und damit auch das Mittel der Wahl, wenn ihr später von SQLite auf PostgreSQL oder von Docker auf ein anderes System wechselt.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker compose exec webserver document_exporter ../export</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückweg heisst <code>document_importer</code> und nimmt sowohl ein Verzeichnis als auch ein ZIP-Archiv des Exporters entgegen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker compose exec webserver document_importer ../export</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Weg ist die Sicherung der Docker-Volumes. Relevant sind laut Dokumentation <code>paperless_media</code> mit den Dokumenten, <code>paperless_data</code> mit Hilfsdaten und gegebenenfalls der SQLite-Datenbank sowie <code>paperless_pgdata</code> mit der PostgreSQL-Datenbank. Wer nur <code>media</code> sichert, hat am Ende die Dateien, aber keine Schlagwörter, keine Korrespondenten und keinen Suchindex — also genau den Zustand, aus dem ihr Paperless aufgesetzt habt, um herauszukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Exportordner gehört anschliessend in eure normale Sicherungskette. Was die zu leisten hat, steht in <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-gutes-backup/">Was ist ein gutes BackUp</a>, und wie sich das auf einem Linux-Rechner mit Borg und einem NAS umsetzen lässt, in <a href="https://yourdevice.ch/linux-pc-lokal-und-auf-nas-sichern/">Linux PC lokal und auf NAS sichern</a>. Der Exporter alleine ist keine Sicherung, solange die Ausgabe auf derselben Platte liegt wie das Original.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aktualisieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dokumentation gibt eine feste Reihenfolge vor: keine laufenden Verarbeitungen, dann Sicherung, dann anhalten, dann aktualisieren. Migrationen laufen beim Start automatisch.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker compose down
docker compose pull
docker compose up -d</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn etwas nicht klappt</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Container startet nicht und beendet sich sofort wieder.</strong> Häufigste Ursache ist ein fehlender oder unveränderter <code>PAPERLESS_SECRET_KEY</code>. Paperless verweigert ohne diesen Wert den Start. Prüft die Ausgabe von <code>docker compose logs webserver</code>, dort steht es im Klartext.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dokumente bleiben im Eingangsordner liegen.</strong> Fast immer sind es Berechtigungen: <code>USERMAP_UID</code> und <code>USERMAP_GID</code> stimmen nicht mit dem Besitzer des Ordners überein. Vergleicht die Ausgabe von <code>id -u</code> mit dem Wert in <code>docker-compose.env</code> und prüft mit <code>ls -ln consume</code>, wem der Ordner gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Eingangsordner liegt auf einer Netzwerkfreigabe.</strong> Die Überwachung von Dateiänderungen funktioniert über Netzwerkdateisysteme nicht zuverlässig. Für diesen Fall gibt es <code>PAPERLESS_CONSUMER_POLLING</code>; damit fragt Paperless in einem festen Takt nach, statt sich auf Ereignisse zu verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Texterkennung liefert Buchstabensalat.</strong> Prüft zuerst <code>PAPERLESS_OCR_LANGUAGE</code>. Steht dort noch <code>eng</code>, erkennt Tesseract deutsche Umlaute und Wortbilder schlecht. Zweite Ursache ist die Vorlage selbst: Ein schiefer, zu dunkler oder mit 150 dpi gescannter Beleg ist auch für eine gute Engine schwer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nach dem Anmelden erscheint ein CSRF-Fehler.</strong> Das passiert hinter einem Reverse Proxy, wenn <code>PAPERLESS_URL</code> nicht gesetzt ist oder nicht exakt der aufgerufenen Adresse entspricht. Die Variable setzt <code>ALLOWED_HOSTS</code> und <code>CSRF_TRUSTED_ORIGINS</code> gleich mit; sie ist der richtige Hebel, nicht die Einzelvariablen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nach einem Update fehlen Funktionen oder es hakt an unerwarteter Stelle.</strong> Die Release-Notizen zu 3.0 warnen ausdrücklich vor veralteten Dateien bei Aktualisierungen ohne Container. Wer den Weg ohne Docker gewählt hat, sollte die Hinweise im jeweiligen Release lesen, statt nur die Versionsnummer zu erhöhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Ein Archiv, das euch gehört, schlägt eines, das nur sucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reiz von Paperless-ngx liegt nicht in der Texterkennung. Die kann jeder Cloud-Anbieter, meistens sogar besser, weil er mehr Rechenzeit hineinsteckt und sein Modell an fremden Dokumenten trainiert hat. Der Reiz liegt darin, dass am Ende ein Verzeichnis auf einer Platte in eurer Wohnung steht, in dem eure Originale unverändert liegen, daneben eine durchsuchbare Fassung in einem Archivformat, und dass ihr beides mit einem einzigen Befehl exportieren und woandershin mitnehmen könnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Dienst. Ein Dienst funktioniert, solange jemand anderes will, dass er funktioniert — und die Preisliste, die Nutzungsbedingungen und die Frage, wer beim Anbieter in eure Steuerunterlagen sehen darf, ändern sich ohne euch. Ein Werkzeug funktioniert, solange ihr es pflegt. Der Aufwand dafür ist die Konfigurationsdatei oben, ein Update alle paar Wochen und eine Sicherung, die tatsächlich läuft. Das ist mehr als null, und es ist deutlich weniger als ein Abo, das ihr nicht kündigen könnt, ohne den Zugriff auf zwölf Jahre Papier zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fangt klein an: ein Ordner, ein Korrespondent, fünf Schlagwörter. Der Rest kommt beim Benutzen. Der Aktenordner mit der Aufschrift „Wichtig“ darf bleiben, wo er ist — ihr müsst ihn nur nicht mehr aufmachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">paperless-ngx auf GitHub</a> — Projektbeschreibung, Lizenz GPL-3.0, Sicherheitshinweis zum Betrieb</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/setup.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docs/setup.md</a> — Installation mit Docker Compose und Voraussetzungen für den Weg ohne Container</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/configuration.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docs/configuration.md</a> — sämtliche Umgebungsvariablen mit Vorgabewerten</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/administration.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docs/administration.md</a> — Exporter, Importer, Verwaltungsbefehle und Update-Reihenfolge</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docs/usage.md" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docs/usage.md</a> — Eingangsordner, Schlagwörter, Korrespondenten, Suchsyntax</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docker/compose/docker-compose.postgres.yml" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docker-compose.postgres.yml</a> — die drei Dienste, ihre Abbilder und die Volumes</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docker/compose/docker-compose.postgres-tika.yml" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docker-compose.postgres-tika.yml</a> — Gotenberg und Tika für Office-Dateien und E-Mails</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/blob/dev/docker/compose/docker-compose.env" target="_blank" rel="noreferrer noopener">docker-compose.env</a> — die Vorlage mit Benutzer-ID, Schlüssel, Zeitzone und OCR-Sprachen</li>



<li><a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/releases" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Release-Übersicht</a> und <a href="https://github.com/paperless-ngx/paperless-ngx/releases/tag/v3.0.0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Release-Notizen zu 3.0.0</a></li>



<li><a href="https://github.com/ocrmypdf/OCRmyPDF" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OCRmyPDF</a> — die Textebene unter dem Scan, PDF/A als Vorgabe, Lizenz MPL-2.0</li>



<li><a href="https://github.com/tesseract-ocr/tesseract" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tesseract</a> — die OCR-Engine dahinter, Apache-2.0, über hundert Sprachen</li>



<li>Eigene Anleitungen: <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/">Docker Basics</a>, <a href="https://yourdevice.ch/caddy-reverse-proxy-einrichten/">Caddy Reverse Proxy</a>, <a href="https://yourdevice.ch/schnell-und-einfach-einen-wireguard-vpn-betreiben/">Wireguard VPN</a>, <a href="https://yourdevice.ch/scannen-unter-linux-und-gimp-scan-anleitung/">Scannen unter Linux</a>, <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-gutes-backup/">Was ist ein gutes BackUp</a>, <a href="https://yourdevice.ch/linux-pc-lokal-und-auf-nas-sichern/">Linux PC lokal und auf NAS sichern</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Omarchy: 8 Millionen Dollar und ein exklusiver Sponsor</title>
		<link>https://yourdevice.ch/omarchy-8-millionen-hyprland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 06:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Distributionen]]></category>
		<category><![CDATA[freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[OpenSource]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Omacom Foundation finanziert Omarchy mit 8 Millionen Dollar und wird exklusiver Hyprland-Sponsor. Was das für die Unabhängigkeit des Projekts heisst.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 21. August 2026 hat David Heinemeier Hansson die Gründung der Omacom Foundation bekannt gegeben: acht Personen legen je eine Million Dollar ein, zusammen acht Millionen, und die Stiftung übernimmt die Marken der Linux-Distribution Omarchy. Am selben Tag folgte die zweite Ankündigung. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild-1024x573.png" alt="Titelbild: links das Omarchy-Logo in Gruen mit dem Schriftzug omarchy und dem Zusatz Arch-Distribution mit Hyprland, rechts drei Karten – Omacom Foundation mit acht Millionen US-Dollar von acht Geldgebern, Hyprland als exklusiv gesponsertes Projekt ab dem 10. Oktober 2026, und der Quellcode unter MIT-Lizenz im GitHub-Konto von Basecamp. Das Bild zeigt, dass die neue Stiftung Marke und Compositor an sich bindet, waehrend der Code bei der Firma bleibt." class="wp-image-20890" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild-1024x573.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild-300x168.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild-768x430.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild-1536x860.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild-500x280.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-8-millionen-hyprland-titelbild.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stiftung wird für drei Jahre exklusiver Sponsor von Hyprland, jenem Wayland-Compositor, auf dem Omarchy aufbaut. Damit hängt ein sichtbares Stück des freien Linux-Desktops an einer einzigen Geldquelle – und über deren Regeln ist bisher nichts veröffentlicht.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was Omarchy ist, in drei Sätzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Linux ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Baukasten. Der Kern ist überall derselbe, aber drumherum stellt jedes Projekt seine eigene Auswahl an Programmen und seine eigene Bedienoberfläche zusammen. Solche fertigen Zusammenstellungen heissen Distributionen. Ubuntu und Linux Mint sind die bekanntesten, Arch Linux ist eine weitere — und alle im Vergleich stehen in unserer&nbsp;<a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-betriebssystem/">Übersicht der Linux-Betriebssysteme</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arch gilt unter diesen Zusammenstellungen als das Rohmaterial. Nach der Installation steht ihr vor einem schwarzen Bildschirm mit einer Eingabezeile, alles Weitere baut ihr selbst zusammen. Das kostet Tage und schreckt die meisten ab. Genau diese Arbeit nimmt Omarchy ab: Es setzt auf Arch auf und liefert ein fertig eingerichtetes System, mit Browser, Texteditor, Terminal, Büropaket und einem durchgehenden Farbschema, alles schon aufeinander abgestimmt. Das Projekt nennt sich selbst eine&nbsp;<em>omakase</em>-Distribution, nach dem japanischen Menü, bei dem der Koch entscheidet, was auf den Teller kommt. Ihr sucht nichts aus, ihr bekommt ein durchkomponiertes Ganzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedienoberfläche dazu heisst Hyprland. Sie stapelt Fenster nicht frei übereinander, wie ihr das von Windows kennt, sondern teilt den Bildschirm automatisch auf: Öffnet ihr ein zweites Programm, rückt das erste zur Seite, und beide liegen nebeneinander. Wer schon einmal zwei Fenster mit der Maus mühsam nebeneinandergezogen hat, bekommt hier die Variante, die das von allein erledigt — gesteuert wird vor allem über die Tastatur. Was die Begriffe im Einzelnen bedeuten, steht in unserer&nbsp;<a href="https://yourdevice.ch/linux-wichtige-begriffe-in-der-uebersicht/">Begriffsübersicht zu Linux</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3-1024x576.png" alt="" class="wp-image-21745" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3-1024x576.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3-300x169.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3-768x432.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3-1536x864.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3-500x281.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-3.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dem Projekt steht David Heinemeier Hansson, in der Entwicklerwelt als DHH bekannt, Erfinder von Ruby on Rails und Mitgründer von 37signals. Der Quellcode liegt unter der MIT-Lizenz auf GitHub, im Konto der Firma Basecamp, und hat dort rund 23'700 Sterne gesammelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Acht Namen, acht Millionen Dollar</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://omarchy.org/news/2026/08/omacom-foundation-launches-with-8-million" rel="nofollow">Ankündigung der Stiftung</a> nennt die Geldgeber offen. Je eine Million Dollar kommen von Tobi Lütke (Shopify), Patrick Collison (Stripe), Michael Dell (Dell Technologies), Jack Dorsey (Block), Matthew Prince (Cloudflare), Brendan Iribe (Mitgründer von Oculus), Jason Fried (37signals) und von Hansson selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Stiftung tun soll, steht in einem einzigen Satz der Ankündigung: Sie werde «die Marken halten, die Infrastruktur finanzieren, die Arbeit bewerben und die Open-Source-Projekte und Entwickler unterstützen, von denen Omarchy abhängt». Das Ziel formuliert Hansson im selben Text deutlich grösser, nämlich die Art zu verändern, wie Menschen zu ihren Computern stehen. Wer schon länger dabei ist, kennt den Satz vom Jahr des Linux-Desktops. Für alle, die den Umstieg tatsächlich planen, ist unser <a href="https://yourdevice.ch/umstieg-von-windows-auf-linux-ein-leitfaden-fuer-anfaenger/">Leitfaden für den Wechsel von Windows auf Linux</a> der nüchternere Einstieg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der zweite Teil der Meldung: Hyprland bekommt einen exklusiven Sponsor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die interessantere Ankündigung ist die zweite. Omacom wird laut <a href="https://omarchy.org/news/2026/08/omacom-foundation-to-be-exclusive-hyprland-sponsor" rel="nofollow">eigener Mitteilung</a> ab dem 10. Oktober 2026 für drei Jahre exklusiver Sponsor von Hyprland, mit einer Option auf zwei weitere Jahre. Hyprland ist kein Beiwerk von Omarchy, sondern dessen Oberfläche: der Compositor, der unter <a href="https://yourdevice.ch/linux-wichtige-begriffe-in-der-uebersicht/">Wayland</a> die Fenster verwaltet, zeichnet und anordnet. Fällt er aus, ist Omarchy ein Terminal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Vaxry, den Hauptentwickler von Hyprland, ist das eine gute Nachricht, und das soll hier nicht kleingeredet werden. Er kann laut der Mitteilung künftig an Hyprland arbeiten, ohne sich um kommerzielle Verwertung oder Spendenaufrufe kümmern zu müssen. Sichtbare Folge: Hyprperks, das kostenpflichtige Unterstützerprogramm des Projekts, wird für alle kostenlos. Das Programm war im Juli 2025 gestartet und kostete nach Angaben des Fachmediums Linuxiac <a href="https://linuxiac.com/hyprland-launches-hyprperks-paid-membership-for-exclusive-perks/" rel="nofollow">fünf Euro im Monat</a>; Mitglieder bekamen dafür Zugang zu einem eigenen Forum und vorkonfigurierte Setups. Persönliche Spenden nimmt das Projekt weiterhin an.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="753" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-1024x753.png" alt="Schaubild in drei Spalten: links die acht namentlich genannten Geldgeber mit je einer Million US-Dollar, in der Mitte die am 21. August 2026 angekuendigte Omacom Foundation mit ihrem Zweck, rechts Hyprland als exklusiv gesponserter Wayland-Compositor ab dem 10. Oktober 2026. Darunter vier Zeilen zu dem, was die Stiftung nicht haelt oder nicht veroeffentlicht hat: der Quellcode bleibt unter MIT-Lizenz im GitHub-Konto von Basecamp, Rechtsform und Statuten fehlen, die Hoehe der Zahlung an Hyprland fehlt, und der Begriff exklusiv ist nicht definiert. Die Aussage: die Finanzierung ist gesichert, die Regeln dahinter sind es nicht." class="wp-image-20891" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-1024x753.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-300x221.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-768x565.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-1536x1130.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-2048x1507.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/omarchy-finanzierung-500x368.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was «exklusiv» bedeutet, sagt niemand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier fängt das Problem an. Die Mitteilung nennt drei bisherige Unterstützer von Hyprland – 37signals, Butterfly und Framework – und stellt Omacom als exklusiven Sponsor daneben. Was das Wort in diesem Vertrag heisst, steht nirgends. Es kann bedeuten, dass Omacom als einziger Sponsor genannt werden will. Es kann bedeuten, dass Hyprland keine anderen Firmensponsoren mehr annehmen darf. Die beiden Lesarten sind für die Unabhängigkeit eines Projekts sehr verschieden weit voneinander entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso wenig veröffentlicht ist die Summe. Acht Millionen Dollar sind der Gesamtbetrag der Stiftung, nicht der Betrag, der an Hyprland fliesst. Wie viel es ist, über welchen Auszahlungsplan, unter welchen Bedingungen und was passiert, wenn die Stiftung nach drei Jahren nicht verlängert – all das steht in keiner der beiden Ankündigungen. Ein Projekt, das seinen Hauptentwickler aus einer einzigen Quelle bezahlt, sollte diese Frage beantworten können, bevor sie jemand stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Seite von Hyprland selbst war zum Zeitpunkt dieses Artikels keine eigene Stellungnahme abrufbar. Die Ankündigung steht bisher nur auf der Seite dessen, der zahlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Marken gehen an die Stiftung, der Code bleibt bei 37signals</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Stiftung wird üblicherweise gegründet, um ein Projekt aus der Verfügungsgewalt einer Firma zu lösen. Bei Omarchy ist bisher nur der kleinere Teil gewandert. Die Marken hält künftig Omacom. Das Repository liegt weiterhin unter <a href="https://github.com/basecamp/omarchy" rel="nofollow">github.com/basecamp/omarchy</a>, also im Konto der Firma, deren Mitgründer Hansson ist und deren Chef Jason Fried zu den Geldgebern gehört. Auch das Handbuch ist inzwischen auf eine omacom-Adresse umgezogen, der Code aber nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu fehlt bislang das, was eine Stiftung erst zu einer Stiftung macht: Rechtsform, Sitz, Statuten, Organe, Aufnahme neuer Geldgeber, Regeln für Interessenkonflikte. Nichts davon ist veröffentlicht. Solange das so bleibt, ist «Foundation» ein Wort auf einer Webseite und keine Struktur, an der sich jemand festhalten kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Geldgeber sitzt im Kernteam</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage vor der Stiftungsmeldung, am 19. August 2026, hat Omarchy sein <a href="https://omarchy.org/news/2026/09/the-omarchy-core-team" rel="nofollow">Kernteam vorgestellt</a>: Ryan Hughes, Tobi Lütke, Bjarne Øverli, HANCORE und Spencer Bull. Dieses Team soll, so die Mitteilung, gemeinsam die Richtung der Distribution bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tobi Lütke steht damit auf beiden Listen. Er ist einer der acht Geldgeber und zugleich eines von fünf Mitgliedern des Gremiums, das über die Richtung entscheidet. Das ist kein Vorwurf an eine Person – in kleinen Projekten sind solche Doppelrollen normal, und Lütke trägt seit längerem Code bei. Es ist ein Hinweis darauf, wie klein der Kreis ist. Bei einer Distribution mit veröffentlichter Governance wäre diese Konstellation eine Zeile in einem Reglement. Hier ist sie eine Beobachtung ohne Regelwerk dahinter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Einwand, der berechtigt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen all das lässt sich mit einigem Recht einwenden: Freie Software krankt seit Jahrzehnten daran, dass niemand die Leute bezahlt, die sie schreiben. Wer Hyprland benutzt hat und weiss, wie viel Arbeit darin steckt, wird schwerlich darüber klagen, dass der Entwickler jetzt davon leben kann. Und die MIT-Lizenz bleibt, was sie ist: Der Code lässt sich jederzeit forken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einwand stimmt – und trifft daneben. Forken lässt sich der Code, nicht die Marke, nicht die Infrastruktur, nicht der Plugin-Marktplatz mit inzwischen über 500 Einträgen und schon gar nicht der einzige bezahlte Vollzeitentwickler. Genau diese Teile hat die Stiftung übernommen. Die Erfahrung mit Distributionen unter Firmenkontrolle ist zudem nicht ermutigend: Bei Ubuntu hat sich die Kontrolle nicht über den Code durchgesetzt, sondern über den Paketkanal – nachzulesen in unserem Artikel dazu, <a href="https://yourdevice.ch/warum-ich-ubuntu-nicht-mehr-empfehlen-kann/">warum wir Ubuntu nicht mehr empfehlen</a>. Und dass Firmen ihre Position auch zugunsten der Nutzer korrigieren können, hat <a href="https://yourdevice.ch/balena-etcher-jetzt-ohne-spyware/">Balena bei Etcher</a> gezeigt. Beides sind Argumente dafür, hinzuschauen, nicht dagegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Punkt ist nicht, dass Geld in freie Software fliesst. Der Punkt ist, dass mit dem Geld keine Regeln mitgeliefert wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wenn ihr Hyprland benutzt, spendet weiter direkt an das Projekt. Ein zweites Standbein ist der beste Schutz gegen die Abhängigkeit von einem einzigen Sponsor – und Spenden nimmt das Projekt laut Ankündigung ausdrücklich weiter an.</li>



<li>Achtet in den kommenden Wochen darauf, ob Omacom Rechtsform, Statuten und Organe veröffentlicht. Das ist der Prüfstein. Eine Stiftung, die nach einem halben Jahr immer noch nur aus einer Ankündigung besteht, ist eine Kasse mit besserem Namen.</li>



<li>Wenn ihr Omarchy einsetzt: Haltet eure Konfiguration in einem eigenen Git-Repository, unabhängig vom Plugin-Marktplatz. Was ihr selbst versioniert habt, überlebt jede Kursänderung des Projekts.</li>



<li>Wer ein System sucht, dessen Trägerschaft seit Jahren offenliegt, findet es bei Debian oder bei den Community-Distributionen aus unserer <a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-betriebssystem/">Übersicht</a>. Auch das Vorgehen von <a href="https://yourdevice.ch/kde-linux-das-neue-mint/">KDE Linux</a> zeigt, dass ein neues Desktop-Projekt nicht zwingend acht Millionen und acht Namen braucht.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Acht Millionen lösen das Geldproblem, nicht das Machtproblem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Omarchy hat in kurzer Zeit erreicht, wovon viele Linux-Projekte reden: eine grosse Nutzerbasis, ein erkennbares Gesicht, jetzt eine gesicherte Finanzierung. Für Hyprland ist die Nachricht handfest gut, weil ein Entwickler bezahlt wird, der die Arbeit ohnehin gemacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorgang zeigt trotzdem, wie schmal die Grundlage ist. Acht Personen aus demselben Milieu finanzieren eine Stiftung, deren Statuten nicht veröffentlicht sind, die Marken hält, aber nicht den Code, und die den zentralen Baustein der Oberfläche exklusiv an sich bindet, ohne den Begriff zu definieren. Das ist kein Skandal, und es unterstellt niemandem eine Absicht. Es ist schlicht eine Konstruktion, die vollständig auf gutem Willen ruht. Freie Software ist deshalb frei, weil sie sich nicht auf guten Willen verlassen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Meldung, auf die es sich zu warten lohnt, ist deshalb keine mit einer Zahl darin, sondern eine mit einem Reglement.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://omarchy.org/news/2026/08/omacom-foundation-launches-with-8-million" rel="nofollow">Omarchy News: Omacom Foundation launches with $8 million</a>, 21.08.2026</li>



<li><a href="https://omarchy.org/news/2026/08/omacom-foundation-to-be-exclusive-hyprland-sponsor" rel="nofollow">Omarchy News: Omacom Foundation to be exclusive Hyprland sponsor</a>, 21.08.2026</li>



<li><a href="https://omarchy.org/news/2026/09/the-omarchy-core-team" rel="nofollow">Omarchy News: The Omarchy Core Team</a>, 19.08.2026</li>



<li><a href="https://omarchy.org/news/2026/08/the-first-plugin-competition" rel="nofollow">Omarchy News: The first plugin competition</a>, 19.08.2026, mit der Angabe zum Umfang des Plugin-Marktplatzes</li>



<li><a href="https://github.com/basecamp/omarchy" rel="nofollow">Quellcode von Omarchy auf GitHub</a>, MIT-Lizenz, Konto basecamp</li>



<li><a href="https://learn.omacom.io/2/the-omarchy-manual" rel="nofollow">Das Omarchy-Handbuch</a> mit der Beschreibung als Arch- und Hyprland-Distribution</li>



<li><a href="https://hypr.land/" rel="nofollow">Hyprland</a>, Projektseite des Compositors</li>



<li><a href="https://linuxiac.com/hyprland-launches-hyprperks-paid-membership-for-exclusive-perks/" rel="nofollow">Linuxiac zum Start von Hyprperks</a>, Juli 2025, mit Preis und Leistungsumfang</li>



<li><a href="https://linuxiac.com/arch-based-omarchy-linux-distro-lands-a-massive-8m-boost/" rel="nofollow">Linuxiac zur Stiftungsgründung</a>, 23.08.2026</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Bitcoin Gebühr nachträglich erhöhen mit RBF und CPFP</title>
		<link>https://yourdevice.ch/bitcoin-gebuehr-nachtraeglich-erhoehen-rbf-cpfp/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2026 08:12:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Bitbox02]]></category>
		<category><![CDATA[bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Einstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[sparrow]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[wallets]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eure Bitcoin Transaktion hängt im Mempool fest? So könnt ihr die Bitcoin Gebühr nachträglich erhöhen — mit RBF oder CPFP, inklusive Wallet-Übersicht.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Transaktion ist raus, der Mempool füllt sich, und die Bestätigung kommt nicht. Wer zu knapp kalkuliert hat oder wen ein plötzlicher Gebührenanstieg überholt hat, steht vor derselben Frage: Lässt sich die <strong>Bitcoin Gebühr nachträglich erhöhen</strong>? Ja, und zwar auf zwei sehr verschiedene Arten. RBF ersetzt die Transaktion durch eine teurere, CPFP hängt eine zweite Transaktion hinten dran, die für beide zahlt. Die Bitcoin sind in keinem Fall verloren — sie sind nur eine Weile nicht verfügbar.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild-1024x573.png" alt="Dunkles Schaubild: links eine unbestätigte Bitcoin-Transaktion mit 140 vByte und 6 sat pro vByte, rechts die zwei Auswege RBF mit 25 sat pro vByte für 3500 Satoshi und CPFP mit 25,4 sat pro vByte für 6340 Satoshi" class="wp-image-20886" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild-1024x573.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild-300x168.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild-768x430.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild-1536x860.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild-500x280.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-cpfp-titelbild.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Thema hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr geändert, als die meisten Anleitungen im Netz wiedergeben. Die Regel, dass eine Transaktion beim Senden ausdrücklich als ersetzbar markiert sein muss, gilt seit <a href="https://bitcoincore.org/en/releases/28.0/">Bitcoin Core 28.0</a> nicht mehr. Und <a href="https://bitcoincore.org/en/releases/31.0/">Core 31.0</a> hat im April 2026 an der Mechanik hinter CPFP geschraubt. Beides räumen wir hier mit ein.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Warum eine Transaktion überhaupt liegen bleibt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Miner suchen sich aus dem <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-der-bitcoin-mempool/">Mempool</a> die Transaktionen mit der höchsten Gebühr je Byte heraus, nicht die mit der höchsten Gesamtgebühr. Massgeblich ist also der Satz in <strong>sat/vByte</strong>. Eine grosse Transaktion mit hoher Gesamtgebühr kann hinter einer kleinen mit niedriger Gesamtgebühr zurückstehen, wenn deren Satz besser ist. Wie sich Grösse und Satz berechnen, haben wir in <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-onchain-gebuehren-einfach-berechnen/">Bitcoin Onchain Gebühren einfach berechnen</a> ausführlich vorgerechnet; das wiederholen wir hier nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt eine Transaktion unter dem Satz, den die Miner gerade bedienen, wartet sie. Und sie wartet nicht ewig: Bitcoin Core wirft unbestätigte Transaktionen nach einer eingestellten Frist wieder aus dem Mempool. Die Vorgabe steht im Quelltext bei <code>DEFAULT_MEMPOOL_EXPIRY_HOURS{336}</code>, also bei <strong>336 Stunden</strong> oder rund zwei Wochen. Danach ist die Transaktion weg, als hätte es sie nie gegeben, und ihr könnt die Bitcoin normal wieder ausgeben. Die verbreitete Angabe von drei bis vier Wochen stimmt nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bitcoin Gebühr nachträglich erhöhen: RBF oder CPFP</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Verfahren lösen dasselbe Problem auf entgegengesetztem Weg, und die Wahl zwischen ihnen ist meistens keine Geschmacksfrage, sondern hängt davon ab, ob ihr Absender oder Empfänger seid.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="830" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-1024x830.png" alt="Vergleichsgrafik: Bei RBF wird die unbestätigte Transaktion durch eine neue mit 25 sat pro vByte ersetzt und kostet 3500 Satoshi. Bei CPFP bleibt die Eltern-Transaktion stehen und eine Kind-Transaktion mit 50 sat pro vByte hebt das Paket auf 25,4 sat pro vByte, was zusammen 6340 Satoshi kostet. Darunter vier Zeilen, wann welches Verfahren passt." class="wp-image-20887" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-1024x830.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-300x243.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-768x623.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-1536x1245.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-2048x1661.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/rbf-vs-cpfp-vergleich-500x405.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Punkt aus der Grafik verdient es, ausgesprochen zu werden, weil er in vielen Anleitungen untergeht: <strong>RBF ist der günstigere Weg.</strong> Bei der Ersetzung zahlt ihr am Ende nur die Gebühr der neuen Transaktion, die alte wird nie bestätigt und kostet deshalb auch nichts. Bei CPFP zahlt ihr beide Gebühren, und ihr belegt zusätzlich Platz in einem Block, den ihr sonst nicht gebraucht hättet. Wenn ihr die Wahl habt, nehmt RBF.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist auch eine falsche Vorstellung erledigt, die sich hartnäckig hält: Ihr bekommt die Gebühr der ersetzten Transaktion nicht „zurück". Es gibt nichts zurückzuerstatten, weil sie nie abgebucht wurde. Eine Bitcoin-Gebühr entsteht erst in dem Moment, in dem ein Miner die Transaktion in einen Block aufnimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">RBF: Was 2024 und 2025 gekippt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Replace by Fee heisst: Ihr gebt eine zweite Transaktion heraus, die dieselben Eingänge ausgibt wie die erste, aber eine höhere Gebühr trägt. Die Nodes werfen die alte aus dem Mempool und behalten die neue. Weil beide dieselben Eingänge verbrauchen, kann am Ende nur eine von beiden in einen Block. Doppelt ausgeben lässt sich damit also nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang galt dafür eine Bedingung, die den ganzen Mechanismus zur Glückssache machte: Die ursprüngliche Transaktion musste sich beim Senden als ersetzbar zu erkennen geben, über einen Wert im <code>sequence</code>-Feld unterhalb von <code>0xfffffffe</code>. Wer das versäumt hatte, kam an RBF nicht heran.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Bedingung ist gefallen.</strong> Bitcoin Core 28.0 hat am 02.10.2024 die Vorgabe für <code>-mempoolfullrbf</code> von 0 auf 1 gestellt. Ein halbes Jahr später, mit <a href="https://bitcoincore.org/en/releases/29.0/">Core 29.0</a> vom 14.04.2025, ist der Schalter ganz verschwunden — die Release Notes schreiben dazu: <em>„With widespread adoption of this policy, users no longer benefit from disabling it, so the option has been removed, making full replace-by-fee the standard behavior."</em> In der <a href="https://github.com/bitcoin/bitcoin/blob/master/doc/policy/mempool-replacements.md">Policy-Dokumentation</a> stehen die früheren Regeln 1 und 2 folgerichtig als <em>„(Removed)"</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für euch heisst das zweierlei. Als Absender könnt ihr praktisch jede unbestätigte Transaktion nachbessern, unabhängig davon, wie sie herausgegangen ist. Als Empfänger solltet ihr eine unbestätigte Zahlung grundsätzlich als noch nicht endgültig behandeln — auch eine, die formal nicht als ersetzbar markiert ist. Wer Waren gegen null Bestätigungen herausgibt, geht heute ein grösseres Risiko ein als 2023.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Regeln, die eine Ersetzung erfüllen muss</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Übrig geblieben sind vier Bedingungen, und sie stehen so in der Policy-Dokumentation von Bitcoin Core:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Die Ersatztransaktion zahlt eine <strong>absolute Gebühr</strong>, die mindestens so hoch ist wie die Summe der Gebühren aller Transaktionen, die sie verdrängt.</li>



<li>Die zusätzliche Gebühr deckt darüber hinaus die <strong>eigene Bandbreite</strong> zum Incremental Relay Feerate der Node ab. Die Dokumentation rechnet es vor: für 500 vByte bei 0,1 sat/vByte sind das mindestens 50 Satoshi obendrauf.</li>



<li>Die verdrängten Transaktionen verteilen sich auf <strong>höchstens 100 Cluster</strong>.</li>



<li>Das <strong>Feerate-Diagramm des Mempools</strong> muss sich durch die Ersetzung strikt verbessern. Diese Regel kam mit dem Cluster-Mempool in Core 31.0 dazu und ersetzt die frühere reine Gebührenprüfung. Für gewöhnliche Zahlungen ist sie unauffällig: Laut Release Notes reicht es, dass die neue Transaktion eine höhere Gebühr <em>und</em> eine höhere Gebührenrate hat als die alte.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Drei Behauptungen, die ihr getrost vergessen könnt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Rund um RBF kursieren Regeln, die es nie gab. Weil sie in älteren Anleitungen stehen — auch in der ersten Fassung dieses Artikels —, hier die Richtigstellung.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>„Die Empfänger und Beträge müssen gleich bleiben."</strong> Falsch. Die Ausgänge dürfen frei geändert werden, auch die Empfängeradresse. Genau das ist der Grund, warum Wallets eine Funktion zum Stornieren einer unbestätigten Zahlung anbieten können: Sie ersetzen die Transaktion durch eine, die alles an euch selbst zurückschickt.</li>



<li><strong>„Ihr müsst die Gebühr verdreifachen, um sie zu verdoppeln."</strong> Falsch, und es vermengt absoluten Betrag und Rate. Es gilt Regel 1 plus Regel 2: mindestens die alte absolute Gebühr, plus ein kleiner Aufschlag für die Bandbreite.</li>



<li><strong>„Nicht alle Miner unterstützen RBF."</strong> Überholt. Ersetzungen werden von den Nodes im Netz weitergereicht; ein Miner sieht schlicht die teurere Variante und nimmt sie, weil sie mehr einbringt. Seit dem Wegfall des Schalters in Core 29.0 gibt es dazu auch keine sinnvolle Gegenkonfiguration mehr.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">CPFP: Anhängen statt ersetzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Child Pays for Parent braucht keine Erlaubnis vom Absender, denn es rührt die festhängende Transaktion gar nicht an. Ihr gebt stattdessen einen ihrer Ausgänge weiter aus — an euch selbst genügt — und stattet diese neue Transaktion mit einer hohen Gebühr aus. Weil das Kind nur bestätigt werden kann, wenn die Eltern mit im Block sind, bewerten Miner beide zusammen als Paket.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb funktioniert CPFP auch dann, wenn euch jemand anderes eine zu billige Zahlung geschickt hat. Ihr müsst nur über einen Ausgang verfügen können. Umgekehrt ist CPFP auch der Ausweg für Absender ohne Wechselgeld: Wer den gesamten Betrag verschickt hat, hat keinen eigenen Ausgang, an dem sich für eine Ersetzung drehen liesse.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Paketgebühr rechnen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fehler, den hier fast alle machen: Sie setzen für das Kind den Zielsatz ein. Das reicht nicht. Der Zielsatz muss für das <em>Paket</em> herauskommen, und die zu billigen Eltern ziehen den Schnitt nach unten. Die Rechnung geht so:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>Zielgebuehr Paket = (Groesse Eltern + Groesse Kind) * Zielsatz
Gebuehr Kind      = Zielgebuehr Paket - bereits gezahlte Gebuehr Eltern
Satz Kind         = Gebuehr Kind / Groesse Kind

Beispiel aus der Grafik:
  Eltern  140 vB, 6 sat/vB   -&gt;   840 sat bereits gezahlt
  Kind    110 vB
  Ziel    25 sat/vB

  (140 + 110) * 25 = 6250 sat fuer das Paket
  6250 - 840       = 5410 sat muss das Kind tragen
  5410 / 110       = 49,2 sat/vB  -&gt;  aufgerundet 50 sat/vB</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Merkt euch die Faustregel dahinter: Je kleiner das Kind im Verhältnis zu den Eltern, desto brutaler muss sein Satz ausfallen. Ein 110-vByte-Kind, das 140 vByte Eltern mitschleppt, braucht den doppelten Zielsatz. Wallets mit CPFP-Funktion rechnen das selbst; wer von Hand baut, sollte grosszügig aufrunden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was Core 31.0 an CPFP geändert hat</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für gewöhnliche Zahlungen ändert sich nichts. Wer eine Lightning-Node betreibt, sollte den Punkt trotzdem kennen. Es gab in Bitcoin Core eine Sonderregel namens <a href="https://bitcoinops.org/en/topics/cpfp-carve-out/">CPFP Carve-out</a>, die einer einzelnen Transaktion erlaubte, die Paketgrenzen leicht zu überschreiten, sofern sie nur einen unbestätigten Vorgänger hatte. Sie war für Verträge zwischen zwei Parteien gedacht — also genau für Lightning-Kanäle — damit beide Seiten eine Gebühr nachschieben können, ohne dass eine die andere blockiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Sonderregel ist mit Core 31.0 entfallen. Die Release Notes halten fest, dass Anwendungsfälle mit ähnlichem Bedarf <em>„employ TRUC transactions and sibling eviction instead going forward"</em>. TRUC steht für <em>Topologically Restricted Until Confirmation</em> und ist in <a href="https://github.com/bitcoin/bips/blob/master/bip-0431.mediawiki">BIP 431</a> beschrieben, der weiterhin den Status Draft trägt. Praktisch betrifft das die Lightning-Implementierung, nicht euch als Nutzer — aber es ist ein guter Grund, die Node-Software aktuell zu halten, statt sie drei Versionen zurückhängen zu lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Wallet kann was</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verfahren nützen euch nur, wenn eure Wallet sie anbietet. Von Hand eine Ersatztransaktion zu bauen ist möglich, aber nichts, was wir jemandem empfehlen, der nicht ohnehin weiss, wie es geht. Die folgende Übersicht stützt sich auf die Dokumentation der Projekte selbst, Stand 23.08.2026.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Wallet</strong></td><td><strong>RBF-Bump</strong></td><td><strong>CPFP</strong></td><td><strong>Anmerkung</strong></td></tr><tr><td>Electrum</td><td>ja</td><td>ja</td><td>Rechtsklick im Verlauf, „Increase Fee" oder „Child pays for parent". Zusätzlich „Cancel (double-spend)".</td></tr><tr><td>Sparrow</td><td>ja</td><td>ja</td><td>Rechtsklick, „Increase Fee". CPFP über das Weiterausgeben des Ausgangs.</td></tr><tr><td>BlueWallet</td><td>ja</td><td>ja</td><td>Mobil. Die Projektseite nennt „Speed up, Cancel or Batch transactions. With RBF and CPFP".</td></tr><tr><td>Bitcoin Core</td><td>ja</td><td>von Hand</td><td>RPC <code>bumpfee</code>. Für CPFP baut ihr die Kind-Transaktion selbst.</td></tr><tr><td>BitBoxApp</td><td>nein</td><td>nein</td><td>Sendet aber alles ersetzbar. Für den Bump die BitBox02 an Sparrow hängen.</td></tr><tr><td>LND / Ride the Lightning</td><td>ja</td><td>ja</td><td><code>BumpFee</code> wählt selbst, was passt.</td></tr></tbody></table></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Sparrow, auch mit einer BitBox02</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://sparrowwallet.com/docs/faq.html">Sparrow-Dokumentation</a> nennt beide Wege. Für RBF muss die Transaktion unbestätigt sein und ausschliesslich eigene Eingänge verwenden; ersetzbar sendet Sparrow ohnehin von Haus aus. Unbestätigte Transaktionen bekommen im Reiter <em>Transactions</em> ein Symbol, und über den Rechtsklick führt <em>Increase Fee</em> zurück in den Sende-Dialog mit angepasster Gebühr. CPFP beschreibt die FAQ als das Ausgeben der Ausgänge zu einem höheren Satz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist das für alle mit einer BitBox02, denn die BitBoxApp selbst hat dafür keine Oberfläche. Der Hersteller sagt das offen und beschreibt in einer <a href="https://support.bitbox.swiss/sparrow-wallet/rbf-sparrow-bitbox02">eigenen Anleitung</a> den Umweg: <em>„it doesn't have an RBF interface, it enables RBF for all transactions by default, giving you the option to use it with advanced software like Sparrow Wallet."</em> Ihr verbindet die BitBox02 also mit Sparrow, wählt dort <em>Increase Fee (RBF)</em>, schiebt den Regler hoch, bestätigt auf dem Gerät und sendet. Wie die Verbindung zu einer eigenen Node aussieht, steht in <a href="https://yourdevice.ch/sparrow-wallet-mit-bitcoin-umbrel-fullnode-verbinden/">Sparrow Wallet mit Umbrel Bitcoin Fullnode verbinden</a> und in <a href="https://yourdevice.ch/bitbox02-mit-raspiblitz-bitcoin-fullnode-verbinden/">Bitbox02 mit Raspiblitz Bitcoin Fullnode verbinden</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bitcoin Core auf der Kommandozeile</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer eine <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-eine-bitcoin-full-node/">eigene Full Node</a> betreibt, hat den direktesten Weg. Der RPC <code>bumpfee</code> nimmt die Transaktions-ID und baut die Ersetzung selbst:</p>



<pre class="wp-block-code"><code># Gebuehr automatisch neu schaetzen lassen
bitcoin-cli bumpfee &lt;txid&gt;

# Oder den Satz selbst vorgeben, hier 25 sat/vByte
bitcoin-cli -named bumpfee txid=&lt;txid&gt; options='{"fee_rate": 25}'</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://developer.bitcoin.org/reference/rpc/bumpfee.html">Dokumentation</a> beschreibt, wie Core die Mehrgebühr aufbringt: <em>„The command will pay the additional fee by reducing change outputs or adding inputs when necessary. It may add a new change output if one does not already exist."</em> Alle Eingänge der alten Transaktion wandern in die neue. Zwei Grenzen solltet ihr kennen: Der Befehl scheitert, wenn Wallet oder Mempool bereits eine Transaktion enthalten, die einen Ausgang der alten ausgibt — dann habt ihr faktisch schon ein CPFP gebaut. Und der angegebene Satz muss mindestens 1 sat/vByte über dem alten liegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lightning-Node über Ride the Lightning</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hängt eine Kanaleröffnung fest, wird es unangenehm, weil der Kanal bis zur Bestätigung nicht nutzbar ist. RTL reicht dafür den <code>BumpFee</code>-Aufruf von LND durch, und der entscheidet selbst, welches Verfahren passt. Die <a href="https://lightning.engineering/api-docs/api/lnd/wallet-kit/bump-fee/">LND-Dokumentation</a> formuliert es so: <em>„Depending on whether the outpoint has been registered in the sweeper (an existing input, e.g., an anchor output) or not (a new input, e.g., an unconfirmed wallet utxo), this will either be an RBF or CPFP attempt."</em> Ihr müsst euch also nicht entscheiden, sondern nur einen Zielsatz angeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der dritte Weg: Beschleuniger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt der Fall, in dem weder RBF noch CPFP geht: Ihr seid nicht der Absender und habt auch keinen Ausgang, über den ihr verfügen könnt. Dann bleibt ein Mining-Pool, der die Transaktion aus Kulanz in seinen nächsten Block nimmt. ViaBTC betreibt so einen Dienst weiterhin und nennt in seinem <a href="https://support.viabtc.com/hc/en-us/articles/9704354369295-BTC-Transaction-Accelerator">Hilfeartikel</a> die Bedingungen: <em>„ViaBTC supports 20 FREE acceleration chances per hour"</em>, dazu höchstens 0,5 KB Transaktionsgrösse und ein Mindestsatz. Wie das abläuft, steht in <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-transaktionen-mit-viabtc-gratis-beschleunigen/">Bitcoin Transaktionen mit ViaBTC gratis beschleunigen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seid euch dabei über die Grenzen im Klaren. Ein Beschleuniger ändert nichts an der Transaktion und nichts an ihrer Gebühr — er bittet einen einzelnen Pool um Vorzugsbehandlung. Findet dieser Pool in absehbarer Zeit keinen Block, passiert nichts. Es ist die schwächste der drei Optionen und die einzige, bei der ihr auf das Wohlwollen eines Dritten angewiesen seid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Erst nachsehen, dann handeln.</strong> Sucht die Transaktions-ID in einem Mempool-Explorer und vergleicht euren Satz mit dem, was gerade in die Blöcke geht. Liegt ihr knapp darunter, lohnt oft schon das Abwarten der nächsten ruhigen Stunde.</li>



<li><strong>Seid ihr der Absender, nehmt RBF.</strong> Es ist günstiger als CPFP und braucht seit Core 28.0 keine Vorbereitung mehr an der ursprünglichen Transaktion.</li>



<li><strong>Seid ihr der Empfänger, nehmt CPFP</strong> — und rechnet den Satz für das Paket, nicht für das Kind allein. Sonst zahlt ihr mehr und hängt trotzdem fest.</li>



<li><strong>Setzt einmalig den richtigen Satz, statt zweimal zu bieten.</strong> Jede Nachbesserung kostet erneut die volle Gebühr. Ein zu vorsichtiger Bump, der wieder nicht reicht, ist der teuerste Fehler in diesem Vorgang.</li>



<li><strong>Behandelt eingehende Zahlungen mit null Bestätigungen als offen.</strong> Seit Full-RBF Standard ist, lässt sich jede unbestätigte Transaktion ersetzen, auch eine ohne Markierung.</li>



<li><strong>Beugt vor mit <a href="https://yourdevice.ch/mit-utxo-management-bitcoin-onchain-gebuehren-sparen/">UTXO-Management</a>.</strong> Wer wenige, saubere <a href="https://yourdevice.ch/was-bedeutet-utxo-im-bitcoin-netzwerk/">UTXO</a> hält, baut kleinere Transaktionen — und kleinere Transaktionen sind bei gleichem Satz schlicht billiger, auch beim Nachbessern.</li>



<li><strong>Prüft vor dem Wallet-Wechsel, ob sie es kann.</strong> Die Tabelle oben ist ein Anfang; <a href="https://yourdevice.ch/welche-bitcoin-wallets-gibt-es/">Welche Bitcoin Wallets gibt es</a> ordnet die Kandidaten breiter ein.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Eine festhängende Transaktion ist ein Ärgernis, kein Verlust</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der schlimmste Fall ist, dass ihr zwei Wochen wartet und die Bitcoin danach wieder in eurer Wallet liegen. Alles darunter lässt sich mit einem der beiden Verfahren beheben, und in den meisten Wallets sind es zwei Klicks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist, wie deutlich sich die Lage seit 2023 gebessert hat. Damals war RBF eine Funktion, an die ihr im Nachhinein nur herankamt, wenn ihr vorher daran gedacht hattet — und dieses Vorher-Daran-Denken übernahmen längst nicht alle Wallets. Heute ist die Ersetzbarkeit der Normalzustand des Netzes, und die Frage lautet nur noch, ob eure Wallet eine Schaltfläche dafür hat. Dass Bitcoin Core dafür eine jahrelang umstrittene Option kommentarlos gestrichen hat, statt sie zur Wahl zu stellen, war die richtige Entscheidung: Eine Regel, die sich mit ein paar Zeilen Konfiguration umgehen liess, hat nie Sicherheit gestiftet, sondern nur den Anschein davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer daraus etwas mitnehmen will, dann dies: Verlasst euch nicht auf null Bestätigungen, weder als Empfänger noch beim Kaffeeholen mit dem Handy. Und wenn ihr sendet, schaut einmal kurz auf den Mempool, bevor ihr auf Senden drückt. Das erspart euch diesen ganzen Artikel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://github.com/bitcoin/bitcoin/blob/master/doc/policy/mempool-replacements.md">Bitcoin Core: doc/policy/mempool-replacements.md</a> — die geltenden Ersetzungsregeln</li>



<li><a href="https://bitcoincore.org/en/releases/28.0/">Bitcoin Core 28.0 Release Notes</a> — Vorgabe für <code>-mempoolfullrbf</code> von 0 auf 1</li>



<li><a href="https://bitcoincore.org/en/releases/29.0/">Bitcoin Core 29.0 Release Notes</a> — Option entfernt, Full-RBF ist Standard</li>



<li><a href="https://bitcoincore.org/en/releases/31.0/">Bitcoin Core 31.0 Release Notes</a> — Feerate-Diagramm und Wegfall des CPFP Carve-out</li>



<li><a href="https://github.com/bitcoin/bitcoin/blob/master/src/kernel/mempool_options.h">Bitcoin Core: mempool_options.h</a> — <code>DEFAULT_MEMPOOL_EXPIRY_HOURS{336}</code></li>



<li><a href="https://developer.bitcoin.org/reference/rpc/bumpfee.html">Bitcoin Core RPC-Referenz: bumpfee</a></li>



<li><a href="https://github.com/bitcoin/bips/blob/master/bip-0431.mediawiki">BIP 431: Topology Restrictions for Pinning</a> — TRUC-Transaktionen</li>



<li><a href="https://bitcoinops.org/en/topics/cpfp-carve-out/">Bitcoin Optech: CPFP carve out</a></li>



<li><a href="https://sparrowwallet.com/docs/faq.html">Sparrow Wallet FAQ</a> — Increase Fee und CPFP</li>



<li><a href="https://electrum.readthedocs.io/en/latest/faq.html">Electrum FAQ</a> — Increase Fee, Child pays for parent, Cancel</li>



<li><a href="https://support.bitbox.swiss/sparrow-wallet/rbf-sparrow-bitbox02">BitBox Support: RBF mit Sparrow und BitBox02</a></li>



<li><a href="https://lightning.engineering/api-docs/api/lnd/wallet-kit/bump-fee/">LND API: BumpFee</a></li>



<li><a href="https://support.viabtc.com/hc/en-us/articles/9704354369295-BTC-Transaction-Accelerator">ViaBTC: BTC Transaction Accelerator</a></li>
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		<title>Digital Markets Act: Die Schweiz reguliert das Falsche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 08:11:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Google hat den Auswahlbildschirm in der Schweiz entfernt, die EU büsst mit 890 Millionen Euro. Warum der fehlende Digital Markets Act Schweizer Nutzer trifft.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Juli 2026 hat die EU-Kommission Google <a href="https://digital-markets-act.ec.europa.eu/commission-fines-google-eur890-million-breaches-digital-markets-act-2026-07-23_en" target="_blank" rel="noopener">890 Millionen Euro Busse</a> auferlegt und dem Konzern 60 Tage gegeben, sein Verhalten abzustellen. Neun Tage vorher, am 14. Juli, hat das Sekretariat der Schweizer Wettbewerbskommission <a href="https://www.seco.admin.ch/de/newnsb/a1GWSdwMN1pxp0Gdvp3WF" target="_blank" rel="noopener">eine Vorabklärung eröffnet</a>, weil Google den Auswahlbildschirm für die Suchmaschine bei der Ersteinrichtung von Android-Geräten in der Schweiz abgeschafft hat. Dieselbe Firma, derselbe Monat, zwei Rechtsordnungen — und zwei Ergebnisse, die weiter nicht auseinanderliegen könnten. Der Kommentar zur <a href="https://yourdevice.ch/android-entwickler-verifizierung-euer-geraet-ist-egal/" target="_blank" rel="noopener">Android Entwickler-Verifizierung</a> hat diesen Fall vor einer Woche als Randnotiz benannt. Er verdient mehr, denn er ist kein Einzelfall, sondern das Muster.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild-1024x573.jpg" alt="Smartphone von oben fotografiert. Auf dem Bildschirm ein Systemdialog mit der Überschrift Suchmaschine, darunter eine einzige auswählbare Zeile, drei leere graue Platzhalterzeilen und der Hinweis 1 von 1. Der Auswahlbildschirm ist da, zu wählen gibt es nichts." class="wp-image-20871" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digital-markets-act-schweiz-titelbild.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Digital Markets Act gilt in der Schweiz nicht. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, was daraus praktisch folgt und wie wenig die Schweiz dagegen in der Hand hat — auch nicht mit den zwei grossen Regulierungsvorhaben, die derzeit laufen. Beide gehen an der Sache vorbei, und zwar nicht aus Versehen.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was der Digital Markets Act vorschreibt — und was er mit dem DSA nicht zu tun hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Brüssel hat 2022 zwei Verordnungen beschlossen, die gerne in einem Atemzug genannt und dabei regelmässig verwechselt werden. Der Digital Services Act regelt, was auf Plattformen gesagt und gelöscht werden darf, mit Meldewegen, Moderationspflichten und Trusted Flaggern. Wir haben ihn hier ausführlich und <a href="https://yourdevice.ch/der-digital-services-act-als-zensur-mechanismus/" target="_blank" rel="noopener">nicht wohlwollend behandelt</a>. Der <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32022R1925" target="_blank" rel="noopener">Digital Markets Act</a> regelt etwas völlig anderes: nicht Inhalte, sondern Marktmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er benennt eine Handvoll Konzerne als Torwächter und legt ihnen Pflichten auf, die vorher gelten und nicht erst nach jahrelangen Verfahren. <a href="https://digital-markets-act.ec.europa.eu/about-dma_en" target="_blank" rel="noopener">Die Kommission fasst sie so zusammen</a>: Torwächter dürfen ihre eigenen Dienste im Ranking nicht bevorzugen, dürfen Nutzer nicht daran hindern, vorinstallierte Software zu deinstallieren, müssen Dritten in bestimmten Fällen Interoperabilität gewähren und müssen Geschäftskunden erlauben, ihre Angebote auch ausserhalb der Plattform zu bewerben. Dazu kommt die Pflicht, Endnutzer bei der ersten Nutzung aktiv wählen zu lassen, welche Suchmaschine, welchen Browser und welchen Sprachassistenten sie wollen, statt ihnen eine Voreinstellung unterzuschieben. Genau das ist der Auswahlbildschirm, den es in der Schweiz seit diesem Sommer nicht mehr gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen den beiden Verordnungen ist kein juristisches Detail. Der DSA greift in die Rede ein, der DMA in den Markt. Wer beide für dasselbe hält, kann nicht erklären, warum sich das eine ablehnen und das andere trotzdem vermissen lässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">890 Millionen Euro und 60 Tage: so sieht Durchsetzung im DMA aus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bussenentscheid vom 23. Juli 2026 zerfällt in zwei Teile. 460 Millionen Euro entfallen auf Selbstbevorzugung in der Google-Suche: Google zeigt eigene Dienste prominenter an, «including at the top of the search results page or by using enhanced visuals and filters». 430 Millionen Euro entfallen auf Google Play, weil App-Entwickler ihre Kunden nicht auf «alternative, often cheaper, purchase channels» hinweisen durften und die Gebühren für solche Verweise überhöht waren. Die <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/document/print/en/ip_26_1670/IP_26_1670_EN.pdf" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung der Kommission</a> hält fest: «Google is required to comply with the Commission's decisions within 60 days.» Danach drohen Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des weltweiten Tagesumsatzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechnet nach: 60 Tage ab dem 23. Juli endet am 21. September 2026. Bis dahin muss Google die Suchergebnisseite umgebaut haben, oder es wird teuer. Das ist der entscheidende Punkt an diesem Instrument — nicht die Höhe der Busse, sondern die Uhr, die mit ihr zu laufen beginnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Auswahlbildschirm verschwand, kaum war das Urteil rechtskräftig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorgeschichte reicht acht Jahre zurück. 2018 verhängte die Kommission gegen Google eine Busse wegen missbräuchlicher Praktiken rund um Android. Der Streit ging durch alle Instanzen und endete am 2. Juli 2026: Der Gerichtshof der Europäischen Union <a href="https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-07/cp260093en.pdf" target="_blank" rel="noopener">wies das Rechtsmittel in der Rechtssache C-738/22 P ab</a> und bestätigte 4'125'000'000 Euro, davon 1'520'605'895 Euro solidarisch für Alphabet. Beanstandet wurden Vorinstallationsvereinbarungen, Anti-Fragmentierungsklauseln und Umsatzbeteiligungen, die daran hingen, keinen konkurrierenden Suchdienst vorzuinstallieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwölf Tage nach diesem Urteil meldete das WEKO-Sekretariat, Google habe den Auswahlbildschirm in der Schweiz abgeschafft, während er im Europäischen Wirtschaftsraum weiter besteht. Schweizer Nutzer bekommen bei der Ersteinrichtung keinen Auswahlbildschirm mehr, Google Search ist gesetzt. Ob zwischen dem Urteil und der Abschaffung ein Zusammenhang besteht, hat Google öffentlich nicht erklärt, und wir behaupten es nicht. Die Reihenfolge steht trotzdem fest, und sie ist bemerkenswert: Sobald die europäische Pflicht endgültig geklärt war, verschwand die Wahlmöglichkeit dort, wo keine Pflicht besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die praktische Bedeutung eines fehlenden Gesetzes. Freiwilligkeit hält genau so lange, wie sie nichts kostet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Vorabklärung kann gar keine Busse aussprechen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil der Berichterstattung im Juli sprach von einer «Untersuchung gegen Google». Das trifft nicht zu, und der Unterschied ist erheblich. Das Sekretariat hat eine Vorabklärung eröffnet. Was das ist, beschreibt die WEKO in ihrem eigenen <a href="https://www.weko.admin.ch/dam/de/sd-web/mODFUfYwvIsT/merkblatt_ablauf_vorabklaerung.pdf" target="_blank" rel="noopener">Merkblatt zum Ablauf einer Vorabklärung</a> mit erfrischender Klarheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Frage, ob am Ende eine Sanktion stehen kann, heisst es dort: «Nein. In der Vorabklärung wird nicht abschliessend beurteilt, ob das Verhalten zulässig oder unzulässig ist. Folglich können weder das Sekretariat noch die WEKO eine Geldsanktion aussprechen.» Zur Dauer: «Die Dauer einer Vorabklärung ist je nach Einzelfall ganz verschieden; sie kann von mehreren Monaten bis zu gut über einem Jahr dauern.» Und zum Ausgang: Sie kann folgenlos eingestellt werden, in einer einvernehmlichen Verhaltensanpassung enden oder in eine förmliche Untersuchung nach Art. 27 ff. Kartellgesetz münden — die dann ihrerseits Jahre dauert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stellt das neben die 60 Tage aus Brüssel. Auf der einen Seite ein Verfahren mit Frist, Busse und Zwangsgeld. Auf der anderen ein Vorverfahren ohne Frist, ohne Sanktionsmöglichkeit und mit offenem Ausgang, das schon vom Namen her nur klärt, ob überhaupt ein Verfahren zu eröffnen wäre. Das ist kein Vorwurf an die WEKO. Sie tut, was ihr das Gesetz erlaubt. Das Gesetz erlaubt nur wenig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kartellrecht kommt hinterher, der DMA kommt vorher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier liegt der strukturelle Kern. Kartellrecht arbeitet im Nachhinein: Ein Unternehmen verhält sich, eine Behörde stellt Jahre später fest, ob das zulässig war. Der Android-Fall ist das Lehrstück dazu — acht Jahre von der Kommissionsentscheidung bis zur Rechtskraft, und in dieser Zeit hat sich das beanstandete Geschäftsmodell längst weiterentwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der DMA dreht das um. Er stellt keine Missbrauchsfrage, sondern eine Statusfrage: Wer als Torwächter benannt ist, muss bestimmte Dinge tun und andere lassen, unabhängig davon, ob im Einzelfall ein Missbrauch nachweisbar wäre. Deshalb dauert die Durchsetzung Monate statt Jahre. Das lässt sich als gefährliche Machtverschiebung zugunsten der Kommission lesen — dieses Argument nehmen wir ernst und kommen darauf zurück. Es funktioniert aber nachweislich dort, wo Kartellrecht seit zwei Jahrzehnten nicht mehr rechtzeitig ankommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweiz hat 2022 immerhin einen Schritt in diese Richtung getan: Seit dem 1. Januar 2022 kennt das Kartellgesetz in Art. 4 Abs. 2bis und Art. 7 den Begriff der relativen Marktmacht. Sie liegt laut dem <a href="https://www.weko.admin.ch/dam/de/sd-web/XIALmA67BR7t/merblatt_und_meldeformular_relative_marktmacht.pdf" target="_blank" rel="noopener">Merkblatt der WEKO</a> vor, wenn «Nachfrager und Nachfragerinnen oder Anbieter und Anbieterinnen von Waren und Dienstleistungen mangels angemessener Alternativen von einem Unternehmen abhängig sind». Das klingt zunächst brauchbar. Nur steht im selben Merkblatt der entscheidende Satz: «Auf die Vorschriften zur relativen Marktmacht können sich Unternehmen im Sinne des Kartellgesetzes berufen» — Konsumenten ausdrücklich nicht. Wer als Privatperson keinen Auswahlbildschirm mehr bekommt, hat aus diesem Instrument nichts.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="928" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-1024x928.png" alt="Vergleich von drei Regelwerken in drei Spalten. Der Digital Markets Act der EU verlangt Auswahlbildschirm, keine Selbstbevorzugung, Deinstallierbarkeit und Interoperabilität und ahndet Verstösse mit Busse und Frist; er gibt Nutzern eine Wahl zurück, gilt in der Schweiz aber nicht. Das Schweizer KomPG verlangt Meldeverfahren, Löschbegründungen, Transparenz und Werbearchiv, regelt aber Inhalte und nicht den Markt. Das Schweizer Kartellgesetz setzt erst im Nachhinein an; die Vorabklärung gegen Google kennt keine Frist und keine Geldsanktion." class="wp-image-20874" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-1024x928.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-300x272.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-768x696.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-1536x1393.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-2048x1857.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/dma-kompg-kartellgesetz-vergleich-1-500x453.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Kartellgesetz-Revision regelt Fusionen, nicht Plattformen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kartellgesetz wird gerade revidiert, und wer nun hofft, dort komme die Antwort auf die Plattformfrage, wird enttäuscht. Das Parlament hat die Teilrevision am 19. Dezember 2025 verabschiedet. Am 27. Mai 2026 hat der Bundesrat die <a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/TO8Va1gKIBcynMpwqrF2L" target="_blank" rel="noopener">Vernehmlassung zu den Ausführungsverordnungen eröffnet</a>, die noch bis zum 17. September 2026 läuft. Umgesetzt wird laut Mitteilung «die vom Parlament beschlossene Gesetzesrevision im Hinblick auf die neue Zusammenschlusskontrolle, Parteienentschädigungen, das angepasste Widerspruchsverfahren und die Compliance Defense».</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind vernünftige Anliegen. Ein neuer Prüfmassstab für Unternehmenszusammenschlüsse, ein entschärftes Widerspruchsverfahren, eine Anrechnung von Compliance-Anstrengungen. Digitale Plattformen, Selbstbevorzugung, Interoperabilität oder Voreinstellungen kommen darin nicht vor. Die Revision modernisiert das Werkzeug, das ohnehin erst nach dem Schaden greift. Sie schafft kein Werkzeug, das vorher greift.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das KomPG holt eine Hälfte der EU-Regulierung — die falsche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite grosse Vorhaben ist das Bundesgesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen, kurz KomPG. Der Bundesrat hat den Vorentwurf am <a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/6TmEAde4htulaWG9CWYtK" target="_blank" rel="noopener">29. Oktober 2025 in die Vernehmlassung geschickt</a>, die Frist lief bis zum 16. Februar 2026. Erfasst werden «sehr grosse Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen, weil diese aufgrund ihrer Reichweite die öffentliche Debatte und Meinungsbildung stark beeinflussen». Als sehr gross gilt, wer «monatlich durchschnittlich von zehn Prozent der ständigen Schweizer Wohnbevölkerung genutzt» wird, also rund 900'000 Nutzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was verlangt das Gesetz von diesen Diensten? Ein Meldeverfahren für mutmasslich rechtswidrige Inhalte. Eine Begründungspflicht bei Löschungen und Kontosperrungen. Ein internes Beschwerdeverfahren und aussergerichtliche Streitbeilegung. Transparenzvorgaben für Werbung und Empfehlungssysteme. Ein öffentliches Werbearchiv. Datenzugang für Verwaltung und Forschung. Eine Rechtsvertretung in der Schweiz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist, Punkt für Punkt, die Logik des Digital Services Act. Es ist die Regulierung der Rede. Von Selbstbevorzugung, Auswahlbildschirmen, Deinstallierbarkeit, alternativen App-Kanälen oder Interoperabilität steht nichts drin — nicht in abgeschwächter Form, sondern gar nicht. Die Schweiz übernimmt in eigener Fassung genau jenen Teil der europäischen Plattformregulierung, den auch wir hier für gefährlich halten, und lässt jenen Teil weg, der Nutzern Wahlmöglichkeiten zurückgibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Vernehmlassung wurde der Entwurf breit kritisiert, allerdings fast durchweg entlang der DSA-Achse. <a href="https://algorithmwatch.ch/de/vernehmlassung-kompg/" target="_blank" rel="noopener">AlgorithmWatch CH</a> fordert vier Ergänzungen, darunter, generative KI dort zu erfassen, «wo sie als Suchmaschinen oder Social-Media-Plattformen genutzt» wird, und eine Pflicht zur Risikominderung. Die <a href="https://www.digitale-gesellschaft.ch/2025/10/30/plattformregulierung-der-spaete-und-zahme-aufbruch-des-bundesrats-eroeffnung-vernehmlassung-zur-plattformregulierung/" target="_blank" rel="noopener">Digitale Gesellschaft</a> hält fest, «der zweite Teil – die Pflicht zu Risikominderungsmassnahmen – freiwillig» bleibe, und nennt die Werberegulierung «viel zu zahnlos». Beides sind berechtigte Einwände. Nur verhandelt auch diese Kritik über Moderation und Transparenz. Die Frage, warum die Vorlage kein einziges marktöffnendes Element enthält, hat in der Debatte kaum jemand gestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Schweizer Nutzer heute schon nicht bekommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das bleibt abstrakt, solange es nicht auf konkrete Geräte heruntergebrochen ist. Also konkret. Apple beschreibt auf seiner <a href="https://developer.apple.com/support/dma-and-apps-in-the-eu/" target="_blank" rel="noopener">eigenen Entwicklerseite</a>, welche Änderungen der DMA ausgelöst hat: alternative App-Marktplätze und Web-Distribution, Frameworks für andere Browser-Engines als WebKit, ein Auswahlbildschirm für den Standardbrowser, NFC-Zugriff für Drittanbieter. Und dazu den Geltungsbereich: «The changes are available for developers who distribute apps in any of the 27 EU member countries and only apply to apps available and distributed to users in the EU.» Die Schweiz kommt in dem Dokument nicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher steht es in Apples Support-Artikel zu alternativen App-Marktplätzen, in der Schweizer Fassung: «Alternative App-Anbieter sind in Brasilien, Japan und den Ländern bzw. Regionen der Europäischen Union verfügbar.» Wer sie nutzen will, dessen Apple-Konto muss auf ein solches Land eingestellt sein, und er muss sich physisch dort aufhalten. Die Schweiz steht nicht auf dieser Liste. Ein iPhone in Zürich installiert keine Apps ausserhalb des App Store, ein iPhone in Konstanz schon. Der Unterschied ist nicht technisch. Er ist rechtlich — und Apple erklärt ihn Schweizer Nutzern auf einer Seite, die ausdrücklich für sie geschrieben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe Muster bei Messengern. Meta hat im November 2025 <a href="https://about.fb.com/news/2025/11/messaging-interoperability-whatsapp-enables-third-party-chats-for-users-in-europe/" target="_blank" rel="noopener">Drittanbieter-Chats für WhatsApp angekündigt</a> und schreibt dazu unmissverständlich: «The DMA requires Meta to give people using WhatsApp in Europe the option to connect with people using third-party messaging services», verfügbar «in line with DMA requirements» für Nutzer in der «European Region». Ob und wann Schweizer Konten dazugehören, sagt Meta in dieser Mitteilung nicht — was für sich genommen schon die Antwort ist, denn die Pflicht endet an der Grenze des Geltungsbereichs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Beispiele, ein Mechanismus: Wo eine Pflicht besteht, öffnen die Konzerne. Wo keine besteht, öffnen sie nicht, oder sie schliessen wieder.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-scaled.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="945" height="1024" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-945x1024.png" alt="Zeitleiste von 2018 bis September 2026 mit farblich getrennten Einträgen für EU, Schweiz und Japan. Sie zeigt: Nach dem endgültigen EU-Urteil vom 2. Juli 2026 entfernte Google Anfang Juli den Auswahlbildschirm in der Schweiz, am 14. Juli eröffnete das WEKO-Sekretariat eine Vorabklärung ohne Frist und ohne Sanktionsmöglichkeit, und am 23. Juli büsste die EU-Kommission Google mit 890 Millionen Euro und einer Frist von 60 Tagen." class="wp-image-20873" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-945x1024.png 945w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-277x300.png 277w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-768x833.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-1417x1536.png 1417w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-1889x2048.png 1889w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/choice-screen-zeitleiste-500x542.png 500w" sizes="auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px" /></a></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Japan hat gezeigt, dass es auch ohne Brüssel geht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle kommt üblicherweise der Einwand, die Schweiz könne eben nicht anders, weil sie nicht in der EU sei und keinen Binnenmarkt von 450 Millionen Menschen in die Waagschale werfe. Japan widerlegt das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Japan hat mit dem Mobile Software Competition Act ein eigenes Gesetz geschrieben, dessen <a href="https://www.jftc.go.jp/file/MSCA_Guidelines_tentative_translation.pdf" target="_blank" rel="noopener">Leitlinien die Wettbewerbsbehörde JFTC im Juli 2025 veröffentlicht hat</a>. In Kraft ist es seit dem 17. Dezember 2025. Google hat am selben Tag in seinem <a href="https://blog.google/company-news/inside-google/around-the-globe/google-asia/complying-with-mobile-software-competition-act/" target="_blank" rel="noopener">eigenen Unternehmensblog</a> mitgeteilt, was das bedeutet: «Under the MSCA, we will show choice screens that prompt you to select a search engine and browser.» Dazu alternative Bezahloptionen für Entwickler und Käufe digitaler Inhalte ausserhalb von Google Play.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lest den Satz noch einmal. «Under the MSCA» — wegen des Gesetzes. Nicht wegen Kundenwünschen, nicht wegen Marktdruck, nicht aus Einsicht. Und deshalb steht Japan heute in Apples Länderliste für alternative App-Marktplätze neben der EU und Brasilien, während die Schweiz fehlt. Japan hat 124 Millionen Einwohner, die Schweiz neun. Der Grössenunterschied ist real. Aber die Behauptung, ein Land ausserhalb der EU könne in dieser Frage grundsätzlich nichts ausrichten, ist damit widerlegt. Es ist eine Frage des politischen Willens, nicht der Grösse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gegenposition: Braucht die Schweiz das wirklich?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen einen schweizerischen DMA lassen sich drei ernstzunehmende Argumente vorbringen, und sie verdienen eine Antwort statt eines Achselzuckens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erstens: Das Kartellgesetz reicht.</strong> Die WEKO ist tätig geworden, das Verfahren läuft, abwarten genügt. Der Einwand scheitert an den eigenen Unterlagen der Behörde. Eine Vorabklärung kann laut ihrem Merkblatt keine Sanktion aussprechen, hat keine Frist und kann folgenlos eingestellt werden. Selbst im günstigsten Fall — Untersuchung, Verfügung, Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht, Weiterzug ans Bundesgericht — reden wir über Jahre. Der Auswahlbildschirm ist inzwischen weg. Recht, das erst nach dem Ende des beanstandeten Verhaltens ankommt, ist für die Betroffenen kein Recht, sondern Statistik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zweitens: Regulierung schadet dem Standort.</strong> Auch dieses Argument hat Substanz — nur trifft es hier den Falschen. Die Adressaten des DMA sind sechs bis acht Konzerne mit weltweiter Marktmacht, kein Schweizer KMU. Und die Schweiz reguliert ohnehin bereits, das KomPG liegt vor. Zur Debatte steht nicht, ob reguliert wird, sondern was. Wer Regulierung grundsätzlich ablehnt, müsste konsequenterweise auch gegen das KomPG sein, das Plattformen Moderations- und Berichtspflichten auferlegt. Wer das KomPG für nötig hält, aber marktöffnende Pflichten für Teufelszeug, hat sich für die eingriffsintensivere Hälfte entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drittens: Das wäre autonomer Nachvollzug und damit EU-Hörigkeit.</strong> Das ist der stärkste Einwand, und er verdient Respekt. Die Antwort steht im vorigen Abschnitt: Japan hat kein EU-Recht nachvollzogen, sondern ein eigenes Gesetz mit eigenen Kriterien und einer eigenen Behörde geschrieben. Ein schweizerischer Ansatz müsste den DMA nicht kopieren. Er müsste nur überhaupt existieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer die EU kritisiert, muss beim DMA trotzdem genau hinsehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle ist eine Selbstauskunft fällig, denn dieser Blog ist in EU-Fragen alles andere als unverdächtig. Wir haben die Chatkontrolle, die Altersverifikation, den digitalen Euro und den DSA scharf angegriffen und in <a href="https://yourdevice.ch/warum-die-eu-sterben-muss-damit-europa-leben-kann/" target="_blank" rel="noopener">einem eigenen Kommentar</a> die These vertreten, dass dieser Apparat Demokratie als Fremdwort behandelt. An keinem Wort davon ist etwas zurückzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem gilt: Der DMA ist nicht der DSA. Der eine gibt der Kommission Zugriff darauf, was gesagt werden darf. Der andere zwingt Konzerne, Nutzern eine Wahl zu lassen, die sie ihnen sonst nehmen. Das eine lässt sich bekämpfen und das andere für richtig halten, ohne inkonsequent zu sein — vorausgesetzt, die Unterscheidung läuft nach Wirkung und nicht nach Absender. Die berechtigte Sorge bleibt, dass eine Behörde, die Marktstrukturen per Verordnung setzt, dieselbe Macht später anders einsetzt. Deshalb ist die entscheidende Frage an ein schweizerisches Pendant nicht, ob es kommt, sondern wer es durchsetzt und mit welcher gerichtlichen Kontrolle. Diese Frage wird derzeit gar nicht gestellt, weil das Thema nicht auf der Traktandenliste steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der eigentliche Befund dieses Sommers. Nicht, dass die Schweiz die falsche Antwort gegeben hätte. Sondern dass sie die Frage nicht stellt, während im selben Monat 890 Millionen Euro Busse, ein 60-Tage-Ultimatum und ein stillschweigend entfernter Auswahlbildschirm zeigen, worum es geht. Der Kommentar zur <a href="https://yourdevice.ch/keep-android-open-google-will-android-schliessen/" target="_blank" rel="noopener">Kampagne Keep Android Open</a> hat vor einem halben Jahr beschrieben, wie sich das Ökosystem schliesst. Der fehlende DMA ist der Grund, warum die Schweiz dabei nicht einmal zusieht, sondern schlicht nicht vorkommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Politisch ist die Lage unbefriedigend, praktisch könnt ihr trotzdem einiges selbst in die Hand nehmen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Standardsuchmaschine von Hand setzen.</strong> Der fehlende Auswahlbildschirm nimmt euch nur die Frage ab, nicht die Möglichkeit. In Chrome unter Einstellungen, Suchmaschine, und in Firefox unter Einstellungen, Suchen lässt sich der Standard weiterhin ändern. Welche Anbieter dafür taugen, haben wir in unserer Übersicht zu den <a href="https://yourdevice.ch/die-5-besten-alternativen-zur-google-suchmaschine/" target="_blank" rel="noopener">Alternativen zur Google-Suche</a> zusammengestellt.</li>



<li><strong>App-Bezug vom Play Store lösen.</strong> Was der DMA in der EU erzwingt, könnt ihr euch in der Schweiz selbst bauen. <a href="https://yourdevice.ch/obtainium-der-universelle-app-store/" target="_blank" rel="noopener">Obtainium</a> holt Apps direkt von den Release-Seiten der Entwickler, und die <a href="https://yourdevice.ch/alternative-android-app-stores/" target="_blank" rel="noopener">alternativen App-Stores</a> decken den Rest ab. Wer weiter gehen will, findet im <a href="https://yourdevice.ch/der-grapheneos-einsteiger-guide-einrichtung-anwendung/" target="_blank" rel="noopener">GrapheneOS-Einsteiger-Guide</a> den Weg zu einem System, das gar nicht erst voreinstellt.</li>



<li><strong>An der laufenden Vernehmlassung teilnehmen.</strong> Die Verordnungen zum revidierten Kartellgesetz stehen noch bis zum 17. September 2026 offen. Stellungnahmen sind nicht Verbänden vorbehalten; jede Person und jede Organisation kann eine einreichen. Wer festhält, dass die Vorlage digitale Torwächter nicht erfasst, bringt diese Lücke wenigstens ins Protokoll.</li>



<li><strong>Der WEKO Sachverhalte melden.</strong> Das Sekretariat wird auch auf Hinweise Dritter tätig. Wer den Wegfall des Auswahlbildschirms auf einem konkreten Gerät dokumentiert hat, mit Modell, Datum und Screenshot, liefert brauchbares Material. Für Unternehmen gibt es zusätzlich das Meldeformular zur relativen Marktmacht — Privatpersonen können sich auf diese Bestimmung nicht berufen, Hinweise geben aber sehr wohl.</li>



<li><strong>Beim Gerätekauf mitdenken.</strong> Wenn Öffnung an Rechtsräumen hängt, ist die Plattformwahl eine politische Entscheidung. Ein Android-Gerät mit entsperrbarem Bootloader lässt euch Alternativen offen. Ein Gerät, das Software ausschliesslich aus einem Store des Herstellers annimmt, überlässt eure Wahlfreiheit einer Rechtsordnung, in der ihr nicht wohnt.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die Schweiz reguliert die Rede und lässt den Markt laufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt in der schweizerischen Digitalpolitik derzeit zwei grosse Baustellen. Das KomPG regelt, wie Plattformen mit Inhalten umgehen müssen. Die Kartellgesetz-Revision regelt Unternehmenszusammenschlüsse. Beides ist begründbar. Beides hilft niemandem, dem Google im Juli die Suchmaschinenauswahl weggenommen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweiz hat sich damit, ohne dass es je zur Debatte stand, für die eingriffsintensive Hälfte der europäischen Plattformregulierung entschieden und gegen die befreiende. Sie übernimmt Meldeverfahren, Löschbegründungen und Werbearchive nach dem Muster des DSA — und lässt Selbstbevorzugung, Voreinstellungen, Interoperabilität und alternative Vertriebswege unberührt. Das Ergebnis ist ein Land, in dem Konzerne sagen müssen, warum sie einen Beitrag gelöscht haben, aber niemandem erklären müssen, warum sie eine Wahlmöglichkeit gestrichen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. September läuft in Brüssel die Frist für Google ab. In Bern läuft am 17. September die Vernehmlassung zu Verordnungen aus, in denen digitale Plattformen nicht vorkommen. Zwei Termine in derselben Woche, zwei Vorstellungen davon, was Wettbewerbsrecht im Jahr 2026 leisten soll. Es steht zu befürchten, dass nur eine davon Wirkung zeigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.seco.admin.ch/de/newnsb/a1GWSdwMN1pxp0Gdvp3WF" target="_blank" rel="noopener">SECO/WEKO: Das Sekretariat der WEKO ermittelt gegen Google</a>, Medienmitteilung vom 14. Juli 2026</li>



<li><a href="https://www.weko.admin.ch/dam/de/sd-web/mODFUfYwvIsT/merkblatt_ablauf_vorabklaerung.pdf" target="_blank" rel="noopener">WEKO: Merkblatt zum Ablauf einer Vorabklärung</a> (PDF)</li>



<li><a href="https://www.weko.admin.ch/dam/de/sd-web/XIALmA67BR7t/merblatt_und_meldeformular_relative_marktmacht.pdf" target="_blank" rel="noopener">WEKO: Merkblatt und Meldeformular relative Marktmacht</a> (PDF, Art. 4 Abs. 2bis und Art. 7 KG)</li>



<li><a href="https://digital-markets-act.ec.europa.eu/commission-fines-google-eur890-million-breaches-digital-markets-act-2026-07-23_en" target="_blank" rel="noopener">Europäische Kommission: Commission fines Google €890 million for breaches of the Digital Markets Act</a>, 23. Juli 2026</li>



<li><a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/document/print/en/ip_26_1670/IP_26_1670_EN.pdf" target="_blank" rel="noopener">Europäische Kommission: Pressemitteilung IP/26/1670</a> (PDF)</li>



<li><a href="https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-07/cp260093en.pdf" target="_blank" rel="noopener">Gerichtshof der EU: Pressemitteilung zum Urteil C-738/22 P (Google Android)</a>, 2. Juli 2026 (PDF)</li>



<li><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32022R1925" target="_blank" rel="noopener">Verordnung (EU) 2022/1925 (Digital Markets Act) auf EUR-Lex</a></li>



<li><a href="https://digital-markets-act.ec.europa.eu/about-dma_en" target="_blank" rel="noopener">Europäische Kommission: About the Digital Markets Act</a></li>



<li><a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/6TmEAde4htulaWG9CWYtK" target="_blank" rel="noopener">Bundesrat: Neues Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen — Start der Vernehmlassung</a>, 29. Oktober 2025</li>



<li><a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/TO8Va1gKIBcynMpwqrF2L" target="_blank" rel="noopener">Bundesrat: Kartellgesetz — Vernehmlassung zur Revision der Verordnungen</a>, 27. Mai 2026</li>



<li><a href="https://algorithmwatch.ch/de/vernehmlassung-kompg/" target="_blank" rel="noopener">AlgorithmWatch CH: Vernehmlassungsantwort zum KomPG</a></li>



<li><a href="https://www.digitale-gesellschaft.ch/2025/10/30/plattformregulierung-der-spaete-und-zahme-aufbruch-des-bundesrats-eroeffnung-vernehmlassung-zur-plattformregulierung/" target="_blank" rel="noopener">Digitale Gesellschaft: Plattformregulierung — der späte und zahme Aufbruch des Bundesrats</a>, 30. Oktober 2025</li>



<li><a href="https://algorithmwatch.ch/de/leitfaden-plattformregulierung-schweiz/" target="_blank" rel="noopener">AlgorithmWatch CH: Regulierung von Online-Plattformen — was tut die Schweiz?</a></li>



<li><a href="https://developer.apple.com/support/dma-and-apps-in-the-eu/" target="_blank" rel="noopener">Apple Developer: Changes for apps in the European Union</a></li>



<li><a href="https://support.apple.com/de-ch/118110" target="_blank" rel="noopener">Apple Support: Informationen zu alternativen App-Anbietern</a> (Schweizer Fassung)</li>



<li><a href="https://about.fb.com/news/2025/11/messaging-interoperability-whatsapp-enables-third-party-chats-for-users-in-europe/" target="_blank" rel="noopener">Meta: Messaging Interoperability — WhatsApp enables third-party chats for users in Europe</a>, November 2025</li>



<li><a href="https://blog.google/company-news/inside-google/around-the-globe/google-asia/complying-with-mobile-software-competition-act/" target="_blank" rel="noopener">Google: Complying with Japan's Mobile Software Competition Act</a>, 17. Dezember 2025</li>



<li><a href="https://www.jftc.go.jp/file/MSCA_Guidelines_tentative_translation.pdf" target="_blank" rel="noopener">JFTC: Mobile Software Competition Act Guidelines</a>, Juli 2025 (PDF, englische Arbeitsübersetzung)</li>
</ul>
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		<title>Überwachungskamera ohne Cloud: Kaufratgeber 2026</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 08:33:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufratgeber]]></category>
		<category><![CDATA[NAS]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Überwachungskamera ohne Cloud kaufen: Warum nur RTSP und ONVIF zählen, welche Fallgruben das Datenblatt verschweigt und was in der Schweiz erlaubt ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Überwachungskamera ohne Cloud erkennt ihr nicht am Werbetext, sondern an zwei Abkürzungen im Datenblatt: RTSP und ONVIF. Fehlt eine davon, gehört das Bild dem Hersteller, und ihr bekommt es nur über dessen App, dessen Server und dessen Geschäftsmodell zurück. Dieser Kaufratgeber sagt euch, woran ihr das vor dem Kauf erkennt — und welche Fallgruben die Produktseite systematisch verschweigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild-1024x573.jpg" alt="Eine matte dunkelgraue Bullet-Überwachungskamera steht gross und mittig im Bild, ihr Netzwerkkabel liegt lose aufgerollt am Sockel. Am Kabel hängt ein kleines helles Papieretikett mit der Aufschrift RTSP ONVIF. Das Bild sagt, dass beim Kauf einer Überwachungskamera diese beiden Schnittstellen darüber entscheiden, ob das Gerät ohne Hersteller-Cloud arbeitet." class="wp-image-20865" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/ueberwachungskamera-ohne-cloud-titelbild.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Überwachungskamera ohne Cloud: das eine Kriterium, das wirklich zählt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Markt ist voll von Geräten, die mit «lokaler Speicherung» und «kein Abo nötig» werben und trotzdem ohne den Hersteller nicht funktionieren. Der Grund ist simpel: Eine SD-Karte im Gehäuse <em>ist</em> lokale Speicherung. Erreichbar ist sie trotzdem nur über die Hersteller-App, und die verbindet sich über die Hersteller-Server. Wenn der Anbieter den Dienst einstellt, die App aus dem Store nimmt oder das Konto sperrt, habt ihr ein Stück Plastik an der Wand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das einzige belastbare Kaufkriterium für eine Überwachungskamera ohne Cloud lautet deshalb: Die Kamera muss <strong>eigenständig</strong> als Videoquelle und als Gerät ansprechbar sein — als RTSP-Stream und über ONVIF. «Eigenständig» heisst: ohne Hersteller-Hub, ohne Hersteller-Konto, ohne Internetverbindung. Alles andere — Auflösung, Nachtsicht, Personenerkennung, Design — ist nachgelagert. Eine 4K-Kamera ohne RTSP ist für den lokalen Betrieb wertlos, eine 2K-Kamera mit RTSP taugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass das mehr ist als Prinzipienreiterei, zeigt ein Fall vom März 2025: Die US-Behörde CISA veröffentlichte für die IP-Kamera Edimax IC-7100 eine <a href="https://www.cisa.gov/news-events/ics-advisories/icsa-25-063-08" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sicherheitswarnung mit CVSS-v4-Wert 9,3</a> — eine Befehlsinjektion in allen Firmware-Versionen. Dazu der entscheidende Satz: «Edimax has not responded to CISA requests to coordinate the vulnerability.» Es gibt keinen Patch. CISA empfiehlt stattdessen, solche Geräte gar nicht erst aus dem Internet erreichbar zu machen — und genau das könnt ihr nur bei einer Kamera, die ohne Hersteller-Cloud arbeitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">RTSP, ONVIF, NVR: die drei Begriffe, ohne die ihr kein Datenblatt lesen könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese drei Wörter tauchen in jedem Datenblatt auf, und die wenigsten Produktseiten erklären sie. Ohne sie ist der Rest dieses Artikels nicht zu verstehen, deshalb zuerst die Grundlagen — kurz, und danach nicht mehr.</p>



<h3 class="wp-block-heading">RTSP ist die Fernbedienung, nicht das Bild</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Real Time Streaming Protocol ist in <a href="https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc2326" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RFC 2326 vom April 1998</a> festgeschrieben und benutzt standardmässig Port 554. Wichtig ist, was es <em>nicht</em> tut: Der RFC beschreibt RTSP als «network remote control» und hält ausdrücklich fest, dass das Protokoll die Videodaten typischerweise nicht selbst überträgt — «Data is carried out-of-band by a different protocol», in der Praxis RTP.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für euch heisst das: RTSP ist die Adresse, unter der ein Programm den Stream abholen kann. Sie sieht typischerweise so aus, hier am Beispiel der offiziellen <a href="https://www.tp-link.com/us/support/faq/2680/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tapo-Dokumentation von TP-Link</a>:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>rtsp://benutzer:passwort@192.168.20.41/stream1   # Hauptstream, volle Auflösung
rtsp://benutzer:passwort@192.168.20.41/stream2   # Substream, kleinere Auflösung</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wer eine solche URL hat, kann das Bild in VLC, in ein NAS, in einen NVR, in Frigate oder in Home Assistant holen — ganz ohne Hersteller. Wer keine hat, kann das nicht, und keine Software der Welt ändert daran etwas.</p>



<h3 class="wp-block-heading">ONVIF macht aus dem Stream ein Gerät</h3>



<p class="wp-block-paragraph">RTSP liefert Bild und Ton. ONVIF liefert alles andere: Gerätesuche im Netz, Auslesen der verfügbaren Streams, Bildeinstellungen, Schwenken und Neigen, und vor allem Ereignisse — Bewegungsalarm, Sabotagealarm, Metadaten. <a href="https://www.onvif.org/profiles/profile-t/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ONVIF Profile T</a> schreibt für Geräte unter anderem Metadaten-Streaming vor und deckt H.264 wie H.265 ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der praktische Unterschied: Mit RTSP allein habt ihr ein Bild, das rund um die Uhr aufgezeichnet wird und dessen Bewegungserkennung das NAS oder der NVR rechnen muss. Mit ONVIF meldet die Kamera selbst, wann sich etwas bewegt hat — ereignisgesteuerte Aufnahmen statt endlosem Dauerband.</p>



<h3 class="wp-block-heading">NVR, NAS oder Software — wo die Aufnahme landet</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein NVR (Network Video Recorder) ist eine Kiste, die nichts anderes tut als Kamerastreams entgegennehmen, aufzeichnen und wiedergeben. Ein NAS ist ein allgemeiner Dateiserver, der das per Zusatzsoftware auch kann — bei Synology heisst sie Surveillance Station. Und dann gibt es reine Software wie Frigate oder Shinobi, die auf beliebiger Hardware läuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied liegt bei Kosten und Bindung. Ein NAS habt ihr vielleicht schon — dann kostet die Aufnahme nur noch Lizenzen: Synology legt <a href="https://www.synology.com/de-de/products/Device_License_Pack" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zwei Standardlizenzen</a> bei, jede weitere Kamera braucht ein Lizenzpaket für 1, 4 oder 8 Geräte. Software ist lizenzfrei, verlangt dafür Einarbeitung. Alle drei Wege setzen dasselbe voraus: RTSP, besser noch ONVIF.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum «ONVIF-kompatibel» auf der Verpackung nichts beweist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ONVIF ist kein Gütesiegel zum Selbstbedienen, sondern ein Konformitätsverfahren. Hersteller müssen ihr Gerät mit dem offiziellen Testwerkzeug prüfen, Unterlagen einreichen und werden danach in der <a href="https://www.onvif.org/conformant-products/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Datenbank der konformen Produkte</a> geführt; die Konformität hängt dabei an einer konkreten Firmware-Version. ONVIF weist auf derselben Seite ausdrücklich darauf hin, dass Hersteller keine Konformität behaupten dürfen, ohne das Verfahren abgeschlossen zu haben, und bittet um Meldung, wenn ein Produkt sich als konform bezeichnet, aber nicht in der Datenbank steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit habt ihr einen Prüfschritt, der nichts kostet: Modellname in die Datenbank eintippen. Steht es dort, wisst ihr auch gleich, welches Profil gilt. Steht es nicht dort, ist «ONVIF-kompatibel» eine Behauptung ohne Deckung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Profil selbst ist 2026 ein eigenes Kaufkriterium geworden. ONVIF hat angekündigt, <a href="https://www.onvif.org/?post_type=pressrelease&amp;p=8621" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Unterstützung für Profile S zu beenden</a> und Profile T als Nachfolger zu empfehlen: «The June 2026 version of the ONVIF conformance test tools […] will be the last test tool version that enables manufacturers to claim product conformance to Profile S.» Grund ist die Authentifizierung per Username Token, die «no longer consistent with current cybersecurity recommendations» sei. Bereits installierte Geräte funktionieren weiter, neu gekauft wird ab jetzt aber sinnvollerweise Profile T.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist unangenehm konkret: TP-Link hält in seinen FAQ fest, dass <a href="https://www.tp-link.com/us/support/faq/4465/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tapo-Kameras ausschliesslich Profile S unterstützen</a>. Wer heute eine Tapo kauft, kauft ein auslaufendes Profil. Funktionieren wird sie trotzdem — nur landet ihr auf der Seite, die ONVIF gerade verlässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Fallgruben, die am Produktdatenblatt nicht auffallen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die folgenden fünf Punkte stehen selten auf der Verpackung und oft nicht einmal auf der Produktseite — sondern in Support-Artikeln, die ihr erfahrungsgemäss erst findet, wenn die Kamera schon an der Wand hängt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Akkukameras: kein RTSP, und das ist kein Firmware-Versehen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die teuerste Falle. Akkubetriebene Kameras sind bequem, weil sie kein Kabel brauchen — und sie sind fast durchgehend für den lokalen Betrieb unbrauchbar. Reolink formuliert das für die eigenen Modelle unmissverständlich: Im Alleinbetrieb unterstützt eine Akkukamera <a href="https://support.reolink.com/articles/360004441753-Can-Reolink-Battery-Powered-Cameras-Work-with-3rd-Party-Software/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«RTSP, RTMP, ONVIF and related communication protocols» nicht</a>. Genannt werden zwei Gründe: Hardware-Grenzen und Energieverwaltung — Fremdsoftware kenne den Standby-Modus der Kamera nicht und würde den Akku leerziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei TP-Link steht dasselbe: Für die akkubetriebenen Tapo-Modelle C425, C460, C660, C645D und D230 wird <a href="https://www.tp-link.com/us/support/faq/2680/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RTSP «generally not supported»</a>. Drei Ausnahmen gibt es — D235, D225 und TD25 —, aber nur «when hardwired for power, with a jumper cable installed, and with always-on mode enabled». Also nur dann, wenn ihr den Akkubetrieb aufgebt und ein Kabel legt. Wer ein Kabel legen kann, kauft besser gleich eine Kamera, die dafür gebaut ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">4G-Kameras: weder RTSP noch ONVIF</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kameras mit eigener SIM-Karte für Orte ohne Netzwerk sind technisch reizvoll und praktisch gesperrt. Reolink führt die <a href="https://support.reolink.com/articles/900000617826-Which-Reolink-Products-Support-CGI-RTSP-ONVIF/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">4G-LTE-Modelle</a> — Go-Serie, TrackMix LTE, Duo 2 LTE — schlicht als nicht unterstützt. Das ist kein Zufall: Eine Kamera hinter Carrier-Grade NAT ist von aussen ohnehin nicht direkt erreichbar, der Hersteller-Relay ist dort die Geschäftsgrundlage. Plant eine 4G-Kamera deshalb nie als Teil eures lokalen Systems ein, sondern als eigenständiges, herstellerabhängiges Gerät — oder legt Netz hin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kameras, die ohne Hersteller-Hub nichts können</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte Kategorie ist die heimtückischste, weil auf der Produktseite tatsächlich «RTSP» und «ONVIF» steht. Nur eben mit einer Fussnote. Reolinks Akku-WLAN-Kameras — Argus-Serie, Altas-Serie, Battery Doorbell — bekommen die Protokolle laut Hersteller erst über eine «Verbindung zu Reolink Home Hub». Dasselbe gilt für NVR-Kit-Kameras ohne eigene UID, die einen Reolink-NVR verlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist keine offene Schnittstelle, sondern eine verschobene Abhängigkeit: Statt am Cloud-Konto hängt ihr am Hub — einem Gerät, das der Hersteller mit Firmware versorgt, das ausfallen kann und für das es keinen Nachbau gibt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Cloud-only: Ring und Nest sind keine Kandidaten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den grossen Plattformmarken ist die Lage eindeutig, und sie ist es ohne Fussnote. Googles Support-Seite zum <a href="https://support.google.com/googlenest/answer/9681538?hl=en-GB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Videoverlauf der Nest-Kameras</a> kennt nur Cloud-Speicherung: ohne Abo bis zu drei Stunden Ereignisvorschau, mit Abo 30 oder 60 Tage Ereignisverlauf und bis zu zehn Tage Dauervideo — «All video history is deleted on a rolling basis». Lokale Speicherung kommt auf der Seite schlicht nicht vor. Bei Ring ist es dasselbe Modell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt das kaufen, solange ihr wisst, was ihr kauft: einen Dienst mit beigelegter Hardware. Nur ist es dann keine Überwachungskamera ohne Cloud, sondern das genaue Gegenteil, und die Speicherdauer eures eigenen Wohnzimmers steht in einer Preisliste.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die stille Beschränkung: nur zwei von drei Wegen gleichzeitig</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann gibt es Grenzen, die nirgends in der Produktbeschreibung stehen. TP-Link hält in derselben FAQ fest: «Only two of these three options can run at once: Tapo Care, SD card recording, and NVR/NAS/ONVIF software.» Wer also gleichzeitig auf SD-Karte aufzeichnen und auf ein NAS streamen will, hat damit schon beide Plätze belegt. Solche Beschränkungen findet ihr nur, wenn ihr vor dem Kauf gezielt in der Support-Datenbank des Herstellers nach «RTSP» und «ONVIF» sucht — nicht auf der Produktseite.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="619" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-1024x619.png" alt="Tabelle mit vier Klassen von Überwachungskameras. Klasse A, die PoE-Fixkamera, und Klasse B, die WLAN-Kamera am Netzteil, liefern RTSP und ONVIF eigenständig und lassen sich direkt auf NAS oder NVR aufzeichnen. Klasse C, die Akkukamera, bekommt beides nur über einen Hersteller-Hub. Klasse D — Akkukameras ohne Hub, 4G-Modelle und Cloud-only-Geräte wie Ring und Nest — liefert weder RTSP noch ONVIF, das Bild ist nur über App und Server des Herstellers erreichbar." class="wp-image-20863" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-1024x619.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-300x181.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-768x464.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-1536x928.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-2048x1237.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kameraklassen-vergleich-500x302.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">PoE oder WLAN: die Entscheidung, die ihr nicht rückgängig macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Power over Ethernet bedeutet, dass Strom und Daten über dasselbe Netzwerkkabel laufen. Ein Kabel, ein Loch in der Wand, kein Netzteil an der Fassade. Für eine fest montierte Aussenkamera ist das fast immer die richtige Wahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Leistung reicht für gewöhnliche Fixkameras der ursprüngliche Standard. Cisco nennt in seiner <a href="https://www.cisco.com/c/en/us/td/docs/switches/lan/catalyst9300/software/release/17-11/configuration_guide/int_hw/b_1711_int_and_hw_9300_cg/configuring_poe.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PoE-Dokumentation</a> 15,4 Watt pro Port für IEEE 802.3af und hält für den Nachfolger fest: «The PoE+ standard increases the maximum power that can be drawn by a powered device from 15.4 W per port to 30 W per port.» Für Schwenk-Neige-Modelle, beheizte Gehäuse oder starke Infrarotstrahler braucht ihr also 802.3at; das noch stärkere <a href="https://standards.ieee.org/ieee/802.3bt/6749/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IEEE 802.3bt</a> von 2018 ist für Kameras selten nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">WLAN-Kameras haben zwei Nachteile, die im Laden nicht auffallen. Der erste ist Zuverlässigkeit: Das Frigate-Projekt schreibt in seinen <a href="https://docs.frigate.video/frigate/hardware/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hardware-Empfehlungen</a> ungewöhnlich deutlich, «WiFi cameras are not recommended as their streams are less reliable and cause connection loss and/or lost video data». Der zweite ist Störbarkeit: Ein Funknetz lässt sich mit einfachsten Mitteln zumachen, ein Kabel nicht. Für eine Kamera, die genau dann funktionieren soll, wenn jemand nicht will, dass sie funktioniert, ist das kein Nebenaspekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig vom Übertragungsweg gehört die Kamera in ein eigenes Netzsegment ohne Internetzugang. Wie ihr das aufteilt, steht in <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-vlan-beispiele/">Was ist ein VLAN — Anwendung und Beispiele</a>, das die Trennung von Überwachungstechnik und Arbeitsgeräten als eigenes Beispiel durchspielt. Ergänzend regelt eine <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-eine-firewall/">Firewall</a>, was aus diesem Segment heraus darf — bei einer Kamera: nichts ausser dem Weg zum Aufnahmesystem.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wohin die Aufnahmen wandern: SD-Karte, NAS oder NVR</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die SD-Karte in der Kamera ist der schlechteste der drei Wege, aus einem Grund, der nichts mit Technik zu tun hat: Sie sitzt im Gerät, das gestohlen oder zerstört wird. Als Zwischenpuffer bei Netzausfall ist sie sinnvoll, als einziger Speicherort nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Punkt ist die Dauerschreiblast. Videoaufzeichnung schreibt rund um die Uhr, und normale Desktop-Platten sind dafür nicht ausgelegt. Western Digital gibt für die Überwachungsserie WD Purple im <a href="https://documents.westerndigital.com/content/dam/doc-library/en_us/assets/public/western-digital/product/internal-drives/wd-purple-hdd/data-sheet-wd-purple-hdd.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Datenblatt</a> 180 TB jährliche Schreiblast, eine MTBF von einer Million Stunden und bis zu 64 HD-Kameras je Laufwerk an; Seagate hat mit SkyHawk ein Gegenstück. Der Aufpreis ist gering, der Unterschied in der Lebensdauer nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine SSD braucht es dafür nicht. Warum sich das bei einem NAS ohnehin meist am Netzwerk erledigt, haben wir in <a href="https://yourdevice.ch/ssd-in-einer-nas-sinnvoll/">SSD in einer NAS sinnvoll?</a> durchgerechnet — bei Videoaufzeichnung kommt hinzu, dass Dauerschreiben Flash-Speicher am schnellsten altern lässt. Und egal wo die Aufnahmen liegen: Sie ersetzen keine Sicherung, siehe <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-ein-gutes-backup/">Was ist ein gutes BackUp</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="698" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-1024x698.png" alt="Zwei gegenübergestellte Datenwege. Oben die Cloud-Kamera: Sie braucht Internet, schickt Videoausschnitte an den Server des Herstellers, der sieht, wann sich bei euch etwas bewegt, und der Zugang endet mit Kontosperre oder Abo-Ende. Unten die Kamera mit eigenständigem RTSP: Sie steht in einem eigenen Netzsegment ohne Weg nach draussen, zeichnet auf ein NAS oder einen NVR im Haus auf, und der Zugriff von unterwegs läuft über einen Wireguard-Tunnel, bei dem niemand mitsieht." class="wp-image-20864" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-1024x698.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-300x205.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-768x524.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-1536x1047.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-2048x1396.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/kamera-datenwege-500x341.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Auflösung, Codec und Nachtsicht: was im Datenblatt zählt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">H.264 oder H.265 ist eine Kompatibilitätsfrage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">H.265 halbiert grob die Datenmenge gegenüber H.264 — was bei Dauerbetrieb echtes Geld an Speicher spart. Der Haken liegt bei der Software. Frigate empfiehlt in den Hardware-Hinweisen ausdrücklich H.264: «Cameras that output H.264 video and AAC audio will offer the most compatibility with all features of Frigate and Home Assistant.» Auch Browser-Wiedergabe und ältere NAS-Software tun sich mit H.265 schwerer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösung heisst Substreams. Eine brauchbare Kamera liefert mehrere Streams gleichzeitig in unterschiedlicher Auflösung und Bildrate — Frigate nennt das als Kriterium: «It is also helpful if your camera supports multiple substreams to allow different resolutions to be used for detection, streaming, and recordings without re-encoding.» Damit zeichnet ihr in H.265 gross auf und lasst die Bewegungserkennung auf dem kleinen H.264-Stream laufen, ohne dass irgendwo umkodiert werden muss. Achtet im Datenblatt also nicht nur auf den Codec, sondern auf die <strong>Anzahl konfigurierbarer Streams</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Auflösung: mehr Pixel sind nicht mehr Erkennung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was zählt, ist nicht die Megapixelzahl, sondern wie viele Pixel auf dem Gesicht oder dem Nummernschild landen — und das hängt an Brennweite und Montageabstand, nicht am Sensor. Eine 4K-Weitwinkelkamera über einem 15 Meter langen Vorplatz liefert weniger verwertbare Details als eine 4-Megapixel-Kamera mit engerem Bildwinkel auf denselben Bereich. Plant deshalb erst den Ausschnitt, dann das Modell — und rechnet die Datenmenge mit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nachtsicht: Infrarot, Weisslicht oder lichtstarker Sensor</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Bauarten mit drei verschiedenen Zwecken. Klassisches Infrarot liefert ein Schwarzweissbild und fällt niemandem auf — gut für unauffällige Überwachung, schlecht für Farbmerkmale. Weisslicht-Scheinwerfer liefern Farbe und wirken abschreckend, blenden aber die Nachbarschaft. Lichtstarke Sensoren mit grosser Blende liefern Farbe bei Restlicht ohne eigene Beleuchtung, brauchen dafür Strassenlaternen oder Ähnliches. Prüft im Datenblatt, ob sich die Beleuchtung <em>abschalten</em> lässt — bei manchen Modellen bleibt das Weisslicht im Ereignisfall zwangsweise an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">IP-Schutzklasse: was IP66 wirklich verspricht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweistellige Zahl hinter «IP» ist in <a href="https://webstore.iec.ch/en/publication/2452" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IEC 60529 «Degrees of protection provided by enclosures (IP Code)»</a> genormt. Die erste Ziffer steht für Fremdkörper und Staub, die zweite für Wasser. Für Aussenkameras heisst das praktisch: IP65 ist strahlwassergeschützt und reicht für eine geschützte Lage unter einem Vordach, IP66 hält starken Strahl aus und ist die vernünftige Untergrenze für freie Montage, IP67 überlebt zusätzlich zeitweiliges Untertauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Dinge verspricht die Norm nicht. Erstens sagt sie nichts über Temperaturbereiche — dafür steht eine eigene Angabe im Datenblatt, und in höheren Lagen ist sie relevant. Zweitens gilt der Schutzgrad für das Gehäuse, nicht für die Kabelverbindung: Der RJ45-Stecker am Kameraende ist der wunde Punkt und gehört in eine Verbindungsmuffe oder Abzweigdose.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Modellklassen statt Bestenliste</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Modelle veralten schneller, als ein Artikel gepflegt werden kann — Klassen nicht. Ordnet jedes Gerät, das euch interessiert, in eine dieser vier ein.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Klasse A — PoE-Fixkamera mit eigenständigem RTSP und ONVIF.</strong> Der Regelfall für alles, wo ein Kabel hingeht. Beispiele: Reolinks RLC-Serie und die Professional-Reihe, die der Hersteller als eigenständig unterstützt führt, dazu Dahua und Hikvision samt ihrer OEM-Varianten und am oberen Ende Axis. Prüft trotzdem die ONVIF-Datenbank.</li>



<li><strong>Klasse B — WLAN-Kamera am Netzteil mit RTSP.</strong> Brauchbar, wenn kein Kabel möglich ist. Beispiele: kabelgebundene Tapo-Modelle, Reolink E1 Outdoor, Duo-Serie. Einschränkung: nur ONVIF Profile S, plus die Zwei-von-drei-Regel bei Tapo.</li>



<li><strong>Klasse C — Akkukamera, die den Hersteller-Hub braucht.</strong> Funktioniert lokal, aber nur mit zusätzlicher Hardware desselben Anbieters. Vertretbar an Stellen, wo wirklich kein Strom hingeht — nie als Grundgerüst der Anlage.</li>



<li><strong>Klasse D — Cloud-only.</strong> Ring, Nest, reine 4G-Kameras, Akkumodelle ohne jede Schnittstelle. Kein Kandidat für eine Überwachungskamera ohne Cloud, egal wie gut die Bildqualität ist.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schweizer Rechtslage: was ihr filmen dürft und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Kamera zu besitzen ist harmlos, sie falsch auszurichten nicht. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ist unmissverständlich: Privatpersonen dürfen den <a href="https://www.edoeb.admin.ch/de/videoueberwachung-des-oeffentlichen-raums-durch-privatpersonen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">öffentlichen Raum grundsätzlich nicht überwachen</a>. Die Begründung sitzt: Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum seien nicht Sache von Privatpersonen, sondern Aufgabe der Polizei. Ausnahmen gibt es nur am Rand — geringfügig mitlaufender öffentlicher Boden bei berechtigter Überwachung des eigenen Grundstücks, oder eine Türsprechanlage mit kleinem Bildwinkel, die nur beim Klingeln aktiv ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch heisst das: Trottoir, Strasse und Parkplatz gehören nicht ins Bild. Prüft den Ausschnitt und blendet aus, was nicht auf euer Grundstück gehört — die meisten Kameras können Bereiche dauerhaft maskieren, und das ist die richtige Stelle dafür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Nachbarschaft gilt laut EDÖB: Eine Kamera zu Sicherheitszwecken ist zulässig, wenn ein <a href="https://www.edoeb.admin.ch/de/videoueberwachung-in-der-nachbarschaft" target="_blank" rel="noreferrer noopener">überwiegendes privates Interesse</a> besteht und die Bearbeitungsgrundsätze eingehalten werden. Bei gemeinsam genutzten Bereichen wie Garage oder Waschküche müssen alle Betroffenen vorher konsultiert werden. Und wenn Nachbarn zwangsläufig ins Bild geraten, weil die Kamera nicht anders platziert werden kann, sind sie vorab zu informieren. Genannte Rechtsgrundlagen sind das Datenschutzgesetz — insbesondere das Auskunftsrecht nach Art. 25 DSG — sowie Art. 28 ZGB zum Persönlichkeitsschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Ton wird es strafrechtlich. Der EDÖB verweist auf Art. 179<sup>bis</sup> und 179<sup>ter</sup> StGB für die Aufnahme nichtöffentlicher Gespräche und auf Art. 179<sup>quater</sup> StGB für Aufnahmen aus dem Geheimbereich. Die Konsequenz ist einfach: Schaltet das Mikrofon ab, wenn ihr es nicht wirklich braucht. Fast jede ONVIF-Kamera lässt sich mit reinem Videostream betreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung — bei einem konkreten Streit mit Nachbarn oder Mietern gehört der Fall zu jemandem mit Anwaltspatent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt: der Prüfplan vor dem Kauf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neun Schritte, in dieser Reihenfolge. Wer sie durchgeht, kauft keine Kamera zweimal.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Bildausschnitt zuerst.</strong> Legt fest, welche Fläche das Bild zeigen soll und aus welchem Abstand. Daraus ergeben sich Brennweite und Anzahl Kameras — nicht umgekehrt.</li>



<li><strong>Modell in der ONVIF-Datenbank suchen.</strong> Nicht gelistet heisst: unbelegt. Gelistet heisst: ihr wisst auch, welches Profil.</li>



<li><strong>In der Support-Datenbank des Herstellers nach «RTSP» und «ONVIF» suchen</strong>, nicht auf der Produktseite. Dort stehen die Fussnoten — Hub-Pflicht, Akku-Ausschluss, Zwei-von-drei-Regeln.</li>



<li><strong>Die Wortfolge «eigenständig» prüfen.</strong> Steht in der Antwort «requires connection to», «with Home Hub» oder «when connected to NVR», ist die Kamera Klasse C, nicht Klasse A.</li>



<li><strong>Profile T bevorzugen.</strong> Profile S funktioniert weiter, läuft aber aus.</li>



<li><strong>Anzahl der Substreams prüfen</strong> und ob Auflösung und Bildrate je Stream getrennt einstellbar sind.</li>



<li><strong>PoE nach 802.3af oder 802.3at?</strong> Gegen das Leistungsbudget eures Switches rechnen, nicht nur gegen die Portzahl.</li>



<li><strong>Speicherziel und Platte festlegen</strong>, bevor die Kamera bestellt ist. Überwachungsplatte statt Desktop-Platte, und bei einem NAS die Lizenzfrage klären.</li>



<li><strong>Nach dem Kauf sofort testen:</strong> Kamera ins eigene Netzsegment, Internetzugang sperren, RTSP-URL in VLC öffnen. Läuft das Bild, funktioniert die Kamera ohne Hersteller. Läuft es nicht, geht das Gerät innerhalb der Rückgabefrist zurück.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Zugriff von unterwegs gilt: ein <a href="https://yourdevice.ch/schnell-und-einfach-einen-wireguard-vpn-betreiben/">Wireguard-VPN</a> ins eigene Netz statt einer <a href="https://yourdevice.ch/portweiterleitungen-auf-swisscom-oder-upc-modem/">Portweiterleitung</a> auf die Kamera. Die Edimax-Advisory ist genau der Grund: Eine Kamera mit ungepatchter Befehlsinjektion, die aus dem Internet erreichbar ist, ist kein Sicherheitsgerät mehr, sondern ein Botnetz-Knoten in eurem Wohnzimmer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Ohne RTSP und ONVIF kauft ihr ein Abo, keine Kamera</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Markt hat gelernt, dass «ohne Cloud» und «ohne Abo» sich verkaufen, und liefert das Etikett inzwischen zuverlässiger als die Sache. SD-Karte im Gehäuse, App vom Hersteller, Server dazwischen — diese Auslegung erfüllt jedes Werbeversprechen, ohne euch die Kontrolle zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Marken, sondern zwischen Bauarten. Eine PoE-Kamera mit eigenständigem RTSP und ONVIF Profile T gehört euch: Sie läuft in einem Netzsegment ohne Internetzugang, sie schreibt auf eure Platte, und sie funktioniert weiter, wenn der Hersteller morgen die Sparte verkauft. Eine Akkukamera mit Hub-Pflicht gehört zu einem Ökosystem. Und eine Cloud-only-Kamera ist überhaupt keine Kamera, sondern ein Speicherabo, dem eine Linse beiliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entscheidung fällt vor dem Kauf, in einer Support-Datenbank, in fünf Minuten. Danach fällt sie gar nicht mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc2326" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RFC 2326 — Real Time Streaming Protocol (RTSP), IETF, April 1998</a></li>



<li><a href="https://www.onvif.org/profiles/profile-t/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ONVIF — Profile T</a></li>



<li><a href="https://www.onvif.org/?post_type=pressrelease&amp;p=8621" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ONVIF — ONVIF to End Support for Profile S; Recommends Profile T as Replacement</a></li>



<li><a href="https://www.onvif.org/conformant-products/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ONVIF — Datenbank der konformen Produkte</a></li>



<li><a href="https://support.reolink.com/articles/900000617826-Which-Reolink-Products-Support-CGI-RTSP-ONVIF/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reolink Support — Which Reolink Products Support CGI/RTSP/ONVIF</a></li>



<li><a href="https://support.reolink.com/articles/360004441753-Can-Reolink-Battery-Powered-Cameras-Work-with-3rd-Party-Software/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reolink Support — Can Reolink Battery-Powered Cameras Work with 3rd-Party Software?</a></li>



<li><a href="https://www.tp-link.com/us/support/faq/4465/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TP-Link — Tapo Camera ONVIF and RTSP Common Questions</a></li>



<li><a href="https://www.tp-link.com/us/support/faq/2680/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TP-Link — How to View Tapo Camera on PC, NAS, or NVR Using RTSP/ONVIF</a></li>



<li><a href="https://support.google.com/googlenest/answer/9681538?hl=en-GB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Google Nest Hilfe — Learn about event and 24/7 video history</a></li>



<li><a href="https://www.cisa.gov/news-events/ics-advisories/icsa-25-063-08" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CISA — ICS Advisory ICSA-25-063-08, Edimax IC-7100 IP Camera (CVE-2025-1316)</a></li>



<li><a href="https://standards.ieee.org/ieee/802.3bt/6749/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IEEE 802.3bt-2018 — Power over Ethernet over 4 pairs</a></li>



<li><a href="https://www.cisco.com/c/en/us/td/docs/switches/lan/catalyst9300/software/release/17-11/configuration_guide/int_hw/b_1711_int_and_hw_9300_cg/configuring_poe.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cisco — Configuring Power over Ethernet (Catalyst 9300)</a></li>



<li><a href="https://webstore.iec.ch/en/publication/2452" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IEC 60529 — Degrees of protection provided by enclosures (IP Code)</a></li>



<li><a href="https://documents.westerndigital.com/content/dam/doc-library/en_us/assets/public/western-digital/product/internal-drives/wd-purple-hdd/data-sheet-wd-purple-hdd.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Western Digital — WD Purple Surveillance HDD, Datenblatt</a></li>



<li><a href="https://www.synology.com/de-de/products/Device_License_Pack" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Synology — Lizenzpaket für Überwachungsgeräte</a></li>



<li><a href="https://docs.frigate.video/frigate/hardware/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Frigate — Hardware- und Kameraempfehlungen</a></li>



<li><a href="https://www.edoeb.admin.ch/de/videoueberwachung-des-oeffentlichen-raums-durch-privatpersonen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EDÖB — Videoüberwachung des öffentlichen Raums durch Privatpersonen</a></li>



<li><a href="https://www.edoeb.admin.ch/de/videoueberwachung-in-der-nachbarschaft" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EDÖB — Videoüberwachung in der Nachbarschaft</a></li>
</ul>
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		<title>BIP-110 gescheitert: jetzt soll BLAKE2b es richten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 07:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[dezentralisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BIP-110 kam auf knapp 2,5 statt 55 Prozent und spaltete eine Kette ab, die vier Blöcke pro Woche schafft. Jetzt soll ein ausgeloster Algorithmus sie retten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 8. August 2026 hat sich die BIP-110-Kette vom Bitcoin-Netzwerk getrennt, und seither kommt sie nicht mehr vom Fleck: vier Blöcke in einer Woche, wo die Hauptkette rund tausend schafft. Wir haben den Vorschlag am 2. Juli in <a href="https://yourdevice.ch/bip-110-warum-es-nichts-bringt-und-gefaehrlich-ist/">BIP-110: Warum es nichts bringt und wieso es sogar gefährlich ist</a> auseinandergenommen und vorhergesagt, dass die Aktivierung an fehlender Hashrate scheitern wird. Genau das ist eingetreten. Interessant ist deshalb nicht mehr das Scheitern, sondern das, was die Befürworter jetzt daraus machen: Sie wollen Bitcoins Proof of Work austauschen — gegen einen Algorithmus, den ein Testnet-Block ausgelost hat.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2-1024x573.jpg" alt="Eine gewaltige, ununterbrochene Mauer aus grossen Blöcken zieht sich durch das Bild, davor steht auf leerer Fläche ein einzelner winziger Würfel mit langem Schatten. Sinnbild für das Kräfteverhältnis zwischen der Bitcoin-Hauptkette und der BIP-110-Abspaltung." class="wp-image-20800" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-gescheitert-blake2b-titelbild-2.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was am 8. August wirklich passiert ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte gemeinsame Block beider Ketten war 961.631. Bei Höhe 961.632 begann das Fenster, in dem <a href="https://github.com/bitcoin/bips/blob/master/bip-0110.mediawiki">BIP-110</a> von jedem Block eine Signalisierung auf Bit 4 verlangt. Blöcke ohne dieses Signal gelten für eine BIP-110-Node ab da als ungültig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptkette lieferte ihren Block 961.632 am 8. August um 19:35:55 UTC, gefunden von AntPool, mit 5.612 Transaktionen und einer Netzwerk-Difficulty von rund 127,5 Billionen. Das lässt sich in jedem Explorer nachsehen, etwa bei <a href="https://mempool.space/block/961632">mempool.space</a>. Dieser Block signalisierte nicht — die BIP-110-Nodes verwarfen ihn und blieben stehen, bis ein eigener Miner einen eigenen Block 961.632 fand. Ab diesem Moment gab es zwei Ketten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie knapp die Sache war, sagt die Zahl, die BIP-Editor Mark Erhardt am 9. August auf der Entwickler-Mailingliste nannte: BIP-110 kam auf „just shy of 2.5% of blocks signaling readiness". Nötig gewesen wären 55 Prozent, also 1.109 von 2.016 Blöcken. Was ein Soft Fork und was ein Hard Fork ist und warum der Unterschied hier zählt, steht in <a href="https://yourdevice.ch/unterschied-zwischen-hardfork-und-softfork-in-der-blockchain/">Unterschied zwischen Hardfork und Softfork in der Blockchain</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Detail, das in der Berichterstattung untergeht: 961.632 ist durch 2.016 teilbar — 2.016 mal 477 ergibt exakt diese Höhe. Die Abspaltung fiel also punktgenau auf eine Difficulty-Anpassung. Das war kein Zufall, sondern gewollt, und es hat für die Abspaltung die denkbar schlechteste Folge.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="564" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-1024x564.png" alt="Schaubild: Bis Block 961.631 laufen beide Ketten gemeinsam. Ab 961.632 trennen sie sich — die Hauptkette schafft rund 1.000 Blöcke in sieben Tagen, die BIP-110-Kette vier. Dazu drei Kennzahlen: knapp 2,5 Prozent erreichte Signalisierung statt der nötigen 55 Prozent, eine geerbte Difficulty von rund 127,5 Billionen und die nächste Anpassung erst nach 2.016 eigenen Blöcken." class="wp-image-20801" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-1024x564.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-300x165.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-768x423.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-1536x846.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-2048x1128.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/bip-110-chain-split-500x275.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Difficulty-Falle: 2.016 Blöcke bis zur Anpassung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine abgespaltene Kette erbt die Schwierigkeit der Kette, von der sie sich trennt — hier also die vollen 127,5 Billionen, aufgestellt für ein Netz mit hunderten Exahash. Angepasst wird erst nach 2.016 eigenen Blöcken. Weil der Split exakt auf der Anpassungsgrenze lag, muss die BIP-110-Kette diese 2.016 Blöcke vollständig durchziehen, bevor ihre Difficulty auch nur ein einziges Mal fällt. Wer wissen will, wie diese Mechanik funktioniert: <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-die-mining-difficulty/">Was ist die Mining Difficulty</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Bitcoin.com stand die Abspaltung am 15. August bei Block 961.635, also vier Blöcken in sieben Tagen, gefunden vom Pool Roughnecks. Diese Zahl liess sich nicht gegen einen neutralen Explorer prüfen und ist als Medienangabe zu lesen. Rechnet sie trotzdem einmal durch: Bei vier Blöcken pro Woche braucht die Kette für 2.016 Blöcke rund 3.500 Tage — knapp zehn Jahre bis zur ersten Anpassung. Die kursierenden Schätzungen reichen von 350 Tagen bis 25 Jahren, je nach unterstellter Hashrate; die beobachtete Blockrate liegt am pessimistischen Ende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Anlaufproblem, das sich mit Geduld löst, sondern ein Zustand, in dem eine Kette technisch existiert und wirtschaftlich nicht stattfindet — mit Folgen für jeden, der noch auf ihr sendet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ocean schickte 18 Stunden Hashrate auf die tote Kette</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mining-Pool Ocean räumte ein, dass ein Konfigurationsfehler Miner rund 18 Stunden lang auf der BIP-110-Kette arbeiten liess, obwohl diese den Endpunkt für die andere Kette gewählt hatten. Der Pool kündigte auf <a href="https://x.com/ocean_mining/status/2086623170883399921">X</a> rund 0,3 BTC Entschädigung an, auszuzahlen binnen 72 Stunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Lehrstück ist der Vorfall mehr wert als die Summe, denn er zeigt, wer bei einer Kettenspaltung tatsächlich entscheidet: nicht der Miner, sondern derjenige, der die Arbeitsaufträge verteilt — dasselbe Machtgefälle, das wir in <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-mining-pool-fpps-stratum-v2-coinbase-hoheit/">Stratum V2 und die Coinbase-Hoheit</a> beschrieben haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Plan: Proof of Work wechseln und die Miner feuern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Statt das Ergebnis anzunehmen, kündigten die Befürworter einen Ausweg an. Luke Dashjr, langjähriger Bitcoin-Entwickler und Mitautor auf der BIP-110-Seite, schrieb bereits am 5. August auf <a href="https://x.com/LukeDashjr/status/2084962902490980541">X</a>: „If BIP110 doesn't pan out, the only option is a PoW change."</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wechsel des Proof-of-Work-Algorithmus macht jeden vorhandenen Bitcoin-ASIC auf dieser Kette wertlos. Die Geräte rechnen SHA-256d in Hardware und können nichts anderes. Das ist kein Nebeneffekt, das ist der Zweck: Wer die Miner nicht überzeugen kann, schliesst sie aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Bpedo": Wer hier wen angegriffen haben soll</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist, wie die Vorgänge seither beschrieben werden. Noch am Abend des 8. August schrieb Dashjr auf <a href="https://x.com/LukeDashjr">seinem X-Konto</a>: „. @AntPoolofficial appears to be attacking Bitcoin. Hold tight everyone." Gemeint war der Pool, der wenige Stunden zuvor den regulären Block 961.632 gefunden hatte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="559" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1024x559.png" alt="" class="wp-image-20805" style="width:500px;height:auto" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1024x559.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-300x164.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-768x419.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-500x273.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik.png 1053w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Am 12. August legte er unter der Überschrift „Facts" nach. Vier Punkte, sinngemäss: Am Samstag hätten „bad actors" einen strittigen Hard Fork versucht, „with the purpose of forcing users to distribute CSAM"; daraus sei eine neue „scamcoin with an airdrop" entstanden, die er „Bpedo" nennt. Die ehemaligen Bitcoin-Pools würden das Netzwerk angreifen, „to try to deceive the world into thinking Bpedo is 'the real Bitcoin'". Wer keine eigene Node betreibe, falle darauf herein; ein Upgrade auf „the latest release of Bitcoin Knots" bringe einen zurück „on the Bitcoin network". Und: „Community-led mitigations are in progress to overcome the ongoing attack" — erwartet zum 1. September.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="560" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1-1024x560.png" alt="" class="wp-image-20806" style="width:500px;height:auto" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1-1024x560.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1-300x164.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1-768x420.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1-500x274.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-1.png 1053w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nüchtern betrachtet steht hier die Realität auf dem Kopf. Die Kette mit 97,5 Prozent der Hashrate hat keine Regel geändert — sie läuft unverändert weiter. Geändert hätte die Regeln der Vorschlag, der die nötige Zustimmung nicht bekam. Wer nichts tut, forkt nicht. Auch der CSAM-Vorwurf trägt die Last nicht, die ihm aufgeladen wird: Dahinter steht die seit Jahren bekannte Tatsache, dass sich beliebige Daten in Transaktionen einbetten lassen — ein Problem, das mit dem gescheiterten Fork weder entstanden noch verschwunden ist, und das kein Miner „erzwingt".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zuspitzung hat einen praktischen Zweck: Wenn die Mehrheitskette ein Betrug ist, ist der Wechsel des Proof of Work keine Abspaltung mehr, sondern Notwehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">BLAKE2b, ausgewürfelt auf Testnet4</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der neue Algorithmus bestimmt wurde, kündigte Dashjr am 11. August auf <a href="https://x.com/LukeDashjr/status/2087164051797192886">X</a> im Detail an. Ab 14:00 UTC werde die Testnet4-Kette beobachtet. Dann: „The very next block found, look at the block hash. The last character will choose the new algorithm." Aus einer zuvor zusammengestellten, nach Eignung gewichteten Kandidatenliste sollte also das letzte Zeichen eines Testnetz-Blockhashes auswählen — ein Hexadezimalzeichen, sechzehn Möglichkeiten. Um Manipulation auszuschliessen, veröffentlichte er vorab den SHA256-Hash der Zuordnungstabelle: „You can prove I didn't rig it".</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="770" height="1024" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-2-770x1024.png" alt="" class="wp-image-20876" style="width:500px;height:auto" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-2-770x1024.png 770w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-2-225x300.png 225w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-2-768x1022.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-2-500x665.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/grafik-2.png 1044w" sizes="auto, (max-width: 770px) 100vw, 770px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag später stand das Ergebnis fest: BLAKE2b, mit einem geplanten Hard Fork zum 1. September 2026. Begründet wird die Wahl damit, dass BLAKE2b auf gewöhnlichen CPUs und GPUs laufe und die ASIC-Dominanz breche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorab-Festlegung per Hash ist sauber gemacht, das sei ausdrücklich gesagt: Sie beweist, dass die Tabelle nachträglich nicht verändert wurde. Über die Frage, die zählt, beweist sie nichts. Denn welcher Hash-Algorithmus die Sicherheit eines Netzwerks im Milliardenbereich trägt, gehört in eine mehrjährige Prüfung mit Kryptografen, Referenzimplementierungen, Testnetzen und veröffentlichten Angriffsmodellen — nicht in ein Verfahren, dessen Ergebnis am letzten Zeichen eines Testnetz-Blockhashes hängt. Grosse Sorgfalt lag darauf, dass die Ziehung fair ist, und keine erkennbare darauf, ob überhaupt gezogen werden sollte. Manipulationssicher ausgewürfelt bleibt ausgewürfelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer Proof of Work tauscht, hat aufgehört, Bitcoin zu sein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das eigentliche Problem liegt tiefer als die Frage, ob BLAKE2b ein guter Algorithmus ist. Bitcoins Sicherheit besteht nicht aus Regeln in einem Dokument, sondern aus über sechzehn Jahren aufgehäufter Rechenarbeit in SHA-256d. Diese Arbeit ist der Grund, warum sich die Kette nicht umschreiben lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Algorithmuswechsel setzt genau diesen Zähler auf null. Ab dem ersten BLAKE2b-Block sichert eine Kette, die eine sechzehnjährige Transaktionshistorie mit sich trägt, sich selbst mit der Rechenleistung eines Hobbynetzwerks. Wer sie umschreiben will, braucht dann keine Milliarden an Hardware mehr, sondern eine Handvoll Server. Die Befürworter wollen Bitcoin vor einem Angriff schützen und bauen dabei genau die Bedingung her, gegen die Proof of Work überhaupt schützt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Streit um die BIP-Editoren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel läuft ein zweiter Konflikt. Jon Atack beantragte am 9. August auf der <a href="https://groups.google.com/g/bitcoindev/c/b_aV3JUtUqg">Entwickler-Mailingliste</a>, den Status von BIP-110 von „Deployed" auf „Closed" zu setzen, weil das Netzwerk den Fork abgelehnt habe. Widerspruch kam unter anderem von Greg Tonoski, der auf rund 18.000 Nodes verwies, die BIP-110 akzeptieren, und fragte, ob deren Guthaben damit zur Beschlagnahmung freigegeben sei. Sjors Provoost hielt dagegen, dass ein geschlossener BIP-Status niemandem etwas wegnimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag beantragte Mark Erhardt in <a href="https://github.com/bitcoin/bips/pull/2248">Pull Request 2248</a> die Abberufung von Luke Dashjr als BIP-Editor. Die Begründung nennt Interessenkonflikte bei einem Vorschlag, an dem er selbst beteiligt war, weniger als ein Prozent der Editor-Kommentare seit April 2024 und die vorzeitige Vergabe einer BIP-Nummer auf X, bevor der Vorschlag auf der Mailingliste diskutiert war. Die zugehörige Debatte steht in der <a href="https://groups.google.com/g/bitcoindev/c/knbv3MFwlvU">Mailingliste</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vollzogen wurde die Abberufung schnell. Bryan Bishop hielt am 10. August auf der Mailingliste fest: „The individual known as Luke Dashjr is no longer an authorized user in the BIP content repository." Damit ist der Schreibzugriff weg — die Rolle also faktisch beendet, keine 26 Stunden nach dem Antrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Formal hinkt die Dokumentation nach: Pull Request 2248 war am 17. August unverändert offen, und <a href="https://github.com/bitcoin/bips/blob/master/bip-0003.md">BIP 3</a>, das die Zuständigen auflistet, führte ihn weiterhin auf. Wer die Lage prüfen will, schaut in beide Dokumente statt auf Schlagzeilen — die einen melden die Entfernung als abgeschlossen, die anderen zeigen sie noch nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Signalisierungsfenster ist vorbei, der angekündigte Hard Fork zum 1. September ist es nicht. Für die kommenden zwei Wochen gilt deshalb dasselbe wie im August:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Prüft, welche Software eure Node fährt. Bitcoin Core und Bitcoin Knots vor der RDTS-Erweiterung sind konsensidentisch und folgen derselben Kette; die Unterschiede liegen in der Weiterleitungspolitik. Was das konkret heisst, steht in <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-knots-vs-bitcoin-core-unterschiede-erklaert/">Bitcoin Knots vs. Bitcoin Core</a>.</li>



<li>Betreibt ihr Lightning-Kanäle, behaltet den 1. September im Auge. Ein offener Kanal über eine Kettenspaltung hinweg ist eine doppelte Haftung, weil der Gegenpart widerrufene Zustände auf der Kette veröffentlichen kann, die ihr nicht überwacht.</li>



<li>Wenn ihr mint, klärt vorher, welche Kette euer Pool bedient und ob ihr das selbst umstellen könnt. Der Ocean-Vorfall zeigt, dass die Voreinstellung im Zweifel gegen euch läuft. Wer die Kettenwahl nicht abgeben will, betreibt Solo-Mining — etwa über <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch">blitzpool.yourdevice.ch</a> oder einen anderen Solo-Pool, bei dem ihr die Node hinter dem Pool kennt.</li>



<li>Verlasst euch bei einer Spaltung nicht auf eine Börse: Ob ihr auf einer, beiden oder keiner Kette gutgeschrieben werdet, entscheidet der Verwahrer nachträglich. Eigene Verwahrung und eine eigene <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-eine-bitcoin-full-node/">Full Node</a> sind der Unterschied zwischen Mitreden und Abwarten.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn eure Node auf der Abspaltung hängt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer eine Knots-Version mit den RDTS-Regeln fährt, sieht die Hauptkette gar nicht: Die Node hat deren Block 961.632 als ungültig markiert und bleibt auf 961.631 stehen. Wer in diesem Zustand eine Transaktion gesendet hat, wartet womöglich unbegrenzt auf die Bestätigung — auf einer Kette, auf der alle paar Tage ein Block gefunden wird. Der Weg zurück, exemplarisch für eine Linux-Node:</p>



<pre class="wp-block-code"><code># 1. Node stoppen
bitcoin-cli stop

# 2. Wallet-Verzeichnis sichern, bevor irgendetwas angefasst wird
cp -a ~/.bitcoin/wallets ~/wallets-backup-$(date +%F)

# 3. Binary austauschen: Bitcoin Core installieren oder eine
#    Knots-Version ohne die RDTS-Regeln. Danach Node starten.

# 4. Stand pruefen
bitcoin-cli getblockchaininfo | grep -e '"blocks"' -e bestblockhash

# 5. Haengt die Node weiter auf 961.631, den als ungueltig
#    markierten Hauptketten-Block wieder zulassen:
bitcoin-cli reconsiderblock \
  00000000000000000000d1e01392faa65ceeaed307f0a3159144b84146ff24ba

# 6. Bleibt sie stehen, den Blockindex neu aufbauen:
bitcoind -reindex-chainstate</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Danach gleicht ihr Höhe und <code>bestblockhash</code> mit einem öffentlichen Explorer ab. Stimmen beide überein, seid ihr wieder auf der Kette, auf der der Rest des Netzes rechnet. Transaktionen, die auf der Abspaltung unbestätigt liegen geblieben sind, müsst ihr auf der Hauptkette neu senden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gebt eure Seed-Phrase nirgends ein, um Fork-Coins zu holen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei jeder Kettenspaltung tauchen Angebote auf, die versprechen, die Coins auf der neuen Kette „freizuschalten": eine Seite, eine App, ein Formular für eure Wiederherstellungsphrase. Tut das unter keinen Umständen, auch nicht, wenn das Angebot aus dem Umfeld des Forks selbst kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Seed-Phrase ist nicht der Schlüssel zu den Fork-Coins. Sie ist der Schlüssel zu allen euren Coins, auf jeder Kette, die aus demselben Ursprung hervorgegangen ist. Wer sie bekommt, räumt euer Guthaben auf der Hauptkette ab — und das ist echtes Geld, während Coins auf einer Kette mit vier Blöcken pro Woche und ohne Börsenanbindung praktisch nichts wert sind. Das Geschäft lautet also: alles riskieren für nichts.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: BIP-110 ist an der Arithmetik gescheitert, nicht an einer Verschwörung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">BIP-110 hatte einen Mechanismus, der bei 55 Prozent Zustimmung greift, und bekam knapp 2,5. Danach braucht es keine Verschwörung mehr, nur eine Division. Die Kette, die daraus entstand, schafft vier Blöcke pro Woche und bräuchte in diesem Tempo ein Jahrzehnt bis zur ersten Difficulty-Anpassung. Das ist keine Unterdrückung durch eine Übermacht, sondern das vorhersehbare Ergebnis eines Plans, der die Hashrate für eine Formsache hielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort darauf — einen ausgelosten Algorithmus einzuführen und die Mehrheit des Netzes zu Angreifern zu erklären — beendet die Diskussion, statt sie zu gewinnen. Eine Kette mit neuem Proof of Work ist kein gerettetes Bitcoin. Sie ist ein neues Projekt mit einer alten Transaktionshistorie und ohne die Arbeit, die diese Historie bisher geschützt hat. Es steht jedem frei, so etwas zu starten. Nur sollte es dann seinen eigenen Namen tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle anderen hat der August eine beruhigende Nachricht geliefert: Bitcoins Konsensregeln lassen sich nicht per Ankündigung ändern, auch nicht von langjährigen Entwicklern mit lauter Stimme. Das ist genau die Eigenschaft, wegen der sich das Ganze lohnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://github.com/bitcoin/bips/blob/master/bip-0110.mediawiki">BIP-110: Reduced Data Temporary Softfork</a> — Text des Vorschlags mit Aktivierungsparametern</li>



<li><a href="https://groups.google.com/g/bitcoindev/c/b_aV3JUtUqg">bitcoindev: BIP 110 – update status to closed</a> — Debatte ab 9. August 2026</li>



<li><a href="https://groups.google.com/g/bitcoindev/c/knbv3MFwlvU">bitcoindev: Motion to remove Luke Dashjr from BIP Editors</a></li>



<li><a href="https://github.com/bitcoin/bips/pull/2248">bitcoin/bips Pull Request 2248: process – Remove Luke from BIP Editors</a></li>



<li><a href="https://github.com/bitcoin/bips/blob/master/bip-0003.md">BIP 3</a> — Liste der amtierenden BIP-Editoren</li>



<li><a href="https://mempool.space/block/961632">mempool.space: Block 961.632</a> — Zeitstempel, Miner, Difficulty und Blockhash der Hauptkette</li>



<li><a href="https://x.com/LukeDashjr/status/2084962902490980541">Luke Dashjr am 5. August 2026 zum möglichen PoW-Wechsel</a></li>



<li><a href="https://x.com/LukeDashjr/status/2087164051797192886">Luke Dashjr am 11. August 2026 zum Auswahlverfahren über Testnet4</a></li>



<li><a href="https://x.com/LukeDashjr">Das X-Konto von Luke Dashjr</a> — Fundstelle der Beiträge vom 8. und 12. August 2026 („attacking Bitcoin", „Facts"/„Bpedo")</li>



<li><a href="https://x.com/ocean_mining/status/2086623170883399921">Ocean zur Entschädigung nach dem Konfigurationsfehler</a></li>



<li><a href="https://start9.com/bip110/">Start9: Navigating the BIP-110 (RDTS) Activation</a> — Hinweise für Node- und Lightning-Betreiber</li>



<li><a href="https://bip110.run/">bip110.run</a> — Statusanzeige zu Signalisierung und Kettenspitzen</li>



<li><a href="https://news.bitcoin.com/featured/bip-110-breakaway-chain-faces-a-long-fight-to-survive/">Bitcoin.com: BIP-110 Breakaway Chain Faces a Long Fight to Survive</a> — Fundstelle für Blockstand und Pool der Abspaltung</li>
</ul>
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		<title>Android Entwickler-Verifizierung: euer Gerät ist egal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 07:53:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[alternative Apps]]></category>
		<category><![CDATA[FOSS Apps]]></category>
		<category><![CDATA[freie Software]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ab 30. September 2026 greift Googles Entwickler-Verifizierung. Warum ein Custom-ROM euch nicht rettet und was das für F-Droid und die Schweiz bedeutet.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit Juni 2026 läuft auf hunderten Millionen Android-Geräten ein Systemdienst, der vor jeder Installation nachschlägt, ob der Entwickler einer App bei Google registriert ist. Er tut noch nichts. Am 30. September fängt er in vier Ländern damit an. Die Android Entwickler-Verifizierung ist damit von einer Ankündigung zu einer Infrastruktur geworden, die bereits auf euren Telefonen sitzt — und die Debatte darüber führt in eine falsche Richtung, weil sie sich um Geräte dreht. Als wir im Februar über die Kampagne <a href="https://yourdevice.ch/keep-android-open-google-will-android-schliessen/">Keep Android Open und Googles Pläne, Android zu schliessen</a> geschrieben haben, war vieles davon noch Absichtserklärung. Inzwischen gibt es Termine, Preise, Kontotypen und ein Kartellurteil. Zeit für eine Zwischenbilanz — und für die unangenehme These, dass ein Custom-ROM euch aus dieser Sache nur begrenzt heraushilft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog-1024x573.jpg" alt="Testbild B: Ein Smartphone zeigt einen Systemdialog mit den Worten App blockiert und Entwickler nicht verifiziert." class="wp-image-20794" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/test-titelbild-b-dialog.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was die Android Entwickler-Verifizierung seit Februar tatsächlich geworden ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Googles eigener Fahrplan steht seit Juni auf dem Android Developers Blog und in der <a href="https://developer.android.com/developer-verification">Entwicklerdokumentation</a>. Er ist bemerkenswert unspektakulär formuliert, und genau das lohnt sich anzusehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="658" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-1024x658.png" alt="Zeitleiste zur Android Entwickler-Verifizierung: Juni 2026 Ausrollung des Android Developer Verifier auf zertifizierten Geräten ab Android 7, Juli 2026 Öffnung der Registrierungsschnittstellen, August 2026 weltweiter Start von Advanced Flow und Limited Distribution Accounts, 30. September 2026 erste Durchsetzung in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand bei teilnehmenden Stores, ab 2027 weltweit auf allen zertifizierten Geräten. Die Grafik zeigt, dass die Infrastruktur längst läuft und der Stichtag sie nur scharf schaltet." class="wp-image-20790" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-1024x658.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-300x193.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-768x493.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-1536x987.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-2048x1316.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-zeitleiste-500x321.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 2026 hat Google einen neuen Systemdienst ausgerollt, den Android Developer Verifier. Er läuft laut Dokumentation auf allen zertifizierten Android-Geräten ab Android 7. Im Juli kamen die Programmierschnittstellen dazu: eine Status-Abfrage für Entwickler-IDs und ein früher Zugang zur Konsolen-Schnittstelle, mit der sich Registrierungen aus einer Build-Pipeline heraus in grosser Zahl anlegen lassen. Im August 2026 — also jetzt — schaltet Google die Limited Distribution Accounts und den sogenannten Advanced Flow weltweit frei. Und am 30. September 2026 wird die Registrierung erstmals erzwungen: in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand, bei den teilnehmenden Stores. Das sind Google Play, der HONOR App Market, der OPPO App Market, der Samsung Galaxy Store, der Palm Store von Transsion, der V-Appstore von vivo und Xiaomis GetApps. Für 2027 und danach kündigt Google die weltweite Ausdehnung auf alle zertifizierten Android-Geräte an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Am 30. September passiert weniger, als die Schlagzeilen sagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier lohnt sich Genauigkeit, weil an dieser Stelle viel Unsinn kursiert. Der Stichtag im September beendet das Sideloading nicht. Googles eigene <a href="https://developer.android.com/developer-verification/guides/faq">FAQ</a> sagt es klar: Wer seine App über andere Stores verteilt oder wessen Nutzer die App direkt sideloaden, für den gelten die neuen Anforderungen "noch nicht". Das entscheidende Wort ist "noch". Was am 30. September greift, betrifft die oben genannten Stores in vier Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer daraus Entwarnung liest, hat den Aufbau nicht verstanden. Der Verifier ist bereits verteilt. Die Registrierungsschnittstellen sind bereits offen. Die Kontotypen sind bereits definiert. Was 2027 folgt, ist kein neues Projekt, sondern das Umlegen eines Schalters an einem System, das dann seit anderthalb Jahren läuft und eingespielt ist. Der September ist der Feldtest, nicht das Ziel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Advanced Flow ist das eigentliche Druckmittel — und Google sagt nicht, was er verlangt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die trotzdem Apps unverifizierter Entwickler installieren wollen, hat Google den Advanced Flow angekündigt. In der offiziellen <a href="https://support.google.com/android/answer/17065026">Hilfeseite</a> steht dazu genau ein Satz: Nutzer könnten die Risiken akzeptieren, indem sie "einen einmaligen Advanced Flow durchlaufen, der aufklärende Sicherheitsschritte enthält". Mehr nicht. Keine Beschreibung der Schritte, keine Angabe zu Wartezeiten, kein Hinweis darauf, ob ein Neustart oder eine erneute Anmeldung nötig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Fachpresse kursieren Beschreibungen, wonach der Ablauf das Aktivieren des Entwicklermodus, einen Neustart, eine Wartezeit von 24 Stunden und eine erneute Authentifizierung umfassen soll. Diese Angaben lassen sich in Googles eigener Dokumentation nicht nachprüfen, und deshalb stehen sie hier auch nicht als Tatsache. Bemerkenswert ist etwas anderes: Der Advanced Flow ist laut Googles Zeitplan seit diesem Monat weltweit aktiv, der erste Durchsetzungsstichtag liegt sechs Wochen entfernt — und die Firma beschreibt bis heute nicht öffentlich, was Nutzer konkret tun müssen, um eine App zu installieren, die sie installieren wollen. Ein Unternehmen, das eine Hürde als Sicherheitsgewinn verkauft, dürfte kein Problem damit haben, diese Hürde zu beschreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Detail. Ob eine Nutzerentscheidung zwei Klicks kostet oder einen Tag Wartezeit, entscheidet darüber, ob sie in der Praxis getroffen wird. Wer schon einmal beobachtet hat, wie viele Leute an "Installation aus unbekannten Quellen zulassen" scheitern, weiss, wie wenig Reibung nötig ist, um eine Möglichkeit faktisch abzuschaffen, ohne sie formal zu verbieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">20 Geräte sind kein Zugeständnis, sondern eine Definition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Kritik der letzten Monate hat Google mit einer Abstufung reagiert. Es gibt jetzt zwei Kontotypen. Der Full Distribution Account kostet 25 US-Dollar einmalig und verlangt einen amtlichen Ausweis. Der Limited Distribution Account ist kostenlos, verlangt keinen Ausweis — und erlaubt die Verteilung an höchstens 20 Geräte. Google beschreibt ihn als Angebot für "Studenten, Hobbyisten und Lernende". Organisationen brauchen zusätzlich eine D-U-N-S-Nummer von Dun &amp; Bradstreet; die ist gratis, ihre Ausstellung dauert aber bis zu 28 Tage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wurde vielfach als Einlenken gelesen. Es ist das Gegenteil. Mit der 20-Geräte-Grenze definiert Google, wo Hobby aufhört und Verteilung anfängt — und zieht diese Linie so, dass praktisch jedes ernstzunehmende freie Projekt auf der falschen Seite landet. Eine App mit fünfzig Nutzern ist kein Hobby mehr. Der Entwickler eines kleinen Matrix-Clients, einer Wallet-Erweiterung oder eines Werkzeugs für die eigene Community wird nicht deshalb zum kommerziellen Marktteilnehmer, weil hundert Leute das Ding installiert haben. Für Google ist er es ab Gerät einundzwanzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist da der Ausweis. Für einen Entwickler in Zürich mag das eine Formalität sein. Für jemanden, der ein Umgehungswerkzeug für ein autoritär regiertes Land pflegt, ist es das Ende der Beteiligung. Pseudonymität ist in freier Software kein Schlupfloch, sondern eine Arbeitsbedingung. Genau deshalb funktionieren Signaturprüfungen wie <a href="https://yourdevice.ch/sicher-downloaden-auf-github-mit-asc-verifizierung/">die Verifikation über ASC-Signaturen</a> auch ohne Klarnamen: Sie beantworten die Frage "stammt dieses Paket von derselben Quelle wie das letzte", und nur die ist für Sicherheit relevant.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Hebel liegt beim Entwickler, nicht bei eurem Gerät</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sind wir beim Kern. Registriert wird nicht euer Telefon, registriert wird das Paket: Package Name und Signaturschlüssel, gebunden an eine verifizierte Identität. Wer Google Play App Signing nutzt, dessen Apps übernimmt Google automatisch in dieses Register. Diese Bindung ist kanalunabhängig. Sie hängt nicht daran, woher die APK-Datei kommt, sondern daran, ob es zu Package Name und Schlüssel einen registrierten Menschen gibt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="736" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-1024x736.png" alt="Schaubild in drei Karten: Der Entwickler hinterlegt einmalig eine Identität mit amtlichem Ausweis oder als Limited Distribution Account für höchstens 20 Geräte, dazu alle Package Names und den Nachweis über die Signaturschlüssel. Googles Register bindet Package Name und Signaturschlüssel an diese Identität, prüft aber nicht, ob die App schädlich ist. Die Bindung wirkt danach in jedem Verteilweg. Darunter drei Zeilen zu den Ausnahmen: nicht zertifizierte Systeme wie GrapheneOS und die Installation über ADB bleiben frei, doch ausgenommen ist das Gerät und nicht das Paket." class="wp-image-20791" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-1024x736.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-300x216.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-768x552.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-1536x1105.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-2048x1473.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/entwickler-verifizierung-hebel-500x360.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der praktische Effekt: Google muss euer Gerät gar nicht kontrollieren. Es reicht, wenn der Markt der zertifizierten Geräte gross genug ist, dass sich kein Entwickler leisten kann, dort nicht zu erscheinen. Wer sich registriert, um seine App weiter an drei Milliarden Android-Nutzer ausliefern zu können, hat damit dieselbe Identität an dasselbe Register gehängt, das für jeden anderen Kanal gilt. Wer sich weigert, verschwindet aus dem Play Store und behält seine Nische. Beides sind Entscheidungen, die der Entwickler trifft — nicht ihr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Custom-ROMs bleiben frei, und das ist die schlechtere Nachricht, als sie klingt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Technisch gilt die Verifizierung ausschliesslich für zertifizierte Android-Geräte. Das GrapheneOS-Projekt hat das im eigenen <a href="https://discuss.grapheneos.org/d/26566-new-google-app-developer-identification-requirements-in-2026">Forum</a> knapp festgehalten: "It's not relevant to GrapheneOS. GrapheneOS does not have Google Mobile Services and rules for Google certified operating systems don't apply to it." Dasselbe gilt für CalyxOS, LineageOS und jeden anderen AOSP-Bau. Auch ADB bleibt ausgenommen; wer per Kabel installiert, ist von alldem nicht betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist echt und es ist wichtig. Es ist aber kein Schutzraum, sondern eine Auffangvorrichtung. Ein Gerät mit GrapheneOS garantiert euch, dass euch niemand an der Installation hindert. Es garantiert nicht, dass es etwas zu installieren gibt. Wenn der Entwickler eines Werkzeugs, das ihr nutzt, in zwei Jahren entscheidet, dass er seinen Pass nicht bei Google hinterlegt, und deshalb die Android-Version einstellt, dann hilft euch euer offenes Betriebssystem exakt nichts. Ihr habt dann ein Telefon, auf dem ihr alles installieren dürft, und nichts mehr, was ihr installieren wollt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Grund, warum die verbreitete Beruhigung "betrifft uns nicht, wir haben eh ein Custom-ROM" in die Irre führt. Sie verwechselt die Freiheit, etwas zu tun, mit der Existenz dessen, was ihr tun möchtet. Wir haben diesen Mechanismus schon bei <a href="https://yourdevice.ch/google-erschwert-custom-roms-fuer-pixel-geraete/">Googles Verschärfungen bei den Pixel-Geräten</a> gesehen und in grösserem Zusammenhang bei der Frage, wie <a href="https://yourdevice.ch/android-die-fassade-der-offenheit-broeckelt/">die Fassade der Offenheit bei Android bröckelt</a>: Die Sperre kommt nie über das Gerät, sie kommt über das, was um das Gerät herum verschwindet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum F-Droids Warnung diesmal keine Übertreibung ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">F-Droid formuliert seit Herbst 2025 sehr direkt, dass das Projekt in dieser Form nicht überleben würde. Im Originalwortlaut: "the developer registration decree will end the F-Droid project and other free/open-source app distribution sources as we know them today". Das klingt nach Alarmrhetorik, ist aber strukturell begründet. F-Droid baut und signiert Apps selbst — genau der Punkt, den wir in unserem Artikel zu den <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-sicherheitsbedenken-und-aktuelle-probleme/">Sicherheitsbedenken bei F-Droid</a> kritisch beleuchtet haben. Im neuen Modell ist das ein Problem: F-Droid kann Entwickler nicht zwingen, sich bei Google registrieren zu lassen, und kann die Package Names auch nicht selbst beanspruchen, ohne sich Verteilungsrechte anzumassen, die ihm nicht zustehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2026 hat F-Droid deshalb zusammen mit der Electronic Frontier Foundation, der Free Software Foundation Europe und der Software Freedom Conservancy einen <a href="https://f-droid.org/2026/02/24/open-letter-opposing-developer-verification.html">offenen Brief</a> veröffentlicht, der Entwickler auffordert, sich nicht zu registrieren. Die Kampagne <a href="https://keepandroidopen.org/en/">Keep Android Open</a> zählt inzwischen 71 Organisationen aus 23 Ländern, darunter das Tor-Projekt, Nextcloud, KDE, die GNOME Foundation und LineageOS, dazu über 100'000 Unterschriften unter einer Petition. Das ist für Verhältnisse der freien Softwarewelt eine ungewöhnlich breite Front.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Kartellurteil vom 2. Juli traf ein Geschäftsmodell, das Google gerade ersetzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 2. Juli 2026 hat der Gerichtshof der Europäischen Union in der Rechtssache C-738/22 P das <a href="https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-07/cp260093de.pdf">Rechtsmittel von Google und Alphabet zurückgewiesen</a> und die Geldbusse von rund 4,125 Milliarden Euro bestätigt, davon 1,52 Milliarden gesamtschuldnerisch für Alphabet. Bestraft wurden drei Praktiken: Vorinstallationsbedingungen für Google Search und Chrome als Preis für den Play-Store-Zugang, Umsatzbeteiligungen gegen die Vorinstallation konkurrierender Suchdienste, und Anti-Fragmentierungsvereinbarungen, mit denen sich Hersteller verpflichteten, "keine Geräte zu verkaufen, die mit nicht von Google zugelassenen Versionen des Betriebssystems Android ausgestattet sind".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Jahre hat dieses Verfahren gedauert. Es ging um Verträge: darum, was Google Geräteherstellern vorschreiben durfte. Und während es lief, hat Google den Hebel gewechselt. Die Entwickler-Verifizierung braucht keine Verträge mit Herstellern. Sie braucht einen Systemdienst und ein Register. Die <a href="https://fsfe.org/news/2026/news-20260728-01.en.html">Free Software Foundation Europe hat das Ende Juli</a> auf den Punkt gebracht: Google verlagere seine Kontrolle von Verträgen hin zur Beherrschung von Ökosystem und Interoperabilität. Ein Bussgeld von 4,125 Milliarden Euro ist für Alphabet eine Position in der Quartalsrechnung. Ein Register, das jede Android-App an eine verifizierte Identität bindet, ist ein Strukturvorteil auf Jahrzehnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Brüssel hat gefragt und bislang keine Antwort bekommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im EU-Parlament liegt die Frage seit Monaten auf dem Tisch. Christel Schaldemose hat am 8. April 2026 eine <a href="https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2026-001419_EN.html">schriftliche Anfrage</a> an die Kommission gerichtet, die drei Dinge wissen will: ob eine zentrale Registrierungs- und Verifizierungspflicht für alle Android-Entwickler mit dem Digital Markets Act vereinbar ist, ob die Kommission darin eine Einschränkung von Sideloading und Drittanbieter-Stores sieht, und wie sie sicherstellen will, dass Sicherheitsanforderungen nicht zur Umgehung des DMA benutzt werden. Bereits am 9. März 2026 hatten sechs Abgeordnete der Fraktion Renew eine <a href="https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2026-000971_EN.html">Anfrage zum selben Themenkreis</a> eingereicht. Eine Antwort der Kommission ist zu keiner der beiden veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die eigentlich beunruhigende Zahl in diesem Text. Vier Monate für eine Frage, deren Beantwortung darüber entscheidet, ob der wichtigste Hebel der europäischen Plattformregulierung auf den Vorgang überhaupt anwendbar ist — während Google parallel den Systemdienst ausrollt, die Schnittstellen öffnet und einen Stichtag setzt. Regulierung, die langsamer ist als der Rollout, den sie prüfen soll, reguliert nichts.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schweiz hat nicht einmal die Frage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Leser in der Schweiz kommt eine unangenehme Ebene dazu: Der Digital Markets Act gilt hier nicht. Es gibt keine Vorschrift, die Google zwingt, in der Schweiz dasselbe anzubieten wie im EWR. Und Google nutzt das nachweislich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Juli 2026 hat das Sekretariat der Wettbewerbskommission eine <a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/a1GWSdwMN1pxp0Gdvp3WF">Vorabklärung gegen Google eröffnet</a>. Der Anlass: Google hat den sogenannten Choice Screen bei der Ersteinrichtung von Android-Geräten in der Schweiz abgeschafft — jene Auswahl, mit der Nutzer ihre Standardsuchmaschine selbst bestimmen. In der EU besteht die Auswahl weiter, weil sie dort vorgeschrieben ist. Die WEKO hält fest, der Choice Screen solle "Abschottungseffekte durch Voreinstellungen verringern", und prüft nun, ob die Abschaffung eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung nach Kartellgesetz darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ein Lehrstück, und zwar ein aktuelles. Es zeigt in einem konkreten, überprüfbaren Fall, was Google mit einem Markt macht, in dem es nicht muss: Es nimmt die Wahlmöglichkeit weg. Wer glaubt, bei einer künftigen Ausnahmeregelung zur Entwickler-Verifizierung — etwa erzwungen durch den DMA — würde die Schweiz automatisch mitprofitieren, sollte sich diesen Vorgang genau ansehen. Es gibt nichts, das automatisch mitprofitiert. Eine Vorabklärung ist zudem noch keine Untersuchung und erst recht keine Verfügung; sie klärt nur, ob es überhaupt Anhaltspunkte gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gegenposition: Malware auf Android ist ein echtes Problem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre unredlich, das Sicherheitsargument abzutun. Betrug über sideloadete Apps ist in den vier Startländern kein Hirngespinst, sondern ein Massenphänomen mit realen Opfern. Wer in Indonesien oder Thailand über eine gefälschte Banking-App sein Erspartes verliert, hat wenig Interesse an Prinzipiendebatten über Softwarefreiheit. Googles Zahlen zum Malware-Aufkommen aus nicht überprüften Quellen haben wir im <a href="https://yourdevice.ch/keep-android-open-google-will-android-schliessen/">Februar-Artikel</a> bereits eingeordnet und wiederholen sie hier nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einwand trägt trotzdem nicht, und zwar aus einem sehr technischen Grund: Identität ist keine Sicherheitseigenschaft. Ein Ausweis beim Anbieter beantwortet nicht die Frage, ob eine App schädlich ist. Er beantwortet die Frage, wen sich hinterher belangen lässt. Das ist ein legitimes Ziel der Strafverfolgung, aber es ist Betrugsbekämpfung mit den Mitteln der Zugangskontrolle — und es ist genau die Argumentationsfigur, die uns aus der Debatte um Altersverifikation und Klarnamenpflicht bekannt ist. Wer organisierten Betrug betreibt, kauft ein verifiziertes Konto oder benutzt einen gestohlenen Ausweis. Wer eine Kryptowallet für zweihundert Leute pflegt, hat diese Möglichkeit nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt: Der Play Store ist bereits ein verifizierter Kanal, und Schadsoftware taucht dort regelmässig auf. Verifizierung hat das dort nie verhindert. Was Schadsoftware verhindert, sind Berechtigungsmodelle, Sandboxing, reproduzierbare Builds und Signaturketten — technische Massnahmen, an denen sich das Gerät orientieren kann, ohne zu wissen, wie der Entwickler heisst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Rechnet nicht mit dem 30. September, sondern mit 2027.</strong> Wer heute eine App aus einer freien Quelle nutzt, sollte jetzt prüfen, ob es die Anwendung auch als Flatpak, als Web-Anwendung oder auf einem anderen Gerät gibt. Abhängigkeiten aufzulösen dauert länger als ein Wochenende.</li>



<li><strong>Legt euch ein Archiv eurer APK-Dateien an.</strong> Bereits installierte Apps sind von der Verifizierung nicht rückwirkend betroffen — Updates und Neuinstallationen dagegen schon. Eine lokale Kopie der letzten funktionierenden Version ist keine Paranoia, sondern Datensicherung.</li>



<li><strong>Nutzt Verteilwege, die nicht über einen Store laufen.</strong> <a href="https://yourdevice.ch/obtainium-der-universelle-app-store/">Obtainium</a> holt Apps direkt aus den Release-Seiten der Projekte. Das löst das Registerproblem nicht, hält aber die Zahl der Zwischenstationen klein und macht sichtbar, woher eine Datei tatsächlich kommt.</li>



<li><strong>Unterstützt die Entwickler, die ihr nutzt — mit Geld.</strong> Die 25 Dollar sind nicht das Problem, die Sichtbarkeitsanforderung ist es. Aber ein Projekt, das seine Nutzer kennt und von ihnen getragen wird, kann eine Grundsatzentscheidung überhaupt treffen. Ein Projekt, das von Play-Store-Reichweite lebt, kann es nicht.</li>



<li><strong>Schreibt an die Aufsicht, und zwar an die richtige.</strong> In der EU ist die zuständige Stelle die DMA-Einheit der Kommission. In der Schweiz ist es die Wettbewerbskommission, die mit der Choice-Screen-Vorabklärung gerade zeigt, dass sie sich für Googles Sonderbehandlung dieses Marktes interessiert. Eine sachliche Eingabe mit konkretem Bezug ist mehr wert als eine Unterschrift. Am Ende des Briefs haben wir euch noch einen Musterbrief geschrieben, welchen ihr die WeKo eures Landes schicken könnt.</li>



<li><strong>Wechselt das Betriebssystem trotzdem.</strong> Ein Custom-ROM löst dieses Problem nicht, aber es löst die anderen. Und es sorgt dafür, dass ihr die Wahl noch habt, wenn es eng wird.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Google braucht euer Gerät nicht, es braucht eure Entwickler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganze Debatte um die Android Entwickler-Verifizierung dreht sich um die falsche Frage. Sie fragt, ob euer Telefon euch etwas verbietet. Die Antwort darauf ist beruhigend und irrelevant: Auf einem nicht zertifizierten Gerät verbietet euch niemand etwas, und daran wird sich absehbar nichts ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die richtige Frage lautet, wer künftig überhaupt noch Android-Software veröffentlichen kann, ohne einen Ausweis bei einem amerikanischen Konzern zu hinterlegen. Registriert wird nicht das Gerät, sondern das Paket. Und ein Register, das Package Name und Signaturschlüssel an eine amtlich geprüfte Identität bindet, wirkt in jedem Kanal, auch in denen, die Google formal gar nicht kontrolliert — weil der Entwickler nur eine Identität hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gerichtshof hat acht Jahre gebraucht, um Google für Verträge zu bestrafen, die das Unternehmen inzwischen nicht mehr braucht. Das Parlament fragt seit April und bekommt keine Antwort. Die Schweiz hat nicht einmal das Gesetz, unter dem sich die Frage stellen liesse. Und in sechs Wochen läuft der erste Stichtag ab. Dass Custom-ROMs ausgenommen bleiben, ist unter diesen Umständen kein Sieg, sondern eine Fussnote: Es ist die Erlaubnis, in einem leeren Raum zu stehen und alles installieren zu dürfen, was es dann noch gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Musterbrief an eure Wettbewerkskommission</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben euch einen Musterbrief entworfen, welchen ihr an die jeweilige Kommission eures Landes abschicken könnt. Jeder sollte diese Möglichkeit ergreifen, auch Nutzer, die nicht betroffen sind, und sich für Open Source Software weniger interessieren, denn falls ihr euch später interessiert, sind die Möglichkeiten eingeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Betreff: Hinweis auf eine mögliche Wettbewerbsbeschränkung — Registrierungspflicht für Android-Entwickler („Android Developer Verification")</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Sehr geehrte Damen und Herren</p>



<p class="wp-block-paragraph">ich wende mich als [Nutzer von Android-Geräten / Softwareentwickler / Betreiber eines Kleinunternehmens] an Sie und möchte Sie auf eine Massnahme von Google LLC hinweisen, die aus meiner Sicht den Wettbewerb bei der Verteilung von Android-Anwendungen erheblich beeinträchtigen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sachverhalt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Google führt schrittweise eine Pflicht ein, wonach Entwickler von Android-Anwendungen sich bei Google registrieren und ihre Identität nachweisen müssen, damit ihre Anwendungen auf Android-Geräten installiert werden können. Registriert werden dabei nicht nur die Entwickler selbst, sondern auch die Kennungen ihrer Anwendungen und deren Signaturschlüssel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit öffentlich dokumentiert, ist der Ablauf folgender: Seit Juni 2026 verteilt Google einen Systemdienst („Android Developer Verifier") auf zertifizierte Android-Geräte ab Android 7. Für die Vollregistrierung sind ein amtlicher Ausweis und eine Gebühr von 25 US-Dollar erforderlich; ein kostenloses Konto ohne Ausweisnachweis erlaubt die Verteilung an höchstens 20 Geräte. Ab dem 30. September 2026 wird die Registrierung in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand bei den teilnehmenden App-Stores durchgesetzt. Für 2027 kündigt Google die weltweite Ausdehnung auf alle zertifizierten Android-Geräte an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitplan und die Bedingungen sind hier dokumentiert: <a href="https://developer.android.com/developer-verification">https://developer.android.com/developer-verification</a> sowie <a href="https://developer.android.com/developer-verification/guides/faq">https://developer.android.com/developer-verification/guides/faq</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum ich das für wettbewerbsrechtlich bedenklich halte</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens wirkt die Registrierung kanalunabhängig. Sie hängt nicht daran, über welchen Vertriebsweg eine Anwendung bezogen wird, sondern an der Kennung und dem Signaturschlüssel der Anwendung selbst. Google erlangt damit Kontrolle auch über Vertriebswege, die es nicht betreibt — konkurrierende App-Stores und den direkten Bezug vom Entwickler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens erhöht sie die Marktzutrittsschranken für konkurrierende Vertriebsplattformen. Ein alternativer App-Store kann Entwickler nicht dazu bewegen, sich bei einem Wettbewerber registrieren zu lassen, und kann fremde Anwendungskennungen auch nicht selbst beanspruchen. Betreiber solcher Plattformen haben öffentlich erklärt, in dieser Form nicht fortbestehen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens trifft die Ausweispflicht kleine und unentgeltlich arbeitende Entwickler unverhältnismässig. Wer nicht bereit oder in der Lage ist, einem einzelnen Unternehmen ein Ausweisdokument zu hinterlegen, verliert den Zugang zu einer Nutzerbasis von mehreren Milliarden Geräten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viertens überzeugt mich die Sicherheitsbegründung nicht. Eine Identitätsprüfung stellt nicht fest, ob eine Anwendung schädlich ist, sondern nur, wer sie veröffentlicht hat. Mildere und bereits etablierte Mittel — Signaturprüfung, Berechtigungsmodelle, Sandboxing, Prüfung der Anwendung selbst — erreichen das Sicherheitsziel, ohne die Vertriebswege zu verengen. Auch in Googles eigenem App-Store tritt Schadsoftware trotz Registrierung regelmässig auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Für Eingaben innerhalb der EU ergänzen: Nach meinem Verständnis erlaubt Artikel 6 Absatz 4 der Verordnung (EU) 2022/1925 Sicherheitsmassnahmen nur, soweit sie „strictly necessary and proportionate" sind. Ob eine ausnahmslose Identitätsregistrierung diesen Massstab erfüllt, erscheint mir zweifelhaft.]</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meine Betroffenheit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">[Beschreibt hier in zwei bis drei Sätzen konkret eure Lage. Beispiele: Ich beziehe die Anwendungen [Name] und [Name] über eine alternative Bezugsquelle, weil sie im Play Store nicht verfügbar sind. / Ich veröffentliche seit [Jahr] die Anwendung [Name] als freie Software und bin nicht bereit, dafür ein Ausweisdokument bei Google zu hinterlegen. / Ich betreibe ein Kleinunternehmen und verteile eine interne Anwendung an [Zahl] Geräte.]</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mein Anliegen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bitte Sie zu prüfen, ob diese Massnahme mit dem in Ihrem Zuständigkeitsbereich geltenden Wettbewerbsrecht vereinbar ist, und gegebenenfalls tätig zu werden, bevor die weltweite Durchsetzung im Jahr 2027 wirksam wird. Eine nachträgliche Beurteilung liefe ins Leere: Sind Entwickler und alternative Vertriebswege einmal abgewandert, lässt sich der Zustand davor nicht wiederherstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freundliche Grüsse<br>[Vorname Name]<br>[Adresse]<br>[E-Mail]<br>[Ort, Datum]</p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wohin damit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anderswo</strong> — sucht nach „competition authority" oder „Wettbewerbsbehörde" plus Landesname. Fast jede hat ein Hinweisformular.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schweiz</strong> — Sekretariat der Wettbewerbskommission WEKO, Bern. Anschrift unter <a href="https://www.weko.admin.ch/de/adresse">weko.admin.ch</a>. Nehmt Bezug auf die <a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/a1GWSdwMN1pxp0Gdvp3WF">Vorabklärung vom 14. Juli 2026</a>, in der das Sekretariat bereits Googles Umgang mit dem Schweizer Markt untersucht — das ist ein sachlicher Anknüpfungspunkt, kein Zufall.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deutschland</strong> — Bundeskartellamt, Bonn. Alphabet/Google unterliegt dort seit dem <a href="https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2022/05_01_2022_Google_19a.html">30. Dezember 2021</a> der besonderen Missbrauchsaufsicht nach § 19a GWB. Das könnt ihr im Betreff erwähnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Österreich</strong> — Bundeswettbewerbsbehörde, es gibt ein <a href="https://www.bwb.gv.at/en/complaints">eigenes Beschwerdeformular</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EU-weit</strong> — zusätzlich die Europäische Kommission über das <a href="https://digital-markets-act.ec.europa.eu/contact-us-eu-citizen_en">Kontaktformular für Bürger zum Digital Markets Act</a>. Die Kommission verweist ausdrücklich darauf, dass ihr euch parallel an eure nationale Wettbewerbsbehörde wenden könnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://android-developers.googleblog.com/2026/06/android-developer-verification.html">Android Developers Blog: Android developer verification</a> — Googles Zeitplan von Juni 2026</li>



<li><a href="https://developer.android.com/developer-verification">developer.android.com: Developer verification</a> — Meilensteine und betroffene Geräte</li>



<li><a href="https://developer.android.com/developer-verification/guides/faq">developer.android.com: Verification FAQ</a> — Kontotypen, Gebühren, Geltungsbereich</li>



<li><a href="https://support.google.com/android/answer/17065026">Google-Hilfe: Apps von verifizierten Entwicklern installieren</a> — die einzige öffentliche Beschreibung des Advanced Flow</li>



<li><a href="https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-07/cp260093de.pdf">Gerichtshof der EU, Pressemitteilung zum Urteil C-738/22 P vom 2. Juli 2026</a> (PDF)</li>



<li><a href="https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2026-001419_EN.html">Europäisches Parlament, schriftliche Anfrage E-001419/2026</a> von Christel Schaldemose</li>



<li><a href="https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2026-000971_EN.html">Europäisches Parlament, schriftliche Anfrage E-000971/2026</a> zu Beschränkungen der App-Verteilung</li>



<li><a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/a1GWSdwMN1pxp0Gdvp3WF">WEKO: Vorabklärung gegen Google zum Choice Screen</a>, 14. Juli 2026</li>



<li><a href="https://f-droid.org/2026/02/24/open-letter-opposing-developer-verification.html">F-Droid: Offener Brief gegen die Developer Verification</a></li>



<li><a href="https://f-droid.org/en/2025/09/29/google-developer-registration-decree.html">F-Droid: Google's developer registration decree</a> — die ursprüngliche Einschätzung des Projekts</li>



<li><a href="https://keepandroidopen.org/en/">Keep Android Open</a> — Kampagne, offener Brief und Unterstützerliste</li>



<li><a href="https://fsfe.org/news/2026/news-20260728-01.en.html">FSFE: Google Android antitrust ruling shows the next battle is over who controls trust</a>, 28. Juli 2026</li>



<li><a href="https://discuss.grapheneos.org/d/26566-new-google-app-developer-identification-requirements-in-2026">GrapheneOS-Forum: New Google app developer identification requirements in 2026</a></li>
</ul>
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		<title>Caddy Reverse Proxy einrichten: HTTPS ohne Certbot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 07:35:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[selfhosting]]></category>
		<category><![CDATA[Server]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Verschlüsselung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Caddy als Reverse Proxy einrichten: Installation unter Debian und Ubuntu, Caddyfile für mehrere Dienste, automatisches HTTPS und Wildcards per DNS-Challenge.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer mehr als einen Dienst selbst betreibt, steht irgendwann vor derselben Wand: Nextcloud, Vaultwarden und Immich wollen alle Port 443, und den gibt es pro IP-Adresse nur einmal. Ein Caddy Reverse Proxy nimmt sämtliche Anfragen auf den Ports 80 und 443 entgegen, entscheidet anhand des angefragten Hostnamens, welcher Dienst gemeint ist, und reicht die Anfrage intern weiter — an einen Dienst, der selbst nie mit dem Internet spricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Proxy liegt in der Richtung. Ein normaler Proxy steht vor euch und schützt euch gegenüber dem Server. Ein Reverse Proxy steht vor den Servern und nimmt ihnen die Aussenwelt ab. Für den Browser existiert nur eine einzige Adresse, ein einziges Zertifikat, ein einziger Einstiegspunkt. Was dahinter läuft, auf welchem Port, in welchem Container, auf welchem Rechner im lokalen Netz — davon bekommt der Client nichts mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der naheliegende Gegenvorschlag lautet: einfach jedem Dienst einen eigenen Port geben und die Sache über <code>example.ch:8080</code> ansprechen. Das funktioniert, bis ihr das erste Mal aus einem fremden WLAN, einem Firmennetz oder einem Hotelnetzwerk zugreifen wollt. Dort ist alles ausser 80 und 443 üblicherweise dicht. Dazu kommt, dass jedes dieser Ziele ein eigenes gültiges Zertifikat braucht und jeder Dienst seine TLS-Konfiguration selbst pflegen müsste — mit dem Ergebnis, dass drei Programme drei verschiedene Meinungen darüber haben, welche Cipher noch in Ordnung sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild-1024x573.png" alt="Titelbild zum Thema Caddy als Reverse Proxy: Links auf dunklem Grund das grüne Caddy-Logo mit dem Schriftzug caddy und dem Hinweis Ports 80 und 443, automatisches HTTPS. Von dort führen drei geschwungene Pfeile nach rechts zu drei Karten mit den Diensten Nextcloud unter cloud.example.ch auf 127.0.0.1:8080, Vaultwarden unter vault.example.ch auf 127.0.0.1:8000 und Immich unter fotos.example.ch auf 127.0.0.1:2283." class="wp-image-20719" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild-1024x573.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild-300x168.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild-768x430.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild-1536x860.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild-500x280.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-titelbild.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Genau an dieser Stelle setzt dieser Artikel an: eine vollständige Einrichtung von Caddy als Reverse Proxy unter Debian und Ubuntu, von der Installation über die erste Caddyfile bis zu Wildcard-Zertifikaten per DNS-Challenge. Wer bisher mit Apache und Certbot gearbeitet hat, findet den vertrauten Weg in unserer Anleitung zum <a href="https://yourdevice.ch/ssl-zertifikat-fuer-nextcloud-homeserver-beantragen/">SSL-Zertifikat für den Nextcloud-Homeserver</a>. Hier geht es um den Weg, bei dem dieser Schritt schlicht entfällt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="712" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-1024x712.png" alt="Schema eines Reverse Proxy: Links der Browser im Internet, der nur cloud.example.ch auf Port 443 und ein gültiges Zertifikat sieht, aber keine internen Portnummern. In der Mitte Caddy als einziger Einstiegspunkt auf den Ports 80 und 443, der nach Hostname zuordnet, TLS terminiert, von HTTP auf HTTPS weiterleitet und die X-Forwarded-Header setzt. Rechts die drei Dienste Nextcloud auf 127.0.0.1:8080, Vaultwarden auf 127.0.0.1:8000 und Immich auf 127.0.0.1:2283, die alle keinen offenen Port nach aussen haben, keine eigene TLS-Pflege benötigen und je einen Site-Block in einer einzigen Konfigurationsdatei belegen." class="wp-image-20714" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-1024x712.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-300x209.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-768x534.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-1536x1068.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-2048x1423.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-reverse-proxy-topologie-500x348.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Warum Caddy und nicht nginx</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Caddy ist ein in Go geschriebener Webserver, der <a href="https://github.com/caddyserver/caddy">unter der Apache-2.0-Lizenz steht</a> und ohne externe Abhängigkeiten auskommt. Die aktuelle stabile Version ist <a href="https://github.com/caddyserver/caddy/releases">v2.11.4 vom 3. Juni 2026</a>. Das Alleinstellungsmerkmal steht im Untertitel des Projekts und ist keine Marketingfloskel: automatisches HTTPS, und zwar als Standardverhalten, nicht als Zusatzpaket.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Automatisches HTTPS ist eingebaut, nicht angeflanscht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei nginx oder Apache läuft die Zertifikatsbeschaffung über ein zweites Programm. Certbot legt Dateien ab, schreibt in die Konfiguration hinein, richtet einen Timer ein und startet den Webserver neu. Vier bewegliche Teile, die alle einzeln kaputtgehen können. Caddy spricht ACME selbst. Es <a href="https://caddyserver.com/docs/automatic-https">erkennt aus der Konfiguration, für welche Hostnamen es Zertifikate braucht</a>, holt sie, erneuert sie und leitet HTTP auf HTTPS um — ohne dass ihr das irgendwo hinschreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gross der Unterschied im Alltag ist, zeigt das Projekt Immich selbst. In der <a href="https://docs.immich.app/administration/reverse-proxy/">offiziellen Reverse-Proxy-Dokumentation</a> steht eine nginx-Konfiguration mit erhöhtem Upload-Limit, abgeschaltetem Request-Buffering, gesetzten Weiterleitungs-Headern und Timeouts von 600 Sekunden. Direkt darunter steht die Caddy-Variante, vollständig:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>immich.example.org {
    reverse_proxy http://127.0.0.1:2283
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein verkürztes Beispiel. Die drei Dinge, die nginx dort von Hand braucht, sind in Caddy Standard. Das Upload-Limit: nginx begrenzt den Request-Body <a href="https://nginx.org/en/docs/http/ngx_http_core_module.html#client_max_body_size">per Vorgabe auf 1 MB</a> und antwortet darüber mit einem 413, was bei Foto- und Video-Uploads sofort auffällt. Caddy kennt kein solches Vorgabelimit, die <a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/directives/request_body">Direktive <code>request_body</code></a> müsst ihr setzen, wenn ihr <em>begrenzen</em> wollt. Die Weiterleitungs-Header: Caddy setzt <code>X-Forwarded-For</code>, <code>X-Forwarded-Proto</code> und <code>X-Forwarded-Host</code> <a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/directives/reverse_proxy">von sich aus</a> und verwirft eingehende Werte dieser Felder, damit sie nicht gefälscht werden können. Und WebSockets laufen einfach durch, ohne die aus nginx bekannte <code>Upgrade</code>-Klausel.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wo Caddy nginx nicht ersetzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlichkeitshalber gehört die Gegenrichtung dazu. nginx hat ein deutlich grösseres Ökosystem an Modulen, mehr Feinsteuerung beim Caching und mehr Personen, die sich damit auskennen. Wer bereits eine gewachsene, funktionierende nginx-Konfiguration hat, gewinnt durch einen Wechsel wenig. Und Caddy hat eine architektonische Eigenheit, die überrascht: Erweiterungen sind einkompilierte Go-Module. Ein Plugin nachzurüsten bedeutet, das Binary neu zu bauen. Dafür gibt es einen bequemen Befehl, aber es bleibt ein anderes Modell als eine nachinstallierte <code>.so</code>-Datei — mit einer Nebenwirkung, auf die wir weiter unten zurückkommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Voraussetzungen für den Reverse Proxy</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Dinge müssen stimmen, bevor die erste Zeile Konfiguration Sinn ergibt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Ein Server mit Debian 12/13 oder Ubuntu 24.04</strong> und Root- beziehungsweise sudo-Rechten. Ein Raspberry Pi reicht für den Heimgebrauch vollkommen aus, der Proxy selbst ist genügsam.</li>



<li><strong>Eine Domain, deren DNS-Einträge auf eure öffentliche IP zeigen.</strong> Bei wechselnder IP am Hausanschluss braucht es dafür einen dynamischen Eintrag, wie in unserer Anleitung zum <a href="https://yourdevice.ch/dyndns-eintrag-erstellen-bei-dynamischer-ip/">DynDNS-Eintrag bei dynamischer IP</a> beschrieben. Für jeden Dienst legt ihr eine eigene Subdomain an.</li>



<li><strong>Die Ports 80 und 443 müssen von aussen auf den Proxy zeigen.</strong> Wie das am Schweizer Router eingerichtet wird, steht in unserem Beitrag zur <a href="https://yourdevice.ch/portweiterleitungen-auf-swisscom-oder-upc-modem/">Portweiterleitung auf Swisscom- und UPC-Modems</a>. Hängt ihr an einem DS-Lite-Anschluss ohne öffentliche IPv4-Adresse, hilft keine Weiterleitung — dann führt der Weg über einen VPS als Brücke, wie in <a href="https://yourdevice.ch/webdienste-hinter-ds-lite-anschluss-verfuegbar-machen-mit-wireguard/">Webdienste hinter DS-Lite verfügbar machen mit Wireguard</a> gezeigt.</li>



<li><strong>Die Dienste laufen bereits und lauschen lokal.</strong> Ob nativ installiert oder über <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/">Docker</a>, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass sie auf <code>127.0.0.1</code> gebunden sind und nicht auf <code>0.0.0.0</code> — sonst ist der Proxy umgehbar.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Läuft auf dem Rechner bereits ein Apache oder nginx auf Port 80 und 443, stoppt und deaktiviert ihn vorher. Zwei Programme auf demselben Port ergeben beim Start nur eine Fehlermeldung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Caddy unter Debian und Ubuntu installieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Distributionspakete hinken der Entwicklung meist hinterher. Nehmt deshalb das <a href="https://caddyserver.com/docs/install">offizielle Repository des Projekts</a>:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install -y debian-keyring debian-archive-keyring apt-transport-https curl
curl -1sLf 'https://dl.cloudsmith.io/public/caddy/stable/gpg.key' | sudo gpg --dearmor -o /usr/share/keyrings/caddy-stable-archive-keyring.gpg
curl -1sLf 'https://dl.cloudsmith.io/public/caddy/stable/debian.deb.txt' | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/caddy-stable.list
sudo chmod o+r /usr/share/keyrings/caddy-stable-archive-keyring.gpg
sudo chmod o+r /etc/apt/sources.list.d/caddy-stable.list
sudo apt update
sudo apt install caddy</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das Paket bringt eine systemd-Unit mit und startet den Dienst sofort. Prüft danach die Version:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>caddy version
systemctl status caddy</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Ruft ihr jetzt die IP des Servers im Browser auf, begrüsst euch eine Startseite. Der Dienst läuft unter dem Benutzer <code>caddy</code>, die Konfiguration liegt in <code>/etc/caddy/Caddyfile</code>, und die Zertifikate landen später <a href="https://caddyserver.com/docs/running">unter <code>/var/lib/caddy/.local/share/caddy</code></a>. Diese drei Pfade solltet ihr euch merken, sie beantworten später die meisten Fragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die erste Caddyfile: ein Dienst, ein Zertifikat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet <code>/etc/caddy/Caddyfile</code>, löscht den mitgelieferten Inhalt und schreibt stattdessen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>{
	email admin@example.ch
}

cloud.example.ch {
	reverse_proxy 127.0.0.1:8080
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das war die vollständige Konfiguration für einen Dienst mit gültigem Zertifikat und automatischer Weiterleitung von HTTP auf HTTPS. Der geschweifte Block ganz oben ist der <a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/options">globale Optionsblock</a>. Er muss der erste Block der Datei sein und darf nur einmal vorkommen. Die Adresse unter <code>email</code> wird für das ACME-Konto verwendet; darüber informiert euch die Zertifizierungsstelle, wenn eine Erneuerung dauerhaft scheitert. Der zweite Block ist ein Site-Block: alles zwischen den Klammern gilt für Anfragen an diesen Hostnamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Formatiert und prüft die Datei, bevor ihr sie aktiviert:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo caddy fmt --overwrite /etc/caddy/Caddyfile
sudo caddy validate --config /etc/caddy/Caddyfile
sudo systemctl reload caddy</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Hinweis zur Einrückung: Die Caddyfile erwartet Tabulatoren, keine Leerzeichen. <code>caddy fmt --overwrite</code> räumt das für euch auf, weshalb dieser Befehl der erste von dreien ist. <a href="https://caddyserver.com/docs/command-line">Alle Unterbefehle sind dokumentiert</a>, im Alltag braucht ihr vor allem diese drei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was beim ersten Neuladen tatsächlich passiert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Caddy liest aus dem Site-Block heraus, dass es ein Zertifikat für <code>cloud.example.ch</code> braucht, und beginnt sofort damit. Primäre Zertifizierungsstelle ist Let's Encrypt, bei Fehlern weicht Caddy automatisch auf ZeroSSL aus. Zur Validierung stehen die HTTP-Challenge über Port 80 und die TLS-ALPN-Challenge über Port 443 bereit; Caddy wählt zunächst zufällig und merkt sich, welcher Weg bei euch verlässlich funktioniert. Nach wenigen Sekunden ist das Zertifikat da und der Dienst über HTTPS erreichbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusehen könnt ihr dabei im Journal:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>journalctl -u caddy -f</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier lauert die erste ernsthafte Falle. Solange die DNS-Einträge noch nicht stimmen oder die Portweiterleitung fehlt, scheitert die Validierung — und Let's Encrypt zählt mit. <a href="https://letsencrypt.org/docs/rate-limits/">Nach den offiziellen Rate Limits</a> sind pro Bezeichner und Konto fünf fehlgeschlagene Autorisierungen pro Stunde erlaubt, pro registrierter Domain 50 Zertifikate in sieben Tagen und für einen exakt gleichen Satz von Bezeichnern fünf Zertifikate in sieben Tagen. Wer eine Konfiguration in Ruhe durchprobieren will, schaltet deshalb vorher auf die Testumgebung um:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>{
	email admin@example.ch
	acme_ca https://acme-staging-v02.api.letsencrypt.org/directory
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zertifikate der Testumgebung sind im Browser ungültig, das ist beabsichtigt. Wenn alles steht, nehmt ihr die Zeile wieder heraus und ladet neu. Praktisch heisst das: erst mit Staging bauen, dann scharf schalten. Wer diese zwei Minuten überspringt, sitzt im schlechtesten Fall eine Woche auf einem gesperrten Bezeichner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Dienste hinter einer Adresse</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der eigentliche Gewinn zeigt sich erst ab dem zweiten Dienst. Jeder bekommt seinen eigenen Site-Block, jeder sein eigenes Zertifikat, alle teilen sich denselben Port:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>{
	email admin@example.ch
}

cloud.example.ch {
	reverse_proxy 127.0.0.1:8080
}

vault.example.ch {
	reverse_proxy 127.0.0.1:8000
}

fotos.example.ch {
	reverse_proxy 127.0.0.1:2283
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ports sind die Vorgaben der jeweiligen Projekte: 8000 für Vaultwarden, 2283 für Immich, 8080 für einen Nextcloud-Container hinter dem Proxy. Bemerkenswert ist vor allem, was hier <em>nicht</em> steht. Keine Upload-Grenze für Immich. Keine WebSocket-Klausel für Vaultwarden, dessen <a href="https://github.com/dani-garcia/vaultwarden/wiki/Proxy-examples">eigenes Caddy-Beispiel im Projekt-Wiki</a> ebenfalls mit einer einzigen <code>reverse_proxy</code>-Zeile auskommt. Keine Zertifikatspfade, keine Cipher-Listen, kein Redirect-Block.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liegt ein Dienst auf einem anderen Rechner im lokalen Netz, tragt ihr dort statt <code>127.0.0.1</code> dessen IP ein. Und wenn das Backend selbst schon HTTPS spricht, etwa mit einem selbstsignierten Zertifikat, sieht das so aus:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>nas.example.ch {
	reverse_proxy https://192.168.1.50:5001 {
		transport http {
			tls_insecure_skip_verify
		}
	}
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das Überspringen der Zertifikatsprüfung ist hier vertretbar, weil die Strecke im eigenen Netz liegt und die Verschlüsselung nach aussen der Proxy übernimmt. Auf einer Verbindung über das Internet wäre es ein Fehler.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nextcloud hinter dem Reverse Proxy richtig konfigurieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nextcloud ist der Dienst, bei dem am häufigsten etwas schiefgeht — nicht wegen Caddy, sondern weil Nextcloud sich selbst hinter einem Proxy falsch einschätzt. Es sieht eine unverschlüsselte Anfrage von <code>127.0.0.1</code> und baut daraus Links mit <code>http://</code>. Ergebnis: Anmeldeschleifen, kaputte Vorschaubilder, und im Log steht bei jedem Zugriff dieselbe IP-Adresse. Ergänzt deshalb in <code>config/config.php</code>:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>'trusted_domains' =&gt; &#91;
  'cloud.example.ch',
],
'trusted_proxies' =&gt; &#91;'127.0.0.1'],
'forwarded_for_headers' =&gt; &#91;'HTTP_X_FORWARDED_FOR'],
'overwriteprotocol' =&gt; 'https',
'overwritehost' =&gt; 'cloud.example.ch',
'overwrite.cli.url' =&gt; 'https://cloud.example.ch',</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedeutung der Werte steht in der <a href="https://github.com/nextcloud/server/blob/master/config/config.sample.php">kommentierten Beispielkonfiguration im Nextcloud-Repository</a>. <code>trusted_proxies</code> erlaubt Nextcloud, den weitergereichten Client-IPs überhaupt zu glauben, <code>forwarded_for_headers</code> legt fest, welchem Header dabei vertraut wird, und die drei <code>overwrite</code>-Werte korrigieren die Selbsteinschätzung bei der URL-Erzeugung. Läuft Nextcloud in einem Container, gehört unter <code>trusted_proxies</code> nicht <code>127.0.0.1</code>, sondern die Adresse des Docker-Netzes.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheitskopfzeilen an einer Stelle statt in jedem Dienst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite grosse Vorteil eines zentralen Einstiegspunkts: Kopfzeilen, die für alle Dienste gelten sollen, schreibt ihr genau einmal. Caddy kennt dafür wiederverwendbare Bausteine, sogenannte Snippets, die in runden Klammern definiert und mit <code>import</code> eingebunden werden:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>{
	header {
		Strict-Transport-Security "max-age=31536000"
		X-Content-Type-Options "nosniff"
		X-Frame-Options "SAMEORIGIN"
		Referrer-Policy "no-referrer"
		-Server
	}
}

cloud.example.ch {
	import sicherheit
	reverse_proxy 127.0.0.1:8080
}

vault.example.ch {
	import sicherheit
	reverse_proxy 127.0.0.1:8000
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das führende Minus vor <code>Server</code> löscht die Kopfzeile aus der Antwort. Bei <code>Strict-Transport-Security</code> ist Vorsicht angebracht: Die Anweisung sagt jedem Browser, diese Domain für die angegebene Dauer ausschliesslich über HTTPS anzusprechen — hier ein Jahr. Das ist erwünscht, aber es lässt sich nicht kurzfristig zurücknehmen. Nehmt die Zusätze <code>includeSubDomains</code> und <code>preload</code> erst dazu, wenn wirklich jede Subdomain dauerhaft per HTTPS erreichbar ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zertifikate ohne offene Ports: die DNS-Challenge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">HTTP- und TLS-ALPN-Challenge setzen voraus, dass die Zertifizierungsstelle euren Server von aussen erreicht. Das ist nicht immer der Fall: an einem DS-Lite-Anschluss fehlt die öffentliche IPv4-Adresse, manche Provider sperren Port 80, und für Dienste, die absichtlich nur im VPN erreichbar sind, gibt es gar keinen Weg von aussen. Ausserdem lassen sich Wildcard-Zertifikate ausschliesslich per DNS ausstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/directives/tls">DNS-Challenge</a> dreht die Beweisrichtung um: Statt einer Datei auf eurem Server legt Caddy einen TXT-Eintrag in eurer DNS-Zone an. Damit braucht es keinen einzigen offenen Port — aber Schreibzugriff auf die Zone.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-1024x724.png" alt="Vergleich der drei ACME-Validierungswege. Die HTTP-Challenge läuft über Port 80, setzt einen aus dem Internet erreichbaren Port 80 und einen DNS-Eintrag auf die öffentliche IP voraus und kann keine Wildcard-Zertifikate. Die TLS-ALPN-Challenge läuft über Port 443 im TLS-Handshake, setzt einen erreichbaren Port 443 voraus, kann ebenfalls keine Wildcards und scheitert hinter fremder TLS-Terminierung. Die DNS-Challenge braucht keinen offenen Port, sondern ein Anbieter-Plugin im Caddy-Binary und einen API-Token mit Schreibrecht auf die DNS-Zone, und ist der einzige Weg zu Wildcard-Zertifikaten und zu Diensten ohne Zugang von aussen." class="wp-image-20715" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-1024x724.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-300x212.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-768x543.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-1536x1087.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-2048x1449.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/caddy-acme-challenges-500x354.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Plugin nachrüsten mit caddy add-package</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für jeden DNS-Anbieter gibt es ein eigenes Modul, und weil Caddy-Erweiterungen einkompiliert werden, braucht es ein neues Binary. Der eingebaute Befehl erledigt das:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo caddy add-package github.com/caddy-dns/cloudflare
caddy list-modules --packages | grep cloudflare
sudo systemctl restart caddy</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit zur angekündigten Nebenwirkung: <code>caddy add-package</code> ersetzt das vom Paketmanager installierte Binary. Beim nächsten <code>apt upgrade</code> überschreibt apt es wieder mit der Standardversion — das Plugin ist weg, die Caddyfile verweist auf ein Modul, das es nicht mehr gibt, und der Dienst startet nicht. Wer das vermeiden will, führt <code>add-package</code> nach jedem Upgrade erneut aus oder aktualisiert stattdessen mit <code>caddy upgrade</code>, das die installierten Module beibehält. Notiert euch die Zeile mit euren Paketen an einer Stelle, an der ihr sie wiederfindet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Den API-Token sauber übergeben</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Token gehört nicht in die Caddyfile, sondern in die Umgebung des Dienstes. Bei Cloudflare braucht er laut <a href="https://github.com/caddy-dns/cloudflare">Modul-Dokumentation</a> genau zwei Berechtigungen: <code>Zone.Zone:Read</code> und <code>Zone.DNS:Edit</code>, beschränkt auf die betroffenen Zonen. Legt ein systemd-Override an:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl edit caddy</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Und tragt dort ein:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>&#91;Service]
Environment="CF_API_TOKEN=euer_token_hier"</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">In der Caddyfile wird der Wert dann als Platzhalter referenziert:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>intern.example.ch {
	tls {
		dns cloudflare {env.CF_API_TOKEN}
	}
	reverse_proxy 127.0.0.1:3000
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die ältere Schreibweise mit getrennten <code>zone_token</code>- und <code>api_token</code>-Feldern taucht in vielen Anleitungen im Netz noch auf. Das Modul bezeichnet sie ausdrücklich als veraltet und behält sie nur aus Kompatibilitätsgründen — nehmt die einzeilige Variante.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wildcard-Zertifikate</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Steht die DNS-Challenge, könnt ihr ein einziges Zertifikat für alle Subdomains ausstellen lassen. Das reduziert die Zahl der ACME-Anfragen erheblich und hält euch von den Rate Limits fern:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>*.example.ch {
	tls {
		dns cloudflare {env.CF_API_TOKEN}
	}

	@cloud host cloud.example.ch
	handle @cloud {
		reverse_proxy 127.0.0.1:8080
	}

	@vault host vault.example.ch
	handle @vault {
		reverse_proxy 127.0.0.1:8000
	}

	handle {
		abort
	}
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die mit <code>@</code> beginnenden Ausdrücke sind Matcher, die den passenden Hostnamen herausgreifen. Der letzte <code>handle</code>-Block ohne Matcher fängt alles ab, was zu keinem Dienst gehört, und bricht die Verbindung ab — sonst würde jede erfundene Subdomain irgendwo landen. Beachtet dabei, dass ein Wildcard-Zertifikat nur eine Ebene abdeckt: <code>*.example.ch</code> gilt für <code>cloud.example.ch</code>, aber nicht für <code>a.b.example.ch</code>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Betrieb: prüfen, neu laden, Logs lesen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im laufenden Betrieb sind es vor allem drei Handgriffe. Nach jeder Änderung an der Caddyfile gilt dieselbe Reihenfolge wie oben: formatieren, validieren, neu laden. <code>systemctl reload caddy</code> übernimmt die neue Konfiguration ohne Verbindungsabbruch — ein <code>restart</code> ist nur nötig, wenn ihr das Binary getauscht oder die systemd-Unit geändert habt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Standardmässig landet alles im Journal. Für einen einzelnen Dienst lohnt sich ein eigenes Zugriffsprotokoll, etwa um es später an <a href="https://yourdevice.ch/mit-crowdsec-server-absichern/">CrowdSec</a> zu übergeben:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>cloud.example.ch {
	log {
		output file /var/log/caddy/cloud.log {
			roll_size 10MiB
			roll_keep 5
		}
	}
	reverse_proxy 127.0.0.1:8080
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verzeichnis muss dem Benutzer <code>caddy</code> gehören. Und ein Punkt, der gern vergessen wird: In eure Sicherung gehört nicht nur <code>/etc/caddy</code>, sondern auch <code>/var/lib/caddy/.local/share/caddy</code>. Dort liegen die Zertifikate, die privaten Schlüssel und der ACME-Kontoschlüssel. Ohne dieses Verzeichnis holt ein neu aufgesetzter Server zwar alle Zertifikate neu — aber jeder solche Durchlauf zählt auf die Rate Limits.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stolperfallen, die euch einen Abend kosten</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Port 80 zugemacht.</strong> Viele schliessen ihn, weil ohnehin alles über HTTPS läuft. Dann fehlt die Weiterleitung für Besucher, die ohne Präfix tippen, und die HTTP-Challenge fällt als Ausweichweg weg. Lasst ihn offen, ausser ihr nutzt ausschliesslich die DNS-Challenge.</li>



<li><strong>Alter Webserver läuft noch.</strong> Ein <code>address already in use</code> im Journal bedeutet fast immer einen vergessenen Apache oder nginx.</li>



<li><strong>Dienst lauscht auf 0.0.0.0.</strong> Dann ist er direkt über seinen Port erreichbar, unverschlüsselt und ohne die gesetzten Kopfzeilen. Bindet Backends an <code>127.0.0.1</code> und blockt die Ports zusätzlich in der Firewall.</li>



<li><strong>Cloudflare-Proxy davor.</strong> Steht in eurem DNS die orange Wolke, terminiert Cloudflare TLS selbst und die TLS-ALPN-Challenge scheitert zwangsläufig. Dann führt der Weg über die DNS-Challenge.</li>



<li><strong>Konfiguration nicht validiert.</strong> <code>systemctl reload</code> mit einer fehlerhaften Datei lässt die alte Konfiguration aktiv und meldet den Fehler nur im Journal. Wer nicht hinsieht, wundert sich, warum die Änderung nichts bewirkt.</li>



<li><strong>Leerzeichen statt Tabulatoren.</strong> Erzeugt Fehlermeldungen, die auf den ersten Blick nichts mit Einrückung zu tun haben. <code>caddy fmt --overwrite</code> zuerst.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Legt für jeden Dienst eine eigene Subdomain an, statt Ports nach aussen zu öffnen. Das kostet nichts und ist die Grundlage für alles Weitere.</li>



<li>Baut die erste Konfiguration gegen den Staging-Endpunkt von Let's Encrypt. Zwei zusätzliche Minuten, die euch im Fehlerfall eine Woche Wartezeit ersparen.</li>



<li>Bindet alle Backends auf <code>127.0.0.1</code> und prüft mit <code>ss -tlnp</code>, ob sich noch etwas an einer öffentlichen Adresse festhält.</li>



<li>Zieht die Sicherheitskopfzeilen in ein Snippet und importiert es in jeden Site-Block, statt sie in jedem Dienst einzeln zu pflegen.</li>



<li>Nehmt <code>/var/lib/caddy/.local/share/caddy</code> in die Sicherung auf.</li>



<li>Wenn ihr Plugins nachrüstet: haltet die <code>add-package</code>-Zeile fest und prüft nach jedem Systemupdate mit <code>caddy list-modules --packages</code>, ob sie noch da sind.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Caddy macht TLS zur Standardeinstellung statt zur Bastelaufgabe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die verbreitete Kombination aus nginx und Certbot funktioniert seit Jahren zuverlässig, und niemand muss sie ersetzen. Aber sie besteht aus vier Teilen, die zusammenarbeiten müssen: Webserver, ACME-Client, Timer und Konfigurationsdateien, die zwei Programme gleichzeitig bearbeiten. Jeder dieser Teile hat schon einmal jemandem ein abgelaufenes Zertifikat beschert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Caddy schneidet diese Kette auf ein Teil zusammen. Sechs Zeilen Konfiguration reichen für einen Dienst mit gültigem Zertifikat, automatischer Erneuerung, HTTP-Weiterleitung, HTTP/2, HTTP/3 und funktionierenden WebSockets. Dass Immich in der eigenen Dokumentation eine halbe Seite nginx neben drei Zeilen Caddy stellt, ist keine Werbung des Caddy-Projekts, sondern die Einschätzung eines unbeteiligten Dritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Preis dafür sind weniger Stellschrauben und ein Erweiterungsmodell, das bei jedem Systemupdate Aufmerksamkeit verlangt. Für die überwiegende Mehrheit selbst gehosteter Installationen ist das ein guter Handel. Verschlüsselung sollte der unauffällige Normalzustand sein und nicht die Aufgabe, die dreimal im Jahr um drei Uhr morgens Alarm schlägt — und genau daran gemessen ist Caddy für Selfhoster derzeit die vernünftigste Wahl.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://caddyserver.com/docs/install">Caddy Documentation — Install</a>, offizielle Installationswege inklusive apt-Repository</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/automatic-https">Caddy Documentation — Automatic HTTPS</a>, Ablauf der Zertifikatsbeschaffung und Challenge-Auswahl</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/directives/reverse_proxy">Caddy Documentation — reverse_proxy</a>, Syntax, gesetzte Header, Transport und Lastverteilung</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/directives/tls">Caddy Documentation — tls</a>, DNS-Challenge, Propagation und alternative Zertifizierungsstellen</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/options">Caddy Documentation — Global Options</a>, globaler Optionsblock mit email und acme_ca</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/command-line">Caddy Documentation — Command Line</a>, validate, fmt, reload, add-package und upgrade</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/running">Caddy Documentation — Keeping Caddy Running</a>, systemd-Dienst, Benutzer und Datenverzeichnisse</li>



<li><a href="https://caddyserver.com/docs/caddyfile/directives/request_body">Caddy Documentation — request_body</a>, Begrenzung der Anfragegrösse</li>



<li><a href="https://github.com/caddyserver/caddy/releases">caddyserver/caddy — Releases</a>, Versionsstand v2.11.4 vom 3. Juni 2026</li>



<li><a href="https://github.com/caddy-dns/cloudflare">caddy-dns/cloudflare</a>, Konfigurationssyntax und benötigte Token-Berechtigungen</li>



<li><a href="https://letsencrypt.org/docs/rate-limits/">Let's Encrypt — Rate Limits</a>, verbindliche Grenzwerte für Ausstellung und Fehlversuche</li>



<li><a href="https://nginx.org/en/docs/http/ngx_http_core_module.html#client_max_body_size">nginx — client_max_body_size</a>, Vorgabewert 1 MB und Verhalten bei Überschreitung</li>



<li><a href="https://docs.immich.app/administration/reverse-proxy/">Immich — Reverse Proxy</a>, Vergleich der nginx- und Caddy-Konfiguration</li>



<li><a href="https://github.com/dani-garcia/vaultwarden/wiki/Proxy-examples">Vaultwarden Wiki — Proxy examples</a>, Caddy-Beispiel des Projekts</li>



<li><a href="https://github.com/nextcloud/server/blob/master/config/config.sample.php">Nextcloud — config.sample.php</a>, kommentierte Referenz zu trusted_proxies und den overwrite-Werten</li>
</ul>
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		<title>CalyxOS ist zurück – und verlangt eine Neuinstallation</title>
		<link>https://yourdevice.ch/calyxos-ist-zurueck-neuinstallation/</link>
					<comments>https://yourdevice.ch/calyxos-ist-zurueck-neuinstallation/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 07:03:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[CalyxOS]]></category>
		<category><![CDATA[CustomROM]]></category>
		<category><![CDATA[GraphenOS]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>CalyxOS ist zurück: Version 7.2.2.0 bringt neue Signing-Infrastruktur und ein Sicherheitsaudit, verlangt von Alt-Nutzern aber eine komplette Neuinstallation.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">CalyxOS ist zurück. Nach elf Monaten ohne ein einziges Sicherheitsupdate hat das Calyx Institute am 1. Juli 2026 mit Version 7.2.2.0 den vollen Wartungsbetrieb für sein Google-freies Android-Custom-ROM <a href="https://calyxos.org/news/2026/07/01/calyxos-official-release-is-back/">offiziell wieder aufgenommen</a>. Wer unseren <a href="https://yourdevice.ch/calyxos-android-custom-rom-legt-entwicklung-auf-eis/">Artikel zur ausgesetzten Entwicklung vom August 2025</a> gelesen hat, kennt die Vorgeschichte: Der Weggang zweier Schlüsselpersonen zwang das Projekt zu einer kompletten Neuaufstellung von Signierprozess und Infrastruktur.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="624" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-1024x624.jpg" alt="" class="wp-image-20710" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-1024x624.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-300x183.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-768x468.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-1536x936.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-2048x1248.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxOS_new_title-500x305.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht zuerst: CalyxOS gibt es weiterhin, mit einer nach eigenen Angaben robusteren Sicherheitsarchitektur als zuvor. Die schlechte Nachricht folgt sofort: Wer während der Pause auf einem alten Build sass, kommt an einer kompletten Neuinstallation nicht vorbei. Ein einfaches Update über die Luftschnittstelle reicht nicht, und genau dieser Teil geht in den bisherigen Meldungen zum Comeback oft unter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CalyxOS ist ein von der gemeinnützigen Calyx-Stiftung entwickeltes, Google-freies Custom-ROM für Android, das gezielt Journalisten, Aktivisten und sicherheitsbewusste Privatnutzer adressiert, unter anderem mit integriertem Tor-Zugang über die App Orbot und einer optionalen MicroG-Kompatibilitätsschicht für den Alltag. Gerade für dieses Zielpublikum wiegt eine elfmonatige Lücke bei Sicherheitsupdates besonders schwer, weshalb sich ein genauer Blick auf das Comeback lohnt, statt es nur als erfreuliche Randnotiz abzuhaken.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was am 1. Juli zurückkam: CalyxOS 7.2.2.0</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der <a href="https://calyxos.org/news/2026/07/01/calyxos-official-release-is-back/">Ankündigung vom 1. Juli 2026</a> erklärt das Calyx Institute die Entwicklungspause für beendet. Version 7.2.2.0 versteht sich laut Projekt nicht als einmaliger Nachzügler, sondern als Rückkehr zum regulären Auslieferungsrhythmus mit voller Wartung, also mit Sicherheitsupdates in gewohnter Kadenz statt einer weiteren Ankündigung ohne Substanz. Nutzer, die bereits den im Mai 2026 veröffentlichten Testbuild 7.2.1.0 installiert hatten, erhielten das Update automatisch über die Luftschnittstelle. Für alle anderen beginnt die Rückkehr mit einer Neuinstallation, dazu weiter unten mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Elf statt sechs Monate: Warum die Pause so lange dauerte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a href="https://calyxos.org/news/2025/08/01/a-letter-to-our-community/">Brief an die Community vom 1. August 2025</a> hatte das Projekt eine Pause von vier bis sechs Monaten angekündigt. Am Ende wurden daraus knapp elf Monate. Eine Begründung für die zusätzliche Verzögerung hat CalyxOS nie im Detail nachgeliefert, weder in weiteren Blogposts noch in der Ankündigung des Comebacks selbst.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Weggang von Nicholas Merrill und Chirayu Desai</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auslöser der Pause war der Abgang zweier Schlüsselpersonen. Nicholas Merrill, Präsident und Gründer des Calyx Institute, verliess die Organisation nach eigenen Angaben, um sich <a href="https://calyxinstitute.org/news/2025/statement-on-calyx-leadership-change">anderen Projekten zu widmen</a>, nach mehr als 25 Jahren im Datenschutz-Umfeld. Parallel dazu gab Chirayu Desai, technischer Leiter von CalyxOS, seine Rolle ab. Beide Abgänge trafen das Projekt an neuralgischen Stellen, Merrill auf der institutionellen, Desai auf der technischen Seite. Die Führung des Instituts übernahm im Anschluss Ellen McDermott, zuvor bereits interimistische Geschäftsführerin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sicherheitsaudits statt Schnellschuss</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abgang von Personen mit weitreichenden Zugriffsrechten ist eine Rotation der Signing Keys und ein Sicherheitsaudit laut dem <a href="https://calyxos.org/news/2025/08/01/a-letter-to-our-community/">Brief an die Community</a> "Security Best Practice", nicht Kür. Für ein Betriebssystem, dessen gesamtes Sicherheitsmodell auf einer vertrauenswürdigen Signaturkette beruht, bei der jedes Update gegen den öffentlichen Schlüssel des Projekts verifiziert wird, ist das die einzig verantwortbare Reaktion. Elf statt sechs Monate ohne Sicherheitsupdates bleiben trotzdem eine lange Zeit für ein System, dessen zentrales Versprechen genau darin besteht, Nutzer vor solchen Lücken zu schützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die neue Signing-Infrastruktur: ein HSM statt einzelner Personen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Technisch fasst das Projekt die Lehre aus der Pause in einer neuen, quelloffenen <a href="https://calyxos.org/news/2026/07/01/calyxos-official-release-is-back/">HSM-basierten Signing-Lösung</a> zusammen. Ein Hardware Security Module (HSM) ist ein dediziertes Gerät, das kryptografische Schlüssel physisch abgeschottet erzeugt, speichert und verwendet, ohne sie jemals im Klartext preiszugeben. Anwendungen schicken lediglich eine Signieranfrage, das Schlüsselmaterial selbst verlässt das Modul nie. Der Weggang zweier Personen genügte offenbar, um das gesamte Projekt zum Stillstand zu bringen, was darauf hindeutet, dass ein Teil der Verantwortung für den Signierprozess bislang an einzelnen Personen statt ausschliesslich an Systemen hing. Die neue Lösung soll laut Projekt genau diesen Single Point of Failure beseitigen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="802" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-1024x802.png" alt="Schaubild: CalyxOS-Signierinfrastruktur vor und nach der Pause. Links bis August 2025 mit an Personen gebundener Signierung und elf Monaten ohne Sicherheitsupdates, rechts seit Juli 2026 mit Schlüsseln im Hardware-Sicherheitsmodul. Darunter die Folgen für Nutzer alter und neuer Builds." class="wp-image-20709" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-1024x802.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-300x235.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-768x602.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-1536x1203.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-2048x1604.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/calyxos-hsm-signierinfrastruktur-500x392.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vor der Pause hing der Signierschlüssel von CalyxOS an einzelnen Personen, seit Version 7.2.2.0 liegt er in einem Hardware-Sicherheitsmodul.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fachbegriff für den zugrundeliegenden Vorgang ist Signing Ceremony: ein protokollierter, oft unter mehreren Zeugen und teils offline durchgeführter Prozess, bei dem die kryptografischen Schlüssel innerhalb des HSM erzeugt werden, ohne dass eine einzelne Person jemals allein Zugriff auf das vollständige Schlüsselmaterial erhält. Solche Zeremonien sind aus dem DNSSEC-Root-Signing oder von Zertifizierungsstellen bekannt, wo sie seit Jahren Standard sind, um genau das Szenario zu verhindern, das CalyxOS im August 2025 in die Pause zwang: den faktischen Verlust der Kontrolle über kritisches Schlüsselmaterial durch den Abgang einzelner Personen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Trail of Bits hat geprüft, allerdings mit engem Zuschnitt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzend zur neuen Infrastruktur hat CalyxOS ein Sicherheitsaudit durch <a href="https://github.com/trailofbits/publications/blob/master/reviews/2026-01-calyx-hsm-provisioning-ceremony-scripts-securityreview.pdf">Trail of Bits</a> in Auftrag gegeben, eine der bekanntesten unabhängigen Sicherheitsfirmen im Open-Source-Umfeld. Der Bericht vom Januar 2026 ist öffentlich einsehbar, das ist positiv zu vermerken. Er prüft aber nicht CalyxOS als Ganzes, sondern ausdrücklich die Skripte der HSM-Provisioning-Zeremonie, also den Prozess, mit dem die neuen Signierschlüssel überhaupt erst sicher erzeugt wurden. Das ist ein sinnvoller und naheliegender Prüfumfang angesichts des Auslösers der Pause, aber kein Ersatz für ein umfassendes Audit des gesamten Systems. Wer aus der Erwähnung von "Trail of Bits" auf eine Vollprüfung schliesst, überschätzt, was der Bericht tatsächlich abdeckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Android 16 statt 17, und was CalyxOS 8 noch nicht kann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">CalyxOS 7.2.2.0 basiert auf <a href="https://calyxos.org/news/2026/07/01/calyxos-official-release-is-back/">Android 16</a>, obwohl Google mit Android 17 bereits die nächste Hauptversion veröffentlicht hat. Die Portierung auf Android 17 als CalyxOS 8 läuft laut Projekt, befindet sich aber noch in einer frühen Phase, ein Termin steht nicht fest. Dass ein Custom-ROM der jeweiligen Google-Basis einige Monate hinterherläuft, ist für sich genommen normal. Nach einer elfmonatigen Pause ist der Rückstand aber grösser als sonst, was die Frage aufwirft, wie schnell das Projekt beim nächsten grossen Versionssprung wieder auf Tempo kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Geräte: SHIFTphone 8 kommt, Google Pixel 10 fehlt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der <a href="https://calyxos.org/docs/guide/device-support/">Geräteliste</a> taucht mit dem Comeback erstmals das SHIFTphone 8 auf, ein in Deutschland konzipiertes und auf Reparierbarkeit ausgelegtes Gerät des Herstellers Shift. Damit wächst die Unabhängigkeit von Google-Pixel-Hardware, ein Umstand, den wir bereits im Zusammenhang mit den <a href="https://yourdevice.ch/google-erschwert-custom-roms-fuer-pixel-geraete/">Verschärfungen bei Custom-ROMs für Pixel-Geräte</a> eingeordnet haben. Auffällig zugleich: Das aktuelle Google Pixel 10 fehlt in der Kompatibilitätsliste. Ob das an fehlendem Entwicklungsstand nach der Pause liegt oder an grundsätzlicheren Hürden, lässt das Projekt offen, ein Punkt, den Kaufinteressenten vor einer Anschaffung gezielt in der aktuellen Geräteliste prüfen sollten, statt sich auf ältere Angaben zu verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geräteunterstützung von CalyxOS war schon vor der Pause breiter als bei den meisten anderen Custom-ROMs. Neben mehreren Google-Pixel-Generationen zählen dazu diverse Fairphone-Modelle und eine wachsende Zahl an Motorola-Geräten, die das Projekt bereits im Mai 2025 um <a href="https://calyxos.org/news/2025/05/28/new-motorola-device-support/">vier zusätzliche, vergleichsweise günstige Modelle</a> erweiterte, namentlich das Moto G 5G (2024), G34 5G, G45 5G und G84 5G. Mit dem SHIFTphone 8 kommt nun erstmals ein in Deutschland konzipiertes Gerät hinzu, das sein Hersteller Shift ausdrücklich <a href="https://www.shift.eco/shiftphone-8-status/">modular und reparierbar</a> auslegt. Für Nutzer, die weder Google-Hardware noch ein Fairphone wollen, ist das die erste echte CalyxOS-Option ausserhalb dieser beiden Ökosysteme. Die Auswahl der Motorola-Modelle begründete das Projekt seinerzeit ausdrücklich mit vergleichsweise günstigen Preisen und einer deutlich breiteren weltweiten Verfügbarkeit als bei Pixel-Geräten, die in vielen Ländern nur eingeschränkt oder gar nicht offiziell erhältlich sind, ein Kriterium, das beim SHIFTphone 8 in ähnlicher Form gelten dürfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das August-Update zeigt: der reguläre Rhythmus ist zurück</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 7. August 2026, gut fünf Wochen nach dem Comeback, folgte mit CalyxOS 7.2.4.20 das erste reguläre <a href="https://calyxos.org/news/">Sicherheitsupdate</a> nach der Rückkehr. Für ein Projekt, dessen zentrales Versprechen zuletzt gerade die Verlässlichkeit von Sicherheitsupdates war, ist das ein wichtigeres Signal als das Comeback selbst. Ein einzelner Release ist eine Ankündigung, ein zweiter im gewohnten Rhythmus ist ein erster Beleg dafür, dass die neue Infrastruktur im Alltag trägt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Community-Neustart: neue Rollen, neue Matrix-Infrastruktur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch personell und kommunikativ hat sich das Projekt während der Pause neu sortiert. Laut der <a href="https://calyxos.org/news/">Newsseite</a> übernahm Habib die Verantwortung für die Infrastruktur von Nat, während Aayush, bislang zuständig für den Aurora Store innerhalb des Projekts, das Team verlassen hat. Neu hinzugekommen ist zudem ein dedizierter Systemadministrator, dessen Aufgabe erkennbar direkt aus der Pause folgt: eine Infrastruktur, die nicht mehr von einzelnen Freiwilligen nebenbei mitbetreut wird. Die Matrix-Kanäle der Community wurden auf Version 12 des Protokolls angehoben, und für den direkten Austausch mit dem Projekt entstand ein neuer, zentraler Matrix Space. Für Nutzer, die Bugs melden oder den Fortschritt bei CalyxOS 8 auf Android-17-Basis verfolgen wollen, ist das seit dem Comeback der naheliegendste Anlaufpunkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die unbequeme Wahrheit für Alt-Nutzer: Neuinstallation statt Update</h2>



<h2 class="wp-block-heading">Die Versionsgrenze: 6.10.10/20 und älter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Teil, der in den bisherigen Meldungen zum Comeback oft zu kurz kommt: Wer aktuell CalyxOS 6.10.10/20 oder älter nutzt, oder ein beliebiges anderes Android-Betriebssystem, kommt nicht mit einem Update auf 7.2.2.0, sondern muss laut <a href="https://calyxos.org/news/2026/07/01/calyxos-official-release-is-back/">offizieller Ankündigung</a> eine komplette Neuinstallation durchführen. Wörtlich heisst es dort, wer eine alte Version oder ein anderes Android-Betriebssystem nutze, benötige eine "clean install". Ein Update über die Luftschnittstelle erhalten ausschliesslich Nutzer, die bereits den Testbuild 7.2.1.0 installiert hatten. Der Grund liegt in der neuen Signing-Infrastruktur: Alte Builds sind gegen den alten Schlüssel signiert, neue Builds gegen den neuen, und einen Verifizierungspfad zwischen beiden gibt es nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Seedvault als Rettungsanker vor dem Wipe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Neuinstallation bedeutet ein vollständiges Löschen des Geräts. Wer seine Daten vorher nicht sichert, verliert sie. CalyxOS bringt mit Seedvault ein eigenes Backup-Werkzeug mit, das wir bereits <a href="https://yourdevice.ch/android-customrom-lokal-sichern-und-wiederherstellen/">in einer eigenen Anleitung zur lokalen Sicherung und Wiederherstellung</a> beschrieben haben, inklusive der Einschränkung, dass Backups nur zwischen Geräten derselben ROM-Familie funktionieren. Wer stattdessen von einem Stock-Android- oder iPhone-Gerät kommt oder ganz allgemein Daten übertragen will, findet den passenden Weg in unserer Anleitung zum <a href="https://yourdevice.ch/daten-auf-customrom-mit-calyxos-grapheneos-uebertragen/">Datentransfer auf ein Custom-ROM</a>. Für die eigentliche Ersteinrichtung nach dem Flashen, inklusive der einmaligen und später nicht mehr nachholbaren Entscheidung für oder gegen MicroG, verweisen wir auf unseren <a href="https://yourdevice.ch/der-einsteiger-guide-auf-calyxos-einrichtung-und-anwendung/">CalyxOS-Einsteiger-Guide</a>, der das Setup Schritt für Schritt begleitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nutzt ihr den Testbuild 7.2.1.0, prüft in den Systemeinstellungen, ob das Update auf 7.2.2.0 bereits angekommen ist, notfalls manuell nach Updates suchen.</li>



<li>Nutzt ihr CalyxOS 6.10.10/20 oder älter, erstellt zuerst ein Seedvault-Backup und plant danach eine komplette Neuinstallation gemäss offizieller Anleitung ein.</li>



<li>Lief euer Gerät seit der Pause ungepatcht, verzichtet bis zur Neuinstallation auf sensible Nutzung wie Online-Banking oder Zwei-Faktor-Codes auf diesem Gerät.</li>



<li>Sucht ihr ein neues Gerät, prüft die aktuelle Geräteliste inklusive SHIFTphone 8 vor dem Kauf, statt euch auf ältere Kompatibilitätsangaben zu verlassen, insbesondere weil das Pixel 10 aktuell fehlt.</li>



<li>Seid ihr unsicher, ob CalyxOS die richtige Wahl bleibt, wartet die nächsten ein bis zwei Update-Zyklen ab, bevor ihr produktive Daten auf das System verlagert.</li>



<li>Wollt ihr Fehler melden oder den Fortschritt bei CalyxOS 8 verfolgen, nutzt den neuen zentralen Matrix Space des Projekts statt veralteter Kanäle aus der Zeit vor der Pause.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Einordnung: Ist CalyxOS nach diesem Jahr noch die richtige Wahl?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fakten sprechen für einen vorsichtigen Vertrauensvorschuss, nicht für eine bedingungslose Empfehlung. Positiv: Das Projekt hat die Pause genutzt, um eine strukturelle Schwäche zu beheben, statt einfach weiterzumachen wie zuvor. Eine HSM-basierte Signing-Infrastruktur, die nicht mehr an einzelne Personen gebunden ist, ist eine echte Verbesserung gegenüber dem Zustand vor August 2025, und genau die Art von Fehler, die einem Open-Source-Projekt mit begrenzten Ressourcen passieren kann, ohne dass böser Wille dahintersteckt. Das zweite Sicherheitsupdate innerhalb weniger Wochen ist ein weiteres gutes Zeichen, ebenso die Entscheidung, den HSM-Prozess auditieren und den Bericht öffentlich zugänglich zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Negativ: Elf Monate ohne Sicherheitsupdates sind für ein sicherheitsorientiertes Betriebssystem ein Zeitraum, den man nicht relativieren sollte, nur weil das Projekt ihn am Ende sauber gelöst hat. Wer in dieser Zeit ein Gerät mit sensiblen Daten weiterbetrieben hat, war real exponiert, unabhängig davon, wie überzeugend die Lösung im Nachhinein aussieht. Und das Audit deckt, wie oben beschrieben, nur einen Ausschnitt ab, nicht das Gesamtsystem. Beides zusammen ergibt kein Bild von Sorglosigkeit, aber auch keinen Freifahrtschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Nutzer, die primär auf Pixel-Hardware setzen, bleibt <a href="https://yourdevice.ch/grapheneos-bald-fuer-andere-smartphones/">GrapheneOS</a> mit seinem durchgehend gepflegten Update-Zyklus während der gesamten CalyxOS-Pause die robustere Wahl. Wer wie SHIFTphone-Nutzer keine praktikable Alternative zu CalyxOS auf seiner Hardware hat, oder wer CalyxOS aus anderen Gründen, etwa der MicroG-Unterstützung, bevorzugt, kann nach dem Comeback zurückkehren, sollte die Entwicklung in den kommenden Monaten aber aktiv beobachten statt sie auf Autopilot zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vergleich mit GrapheneOS macht dabei einen Unterschied im Ansatz deutlich, nicht nur einen Unterschied im Marktanteil. GrapheneOS verzichtet bewusst auf jede Google-Kompatibilitätsschicht und auf Support für Nicht-Pixel-Hardware, wodurch sich das Projekt auf eine einzige, eng kontrollierte Gerätefamilie konzentrieren kann. CalyxOS verfolgt mit MicroG-Option, breiterer Geräteunterstützung und eingebautem Tor-Zugang über Orbot einen bewusst offeneren, alltagstauglicheren Ansatz, der aber auch mehr bewegliche Teile und damit mehr potenzielle Fehlerquellen mit sich bringt. Die elfmonatige Pause zeigt, dass dieser breitere Zuschnitt nicht nur softwareseitig, sondern auch organisatorisch seinen Preis hat: Mehr Zielgruppen und mehr unterstützte Geräte bedeuten auch mehr Abhängigkeit von einzelnen Personen, wenn die Organisation dahinter nicht entsprechend robust aufgestellt ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das Vertrauensproblem über CalyxOS hinausreicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pause bei CalyxOS ist kein Einzelfall im Ökosystem der Custom-ROMs, sondern das Symptom eines strukturellen Problems: Die meisten dieser Projekte werden von kleinen, teils ehrenamtlichen Teams getragen, die gegen einen Konzern antreten, der über ungleich mehr Ressourcen verfügt. Wir haben das bereits im Zusammenhang mit Googles schrittweiser Schliessung von Android eingeordnet: Je mehr Hürden Google für alternative Systeme aufbaut, etwa bei Zertifizierung oder beim Zugriff auf Sicherheitspatches, desto weniger Spielraum bleibt Projekten wie CalyxOS, um den Ausfall von Schlüsselpersonen abzufedern. Das gilt umso mehr, seit Google auch die technischen Voraussetzungen für Custom-ROMs auf eigener Pixel-Hardware verschärft hat, wie wir weiter oben bereits verlinkt haben. Ein Team, das ohnehin am Limit arbeitet, hat keine Redundanz übrig, wenn ausgerechnet Gründer und technischer Leiter gleichzeitig gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Nutzer bedeutet das: Die Wahl eines Custom-ROMs ist nie nur eine technische Entscheidung, sondern auch eine Wette auf die organisatorische Stabilität eines kleinen Teams. CalyxOS hat diese Wette in den vergangenen elf Monaten sichtbar gemacht und, nach aktuellem Stand, für sich entschieden. Ob das auch beim nächsten unerwarteten Weggang gilt, lässt sich aus einem einzelnen erfolgreichen Comeback nicht ableiten, und genau deshalb bleibt eine gesunde Portion Wachsamkeit angebracht, auch nach diesem an sich guten Nachrichtentag für das Projekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verfügbarkeit ist dabei kein Nischenthema für Bastler. In einem politischen Klima, das mit Debatten um Chatkontrolle, dem Going-Dark-Paket und wiederkehrenden Vorstössen zur Ausweispflicht im Netz eher auf weniger als auf mehr Kontrolle über das eigene Gerät hinausläuft, ist die Existenz unabhängiger, vertrauenswürdiger Custom-ROMs Teil der Handlungsfähigkeit gegenüber genau solchen Vorhaben. Ein Comeback wie das von CalyxOS betrifft deshalb nicht nur dessen bestehende Nutzerbasis, sondern die Frage, wie viele ernstzunehmende Alternativen zu Googles Vorgaben am Ende überhaupt übrig bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: CalyxOS ist zurück, aber Vertrauen ist kein Versionssprung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">CalyxOS 7.2.2.0 ist mehr als eine Formsache. Das Projekt hat eine echte strukturelle Schwäche behoben und liefert mit dem August-Update bereits einen ersten Beweis, dass der neue Prozess im Alltag trägt. Wer während der Pause gewartet hat, bekommt dafür aber keine bequeme Rückkehr geschenkt, sondern eine Neuinstallation mit allem, was dazugehört: Backup, Zeitaufwand und im Zweifel eine neue Entscheidung über MicroG. Das ist der Preis für ein Projekt, das seine Fehler ernst genommen hat, statt sie zu vertuschen. Genau deshalb verdient CalyxOS nach diesem Jahr keinen bedingungslosen Vertrauensvorschuss, aber eine faire zweite Chance, mit wachsamem Blick auf die nächsten Update-Zyklen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://calyxos.org/news/2026/07/01/calyxos-official-release-is-back/">CalyxOS: "CalyxOS is back" (1. Juli 2026)</a></li>



<li><a href="https://calyxos.org/news/2025/08/01/a-letter-to-our-community/">CalyxOS: "A letter to our community" (1. August 2025)</a></li>



<li><a href="https://calyxinstitute.org/news/2025/statement-on-calyx-leadership-change">Calyx Institute: Statement on Leadership Change</a></li>



<li><a href="https://calyxos.org/news/">CalyxOS News-Übersicht (u. a. August-Sicherheitsupdate 7.2.4.20)</a></li>



<li><a href="https://calyxos.org/docs/guide/device-support/">CalyxOS Device Support Guide</a></li>



<li><a href="https://github.com/trailofbits/publications/blob/master/reviews/2026-01-calyx-hsm-provisioning-ceremony-scripts-securityreview.pdf">Trail of Bits: Security Review, HSM Provisioning Ceremony Scripts (Januar 2026)</a></li>
</ul>
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		<title>Digitaler Euro: ein Versprechen ist kein Protokoll</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 08:57:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der digitale Euro hat im Juni 2026 seine wichtigste Hürde genommen, und kaum jemand hat es gemerkt. Am 23. Juni stimmte der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments mit 43...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der digitale Euro hat im Juni 2026 seine wichtigste Hürde genommen, und kaum jemand hat es gemerkt. Am 23. Juni stimmte der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments mit 43 zu 14 Stimmen bei einer Enthaltung für den Rechtsrahmen, die Europäische Zentralbank peilt die erste Ausgabe im Jahr 2029 an. Das klingt weit weg, ist es aber nicht: Die Architektur wird jetzt festgelegt, und Architektur lässt sich später nicht mehr verhandeln.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/cbdc_title-1024x576.jpeg" alt="" class="wp-image-20677" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/cbdc_title-1024x576.jpeg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/cbdc_title-300x169.jpeg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/cbdc_title-768x432.jpeg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/cbdc_title-500x281.jpeg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/cbdc_title.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: https://bctr.org</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte darüber verläuft bislang schlecht. Auf der einen Seite steht eine Beruhigungskommunikation, die Fragen mit Zusicherungen beantwortet. Auf der anderen ein Reflex, der jeden digitalen Euro sofort zum Sozialkreditsystem erklärt und dabei mit Behauptungen arbeitet, die einer Prüfung nicht standhalten. Beides hilft euch nicht. Deshalb hier der Versuch, das entlang der Dokumente auseinanderzunehmen: was das Ding ist, was tatsächlich beschlossen wurde, was mit der Programmierbarkeit wirklich passiert ist und wo die realen Risiken liegen.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was der digitale Euro überhaupt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Risiko einzuschätzen, müsst ihr wissen, welche Art von Geld hier entsteht. Und das ist tatsächlich eine neue.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Guthaben auf eurem Bankkonto gehört euch nicht in dem Sinn, in dem euch ein Zwanziger im Portemonnaie gehört. Es ist eine Forderung gegen eure Bank. Geht die Bank pleite, ist diese Forderung nur so viel wert, wie die Einlagensicherung hergibt. Bargeld dagegen ist eine direkte Verbindlichkeit der Zentralbank. Kein Dritter steht dazwischen, keine Bonität, kein Ausfallrisiko, keine Zustimmung nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der digitale Euro ist der Versuch, diese zweite Eigenschaft in die digitale Welt zu bringen: Zentralbankgeld, das ihr direkt haltet, nur ohne Papier. Fachlich heisst so etwas Central Bank Digital Currency, kurz CBDC. Ausgegeben würde er von der EZB, verteilt aber über eure Bank oder einen anderen Zahlungsdienstleister. Ein Konto bei der EZB bekommt ihr also nicht, die Kundenbeziehung bleibt, wo sie ist. Für Privatpersonen sollen die Grundfunktionen kostenlos sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was der digitale Euro ausdrücklich nicht ist: eine Kryptowährung. Es gibt keine feste Obergrenze der Geldmenge, keine offene Teilnahme am Netzwerk und keine Möglichkeit für euch, die Regeln durch den Betrieb einer eigenen Node mitzubestimmen. Ein digitaler Euro ist immer genau ein Euro und unterliegt derselben Geldpolitik wie der auf eurem Konto. Wer ihn als europäische Antwort auf Bitcoin verkauft, verkauft eine Kategorienverwechslung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das eigentliche Motiv ist ohnehin ein anderes. Der europäische Zahlungsverkehr läuft im Alltag über Visa, Mastercard, PayPal, Apple Pay und Google Pay, also über amerikanische Infrastruktur mit amerikanischer Rechtsanbindung. Der digitale Euro ist in erster Linie ein Souveränitätsprojekt, und das ist ein nachvollziehbares Ziel. Es sagt nur nichts darüber aus, wie das Ergebnis gebaut wird. Souveränität nach aussen und Kontrolle nach innen schliessen sich nicht aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das zweistufige Modell und wer welche Daten sieht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau ist zweistufig, und das ist für die Datenschutzfrage entscheidender als jede Absichtserklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stufe eins ist die EZB. Sie gibt das Geld aus und betreibt die Abwicklung im Hintergrund. Stufe zwei sind die Zahlungsdienstleister, also Banken und ähnliche Anbieter, die euch das Wallet bereitstellen, euch identifizieren, die Geldwäscheprüfung durchführen und die Zahlungen initiieren. Genau dort liegt die Verknüpfung zwischen eurer Person und euren Transaktionen. Nicht bei der EZB.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die EZB also sagt, sie könne Transaktionen nicht bestimmten Personen zuordnen, dann ist das im Rahmen dieses Modells korrekt. Es beschreibt aber nur die eine Stufe. Die andere Stufe kennt euch mit Namen, Adresse, Ausweisnummer und vollständiger Zahlungshistorie, und sie unterliegt derselben Aufsicht, denselben Auskunftspflichten und denselben Melderegimes wie heute schon euer Bankkonto. Die Aussage „das Eurosystem kann euch nicht identifizieren" ist deshalb kein Datenschutzversprechen, sondern eine Beschreibung der Zuständigkeitsverteilung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="701" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-1024x701.png" alt="Schema des zweistufigen Modells beim digitalen Euro: Nutzer, Zahlungsdienstleister und EZB mit den Daten, die jede Stelle kennt und nicht kennt" class="wp-image-20704" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-1024x701.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-300x206.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-768x526.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-1536x1052.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-2048x1403.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/08/digitaler-euro-zweistufiges-modell-500x343.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim digitalen Euro entsteht die Verknüpfung von Person und Zahlung nicht bei der EZB, sondern beim Zahlungsdienstleister.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zu heute ist trotzdem real, nur an anderer Stelle: Heute verteilen sich eure Zahlungsdaten auf Bank, Kartenanbieter, PayPal und Bargeld. Beim digitalen Euro entsteht ein einheitliches, europaweit standardisiertes Format über ein Zahlungsmittel, das per Gesetz überall akzeptiert werden muss. Einheitliche Formate sind gut für Interoperabilität und gut für Auswertung. Beides gleichzeitig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was im Juni tatsächlich beschlossen wurde</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Punkte aus dem Ausschussbeschluss sind für euch relevant, und sie werden in der öffentlichen Debatte selten zusammen genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erstens die Haltegrenze.</strong> Wie viel digitale Euro ihr besitzen dürft, wird gedeckelt. Die konkrete Zahl steht nicht im Gesetz, sondern soll von der Kommission auf Empfehlung der EZB festgelegt und mindestens alle zwei Jahre überprüft werden. Der offizielle Grund ist die Sorge vor einem digitalen Bankrun: Wenn bei der ersten Krisenmeldung alle ihr Geld aus der Geschäftsbank in Zentralbankgeld umschichten, kippt das Bankensystem innerhalb von Stunden statt Tagen. Das Argument ist ernst zu nehmen, es beschreibt ein echtes Problem. Es bedeutet aber auch, dass eine per Rechtsakt änderbare Zahl darüber bestimmt, wie viel ausfallsicheres Geld ihr halten dürft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zweitens der Status als gesetzliches Zahlungsmittel.</strong> Die meisten Unternehmen müssen den digitalen Euro annehmen. Ausgenommen sind Selbständige sowie Klein- und Kleinstunternehmen ohne bestehende digitale Zahlungsmöglichkeit. Annahmepflicht heisst: Die Verbreitung entsteht nicht durch Nachfrage, sondern durch Vorschrift. Ein Produkt, das sich am Markt durchsetzen müsste, würde anders gebaut als eines, das ohnehin akzeptiert werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drittens der Offline-Modus.</strong> Gezahlt wird dabei über ein lokales Speichermedium, also Hardware, die den Betrag ohne Netzverbindung hält. Geht das Gerät verloren, ist das Geld weg, eine Erstattung ist nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viertens der Zeitplan.</strong> Nach der Zulassung folgt eine Einführungsphase von mindestens 24 Monaten. Der Rat hatte seine Verhandlungsposition bereits im Dezember 2025 festgelegt, der Verfahrensstand lässt sich im <a href="https://www.europarl.europa.eu/legislative-train/theme-an-economy-that-works-for-people/file-digital-euro" target="_blank" rel="noopener">Legislative Train des Parlaments</a> nachverfolgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Programmierbarkeit ist nicht verschwunden, sie wurde umbenannt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Punkt, an dem es wirklich interessant wird, und der Punkt, den die Beruhigungskommunikation am gründlichsten verfehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die offizielle Aussage lautet: Der digitale Euro wird kein programmierbares Geld. Das stimmt, aber nur, weil „programmierbares Geld" sehr eng definiert wurde. Die Begründung des <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52023PC0369" target="_blank" rel="noopener">Verordnungsvorschlags COM(2023) 369</a> formuliert es so: Gemeint sind Einheiten, die aufgrund ihnen innewohnender Ausgabebedingungen nur für bestimmte Waren oder Dienstleistungen verwendet werden können, oder die zeitlichen Beschränkungen unterliegen, nach denen sie nicht mehr nutzbar sind. Verboten ist also Geld mit eingebautem Verfallsdatum oder eingebauter Verwendungsbindung. Nicht mehr und nicht weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ausdrücklich nicht verboten, sondern vorgesehen ist, steht wenige Seiten weiter. Der Vorschlag widmet den bedingten Zahlungstransaktionen einen eigenen Artikel. Und in den Erwägungsgründen benennt die Verordnung selbst, dass es um dieselbe Sache geht: Dort ist von der Nachfrage nach „programmierbaren Zahlungen" die Rede, die im Kontext dieser Verordnung als bedingte Zahlungen bezeichnet werden. Auch <a href="https://www.ecb.europa.eu/euro/digital_euro/faqs/html/ecb.faq_digital_euro.de.html" target="_blank" rel="noopener">die EZB selbst</a> beschreibt, dass Zahlungsdienstleister auf dieser Basis Mehrwertdienste entwickeln könnten, ausdrücklich genannt: bedingte Zahlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liegt die Sache offen. Die Fähigkeit, Bedingungen auszuwerten und Zahlungen nur bei deren Erfüllung auszulösen, ist Bestandteil des Systems. Sie muss es sein, sonst gäbe es keine bedingten Zahlungen. Der Unterschied zwischen erlaubt und verboten liegt nicht in der Technik, sondern allein darin, wo die Bedingung angeschrieben steht: an der Zahlung oder an der Geldeinheit. Das ist keine technische Grenze, das ist eine juristische Kategorie über einer Infrastruktur, die beides kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wirtschaftsjournalist <a href="https://norberthaering.de/geldsystem/mogelpackung-digitaler-euro/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Häring hat das im Juni 2026 als Mogelpackung bezeichnet</a> und den Kern in einem Satz zusammengefasst: Die interessanten und die gefährlichen Anwendungsfälle sind die, bei denen sich die Programmierung auf den Besitzer des Geldes bezieht. Seine Schlussfolgerungen muss niemand teilen, um zu sehen, dass die Beobachtung sitzt. Ob eine Sozialleistung nur für Heizkosten verwendbar ist, weil das Geld es so vorschreibt, oder weil die auszahlende Stelle eine entsprechende Bedingung an die Zahlung geknüpft hat, macht für den Empfänger keinen Unterschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst wenn das Verbot programmierbaren Geldes im endgültigen Text als eigener, verbindlicher Absatz stehen bleibt: Ein Verbot in einer Verordnung ist ein Satz in einer Verordnung. Verordnungen werden im selben ordentlichen Gesetzgebungsverfahren geändert, in dem sie entstanden sind. Wie belastbar dieses Verfahren gegen politischen Druck ist, liess sich im Juli bei der <a href="https://yourdevice.ch/eu-beschliesst-chatkontrolle-light-im-eilverfahren/">Abstimmung zur Chatkontrolle</a> in Echtzeit beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der entscheidende Satz lautet deshalb: Nicht die Funktion wurde entfernt, sondern ihre Nutzung untersagt. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Eine Funktion, die nicht existiert, muss neu gebaut werden, und das fällt auf, das kostet Jahre und es gibt eine Debatte darüber. Eine Funktion, die existiert und nur nicht verwendet werden darf, muss lediglich freigeschaltet werden, wenn die Umstände es angeblich erfordern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Blick nach China korrigiert die Debatte, statt sie zu bestätigen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle kommt in fast jeder Diskussion der Verweis auf den digitalen Yuan mit Verfallsdatum. Der ist so verbreitet wie falsch, und wer die Kritik am digitalen Euro ernst meint, sollte ihn nicht wiederholen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der e-CNY der chinesischen Zentralbank hat kein Verfallsdatum. Das <a href="https://www.econ.iastate.edu/question/why-would-chinas-central-bank-want-issue-digital-yuan-expiration-date" target="_blank" rel="noopener">Department of Economics der Iowa State University stellt ausdrücklich klar</a>, dass die offizielle digitale Währung der chinesischen Zentralbank kein Ablaufdatum trägt und dass sich die verbreitete Behauptung auf etwas anderes bezieht: auf digitale Konsumgutscheine, die von Lokalregierungen ausgegeben wurden und die tatsächlich verfielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau deshalb ist das Beispiel trotzdem lehrreich, nur anders als gedacht. Die Sicherheitsforscher Frank Stajano, Ferdinando Samaria und Shuqi Zi haben 2025 im Journal of Risk and Financial Management unter dem Titel <a href="https://www.mdpi.com/1911-8074/18/8/452" target="_blank" rel="noopener">On the Nature and Security of Expiring Digital Cash</a> ein Experiment der chinesischen Zentralbank aus dem Jahr 2020 untersucht, bei dem digitale Zahlungsmittel an 50'000 Bürger verteilt wurden, die nach wenigen Tagen ihre Gültigkeit verloren. Ihr Befund ist bemerkenswert: Verfallendes Geld ist konzeptionell kein Geld, weil niemand einen rationalen Grund hat, es als Zahlung anzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in China verfiel, war also nicht die Währung, sondern eine Zahlung auf derselben Infrastruktur. Die Grenze zwischen Geld und Gutschein verlief nicht durch die Technik, sondern durch die Etikettierung. Das ist exakt die Unterscheidung, mit der auch der digitale Euro arbeitet. Wer nach dem Risiko sucht, muss also nicht nach programmierbarem Geld suchen, sondern nach dem Punkt, an dem eine auszahlende Stelle beginnt, Bedingungen an Zahlungen zu knüpfen. Diese Fähigkeit ist eingeplant, und sie ist der eigentliche Hebel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Datenschutzversprechen und was daran nicht stimmt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir können nicht" und „wir dürfen nicht" sind zwei völlig verschiedene Dinge, und in der Kommunikation zum digitalen Euro steht durchgehend ein Dürfen, das wie ein Können klingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Bargeld existiert kein Datensatz. Nicht, weil es verboten wäre, einen anzulegen, sondern weil das Medium selbst keinen erzeugt. Das ist eine physikalische Eigenschaft, und deshalb ist sie stabil gegen Gesetzesänderungen. Beim digitalen Euro entstehen Transaktionsdaten zwangsläufig, sie werden bei Zahlungsdienstleistern verarbeitet, die euch identifizieren müssen. Ob und wer darauf zugreift, ist eine Frage der Rechtslage und der Zugriffsberechtigungen. Beides ist änderbar, ohne dass eine einzige Zeile der technischen Infrastruktur angefasst werden müsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Zahlungsmetadaten das eigentlich Interessante sind, ist keine neue Erkenntnis. Wer wann wo wie viel ausgibt, ergibt ein Profil, das jede Inhaltsanalyse schlägt: Wohnort, Arbeitsweg, Gesundheitszustand, Konfession, politische Beteiligung, Beziehungsstatus. Wir haben das für Messenger bereits beschrieben, <a href="https://yourdevice.ch/metadaten-bei-messengern-was-nachrichten-ueber-euch-verraten/">Metadaten verraten mehr als Inhalte</a>. Für Zahlungen gilt es genauso, nur mit besserer Auflösung und ohne Interpretationsspielraum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Offline-Modus ist der ehrlichste Teil des Entwurfs</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet die Funktion, die am meisten nach Bastellösung klingt, ist die einzige mit echter Bargeldeigenschaft. Der Wert liegt lokal auf einem Gerät, die Übertragung braucht kein Netz, es entsteht kein zentraler Datensatz. Die EZB beschreibt für diesen Fall, dass die Transaktionsdaten nur den beiden Beteiligten bekannt wären. Und deshalb gilt dort auch die Bargeldregel: Wer das Gerät verliert, verliert das Geld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist konsequent, und es ist der Punkt, an dem sich der ganze Entwurf entscheidet. Wie hoch die Obergrenze für Offline-Beträge liegt, wie viele Zahlungen ohne Netzkontakt hintereinander möglich sind, bevor ein Abgleich erzwungen wird, ob das Speichermedium herstellerunabhängig ist und ob seine Firmware quelloffen und reproduzierbar baubar ist — daran hängt, ob der Offline-Modus digitales Bargeld wird oder ein Notbehelf für den Fall, dass das Mobilfunknetz ausfällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Details stehen im Rechtsrahmen nicht. Sie werden in der technischen Umsetzung und im Regelwerk festgelegt, also dort, wo kein Parlament mehr hinschaut und keine Abstimmung mehr stattfindet. Wenn ihr eine einzige Sache an diesem Projekt verfolgen wollt, dann diese.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Risiken tatsächlich auf euch zukommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sortiert nach Wahrscheinlichkeit, nicht nach Dramatik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Verdrängung von Bargeld durch Bequemlichkeit.</strong> Das ist das wahrscheinlichste Szenario und kommt ganz ohne Verbot aus. Wenn ein Zahlungsmittel per Gesetz überall angenommen werden muss, kostenlos ist und auf jedem Gerät funktioniert, sinkt die Bargeldnutzung von selbst. Sinkende Nutzung macht Bargeldinfrastruktur teuer, teure Infrastruktur wird abgebaut, Automaten verschwinden, Filialen schliessen, Händler stellen um. Irgendwann existiert die Wahlfreiheit nur noch auf dem Papier. Bargeld wird nicht abgeschafft, es trocknet aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Ausschluss vom Zahlungsverkehr.</strong> Wer heute sein Bankkonto verliert, hat ein schweres Problem, aber Bargeld funktioniert weiter. In einer Welt mit ausgetrocknetem Bargeld ist der Ausschluss aus dem digitalen Zahlungssystem gleichbedeutend mit dem Ausschluss aus der Wirtschaft. Dafür braucht es keine böse Absicht, ein fehlerhafter Geldwäsche-Score genügt. Solche Fälle gibt es heute schon, sie sind nur noch nicht existenziell.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Ausweitung der Zugriffsrechte.</strong> Nicht die EZB ist hier das Risiko, sondern der Kranz aus Steuerbehörden, Strafverfolgung und Geldwäscheaufsicht, dem der Zugriff auf Zahlungsdaten bei den Dienstleistern eingeräumt werden kann. Jede Erweiterung wird einzeln begründet und einzeln als verhältnismässig verteidigt. Dasselbe Muster liess sich beim <a href="https://yourdevice.ch/der-digital-services-act-als-zensur-mechanismus/">Digital Services Act</a> beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Haltegrenze als Steuerungsinstrument.</strong> Eine Obergrenze, die die Kommission per Rechtsakt anpassen kann, ist heute ein Instrument der Finanzstabilität. Sie ist gleichzeitig ein fertiger Hebel. Negativzinsen auf Guthaben oberhalb einer Schwelle wären technisch trivial, sobald das Guthaben zentral bekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die nachträgliche Bedingungsknüpfung.</strong> Auf kurze Sicht das unwahrscheinlichste Szenario, auf lange das folgenreichste. Es setzt keine neue Technik voraus, sondern nur eine politische Entscheidung darüber, wer Bedingungen an Zahlungen knüpfen darf. Wer glaubt, dass so etwas nicht passiert, sollte sich ansehen, wie oft in den letzten fünf Jahren Dinge beschlossen wurden, die kurz zuvor noch als undenkbar galten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ausdrücklich nicht auf dieser Liste steht: die Vorstellung, der digitale Euro werde von Beginn an als Kontrollinstrument ausgerollt. Danach sieht der Entwurf nicht aus. Das Problem ist nicht die Absicht heute, sondern die Fallhöhe morgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das mit Bitcoin zu tun hat, und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen beiden Systemen ist nicht die Technik, sondern die Frage, wer die Regeln ändern darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Bitcoin liegt diese Frage bei den Nutzern, die ihre eigenen Regeln durchsetzen, indem sie eine Node betreiben. Wir haben ausführlich dargelegt, <a href="https://yourdevice.ch/kann-der-staat-bitcoin-zensieren-oder-kontrollieren/">warum sich Bitcoin staatlich kaum zensieren lässt</a>. Beim digitalen Euro liegt sie bei Kommission, Rat und Parlament, und die Haltegrenze zeigt exemplarisch, wie das in der Praxis aussieht: eine Zahl, die alle zwei Jahre neu festgesetzt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig ist Vorsicht vor der einfachen Gegenerzählung angebracht. Bitcoin ist nicht automatisch privat. Wer über Clearnet-Dienste kauft und eine fremde Node nutzt, hinterlässt eine mindestens so gute Datenspur, wie sie ein digitaler Euro erzeugen würde, nur eben zusätzlich öffentlich einsehbar. Wir haben das in <a href="https://yourdevice.ch/ist-no-kyc-wirklich-ein-garantie-fuer-anonymitaet/">Ist no-KYC wirklich eine Garantie für Anonymität</a> auseinandergenommen. Wer die Kritik am digitalen Euro ernst meint, muss beim eigenen Umgang mit <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-privacy-optimiert-und-anonym-versenden/">Bitcoin-Privacy</a> denselben Massstab anlegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rechtsrahmen ist noch nicht endgültig. Was jetzt in den Verhandlungen festgeschrieben wird, entscheidet über die nächsten Jahrzehnte, und an ein paar Stellen lässt sich das beeinflussen oder wenigstens beobachten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nutzt Bargeld weiter aktiv, auch wenn Karte bequemer ist. Die Verdrängung läuft über Nutzungsstatistiken, nicht über Gesetze. Jede Bargeldzahlung ist ein Datenpunkt gegen den Abbau der Infrastruktur.</li>



<li>Prüft im endgültigen Verordnungstext, ob das Verbot programmierbaren Geldes als eigener, verbindlicher Absatz in einem Artikel steht und nicht nur in der Begründung oder in Erwägungsgründen, die rechtlich schwächer wiegen.</li>



<li>Achtet darauf, wie eng „bedingte Zahlung" definiert wird und vor allem, wer die Bedingung setzen darf: nur der Zahlende, oder auch eine auszahlende Stelle.</li>



<li>Verfolgt die Offline-Obergrenze und die Spezifikation des Speichermediums. Fordert offengelegte Firmware, sobald konkrete Geräte diskutiert werden.</li>



<li>Fragt bei euren Abgeordneten nach, ob die Haltegrenze per Gesetz oder per Kommissionsrechtsakt festgelegt wird. Das ist eine konkrete, beantwortbare Frage, und die Antwort sagt viel.</li>



<li>Verlangt eine ausdrückliche Versorgungspflicht für Bargeld, nicht nur eine Annahmepflicht. Ohne garantierte Verfügbarkeit ist Wahlfreiheit rhetorisch.</li>



<li>Und verbreitet keine falschen Argumente. Der Verweis auf den angeblich verfallenden digitalen Yuan diskreditiert die berechtigte Kritik, sobald ihn jemand nachprüft.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Der digitale Euro ist so sicher wie der Satz, der ihn begrenzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der digitale Euro ist kein Überwachungsprojekt, und wer ihn als solches bezeichnet, macht es sich zu leicht. Er ist etwas Unangenehmeres: ein System, dessen Datenschutz und dessen Nicht-Programmierbarkeit aus Paragrafen bestehen statt aus Physik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fähigkeit, Bedingungen an Zahlungen zu knüpfen, wird gebaut. Die Transaktionsdaten entstehen. Die Haltegrenze ist per Verwaltungsakt änderbar. Alles, was zwischen dieser Infrastruktur und ihrer problematischen Nutzung steht, sind Sätze in einer Verordnung, die im selben Verfahren geändert werden kann, in dem sie beschlossen wurde. Wie belastbar dieses Verfahren ist, hat das Jahr 2026 mehrfach vorgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Bargeld hängt eure Freiheit an nichts. Kein Gesetz muss sie schützen, weil das Medium sie nicht preisgeben kann. Diesen Unterschied solltet ihr kennen, bevor 2029 die erste digitale Zahlung läuft — und ihn nicht mit dem Argument abtun, dass heute ja niemand etwas Böses vorhat. Das ist noch nie die Frage gewesen. Wer daraus die grundsätzlichere Konsequenz ziehen will, findet unsere Position im Beitrag <a href="https://yourdevice.ch/warum-die-eu-sterben-muss-damit-europa-leben-kann/">Warum die EU sterben muss, damit Europa leben kann</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52023PC0369" target="_blank" rel="noopener">Verordnungsvorschlag COM(2023) 369 zur Einführung des digitalen Euro, EUR-Lex</a></li>



<li><a href="https://www.europarl.europa.eu/legislative-train/theme-an-economy-that-works-for-people/file-digital-euro" target="_blank" rel="noopener">Verfahrensstand im Legislative Train des Europäischen Parlaments</a></li>



<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/euro/digital_euro/html/index.en.html" target="_blank" rel="noopener">Projektseite der Europäischen Zentralbank zum digitalen Euro</a></li>



<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/euro/digital_euro/faqs/html/ecb.faq_digital_euro.de.html" target="_blank" rel="noopener">Häufig gestellte Fragen zum digitalen Euro, EZB</a></li>



<li><a href="https://ppc.land/meps-cap-digital-euro-holdings-and-force-24-month-rollout-after-43-14-vote/" target="_blank" rel="noopener">Bericht zur Abstimmung im Wirtschafts- und Währungsausschuss vom 23. Juni 2026</a></li>



<li><a href="https://norberthaering.de/geldsystem/mogelpackung-digitaler-euro/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Häring: Der „nicht-programmierbare" digitale Euro ist eine Mogelpackung</a></li>



<li><a href="https://www.mdpi.com/1911-8074/18/8/452" target="_blank" rel="noopener">Stajano, Samaria, Zi: On the Nature and Security of Expiring Digital Cash, Journal of Risk and Financial Management 2025</a></li>



<li><a href="https://www.econ.iastate.edu/question/why-would-chinas-central-bank-want-issue-digital-yuan-expiration-date" target="_blank" rel="noopener">Iowa State University, Department of Economics: Zum angeblichen Verfallsdatum des digitalen Yuan</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stand: 8. August 2026. Der Rechtsrahmen ist noch nicht endgültig verabschiedet. Die Angaben beziehen sich auf den Kommissionsvorschlag COM(2023) 369, den Ausschussbeschluss vom 23. Juni 2026 und die Verhandlungsposition des Rates von Dezember 2025.</em></p>
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		<title>Warum die EU sterben muss, damit Europa leben kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2026 19:15:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Kommentar über Überwachung, Doppelmoral und das langsame Sterben der Freiheit — und darüber, warum Demokratie in Brüssel zum Fremdwort geworden ist. Ein Wort vorab Dieser Artikel ist anders als...</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Kommentar über Überwachung, Doppelmoral und das langsame Sterben der Freiheit — und darüber, warum Demokratie in Brüssel zum Fremdwort geworden ist.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort vorab</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Artikel ist anders als das meiste, was ihr sonst hier lest. Es geht nicht um GrapheneOS, nicht um eine bessere Linux-Distribution, nicht um die nächste Bitcoin-Node. Es geht um eine Meinung — und um eine Schlussfolgerung, die sich aus lauter einzelnen Beobachtungen zusammensetzt, die wir hier über Monate dokumentiert haben. Über die Chatkontrolle. Über die Altersverifikation. Über den digitalen Euro. Über Vermögensregister und Vorratsdaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nimmt man diese Beobachtungen einzeln, wirkt jede für sich verkraftbar. Legt man sie nebeneinander, ergibt sich ein Bild. Und dieses Bild führt in dystopische Zeiten — in eine Welt, die man seinen Kindern nicht zumuten will. Eine Welt, in der jede Nachricht gescannt, jede Zahlung protokolliert, jeder Ausweis verlangt und jedes Vermögen erfasst wird. Nicht von einer fremden Diktatur, sondern von einer Institution, die vorgibt, uns zu beschützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die These dieses Textes ist unbequem: <strong>Die Europäische Union, so wie sie heute funktioniert, ist zu einem Apparat geworden, für den Demokratie ein Fremdwort ist.</strong> Nicht Europa. Europa — der Kontinent, die Völker, die Kultur, die Idee eines freien Zusammenlebens — ist das Wertvollste, was wir haben. Aber der bürokratische Überbau, der sich diesen Namen angeeignet hat, arbeitet zunehmend gegen genau das, was er zu vertreten behauptet. Und deshalb, so die Zuspitzung im Titel, muss diese EU in ihrer jetzigen Form sterben, damit Europa leben kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss-1024x640.png" alt="" class="wp-image-20635" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss-1024x640.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss-300x188.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss-768x480.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss-1536x961.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss-500x313.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/warum_die_EU_sterben_muss.png 1586w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr müsst das nicht teilen. Aber lest, was folgt — und urteilt selbst.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Das Prinzip Juncker: Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt ein Zitat, das wie kein zweites die Methode beschreibt, mit der in Brüssel Politik gemacht wird. Es stammt vom langjährigen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, und es steht schwarz auf weiss im <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15317086.html">Spiegel 52/1999</a>:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-medium-font-size"><blockquote><p><em>"Wir beschliessen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein grosses Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter — Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."</em></p><cite>https://de.wikiquote.org/wiki/Jean-Claude_Juncker</cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss fair sein: Juncker hat dieses Zitat später als <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/international/nachgefragt-die-schweiz-ist-ein-geostrategisches-unding-jean-claude-juncker-ueber-seine-umstrittensten-zitate-ld.2101820">kritisch gemeint verteidigt</a> — als Beschreibung eines Missstands, nicht als Programm. Doch genau hier liegt der Punkt: Ob Juncker es als Programm meinte oder als Diagnose — die Praxis der EU sieht Jahr für Jahr genau so aus. Ein Vorschlag wird "in den Raum gestellt". Man wartet ab. Regt sich Widerstand, zieht man zurück, benennt um, verpackt neu. Regt sich keiner, macht man weiter. Schritt für Schritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derselbe Juncker prägte auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise den Satz, <a href="https://www.les-crises.fr/juncker-il-ne-peut-y-avoir-de-choix-democratique-contre-les-traites-europeens/">es könne "keine demokratische Wahl gegen die europäischen Verträge geben"</a>. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Ein gewähltes Volk trifft eine Entscheidung — und die höchste Ebene der EU erklärt, dass diese Entscheidung an den Verträgen nichts ändere. Und derselbe Mann formulierte in der Euro-Krise jenen berühmten Satz, den man kaum überbieten kann: <a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Diskussion:Jean-Claude_Juncker"><em>"Wenn es ernst wird, muss man lügen."</em></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein einzelner Politiker einmal so etwas sagt, ist das ein Ausrutscher. Wenn diese Sätze aber die Methode beschreiben, nach der ein ganzer Kontinent regiert wird, dann haben wir ein Problem. Und genau dieses Muster — beschliessen, abwarten, weitermachen — zieht sich durch alle Vorgänge, die dieser Artikel behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das Prinzip aus George Orwells <strong>1984</strong>: nicht der eine grosse Knall, sondern die schleichende Gewöhnung. Die langsame Verschiebung dessen, was normal ist. Big Brother kommt nicht mit Getöse. Er kommt mit einem Gesetzentwurf, den kaum jemand liest, mit einer Übergangsregelung, die niemand hinterfragt, mit einer App, die man ja "freiwillig" nutzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Chatkontrolle: Neusprech in Reinkultur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Vorhaben zeigt das Prinzip Juncker so deutlich wie die <a href="https://yourdevice.ch/eu-beschliesst-chatkontrolle-light-im-eilverfahren/" data-type="post" data-id="20624">Chatkontrolle</a> — offiziell die <a href="https://www.patrick-breyer.de/">CSA-Verordnung zur Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch</a>. Der Name ist Programm: Wer könnte gegen den Schutz von Kindern sein? Genau darin liegt die Perfidie. Denn hinter dem edlen Etikett verbirgt sich der Versuch, <a href="https://netzpolitik.org/2025/eu-rat-einigt-sich-zur-chatkontrolle-schlimmster-giftzahn-gezogen-aber-weiterhin-gefaehrlich/">jede private Nachricht in Europa noch vor der Verschlüsselung durchsuchen zu lassen</a> — das sogenannte Client-Side-Scanning.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng-1024x576.png" alt="" class="wp-image-20882" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng-1024x576.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng-300x169.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng-768x432.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng-1536x864.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng-500x281.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/digitaler-raumpng.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff "Chatkontrolle" stammt übrigens nicht von der EU. Er wurde vom ehemaligen Europaabgeordneten und Datenschützer <a href="https://www.patrick-breyer.de/">Patrick Breyer</a> geprägt, der seit Jahren vor diesem Vorhaben warnt. Die EU selbst spricht lieber von "Aufdeckungsanordnungen" und "Kinderschutz". Das ist Neusprech im Sinne Orwells: eine Sprache, die dazu dient, den Gedanken an das eigentliche Geschehen gar nicht erst aufkommen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das technisch bedeutet, haben <a href="https://netzpolitik.org/2025/offener-brief-hunderte-wissenschaftlerinnen-stellen-sich-gegen-chatkontrolle/">617 der weltweit führenden Kryptografen und Sicherheitsforscher</a> im September 2025 in einem offenen Brief unmissverständlich erklärt: Es gebe schlicht keinen Algorithmus, der unbekanntes Missbrauchsmaterial zuverlässig und ohne eine grosse Zahl von Fehlern erkennen könne. Die Verordnung, so die Forscher, schaffe "beispiellose Möglichkeiten für Überwachung, Kontrolle und Zensur". Und sie hätten es wissen müssen, denn die Praxis liefert die Zahlen gleich mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Bundeskriminalamts waren im Jahr 2024 <a href="https://reclaimthenet.org/germany-chat-control-false-reports-surveillance-encryption-privacy">von 205.728 automatisiert weitergeleiteten Verdachtsmeldungen 99.375 strafrechtlich nicht relevant</a> — eine Fehlerquote von rund 48 Prozent. Fast jede zweite Meldung ein Fehlalarm. Das bedeutet: Familienfotos vom Strand, ärztliche Aufnahmen, Flirts zwischen Erwachsenen, Sarkasmus zwischen Jugendlichen — all das landet potenziell bei Behörden, weil eine Maschine den Kontext nicht versteht. Es ist die Orwellsche <strong>Gedankenpolizei</strong> in Software gegossen: ein System, das Absicht unterstellt, wo keine ist, und das jeden unter Generalverdacht stellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn "freiwillig" Dauerüberwachung bedeutet</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier zeigt sich das Prinzip Juncker in Aktion. Nach massivem öffentlichem Druck — getragen von Zivilgesellschaft, Fachleuten und einer blockierenden Minderheit von Staaten — <a href="https://netzpolitik.org/2025/faq-wie-geht-es-weiter-mit-der-chatkontrolle/">strich der Rat am 26. November 2025 die verpflichtende Aufdeckung</a>. Ein Erfolg? Ja. Aber lest genau: Gestrichen wurde die Pflicht. Geblieben ist das "freiwillige" Scannen — und eine Überprüfungsklausel, die die Pflicht jederzeit zurückbringen kann. Breyer warnt bereits, die Zwangsüberwachung solle "durch die Hintertür" zurückkehren, "getarnt, gefährlicher, umfassender als je zuvor".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist das Muster. Man beschliesst etwas Radikales, wartet auf das Geschrei, zieht die schärfste Klinge zurück — und lässt die Architektur bestehen. Beim nächsten Mal fehlt die Aufregung, weil "das haben wir doch schon". Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ernst die Lage ist, zeigt die Reaktion der Anbieter. Meredith Whittaker, Chefin des Messengers Signal, hat mehrfach und unmissverständlich erklärt: <a href="https://x.com/mer__edith/status/1796508893822238881"><em>"We will leave the EU market rather than undermine our privacy guarantees."</em></a> Signal würde also lieber den europäischen Markt verlassen, als eine Überwachungsmaschine in seine App einzubauen. Sie nannte den Vorschlag treffend "surveillance wine in safety bottles" — Überwachungswein in Sicherheitsflaschen. Auch der verschlüsselte Mail-Anbieter <a href="https://tuta.com/blog/chat-control-criticism">Tuta kündigte Klage an</a>. Wenn die vertrauenswürdigsten Anbieter sicherer Kommunikation lieber gehen als bleiben, sollte das jedem zu denken geben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer treibt das eigentlich an?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bitter wird es, wenn man fragt, wer hinter dieser Gesetzgebung steht. Recherchen von <a href="https://www.ftm.eu/articles/ashton-kutchers-non-profit-start-up-makes-millions-from-fighting-child-abuse-online">Follow the Money</a> und <a href="https://edri.org/our-work/how-a-hollywood-star-lobbies-the-eu-for-more-surveillance/">EDRi</a> haben ein Geflecht offengelegt, in dem die Organisation Thorn — mitgegründet vom Hollywood-Schauspieler Ashton Kutcher — eine tragende Rolle spielt. Thorn kämpft nicht nur gegen Missbrauch, sondern verkauft zugleich die Scan-Software, die eine solche Verordnung nötig machen würde. Im EU-Transparenzregister ist die Organisation als Wohltätigkeit eingetragen. Innenkommissarin Ylva Johansson schrieb der Thorn-Chefin kurz vor Veröffentlichung des Entwurfs vertraulich: <a href="https://fortune.com/europe/2023/09/26/thorn-ashton-kutcher-ylva-johansson-csam-csa-regulation-european-commission-encryption-privacy-surveillance/"><em>"We have shared many moments on the journey to this proposal."</em></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Man stelle sich das vor: Eine Firma, die von einem Gesetz finanziell profitieren würde, sitzt bei der Entstehung dieses Gesetzes mit am Tisch. Und das Ganze läuft unter der Flagge des Kinderschutzes. Das ist kein Verschwörungsgerücht, das sind dokumentierte Vorgänge. Es ist der Vorwand in Reinform: Ein unangreifbares Ziel wird vorgeschoben, um eine Infrastruktur zu errichten, die mit dem Ziel nur am Rande zu tun hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pfizergate: Manche sind gleicher als andere</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Orwells <strong>Farm der Tiere</strong> verkünden die Schweine am Ende jenen Satz, der die ganze Verlogenheit auf den Punkt bringt: <em>"Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher."</em> Wenn man einen einzigen Vorgang bräuchte, um diesen Satz auf die heutige EU anzuwenden, dann diesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Corona-Pandemie verhandelte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen persönlich per SMS mit dem Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, über Impfstoffverträge — über <a href="https://www.courthousenews.com/pfizergate-eu-court-ruling-goes-against-von-der-leyen/">bis zu 1,8 Milliarden Dosen im Wert von rund 35 Milliarden Euro</a>. Als die New York Times Einsicht in diese Nachrichten verlangte, geschah etwas Bemerkenswertes: Die Kommission konnte die SMS nicht vorlegen. Sie existierten angeblich nicht mehr, seien nicht "archivierungswürdig" gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gericht der Europäischen Union sah das anders. Am <a href="https://www.euronews.com/my-europe/2025/05/14/eu-commission-loses-on-all-counts-in-pfizergate-legal-case">14. Mai 2025 annullierte es die Weigerung der Kommission</a> — auf ganzer Linie. Die Begründung ist vernichtend: Die Kommission habe <a href="https://www.access-info.org/2025-05-14/pfizergate-eu-court-rules-commission-in-violation-of-transparency-law-over-von-der-leyen-pfizer-texts/">keine plausible Erklärung geliefert, warum sie die Dokumente nicht besitze</a>, und damit gegen den Grundsatz der guten Verwaltung verstossen. Die Kommission legte nicht einmal Berufung ein — <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pfizergate">die Frist verstrich</a>, das Urteil wurde rechtskräftig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben wir fair und präzise: Gerichtlich festgestellt ist ein <strong>Transparenzbruch</strong>, nicht Korruption. Ob die SMS bewusst gelöscht wurden, um etwas zu verschleiern, ist ein Vorwurf, den die <a href="https://www.eppo.europa.eu/en/media/news/investigation-acquisition-covid-19-vaccines-clarifications">Europäische Staatsanwaltschaft weiter untersucht</a>, aber nicht bewiesen. Doch der Kern bleibt ungeheuerlich: Die höchste Repräsentantin der EU handelt einen der grössten Beschaffungsverträge der europäischen Geschichte per Handy aus — und dann sind die Nachrichten weg, und alles ist in bester Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man vergleiche das mit dem, was von uns verlangt wird. Der normale Bürger soll bald jede Nachricht scannen lassen (Chatkontrolle), sein gesamtes Vermögen erfassen lassen (dazu gleich mehr), seinen Ausweis vorzeigen, um ins Netz zu dürfen (Altersverifikation). <strong>Totale Transparenz für die Bürger, Aktenvernichtung an der Spitze.</strong> Manche Tiere sind eben gleicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Qatargate: Koffer voller Geld — während sie euer Bargeld an der Grenze zählen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist da noch der Moment, in dem die Farm der Tiere zur Realsatire wird. Seit dem 3. Juni 2021 gilt in der gesamten EU eine <a href="https://germany.representation.ec.europa.eu/news/kampf-gegen-geldwasche-neue-eu-regeln-zur-ein-und-ausfuhr-von-bargeld-treten-kraft-2021-06-02_de">verschärfte Regel</a>: Wer 10.000 Euro oder mehr über eine EU-Aussengrenze bringt, muss das anmelden. Neuerdings zählt sogar Gold ab einem Feingehalt von 99,5 Prozent als "Bargeld". Der Bürger, der sein eigenes, versteuertes Geld transportiert, steht unter Generalverdacht der Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Der Zoll darf <a href="https://www.bmf.gv.at/themen/zoll/reise/mitnahme-von-bargeld.html">schon bei Beträgen unter 10.000 Euro tätig werden</a>, wenn ihm etwas verdächtig vorkommt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="813" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-1024x813.png" alt="" class="wp-image-20638" style="width:750px;height:auto" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-1024x813.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-300x238.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-768x610.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-1536x1220.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-2048x1626.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/qatargate_netzwerk_diagramm-500x397.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Und was passiert derweil im Herzen dieser Institution? Im Dezember 2022 flog der grösste Korruptionsskandal in der Geschichte des EU-Parlaments auf — später bekannt als <strong>Qatargate</strong>. Bei Razzien in Brüssel stellten die Ermittler <a href="https://www.watson.ch/international/eu/524966563-taschen-voller-geld-was-wir-zum-eu-parlament-korruptionsskandal-wissen">insgesamt rund 1,5 Millionen Euro Bargeld</a> sicher. Bei der damaligen Vizepräsidentin des Parlaments, Eva Kaili, fanden die Fahnder <a href="https://de.euronews.com/2022/12/11/600000-euro-bargeld-wer-ist-eu-politikerin-eva-kaili-44">600.000 Euro in Taschen in ihrer Wohnung</a>. Ihr Vater wurde mit einem Koffer voller Geld erwischt. Das Geld soll, so die Ermittler, aus Katar geflossen sein — als Gegenleistung für wohlwollende Einflussnahme im Parlament.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss sich diese Szene bildlich vorstellen, um die ganze Doppelmoral zu erfassen: Ein Kontinent, der seinen Bürgern vorschreibt, jeden Fünfhunderter über einer bestimmten Summe an der Grenze zu deklarieren, in dessen Parlamentsführung aber Koffer und Taschen voller ausländischem Bargeld kursieren. <a href="https://www.lobbycontrol.de/lobbyismus-in-der-eu/taschen-voll-geld-was-aus-dem-skandal-im-europaparlament-folgen-muss-105653/">LobbyControl</a> brachte es auf den Punkt: Das Parlament rühmt sich seiner vorbildlichen Transparenzregeln — aber die schönsten Regeln nützen nichts, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert und ihre Verletzung nicht sanktioniert wird. Die Kontrolle der Abgeordneten liegt weitgehend bei den Abgeordneten selbst. Selbstkontrolle, die an ihre Grenzen gerät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Transparenz für die Bürger, Immunität und Selbstkontrolle für die eigene Kaste. Das ist zweigleisig. Das ist zweierlei Mass. Und es ist kein Einzelfall, sondern System.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der digitale Euro: "Nicht programmierbar" — eine Mogelpackung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Chatkontrolle unsere Worte lesen will, dann zielt der digitale Euro auf etwas womöglich noch Intimeres: unser Geld — und damit unser gesamtes Verhalten. Denn Geld ist geronnene Freiheit. Wer kontrolliert, wofür ihr euer Geld ausgeben dürft, kontrolliert euer Leben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="648" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/grafik.png" alt="" class="wp-image-20637" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/grafik.png 1000w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/grafik-300x194.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/grafik-768x498.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/grafik-500x324.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">https://thejunioranalyst.substack.com/p/central-bank-digital-currencies-cbdc</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Zunächst die Fakten, nüchtern: Die Europäische Zentralbank hat <a href="https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2025/html/ecb.pr251030~8c5b5beef0.de.html">Ende Oktober 2025 die nächste Projektphase</a> für den digitalen Euro beschlossen. Eine erste Ausgabe wird frühestens 2029 erwartet, sofern die EU-Gesetzgeber 2026 grünes Licht geben. Der <a href="https://www.neuebanken.de/digitaler-euro/">ECON-Ausschuss des Parlaments hat im Juni 2026 seine Verhandlungsposition angenommen</a>. Diskutiert werden Haltelimits zwischen <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/eu-parlament-ebnet-weg-fuer-digitalen-euro-was-das-bedeutet-10187540">500 und 3.000 Euro pro Person</a>, unverzinst. Die EZB betont bei jeder Gelegenheit, das Bargeld bleibe erhalten und die Nutzung sei freiwillig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier kommt der entscheidende Punkt — und zwar der sachlich präziseste. Die EZB verspricht, der digitale Euro werde <a href="https://www.ecb.europa.eu/euro/digital_euro/faqs/html/ecb.faq_digital_euro.de.html">"niemals programmierbares Geld"</a> sein. Das klingt beruhigend. Aber der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring hat den Trick entlarvt: Es handelt sich um eine <a href="https://norberthaering.de/geldsystem/mogelpackung-digitaler-euro/">Mogelpackung</a>. Ausgeschlossen wird nämlich nur programmierbares <em>Geld</em> — also Guthaben mit Verfallsdatum oder Zweckbindung. Was aber ausdrücklich vorgesehen ist, sind programmierbare <em>Zahlungen</em>: bedingte Transaktionen, die an Regeln geknüpft werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied ist ein Wortspiel — und ein Abgrund. Denn die technische Infrastruktur für bedingte Zahlungen ist genau die Infrastruktur, die man bräuchte, um Verhalten zu steuern: ein CO2-Budget, das an der Zapfsäule automatisch greift. Ein Sozialpunktesystem, das bestimmte Käufe blockiert. Eine Leistung, die nur für "genehmigte" Waren ausgegeben werden darf. Nichts davon ist heute geplant. Aber die Schienen werden verlegt. Und wer die Schienen legt, entscheidet später allein, welche Züge darauf fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist wieder Neusprech: "nicht programmierbar" als beruhigende Formel, während im Kleingedruckten das Gegenteil steht. Und es ist wieder das Prinzip Juncker: Man baut die Fähigkeit auf, verspricht, sie nie zu nutzen — und wartet ab. Selbst die EZB räumt ein, dass digitales Zentralbankgeld <a href="https://geldmehrwert.de/digitaler-euro-europas-streben-nach-souveraenitaet/">datenreicher bleibt als physisches Bargeld</a>. Bargeld ist anonym. Der digitale Euro ist es strukturell nicht — egal, welche Datenschutzversprechen man ihm heute umhängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau deshalb ist selbstverwahrtes, dezentrales Geld wie Bitcoin keine Spielerei, sondern eine Notwendigkeit. Es ist die einzige Form von Geld, die keiner zentralen Stelle die Macht gibt, eure Zahlungen zu bedingen, zu limitieren oder abzuschalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Vermögensregister: der gläserne Bürger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben wir beim Geld — genauer: bei eurem Besitz. Hier ist Ehrlichkeit besonders wichtig, denn zu diesem Thema kursiert viel Panik, die den berechtigten Kern beschädigt. Also klipp und klar: <strong>Ein zentrales EU-Vermögensregister existiert nicht. Es ist nicht beschlossen.</strong> Wer das Gegenteil behauptet, liefert der Gegenseite die Munition, alles als Verschwörungstheorie abzutun. Das Thema ist zu wichtig, um es mit Übertreibung zu verspielen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="578" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-1024x578.png" alt="" class="wp-image-20639" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-1024x578.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-300x169.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-768x434.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-1536x867.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-2048x1157.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_vermoegensregister-500x282.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was es <em>gibt</em>, ist Folgendes — und das ist beunruhigend genug. Das Europäische Parlament hat eine <a href="https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/kampf-gegen-geldwaesche-entscheidung-ueber-eu-vermoegensregister-steht-bevor/29876384.html">Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben</a>, die 2024 vorgelegt wurde. Sie prüft, wie man Vermögen europaweit erfassen könnte, und skizziert drei Szenarien — bis hin zu einem zentralen EU-Register. Erfasst werden sollen in den Überlegungen nicht nur Bankkonten, sondern <a href="https://creditanstalt.co.at/2025/10/08/vermoegensregister-in-der-eu/">Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Fahrzeuge, Boote, Flugzeuge, Krypto-Werte, Gold und Rohstoffe bis hin zu Kunstwerken</a> — im Gespräch war eine Schwelle ab 200.000 Euro. Parallel ist seit dem <a href="https://www.faktenforum.org/faktensammlungen/amla-worum-es-bei-der-neuen-eu-behorde-wirklich-geht">1. Juli 2025 die neue Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA</a> mit Sitz in Frankfurt operativ, die bestehende Konten- und Eigentümerregister vernetzen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommission beteuert, sie habe <a href="https://www.faktenforum.org/faktensammlungen/amla-worum-es-bei-der-neuen-eu-behorde-wirklich-geht">keinerlei Absicht, eine zentrale Vermögensdatenbank aufzubauen</a> (ungefähr genau so, wie man keine Absichten hatte, eine Mauer zu bauen). Und die Studie selbst hält ein zentrales Register für rechtlich heikel. Gut. Aber warum lässt man dann eine solche Studie überhaupt anfertigen? Warum werden die Register vernetzt? Man kennt die Antwort inzwischen: weil man die Fähigkeit aufbaut und abwartet. Der Vorwand ist auch hier fertig konfektioniert — "Kampf gegen Geldwäsche". Wer könnte dagegen sein? Doch was als Werkzeug gegen Kriminelle beginnt, endet als Werkzeug gegen alle. Der gläserne Bürger entsteht nicht durch ein Gesetz, sondern durch die geduldige Vorbereitung seiner Voraussetzungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Altersverifikation und eIDAS: das Ende der Anonymität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben das Thema hier bereits ausführlich behandelt: <a href="https://yourdevice.ch/altersverifikation-auf-betriebssystemebene-jugendschutz-oder-ueberwachung/" data-type="post" data-id="20297">Die Altersverifikation</a> ist der wohl eleganteste Trick, um das freie, anonyme Internet zu beenden. Wieder mit einem edlen Vorwand — dem Schutz von Kindern vor pornografischen Inhalten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20299" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Die EU-Kommission hat eine eigene <a href="https://ec.europa.eu/digital-building-blocks/sites/spaces/EUDIGITALIDENTITYWALLET/pages/930450954/The+Age+Verification+Manual">Age-Verification-App entwickeln lassen</a>. Im April 2026 verkündete von der Leyen deren "technische Bereitschaft"; die Verteilung in den Pilotländern läuft. Und das Entscheidende: Diese App baut auf denselben Standards auf wie die <a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/eudi-wallet-toolbox">European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet)</a>, die nach der eIDAS-2.0-Verordnung bis Ende 2026 in allen Mitgliedstaaten verfügbar sein muss. Der Ausweis fürs Internet, sozusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offiziell verspricht man, das Ganze sei datensparsam und anonym — die Plattform erhalte nur ein "Ja" oder "Nein". Doch die Bürgerrechtsorganisationen <a href="https://edri.org/our-work/showing-your-id-to-get-online-might-become-a-reality-a-closer-look-at-the-eus-new-age-verification-app/">EDRi</a> und <a href="https://www.eff.org/deeplinks/2025/04/digital-identities-and-future-age-verification-europe">EFF</a> warnen vor dem klassischen "Mission Creep": Heute nur für Pornografie und 18+, morgen für 16, 13, für "jugendgefährdende" Inhalte, für kontroverse Meinungen. Die Infrastruktur, einmal etabliert, lässt sich beliebig ausweiten. Sogar die deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte fürchtet eine "weitgehende Abschaffung der Anonymität im Netz".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Anonymität ist kein Luxus für Kriminelle. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Whistleblower Missstände melden kann, dass eine Frau in einer Notlage Rat sucht, dass ein politisch Verfolgter kommuniziert. Wer die Anonymität abschafft, schafft die Freiheit ab, unbeobachtet zu denken und zu suchen. Es ist Orwells <strong>Big Brother</strong>, diesmal nicht am Fernseher, sondern an jeder Login-Maske.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und wenn die Bürger ausweichen? Das VPN-Verbot als nächster Schritt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier zeigt sich die innere Logik des Überwachungsdenkens in Reinform — und ihre ganze Absurdität. Kaum ist die Altersverifikation da, stellt sich die Frage: Was, wenn die Leute sie einfach umgehen? Mit einem VPN, einem verschlüsselten Tunnel, der die eigene Herkunft verschleiert, ist das trivial. In Grossbritannien schossen die VPN-Downloads nach Einführung der dortigen Alterskontrolle <a href="https://www.mrak.at/kein-vpn-verbot-in-europa/">um bis zu 1.800 Prozent nach oben</a>. Die Menschen wichen aus, sofort und massenhaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und prompt geriet das Werkzeug des Ausweichens ins Visier. EU-Vizekommissionspräsidentin Henna Virkkunen erklärte bei der Vorstellung der Altersverifikation, man müsse verhindern, dass Schutzmassnahmen mit VPNs umgangen würden, und werde sich mit solchen "risikoreichen Diensten" befassen — wie genau, <a href="https://apollo-news.net/app-zur-altersverifikation-nimmt-die-eu-kommission-jetzt-vpns-ins-visier/">konnte sie nicht erklären</a>. Der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlaments stufte VPNs in einer Analyse als <a href="https://www.heise.de/news/Altersueberpruefung-EU-Rechtsberater-warnen-vor-Umgehungsoption-durch-VPNs-11288439.html">Gefahr für den Jugendschutz</a> ein und nannte sie eine "Regelungslücke, die geschlossen werden muss". Im Raum stehen Ideen wie eine Altersprüfung <em>für VPN-Anbieter</em> — man müsste also seinen Ausweis vorzeigen, um ein Anonymisierungswerkzeug nutzen zu dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle die notwendige Ehrlichkeit, denn hier wird viel übertrieben: <strong>Ein beschlossenes EU-VPN-Verbot gibt es nicht.</strong> Es existiert kein Gesetz und kein Legislativvorschlag dafür; entsprechende Behauptungen gehen über die Faktenlage hinaus, und Virkkunen <a href="https://de.euronews.com/my-europe/2026/05/17/faktencheck-eu-nutzung-vpn">ruderte später zurück</a>, es gehe nicht um ein Verbot. Dänemark nahm einen eigenen Anlauf im Dezember 2025 nach öffentlicher Kritik wieder zurück. Es sind bisher politische Signale, ein Hintergrundpapier, eine unverbindliche Entschliessung — nicht mehr. Wer von einem fertigen Verbot spricht, hat unrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber genau deshalb greift hier wieder das Prinzip Juncker: Man stellt die Idee in den Raum, wartet auf das Geschrei, rudert zurück — und lässt den Gedanken reifen. Und der Gedanke selbst ist schlicht hirnrissig, aus drei Gründen. Erstens ist er <strong>selbstzerstörerisch</strong>: Um zu verhindern, dass ein paar Jugendliche eine Sperre umgehen, müsste man das Anonymisierungswerkzeug ausweispflichtig machen — und zerstört damit genau die Anonymität, die der einzige Sinn eines VPN ist. Man würde die Anonymität von Millionen Erwachsenen opfern, um theoretisch einige Minderjährige zu bremsen. Zweitens ist er <strong>technisch naiv</strong>: Ein VPN ist nur ein verschlüsselter Tunnel. Wer ein Spiel installieren kann, kann sich für drei Euro im Monat einen eigenen WireGuard-Server auf einem beliebigen Mietserver aufsetzen — komplett ausserhalb jeder Anbieter-Regulierung. Getroffen werden nur die Gutwilligen, die legalen Nutzer, die Unternehmen im Homeoffice; die Umgehung bleibt für jeden halbwegs Versierten trivial. Drittens ist er <strong>entlarvend</strong>: VPN-Beschränkungen sind das Markenzeichen autoritärer Staaten — China, Russland, Iran. Wenn die EU auch nur laut darüber nachdenkt, den Zugang zu Verschlüsselung an einen Ausweis zu knüpfen, stellt sie sich in genau diese Reihe. Und sie verrät damit, worum es in Wahrheit nie ging: nicht um Kinderschutz, sondern um Kontrolle. Denn Kinderschutz liesse sich über die Geräte der Eltern regeln — ganz ohne die Anonymität der gesamten erwachsenen Bevölkerung zu schleifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist Orwells <strong>Neusprech</strong>, wieder einmal: Das Werkzeug, das Bürger vor Überwachung schützt, wird zum "Schlupfloch" umgedeutet, das man "schliessen" muss. Wer die Sprache so dreht, hat die Freiheit schon zum Problem erklärt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Digital Services Act: die Wächter der erlaubten Meinung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Chatkontrolle und Altersverifikation regeln, wer wie kommuniziert, dann regelt der Digital Services Act (DSA), <em>was</em> gesagt werden darf. Offiziell ist der DSA ein Gesetz für mehr Transparenz und Verantwortung grosser Plattformen wie Facebook, TikTok oder X — gegen illegale Inhalte, Betrug und Desinformation. Das klingt vernünftig, und ein Teil davon ist es auch. Doch im Detail steckt ein Mechanismus, der zum wohl umstrittensten Instrument der europäischen Netzpolitik geworden ist: die sogenannten <strong>Trusted Flagger</strong> — auf Deutsch "vertrauenswürdige Hinweisgeber".</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="578" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-1024x578.png" alt="" class="wp-image-20640" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-1024x578.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-300x169.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-768x434.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-1536x867.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-2048x1157.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/dsa_flagged-500x282.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Artikel 22 des DSA können bestimmte Organisationen von einer nationalen Behörde — in Deutschland der <a href="https://www.heise.de/hintergrund/Digital-Services-Act-Trusted-Flagger-und-die-Meinungsfreiheit-9985564.html">Bundesnetzagentur</a> — als Trusted Flagger zertifiziert werden. Melden sie einen Inhalt, muss die Plattform diese Meldung <a href="https://verfassungsblog.de/trusted-flagger-als-gefahr/">vorrangig und beschleunigt bearbeiten</a>. Man muss hier fair bleiben: Diese Stellen haben selbst keine Löschbefugnis; die Entscheidung trifft am Ende die Plattform. Verteidiger des DSA betonen zu Recht, dass die Trusted Flagger juristisch eher "zahnlose Papiertiger" seien und Meinungsfreiheit nicht bedeute, auf jeder privaten Plattform unbegrenzte Reichweite zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch liegt genau hier das Problem. Wie der <a href="https://verfassungsblog.de/trusted-flagger-als-gefahr/">Verfassungsblog</a> analysiert, entsteht bereits durch die bevorzugte Behandlung ein Gefährdungspotenzial für die Meinungsfreiheit: Eine Plattform, die von einer staatlich lizenzierten und oft auch staatlich finanzierten Meldestelle einen Hinweis erhält, wird im Zweifel eher löschen — schon um mögliche Sanktionen zu vermeiden. Das ist der klassische Chilling Effect, das Overblocking: Im Zweifel wird weggeklickt, was Ärger machen könnte. Und "im Zweifel" trifft oft legale, nur unbequeme Meinungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet: Wer bestimmt, was "Desinformation" ist? Was ein "systemisches Risiko"? Wenn eine staatlich anerkannte und mit öffentlichen Geldern geförderte Organisation darüber wacht, welche Meinungen als schädlich gelten, ist die Grenze zur politischen Einflussnahme schnell überschritten. Ein Beispiel, das für Diskussionen sorgt: Die Organisation HateAid wurde im <a href="https://gerechtigkeitspartei.de/artikel/das-zensurnetzwerk-wie-deutschlands-meinungsfreiheit-systematisch-untergraben-wird">Juni 2025 als Trusted Flagger zertifiziert</a> und hatte bis dahin nach Angaben von Kritikern Millionen an öffentlichen Fördermitteln erhalten. Ob die einzelnen Vorwürfe gegen ihre Meldepraxis zutreffen, ist umstritten — der Kern des Problems bleibt aber unabhängig vom Einzelfall bestehen: Sobald der Staat mitfinanziert, wer im Netz was melden darf, verschwimmt die Grenze zwischen Rechtsdurchsetzung und Meinungslenkung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier greift das Neusprech. Wenn Befürworter davon sprechen, Trusted Flagger leisteten einen Beitrag zur "Demokratiehygiene", dann sollte man hellhörig werden. Denn wer entscheidet, was "hygienisch" ist und was nicht? Begriffe wie "Desinformation", "Hass" und "Delegitimierung" sind dehnbar — und genau diese Dehnbarkeit macht sie zum idealen Werkzeug. Es ist Orwells <strong>Wahrheitsministerium</strong> in institutioneller Form: ein Apparat, der nicht die Wahrheit findet, sondern festlegt, welche Aussagen als wahr gelten dürfen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Richter, Ankläger und Vollstrecker in einer Hand</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Trusted Flagger ist nur die sichtbare Spitze. Das eigentliche Machtproblem des DSA liegt eine Ebene höher — und es rührt an ein Fundament jeder freien Ordnung: die Gewaltenteilung. Seit Montesquieu ruht der freiheitliche Staat auf der Trennung dreier Gewalten. Wer die Gesetze macht (Legislative), wer sie ausführt (Exekutive) und wer über ihre Einhaltung richtet (Judikative), soll nicht dieselbe Instanz sein — sonst gibt es niemanden mehr, der die Macht kontrolliert. Genau diese Trennung verschwimmt beim DSA auf bedenkliche Weise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die grossen Plattformen — die "Very Large Online Platforms" mit über 45 Millionen EU-Nutzern, also praktisch das gesamte öffentliche Netz — liegt die Aufsicht <a href="https://algorithmwatch.org/de/dsa-erklaert/">unmittelbar bei der EU-Kommission</a>. Und dort ist die Kommission alles zugleich: Sie legt über Leitlinien und delegierte Rechtsakte fest, was als "systemisches Risiko" oder "Desinformation" gilt — sie setzt also die Regel. Sie eröffnet die Verfahren und ermittelt — sie ist Anklägerin, aktuell etwa gegen X, TikTok, Meta und Shein. Sie verhängt am Ende die Strafe: <a href="https://www.hortmannlaw.com/articles/dsa-plattformhaftung-online-betrug-anwalt">Bussgelder bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes</a> — sie ist Richterin und Vollstreckerin. Und sie <a href="https://germany.representation.ec.europa.eu/news/gesetz-uber-digitale-dienste-dsa-eu-kommission-legt-vorschlag-zu-aufsichtsgebuhren-fur-grosse-2023-03-02_de">finanziert ihre eigene Aufsicht</a> über eine Gebühr, die sie den Beaufsichtigten selbst abverlangt — sie ist obendrein Kassiererin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regelsetzer, Ermittler, Richter, Vollstrecker und Finanzier in einer einzigen Behörde. Das ist keine Gewaltenteilung mehr, das ist Gewaltenbündelung. Und die Drohkulisse ist real: Sechs Prozent des Weltumsatzes sind für einen Konzern existenzbedrohend. Eine Plattform, die zwischen "eine unbequeme, aber legale Meinung stehen lassen" und "ein Milliarden-Bussgeld riskieren" wählen muss, entscheidet sich im Zweifel für die Löschung. So wird aus einer Institution, die offiziell nur Transparenz durchsetzt, faktisch der Entscheider <em>und</em> Vollstrecker darüber, was im europäischen Netz gesagt werden darf. Genau das ist der Punkt: Die EU macht sich hier zugleich zum Gesetzgeber, zum Ausführenden und zum Richter der Meinungsregulierung — und schleift damit die Grenze, die den Bürger vor der geballten Staatsmacht schützen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein verbreiteter Irrtum sei an dieser Stelle ausgeräumt: Die berüchtigten <strong>Uploadfilter</strong> sind <em>nicht</em> Teil des DSA. Sie stammen aus Artikel 17 der Urheberrechtsrichtlinie von 2019 — einem eigenen Gesetz, das wir weiter unten behandeln. Dass beide oft in einen Topf geworfen werden, hat einen nachvollziehbaren Grund: Beide verlagern die Kontrolle über Inhalte weg vom Richter, hin zu automatisierten Systemen und privaten Plattformen unter staatlichem Druck. Der Mechanismus ist verwandt — die Rechtsgrundlage ist es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fairerweise gehört die andere Seite dazu: Hass, Gewaltaufrufe und illegale Inhalte sind reale Probleme, Plattformen behalten formal das letzte Wort, und die Justiz bleibt die letzte Instanz — sie funktioniert auch. Als die Kommission die DSA-Aufsichtsgebühren zu nachlässig festlegte, kassierte das Gericht der EU 2025 ihre Bescheide <a href="https://www.heise.de/news/DSA-EU-Gericht-kippt-pro-forma-Aufsichtsgebuehren-fuer-grosse-Online-Plattformen-10639970.html">wegen eines Formfehlers</a>. Der DSA gibt Nutzern zudem neue Rechte gegen die Willkür der Konzerne — ein Beschwerde- und Schlichtungssystem gegen ungerechtfertigte Löschungen. Bemerkenswert dabei: Im ersten Halbjahr 2025 erfolgten <a href="https://www.heise.de/news/50-Millionen-Mal-Recht-gegeben-Wie-der-DSA-die-Willkuer-der-Plattformen-bricht-11180177.html">99 Prozent der Eingriffe</a> gar nicht wegen des DSA, sondern wegen der oft schwammigen Hausregeln der Plattformen selbst. Das Problem ist also nicht der DSA allein, sondern die Kombination: private Konzerne mit vagen Regeln, staatlich finanzierte Melder und eine Kommission mit der Bussgeld-Keule. Doch genau in dieser Bündelung liegt die Gefahr. Eine Ordnung, in der legale, nur missliebige Äusserungen unter gebündeltem Druck vorsorglich verschwinden und die Gerichte erst Jahre später korrigieren, wenn der Chilling Effect längst gewirkt hat, ist kein Zeichen einer selbstbewussten Demokratie. Eine solche verträgt Widerspruch. Sie muss ihn nicht wegmoderieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster der Vorwände</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Man könnte all das für eine Reihe unglücklicher Einzelfälle halten. Aber es ist ein Muster. Immer dasselbe: ein unangreifbares Ziel — Kinderschutz, Terrorabwehr, Geldwäschebekämpfung — dient als Vorwand für den Aufbau von Überwachungs- und Kontrollstrukturen, die weit über das Ziel hinausgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Vorratsdatenspeicherung</strong> ist das Lehrstück. Der Europäische Gerichtshof hat die anlasslose, allgemeine Speicherung von Verbindungsdaten <a href="https://www.ldi.nrw.de/eugh-urteil-zur-vorratsdatenspeicherung">wiederholt für rechtswidrig erklärt</a>, zuletzt 2022 im Fall der deutschen Regelung. Und was macht die EU? Sie hält an der Idee fest, sucht neue Wege, weicht auf. In der <a href="https://edri.org/our-work/high-level-group-going-dark-outcome-a-mission-failure/">"Going Dark"-Arbeitsgruppe</a> — hinter verschlossenen Türen, unter Ausschluss der Zivilgesellschaft — wurden 2024 sage und schreibe 42 Empfehlungen erarbeitet, die auf Verschlüsselungs-Hintertüren und ausgeweitete Datenspeicherung hinauslaufen. Der Name selbst ist Neusprech: "Going Dark", das Dunkelwerden — als seien die Behörden blind, während sie in Wahrheit über <a href="https://www.eff.org/deeplinks/2025/06/eff-european-commission-dont-resurrect-illegal-data-retention-mandates">beispiellosen Datenzugriff verfügen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe bei den <strong>Uploadfiltern</strong>: Mit Artikel 17 der Urheberrechtsrichtlinie wurde eine Vorabkontrolle von Inhalten eingeführt, die der EuGH 2022 zwar <a href="https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2022-04/cp220065en.pdf">für zulässig erklärte — aber nur unter strengen Schutzvorkehrungen</a> für die Meinungsfreiheit. Dasselbe bei <a href="https://www.theregister.com/2023/11/08/europe_eidas_browser/">eIDAS Artikel 45</a>, wo Mozilla und Hunderte Sicherheitsexperten warnten, die geplanten Zertifikatsregeln würden die Sicherheit des gesamten Webs untergraben und staatliches Mitlesen ermöglichen. Und dasselbe bei der <a href="https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bargeldobergrenze-10000-euro-mhsd.6e7f611e-9903-4206-a984-321154996207.html">Bargeldobergrenze von 10.000 Euro</a>, die ab Juli 2027 EU-weit gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede dieser Massnahmen ist für sich begründbar. In Summe ergeben sie das Bild eines Kontinents, der seine Bürger lückenlos erfassen, lesen, protokollieren und kontrollieren will — Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zweierlei Mass: die Regeln gelten für euch, nicht für sie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kehren wir zu Orwells Schweinen zurück. Der eigentliche Skandal ist nicht allein die Überwachung — es ist die Doppelmoral. Für den Bürger gelten eiserne Regeln; für die Kaste gelten sie flexibel oder gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man denke an José Manuel Barroso, den früheren Kommissionspräsidenten, der <a href="https://corporateeurope.org/en/revolving-doors/2016/08/barroso-gold-plated-revolving-door">2016 zum Chairman von Goldman Sachs International wurde</a> — jener Bank, die eine zentrale Rolle in der Finanzkrise spielte, die Europa in die Austerität stürzte. Formal brach Barroso keine Regel; die Karenzzeit war abgelaufen. Doch eine Petition von EU-Bediensteten sammelte über 154.000 Unterschriften. Barroso ist kein Einzelfall — die Drehtür zwischen Brüsseler Amt und Konzernvorstand dreht sich munter weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man denke an die schiere Dimension des Lobbyismus in Brüssel: <a href="https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/BRIE/2023/751434/EPRS_BRI(2023)751434_EN.pdf">rund 25.000 Lobbyisten</a>, nach Washington die zweitgrösste Konzentration der Welt. Allein die grössten Konzerne geben <a href="https://corporateeurope.org/en/2026/06/biggest-corporate-lobby-spenders-hit-record-eu382-million-industry-friendly-agenda-speeds">inzwischen über 380 Millionen Euro pro Jahr</a> für Lobbyarbeit aus. Wer in diesem Ohr flüstert, hat Einfluss. Der Bürger flüstert nicht — er zahlt und gehorcht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man denke an den <a href="https://www.rferl.org/a/european_parliament_traveling_circus/24557376.html">monatlichen Wanderzirkus</a> des Parlaments zwischen Brüssel und Strassburg: eine sinnlose Pendelei, die den Steuerzahler nach der verlässlichsten Schätzung des Rechnungshofs rund <a href="https://www.europeandatajournalism.eu/cp_data_news/how-much-does-the-travelling-circus-of-the-european-parliament-really-cost/">114 Millionen Euro im Jahr</a> und über 20.000 Tonnen CO2 kostet — nur, weil Frankreich auf seinem Standort besteht und eine Änderung Einstimmigkeit erfordert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und man denke an den <a href="https://www.cer.eu/insights/freezing-eu-funds-effective-tool-enforce-rule-law">Umgang mit Ungarn</a>: Im Dezember 2023 gab die Kommission rund 10,2 Milliarden Euro eingefrorene Mittel frei — ausgerechnet, kurz bevor Viktor Orban auf einem Gipfel gebraucht wurde. Das Parlament klagte dagegen und nannte es politisch motiviert. Die Kommission bestreitet einen Deal, und das Verfahren ist noch offen — der Vorwurf des zweierlei Masses bleibt Interpretation. Aber es ist eine Interpretation, die sich aufdrängt: Wo der Rechtsstaatsmechanismus als Druckmittel gegen Unbequeme dient und als Ware, wenn man etwas braucht, ist er kein Prinzip mehr, sondern Taktik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für uns: Chatkontrolle, Vermögensregister, Bargeldgrenzen, Ausweispflicht. Für sie: gelöschte SMS, Koffer voller Geld, Goldman-Sachs-Posten und Milliardendeals mit Handschlag. Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind eben gleicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Folgen: ein Kontinent, der nicht mehr wächst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis hierher ging es um Überwachung und Doppelmoral. Doch all das geschieht nicht im luftleeren Raum. Es geschieht vor dem Hintergrund eines Kontinents, der wirtschaftlich den Anschluss verliert und dessen Gesellschaften auseinanderdriften. Und beides hängt mit der Art zusammen, wie in Brüssel regiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beginnen wir mit den harten Zahlen. Deutschland — jahrzehntelang der Wirtschaftsmotor Europas — hat gerade das hinter sich, was es in seiner Nachkriegsgeschichte noch nie gab: <a href="https://logistik-heute.de/news/deutsche-wirtschaft-schrumpft-laengste-rezession-seit-20-jahren-194031.html">drei Jahre Rezession und Stagnation in Folge</a>. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2023 um 0,9 Prozent, 2024 um weitere 0,5 Prozent, und 2025 kletterte es gerade eben um mickrige 0,2 Prozent — statistisch das Ende der Rezession, gefühlt ein Stillstand. Das Institut der deutschen Wirtschaft brachte es im Dezember 2025 auf den Punkt: Selbst das erwartete Mini-Wachstum von knapp einem Prozent für 2026 sei <a href="https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/michael-groemling-bip-waechst-2026-um-knapp-ein-prozent.html">"keine wirkliche Aufschwungsqualität"</a> — eine echte Trendwende sei nicht in Sicht. Der ganze Euroraum dümpelt bei <a href="https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/deutsche-wirtschaft-nach-der-rezession-imk-prognostiziert-02-prozent-wirtschaftswachstum-fuer-2025-und-14-prozent-fuer-2026-141876">gut einem Prozent Wachstum</a> vor sich hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Ausrutscher, sondern ein struktureller Absturz. Man muss es nicht von EU-Kritikern hören — man kann es bei jemandem nachlesen, der der EU denkbar nahesteht: Mario Draghi, ehemaliger EZB-Chef, in seinem <a href="https://commission.europa.eu/topics/competitiveness/draghi-report_en">Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit</a> von 2024, in Auftrag gegeben von der Kommission selbst. Draghis Befund ist verheerend: Das Bruttoinlandsprodukt der EU liegt <a href="https://www.mjemcgill.com/articles/reimagining-european-competitiveness-lessons-from-the-draghi-report">inzwischen rund 30 Prozent hinter dem der USA zurück — 2002 waren es erst 15 Prozent</a>. Europa fällt seit den 2000er-Jahren immer weiter zurück, vor allem, weil es die Produktivität nicht steigert und bei Zukunftstechnologien den Anschluss verpasst hat. Draghi nennt das eine "existenzielle Herausforderung" — und warnt, dass Europa ohne drastisch besseres Wachstum bald nicht mehr in der Lage sein werde, <a href="https://www.techpolicy.press/draghis-european-competitiveness-report-key-findings/">seinen eigenen Sozialstaat zu finanzieren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was empfiehlt ausgerechnet Draghi, der Insider? Unter anderem: <a href="https://www.coleurope.eu/newsarticles/road-map-or-road-not-taken-draghi-report-eu-competitiveness">weniger und bessere Regulierung</a>. Man lasse das wirken. Der Kronzeuge der EU selbst diagnostiziert, dass der Regulierungsapparat, den wir in diesem Artikel Kapitel für Kapitel beschrieben haben, das Wachstum erstickt. Natürlich hat die Schwäche viele Ursachen — teure Energie, der demografische Wandel, die Konkurrenz aus China, die US-Zölle. Aber der Reflex Brüssels, auf jedes Problem mit einem neuen Gesetz, einer neuen Meldepflicht, einer neuen Kontrollbehörde zu antworten, ist ein Teil davon. Ein Kontinent, der seine Bürger scannt, ihr Vermögen katalogisiert und ihre Zahlungen bedingt, ist kein Kontinent, der Unternehmer, Erfinder und Investoren anzieht. Er ist einer, den sie verlassen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Deindustrialisierung mit Ansage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nirgends wird dieser Absturz greifbarer als bei jenem Konzern, der jahrzehntelang für das deutsche Wirtschaftswunder stand: Volkswagen. Der Autobauer verzeichnete 2025 den <a href="https://www.personalwirtschaft.de/news/hr-organisation/vw-krise-konzern-will-100-000-jobs-streichen-vier-werke-in-deutschland-betroffen-201637/">grössten Gewinneinbruch seit dem Dieselskandal</a> — der Nettogewinn brach um fast die Hälfte ein. Nach einem ersten Abbauprogramm von rund 35.000 Stellen in Deutschland folgte 2025 die Ankündigung von konzernweit rund 50.000 gestrichenen Arbeitsplätzen bis 2030. Und im Juni 2026 berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Insider von <a href="https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/vw-volkswagen-stellenabbau-arbeitsplaetze-100.html">bis zu 100.000 wegfallenden Stellen weltweit und der drohenden Schliessung von vier Werken</a> — Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk Neckarsulm. Der Konzern bestätigte die 100.000 nicht, sprach aber von "tiefgreifenden" Veränderungen. Die Begründung des VW-Sprechers ist bezeichnend: Das Modell, "Autos in Deutschland zu entwickeln, in Europa zu produzieren und weltweit zu exportieren", funktioniere nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist mehr als eine Firmenkrise — es ist ein Symbol. Und die Ironie ist bitter: Während Brüssel per Verordnung das Aus für den Verbrennungsmotor ab 2035 beschloss, dominiert längst China den Weltmarkt für Elektroautos. Man hat die eigene Schlüsselindustrie einer Ideologie unterworfen, ohne die industrielle Basis zu schaffen, die diese Ideologie tragen könnte. Die Politik gab das Ziel vor, den Weg dorthin überliess sie dem Markt — nur dass der Markt inzwischen in Shenzhen sitzt, nicht in Wolfsburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wo bleiben die neuen Champions, die den Verlust ausgleichen? Sie entstehen woanders. Draghi hat den Kern benannt: Der Produktivitätsrückstand Europas ist <a href="https://www.mjemcgill.com/articles/reimagining-european-competitiveness-lessons-from-the-draghi-report">weitgehend ein Rückstand im Techsektor</a> — Europa hat kein Google, kein Amazon, keinen globalen Techgiganten hervorgebracht. Es gibt europäische Fintechs und Startups, gewiss, doch die wirklich grossen Erfolgsgeschichten wandern nach Übersee, wo Kapital, Skalierung und schlankere Regeln locken. Statt Innovation zu ermöglichen, produziert Europa Verordnungen: DSGVO, DSA, DMA, AI Act, Lieferkettengesetz, Taxonomie. Jede einzelne mag gut gemeint sein. In Summe ergeben sie ein Klima, in dem der Gründer erst einen Compliance-Beauftragten braucht, bevor er das erste Produkt baut. Bürokratie ohne Ende — und am Ende wundert man sich, dass die Klügsten ihre Firmen nicht hier gründen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine gespaltene Gesellschaft — und eine Politik, die es anfeuert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftliche Perspektivlosigkeit bleibt nie ohne gesellschaftliche Folgen. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass es bergab geht und niemand sie hört, wächst die Wut. Und die Zahlen sind alarmierend: Nur noch <a href="https://www.iwkoeln.de/studien/rebecca-gabel-jennifer-potthoff-ein-europaeischer-vergleich-und-wege-zu-neuer-stabilitaet.html">14 Prozent der Deutschen glauben, dass es der nächsten Generation besser gehen wird</a> als der heutigen. Vierzehn Prozent. Ein Land, das den Glauben an die eigene Zukunft verloren hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vertrauen in die Institutionen — die Bundesregierung, die EU — ist auf einem <a href="https://www.splendid-research.com/de/news/wahljahr-mit-vertrauenskrise-neue-studie-zeigt-vertrauensverlust-in-zentrale-institutionen/">Tiefpunkt</a>, und die Forscher benennen die Ursachen klar: die wirtschaftliche Rezession und die zunehmende Polarisierung, in deren Folge sich viele Bürger nicht mehr repräsentiert fühlen. Diese Polarisierung ist messbar: Studien zeigen, dass die <a href="https://forum-midem.de/wp-content/uploads/2025/10/MIDEM_Polarisierungsbarometer-2025.pdf">gesellschaftliche und politische Spaltung in Europa seit 2019 weiter zunimmt</a>. Sogar der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss — ein EU-Organ — <a href="https://www.eesc.europa.eu/de/news-media/eesc-info/032025">warnt vor einer "zunehmenden gesellschaftlichen Fragmentierung"</a> und davor, dass Polarisierung, wenn sie in Feindseligkeit umschlägt, "die Grundfesten unserer Demokratien" bedrohe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier schliesst sich der Kreis. Eine Politik, die nicht liefert, die Wohlstand verwaltet statt schafft, die den Bürger überwacht statt ihm zu vertrauen, treibt genau jene Spaltung voran, über die sie sich dann öffentlich empört. Man baut Überwachungsinfrastruktur gegen die eigene Bevölkerung, weil man sie zunehmend als Risiko begreift — und wundert sich, dass diese Bevölkerung das Vertrauen verliert. Man schürt mit immer neuen Verboten und Belehrungen den Frust — und beklagt dann den "Rechtsruck" und den "Extremismus", den man selbst mitgezüchtet hat. Wer die Mitte der Gesellschaft dauerhaft bevormundet und ihr das Gefühl gibt, dass ihre Sorgen nicht zählen, muss sich nicht wundern, wenn sie an die Ränder wandert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die eigentliche Tragödie. Die Werkzeuge, die angeblich Sicherheit und Zusammenhalt schaffen sollen — Chatkontrolle, digitaler Euro, Vermögensregister —, bewirken das Gegenteil: Sie zerstören Vertrauen, ersticken Wachstum und vertiefen die Gräben. In Orwells Welt hält die Angst das System zusammen. In unserer droht die Angst, es zu zerreissen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bar, in die niemand freiwillig ginge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem an all dem ist, dass es so schwer zu fassen ist. Das Digitale ist schwammig, unsichtbar, abstrakt. Ein Algorithmus, der Nachrichten scannt, ein Haltelimit im digitalen Euro, ein Trusted Flagger — das sind Begriffe, unter denen sich kaum jemand etwas Konkretes vorstellt. Also übersetzen wir es einmal in die echte Welt. Stellt euch vor, all das gälte nicht im Netz, sondern an einem ganz normalen Freitagabend, wenn ihr euch mit ein paar Freunden auf ein Bier trefft.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="578" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-1024x578.png" alt="" class="wp-image-20656" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-1024x578.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-300x169.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-768x434.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-1536x867.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-2048x1157.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/analogie_bar_1-500x282.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier würde sich niemand freiwillig hinsetzen, oder?</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ihr kommt an der Bar an. Bevor ihr hinein dürft, müsst ihr an der Tür euren Ausweis vorzeigen — und es wird ein Gesichtsscan gemacht, eure biometrischen Daten werden erfasst und gespeichert. Das ist die <em>Altersverifikation</em>, die digitale Identität an der Eingangstür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr setzt euch an einen Tisch. In der Mitte steht ein Mikrofon. Es nimmt alles auf, jedes Wort, jeden Witz, jede hitzige politische Diskussion — und eine künstliche Intelligenz hört live mit und wertet aus, noch während ihr redet. Das ist die <em>Chatkontrolle</em>: Jede Äusserung wird durchleuchtet, bevor sie überhaupt bei eurem Gegenüber ankommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Nebentischen sitzen unauffällige Gäste. Sie sehen aus wie ihr, aber es sind zertifizierte Spitzel — für den Fall, dass die KI etwas übersieht, hören sie mit und melden, was ihnen missfällt. Das sind die <em>Trusted Flagger</em>: staatlich anerkannte Denunzianten, deren Meldung bevorzugt behandelt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sagt jetzt einer von euch etwas Falsches — eine unbequeme Meinung, einen derben Scherz —, dann steht Sekunden später die Polizei am Tisch. Ohne richterlichen Beschluss, ohne Verfahren, sofort. Und das Bemerkenswerte: Der Wirt dieser Bar hat die Hausordnung selbst geschrieben, entscheidet allein, was verboten ist, ruft die Polizei und kassiert am Ende auch noch das Bussgeld. Ankläger, Richter und Vollstrecker in einer Person. Das ist die Welt ohne <em>Gewaltenteilung</em>, wie sie der DSA für das Netz anlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn ihr euch danach mit einem weiteren Bier beruhigen wollt? Der Barkeeper verweigert es. Ihr habt euer Limit überzogen — mehr ist heute nicht vorgesehen. Oder ihr bekommt von vornherein gar nichts, weil ihr längst geflaggt seid und euer Geld für Alkohol schlicht nicht mehr funktioniert. Das ist der <em>digitale Euro/Franken</em> mit seinen Haltelimits und bedingten Zahlungen: Geld, das nur noch das kauft, was erlaubt ist, und dem, der auffällt, den Dienst verweigert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In eine solche Bar würde kein Mensch freiwillig gehen. Ihr würdet auf dem Absatz kehrtmachen, es einen Polizeistaat nennen, euch fragen, in welchem Albtraum ihr gelandet seid. Niemand würde diese Zustände auch nur eine Minute hinnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch ist es exakt diese Bar, die gerade Raum für Raum im Digitalen gebaut wird. Die Chatkontrolle ist das Mikrofon. Die Altersverifikation ist die Tür. Die Trusted Flagger sind die Spitzel. Der DSA ist der Wirt, der zugleich Richter und Polizei ist. Der digitale Euro ist der Barkeeper, der euch abschneidet. Der einzige Unterschied zur Bar: Im Netz seht ihr das Mikrofon nicht auf dem Tisch, den Spitzel nicht am Nebentisch, das Limit nicht auf der Rechnung. Alles ist unsichtbar, in Code gegossen, hinter freundlichen Worten versteckt. Genau deshalb ist es so schwer zu greifen — und genau deshalb ist es so gefährlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die EU sterben muss, damit Europa leben kann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nun die notwendige Fairness — denn ein Argument ist nur so stark wie sein Umgang mit dem Gegenargument. Der Schutz von Kindern vor Missbrauch ist ein reales, drängendes Anliegen. Geldwäsche und Terrorfinanzierung sind reale Probleme. Die EZB hat reale Gründe, angesichts der Dominanz amerikanischer Zahlungsdienstleister über eine europäische Alternative nachzudenken. Und die EU hat Europa Jahrzehnte des Friedens, offener Grenzen und eines Binnenmarkts gebracht, von dem gerade ein Exportland wie die Schweiz mittelbar profitiert. Das alles gehört auf den Tisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber genau darum geht es. Man kann all diese legitimen Ziele verfolgen, ohne jeden Bürger unter Generalverdacht zu stellen. Man kann Kinder schützen, ohne die Verschlüsselung zu brechen. Man kann Geldwäsche bekämpfen, ohne das Vermögen jedes Einzelnen zu katalogisieren. Man kann eine europäische Währung wollen, ohne die Infrastruktur zur Verhaltenssteuerung mitzuliefern. Der Weg, den diese EU wählt, ist nicht der einzige Weg. Er ist eine Entscheidung. Und es ist immer dieselbe Entscheidung: mehr Erfassung, mehr Kontrolle, weniger Anonymität, weniger Selbstbestimmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Titel dieses Artikels ist bewusst zugespitzt. "Die EU muss sterben" heisst nicht: zurück zu Nationalismus und geschlossenen Grenzen. Es heisst: <strong>Dieser bürokratische, kontrollversessene, sich selbst über die Demokratie stellende Apparat muss sterben — damit die eigentliche europäische Idee leben kann.</strong> Die Idee eines Kontinents freier Menschen, die einander vertrauen, statt einander zu überwachen. Die Idee, dass der Staat dem Bürger dient und nicht umgekehrt. Die Idee, dass Grundrechte keine Verhandlungsmasse sind, die man Schritt für Schritt abträgt, bis es kein Zurück mehr gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orwell hat "1984" nicht als Anleitung geschrieben, sondern als Warnung. Er hat "Farm der Tiere" nicht geschrieben, damit wir uns bequem zurücklehnen, sondern damit wir die Schweine erkennen, wenn sie beginnen, auf zwei Beinen zu gehen. Die Werkzeuge, die uns bleiben, sind konkret und in unserer Hand: Verschlüsselung nutzen und verteidigen. Bargeld erhalten. Selbstverwahrtes Geld wie Bitcoin lernen und verwenden. Freie Software und dezentrale Infrastruktur aufbauen. Und laut sein — denn das Prinzip Juncker funktioniert nur, solange es "kein grosses Geschrei gibt".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chatkontrolle wurde vorerst gestoppt, weil es Geschrei gab. Das ist der Beweis: Es funktioniert. Aber sie kommt zurück, getarnt und umbenannt. Wie all das andere. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, hat keine Wahl, als wachsam zu bleiben. Nicht aus Paranoia — sondern weil man das, was man kommen sieht, seinen Kindern nicht zumuten will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa ist es wert, verteidigt zu werden. Auch — und gerade — gegen die, die in seinem Namen sprechen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Artikel ist ein Meinungsbeitrag. Wo Vorgänge gerichtlich festgestellt sind (etwa das Pfizergate-Urteil oder die EuGH-Urteile zur Vorratsdatenspeicherung), ist das kenntlich gemacht; wo es um Vorwürfe, Befürchtungen oder Interpretationen geht (etwa mögliche Korruption oder die Zukunft des Vermögensregisters), ebenso. Alle Fakten sind verlinkt — bildet euch euer eigenes Urteil.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>EU beschliesst Chatkontrolle Light im Eilverfahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 07:14:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 9. Juli 2026 hat das Europäische Parlament in einer chaotischen Abstimmung den Weg für die Rückkehr der sogenannten Chatkontrolle freigemacht – und zwar über ein Eilverfahren, das eine bereits...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 9. Juli 2026 hat das Europäische Parlament in einer chaotischen Abstimmung den Weg für die Rückkehr der sogenannten <strong>Chatkontrolle</strong> freigemacht – und zwar über ein <strong>Eilverfahren</strong>, das eine bereits abgelehnte Regel durch die Hintertür wieder auf die Tagesordnung brachte. Ihr solltet dabei zwei Dinge auseinanderhalten, die in vielen Schlagzeilen verschwimmen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es geht um die <strong>freiwillige „Chatkontrolle 1.0"</strong> – eine Ausnahme von den EU-Datenschutzregeln, die Anbietern wie Meta, Google oder Microsoft erlaubt, <strong>unverschlüsselte</strong> Inhalte freiwillig nach Missbrauchsdarstellungen zu durchsuchen. <strong>Ende-zu-Ende-verschlüsselte Messenger wie Signal, Threema oder Element sind ausdrücklich ausgenommen.</strong></li>



<li>Es geht <strong>nicht</strong> um die verpflichtende „Chatkontrolle 2.0" mit Client-Side-Scanning. Die steckt weiter im Trilog.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem ist der Vorgang ein Lehrstück darüber, wie in Brüssel ein einmal gefälltes „Nein" über Verfahrenstricks in ein „Ja" verwandelt wird. Genau deshalb schauen wir hier genauer hin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title-1024x640.png" alt="" class="wp-image-20625" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title-1024x640.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title-300x188.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title-768x480.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title-1536x961.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title-500x313.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/eu_chatkontrolle_title.png 1586w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was am 9. Juli tatsächlich passiert ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rein rechnerisch hat eine <strong>relative Mehrheit der Abgeordneten gegen</strong> die Verlängerung der Ausnahme gestimmt. Laut <a href="https://netzpolitik.org/2026/eu-parlament-freiwillige-chatkontrolle-geht-mit-verfahrenstrick-durch/">netzpolitik.org</a> und dem früheren EU-Abgeordneten <a href="https://www.cryptopolitan.com/de/eu-criticism-chat-control-surveillance/">Patrick Breyer</a> waren es 314 Gegenstimmen. Der Haken: Um den Ratsvorschlag endgültig zu begraben, wäre eine <strong>absolute Mehrheit von 361 Stimmen</strong> nötig gewesen. Diese Hürde wurde verfehlt – und damit gilt der Vorschlag als angenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders gesagt: Nicht die Befürworter mussten eine Mehrheit organisieren, sondern die Gegner. <strong>Die Beweislast wurde umgekehrt.</strong> Wer die Überwachung stoppen wollte, musste dafür die absolute Mehrheit des gesamten Parlaments mobilisieren – mitten in der beginnenden Sommerpause, in der ein Teil der Abgeordneten gar nicht mehr anwesend war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Änderungsantrag der liberalen Renew-Fraktion, der die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung explizit ausnimmt, ging durch. Wie das technisch sauber umgesetzt werden soll, <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/international/kampf-gegen-kinderpornografie-chatkontrolle-scan-erlaubnis-nimmt-huerde-im-eu-parlament/100239097.html">bleibt allerdings offen</a>. Formal ist die Sache damit noch nicht abgeschlossen: Das Parlament hat seine Position gebilligt und Änderungen verlangt, <a href="https://www.zdfheute.de/politik/ausland/chatkontrolle-eu-parlament-sexueller-kindesmissbrauch-scan-erlaubnis-100.html">Kommission und Rat müssen abschliessend zustimmen</a>, bevor die Regel wieder greift.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Verfahrenstrick im Detail: So wurde aus einem „Nein" ein „Ja"</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der eigentliche Skandal steckt nicht im Ergebnis, sondern im Weg dorthin. Kritiker aus mehreren Fraktionen sprechen von einem „Taschenspielertrick", einem „illegalen Geschäftsordnungstrick" und einem <a href="https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html">„demokratiepolitischen Foulspiel"</a>. Der Mechanismus lässt sich in drei Bausteinen erklären:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Die Verschiebung in die „zweite Lesung".</strong> Das Dossier wurde formal in die zweite Lesung des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens gehoben. Und genau hier greift die entscheidende Umkehr: In der zweiten Lesung kann der Standpunkt des Rates nur noch mit einer <strong>absoluten Mehrheit von 361 der 719 Abgeordneten</strong> abgelehnt oder geändert werden. Wird diese Schwelle innerhalb der Frist nicht erreicht, gilt der Ratsstandpunkt <a href="https://www.patrick-breyer.de/verfahrenstrick-vor-der-sommerpause-draengt-das-eu-parlament-bei-der-chatkontrolle-zur-selbstaufgabe/">automatisch als angenommen</a>. Normalerweise braucht ein Gesetz eine Mehrheit <em>dafür</em>. Hier war es umgekehrt: Der Vorschlag war durch, <strong>solange ihm nicht 361 Abgeordnete aktiv widersprechen.</strong> Jede leere Stelle im Plenarsaal spielte damit dem Vorschlag in die Hände.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Eine eigens dafür erstellte Ratsstellungnahme.</strong> Damit diese zweite Lesung überhaupt ausgelöst werden konnte, brachten die EU-Staaten <a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bekaempfung-von-kinderpornografie-chatkontrolle-eu-parlament-scan-erlaubnis">formell noch einmal</a> eine Position ein – eine Stellungnahme, die von Kritikern als eigens zu diesem Zweck angefertigt beschrieben wird. Angestossen hatte das Ganze Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, die sich Mitte Juni beim EU-Gipfel überraschend dafür einsetzte, erneut an einer Übergangslösung zu arbeiten – und sich dabei die Rückendeckung der Mitgliedstaaten und der EVP holte, <a href="https://taz.de/Nach-Abstimmung-im-EU-Parlament/!6194661/">nicht aber die der übrigen Fraktionen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Das Dringlichkeitsverfahren und das perfekte Timing.</strong> Die EVP beantragte ein <strong>Dringlichkeitsverfahren</strong>, das den sonst zuständigen Innenausschuss (LIBE) umging. Am 7. Juli stimmte das Parlament mit 331 zu 304 Stimmen für dieses <a href="https://www.drweb.de/chatkontrolle-das-eu-parlament-ebnet-per-eilverfahren-den-weg-zur-neuabstimmung/">beschleunigte Verfahren</a>. Die entscheidende Sachabstimmung wurde dann auf den <strong>9. Juli gelegt – den letzten Sitzungstag vor der Sommerpause.</strong> An diesem Tag waren nur noch rund 600 der 719 Abgeordneten anwesend. Die Rechnung dahinter ist simpel: Wer für eine Ablehnung 361 aktive Gegenstimmen organisieren muss, während ein Teil der Kollegen schon auf dem Weg in den Urlaub ist, hat kaum eine Chance. Die fraktionslosen Abgeordneten Sibylle Berg und Martin Sonneborn hatten Metsola vorab <a href="https://journalistenwatch.com/2026/07/07/eu-chatkontrolle-der-alptraum-wird-real/">schriftlich aufgefordert</a>, das Dringlichkeitsverfahren gar nicht erst zuzulassen – die Geschäftsordnung sehe ein solches Verfahren in der zweiten Lesung nicht vor.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Ergebnis vom 9. Juli</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau so kam es: Änderungsanträge, die die Ratsinitiative ganz abgelehnt hätten, verfehlten gleich zu Beginn mit <strong>314 zu 276 Stimmen bei 17 Enthaltungen</strong> die nötige absolute Mehrheit von 361 – <a href="https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html">so die Zählung von heise online</a> und Patrick Breyer. Damit steht fest: <strong>Eine Mehrheit der tatsächlich anwesenden Abgeordneten stimmte gegen die Vorlage – und sie kam trotzdem durch.</strong> Reaktiviert wird die Chatkontrolle 1.0 damit für <a href="https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html">rund zwei Jahre</a>, also bis etwa 2028.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der komplette Ablauf im Zeitraffer:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>26. März 2026:</strong> Das Parlament lehnt die Verlängerung der freiwilligen Ausnahme ab – mit 311 Gegenstimmen zu 228 Ja-Stimmen und 92 Enthaltungen. Die Übergangsregelung <a href="https://shattered.io/de/chatkontrolle-aktueller-stand-2026/">läuft am 3. April 2026 aus</a>.</li>



<li><strong>Mitte Juni 2026:</strong> Metsola bringt das Thema beim EU-Gipfel zurück auf die Agenda.</li>



<li><strong>Anfang Juli:</strong> Der Rat holt die Ausnahme über einen formal neuen Entwurf zurück; die EU-Staaten ermöglichen dem Parlament damit, ein drittes Mal abzustimmen.</li>



<li><strong>7. Juli:</strong> Das Parlament billigt mit 331 zu 304 Stimmen das Dringlichkeitsverfahren.</li>



<li><strong>9. Juli:</strong> Die Ablehnung scheitert an der 361-Stimmen-Hürde – die Chatkontrolle 1.0 ist zurück.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Scharfe Kritik – bis in die eigenen Reihen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Widerstand kam quer durch die Fraktionen. Berichterstatterin Birgit Sippel (SPD) verurteilte das kurzfristig anberaumte Eilverfahren ohne Einbindung des Fachausschusses als <a href="https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html">„unlautere Manöver"</a>. Der Grünen-Abgeordnete Erik Marquardt sprach von einem <a href="https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html">schwarzen Tag für die Bürgerrechte</a> und warf Metsola vor, ihre Rolle massiv überschritten zu haben. Selbst innerhalb der liberalen Renew-Fraktion regte sich Widerstand: Die Abgeordnete Irena Joveva betonte, das Haus könne die Massenüberwachung der Bevölkerung nicht einfach durchwinken. Und Patrick Breyer, der den Begriff „Chatkontrolle" einst prägte, bringt das eigentliche Muster auf den Punkt: Solange die von US-Konzernen umworbenen EU-Regierungen ihren <a href="https://journalistenwatch.com/2026/07/07/eu-chatkontrolle-der-alptraum-wird-real/">bequemen Status quo</a> der freiwilligen Massenscans immer wieder per Verfahrenstrick verlängert bekommen, haben sie keinen Anreiz, sich auf das zielgerichtete Kinderschutz-Konzept des Parlaments einzulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert am Rande: Das oft bemühte Argument, das Auslaufen der Regel im April habe eine gefährliche Rechtslücke gerissen, <a href="https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html">widerlegen neue Zahlen</a> – das Bundeskriminalamt stellte nach dem Auslaufen keinen Einbruch der Verdachtsmeldungen fest.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Chatkontrolle 1.0 vs. Chatkontrolle 2.0 – bitte nicht verwechseln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weil hier oft alles in einen Topf geworfen wird, lohnt die klare Trennung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Chatkontrolle 1.0</strong> ist eine seit 2020/2021 bestehende, befristete Ausnahme von der ePrivacy-Richtlinie. Sie erlaubt Anbietern, <strong>unverschlüsselte</strong> Kommunikation <strong>freiwillig</strong> auf bekanntes Missbrauchsmaterial zu scannen. Verschlüsselte Chats sind aussen vor. Genau diese Ausnahme wurde jetzt reaktiviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Chatkontrolle 2.0</strong> ist die geplante, dauerhafte <strong>CSA-Verordnung</strong> (Child Sexual Abuse Regulation, CSAR), die die EU-Kommission im Mai 2022 vorgelegt hat. In ihrer ursprünglichen Fassung hätte sie Anbieter <strong>verpflichtet</strong>, sämtliche Kommunikation – auch verschlüsselte – per <strong>Client-Side-Scanning</strong> direkt auf dem Gerät zu durchleuchten, bevor Nachrichten überhaupt verschlüsselt werden. Diese Verordnung ist <strong>nicht</strong> beschlossen. Sie befindet sich weiter im Trilog zwischen Parlament, Rat und Kommission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund, warum die Unterscheidung sicherheitstechnisch entscheidend ist: Client-Side-Scanning bricht das Sicherheitsmodell von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. <strong>Eine Hintertür für den Staat ist immer eine Hintertür für alle</strong> – ein Punkt, den die Kryptografie-Community seit Jahren einhellig betont. Signal-Präsidentin Meredith Whittaker hat mehrfach angekündigt, den europäischen Markt eher zu verlassen, als die <a href="https://shattered.io/de/chatkontrolle-aktueller-stand-2026/">Integrität der Verschlüsselung zu untergraben</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vorgeschichte: ein „meistkritisiertes Gesetz aller Zeiten"</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chatkontrolle hat eine lange Geschichte des Scheiterns – und das ist der Kern dessen, was viele am aktuellen Vorgehen empört. Ein kompakter Zeitstrahl:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>2020:</strong> Die EU führt eine befristete ePrivacy-Ausnahme ein, damit Anbieter freiwillig nach CSAM suchen dürfen. Ursprünglich als Sechs-Monats-Massnahme gedacht, danach <a href="https://stateofsurveillance.org/articles/government/eu-chat-control-surveillance-architecture-2026/">wiederholt verlängert</a>.</li>



<li><strong>Mai 2022:</strong> Die Kommission legt die CSAR vor. Der Begriff „Chatkontrolle", geprägt von Patrick Breyer, wird zum Sammelbegriff der Kritik.</li>



<li><strong>Juli 2022:</strong> Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) und der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) kritisieren den Entwurf <a href="https://www.bfdi.bund.de/DE/Fachthemen/Inhalte/Telemedien/CSA_Verordnung.html">scharf</a>.</li>



<li><strong>November 2023:</strong> Das Parlament legt seine Position fest – mit grundrechtsschonenderen Vorschlägen und dem klaren Ausschluss des Scannens verschlüsselter Inhalte.</li>



<li><strong>Juni 2024:</strong> Unter belgischer Ratspräsidentschaft wird eine Abstimmung im Rat <a href="https://www.bfdi.bund.de/DE/Fachthemen/Inhalte/Telemedien/CSA_Verordnung.html">in letzter Minute abgesagt</a>, weil die Mehrheit fehlt.</li>



<li><strong>2024:</strong> Der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlaments kommt zum Schluss, dass die CSAR gegen die <a href="https://tuta.com/de/blog/chat-control-criticism">Artikel 7 und 8 der EU-Grundrechtecharta</a> verstösst.</li>



<li><strong>Oktober 2025:</strong> Der dänische Vorstoss für verpflichtendes Client-Side-Scanning findet im Rat <a href="https://www.security-insider.de/chatkontrolle-eu-verordnung-2025-a-bf479daa88c260b47ff4c294e8cec927/">keine ausreichende Unterstützung</a>.</li>



<li><strong>November 2025:</strong> Der Rat einigt sich unter dänischer Präsidentschaft auf eine gemeinsame Position – und <strong>streicht die verpflichtenden Aufdeckungsanordnungen</strong>. Geblieben sind freiwilliges Scannen, Risikominderungspflichten, eine Altersverifikation und ein neues <a href="https://euractiv.de/news/eu-staaten-erreichen-einigung-beim-gesetz-zur-chatkontrolle/">EU-Zentrum gegen Kindesmissbrauch</a>.</li>



<li><strong>26. März 2026:</strong> Das Parlament lehnt die Verlängerung der freiwilligen Ausnahme ab.</li>



<li><strong>9. Juli 2026:</strong> Per Eilverfahren kehrt genau diese Ausnahme zurück.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz: <strong>Seit 2022 ist der Entwurf trotz zahlreicher Anläufe von Ungarn, Schweden, Belgien und Dänemark nie regulär als verpflichtendes Gesetz verabschiedet worden.</strong> Dass eine bereits abgelehnte Regel nun über ein beschleunigtes Verfahren zurückkommt, reiht sich in dieses Muster ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Datenschützer weiter Alarm schlagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn diesmal „nur" die freiwillige Variante betroffen ist und Verschlüsselung formal ausgenommen bleibt – die grundsätzlichen Einwände bleiben bestehen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Anlasslose Massenkontrolle:</strong> Ein flächendeckendes Scannen privater Nachrichten stellt Millionen Unverdächtige unter Generalverdacht. Kritiker halten dem das Konzept des Parlaments entgegen: Kinder würden durch <a href="https://netzpolitik.org/2026/eu-parlament-freiwillige-chatkontrolle-geht-mit-verfahrenstrick-durch/">zielgerichtete, anlassbezogene Strafverfolgung</a> wirksamer geschützt als durch das Durchleuchten der Kommunikation Unschuldiger.</li>



<li><strong>Fragwürdige Trefferquote:</strong> Breyer verweist auf Zahlen der deutschen Bundespolizei, wonach ein grosser Teil der Meldungen <a href="https://www.cryptopolitan.com/de/eu-criticism-chat-control-surveillance/">von vornherein nicht strafrechtlich relevant</a> ist.</li>



<li><strong>Die Architektur ist eine Blaupause:</strong> Auch ohne Scan-Zwang gilt – einmal gebaut, lässt sich eine Überwachungsinfrastruktur politisch ausweiten. Der EDSA warnt genau davor: Ein „freiwilliges" Scannen in Kombination mit weit gefassten Risikominderungspflichten ist <a href="https://stateofsurveillance.org/articles/government/eu-chat-control-surveillance-architecture-2026/">funktional kaum von verpflichtendem Scannen zu unterscheiden</a>.</li>



<li><strong>Der neue Schauplatz Altersverifikation:</strong> Während der Scan-Zwang vorerst vom Tisch ist, rückt eine verpflichtende Altersverifikation in den Vordergrund – die in der Praxis schnell zu einer <a href="https://alarm.de/chatcontrol-und-csar-wenn-der-staat-an-deine-verschluesselung-will/">faktischen Ausweispflicht</a> für weite Teile des Internets führen kann und anonyme Kommunikation gefährdet.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr jetzt konkret tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Panik hilft nicht, Vorsorge schon. Solange kein Scan-Zwang gilt, bleibt eure Kommunikation über Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste privat – und ihr macht euch unabhängiger von einzelnen Plattformen und deren freiwilligen Scans:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Setzt auf konsequent verschlüsselte Messenger</strong> wie <a href="https://yourdevice.ch/signal-fork-molly-foss-mit-unified-push/" data-type="post" data-id="12137">Signal</a> oder <a href="https://yourdevice.ch/chat/" data-type="page" data-id="4560">Element</a> statt auf Dienste, deren Datenschutz von einer politischen Ausnahmeregel abhängt.</li>



<li><strong>Nutzt selbstgehostete Infrastruktur</strong>, wo es geht – von der eigenen Cloud bis zur eigenen Mail. Wer die Kontrolle über die eigenen Daten behalten will, gibt sie nicht freiwillig an <a href="https://yourdevice.ch/fisa-section-702-das-unsichtbare-netz-der-us-massenueberwachung/" data-type="post" data-id="20085">Grosskonzerne</a> ab, die morgen zum Scannen verpflichtet oder ermächtigt werden könnten.</li>



<li><strong>Bleibt informiert und laut:</strong> Der Streit um die dauerhafte Chatkontrolle 2.0 hat, wie Breyer sagt, „erst begonnen". Die Trilog-Verhandlungen laufen weiter.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schlagzeile „EU beschliesst Chatkontrolle im Eilverfahren" ist zugespitzt, aber im Kern nicht falsch: Das Parlament hat eine erst im März abgelehnte Überwachungsregel über einen Verfahrenstrick zurückgeholt, der die Beweislast umkehrt und die Sommerpause ausnutzt. Dass es dabei „nur" um die freiwillige Chatkontrolle 1.0 für unverschlüsselte Inhalte geht und Verschlüsselung ausgenommen bleibt, ist ein wichtiger Unterschied – aber kein Grund zur Entwarnung. Denn das eigentliche Signal ist ein anderes: <strong>Wenn ein demokratisch gefälltes „Nein" per Eilverfahren in ein „Ja" verwandelt werden kann, dann ist digitale Souveränität keine Frage des Vertrauens in Institutionen, sondern eine Frage der eigenen Infrastruktur.</strong> Verschlüsselung, Selbsthosting und Unabhängigkeit von Plattformen sind keine Nische mehr – sie sind die Versicherung gegen genau solche Kehrtwenden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Beitrag fasst den Stand vom 10. Juli 2026 zusammen. Das Gesetzgebungsverfahren läuft weiter; Kommission und Rat müssen der Parlamentsposition noch abschliessend zustimmen.</em></p>
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		<title>BIP-110: Warum es nichts bringt und wieso es sogar gefährlich ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 10:15:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund um den 7. August 2026 soll etwas passieren, das seit 2017 nicht mehr auf dem Tisch lag: eine erzwungene Regeländerung im Bitcoin-Netzwerk, durchgesetzt gegen die überwältigende Mehrheit der Miner....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Rund um den 7. August 2026 soll etwas passieren, das seit 2017 nicht mehr auf dem Tisch lag: eine erzwungene Regeländerung im Bitcoin-Netzwerk, durchgesetzt gegen die überwältigende Mehrheit der Miner. Das Vehikel heisst <strong>BIP-110</strong>, und seine Befürworter verkaufen es als kleinen, temporären «Guardrail» gegen Spam. Wir sehen darin etwas anderes: einen Versuch, Zensur ins Protokoll zu schreiben, der technisch scheitern wird – und dabei ein reales Risiko für alle schafft, auch für euch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Beitrag zerlegen wir, was BIP-110 überhaupt ist, warum die Aktivierungsmethode ein Denkfehler ist, weshalb die entstehende «Supporter-Chain» nicht lebensfähig sein kann und warum die Behauptung, man müsse sich «aus Sicherheitsgründen» anschliessen, das Gegenteil der Wahrheit ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title-1024x640.png" alt="" class="wp-image-20615" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title-1024x640.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title-300x188.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title-768x480.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title-1536x961.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title-500x313.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/07/bip-110_title.png 1586w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was ist BIP-110 überhaupt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">BIP-110 trägt den offiziellen Titel <em>Reduced Data Temporary Softfork</em> und wurde von einem Autor unter dem Pseudonym Dathon Ohm eingereicht (ursprünglich als BIP-444 im Oktober 2025). Es handelt sich um einen auf ein Jahr befristeten Soft Fork, der die Menge an beliebigen Daten begrenzen soll, die man in Bitcoin-Transaktionen unterbringen kann. Ziel sind Ordinals, Inscriptions, grosse OP_RETURN-Payloads und ähnliche Konstruktionen. Die Details stehen auf der <a href="https://bip110.org/">Kampagnenseite bip110.org</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret führt BIP-110 sieben neue Gültigkeitsregeln ein, unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Neue Outputs werden auf 34 Bytes begrenzt, OP_RETURN auf maximal 83 Bytes.</li>



<li>Daten-Pushes und Witness-Elemente werden auf 256 Bytes gedeckelt.</li>



<li>Bestimmte Opcodes, Taproot-Annexes und grosse Control Blocks werden temporär eingeschränkt.</li>



<li>UTXOs, die vor der Aktivierung existierten, sind dauerhaft ausgenommen – bestehende Gelder sind also nicht direkt betroffen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regeln laufen nach rund 52'416 Blöcken (etwa ein Jahr) automatisch wieder aus. Wichtig für die Einordnung: BIP-110 wird nicht in Bitcoin Core entwickelt, sondern baut auf <strong>Bitcoin Knots</strong> auf – jener alternativen Node-Software, die Luke Dashjr pflegt und die bereits konservativere Filter mitbringt. Wer den grundsätzlichen Unterschied zwischen den beiden Implementierungen verstehen will, findet das in unserem älteren Beitrag <a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-knots-vs-bitcoin-core-unterschiede-erklaert/">Bitcoin Knots vs. Bitcoin Core</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Aktivierungsmechanismus: 55 % statt 95 % – und dann Zwang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird es interessant, und hier liegt der eigentliche Sprengstoff. BIP-110 nutzt einen modifizierten BIP9-Mechanismus: Miner signalisieren Zustimmung, indem sie Bit 4 im Versionsfeld ihrer Blöcke setzen. Für ein frühes Lock-in genügen laut <a href="https://bip110.org/">Spezifikation</a> <strong>55 %</strong> der Blöcke innerhalb einer Difficulty-Periode (1'109 von 2'016) – nicht die historisch üblichen 95 %.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der eigentliche Hebel ist aber das <strong>Forced Signaling</strong> (Mandatory Signaling). Ab Block <strong>961'632</strong> – projiziert auf ca. den <a href="https://cryptobriefing.com/bip-110-fork-fail-activate-adam-back/">7. August 2026, gegen 17:59 UTC</a> – lehnen BIP-110-Nodes jeden Block ab, der Bit 4 <em>nicht</em> setzt. Das Fenster läuft bis Block 963'647. Die Idee: Miner sollen gezwungen werden, mitzumachen, weil ihre Blöcke sonst von den BIP-110-Nodes als ungültig verworfen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das hat Dathon Ohm Ende Juni öffentlich als «ATTENTION. THIS IS NOT A DRILL» angekündigt: Alle Miner müssten Bit 4 setzen, sonst würden ihre Blöcke als ungültig verworfen. Das klingt nach einer Drohung mit Autorität – ist in Wahrheit aber ein Bluff, und das lässt sich vorrechnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der zentrale Denkfehler: Forced Signaling ohne Hashrate</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Befürworter ziehen gern die Segwit-Aktivierung von 2017 als Vorbild heran. Der Vergleich hinkt an der entscheidenden Stelle. Bei Segwit stand am Ende eine grosse Mehrheit der Hashpower hinter der Aktivierung – die Segwit-Chain war die längste Chain, und selbst Nicht-Unterstützer folgten ihr nach geltender «heaviest chain»-Regel automatisch. Der oft zitierte UASF (BIP148) musste 2017 gar nie scharf geschaltet werden, weil Segwit letztlich über Miner-Signaling (MASF) aktiviert wurde. Das erklärt auch Jameson Lopp ausführlich in seinem <a href="https://blog.lopp.net/a-laymans-guide-to-bip-110/">Layman's Guide to BIP-110</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei BIP-110 ist die Ausgangslage umgekehrt. Das Signaling lag <a href="https://news.bitcoin.com/bip-110-pushes-bitcoin-toward-august-fork-deadline-with-only-5-eh-s-signaling/">Ende Juni 2026 bei rund 0,31 % der Hashrate</a> – etwa 5 EH/s von rund 940 EH/s im Netzwerk, zeitweise sogar 0,00 %. Kein einziger grosser Pool signalisiert; die Signalblöcke stammen praktisch ausschliesslich von Ocean, dem Pool von Luke Dashjr. Bei so wenig Rückhalt passiert Folgendes:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Ab dem Forced Signaling verwerfen die BIP-110-Nodes alle Blöcke ohne Signal.</li>



<li>Die Blöcke ohne Signal stellen aber die überwältigende Mehrheit – die Nicht-Supporter-Chain ist damit die längere Chain.</li>



<li>Nicht-Unterstützer minen auf der Nicht-Supporter-Chain weiter, die wenigen Unterstützer auf ihrer eigenen. Ergebnis: ein <strong>Chain-Split</strong>.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt kommt der Teil, den die Befürworter nicht gern rechnen. Es gibt keine Anpassung der Difficulty beim Split. Auf der BIP-110-Chain arbeiten aber nur noch ein Bruchteil der Miner. Bei 1 % der Hashrate dauert ein Block im Schnitt nicht mehr 10 Minuten, sondern rund <strong>17 Stunden</strong>. Bei den real signalisierten ~0,31 % wären es über <strong>53 Stunden – mehr als zwei Tage pro Block</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch dramatischer ist das Difficulty-Retargeting: Die Schwierigkeit passt sich erst nach 2'016 Blöcken an. Bei 1 % Hashrate würde diese erste Anpassung erst nach rund <strong>3,8 Jahren</strong> greifen. Eine Chain, auf der man tagelang auf eine einzige Bestätigung wartet und die sich fast vier Jahre lang nicht selbst korrigieren kann, ist schlicht nicht als Geldnetzwerk brauchbar. Die zentrale Frage aus der Community bleibt unbeantwortet: <strong>Wie soll diese Chain lebensfähig sein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Adam Back bringt es auf den Punkt: Was hier entstünde, wäre kein Bitcoin-Upgrade, sondern eher <a href="https://tradersunion.com/news/cryptocurrency-news/show/2344170-adam-back-rejects/">eine separate Coin</a> – vergleichbar mit Bitcoin Gold, das 2017 zwar abspaltete, aber nie das Original herausforderte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ein Chain-Split gefährlich ist – auch für euch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Chain-Split ohne Replay-Schutz ist kein theoretisches Ärgernis. Das letzte Mal, dass Bitcoin einen Split ohne Replay-Schutz erlebte, war 2013. Lopp, der 2017 bei BitGo die Infrastruktur auf den beinahe eingetretenen SegWit2X-Split vorbereiten musste, beschreibt genau dieses Szenario als <a href="https://blog.lopp.net/a-laymans-guide-to-bip-110/">Albtraum</a>: Unsicherheit darüber, welche Chain «gewinnt», Double-Spend-Risiko und ein Ökosystem, das vorsorglich zum Stillstand kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders heikel wird es für <strong>Layer 2, allen voran das Lightning Network</strong>. Lightning-Sicherheit beruht auf einer stillschweigenden Annahme: Beide Channel-Partner sehen dieselbe Chain und können darauf im Streitfall dieselben Transaktionen durchsetzen. Bei einem Split mit zwei unterschiedlichen Chain-Tips fällt diese Annahme weg. Die Folge sind mehrere neue Angriffsflächen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Justice- bzw. Penalty-Transaktionen können ins Leere laufen.</strong> Wenn ein Betrugsversuch nur auf einer der beiden Chains sichtbar ist, kann die Straftransaktion auf der anderen Chain wirkungslos bleiben – oder wegreorganisiert werden.</li>



<li><strong>Timelocks verhalten sich unerwartet</strong>, weil die beiden Chains unterschiedlich schnell wachsen und Blockhöhen auseinanderdriften.</li>



<li><strong>Watchtowers reagieren zu spät oder auf der falschen Chain</strong>, weil sie den relevanten Broadcast nicht dort sehen, wo er zählt.</li>



<li>Bestätigungen vermitteln eine <strong>Scheinsicherheit</strong>, obwohl dieselben Coins auf der Gegen-Chain noch verschiebbar sind.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Wir nennen hier bewusst keine Schritt-für-Schritt-Anleitung – die Mechanik ist konkret genug ausgearbeitet worden, dass sie in der Community bereits als Diebstahlsszenario diskutiert wird. Genau das ist der Punkt: Ein erzwungener Split verwandelt eine ideologische Debatte in ein handfestes finanzielles Risiko für unbeteiligte Dritte. Auch <a href="https://studyknots.com/guides/bip-110">BitMEX Research warnte</a>, dass ein Angreifer im Extremfall sogar illegale Inhalte on-chain platzieren könnte, um eine gewünschte Reorg zu erzwingen – ausgerechnet eine Folge der Zensur-Logik, die BIP-110 verkauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt ein handwerkliches Problem: Ein Bitcoin-Core-Entwickler (l0rinc) fand im BIP-110-Code einen <a href="https://blog.lopp.net/a-laymans-guide-to-bip-110/">Konsensfehler</a> rund um Cache-Poisoning bei einer Reorg an der Aktivierungsgrenze, der monatelang unbemerkt blieb. Für einen Vorschlag, der das Fundament des Netzwerks anfassen will, ist das kein gutes Zeichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum BIP-110 nichts bringt: Bitcoin regelt Spam über Gebühren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der ganze Aufwand wäre vielleicht noch diskutabel, wenn er sein Ziel erreichte. Tut er nicht. Bitcoin reguliert «Spam» seit jeher selbst – über einen offenen Markt für Blockspace und die Gebühren. Wer Daten unterbringen will, zahlt dafür; teurer Blockspace verdrängt minderwertige Nutzung von allein. Das ist der marktwirtschaftliche, zensurfreie Mechanismus, und er funktioniert ohne dass jemand entscheiden muss, welche Transaktion «erwünscht» ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">BIP-110 ersetzt diesen Mechanismus durch eine subjektive Regel darüber, was in einen Block darf – also durch Zensur. Und selbst diese Zensur ist trivial umgehbar: Peter Todd hat den <a href="https://studyknots.com/guides/bip-110">kompletten BIP-110-Text on-chain eingebettet</a> und dabei alle Regeln des Vorschlags eingehalten, um zu demonstrieren, dass sich die Beschränkungen mit minimalem Aufwand aushebeln lassen. Ein Filter, der das Grundprinzip der Zensurresistenz opfert und trotzdem nicht filtert, ist das schlechteste beider Welten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktionen aus der Branche fallen entsprechend deutlich aus. Alex Thorn von Galaxy Digital nannte den Soft Fork <a href="https://studyknots.com/guides/bip-110">einen «Angriff auf Bitcoin»</a>, Michael Saylor stufte ihn als Protokoll-Bedrohung ein, und Lopp bezeichnet den Vorschlag schlicht als <a href="https://www.mexc.com/news/793881">rücksichtslos und zum Scheitern verurteilt</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">«Gefährlich, sich nicht anzuschliessen»? Genau umgekehrt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Umfeld von Luke Dashjr kommt das Narrativ, es sei gefährlich, sich BIP-110 <em>nicht</em> anzuschliessen – Miner riskierten, dass ihre Blöcke verworfen würden. Diese Drohung dreht die Realität um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verworfen werden die Blöcke nur von den BIP-110-Nodes selbst. Ein Soft Fork, der Blöcke ablehnt, funktioniert nur dann, wenn die ablehnenden Nodes jene sind, die ein Miner zwingend braucht, um seine Coinbase-Rewards zu «verkaufen» – also die wirtschaftlich relevanten Nodes, an denen Börsen, Zahlungsdienstleister und Nutzer hängen. Bei einem Rückhalt von unter 1 % ist das nicht der Fall. Die BIP-110-Nodes haben, wie Lopp trocken feststellt, <a href="https://blog.lopp.net/a-laymans-guide-to-bip-110/">keine ökonomische Macht</a>. Wer nicht signalisiert, bleibt schlicht auf der Chain mit der gesamten Hashpower, der gesamten Liquidität und dem gesamten Ökosystem.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die neueste Volte: «Null Blöcke lehnen BIP-110 ab»</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weil das «gefährlich, nicht mitzumachen»-Narrativ nicht verfängt, wird das Argument inzwischen schlicht auf den Kopf gestellt. Auf den Einwand, dass unter 1 % der Miner BIP-110 unterstützen, <a href="https://nitter.yourdevice.ch/LukeDashjr/status/2072277965115732136#m">entgegnet Dashjr</a>, «readiness» sei nicht dasselbe wie Unterstützung, Miner träfen die Entscheidung ohnehin nicht – und bemerkenswerterweise gebe es «zero blocks signalling rejection of BIP110». Kein einziger Block signalisiere also eine Ablehnung, ergo laufe es auf eine erfolgreiche Aktivierung hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ein rhetorischer Taschenspielertrick. Im Signaling-Mechanismus von Bitcoin gibt es kein «Nein»-Bit. Die einzige Möglichkeit, einen Soft Fork abzulehnen, besteht darin, Bit 4 <em>nicht</em> zu setzen – und genau das tun über 99 % der Blöcke. Schweigen ist hier keine Zustimmung, sondern die einzige verfügbare Form des Widerspruchs, und sie fällt so deutlich aus, wie sie nur ausfallen kann. Die Behauptung, das Fehlen expliziter Ablehnungsblöcke bedeute Zustimmung, ist ungefähr so schlüssig wie die Aussage, alle seien dafür, weil auf dem Stimmzettel keine «Dagegen»-Box abgedruckt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die beiden Vorstufen des Arguments tragen nicht. «Readiness» ohne Signal ist für die Aktivierung schlicht unsichtbar – der Mechanismus zählt gesetzte Bits, keine unausgesprochenen Absichten. Und der Satz «Miner entscheiden nicht» ist die klassische UASF-Denkfigur: Angeblich entscheiden die wirtschaftlich relevanten Nodes. Das funktioniert aber nur, wenn diese Nodes ökonomisches Gewicht haben – bei einem Rückhalt im Promillebereich haben sie das <a href="https://blog.lopp.net/a-laymans-guide-to-bip-110/">nachweislich nicht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem stimmt schon die Prämisse nicht: Grosse Pools wie F2Pool haben BIP-110 <a href="https://news.bit2me.com/en/Bitcoin's-bip-110-divides-developers-and-miners">öffentlich abgelehnt</a>. Und selbst wenn ein kleiner Teil der Hashrate mitzöge, wäre eine Minderheits-Chain für Miner wirtschaftlich unattraktiv: Coinbase-Rewards sind erst nach 100 Bestätigungen ausgabefähig – bei zwei Blöcken pro Tag <a href="https://blog.lopp.net/a-laymans-guide-to-bip-110/">rund 50 Tage</a>, und Börsen würden auf einer Chain mit Minderheits-Hashrate wegen des Reorg-Risikos noch weit mehr Bestätigungen verlangen. Rationale Miner bleiben auf so einer Chain schlicht nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefährlich ist also nicht das Nicht-Mitmachen. Gefährlich ist der Versuch, eine Regeländerung ohne Konsens zu erzwingen und dabei einen Split zu provozieren, der reale Gelder auf Layer 2 gefährdet. Die hohen Node-Zahlen von Knots taugen dabei nicht als Gegenargument: Nodes sind nicht Sybil-resistent, das Betreiben ist billig, und der auffällig hohe Tor-Anteil unter den signalisierenden Nodes lässt vermuten, dass hinter vielen «Stimmen» wenige Akteure stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">BIP-110 ist ein Lehrstück darüber, wie man es nicht macht. Der Vorschlag will ein Problem lösen, das der Gebührenmarkt bereits regelt, mit einem Mittel – Zensur –, das dem Kern von Bitcoin widerspricht, über einen Mechanismus, der ohne Hashrate-Mehrheit nur einen unbrauchbaren Chain-Split erzeugen kann, und mit Regeln, die sich nachweislich umgehen lassen. Übrig bleibt ein reales Risiko für Lightning-Nutzer und ein Reputationsschaden für ein Netzwerk, dessen wichtigste Eigenschaft gerade seine Berechenbarkeit und Zensurresistenz ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Empfehlung ist unaufgeregt: Lasst euch von «THIS IS NOT A DRILL»-Rhetorik nicht drängen. Betreibt die Node-Software, der ihr vertraut, versteht die Aktivierungsmechanik, und behaltet – gerade wenn ihr Lightning-Channels betreibt – die erste Augustwoche im Auge. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verpufft BIP-110 als lautes, aber folgenloses Ereignis. Vorbereitet zu sein, kostet nichts. Panik dagegen ist genau das, was hier verkauft werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>WhatsApp-Verschlüsselung vor Gericht: Aus „theoretischer Hintertür&quot; wird ein Gerichtsfall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 14:30:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor gut einem Jahr haben wir in unserem Artikel Warum WhatsApps Verschlüsselung eine Verarsche ist geschrieben, dass „immer die theoretische Möglichkeit" bestehe, dass WhatsApp eine Hintertür eingebaut habe. Damals war...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vor gut einem Jahr haben wir in unserem Artikel <a href="https://yourdevice.ch/warum-whatsapps-verschluesselung-eine-verarsche-ist/">Warum WhatsApps Verschlüsselung eine Verarsche ist</a> geschrieben, dass „immer die theoretische Möglichkeit" bestehe, dass WhatsApp eine Hintertür eingebaut habe. Damals war das eine vorsichtige Formulierung – ein „könnte", kein „ist". Seit Ende Januar 2026 ist aus diesem „könnte" ein handfester Gerichtsfall geworden. Und nicht nur einer: Gleich mehrere Verfahren in den USA werfen Meta vor, die beworbene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) sei nicht das, was sie verspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Höchste Zeit für ein Update. Wir schauen uns an, was konkret behauptet wird, wie das zu den Lücken passt, die wir damals schon beschrieben haben – und vor allem: was davon belegt ist und was reine Behauptung bleibt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="450" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/09/whatsappspyware.jpeg" alt="" class="wp-image-9565" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/09/whatsappspyware.jpeg 800w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/09/whatsappspyware-300x169.jpeg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/09/whatsappspyware-768x432.jpeg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/09/whatsappspyware-500x281.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Worum geht es? Gleich mehrere Verfahren auf einmal</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Schlagzeilen verfolgt, verliert schnell den Überblick, weil mehrere Sachen parallel laufen. Eine <a href="https://www.ferner-alsdorf.de/whatsapp/">Übersicht des Strafverteidigers Jens Ferner</a> bringt etwas Ordnung hinein – es sind im Kern diese Stränge:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die internationale Sammelklage in San Francisco.</strong> Eingereicht Ende Januar 2026 von der Kanzlei Quinn Emanuel vor einem Bundesgericht im Nordbezirk Kalifornien. Geklagt hat eine <a href="https://www.nextpit.com/news/meta-lawsuit-privacy-whatsapp">Gruppe von Nutzern aus Australien, Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika</a>, stellvertretend für die über drei Milliarden WhatsApp-Nutzer. Die Klage spricht von einer „kleptographischen Backdoor" und wirft Meta irreführende Geschäftspraktiken vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Whistleblower-Klage seit September 2025.</strong> Hier geht es um einen ehemaligen WhatsApp-Mitarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Untersuchung des US-Handelsministeriums.</strong> Sie prüfte Aussagen ehemaliger Content-Moderatoren, die über den Dienstleister Accenture für Meta gearbeitet haben sollen. Pikant: Diese Untersuchung wurde im <a href="https://www.business-standard.com/technology/tech-news/whatsapp-encryption-meta-probe-privacy-controversy-explained-126042901091_1.html">April 2026 laut Bloomberg abrupt eingestellt</a> – ein Ermittler hatte zuvor über zehn Monate Material gesammelt und intern festgehalten, Meta speichere verschlüsselte WhatsApp-Nachrichten und könne sie lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Klage des Bundesstaats Texas.</strong> Im Mai 2026 reichte das Büro von Generalstaatsanwalt Ken Paxton eine eigene Klage <a href="https://borncity.com/news/texas-verklagt-meta-whatsapp-soll-bei-verschluesselung-getaeuscht-haben/">unter dem Texas Deceptive Trade Practices Act</a> ein und fordert Zivilstrafen pro Verstoss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist also kein einzelner Querulant, sondern eine ganze Welle. Das macht die Sache interessant – sagt aber für sich genommen noch nichts über den Wahrheitsgehalt aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kern des Vorwurfs: das „Task"-System</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum aller Vorwürfe steht ein angeblicher interner Mechanismus. Laut Klageschrift müsse ein Meta-Mitarbeiter <a href="https://www.notebookcheck.com/Klage-gegen-WhatsApp-Mitarbeiter-sollen-trotz-Verschluesselung-problemlos-auf-Nutzerdaten-zugreifen-koennen.1215806.0.html">lediglich einen „Task", also eine Anfrage über ein internes System, an ein Engineering-Team senden</a>, um Zugriff auf Chats zu erhalten. Dieser Zugriff werde dann oft „ohne jegliche Prüfung" gewährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders brisant: Laut <a href="https://proton.me/blog/whatsapp-encryption-lawsuit">Darstellung der Kläger</a> liessen sich die Nachrichten danach nahezu in Echtzeit und auch rückwirkend einsehen – ohne zusätzlichen Entschlüsselungsschritt. Genau das ist der Punkt, der über alles hinausgeht, was wir im Ursprungsartikel beschrieben haben. Es wäre eben nicht „nur" das bekannte Backup-Loch oder die Meldefunktion, sondern ein direkter Live-Zugriff auf laufende, eigentlich Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie passt das zu den Lücken, die wir längst beschrieben haben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer unseren ersten Artikel gelesen hat, kennt die realen Schwachstellen schon. Und genau hier wird es spannend, weil die Klage teils auf bekanntem, belegtem Terrain aufbaut – und teils weit darüber hinausschiesst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Belegt und unbestritten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Unverschlüsselte Backups.</strong> Wer die E2EE-Backups nicht aktiv einschaltet, hat seinen Chatverlauf in Google Drive oder iCloud in einer Form liegen, auf die der Anbieter zugreifen kann. WhatsApp <a href="https://it.slashdot.org/story/18/08/29/2032231/whatsapp-warns-free-google-drive-backups-are-not-end-to-end-encrypted">schreibt selbst in den Support-Dokumenten</a>, dass Backups in der Cloud nicht durch die WhatsApp-E2EE geschützt sind. Verschlüsselte Backups gibt es zwar seit Ende 2021 – aber <a href="https://m.gsmarena.com/whatsapp_endtoend_encrypted_backups_are_now_live_on_both_android_and_ios-news-51435.php">standardmässig sind sie nicht aktiv</a>.</li>



<li><strong>Die Meldefunktion (Message Franking).</strong> Wird eine Nachricht gemeldet, werden die letzten fünf Nachrichten im Klartext an WhatsApp übertragen. Das ist ein bekannter, dokumentierter Mechanismus – und genau hier liegt der wahre Kern hinter der Accenture-Geschichte: Moderatoren sichten gemeldete Inhalte.</li>



<li><strong>Metadaten.</strong> Wer mit wem, wann, wie oft, von welcher IP – das alles wird erhoben und fällt nicht unter „Inhalt".</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Behauptet, aber unbewiesen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der angebliche Live-Zugriff per „Task" auf beliebige laufende Chats. Hier ist die zentrale Frage, ob die Aussagen der ehemaligen Moderatoren <a href="https://www.ferner-alsdorf.de/whatsapp/">auf einem Missverständnis über den legitimen Melde-Mechanismus beruhen oder tatsächlich einen darüber hinausgehenden systematischen Zugang beschreiben</a>. Das ist bislang ungeklärt.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist belegt – und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle lohnt sich Ehrlichkeit statt Empörung. Die Sammelklage stützt sich auf <a href="https://www.gblock.app/articles/whatsapp-encryption-lawsuit-meta-backdoor">anonyme Whistleblower und liefert keinen technischen Beweis</a> – keinen Code, keine Netzwerk-Mitschnitte, kein Audit, das eine kryptografische Hintertür belegt. Die Behauptungen sind zum jetzigen Zeitpunkt also unbewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meta weist die Vorwürfe entsprechend scharf zurück und nennt die Klage <a href="https://proton.me/blog/whatsapp-encryption-lawsuit">„kategorisch falsch" und ein „absurdes Werk der Fiktion"</a>; man setze seit einem Jahrzehnt auf das Signal-Protokoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch unabhängige Stimmen sind skeptisch. <a href="https://winfuture.de/news,156588.html">Kryptografie-Fachleute geben zu bedenken</a>, dass eine Hintertür, die Milliarden Nachrichten entschlüsselt, extrem komplex und kaum zu verbergen wäre – Sicherheitsforschende analysieren regelmässig die Binärdateien der App. Eine flächendeckende Backdoor müsste irgendwann auffallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das heisst aber nicht, dass „alles gut" ist. Die Trennung ist entscheidend:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die <strong>starke</strong> These (ein Knopf für Live-Zugriff auf jeden Chat) ist denkbar, aber nicht erhärtet.</li>



<li>Das <strong>abgeschwächte</strong> Bild (Meta und Google kommen bei sehr vielen Nutzern faktisch an Inhalte – über unverschlüsselte Backups, über die Moderationspipeline, über Metadaten) ist dagegen belegt und kein Verschwörungsszenario.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Vermengung ist es, die solche Klagen plausibel <em>wirken</em> lässt: Wer sagt „Meta kann meine Nachrichten lesen", liegt für die meisten Standard-Setups praktisch richtig – auch ohne dass die Live-E2EE selbst geknackt sein muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der wunde Punkt bleibt: Closed Source</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Warum lässt sich der Vorwurf nicht einfach widerlegen? Weil WhatsApp proprietäre Software ist. Ihr könnt den Quellcode nicht einsehen und nicht überprüfen, ob das ausgelieferte Programm wirklich das tut, was das Whitepaper behauptet. Das Signal-Protokoll selbst ist solide und <a href="https://signal.org/blog/whatsapp-complete/">öffentlich dokumentiert</a> – aber das Vertrauen endet bei der konkreten Implementierung von Meta.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das ist der Unterschied zu echten Privacy-Messengern: Bei <a href="https://yourdevice.ch/signal-fork-molly-foss-mit-unified-push/">Signal beziehungsweise dem Fork Molly</a> ist der Code offen und nachvollziehbar, bei <a href="https://yourdevice.ch/chat/">Matrix</a> ebenso. Vertrauen muss man sich verdienen – und Nachprüfbarkeit ist die einzige seriöse Grundlage dafür.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Ob die Klage gewinnt oder nicht – euer Risiko bleibt gleich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spannend an den Verfahren ist weniger das Urteil, das ohnehin Jahre dauern kann, sondern was sie ans Licht bringen. Aber für die Praxis ändert das Ergebnis erstaunlich wenig: Solange ihr WhatsApp mit Standard-Einstellungen nutzt, sind eure Inhalte über unverschlüsselte Backups und die Meldefunktion ohnehin angreifbar – ganz unabhängig davon, ob es das „Task"-System in der behaupteten Form gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Empfehlung ist deshalb dieselbe geblieben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aktiviert mindestens die <strong>verschlüsselten Backups</strong> (und denkt daran: das bringt nur etwas, wenn auch euer Gegenüber es tut – sonst liegt euer Chat in dessen unverschlüsseltem Backup).</li>



<li>Schränkt die <strong>Berechtigungen</strong> ein und nutzt auf GrapheneOS die <a href="https://yourdevice.ch/der-grapheneos-einsteiger-guide-einrichtung-anwendung/#Storage_Scopes">Storage Scopes</a>.</li>



<li>Und wenn euch Privatsphäre wirklich wichtig ist: wechselt zu einem offenen, nachprüfbaren Messenger wie <a href="https://yourdevice.ch/signal-fork-molly-foss-mit-unified-push/">Signal/Molly</a> oder <a href="https://yourdevice.ch/chat/">Matrix</a>.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganzen praktischen Tipps haben wir im <a href="https://yourdevice.ch/warum-whatsapps-verschluesselung-eine-verarsche-ist/">ursprünglichen Artikel</a> zusammengefasst. Die Klagen sind ein gutes Druckmittel und ein wichtiges Signal – aber das eigentliche Problem ist und bleibt: Eine App, die ihr nicht überprüfen könnt, müsst ihr glauben. Und Glauben ist im Datenschutz die schwächste aller Garantien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Hat Google Zugriff auf Pixel Phones mit GrapheneOS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist das immer gleiche Argument, das uns in der Beratung, in Foren und in Kommentarspalten begegnet: „GrapheneOS auf einem Pixel ist doch reine Augenwischerei. Das Telefon kommt von Google,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es ist das immer gleiche Argument, das uns in der Beratung, in Foren und in Kommentarspalten begegnet: „<a href="https://yourdevice.ch/grapheneos/" type="page" id="9676">GrapheneOS</a> auf einem Pixel ist doch reine Augenwischerei. Das Telefon kommt von Google, also hat Google ohnehin vollen Zugriff auf das Gerät." Auf den ersten Blick klingt das plausibel. Wer die Hardware baut, kontrolliert sie doch – oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wirklichkeit verwechselt dieses Argument zwei grundverschiedene Dinge: wer ein Gerät herstellt und wer die Software darauf kontrolliert. Wir wollen diesen Mythos in diesem Artikel technisch sauber auseinandernehmen, ehrlich bei den Grenzen bleiben (<strong>denn nichts ist zu 100 Prozent sicher</strong>) und am Ende klar einordnen, was tatsächlich möglich ist – und was nicht. Vorweg: Großflächige, automatisierte Überwachung über euer GrapheneOS-Pixel ist nicht möglich. Was bleibt, sind teure, gezielte Angriffe gegen Einzelpersonen. Der Unterschied ist entscheidend.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google-1024x640.jpg" alt="" class="wp-image-20534" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google-1024x640.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google-300x188.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google-768x480.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google-1536x961.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google-500x313.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/grapheneos-vs-google.jpg 1586w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Der Denkfehler: Hardware-Hersteller ist nicht gleich Software-Kontrolle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Google fertigt die Pixel-Geräte nicht einmal selbst – das tun Auftragsfertiger. Vor allem aber: Wer ein Stück Hardware produziert, <strong>hat damit noch lange keinen dauerhaften Zugang zu dem, was später darauf läuft.</strong> Genau hier setzt GrapheneOS an. Es ersetzt das komplette Betriebssystem. Was nach dem Flashen auf dem Gerät läuft, ist nicht mehr Googles Android, sondern ein quelloffenes, gehärtetes System, das ihr selbst kontrolliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der entscheidende Mechanismus dahinter heißt <a href="https://source.android.com/docs/security/features/verifiedboot?hl=de">Verified Boot</a> – und er funktioniert auf den Pixels ausgerechnet besonders gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verified Boot mit euren eigenen Schlüsseln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem handelsüblichen Smartphone ist der Bootloader auf die Schlüssel des Herstellers verriegelt. Beim Pixel lässt sich der Bootloader jedoch entsperren, GrapheneOS flashen – und danach wieder verriegeln. Und das ist der springende Punkt: Beim erneuten Verriegeln <strong>übernimmt das Gerät die kryptografischen Schlüssel von GrapheneOS, nicht die von Google.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/android_verified_boot-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-20536" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/android_verified_boot-1024x683.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/android_verified_boot-300x200.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/android_verified_boot-768x512.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/android_verified_boot-500x333.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/android_verified_boot.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Verified Boot prüft beim Start jede Stufe der Boot-Kette kryptografisch, bevor sie ausgeführt wird. Der dedizierte Sicherheitschip im Pixel – der Titan M2 – erzwingt dabei, dass nur Software startet, die mit genau dem Schlüssel signiert ist, auf den ihr das Gerät verriegelt habt. Lädt jemand manipulierten Code oder versucht, ein anderes System unterzuschieben, schlägt die Prüfung fehl und das Gerät warnt euch oder bootet gar nicht erst. Der Witz daran: <strong>Googles Signaturschlüssel sind in dieser Vertrauenskette für das Betriebssystem schlicht nicht mehr enthalten.</strong> Das Pixel vertraut nach dem Relock GrapheneOS – nicht Google.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hardware, die Google liefert, arbeitet damit für euch: Der von Google verbaute Sicherheitschip schützt ein System, das Google nicht mehr kontrolliert. Das ist keine Ironie, sondern saubere Sicherheitsarchitektur.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Google im System</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Baustein ist ebenso wichtig. Standardmäßig laufen auf GrapheneOS keine Google Play Services. Es gibt keine eingebaute Telemetrie, keine Werbe-ID, keine automatischen Cloud-Backups zu Google, keine im Hintergrund mitlaufenden Google-Dienste mit Systemrechten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Play Services braucht, kann sie als sogenannte <a href="https://yourdevice.ch/der-grapheneos-einsteiger-guide-einrichtung-anwendung/" type="post" id="14600">sandboxed Play Services</a> nachinstallieren. Und auch hier ist die Architektur entscheidend: <strong>Diese laufen dann als ganz normale, unprivilegierte App in einer Sandbox</strong> – ohne Sonderrechte, ohne Zugriff auf andere Apps, ohne Systemberechtigungen, die ihnen GrapheneOS nicht ausdrücklich erteilt. Sie sehen genau so viel wie jede andere App, der ihr nichts erlaubt habt: nämlich praktisch nichts. Damit fällt der gesamte Mechanismus weg, über den Mainstream-Android Daten im großen Stil sammelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das ist der entscheidende Hebel gegen Massenüberwachung: Sie funktioniert über systematische Datensammlung – Telemetrie, Cloud-Sync, Geräte-IDs, vorinstallierte Dienste mit Tiefenzugriff. GrapheneOS entfernt diese Vektoren. Damit ist die Voraussetzung für flächendeckendes, automatisiertes Mitlesen schlicht nicht mehr gegeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Modem-Argument: was der Baseband wirklich kann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt zum technisch anspruchsvollsten Teil, an dem sich die meisten Ängste festmachen: dem Modem, auch Baseband genannt. Der Vorwurf lautet, das Mobilfunk-Modem laufe mit geschlossener Firmware und habe „Zugriff auf alles, was durchgeht". Daraus wird dann gefolgert, Google, Provider oder Behörden könnten über das Modem das gesamte Gerät einsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier müssen wir präzise sein, denn an dem Argument ist ein wahrer Kern – aber die Schlussfolgerung ist falsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahr ist: Die Modem-Firmware ist proprietär. Niemand außerhalb des Herstellers kann sie vollständig auditieren. Das ist eine reale, verbleibende Vertrauensannahme, und seriöse Sicherheitsforschung verschweigt das auch nicht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-20535" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem-1024x576.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem-300x169.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem-768x432.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem-1536x864.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem-500x281.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/baseband_modem.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Qualcom Modem mit proprietärer Software</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Falsch ist die Annahme, dieses Modem könne deshalb beliebig auf den Hauptspeicher und eure Daten zugreifen. Auf den offiziell unterstützten Geräten ist der Baseband isoliert. Eine sogenannte <strong>IOMMU (Input-Output Memory Management Unit)</strong> sitzt <strong>zwischen Modem und Arbeitsspeicher</strong> und beschränkt den Speicherzugriff des Modems auf einen winzigen, klar abgegrenzten Bereich – <strong>nämlich auf internen Modemspeicher </strong>und exakt den Speicher, den die Treiber bewusst mit ihm teilen. Historisch hatte der Baseband per Direct Memory Access tatsächlich vollen Zugriff auf das RAM des Hauptprozessors; ein kompromittiertes Modem konnte damit das ganze System unterlaufen. Genau diese Schwachstelle schließt die IOMMU-Isolation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist dabei ein oft missverstandener Punkt: Ob eine Komponente auf einem separaten Chip sitzt, sagt nichts über ihre Isolation aus. <strong>Entscheidend ist, dass die Treiber sie als nicht vertrauenswürdig behandeln und ihren Zugriff hart begrenzen.</strong> Genau das leisten die Pixel-Plattform und GrapheneOS. Auf den aktuellen Qualcomm-basierten Geräten sind außerdem WLAN und Bluetooth als isolierte, <strong>sandboxed Prozesse</strong> umgesetzt, statt auf einem schlecht eingehegten Zusatzchip zu laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das Modem also sehen kann, ist der Netzwerkverkehr, der über den Mobilfunk läuft. Was es nicht kann, ist euren Speicher auslesen, eure Dateien exfiltrieren oder beliebig das Hauptsystem übernehmen – solange die Isolation hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist aber erst die eine Hälfte des Modem-Arguments beantwortet, nämlich der gefürchtete Datenzugriff. Die zweite Hälfte ist die Sorge vor einem „<strong>Killswitch</strong>": Könnte jemand über das Modem nicht eure Daten lesen, sondern euer Gerät einfach fernabschalten – und das massenhaft? Diese Frage gehört sauber getrennt, weil sie ein ganz anderes Bedrohungsmodell beschreibt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Killswitch-Mythos: Netz abschalten ist nicht gleich Handy fernsteuern</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Killswitch-Angst stecken in Wahrheit drei völlig verschiedene Dinge, die ständig zu einem einzigen Schreckgespenst vermischt werden. Sortieren wir sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erstens: die Netzsperre.</strong> Ja, ein Mobilfunknetz kann euch den Dienst verweigern – einzelne Geräte über eine IMEI-Sperre, ganze Regionen über eine Abschaltung der Funkzellen. Solche flächendeckenden Netz-Blackouts hat es real gegeben, und sie sind tatsächlich „massenhaft" möglich. Aber: Das ist eine Dienstverweigerung, kein Fernzugriff. Das Netz hört auf, euch zu bedienen – niemand übernimmt dabei euer Gerät, liest eure Daten oder „brickt" die Hardware. Euer Telefon funktioniert weiter, nur eben ohne Mobilfunk: WLAN, lokale Apps, gespeicherte Daten bleiben nutzbar. Und das Wichtigste: Davon ist jedes Telefon gleichermaßen betroffen, völlig unabhängig vom Betriebssystem. GrapheneOS kann eine Netzabschaltung nicht verhindern – aber es wird dabei auch nicht gesondert herausgegriffen. Wer gegen genau dieses Szenario gewappnet sein will, setzt auf netzunabhängige Kanäle: WLAN, Mesh, Offline-Funktionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zweitens: der Diebstahlschutz-Killswitch.</strong> Seit einigen Jahren ist in mehreren Rechtsräumen ein Anti-Diebstahl-Killswitch vorgeschrieben – also die Möglichkeit, ein verlorenes Gerät aus der Ferne zu sperren oder zu löschen. Wichtig zu verstehen: Dieser Mechanismus sitzt nicht im Modem, sondern auf Betriebssystem- und Cloud-Ebene und hängt an eurem Konto, bei Stock-Android also an Googles „Find My Device". Auf GrapheneOS ohne Google-Dienste existiert dieser Google-Haken schlicht nicht. Ironischerweise entfernt GrapheneOS damit genau den Fernabschalt-Vektor, den viele fürchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drittens: die geheime Modem-Backdoor zum Fernbricken.</strong> Das ist der eigentliche Kern des Mythos – und der Teil, der dem Vertrauensmodell der Hardware widerspricht. Die Firmware des Modems wird ausschließlich mit Schlüsseln signiert und validiert, die allein der Chip-Hersteller Qualcomm besitzt. Nur Qualcomm kann diese Firmware überhaupt aktualisieren. Ein beliebiger Provider, ein Geheimdienst oder ein Angreifer kann dem Modem also nicht einfach eine manipulierte „Abschalt-Firmware" unterschieben. Auf GrapheneOS kommt erschwerend hinzu: Die Radio- und Modem-Firmware ist Teil des signierten GrapheneOS-Update-Pakets, das euer Gerät kryptografisch prüft, bevor es es akzeptiert. Es gibt keinen Kanal, über den der Mobilfunkanbieter dem Modem im laufenden Betrieb beliebige Firmware nach Belieben aufzwingt. Und selbst wenn ein Modem kompromittiert würde, hält die IOMMU-Isolation es davon ab, das Hauptsystem zu bricken oder eure Daten zu greifen – es könnte im schlimmsten Fall den Mobilfunk stören, mehr nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehrliche Restpunkt ist die SIM-Karte. Sie ist ein eigener kleiner Computer mit eigenem Prozessor, und der Carrier kann ihr über das Netz Befehle senden – eine Angriffsfläche, die in der Vergangenheit für gezielte Angriffe der „Simjacker"-Klasse genutzt wurde. Aber auch hier gilt: Das war zielgerichtet gegen Einzelpersonen, der mögliche Schaden beschränkte sich auf Standort und Geräte-Kennungen, und die SIM kann weder euren Speicher auslesen noch das Gerät lahmlegen. Wer das ausschließen will, kann die SIM entfernen oder das Gerät rein über WLAN betreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterm Strich: „<strong>Massenhaftes Lahmlegen</strong>" ist nur als Netzabschaltung real – also als Dienstverweigerung, die jedes Gerät gleich trifft und niemandem Zugriff auf eure Daten gibt. Ein heimlicher, fern auslösbarer Modem-Killswitch, der gezielt eure Geräte brickt oder übernimmt, passt dagegen nicht ins signierte, isolierte Vertrauensmodell – und wäre, würde er existieren, durch genau die Forensik- und Netzwerkanalysen längst aufgefallen, die GrapheneOS so transparent machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was der Provider sieht – und was verschlüsselt bleibt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trennen wir sauber zwischen zwei Ebenen, denn auch hier wird viel durcheinandergeworfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Netzwerkebene sehen euer Mobilfunkanbieter und damit potenziell auch Behörden bestimmte Metadaten – und das gilt für jedes Mobiltelefon der Welt, völlig unabhängig vom Betriebssystem. Dazu gehören: in welche Funkzelle ihr eingebucht seid (und damit grob euer Standort), Verbindungszeitpunkte, Gesprächs- und SMS-Metadaten und mit welchen IP-Adressen ihr sprecht. <strong>Das ist Physik und Funktionsweise des Mobilfunknetzes, kein GrapheneOS-Versäumnis</strong>. Wer auch diese Metadaten reduzieren will, <strong><a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/vpn-shadowsocks/" type="product_cat" id="271">braucht ein VPN oder Tor</a></strong> – und für den Standort gegenüber dem Provider hilft letztlich nur, das Gerät auszuschalten oder ohne SIM zu betreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Inhaltsebene sieht hingegen weder der Provider noch das Modem den Klartext eurer Kommunikation. Moderne Verbindungen sind Ende-zu-Ende oder zumindest per TLS verschlüsselt. Selbst ein bösartiges Modem oder ein neugieriger Provider bekommt verschlüsselten Datenstrom zu sehen, keinen lesbaren Inhalt. Die viel zitierte Angst „die sehen alles" verwechselt Metadaten mit Inhalten. Wer mitliest, dass ihr mit einem Server gesprochen habt, weiß noch lange nicht, was ihr gesagt habt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Wireshark tatsächlich zeigt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit zum Wireshark-Argument, das oft falsch herum erzählt wird. Behauptet wird, Mitschnitte würden beweisen, dass Google über das Modem alles einsieht. Tatsächlich zeigen Netzwerkanalysen das Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer den Datenverkehr eines GrapheneOS-Geräts mitschneidet, stellt fest: Es gibt keine ständigen Verbindungen zu Google-Servern. Ohne Play Services telefoniert das System nicht nach Hause. Konnektivitätsprüfungen und Update-Abfragen gehen an die Server von GrapheneOS, nicht an Google. Dienste, die unter Stock-Android über Google laufen würden, fehlen schlicht. Ein Mitschnitt belegt also nicht die Überwachung, sondern ihre Abwesenheit – er zeigt ein System, das eben gerade nicht permanent Telemetrie streamt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ein Mitschnitt nicht leisten kann, ist ein Blick in die proprietäre Modem-Firmware selbst. Aber genau deshalb ist die IOMMU-Isolation so wichtig: Sie sorgt dafür, dass das, was ihr nicht vollständig auditieren könnt, auch nicht beliebig auf den Rest des Systems zugreifen kann. Ihr müsst dem Modem nicht blind vertrauen – ihr sperrt es ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der empirische Beweis: der Cellebrite-Leak</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle hört die Theorie auf und werden die Fakten unbequem für die Mythos-Erzähler. Wenn Google über die Hardware „vollen Zugriff" auf Pixel-Geräte hätte, dann müsste sich diese Annahme in der Praxis zeigen – und sie tut genau das Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 tauchten <a href="https://discuss.privacyguides.net/t/updated-cellebrite-google-pixel-matrix-leak-february-2025/25911">geleakte Unterlagen der Forensik-Firma Cellebrite</a> auf. Cellebrite baut jene Werkzeuge, mit denen Strafverfolgungsbehörden weltweit gesperrte Smartphones auslesen. Die durchgesickerte „Support-Matrix" listet auf, welche Geräte und Zustände sich knacken lassen. Das Ergebnis: Pixel-Geräte mit Stock-Android lassen sich in bestimmten Zuständen zumindest teilweise auslesen – dieselben Pixel-Geräte mit GrapheneOS dagegen widerstehen den Werkzeugen weitgehend. Für GrapheneOS-Versionen ab Ende 2022 fand Cellebrite den Unterlagen zufolge keinen funktionierenden technischen Zugang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst diesen Punkt kurz sacken. Dieselbe Google-Hardware. Einmal mit Googles System, einmal mit GrapheneOS. Das eine lässt sich teilweise auslesen, das andere stoppt eines der weltweit fortschrittlichsten Forensik-Systeme. Das ist der direkte, empirische Beleg dafür, dass nicht der Hardware-Hersteller den Zugriff kontrolliert, sondern das Betriebssystem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es entlarvt die „Google-Backdoor"-These gleich doppelt: Erstens würde keine Behörde teure Cellebrite-Lizenzen kaufen, gäbe es einen bequemen Hintereingang über Google. Zweitens würde so ein Hintereingang die Pixel-Geräte auch nicht ausgerechnet dann scheitern lassen, wenn GrapheneOS darauf läuft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ehrlich bleiben: nichts ist zu 100 Prozent sicher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Ehrlichkeit gehört zu einer seriösen Einordnung dazu, und wir machen euch hier nichts vor. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Es existieren Exploits, auch gegen gehärtete Systeme. Baseband-Schwachstellen, Zero-Click-Angriffe der Pegasus-Klasse, physischer Zugriff mit Spezialhardware – das alles ist real.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidend ist aber die Natur dieser Angriffe. Sie sind:</p>



<p class="wp-block-paragraph">teuer, oft im Bereich von Millionenbeträgen pro Ziel; spezialisiert und individualisiert, also auf eine konkrete Person zugeschnitten; häufig an bestimmte Bedingungen geknüpft, etwa physischen Zugriff oder einen bestimmten Gerätezustand; und sie sind nicht skalierbar. Man kann sie gegen einzelne, hochrangige Ziele richten, aber nicht gegen die gesamte Bevölkerung gleichzeitig ausrollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Genau das ist der Kern: Massenüberwachung und gezielte Kompromittierung sind zwei verschiedene Bedrohungsmodelle</strong>. Massenüberwachung lebt von automatisierter, flächendeckender Datensammlung – und genau die schaltet GrapheneOS aus, indem es Telemetrie, Google-Dienste und Sammelschnittstellen entfernt. Gezielte Angriffe bleiben theoretisch möglich, kosten aber pro Person so viel Aufwand, dass sie niemand breit einsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">GrapheneOS reduziert sogar diese Restfläche aktiv: durch hardwarebasiertes Memory Tagging, einen gehärteten Speicherallokator, einen automatischen Neustart in den besonders geschützten Zustand vor der ersten Entsperrung nach längerer Inaktivität, abschaltbares USB bei gesperrtem Gerät, einen LTE-only-Modus zur Verkleinerung der Modem-Angriffsfläche und vieles mehr. Wer sein Bedrohungsmodell kennt, kann hier sehr weit drehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behauptung „Google hat über das Pixel ohnehin vollen Zugriff" hält keiner technischen Prüfung stand. Verified Boot verriegelt das Gerät auf eure Schlüssel, nicht auf Googles. Ohne Play Services und Telemetrie fällt die gesamte Infrastruktur für Massendatensammlung weg. Das Modem ist per IOMMU isoliert und kommt nicht beliebig an euren Speicher. Netzwerk-Mitschnitte belegen die Abwesenheit von Google-Verbindungen, nicht deren Existenz. Und der Cellebrite-Leak liefert den empirischen Schlussstein: Auf identischer Hardware schlägt GrapheneOS die Forensik, Stock-Android nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bleibt, ist die ehrliche Wahrheit, die für jede Technik gilt: Es gibt keine absolute Sicherheit. Aber der Unterschied zwischen „theoretisch durch einen teuren, gezielten Angriff verwundbar" und „permanent flächendeckend überwacht" ist gewaltig. GrapheneOS verschiebt euch klar in die erste Kategorie. Für nahezu jedes realistische Bedrohungsmodell ist ein Pixel mit GrapheneOS damit nicht „Verarsche", sondern eine der stärksten Kombinationen, die ihr heute kaufen könnt. Wer mehr über GrapheneOS erfahren will, <a href="https://yourdevice.ch/grapheneos/" type="page" id="9676">kommt mal hier vorbei</a>, oder liest <a href="https://yourdevice.ch/der-grapheneos-einsteiger-guide-einrichtung-anwendung/" type="post" id="14600">unseren ausführlichen GoS Guide</a> und findet heraus, dass die Bedienungen sich von einem normalen Android Smartphone kaum unterscheidet.</p>
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		<title>GrapheneOS ohne Google Pixel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang galt für <a href="https://grapheneos.org/">GrapheneOS</a> eine einfache, aber unbequeme Wahrheit: Wer das wohl härteste datenschutzfreundliche Smartphone-Betriebssystem nutzen wollte, musste ausgerechnet Hardware von Google kaufen. Ein Pixel, geflasht mit einem Android-Fork, der Google gerade loswerden will – diese Ironie begleitet das Projekt seit seinen Anfängen. Mit der Ankündigung auf dem Mobile World Congress 2026 ändert sich diese Ausgangslage zum ersten Mal grundlegend. GrapheneOS hat einen Hardware-Partner gefunden, und zwar einen, mit dem kaum jemand fest gerechnet hatte: <a href="https://www.motorola.com/ch/de/homepage">Motorola</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Artikel ordnen wir für euch ein, was genau angekündigt wurde, warum die ersten Geräte trotzdem erst 2027 kommen, welche knallharten Hardware-Anforderungen dahinterstecken – und warum „GrapheneOS löst sich von Google" eine Schlagzeile ist, die nur zur Hälfte stimmt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_title-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-20529" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_title-1024x576.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_title-300x169.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_title-768x432.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_title-500x281.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_title.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Was auf dem MWC 2026 angekündigt wurde</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang März 2026 hat Motorola auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine langfristige Partnerschaft mit der GrapheneOS Foundation öffentlich gemacht. Damit wird Motorola – das seit Jahren zu Lenovo gehört – der erste Hardware-Hersteller außerhalb von Google, der GrapheneOS offiziell unterstützt. Bis dahin standen ausschließlich Google-Pixel-Geräte auf der Liste der unterstützten Hardware, aktuell von der <a href="https://yourdevice.ch/shop/customroms/grapheneos-installation-auf-eurem-smartphone/" type="product" id="10020">Pixel-6-Reihe bis zur Pixel-10-Serie.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die offizielle Sprache klang erwartbar groß: Motorola will mit der Zusammenarbeit „modernste Sicherheit für Alltagsnutzer weltweit" liefern. Hinter den Marketingfloskeln steckt aber ein konkreter technischer Plan. Es geht nicht darum, GrapheneOS irgendwie auf bestehende Moto-Telefone zu zwingen. Stattdessen entwickelt Motorola künftige Geräte von Grund auf so, dass sie die strengen Anforderungen des Projekts erfüllen. GrapheneOS hat zusätzlich angedeutet, dass Motorola auch einige GrapheneOS-Funktionen in die eigenen Geräte integrieren wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fokus stehen zunächst die Flaggschiff-Linien: die nächste Generation des Motorola Signature, das Razr Fold und das Razr Ultra. GrapheneOS hat klargestellt, dass der Fokus anfangs auf einem einzigen Gerät liegt und sich die Unterstützung danach schrittweise auf weitere Modelle ausweiten kann. Wer also schon träumt, sein bestehendes Razr 2026 zu flashen: Das wird nicht passieren. Es geht ausdrücklich um künftige, eigens dafür konstruierte Hardware.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum erst 2027? Das Problem heißt Memory Tagging</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ehrliche Antwort auf die naheliegende Frage „Warum dauert das so lange?" ist technisch und liegt nicht an Bürokratie, sondern an Silizium. GrapheneOS verlangt von künftigen Geräten Hardware Memory Tagging, eine der wirkungsvollsten Exploit-Mitigationen, die es derzeit auf mobilen Plattformen gibt. Und genau diese Funktion ist bei der Konkurrenz zu Googles Tensor-Chips lange ein Schwachpunkt gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Memory Tagging (auf ARM heißt das Memory Tagging Extension, kurz MTE) markiert Speicherbereiche mit einer Art Etikett und prüft bei jedem Zugriff, ob das Etikett des Zeigers zum Etikett des Speichers passt. Ganze Klassen von Speicherfehlern – Use-after-free, Buffer-Overflows – werden damit zur Laufzeit abgefangen, statt sie zur Angriffsfläche werden zu lassen. Auf den Pixels ab der 8. Generation läuft das längst standardmäßig, weil diese Geräte auf neue ARMv9-Kerne setzen. GrapheneOS nutzt Memory Tagging per Default, um das Basissystem und kompatible Apps zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Qualcomm, dessen Snapdragon-Chips Motorola verbaut, war funktionierendes Memory Tagging lange nicht durchgängig verfügbar. Erst mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 implementiert Qualcomm das Feature vollständig. Genau deshalb hat GrapheneOS das ursprünglich angepeilte Fenster von „Ende 2026 oder 2027" inzwischen klar auf 2027 verschoben. Das Projekt hat bestätigt, dass die künftigen Nicht-Pixel-Geräte definitiv auf Snapdragon setzen werden – vermutlich auf das Flaggschiff-SoC, das gegen Ende 2026 erscheint – und dass die Unterstützung je nach Implementierung durch Qualcomm und Motorola mehrere Geräteklassen umfassen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Die Partnerschaft wartet darauf, dass die Hardware reif wird. Das ist kein Rückschlag, sondern Ausdruck dessen, dass GrapheneOS bei seinen Sicherheitsstandards nicht verhandelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was GrapheneOS von Hardware verlangt – und warum nur Pixel sie bisher erfüllt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ihr versteht, warum dieser Schritt so lange auf sich warten ließ, lohnt sich ein Blick auf den Anforderungskatalog. GrapheneOS beschränkt seine offizielle Unterstützung nicht aus Bequemlichkeit auf Pixel-Geräte, sondern weil bislang nur diese das komplette Paket liefern. Dazu gehören mehrere Bausteine, die ineinandergreifen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://source.android.com/docs/security/test/memory-safety/arm-mte?hl=de">Hardware Memory Tagging</a></strong> als Laufzeitschutz gegen Speicherkorruption, wie oben beschrieben. Dies ist der aktuelle Engpass auf Qualcomm-Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://source.android.com/docs/security/features/verifiedboot?hl=de">Verified Boot</a> mit relockbarem Bootloader.</strong> Das Gerät muss sich nach dem Flashen eines alternativen Betriebssystems wieder verriegeln lassen, sodass die gesamte Boot-Kette kryptografisch geprüft wird. Viele Hersteller erlauben entweder gar kein Entsperren des Bootloaders – oder ein erneutes Verriegeln nach Custom-ROM-Installation ist nicht möglich. Beides ist für GrapheneOS ein Ausschlusskriterium.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein isoliertes Secure Element mit Attestation.</strong> Pixel-Geräte bringen den Titan-M2-Chip mit, der einen StrongBox-Keystore samt hardwaregestützter Attestation bereitstellt. Dazu kommt die sogenannte Weaver-Funktion, die Brute-Force-Angriffe auf den Sperrcode durch erzwungene Verzögerungen praktisch unmöglich macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Isolierte Funk-Komponenten</strong> (Baseband-Isolation), damit ein kompromittiertes Modem nicht das ganze System gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verbindliche, mehrjährige Update-Garantien.</strong> Pixels der 8. Generation und neuer garantieren mindestens sieben Jahre Sicherheitsupdates ab Marktstart. Ein Sicherheits-Betriebssystem ist wertlos, wenn die Firmware-Basis darunter nach zwei Jahren keine Patches mehr bekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuelle Motorola-Geräte erfüllen diese Kriterien noch nicht – weder beim Verified Boot noch bei der Secure-Element-Isolation noch bei der Update-Kadenz. Genau das ist der Kern der Partnerschaft: Motorola baut nicht ein bestehendes Telefon um, sondern entwickelt neue Hardware, die diese Latte von Anfang an reißt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front-1024x573.jpg" alt="" class="wp-image-20565" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front-1024x573.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front-768x430.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front-1536x860.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/gos_moto_front.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das neue Moto mit GOS mit echten Hardware Kill Switches</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ein Detail dürfte die Privacy-Community besonders freuen: GrapheneOS hat angedeutet, dass die künftige Hardware physische Kill-Switches für Sensoren bekommen könnte – also echte Hardware-Schalter, um etwa Mikrofon oder Kameras stromlos zu schalten. Ein oft gewünschtes, bei Mainstream-Flaggschiffen aber praktisch nie umgesetztes Feature.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„GrapheneOS löst sich von Google" – die Schlagzeile, die nur halb stimmt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird es wichtig, genau hinzusehen, denn die populäre Erzählung verkürzt zwei verschiedene Dinge zu einem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens: GrapheneOS verabschiedet sich <strong>nicht</strong> von den Pixels. Das Projekt hat mehrfach bestätigt, dass die Pixel-Unterstützung auf absehbare Zeit weiterläuft. Solange Motorolas zertifizierte Geräte nicht ausgeliefert sind, bleiben aktuelle Pixels die einzige produktiv unterstützte und empfohlene Hardware. Wer heute ein GrapheneOS-Telefon braucht, kommt am Pixel nicht vorbei. Die Motorola-Partnerschaft erweitert die Hardware-Auswahl, sie ersetzt Google-Hardware nicht über Nacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens – und das ist der eigentlich spannende Punkt: Der schärfste Konflikt zwischen GrapheneOS und Google läuft längst nicht mehr über die Hardware, sondern über die Verifikation von Geräten. Google und Apple drängen mit Mechanismen wie der Play Integrity API und mobiler Attestation darauf, dass Webdienste und Apps nur noch „zertifizierten" Geräten vertrauen. Ein Pixel mit GrapheneOS und relocktem Bootloader ist objektiv sicherer als die meisten Stock-Android-Geräte – wird von manchen Banking-Apps und Webdiensten aber trotzdem ausgesperrt, weil es nicht den von Google abgesegneten Software-Stempel trägt. GrapheneOS wirft Google und Apple deshalb vor, unter dem Deckmantel der Betrugsbekämpfung in Wahrheit die Wahlfreiheit einzuschränken und alternative Betriebssysteme aus dem Netz zu drängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pointe: Ein eigener oder ein zweiter Hardware-Lieferant löst dieses Attestation-Problem nicht automatisch. Aber er gibt GrapheneOS mehr Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, dessen geschäftliche Interessen denen des Projekts zunehmend zuwiderlaufen. Eine Diversifizierung der Hardware-Basis ist strategisch genau deshalb wichtig: Wenn Google morgen entscheidet, das Entsperren des Bootloaders zu erschweren oder die Pixel-Sicherheitsgarantien zu verwässern, hängt GrapheneOS nicht mehr an einem einzigen Faden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insofern ist „Abkehr von Google" als Richtungsangabe richtig, als Zustandsbeschreibung aber verfrüht. GrapheneOS baut sich ein zweites Standbein – die Pixels bleiben vorerst das erste.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das konkret für euch bedeutet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus all dem lassen sich ein paar nüchterne Empfehlungen ableiten, ohne dass wir euch etwas vormachen müssen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr <strong>jetzt</strong> ein GrapheneOS-Gerät wollt, kauft ein unterstütztes Pixel. Die späten Modelle der Pixel-Reihe sind ausgereift, dokumentiert und vom Projekt empfohlen. Auf ein Motorola zu warten, das frühestens 2027 erscheint, ergibt nur Sinn, wenn ihr ohnehin keinen Zeitdruck habt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kauft <strong>kein</strong> aktuelles Motorola in der Hoffnung, es später flashen zu können. Die Partnerschaft betrifft ausschließlich künftige, eigens konstruierte Geräte. Kein heute erhältliches Moto-Telefon erfüllt die GrapheneOS-Anforderungen, und nachträglich wird sich daran nichts ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wartet auf konkrete Fakten, bevor ihr für 2027 plant. Bislang gibt es weder bestätigte Modellnamen noch öffentlich dokumentierte Chip-SKUs mit funktionierendem Memory Tagging und relockbarem Bootloader. Die Strategie ist klar, die Spezifikationen sind es nicht. Wenn die ersten Geräte erscheinen, gilt dasselbe wie immer: erst die offizielle GrapheneOS-Bestätigung und unabhängige Tests aus der Community abwarten, dann kaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einordnung: Privacy wird langsam Mainstream</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der eigentliche Wert dieser Nachricht liegt weniger im einzelnen Gerät als im Signal. GrapheneOS meldete im April 2026 rund 400.000 aktive Nutzer – eine Schätzung, die das Projekt aus den Zugriffsprotokollen seiner Update-Server ableitet, weil es bewusst keinerlei Telemetrie ins Betriebssystem einbaut. Für ein Non-Profit-Projekt ohne Marketing-Budget und ohne Werbung ist das eine bemerkenswerte Reichweite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass mit Motorola ein etablierter, zu Lenovo gehörender Hersteller bereit ist, Hardware nach den kompromisslosen Standards eines Open-Source-Privacy-Projekts zu engineeren, war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Es zeigt, dass datenschutzfreundliche mobile Computing-Lösungen den Sprung von der Nische in Richtung Mainstream schaffen. GrapheneOS hat zudem angedeutet, dass weitere Hersteller-Partnerschaften in Verhandlung sind – Namen bleiben während laufender Gespräche vertraulich, aber das Interesse mehrerer großer Android-OEMs ist da. Ein erklärtes Ziel ist dabei auch, Regionen besser abzudecken, in denen Pixel-Geräte schlecht verfügbar sind, etwa in Teilen Asiens und Afrikas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es auch skeptische Stimmen. Teile der Community warnen vor Vendor-Lock-in, vor einem möglichen Aufweichen der GrapheneOS-Standards durch Kompromisse mit einem Großkonzern und vor der weiterhin ungewissen Zukunft der Pixel-Unterstützung, sollte Google seine Politik ändern. Diese Bedenken sind berechtigt und gehören zu einer ehrlichen Bewertung dazu. Belastbar beantworten lassen sie sich aber erst, wenn die ersten Geräte real existieren und sich an der Praxis messen lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Motorola-Partnerschaft ist die wichtigste strategische Nachricht in der jüngeren Geschichte von GrapheneOS. Sie durchbricht die jahrelange Pixel-Exklusivität, sie zwingt einen großen Hersteller dazu, Hardware nach echten Sicherheitsstandards zu bauen, und sie gibt dem Projekt eine zweite Basis jenseits von Google. Was sie nicht ist: ein sofortiger Bruch mit Google. Die Pixels bleiben vorerst das Rückgrat, das erste Motorola-Gerät kommt frühestens 2027, und das eigentliche Tauziehen mit Google läuft ohnehin auf der Ebene der Geräte-Attestation, nicht der Hardware allein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für euch heißt das: Wer Privatsphäre und Sicherheit auf dem Smartphone ernst nimmt, hat heute mit einem Pixel und GrapheneOS die beste verfügbare Kombination – und ab 2027 womöglich eine echte Alternative dazu. Wir behalten die Entwicklung für euch im Blick und melden uns, sobald es konkrete Geräte und unabhängige Tests gibt.</p>
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		<title>NerdQaxe Einrichtung und Anwendung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 11:58:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>NerdQaxe einrichten leicht gemacht: Schritt-für-Schritt-Anleitung, alle Modelle (NerdQaxe+, NerdQaxe++, NerdAxe &#038; NerdOctaxe Gamma) im Vergleich, Pool-Konfiguration und FAQ.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In diesem Beitrag schauen wir uns die <strong>NerdQaxe</strong> genauer an und gehen gemeinsam ihre Einrichtung und Anwendung in der Praxis durch. Die Nerd*-Miner sind die grossen Geschwister der <a href="https://yourdevice.ch/bitaxe-einrichtung-und-anwendung/">Bitaxe</a>: Statt einem einzelnen ASIC-Chip sitzen hier gleich mehrere auf einem Board, was deutlich höhere Hashraten von bis zu rund <strong>12&nbsp;TH/s</strong> ermöglicht – bei weiterhin sehr guter Effizienz. Wie die Bitaxe basieren auch die NerdQaxe vollständig auf <strong>Open-Source-Technologie</strong>, kommen fertig montiert und einsatzbereit und laufen mit der bekannten AxeOS-basierten Firmware.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank des eingebauten WiFi-Mikrocontrollers (ESP32-S3) lässt sich die NerdQaxe einfach in euer Netzwerk integrieren und mit eurem bevorzugten Mining-Pool verbinden. Der Quellcode der Firmware sowie der Hardware ist offen und kann auf <a href="https://github.com/shufps/ESP-Miner-NerdQAxePlus">GitHub</a> eingesehen werden. Genau das macht die Nerd*-Reihe so spannend: maximale Transparenz und Anpassbarkeit für alle, die mehr Mining-Leistung auf dem Schreibtisch haben möchten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="716" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-1024x716.jpg" alt="" class="wp-image-20509" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-1024x716.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-300x210.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-768x537.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-1536x1074.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-2048x1431.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_post-500x349.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Welche NerdQaxe passt zu mir? Die Modelle im Überblick (2026)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nerd*-Familie deckt alles vom kompakten Einzelchip-Miner bis zum Achtfach-Boliden ab. Die Modelle unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der ASIC-Chips und damit in Hashrate und Stromverbrauch. Hier die gängigen Varianten im Vergleich:</p>



<figure class="wp-block-table"><table><thead><tr><th>Modell</th><th>ASIC-Chips</th><th>Hashrate (ca.)</th><th>Effizienz</th><th>Geeignet für</th></tr></thead><tbody><tr><td><strong><a href="https://yourdevice.ch/shop/btc-nodes-zubehoer/nerdaxe-gamma-1-5t/">NerdAxe Gamma</a></strong></td><td>1× BM1370</td><td>1,2–1,5 TH/s</td><td>~15 J/TH</td><td>Kompakter Single-Chip-Einstieg</td></tr><tr><td><strong>NerdQaxe+</strong></td><td>4× BM1366</td><td>~2,5 TH/s</td><td>~20 J/TH</td><td>Vierfach-Chip, günstiger Quad-Einstieg</td></tr><tr><td><strong><a href="https://yourdevice.ch/shop/btc-nodes-zubehoer/nerdqaxe-special-edition-5-0t/">NerdQaxe++</a></strong></td><td>4× BM1370</td><td>4,8–6 TH/s</td><td>~15 J/TH</td><td>Bestes Verhältnis aus Leistung &amp; Effizienz</td></tr><tr><td><strong><a href="https://yourdevice.ch/shop/btc-nodes-zubehoer/nerdoctaxe-12-0t-ultra-edition-rev-3-1/">NerdOctaxe Gamma</a></strong></td><td>8× BM1370</td><td>9,6–12 TH/s</td><td>~16–17 J/TH</td><td>Maximale Hashrate für ein Desktop-Gerät</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>BM1370</strong> ist derselbe hocheffiziente Chip, der auch in Bitmains Antminer der S21-Pro-Generation steckt – entsprechend gut sind Hashrate und Effizienz. Für die meisten ist die <strong>NerdQaxe++</strong> der Süssepunkt: viel Leistung bei hervorragender Effizienz und noch handlicher Lautstärke. Wer das absolute Maximum will, greift zur <strong>NerdOctaxe Gamma</strong>; wer klein und leise einsteigen möchte, ist mit der <strong>NerdAxe Gamma</strong> bestens bedient. Die Einrichtung ist bei allen Modellen praktisch identisch, da sie dieselbe Firmware nutzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbereitungen und Voraussetzungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viel braucht ihr nicht, um loszulegen. Stellt vorab Folgendes bereit:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das mitgelieferte <strong>Netzteil</strong> (grössere Modelle wie die NerdOctaxe benötigen entsprechend mehr Leistung – nutzt immer das passende Netzteil).</li>



<li>Ein <strong>2,4-GHz-WLAN</strong> (der ESP32 funkt ausschliesslich auf 2,4&nbsp;GHz, nicht auf 5&nbsp;GHz).</li>



<li>Eine eigene <strong>Bitcoin-Adresse</strong>, an die eure Mining-Belohnung ausgezahlt werden soll.</li>



<li>Ein <strong>Smartphone oder einen Rechner</strong> mit Browser für die Erstkonfiguration.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Einrichtung und Anwendung der NerdQaxe</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gerät anschliessen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schliesst das Netzteil an die NerdQaxe an und verbindet es mit einer Stromquelle. Das Gerät startet automatisch, sobald es mit Strom versorgt wird – einen separaten Einschaltknopf gibt es nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Verbindung zum Access Point herstellen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Beim ersten Start spannt die NerdQaxe ein eigenes WLAN auf (Access Point). Sucht in euren WLAN-Einstellungen nach diesem Netzwerk – den genauen Namen (SSID) zeigt euch das <strong>Display des Geräts</strong> an. Verbindet euch damit; ein Passwort ist nicht nötig, da es sich um einen offenen Access Point handelt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Konfiguration über das Captive Portal</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald ihr verbunden seid, öffnet sich automatisch ein Captive Portal (ähnlich wie in Hotels oder öffentlichen Netzwerken). Öffnet oben links das Burger-Menü und geht in die <strong>Settings</strong>. Zuoberst findet ihr die WLAN-Einstellungen: Tragt unter <strong>SSID</strong> den exakten Namen eures Heim- oder Geschäfts-WLANs ein. Achtet penibel auf Gross-/Kleinschreibung und alle Leerzeichen – stimmt hier etwas nicht, kann sich das Gerät nicht verbinden. Speichert mit <strong>SAVE</strong> und startet die NerdQaxe über das Interface mit <strong>RESTART</strong> neu. Bei korrekter Eingabe verbindet sie sich anschliessend mit eurem WLAN.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zugriff auf das Dashboard</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um auf das Dashboard zuzugreifen, braucht ihr die IP-Adresse des Geräts – auch diese zeigt euch das <strong>Display</strong> an. Gebt sie genau so, wie sie dort steht, in die Adresszeile eures Browsers ein. Schon habt ihr vollen Zugriff auf die Weboberfläche der NerdQaxe.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe-display_ip-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-20523" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe-display_ip-1024x682.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe-display_ip-300x200.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe-display_ip-768x511.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe-display_ip-500x333.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe-display_ip.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Pool- und Wallet-Konfiguration</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dashboard findet ihr unter <strong>Settings</strong> die Pool-Einstellungen. Als Pool empfehlen wir unseren eigenen, gebührenfreien <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch/">Blitzpool</a> – tragt dazu <code>blitzpool.yourdevice.ch</code> auf Port <code>3333</code> ein. Das ist unser eigener Schweizer Solo-Mining-Pool. Ihr könnt natürlich jeden anderen Pool eurer Wahl nutzen; sollte der Hauptpool einmal nicht erreichbar sein, lohnt sich zusätzlich ein <strong>Fallback-Pool</strong> (Secondary Pool).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter <strong>Stratum User</strong> tragt ihr eure eigene <strong>Bitcoin-Adresse</strong> ein, damit die Belohnungen direkt an euch ausbezahlt werden. Als Passwort genügt ein beliebiger Wert (wird in der Regel nicht benötigt). Eure Statistiken könnt ihr jederzeit auf <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch/">blitzpool.yourdevice.ch</a> einsehen, indem ihr dort dieselbe BTC-Adresse eingebt. Übernehmt auch hier alle Änderungen mit <strong>SAVE</strong> und einem anschliessenden <strong>RESTART</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="420" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-1024x420.jpg" alt="" class="wp-image-20524" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-1024x420.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-300x123.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-768x315.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-1536x630.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-2048x840.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv1-500x205.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Stratum V1 oder V2</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neu könnt ihr in den Pool-Einstellungen zwischen <strong>Stratum V1 (SV1)</strong> und dem moderneren <strong>Stratum V2 (SV2)</strong> wählen. SV2 verschlüsselt die Verbindung zwischen Miner und Pool (Schutz vor Man-in-the-Middle-Angriffen), kommt mit deutlich weniger Datenverkehr aus und erlaubt es Minern perspektivisch, ihre Blockvorlage selbst zu bestimmen – ein wichtiger Schritt für mehr Dezentralisierung im Bitcoin-Netzwerk. Die Hintergründe haben wir im Beitrag <a href="https://yourdevice.ch/stratum-v2-warum-das-bitcoin-mining-ein-neues-protokoll-braucht/">Stratum V2 – Warum das Bitcoin-Mining ein neues Protokoll braucht</a> ausführlich erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für SV2 benötigt ihr neben Host und Port zusätzlich den <strong>Authority Key</strong> (den Public Key des Pools). Zwei empfehlenswerte SV2-Pools:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Blitzpool</strong> (unser Schweizer Solo-Pool, 0&nbsp;%) – Host <code>blitzpool.yourdevice.ch</code>, Authority Key:<br><code>9bCoFxTszKCuffyywH5uS5o6WcU4vsjTH2axxc7wE86y2HhvULU</code><br>Die vollständigen Verbindungsdaten findet ihr auf <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch/stratum-v2">blitzpool.yourdevice.ch/stratum-v2</a>.</li>



<li><strong>Braiins Pool</strong> (gepoolt, die Entwickler von Stratum V2) – Host <code>stratum-v2.braiins.com</code>, Port <code>3336</code>, Authority Key:<br><code>u95GEReVMjK6k5YqiSFNqqTnKU4ypU2Wm8awa6tmbmDmk1bWt</code><br>Aktuelle Werte stets in der <a href="https://academy.braiins.com/en/braiins-pool/stratum-v2-manual/">offiziellen Braiins-Anleitung</a> prüfen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Übernehmt eure Auswahl wie gewohnt mit <strong>SAVE</strong> und einem anschliessenden <strong>RESTART</strong>. Im Zweifel funktioniert SV1 nach wie vor problemlos – SV2 ist die zukunftssichere, aber optionale Wahl.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="420" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-1024x420.jpg" alt="" class="wp-image-20525" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-1024x420.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-300x123.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-768x315.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-1536x630.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-2048x840.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_pool_sv2-500x205.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Welchen Mining-Pool für die NerdQaxe wählen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer NerdQaxe minet man in der Regel <strong>solo</strong> – ihr nehmt also an einer Art Lotterie teil: Die Chance, einen ganzen Block zu finden, ist gering, dafür erhaltet ihr im Erfolgsfall die <strong>komplette</strong> Block-Belohnung. Dank der höheren Hashrate der Nerd*-Modelle stehen eure Lose dabei etwas besser als mit einer einzelnen Bitaxe. Für das Solo-Mining haben sich diese Pools etabliert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><a href="https://blitzpool.yourdevice.ch/">Blitzpool</a></strong> – unser eigener Schweizer Public-Pool (auf Basis der quelloffenen Public-Pool-Software). <strong>0&nbsp;% Gebühren</strong>, übersichtliche Statistiken und dank Serverstandort Schweiz niedrige Latenz für CH/EU. Stratum: <code>stratum+tcp://blitzpool.yourdevice.ch:3333</code></li>



<li><strong><a href="https://eusolo.ckpool.org/">eusolo.ckpool.org</a></strong> – die EU-Variante von Con Kolivas’ ckpool (eigener Server in der EU seit Ende 2024, dadurch deutlich geringere Latenz als das originäre solo.ckpool.org). 2&nbsp;% Gebühr im Erfolgsfall.</li>



<li><strong><a href="https://web.public-pool.io/">Public Pool</a></strong> – der originale, quelloffene Public-Pool. 0&nbsp;% Gebühren und sogar selbst hostbar – genau die Software, auf der auch unser Blitzpool läuft.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ihr euch realistische Erwartungen setzt, lohnt sich ein Blick in unsere Beiträge <a href="https://yourdevice.ch/solo-mining-die-groessten-fehlannahmen/">Solo Mining – die grössten Fehlannahmen</a> und <a href="https://yourdevice.ch/die-kleine-bitcoin-solo-mining-bibel/">Die kleine Bitcoin Solo Mining Bibel</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mining starten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sind die Pool-Einstellungen korrekt eingetragen, gespeichert und das Gerät neu gestartet, beginnt die NerdQaxe automatisch mit dem Mining – ein separater Startbefehl ist nicht nötig. In der vorkonfigurierten („preselected“) Variante sind Spannung und Frequenz der ASIC-Chips bereits sinnvoll optimiert, ihr müsst also nichts weiter einstellen, um loszulegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Monitoring und Wartung</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Behaltet im Dashboard Temperatur und Hashrate im Auge. Die Temperatur sollte <strong>75&nbsp;°C nicht übersteigen</strong>. Reinigt das Gerät regelmässig, damit es nicht durch Staubansammlungen überhitzt. Wem der Lüfter zu laut ist, kann das <strong>Temperature Target</strong> z.&nbsp;B. auf 60&nbsp;°C senken – der Lüfter dreht dann höher, was etwas mehr Strom zieht und das Gerät lauter macht. Umgekehrt sorgt ein höheres Target für leiseren, aber wärmeren Betrieb. So findet ihr euren persönlichen Kompromiss aus Lautstärke, Verbrauch und Temperatur.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="578" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-1024x578.jpg" alt="" class="wp-image-20511" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-1024x578.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-300x169.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-768x433.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-1536x867.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-2048x1156.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_monitoring-500x282.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheit und Updates</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Halte die Firmware des Geräts auf dem neuesten Stand, um optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten. Um auf neuere Versionen zu prüfen, nutzt du den automatischen Updater. Er zeigt, sobald eine neue Version verfügbar ist, und lässt dich diese mit einem klick auf <strong>Install from Github</strong> anwenden. Keep Settings behält deine aktuellen Einstellungen bei, der Haken sollte also drin bleiben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="609" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_update-1024x609.jpg" alt="" class="wp-image-20512" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_update-1024x609.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_update-300x178.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_update-768x457.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_update-500x297.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/06/nerdqaxe_title_update.jpg 1371w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Häufige Fragen zur NerdQaxe</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist der Unterschied zwischen NerdQaxe und Bitaxe?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://yourdevice.ch/bitaxe-einrichtung-und-anwendung/">Bitaxe</a> nutzt einen einzelnen ASIC-Chip, die NerdQaxe-Modelle verbauen mehrere (vier bis acht). Dadurch liefern sie ein Vielfaches der Hashrate, sind aber grösser, lauter und verbrauchen mehr Strom. Bedienung und Firmware sind nahezu identisch – wer mit einer Bitaxe vertraut ist, findet sich sofort zurecht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Welche NerdQaxe eignet sich für Einsteiger?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Einstieg mit ordentlich Leistung ist die <a href="https://yourdevice.ch/shop/btc-nodes-zubehoer/nerdqaxe-special-edition-5-0t/">NerdQaxe++</a> die beliebteste Wahl: viel Hashrate bei hervorragender Effizienz. Wer es kompakter und leiser mag, startet mit der NerdAxe Gamma; wer das Maximum sucht, nimmt die NerdOctaxe Gamma.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie viel Strom verbraucht eine NerdQaxe?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das hängt stark vom Modell ab: Eine NerdQaxe++ liegt je nach Taktung bei rund <strong>70–90&nbsp;Watt</strong>, eine NerdOctaxe Gamma mit acht Chips bei etwa <strong>160–240&nbsp;Watt</strong>. Über das Temperature Target und den „PowerSave“-Betrieb lässt sich der Verbrauch zugunsten der Effizienz feinjustieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist die NerdQaxe Open Source?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Sowohl das Hardware-Design als auch die AxeOS-basierte Firmware sind quelloffen und auf <a href="https://github.com/BitMaker-hub/NerdAxe">GitHub</a> einsehbar. Damit reiht sich die NerdQaxe in die offene Bitaxe-/Nerd*-Philosophie ein – volle Transparenz statt Blackbox.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die NerdQaxe ist die logische Weiterentwicklung der Bitaxe für alle, die mehr Hashrate auf dem Schreibtisch haben möchten, ohne auf den Open-Source-Gedanken und die einfache Einrichtung zu verzichten. Dank vorkonfigurierter Firmware seid ihr in wenigen Minuten am Minen – idealerweise gleich in unserem gebührenfreien <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch/">Blitzpool</a>. Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, dem sei unsere <a href="https://yourdevice.ch/die-kleine-bitcoin-solo-mining-bibel/">kleine Bitcoin Solo Mining Bibel</a> ans Herz gelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr auf der Suche nach einer NerdQaxe seid, schaut gerne bei uns im <a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/btc-nodes-zubehoer/">Shop</a> vorbei – dort findet ihr die aktuellen Modelle von der NerdAxe Gamma bis zur NerdOctaxe Gamma.</p>
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		<title>Stratum V2 und die Coinbase-Hoheit: Wem gehören eure Bitcoin Mining Fees</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 May 2026 22:51:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bitcoin Mining Pools werben heute alle mit FPPS – Full Pay Per Share – und versprechen euch damit faire Auszahlungen aus Block Reward und Transaktionsgebühren. Klingt sauber, ist aber nur...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bitcoin Mining Pools werben heute alle mit FPPS – Full Pay Per Share – und versprechen euch damit faire Auszahlungen aus Block Reward und Transaktionsgebühren. Klingt sauber, ist aber nur die halbe Wahrheit. Ein fast neun Jahre alter Bitcointalk-Thread zeigt, wo das eigentliche Problem sitzt – und warum es heute aktueller ist denn je.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2017, mitten im damaligen Fee-Inferno, hat der Bitcointalk-Nutzer <strong>philipma1957</strong> <a href="https://bitcointalk.org/index.php?topic=2634505.0">einen Thread</a> aufgemacht, der für ordentlich Wirbel sorgte: <em>"Why all miners need to mine on a pool that pays them the tx fees."</em> Sein Vorwurf war drastisch. Die grossen Mining-Pools – BTC.com, Antpool, BTC.TOP, ViaBTC – würden die Transaktionsgebühren der gefundenen Blöcke einfach behalten. Und nicht nur das: Sie hätten dadurch sogar einen ökonomischen Anreiz, das Bitcoin-Netzwerk künstlich verstopft zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer den Thread heute liest, könnte denken, das sei ein Stück Bitcoin-Folklore aus einer wilderen Zeit. Heute zahlen doch alle grossen Pools FPPS, also Block Subsidy plus Fees, und die Welt ist in Ordnung – oder?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/mining_fees_gebuehren-1024x585.jpg" alt="" class="wp-image-20434" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/mining_fees_gebuehren-1024x585.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/mining_fees_gebuehren-300x171.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/mining_fees_gebuehren-768x439.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/mining_fees_gebuehren-500x286.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/mining_fees_gebuehren.jpg 1344w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: https://discoveryalert.com</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Wir wollen euch in diesem Artikel zeigen, warum philipmas Argument <strong>2017 absolut korrekt war</strong>, warum es <strong>heute formal überholt</strong> wirkt, und warum der eigentliche Kern seiner Kritik trotzdem <strong>wichtiger ist denn je</strong> – nur an einer anderen Stelle. Stichwort: Coinbase-Hoheit.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was philipma 2017 vorgerechnet hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mathematik in seinem Originalpost ist holprig formatiert, aber der Mechanismus dahinter ist sauber. Stark vereinfacht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Pool kontrolliert sagen wir 20 Prozent der Hashrate. Er findet pro Tag etwa 29 von 144 Blöcken. Die Block-Fees lagen Ende 2017 bei mehreren BTC pro Block. Wenn dieser Pool die Fees komplett für sich behält, statt sie an die Miner durchzureichen, sammelt er pro Tag eine satte Summe ein, von der seine Miner nichts sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kommt der eigentliche Trick: Wenn der Pool selbst Transaktionen sendet – egal ob legitime interne Auszahlungen oder gezielt produziertes Spam-Volumen – zahlt er für diese Transaktionen zwar Fees. Sobald er aber einen seiner eigenen Blöcke findet (und das passiert bei 20 Prozent Hashrate ja regelmässig), bekommt er die ausgelegten Fees vollständig zurück. Es entsteht ein anteiliger Refund auf alle eigenen Transaktionen, der grob mit dem Hashrate-Anteil des Pools skaliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Resultat: Der Pool kann das Netzwerk künstlich überlasten, treibt damit die Fee-Bid-Auktion für alle anderen Nutzer in die Höhe, und kassiert genau diese hochgetriebenen Fees am Ende selbst ein. Eine sich selbst finanzierende Spirale.</p>



<p class="wp-block-paragraph">philipma nannte das ausdrücklich keine Block-Withholding-Attacke, sondern <strong>Fee Manipulation</strong>. Und er hatte einen klaren Aufruf: Verlasst die grossen PPS-Pools, geht zu Pools, die die Fees an euch durchreichen. Damals waren das vor allem Kano's Pool, ck's Pool, Jonny's Pool und P2Pool.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der Vorwurf 2017 zutraf: PPS ohne Fee-Sharing</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der entscheidende Kontext, der heute oft vergessen wird: Ende 2017 fuhren Antpool und BTC.com schlichtes <strong>PPS – Pay Per Share</strong>. Das heisst, der Miner bekam einen festen Satz pro eingereichter Share, kalkuliert ausschliesslich auf Basis der Block Subsidy. Die Transaktionsgebühren? Blieben beim Pool. Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war damals technisch nicht einmal versteckt, sondern offizielle Auszahlungspolitik. Bei einer Block Reward von 12,5 BTC und Subsidy-only-PPS hat der Pool schlicht den Anteil ignoriert, der über die Subsidy hinausging. In ruhigen Zeiten waren das ein paar Prozent extra. Im Dezember 2017, als die Mempool-Fees regelmässig 5, 6, 8 BTC pro Block ausmachten, bedeutete das aber, dass der Pool plötzlich <strong>zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Block-Einnahmen</strong> für sich behielt, ohne dass das in den ausgewiesenen Pool-Fees auftauchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pools wie Kano's Pool haben das schon damals anders gemacht. PPLNS, niedriger Fee, Fees gehen anteilig an die Miner, fertig. Genau das war der Boykott-Aufruf, der durch den Thread ging.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sich seitdem geändert hat: Die FPPS-Welle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbreitung von FPPS hat ab 2018 eingesetzt – und das war keine moralische Erleuchtung der Pool-Betreiber, sondern eine knallharte Reaktion auf die Konkurrenz. Wenn die Miner anfangen, sich darüber Gedanken zu machen, wo ihre Fees bleiben, dann muss man als Pool ein Modell anbieten, in dem sie nicht mehr fragen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>FPPS – Full Pay Per Share</strong> funktioniert so: Der Pool berechnet den langfristigen Durchschnitt der Block-Fees pro Block und schlägt diesen Anteil zusätzlich auf den PPS-Satz. Der Miner bekommt also einen festen Satz pro Share, der <strong>sowohl</strong> die Subsidy als auch die durchschnittliche Fee-Komponente abbildet. Variance-Glättung wie bei klassischem PPS, aber eben mit Fee-Anteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute fahren praktisch alle grossen Mining Pools FPPS oder eine Variante davon. Foundry USA, AntPool, F2Pool, ViaBTC, Binance Pool – alle. Wer als grosser Pool kein Fee-Sharing macht, verliert seine Miner. Nach dem Halving 2024 ist diese Frage sogar noch wichtiger geworden, weil die Block Subsidy nur noch 3,125 BTC beträgt und die Fee-Komponente einen immer grösseren Teil der Block-Einnahmen ausmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Sinne also: Der formale Kritikpunkt von 2017 ist heute weg. Wer auf einem modernen FPPS-Pool mined, bekommt seine Fees, wenn auch geglättet als Erwartungswert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber – und das ist der eigentliche Punkt – das Problem hat sich nicht gelöst. Es hat sich nur verschoben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo die Pool-Macht wirklich liegt: Die Coinbase-Transaktion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stellt euch kurz vor, wie das Mining im Detail abläuft. Der Pool baut das Block-Template. Der Pool entscheidet, welche Transaktionen aus dem Mempool in den Block kommen. Der Pool konstruiert die Coinbase-Transaktion, also die allererste Transaktion im Block, die das Geld an Empfangsadressen verteilt. Der Miner bekommt dieses fertige Template, hashed darauf herum, und meldet erfolgreiche Shares zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das heisst: <strong>Der Pool kontrolliert die komplette Coinbase-Konstruktion.</strong> Der Miner ist Hashing-Sklave, sonst nichts. Diese Architektur ist so alt wie Stratum V1 und sie ist der eigentliche Hebel, an dem Pool-Betreiber sitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet das praktisch?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Out-of-Band-Payments</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Pool kann Transaktionen in seine Blöcke aufnehmen, die nie über den öffentlichen Mempool laufen. Stichwort <em>Slipstream</em> von Marathon, oder vergleichbare private Annahme-Kanäle. Ein Grosskunde zahlt direkt an den Pool, der Pool nimmt die Transaktion in den nächsten gefundenen Block auf, und der Miner sieht in der offiziellen Fee-Statistik – nichts. Die Coinbase zeigt brav die normale Fee-Summe, die Out-of-Band-Zahlung läuft komplett am FPPS-Modell vorbei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die moderne Wiederauflage von philipmas Punkt: Es gibt Einnahmen, die der Pool generiert und die der Miner nicht sieht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">MEV und Block-Template-Optimierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald Bitcoin über reine Wertübertragungen hinaus mehr Komplexität bekommt – Ordinals, BRC-20, Inscriptions, Runes, was auch immer – entstehen Optimierungsmöglichkeiten beim Block-Bau, die nicht trivial sind. Ein Pool, der besonders smart Templates baut, kann pro Block mehr rausholen als ein einfacher Mempool-Sortierer. Diese Mehreinnahmen fliessen in die Pool-Kasse, nicht in den FPPS-Satz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zensur und Compliance</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Pool aus regulatorischen Gründen bestimmte Transaktionen oder Adressen filtert, wird das auf der Coinbase-Ebene entschieden. Der Miner hat darauf keinen Einfluss. Es gab und gibt Phasen, in denen einzelne Pools nachweislich OFAC-konforme Templates gebaut haben. Aus Sicht des einzelnen Miners ist das eine politische Entscheidung, die er weder mit beschliesst noch direkt verhindern kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Empty Blocks</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schon 2017 ein Reizthema: Manche Pools haben gelegentlich leere Blöcke ausgeliefert, um die Latenz zwischen "neuer Block gefunden" und "neues Template verteilt" zu überbrücken. Bei jedem leeren Block werfen die Miner kollektiv ein paar BTC Fees zum Fenster raus. Der Pool hat darauf keinen Verlust – seine FPPS-Auszahlung ist konstant, der Verlust verteilt sich auf alle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der gemeinsame Nenner: Vertrauen statt Trustlessness</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was alle diese Phänomene verbindet: <strong>Der Miner liefert die Hashrate, aber der Pool entscheidet, was damit gehasht wird.</strong> Solange diese Trennung besteht, bleibt der Miner auf Vertrauen angewiesen. Vertrauen, dass der Pool den FPPS-Satz fair kalibriert. Vertrauen, dass keine Out-of-Band-Streams an ihm vorbeilaufen. Vertrauen, dass er nicht plötzlich Teil einer Zensur-Strategie wird, die er nicht unterschreiben würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitcoin ist als trustless-System konzipiert. Aber genau an der Pool-Schnittstelle ist diese Trustlessness 15 Jahre lang löchrig geblieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die echte Lösung: Stratum V2 und DATUM</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird es konstruktiv. Es gibt seit ein paar Jahren ernsthafte Bewegung in Richtung einer Architektur, in der genau diese Coinbase-Hoheit beim Miner landet, wo sie aus ideologischer Sicht hingehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://yourdevice.ch/stratum-v2-warum-das-bitcoin-mining-ein-neues-protokoll-braucht/" type="post" id="20315">Stratum V2</a></strong> geht das Problem grundsätzlicher an. Der zentrale Baustein hier ist der <strong>Job Declarator</strong>. Der Miner kann sein eigenes Block-Template signalisieren, der Pool akzeptiert es (oder lehnt es nach klar definierten Regeln ab) und der Hashing-Loop beginnt. Daneben bringt Stratum V2 verschlüsselte Verbindungen, binary Framing statt JSON, deutlich effizientere Header-Übertragung, und – wichtig für ehrliche Pools – eine technische Trennung zwischen Hashrate-Buchhaltung und Template-Kontrolle.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20316" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://ocean.xyz/docs/datum">DATUM</a></strong> (Decentralized Alternative Templates for Universal Mining), entwickelt von Ocean, ist ein Protokoll, bei dem der Miner sein Block-Template selbst baut – inklusive selbstgewählter Coinbase-Adressen. Der Pool macht nur noch zwei Dinge: Er aggregiert Hashrate-Beiträge zur Variance-Glättung, und er sorgt dafür, dass die Auszahlung über PPLNS oder ähnliche Modelle fair verteilt wird. Welche Transaktionen im Block landen und wem die Coinbase die Subsidy zuteilt, entscheidet der Miner.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="492" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-1024x492.jpg" alt="" class="wp-image-20435" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-1024x492.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-300x144.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-768x369.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-1536x738.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-2048x984.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/05/OCEAN_protocol-500x240.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In Kombination führen DATUM und <a href="https://stratumprotocol.org/">Stratum V2</a> dazu, dass die alte philipma-Frage – <em>"behält der Pool meine Fees?"</em> – auf einer anderen Ebene beantwortet wird. Nicht durch Vertrauen in den FPPS-Satz, sondern durch architektonische Entkopplung. Der Pool kann die Fees gar nicht mehr unterschlagen, weil die Coinbase nicht mehr seine ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für eure Pool-Wahl bedeutet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir bauen mit <strong><a href="https://yourdevice.ch/bitcoin-mining-pool/" type="post" id="16798">Blitzpool</a></strong> genau aus diesem Grund einen der ersten Stratum-V2-basierten Solo-Mining-Pools. Solo-Mining ist dabei nur der Einstiegspunkt – die Architektur ist so gedacht, dass der Pool-Betreiber strukturell nicht in die Position kommt, an der Coinbase zu manipulieren. Der Bitcoin-Empfang der Subsidy läuft non-custodial, die Block-Templates werden mit Transparenz produziert, und die Auszahlung ist nachvollziehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Marketing-Geschwätz. Das ist die direkte technische Antwort auf eine Kritik, die jetzt fast neun Jahre alt ist und in ihrem Kern nie wirklich adressiert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für euch als Miner heisst das konkret: Bei der Pool-Wahl reicht es nicht mehr, "FPPS, klingt fair" als Kriterium zu nehmen. Ihr solltet euch mindestens drei Fragen stellen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Macht der Pool Out-of-Band-Payments</strong> oder gibt es eine Aussage, dass er das ausschliesst?</li>



<li><strong>Welche Stratum-Version fährt der Pool?</strong> Wer Stratum V2 mit Job Declaration unterstützt, gibt die Coinbase-Hoheit zumindest teilweise an euch zurück.</li>



<li><strong>Wie sieht die Zensur-Politik aus?</strong> Gibt es Compliance-Filter? Sind sie dokumentiert?</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Wer dazu keine klaren Antworten findet, verlässt sich – wie 2017 – am Ende doch wieder nur auf das Wort des Pool-Betreibers.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Der alte Thread war seiner Zeit voraus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr den 2017er Thread heute lest, lacht nicht über die Mathematik. philipma hat etwas gesehen, was die meisten damals nicht sehen wollten: Dass die Anreizstruktur zwischen Pool und Miner schief ist. Dass ein Pool, der mehr Macht hat als ein reines Hashrate-Aggregat, diese Macht früher oder später ausnutzen wird, einfach weil der Markt ihn dazu zwingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die FPPS-Welle hat den damals offensichtlichen Symptompunkt – fehlendes Fee-Sharing – formal geheilt. Aber die zugrundeliegende Trennung zwischen "Hashrate liefern" und "entscheiden, was gehasht wird" ist geblieben. Und solange sie bleibt, ist die Frage, ob die Miner ihre Einnahmen vollständig sehen, eine Vertrauensfrage – nicht eine technische.</p>



<p class="wp-block-paragraph">DATUM, Stratum V2, Job Declaration und Solo-Pools wie Blitzpool sind die Werkzeuge, mit denen sich dieses Vertrauen in Architektur überführen lässt. Das ist nicht der schnelle Weg. Es ist nicht der bequeme Weg. Aber es ist der einzige, der die ursprüngliche philipma-Frage – <em>"warum behält jemand anderes meine Fees?"</em> – wirklich beantwortet, statt sie nur zu verstecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer ernsthaft am Bitcoin-Mining beteiligt ist, sollte sich die Frage stellen, auf welcher Seite dieser Entwicklung er stehen will. Bei den grossen Pools, die im Hintergrund Out-of-Band-Geschäfte machen und FPPS als Glättungsschleier benutzen? Oder bei einer Mining-Infrastruktur, die das Versprechen "trustless" ernst nimmt – auch und gerade an der Stelle, wo Pool und Miner aufeinandertreffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen, wo wir stehen. Und der gute alte Thread aus dem Dezember 2017 hat bis heute mehr Recht, als seinen Autoren damals lieb gewesen sein dürfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">FAQ: Bitcoin Mining Pool Gebühren und Fee-Sharing</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet FPPS bei Bitcoin Mining Pools?</strong> FPPS steht für Full Pay Per Share. Der Pool zahlt euch einen festen Satz pro Share aus, der sowohl Block Subsidy als auch durchschnittliche Transaktionsgebühren abbildet. Das macht eure tägliche Auszahlung planbar, blendet aber Sondereinnahmen wie Out-of-Band-Payments aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist der Unterschied zwischen FPPS und PPLNS?</strong> FPPS glättet die Auszahlung über einen kalkulatorischen Erwartungswert und schiebt das Glücksrisiko zum Pool. PPLNS (Pay Per Last N Shares) zahlt nur, wenn der Pool tatsächlich einen Block findet, dafür typischerweise mit niedrigeren Pool-Gebühren und ohne kalkulatorische Glättung der Fees.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bekomme ich auf einem FPPS-Pool wirklich alle Transaktionsgebühren?</strong> Nicht zwangsläufig. Ihr bekommt den durchschnittlichen Erwartungswert der öffentlich sichtbaren Block-Fees. Out-of-Band-Payments, MEV-Optimierungen und ähnliche Sondereinnahmen fliessen meistens nicht in den FPPS-Satz ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist die Coinbase-Transaktion?</strong> Die Coinbase-Transaktion ist die erste Transaktion in jedem Bitcoin-Block. Sie erzeugt die neuen Bitcoin aus der Block Subsidy und verteilt sie zusammen mit den Transaktionsgebühren. Wer die Coinbase-Transaktion baut, kontrolliert, wohin das Geld fliesst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bringt Stratum V2 für Miner?</strong> Stratum V2 erlaubt es Minern, ihre eigenen Block-Templates zu bauen, statt sie blind vom Pool zu übernehmen. Damit liegt die Entscheidung über Transaktionsauswahl und Coinbase-Konstruktion beim Miner, nicht mehr beim Pool. Dazu kommen verschlüsselte Verbindungen und effizienteres Protokoll-Framing.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ist DATUM dasselbe wie Stratum V2?</strong> Nein. DATUM ist ein eigenständiges Protokoll von Ocean, das auf ähnliche Ziele hinarbeitet (minerseitige Block-Templates, non-custodial Auszahlung). Stratum V2 ist die offiziellere Branchen-Initiative. Beide adressieren das Coinbase-Hoheit-Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist ein Non-Custodial Mining Pool?</strong> Ein Mining Pool, der eure Mining-Erträge nie selbst verwahrt. Stattdessen wird die Auszahlung direkt aus der Coinbase-Transaktion des gefundenen Blocks an die Miner verteilt. Damit entfällt das Gegenparteirisiko gegenüber dem Pool-Betreiber.</p>
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		<title>Zwei Minuten. So lange hielt die EU-Altersverifikations-App</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 17:05:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weiteres]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Nachtrag zu unserem Artikel „Altersverifikation auf Betriebssystemebene" – und ein Lehrstück darüber, wem ihr eure Identität bald anvertrauen sollt. Es kommt, wie es die „Schwurbler" vor langer Zeit vorausgesehen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Nachtrag zu unserem Artikel „<a href="https://yourdevice.ch/altersverifikation-auf-betriebssystemebene-jugendschutz-oder-ueberwachung/">Altersverifikation auf Betriebssystemebene</a>" – und ein Lehrstück darüber, wem ihr eure Identität bald anvertrauen sollt.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Es kommt, wie es die „Schwurbler" vor langer Zeit vorausgesehen haben: Eine App zur Alters- und Identitätsverifikation, damit ihr überhaupt noch Zugriff aufs Internet bekommt. Und alles natürlich nur zum Schutze der Kinder. Wer damals gewarnt hat, wurde als paranoid belächelt. Heute ist die App da – und es läuft ziemlich genau so, wie die Skeptiker es prophezeit haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ganze hat einen unangenehmen Beigeschmack von Animal Farm. Auch dort hiess es am Anfang, die neuen Regeln seien zum Schutz aller Tiere nötig. Niemand solle sich Sorgen machen, die Schweine wüssten schon, was sie täten. Später standen sie dann auf zwei Beinen und sahen aus wie die Menschen, gegen die sie ursprünglich angetreten waren. Wer heute „zum Schutz der Kinder" staatliche ID-Infrastruktur auf jedes Gerät schrauben will, erzählt strukturell dieselbe Geschichte – nur mit WLAN.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erinnert ihr euch noch an die grossen Worte? „Technisch ausgereift." „Höchste Datenschutzstandards der Welt." „Open Source, jeder kann den Code prüfen." Genau das hat <strong>Ursula von der Lügen</strong> am Mittwoch, dem 16. April 2026, über die frisch vorgestellte EU-App zur Altersverifikation verkündet. Einen Tag später war das Ding kaputt. <strong>Ursula</strong> <strong>Von der Lügen</strong> steht dann noch stolz da und faselt etwas von "Kinderschutz sei Aufgabe der Eltern", doch präsentiert eine App, die diese Kontrolle genau den Eltern entreisst. Ich komme mir immer mehr vor wie im falschen Film.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der britische Sicherheitsberater Paul Moore hat sich den Code tatsächlich angeschaut – so, wie man das bei Open Source halt machen darf. Er hat zwei Minuten gebraucht. Zwei. Minuten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="641" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_gehackt_title-1024x641.jpg" alt="" class="wp-image-20376" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_gehackt_title-1024x641.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_gehackt_title-300x188.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_gehackt_title-768x481.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_gehackt_title-500x313.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_gehackt_title.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was die EU-Entwickler gebaut haben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ihr eine Vorstellung bekommt, über welches Qualitätsniveau wir hier reden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die PIN liegt verschlüsselt auf dem Gerät</strong> – aber die Verschlüsselung ist nicht an den Identitätsspeicher gekoppelt. Wer ein paar Werte in der Konfigurationsdatei löscht und die App neu startet, kann eine neue PIN vergeben und behält trotzdem Zugriff auf die vorher hinterlegten Identitätsdaten. Mit anderen Worten: Ein Minderjähriger erstellt einmal einen verifizierten Altersnachweis, ein Erwachsener übernimmt die PIN – fertig ist der Schwarzmarkt für „über 18"-Tokens.</li>



<li><strong>Der Zähler für fehlgeschlagene PIN-Eingaben</strong> liegt als simpler Wert in derselben, editierbaren Konfigurationsdatei. Brute-Force-Schutz? Einfach den Zähler auf Null setzen. Wiederholen bis die PIN passt.</li>



<li><strong>Die biometrische Authentifizierung</strong> lässt sich mit einem einzigen <code>true</code> → <code>false</code> komplett abschalten.</li>



<li><strong>Secure Enclave auf iOS oder Trusted Execution Environment auf Android?</strong> Fehlanzeige. Die Hardware-Sicherheitsmodule, die seit Jahren in jedem Smartphone stecken und exakt für solche Aufgaben gebaut wurden, wurden nicht verwendet. Stattdessen: Klartext-Konfigurationsdatei. Ernsthaft.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Moores Kommentar dazu: Dieses Produkt wird irgendwann der Auslöser für eine massive Datenpanne sein. Es sei nur eine Frage der Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das sind die Leute, die über eure Identität entscheiden wollen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Haltet euch das kurz vor Augen: Dieselbe EU, die euch erklärt, dass ihr euer Alter künftig digital nachweisen müsst, bevor ihr das Internet benutzen dürft – dieselbe EU, die mit der EUDI-Wallet den europaweiten Identitäts-Hub aufbaut, an den später Zahlungen, Führerschein, Krankenkasse und irgendwann wahrscheinlich euer Einkaufsverhalten angeflanscht werden – diese EU liefert als Referenz-Implementierung einen Prototyp, der an den grundlegendsten Konzepten der Mobile-App-Security scheitert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="996" height="572" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_ursula-1.jpg" alt="" class="wp-image-20377" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_ursula-1.jpg 996w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_ursula-1-300x172.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_ursula-1-768x441.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/alterverifizierung_ursula-1-500x287.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 996px) 100vw, 996px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Hardware-Sicherheit. Editierbare Config-Files für sicherheitskritische Zustände. Brute-Force-Schutz, den man mit einem Texteditor aushebelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind keine subtilen Fehler, die nur Spezialisten entdecken. Das ist das Niveau eines Security-Kurses aus dem ersten Semester. Und genau diese Leute wollen, dass ihr eurer Regierung, eurem Betriebssystem-Hersteller und einer Handvoll Grossunternehmen eure biometrischen Daten und eure Identität anvertraut. Jedes Mal, wenn ihr etwas online tun wollt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster ist immer dasselbe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Erinnerung: Discord wurde im September 2025 am Kundendienst gehackt – dabei gingen Scans von Ausweisen und Führerscheinen der Nutzer flöten. Genau das, was Altersverifikations-Gesetze jetzt noch flächendeckender einfordern. Im Februar 2026 haben 405 Sicherheitsforscher aus aller Welt einen offenen Brief unterschrieben, der exakt vor diesen Szenarien warnt. Gebracht hat es: nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Altersverifikation, jedes Identitätssystem, jede zentrale Datensammlung, die in den letzten Jahren eingeführt wurde, ist früher oder später gebrochen worden. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Empirie. Und trotzdem bekommen wir jedes halbe Jahr ein neues System präsentiert, das dieses Mal ganz sicher sicher ist. Ehrlich. Versprochen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes zusätzliche Verifikationssystem, das ihr ablehnt, ist ein Sieg. Jeder Dienst, den ihr durch eine selbstgehostete Alternative ersetzt, ist ein Datenpunkt weniger, den sie verlieren können. Jedes GrapheneOS statt Stock-Android, jedes Linux statt Windows, jeder Matrix-Server statt WhatsApp – das sind keine paranoiden Spielereien, das ist praktische Selbstverteidigung in einem Umfeld, in dem die Gegenseite nachweislich nicht weiss, was sie tut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU-Altersverifikations-App war zwei Minuten lang sicher. Zwei Minuten. Fragt euch, wie lange die EUDI-Wallet halten wird, wenn es ernst wird.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wer freie Software, <a href="https://yourdevice.ch/grapheneos/" type="page" id="9676">GrapheneOS-Geräte</a> oder <a href="https://yourdevice.ch/open-source-services-fuer-euer-zuhause-oder-euer-unternehmen/" type="link" id="https://yourdevice.ch/open-source-services-fuer-euer-zuhause-oder-euer-unternehmen/">selbstgehostete Infrastruktur </a>sucht: <a href="https://yourdevice.ch">yourdevice.ch</a> hilft weiter.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle:</strong> <a href="https://tarnkappe.info/artikel/netzpolitik/eu-app-zur-altersueberpruefung-in-zwei-minuten-gehackt-328343.html">Tarnkappe.info – EU-App zur Altersüberprüfung in zwei Minuten gehackt!</a></p>
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		<title>Acer und Linux: Wenn das BIOS den Bootloader einfach löscht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 10:41:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist schon wieder ein ältere Acer Aspire Laptop. Und es ist schon wieder ein nerviges Stolperstein-Abenteuer. Diesmal mit einer besonders hinterhältigen Eigenart: Das BIOS löscht den Linux-Bootloader-Eintrag einfach bei...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/linux-und-aeltere-uefi-laptops-no-bootable-device/">Es ist schon wieder ein ältere Acer Aspire Laptop</a>. Und es ist schon wieder ein nerviges Stolperstein-Abenteuer. Diesmal mit einer besonders hinterhältigen Eigenart: <strong>Das BIOS löscht den Linux-Bootloader-Eintrag einfach bei jedem Neustart wieder raus.</strong> Der Workaround dafür ist eher ein Hack als eine saubere Lösung. Aber er funktioniert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/acer_delete_bootloader_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20336" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/acer_delete_bootloader_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/acer_delete_bootloader_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/acer_delete_bootloader_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/acer_delete_bootloader_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/acer_delete_bootloader_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Ausgangslage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Acer Aspire, Dualboot-Wunsch eines Kunden: Windows soll bleiben, Linux Mint kommt dazu. Die Installation läuft sauber durch, Secure Boot war aktiviert mit MOK-Enrollment, alles wie es sein soll. Der Installer meldet Erfolg, Neustart, und... Windows bootet direkt. Kein GRUB, kein Bootmenü, kein gar nichts. Als wäre Linux nie installiert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im BIOS nachgeschaut: <strong>Kein Linux-Eintrag vorhanden.</strong> (würde im übrigen"ubuntu" heissen, auch wenn Mint installiert ist — das ist der interne Name, den der Shim-Bootloader nutzt.) Nur Windows Boot Manager.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also gut, nochmal. Mint-Stick rein, neu installiert, diesmal ganz genau auf alles geachtet: EFI-Partition korrekt gemountet, Bootloader-Installation auf die richtige Platte, MOK-Enrollment sauber durchgezogen. Installer meldet wieder Erfolg. Neustart. <strong>Windows.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Okay, dann eben manuell. Live-Stick booten, per chroot ins installierte System einhängen, GRUB neu installieren:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo mount /dev/nvme0n1p5 /mnt
sudo mount /dev/nvme0n1p1 /mnt/boot/efi
sudo mount --bind /dev /mnt/dev
sudo mount --bind /proc /mnt/proc
sudo mount --bind /sys /mnt/sys
sudo chroot /mnt
grub-install --target=x86_64-efi --efi-directory=/boot/efi --bootloader-id=ubuntu
update-grub</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Alles läuft fehlerfrei durch. Ein Blick auf die EFI-Partition bestätigt: GRUB liegt sauber in <code>/EFI/ubuntu/</code>, <code>shimx64.efi</code>, <code>grubx64.efi</code>, <code>grub.cfg</code> — alles da, wo es hingehört. Mit <code>efibootmgr -v</code> einen Eintrag manuell angelegt. Alles sieht gut aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neustart. <strong>Windows.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder ins BIOS: Der Eintrag, den wir gerade mit <code>efibootmgr</code> erstellt haben, ist <strong>weg</strong>. Einfach nicht da. Wir legen ihn nochmal an, Neustart — wieder weg. Das Ganze ein paar Mal wiederholt, in der Hoffnung, dass wir irgendwo einen Fehler machen. Falsche Hoffnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Punkt — nach drei Neuinstallationen, mehreren chroot-Sessions und gefühlt einem Dutzend <code>efibootmgr</code>-Aufrufen — haben wir angefangen zu recherchieren, ob es da vielleicht ein bekanntes Problem gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wir fanden, war ernüchternd.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Problem: Acer und das NVRAM</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige ältere und auch neuere Acer-Modelle haben eine ziemlich spezielle UEFI-Firmware, die bei jedem Boot alle EFI-Boot-Einträge, die nicht von Microsoft stammen, einfach aus dem NVRAM löscht. Das ist kein Bug, das ist quasi "<strong>as designed</strong>". Ihr könnt <code>efibootmgr</code> hundertmal ausführen, die Einträge sind beim nächsten Boot wieder weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bekanntes Problem, das seit Jahren in diversen Foren dokumentiert ist. Und genau der Grund, warum ich später unten noch ein paar Worte dazu verlieren werde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Workaround: GRUB als Windows tarnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn das BIOS <strong>nur Microsoft-Einträge</strong> akzeptiert, dann machen wir GRUB eben zu Microsoft. Die Idee: Wir ersetzen die Windows-Bootloader-Datei <code>bootmgfw.efi</code> durch GRUB. Das BIOS denkt, es startet Windows, startet aber in Wahrheit GRUB, und von dort aus können wir dann sowohl Linux als auch Windows booten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 1: Live-Stick booten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Von einem Linux-Live-Stick booten (Mint, Ubuntu, SystemRescue — egal). Bei Acer müsst ihr beim Einschalten <strong>F12</strong> drücken, um ins Boot-Menü zu kommen, und dort den Stick auswählen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Kleiner Hinweis aus eigener Erfahrung: Falls ihr vorher schon eine Linux-Installation versucht habt und ihr jetzt beim Booten vom Stick eine Fehlermeldung wie <code>Failed to open \EFI\BOOT\mmx64.efi - Not Found</code> bekommt, dann sitzen noch kaputte MOK-Variablen im NVRAM. In dem Fall hilft oft ein Stick ohne Shim (z.B. SystemRescue) oder Ventoy.</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 2: EFI-Partition mounten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Live-System ein Terminal öffnen und die EFI-Partition mounten. Mit <code>lsblk</code> oder <code>sudo fdisk -l</code> herausfinden, welche Partition die EFI-Partition ist (meist eine kleine ~500MB FAT32-Partition, oft <code>/dev/nvme0n1p1</code> oder <code>/dev/sda1</code>).</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo mkdir -p /mnt/efi
sudo mount /dev/nvme0n1p1 /mnt/efi
ls /mnt/efi/EFI/</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr solltet dort mindestens <code>Microsoft</code> und einen <code>ubuntu</code>-Ordner sehen (bei Mint heisst er auch <code>ubuntu</code>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 3: Windows-Bootloader sichern</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ganz wichtig:</strong> Bevor ihr irgendwas überschreibt, die originale Windows-Bootloader-Datei sichern. Ohne Backup kommt ihr nicht mehr an Windows ran.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo cp /mnt/efi/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi /mnt/efi/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi.bak</code></pre>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 4: GRUB als Windows-Bootloader einsetzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kopieren wir GRUB an die Stelle, wo Windows eigentlich seinen Bootloader hat:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo cp /mnt/efi/EFI/ubuntu/shimx64.efi /mnt/efi/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr Secure Boot nicht nutzt oder den Shim-Stress vermeiden wollt, geht auch direkt GRUB:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo cp /mnt/efi/EFI/ubuntu/grubx64.efi /mnt/efi/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi</code></pre>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 5: GRUB-Konfiguration anpassen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Damit GRUB nachher auch Windows als Boot-Option anzeigt, müssen wir ihm sagen, wo der echte (gesicherte) Windows-Bootloader liegt. In die <code>/etc/grub.d/40_custom</code> auf eurem Linux-System (per chroot oder nach dem ersten erfolgreichen GRUB-Boot) folgendes einfügen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>menuentry "Windows 10/11" {
    insmod part_gpt
    insmod fat
    insmod chain
    search --no-floppy --fs-uuid --set=root &lt;UUID-der-EFI-Partition&gt;
    chainloader /EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi.bak
}</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die UUID bekommt ihr mit <code>sudo blkid</code>. Danach:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo update-grub</code></pre>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 6: Neustart</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neustart, und siehe da: GRUB erscheint, ihr könnt Linux und Windows auswählen, die Welt ist wieder in Ordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr wissen solltet: Der Hack ist fragil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ganze ist, ehrlich gesagt, eine Frickelei. Es funktioniert, aber es hat zwei Schwachstellen, die ihr kennen solltet:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Normale Kernel-Updates sind unkritisch.</strong> Ein <code>apt upgrade</code> mit Kernel-Update ruft intern nur <code>update-grub</code> auf, das ändert nur die <code>grub.cfg</code> und lässt die EFI-Dateien in Ruhe. Hier müsst ihr nichts befürchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufpassen bei <code>grub-install</code>.</strong> Wenn das Paket <code>grub-efi-amd64</code> selbst aktualisiert wird (kommt selten vor) oder ihr <code>grub-install</code> manuell ausführt, dann schreibt GRUB seine EFI-Datei wieder brav nach <code>/EFI/ubuntu/</code> und der getarnte Windows-Pfad wird nicht aktualisiert. Schlimmstenfalls bootet danach wieder Windows direkt und ihr müsst die Datei erneut nach <code>/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi</code> kopieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Windows-Updates sind das grössere Risiko.</strong> Kumulative Updates sind meist unproblematisch, aber grössere Feature-Updates (z.B. jährliche Hauptversionen) können <code>bootmgfw.efi</code> durch den echten Windows-Bootloader ersetzen. Dann ist GRUB weg und ihr bootet wieder direkt in Windows. Fix: Live-Stick, nochmal kopieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tipp:</strong> Legt euch ein kleines Skript an, das die GRUB-Datei wieder an den Microsoft-Pfad kopiert. Spart euch im Notfall Tipperei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Acer aus unserem Shop geflogen ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle wird es vielleicht klar, warum ihr in unserem Shop keine Acer-Geräte mehr findet. Solche Sonderlocken im BIOS, kaputte MOK-Handling, NVRAM-Einträge die einfach gelöscht werden — das ist genau der Stress, den wir uns, und unseren Kunden nicht zumuten wollen. Wer ein Linux-Gerät kauft, soll es auspacken, einschalten und damit arbeiten können. Nicht stundenlang EFI-Dateien durch die Gegend kopieren oder BIOS-Quirks recherchieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deswegen setzen wir auf Hersteller wie <strong><a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/linux-laptops/">Lenovo, HP und Asus</a></strong>, bei denen Linux zuverlässig und ohne Frickelei läuft. Das erspart uns und euch eine Menge Kopfschmerzen. Günstige Acer-Modelle mögen auf den ersten Blick verlockend aussehen, aber die versteckten Kosten in Form von Zeit und Frust rechnen sich am Ende einfach nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr einen älteren Acer habt und Linux nebenher installieren wollt, kommt ihr um diesen Workaround oft nicht herum. Er funktioniert, aber er ist ein Hack, kein sauberer Dualboot. Wer Linux stressfrei nutzen möchte, greift beim nächsten Laptop-Kauf lieber zu einer Marke, bei der das BIOS einfach seinen Job macht — und nicht versucht, Linux aktiv auszusperren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Acer gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.</p>
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		<title>Stratum V2 – Warum das Bitcoin-Mining ein neues Protokoll braucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 18:55:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit über einem Jahrzehnt verbindet ein und dasselbe Protokoll jeden Bitcoin-Miner mit seinem Pool: Stratum V1, geschrieben im Jahr 2012, als Mining noch etwas für Bastler war. Seitdem hat sich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit über einem Jahrzehnt verbindet ein und dasselbe Protokoll jeden Bitcoin-Miner mit seinem Pool: Stratum V1, geschrieben im Jahr 2012, als Mining noch etwas für Bastler war. Seitdem hat sich die Branche grundlegend verändert – das Protokoll jedoch nicht. Stratum V2 (SV2) ist der längst überfällige Nachfolger, und er löst Probleme, die man als Miner nicht länger ignorieren sollte. In diesem Artikel erfahrt ihr, was an Stratum V1 nicht mehr zeitgemäss ist, was SV2 besser macht, wie ihr es ausprobieren könnt – und warum wir aktiv an der nativen SV2-Firmware für Bitaxe und NerdQAxe mitbauen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20316" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was an Stratum V1 nicht mehr funktioniert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stratum V1 hat Bitcoin-Mining gross gemacht. Aber es wurde zu einer Zeit entworfen, in der das gesamte Netzwerk einen Bruchteil der heutigen Hashrate hatte. Die Schwächen sind inzwischen offensichtlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Keine Verschlüsselung.</strong> Jede Kommunikation zwischen Miner und Pool läuft im Klartext. Internet-Provider, Netzwerkbetreiber und Angreifer können Shares mitlesen, die Hashrate eines Miners abschätzen und – im schlimmsten Fall – durch sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe die Pool-Credentials austauschen und Hashrate umleiten. Das ist keine theoretische Gefahr: In Regionen mit staatlicher Internetüberwachung ist das ein reales Risiko.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ineffiziente Datenübertragung.</strong> Stratum V1 nutzt JSON als Nachrichtenformat. Das ist menschenlesbar, aber für Maschinen unnötig aufgebläht. Jede Share-Submission, jede Job-Zuweisung schleppt Overhead mit sich, der Bandbreite und CPU-Zyklen kostet. Für einen einzelnen Miner im Keller kein Problem – für Farmen mit tausenden Geräten oder Miner in Regionen mit eingeschränkter Internetverbindung sehr wohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Pool bestimmt alles.</strong> Das ist der vielleicht gravierendste Punkt. Bei Stratum V1 entscheidet ausschliesslich der Pool, welche Transaktionen in einen Block aufgenommen werden. Die Miner liefern Rechenleistung, haben aber keinerlei Einfluss auf den Inhalt der Blöcke, die sie produzieren. Das bedeutet: Eine Handvoll grosser Pools kontrolliert de facto die Transaktionsselektion des gesamten Netzwerks. Wenn ein Pool beschliesst, bestimmte Transaktionen nicht aufzunehmen – sei es aus politischem Druck, Compliance-Anforderungen oder wirtschaftlichem Kalkül – haben die Miner kein Mitspracherecht. Das ist ein Zentralisierungsrisiko, das dem Grundgedanken von Bitcoin diametral widerspricht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Stratum V2 anders macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">SV2 wurde von Jan Čapek, Pavel Moravec und Matt Corallo entworfen und wird heute von einer unabhängigen Open-Source-Community weiterentwickelt. Die Stratum V2 Reference Implementation (SRI) ist in Rust geschrieben und steht jedem zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verschlüsselte Verbindungen.</strong> Jede SV2-Verbindung ist standardmässig mit dem Noise Protocol Framework verschlüsselt und authentifiziert. Das schützt vor Hashrate-Diebstahl, macht Traffic-Analyse durch ISPs nahezu unmöglich und verhindert, dass Dritte die Mining-Aktivität eines Teilnehmers überwachen oder manipulieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Binäres Protokoll.</strong> Statt JSON verwendet SV2 ein schlankes Binärformat. Das reduziert die Bandbreite laut den Entwicklern um rund 60 % für Pools und 70 % für Miner. Zusätzlich sinkt die CPU-Last bei der Share-Validierung durch intelligentes Caching um bis zu 80 % gegenüber V1.</p>



<html lang="de">
<head>
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<title>Stratum V1 vs V2 Vergleich</title>
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          <text x="40" y="76" text-anchor="middle" fill="#e05040" font-size="9" font-weight="600" letter-spacing=".1em" font-family="-apple-system,sans-serif">POOL</text>
        </svg>
      </div>
      <div class="sv-msgs">
        <div class="sv-msg" style="left:24%;top:16%;transform:rotate(-2deg)">{"method":"mining.notify","params":["6a4f"...]}</div>
        <div class="sv-msg" style="left:32%;top:27%;transform:rotate(1.5deg)">{"job_id":"0a2f","prevhash":"0000..."}</div>
        <div class="sv-msg" style="left:26%;top:37%;transform:rotate(-0.5deg)">{"id":null,"result":[["mining.set_difficulty"...]]}</div>
        <div class="sv-msg" style="left:22%;top:48%;transform:rotate(1deg)">{"id":42, "method":"mining.submit","params":[...]}</div>
        <div class="sv-msg" style="left:30%;top:58%;transform:rotate(-2.5deg)">{"difficulty":524288}</div>
        <div class="sv-msg" style="left:17%;top:68%;transform:rotate(1.5deg)">{"error":null,"result":true}</div>
        <div class="sv-msg" style="left:36%;top:77%;transform:rotate(-1deg)">{"method":"mining.set_version_mask"}</div>
      </div>
      <span class="sv-label sv-label-v1">Stratum V1</span>
    </div>
  </div>

  <div class="sv-pane sv-pane-v2" id="paneV2" style="background:linear-gradient(135deg,#111214,#0f1519)">
    <div class="sv-scene">
      <div class="sv-miner">
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          <text x="40" y="70" text-anchor="middle" fill="#00e0c0" font-size="9" font-weight="600" letter-spacing=".1em" font-family="-apple-system,sans-serif">MINER</text>
        </svg>
      </div>
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        <svg class="sv-icon" viewBox="0 0 80 80" fill="none">
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          <rect x="30" y="46" width="20" height="6" rx="2" stroke="#00e0c0" stroke-width="1.2" fill="rgba(0,224,192,.08)"/>
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          <text x="40" y="76" text-anchor="middle" fill="#00e0c0" font-size="9" font-weight="600" letter-spacing=".1em" font-family="-apple-system,sans-serif">POOL</text>
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        <div class="sv-bin-line"></div>
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        <div class="sv-bin-line-s"></div>
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      </div>
      <span class="sv-label sv-label-v2">Stratum V2</span>
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  </div>

  <div class="sv-slider-line" id="svLine"></div>
  <div class="sv-handle" id="svHandle">
    <svg viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="rgba(255,255,255,.7)" stroke-width="2.2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round">
      <polyline points="7,4 3,12 7,20"/>
      <polyline points="17,4 21,12 17,20"/>
    </svg>
  </div>
</div>

<script>
(function(){
  var wrap = document.getElementById('svWrap');
  var line = document.getElementById('svLine');
  var handle = document.getElementById('svHandle');
  var pane = document.getElementById('paneV2');
  var dragging = false;

  function setPos(pct) {
    pct = Math.max(5, Math.min(95, pct));
    line.style.left = pct + '%';
    handle.style.left = pct + '%';
    pane.style.clipPath = 'inset(0 0 0 ' + pct + '%)';
  }

  function getX(e) {
    var r = wrap.getBoundingClientRect();
    var cx = e.touches ? e.touches[0].clientX : e.clientX;
    return ((cx - r.left) / r.width) * 100;
  }

  handle.addEventListener('pointerdown', function(e) {
    dragging = true;
    handle.setPointerCapture(e.pointerId);
  });
  handle.addEventListener('pointermove', function(e) {
    if (dragging) setPos(getX(e));
  });
  handle.addEventListener('pointerup', function() { dragging = false; });
  handle.addEventListener('pointercancel', function() { dragging = false; });
  wrap.addEventListener('click', function(e) { if (!dragging) setPos(getX(e)); });
})();
</script>

</body>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Job Declaration – Miner bestimmen den Blockinhalt.</strong> Das ist die eigentliche Revolution. Mit dem Job Declaration Protokoll können Miner ihre eigene Bitcoin-Node betreiben und selbst entscheiden, welche Transaktionen in ihren Block-Template landen. Der Miner deklariert seinen Vorschlag beim Pool, der Pool kann ihn akzeptieren – und falls nicht, kann der Miner automatisch auf einen anderen Pool oder Solo-Mining ausweichen. Damit wird die Transaktionsselektion dezentralisiert, und Pools verlieren die Möglichkeit zur Zensur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kompatibilität mit bestehender Hardware.</strong> Wer noch Geräte mit Stratum V1 Firmware betreibt, muss nicht auf SV2 verzichten. Ein sogenannter Translation Proxy (tProxy) sitzt zwischen dem SV1-Miner und dem SV2-Pool und übersetzt die Kommunikation in beide Richtungen. So können auch ältere ASICs wie die Bitaxe oder Antminer-Modelle sofort an einem SV2-Pool teilnehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">SV2-UI: In 5 Minuten Stratum V2 ausprobieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer SV2 selbst testen möchte, ohne sich durch Rust-Kompilierungen und Konfigurationsdateien zu kämpfen, für den gibt es das <strong>SV2-UI</strong> – eine grafische Oberfläche, mit der ihr die gesamte SRI-Infrastruktur per Docker starten und konfigurieren könnt. Damit lässt sich unter anderem testen, wie ein SV1-Miner über den Translation Proxy an einen SV2-Pool angebunden wird.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui-1024x682.png" alt="" class="wp-image-20317" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui-1024x682.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui-768x511.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui-1536x1023.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_ui.png 1634w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Repository:</strong> <a href="https://github.com/stratum-mining/sv2-ui/tree/main">https://github.com/stratum-mining/sv2-ui</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Voraussetzungen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf eurem System muss <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/" type="post" id="17153">Docker</a> installiert und lauffähig sein. Das SV2-UI startet alle nötigen Komponenten als Container – ihr braucht weder Rust noch eine lokale Build-Umgebung. Ausserdem muss Bitcoin-Core auf eurem Rechner oder Server laufen. Am besten lässt man das ganze auf einem <a href="https://minibolt.minibolt.info/bitcoin/bitcoin">Minibolt Server</a> laufen mit installiertem Bitcoincore. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Schnellstart</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet ein Terminal und führt folgenden Befehl aus:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker run --rm \
  --name sv2-ui \
  -p 8080:8080 \
  -e HOST_HOME=$HOME \
  -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock \
  -v sv2-config:/app/data/config \
  stratumv2/sv2-ui:v0.1.2
</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Anschliessend öffnet ihr <code>http://localhost:8080</code> im Browser. Von dort aus könnt ihr die einzelnen SRI-Komponenten (Pool, Translation Proxy, Template Provider) starten, konfigurieren und überwachen. Dazu wird es aber noch einen eigenständigen Artikel geben. Der Translation Proxy lässt sich so konfigurieren, dass euer SV1-Miner darüber mit einem SV2-Pool verbunden wird – ohne dass die Firmware auf dem Gerät geändert werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis:</strong> Die Erstellung eigener Block-Templates über den Template Provider wird derzeit nur unter Linux unterstützt. Auf Windows ist diese Funktion noch in Arbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">SV2 nativ auf Bitaxe und NerdQAxe – Wir bauen die Firmware</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Translation Proxy ist ein guter Zwischenschritt. Aber das eigentliche Ziel ist, dass Miner direkt SV2 sprechen – ohne Umweg, ohne zusätzliche Software. Genau daran arbeiten wir. Wir entwickeln aktiv an der nativen Stratum V2 Unterstützung für die ESP-Miner Firmware, die auf Bitaxe, NerdQAxe und anderen ESP32-basierten Mining-Geräten läuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Pull Request:</strong> <a href="https://github.com/bitaxeorg/ESP-Miner/pull/1553">github.com/bitaxeorg/ESP-Miner/pull/1553</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Was steckt drin</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Implementierung erweitert die bestehende ESP-Miner Codebasis um eine vollständige SV2-Protokollschicht – nicht als externe Abhängigkeit, sondern nativ in C, direkt neben dem bestehenden V1-Code. Im Detail:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>SV2 Binärprotokoll.</strong> Frame-Encoding und -Decoding für das gesamte SV2 Binary Protocol. Die Firmware versteht alle zentralen Mining-Channel-Nachrichten: SetupConnection, OpenStandardMiningChannel, NewMiningJob, SetNewPrevHash, SetTarget und SubmitSharesStandard.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Noise-Verschlüsselung.</strong> Vollständige Noise_NX Handshake-Implementierung mit ChaCha20-Poly1305 Transport-Verschlüsselung über libsecp256k1. Die Verbindung zwischen Miner und Pool ist damit von der ersten Nachricht an verschlüsselt und authentifiziert – kein Klartext mehr auf der Leitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Protokoll-Auswahl in AxeOS.</strong> SV2 lässt sich direkt in der AxeOS-Weboberfläche aktivieren – sowohl für den primären als auch für den Fallback-Pool. Wer möchte, kann also Pool 1 auf SV2 und Pool 2 als V1-Fallback konfigurieren, oder beides auf SV2 setzen. Die Umschaltung läuft über den bestehenden NVS-Konfigurationsspeicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Getestet und funktional.</strong> Die Firmware wurde auf einem BM1370-basierten Bitaxe gegen einen lokalen SRI-Server und den SRI-Referenz-Pool getestet. Ergebnis: volle 1,3 TH/s Hashrate, Shares werden akzeptiert, verschlüsselte Verbindung steht. Das ist kein Proof of Concept – das funktioniert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Welche Geräte werden unterstützt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESP-Miner Firmware ist die gemeinsame Basis für eine ganze Familie von Open-Source-Minern. Alle Geräte, die auf dieser Firmware aufbauen, profitieren von der SV2-Integration:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bitaxe</strong> (alle Varianten mit BM1366, BM1368, BM1370) – Die Geräte, die Solo-Mining für jedermann populär gemacht haben. Mit Hardware-Version-Rolling auf den neueren ASIC-Chips steht ein ausreichend grosser Suchraum für Standard Channels zur Verfügung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="412" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-1024x412.png" alt="" class="wp-image-20320" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-1024x412.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-300x121.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-768x309.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-1536x618.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-2048x824.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_bitaxe-500x201.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NerdQAxe / NerdQAxe++</strong> – Die Quad-ASIC-Varianten mit bis zu 4.8 TH/s. Auch hier läuft die ESP-Miner Firmware als Basis.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="482" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-1024x482.png" alt="" class="wp-image-20319" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-1024x482.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-300x141.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-768x361.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-1536x723.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-2048x964.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/sv2_nerdqaxe-500x235.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere ESP32-basierte Miner</strong> – Jedes Gerät, das auf dem ESP-Miner Projekt aufbaut, kann die SV2-Firmware nutzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was noch offen ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pull Request ist als Draft markiert – nicht weil die Grundfunktion fehlt, sondern weil einige Architekturentscheidungen noch im Review mit den ESP-Miner-Maintainern diskutiert werden:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Standard vs. Extended Channels.</strong> Aktuell sind nur auf der NerdQaxe++ nur Extented Channels implementiert. Der ältere BM1397 (Bitaxe Max) unterstützt kein Hardware-Version-Rolling, wodurch Standard Channels allein nicht ausreichen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Selbst testen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die SV2-Firmware auf der Bitaxe schon jetzt ausprobieren möchte, findet im <a href="https://github.com/bitaxeorg/ESP-Miner/releases">Early Access Release</a> vorkompilierte Binaries. Alternativ könnt ihr den Branch direkt aus dem Fork bauen. Verbinden tut ihr euch dann mit unserem vollständig SV2 kompatiblen Solo-Pool:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>Host: blitzpool.yourdevice.ch
Port: 3333
Authority Public Key: 9bCoFxTszKCuffyywH5uS5o6WcU4vsjTH2axxc7wE86y2HhvULU
Netzwerk: Mainnet</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Blitzpool – Einer der ersten SV2 Solo-Pools aus der Schweiz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer SV2 nicht nur testen, sondern produktiv nutzen möchte, kann sich unserem <strong>Blitzpool</strong> anschliessen. Blitzpool ist ein Schweizer Solo-Mining-Pool, der auf einem eigenen, vollständig synchronisierten Bitcoin-Core-Server läuft und aktiv an der Integration von Stratum V2 arbeitet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="551" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-1024x551.png" alt="" class="wp-image-20318" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-1024x551.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-300x161.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-768x413.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-1536x826.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-2048x1101.png 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/blitzpool_ui-500x269.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was Blitzpool von anderen Solo-Pools unterscheidet:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>0 % Gebühren.</strong> Ihr erhaltet 100 % des Block-Rewards – ohne Abzüge. Keine versteckten Fees, kein Kleingedrucktes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Keine Registrierung.</strong> Einfach die eigene Bitcoin-Adresse als Worker-Name eintragen und loslegen. Keine E-Mail, kein Account, keine persönlichen Daten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Open Source.</strong> Der Pool-Code ist auf GitHub einsehbar und basiert auf einem stark erweiterten Fork des Public-Pool Projekts. Transparenz ist keine Option, sondern Standard.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>SV2-Vorreiter.</strong> Blitzpool ist einer der ersten Solo-Pools, der aktiv Stratum V2 integriert. Damit können Miner nicht nur effizientere Verbindungen nutzen, sondern perspektivisch auch die volle Kontrolle über ihre Block-Templates zurückgewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schweizer Infrastruktur.</strong> Der Pool wird in der Schweiz betrieben – mit den entsprechenden Vorteilen in Sachen Datenschutz und Rechtssicherheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verbindungsdaten</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>Stratum Host: blitzpool.yourdevice.ch
Port: 3333
High-Difficulty Port: 3339</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Tragt als Worker-Name einfach eure Bitcoin-Adresse ein. Optional könnt ihr mit einem Punkt getrennt einen Worker-Namen anhängen (z.B. <code>bc1q...xyz.bitaxe01</code>), um mehrere Geräte übersichtlich zu verwalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Informationen, Live-Statistiken und die Pool-Oberfläche findet ihr unter: <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch">https://blitzpool.yourdevice.ch</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die Zeit für SV2 ist jetzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stratum V1 hat dem Bitcoin-Mining über ein Jahrzehnt lang gute Dienste geleistet. Aber die Probleme – fehlende Verschlüsselung, ineffiziente Kommunikation und die Zentralisierung der Transaktionsselektion – lassen sich nicht mehr ignorieren. Stratum V2 ist keine theoretische Verbesserung, sondern ein produktionsreifes Protokoll, das bereits von Herstellern wie Auradine nativ unterstützt und von der SRI-Community aktiv weiterentwickelt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der nativen SV2-Firmware für Bitaxe und NerdQAxe bringen wir das Protokoll dorthin, wo es hingehört: direkt auf die Geräte der Hobby-Miner. Kein Proxy, kein Umweg – einfach verschlüsseltes, effizientes Mining ab dem ersten Share. Zusammen mit Blitzpool als einem der ersten SV2-nativen Solo-Pools entsteht ein Setup, das von der Firmware bis zum Pool konsequent auf das neue Protokoll setzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ihr SV2 erstmal mit dem SV2-UI ausprobieren, die neue Firmware auf eurer Bitaxe flashen oder direkt auf Blitzpool minen wollt – der Einstieg war nie einfacher. Jeder Miner, der auf SV2 umsteigt, stärkt die Dezentralisierung des Netzwerks. Und genau darum geht es.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weiterführende Links:</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Stratum V2 Protokoll-Webseite: <a href="https://stratumprotocol.org">https://stratumprotocol.org</a></li>



<li>SV2-UI (GUI für SRI): <a href="https://github.com/stratum-mining/sv2-ui/tree/main">https://github.com/stratum-mining/sv2-ui</a></li>



<li>SRI Reference Implementation: <a href="https://github.com/stratum-mining/stratum">https://github.com/stratum-mining/stratum</a></li>



<li>SV2 Applikationen (Pool, Translator, JD): <a href="https://github.com/stratum-mining/sv2-apps">https://github.com/stratum-mining/sv2-apps</a></li>



<li>Blitzpool Solo-Mining Pool: <a href="https://blitzpool.yourdevice.ch">https://blitzpool.yourdevice.ch</a></li>



<li>Blitzpool auf GitHub: <a href="https://github.com/warioishere/blitzpool">https://github.com/warioishere/blitzpool</a></li>



<li>SV2-Firmware PR für ESP-Miner: <a href="https://github.com/bitaxeorg/ESP-Miner/pull/1553">github.com/bitaxeorg/ESP-Miner/pull/1553</a></li>
</ul>
<p>The post <a href="https://yourdevice.ch/stratum-v2-warum-das-bitcoin-mining-ein-neues-protokoll-braucht/">Stratum V2 – Warum das Bitcoin-Mining ein neues Protokoll braucht</a> appeared first on <a href="https://yourdevice.ch">yourdevice.ch - Deine Anlaufstelle für Linux, OpenSource Software und Co</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Altersverifikation auf Betriebssystemebene: Jugendschutz oder Überwachung</title>
		<link>https://yourdevice.ch/altersverifikation-auf-betriebssystemebene-jugendschutz-oder-ueberwachung/</link>
					<comments>https://yourdevice.ch/altersverifikation-auf-betriebssystemebene-jugendschutz-oder-ueberwachung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 14:55:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://yourdevice.ch/?p=20297</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Kommentar für alle, die ihre digitale Freiheit noch nicht aufgegeben haben. Es ist ein Satz, der in der Netzpolitik mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist: „Won't somebody please think...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Kommentar für alle, die ihre digitale Freiheit noch nicht aufgegeben haben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Satz, der in der Netzpolitik mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist: „Won't somebody please think of the children?" Was als Simpsons-Gag begann, ist heute das Totschlagargument Nummer eins, wenn Regierungen weltweit neue Überwachungsinfrastruktur durchsetzen wollen. Die neueste Episode dieser Serie: Betriebssysteme sollen künftig euer Alter überprüfen. Nicht Websites. Nicht Apps. Euer Betriebssystem. Die Schicht eures Computers, der ihr am meisten vertrauen müsst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie immer geht es angeblich um den Schutz der Kinder.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20299" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/04/linux_altersverifikation_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was passiert gerade</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was wie ein dystopischer Zukunftsentwurf klingt, ist längst Realität – oder steht unmittelbar bevor. Auf mehreren Kontinenten gleichzeitig treiben Regierungen Gesetze voran, die Betriebssysteme zur Altersverifikation zwingen. Die Begründung ist überall dieselbe: Jugendschutz. Die Methoden sind überall dieselben: digitale Identität, staatliche Schnittstellen, Kontrolle auf der tiefsten Ebene eurer Geräte. Und das Tempo, mit dem das geschieht, sollte euch zu denken geben. Hier ein Überblick über die Brennpunkte – angefangen bei dem Land, das wie so oft am gründlichsten vorgeht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Deutschland: Der 6. Medienänderungsstaatsvertrag – bereits geltendes Recht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland wartet nicht auf Kalifornien oder die EU. Hier ist die Altersverifikation auf Betriebssystemebene <strong>bereits Gesetz</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. Dezember 2025 trat der <strong>Sechste Medienänderungsstaatsvertrag (6. MÄStV)</strong> in Kraft – beschlossen von den Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer. Das Herzstück: Ein neuer <strong>§12 JMStV</strong> mit dem unauffälligen Titel „Anforderungen an Anbieter von Betriebssystemen". Was harmlos klingt, hat es in sich. Erstmals in der Geschichte des deutschen Jugendmedienschutzes werden nicht mehr nur Medienanbieter in die Pflicht genommen, sondern die <strong>Technik selbst, mit der Medien konsumiert werden</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret müssen Anbieter von Betriebssystemen eine sogenannte <strong>„Jugendschutzvorrichtung"</strong> implementieren – in der offiziellen Rhetorik verniedlichend als <strong>„One-Button-Lösung"</strong> bezeichnet. Die Idee: Eltern sollen „auf Knopfdruck" einen kinder- und jugendgerechten Modus aktivieren können, der den Zugang zu nicht altersgerechten Apps und Inhalten einschränkt. Das Betriebssystem muss dafür eine <strong>nicht veränderbare, einheitliche Schnittstelle</strong> bereitstellen, über die Apps die eingestellte Altersstufe auslesen. Apps, die keine Alterseinstufung haben, sind bei aktivierter Vorrichtung <strong>nicht nutzbar</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitplan ist gestaffelt: Bis zum <strong>1. Dezember 2026</strong> bestimmt die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), welche Betriebssysteme als „von Kindern und Jugendlichen üblicherweise genutzt" gelten. Ein Jahr danach – also spätestens am <strong>1. Dezember 2027</strong> – müssen diese Betriebssysteme die Jugendschutzvorrichtung implementiert haben. Für Betriebssysteme im laufenden Produktionszyklus gibt es eine verlängerte Frist von drei Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier wird es für die Open-Source-Welt richtig unangenehm: <strong>§24 JMStV</strong> definiert als Ordnungswidrigkeit nicht nur, wenn ein Betriebssystemanbieter die Jugendschutzvorrichtung nicht bereitstellt – sondern auch, wenn <strong>„ein Dritter"</strong> ein Betriebssystem so anpasst und bereitstellt, dass es über keine solche Vorrichtung mehr verfügt. Das zielt direkt auf Distributionen, die ein bestehendes Betriebssystem modifizieren und weiterverteilen – also genau auf das, was die Linux-Community seit Jahrzehnten tut. Verstösse können mit Bussen von bis zu <strong>500.000 Euro</strong> geahndet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Wer ein Linux-Derivat erstellt und den Jugendschutzmechanismus dabei nicht übernimmt, begeht nach deutschem Recht potenziell eine Ordnungswidrigkeit. Das ist ein <strong>direkter Angriff auf das Prinzip freier Software</strong>, verkleidet als Jugendschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die KJM bejubelt den 6. MÄStV als „Meilenstein für einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz". Dass das Gesetz gleichzeitig neue Aufsichtsinstrumente einführt – darunter die Möglichkeit, <strong>Mirror-Domains schneller zu sperren</strong> und <strong>Zahlungsströme an unliebsame Anbieter zu unterbinden</strong> – erwähnt man eher beiläufig. Auch der neue Schutzbereich der „persönlichen Integrität" im §1 JMStV, der so weit gefasst ist, dass darunter auch „exzessives Spielen" und „Kostenfallen" fallen, zeigt, wohin die Reise geht: ein immer breiterer Eingriffshebel, der weit über Pornografie und Gewaltdarstellungen hinausreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Deutschland topt sich selbst auch auf Bundesebene: Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) verpflichtet Plattformbetreiber seit 2021 zu „Vorsorgemaassnahmen", zu denen explizit <strong>Altersverifikationssysteme</strong> gehören. Die Bundesdruckerei arbeitet an der Infrastruktur für digitale Identitäten, und die SPRIND (Bundesagentur für Sprunginnovationen) koordiniert den Rollout der deutschen EUDI-Wallet-Version, die als „robuste erste Version" bis Ende 2026 stehen soll. Deutschland ist ausserdem eines der ersten Länder mit Pilotprogrammen für die EU-Altersverifikations-App.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein anderes Land in Europa hat ein derart durchreguliertes System – Jugendschutzgesetz auf Bundesebene, Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf Länderebene, KJM als Aufsichtsbehörde, FSM als Selbstkontrolle, jugendschutz.net als Überwachungsstelle, Landesmedienanstalten als Vollstrecker. Und jetzt kommt die Betriebssystemebene obendrauf. Der deutsche Regulierungseifer beim „Kinderschutz" ist ein bürokratisches Meisterwerk, das in seiner Tiefe weltweit einzigartig ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kalifornien: Der US-Vorreiter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2025 unterzeichnete der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom den <strong>Digital Age Assurance Act (AB 1043)</strong>. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und verlangt, dass <strong>jeder Anbieter eines Betriebssystems</strong> bei der Kontoeinrichtung das Alter des Nutzers abfragt. Die Nutzer werden in vier Altersgruppen eingeteilt: unter 13, 13 bis 15, 16 bis 17 und ab 18. Diese Alterskategorie wird dann über eine Echtzeit-API an App-Entwickler weitergegeben – bei jedem Download, bei jedem Start einer Anwendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Definition von „Operating System Provider" im Gesetzestext ist dabei so breit gefasst, dass sie jeden betrifft, der ein Betriebssystem „entwickelt, lizenziert oder kontrolliert" – egal ob auf einem Computer, Smartphone oder einem beliebigen Gerät. Das schliesst Windows ein, macOS, Android, iOS – und eben auch Linux, SteamOS und sogar einen Open-Source-Taschenrechner namens DB48X, dessen Entwickler sich bereits geweigert haben, das Gesetz umzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Colorado zieht mit einem ähnlichen Gesetzentwurf (SB26-051) nach. New York will die Pflicht sogar auf alle „internetfähigen Geräte" ausweiten. Und das ist erst der Anfang.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Grossbritannien: Der Online Safety Act und seine Folgen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Grossbritannien ist bereits einen grossen Schritt weiter – und zeigt der Welt in Echtzeit, wohin diese Reise führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Online Safety Act 2023</strong> verpflichtet Plattformen, die pornografische Inhalte oder Material zu Selbstverletzung, Essstörungen und Suizid anbieten, zur Altersverifikation. Die Frist zur Umsetzung war der 25. Juli 2025. Die Aufsichtsbehörde Ofcom kann bei Verstössen Strafen von bis zu <strong>18 Millionen Pfund oder zehn Prozent des Jahresumsatzes</strong> verhängen – und Websites im gesamten Vereinigten Königreich sperren lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion der Plattformen kam prompt: Reddit, Discord, X (ehemals Twitter), Tinder, Bumble, Grindr, Hinge, Spotify und zahlreiche weitere Dienste führten Altersverifikationen ein – teilweise über Drittanbieter wie Yoti oder Persona. Dass es dabei nicht um Kinderschutz geht, zeigt sich an der öffentlichen Reaktion: Eine Petition zur Abschaffung des Gesetzes sammelte über <strong>500.000 Unterschriften</strong> und erzwang eine Parlamentsdebatte. Am ersten Tag der Durchsetzung stiegen die VPN-Downloads im Vereinigten Königreich um über <strong>1.400 Prozent</strong>. Nutzer umgingen die Gesichtserkennung von Persona mit Screenshots aus dem Videospiel Death Stranding.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das genügt der Regierung nicht. Premierminister <strong>Keir Starmer</strong> treibt zusätzlich ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige voran – nach australischem Vorbild. Im Februar 2026 kündigte er an, die Umsetzung solle „in Monaten, nicht Jahren" erfolgen. Eine öffentliche Konsultation läuft bis Mai 2026, Pilotversuche mit 300 Jugendlichen sind geplant. Das House of Lords hat den Vorschlag bereits zweimal unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann wurde es wirklich ernst: Ende März 2026 rollte <strong>Apple mit iOS 26.4 eine Altersverifikation auf Betriebssystemebene</strong> für alle britischen Nutzer aus. Beim Update werden Nutzer aufgefordert, per Kreditkarte oder <strong>Ausweis-Scan</strong> zu bestätigen, dass sie über 18 sind. Wer die Verifikation nicht abschliesst oder als minderjährig eingestuft wird, bekommt automatisch Inhaltsfilter aktiviert und eingeschränkten Zugang zu Apps, Websites und Funktionen. Das Ergebnis: Erwachsene Nutzer – manche seit Jahrzehnten Apple-Kunden, 60, 70, 80 Jahre alt – berichten, dass ihre Geräte eingeschränkt wurden, weil die Verifikation fehlschlug. Ein abgenutzter Ausweis, schlechte Beleuchtung beim Scannen, eine nicht akzeptierte Kreditkarte – und schon ist man auf seinem eigenen iPhone gesperrt. Ofcom bejubelte die Massnahme als „echten Gewinn für Kinder und Familien".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die britische Regierung arbeitet parallel an einem eigenen <strong>digitalen Ausweis</strong> und konsultiert öffentlich, ab welchem Alter – möglicherweise schon ab 13 oder sogar ab Geburt – eine digitale ID ausgestellt werden soll. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) kommentierte trocken, dass britische Politiker „weiterhin am Kern der Sache vorbeireden" und die Altersverifikation als „Überwachungs- und Zensur-Albtraum" bezeichneten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wikipedia hat bereits angekündigt, die Umsetzung zu verweigern und gegebenenfalls den Zugang für britische Nutzer einzuschränken, anstatt sein offenes Bearbeitungsmodell zu kompromittieren. Die Wikimedia Foundation nannte das Gesetz „hart" und warf den Gesetzgebern vor, nicht zwischen kommerziellen Tech-Giganten und gemeinnützigen Wissensprojekten zu unterscheiden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Brasilien: Der Hammer fällt zuerst</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer glaubt, das seien alles noch Pläne für die Zukunft, sollte nach <strong>Brasilien</strong> schauen. Dort ist das Gesetz seit dem <strong>17. März 2026 in Kraft</strong> – und es ist das umfassendste seiner Art weltweit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <strong>„Digital ECA"</strong> (Estatuto Digital da Criança e do Adolescente, Gesetz Nr. 15.211/2025) wurde im September 2025 von Präsident Lula unterzeichnet und gilt für jeden digitalen Dienst, der von Minderjährigen genutzt werden könnte – unabhängig davon, wo der Anbieter seinen Sitz hat. Die Selbstauskunft über das Alter ist ausdrücklich <strong>verboten</strong>. Plattformen müssen „zuverlässige und effektive" Verifikationsmechanismen einsetzen, und zwar <strong>bei jedem Zugriff</strong> auf eingeschränkte Inhalte. Konten von unter 16-Jährigen müssen an einen Erziehungsberechtigten gekoppelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strafen sind drakonisch: Bis zu <strong>50 Millionen Brasilianische Real</strong> (etwa 8,5 Millionen Euro) pro Verstoss oder bis zu <strong>zehn Prozent des brasilianischen Umsatzes</strong>. Die brasilianische Datenschutzbehörde ANPD hat eine Überwachungsliste veröffentlicht, auf der neben Epic Games und Valve auch <strong>Linux-Distributoren</strong> stehen. Rockstar Games hat den Direktverkauf über den eigenen Launcher in Brasilien bereits einen Tag vor Inkrafttreten eingestellt. Canonical prüft seine rechtlichen Verpflichtungen für Ubuntu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz verlangt explizit, dass die Altersverifikation auf Ebene von <strong>App-Stores und Betriebssystemen</strong> bei der Kontoerstellung durchgeführt wird. Kein souveräner Staat hat jemals eine Altersverifikation auf Betriebssystemebene mit diesem Umfang und diesen Strafen vorgeschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brasilien zeigt, was passiert, wenn diese Gesetze nicht mehr nur auf dem Papier stehen: Kleinere Anbieter kapitulieren, Open-Source-Projekte stehen vor unlösbaren Problemen, und die Nutzer werden in geschlossene Ökosysteme gezwungen, die sich kontrollieren lassen. MidnightBSD hat brasilianische Nutzer bereits komplett ausgesperrt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Australien, Frankreich, Spanien – die Welle rollt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Australien hat Ende 2025 als erstes Land der Welt ein <strong>Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige</strong> eingeführt – bereits Millionen Konten wurden gesperrt. Frankreich plant ein ähnliches Verbot ab 15 Jahren ab September 2026. Spanien, Griechenland und Slowenien haben eigene Verbote angekündigt. In Österreich ist ein Social-Media-Verbot ebenfalls beschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es entsteht ein <strong>globaler Dominoeffekt</strong>: Jedes Land verweist auf die anderen als Begründung, warum es „auch" handeln muss. Und jedes dieser Gesetze erfordert – technisch zwingend – eine Form der Identitätsverifikation. Der „Kinderschutz" ist das Einfallstor; die digitale Ausweispflicht ist das Ergebnis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die EU baut die „Mini-Wallet"</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite des Atlantiks bastelt die EU-Kommission derweil an ihrer eigenen Lösung. Unter dem Dach des <a href="https://yourdevice.ch/der-digital-services-act-als-zensur-mechanismus/" type="link" id="https://yourdevice.ch/der-digital-services-act-als-zensur-mechanismus/">Digital Services Act</a> und der überarbeiteten <strong>eIDAS-2.0-Verordnung</strong> wird die <strong>EUDI-Wallet</strong> (European Digital Identity Wallet) vorangetrieben – eine digitale Brieftasche, die bis Ende 2026 in jedem EU-Mitgliedstaat verfügbar sein soll. Darin gespeichert: Personalausweis, Führerschein, Gesundheitsdaten, Zeugnisse und – natürlich – eine Funktion zur Altersverifikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch weil die EUDI-Wallet nicht schnell genug kommt, hat die EU-Kommission bereits eine <strong>„Mini-Wallet"</strong> in Auftrag gegeben, entwickelt von T-Systems (Deutsche Telekom) und dem schwedischen Unternehmen Scytáles. Diese App hat genau eine Funktion: bestätigen, dass ihr über 18 seid. Eine Vorstufe zur digitalen Identität, die euch als EU-Bürger aufgezwungen werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Pikante daran: Es gibt in der EU aktuell <strong>kein Gesetz</strong>, das eine flächendeckende Altersverifikation für soziale Medien oder das Internet allgemein vorschreibt. Der Digital Services Act verpflichtet Plattformen lediglich zu „Schutzmassnahmen für Minderjährige" – die Altersverifikation ist eine von vielen möglichen Optionen, keine Pflicht. Trotzdem wird die technische Infrastruktur in atemberaubendem Tempo aufgebaut. Erst die Infrastruktur, dann das Gesetz – eine Reihenfolge, die aufmerksame Beobachter stutzig machen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in der offiziellen Kommunikation fehlt: eine ehrliche Diskussion darüber, wohin das alles führt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Linux-Community wehrt sich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Open-Source-Gemeinschaft steht vor einem Dilemma. Während Microsoft, Apple und Google solche Abfragen mit einem Firmware-Update in ihre Systeme einbauen können, sieht die Lage bei Linux-Distributionen ganz anders aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer ist der „Operating System Provider" von Debian? Das Projekt ist keine juristische Person in den USA, es hat keinen CEO, keinen Sitz in Kalifornien. Es ist eine Meritokratie aus Freiwilligen, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Und selbst wenn jemand eine Altersverifikation in Debian einbauen würde – freie Software bedeutet, dass jeder Nutzer diesen Code in fünf Minuten wieder entfernen kann. Weil Quellcode in den USA als freie Meinungsäusserung („Free Speech") gilt, kann das niemand verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Debian-Mailinglisten und Ubuntu-Foren wird seit Wochen heftig diskutiert. Ein konkreter technischer Vorschlag sieht eine D-Bus-Schnittstelle namens <code>org.freedesktop.AgeVerification1</code> vor, die über Plug-Ins an staatliche Dienste andocken könnte. Die Reaktionen der Community waren überwiegend ablehnend. Es gibt auch Diskussionen über eine Integration in <code>systemd</code>, was unter Datenschützern die Alarmglocken schrillen lässt – ein einziger „Single Point of Failure" für sensible Altersdaten aller Systemnutzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://yourdevice.ch/grapheneos/" type="page" id="9676">GrapheneOS</a></strong>, das auf Privatsphäre und Sicherheit ausgerichtete Android-Derivat, hat bereits klar Stellung bezogen: Man werde die Altersverifikation schlicht ignorieren. Wenn das bedeutet, dass GrapheneOS-Geräte in bestimmten Märkten nicht mehr verkauft werden dürfen, sei das akzeptabel. Das System werde weiterhin für jeden weltweit nutzbar sein, ohne persönliche Daten, Identifizierung oder ein Konto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Open-Source-Projekte gehen noch weiter. Die Entwickler des Open-Source-Taschenrechners DB48X haben angekündigt, den Zugang für Nutzer in Kalifornien und Colorado zu sperren, anstatt eine Altersverifikation zu implementieren. Wie PC Gamer treffend anmerkte: „Ihr wisst, dass ihr es übertrieben habt, wenn ihr die Mathematiker wütend gemacht habt."</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das grössere Bild: Ein Netz der totalen Kontrolle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nehmt einen Schritt zurück und betrachtet, was hier <strong>gleichzeitig</strong> auf der ganzen Welt passiert:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Apple setzt die Altersverifikation auf Betriebssystemebene bereits um</strong> – im Vereinigten Königreich per iOS 26.4, in Australien, Brasilien und Singapur für App-Downloads, und ab Mai 2026 in US-Bundesstaaten wie Utah und Louisiana über eine „Declared Age Range API" für Entwickler. Was heute „freiwillige Umsetzung" heisst, ist morgen der neue Standard.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Brasilien setzt die härtesten Strafen der Welt durch</strong> – mit Linux-Distributoren auf der Überwachungsliste der Datenschutzbehörde. Die Infrastruktur, die hier geschaffen wird, ist nicht temporär. Sie wird bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die EUDI-Wallet</strong> soll bis Ende 2026 euren Personalausweis, Führerschein, Gesundheitsdaten, Zeugnisse und Versicherungsnachweise in einer App auf eurem Smartphone bündeln. Ab Ende 2027 müssen regulierte Branchen wie Banken, Gesundheitswesen und Telekommunikation die Wallet als Identifikation akzeptieren. Die EU hat als Ziel ausgegeben, dass bis 2030 achtzig Prozent aller Bürger eine digitale ID nutzen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Altersverifikation auf Betriebssystemebene</strong> schafft eine technische Infrastruktur, bei der euer Computer oder Smartphone bei jedem App-Start eure Alterskategorie weitergibt – eine Schnittstelle, die trivial auf eine vollständige Identitätsprüfung erweitert werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Secure Boot und Chain-of-Trust-Mechanismen</strong> werden von allen grossen Hardwareherstellern kontinuierlich ausgebaut. Schon heute können diese Systeme das Ausführen bestimmter Software verhindern. Es ist kein grosser Sprung, diese Werkzeuge mit einer digitalen Identität zu verknüpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Chatkontrolle, Vorratsdatenspeicherung, Klarnamenpflicht</strong> – die EU und ihre Mitgliedstaaten arbeiten parallel an einem ganzen Arsenal von Überwachungswerkzeugen. Die Altersverifikation ist nur ein weiteres Puzzlestück. Und in Grossbritannien denkt man bereits laut darüber nach, Kindern die Nutzung von <strong>VPNs zu verbieten</strong> – also das letzte Werkzeug, mit dem man sich diesen Kontrollen entziehen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kommentator auf Born's IT-Blog brachte es auf den Punkt: „Heute nennen sie es noch ‚Altersüberprüfung', morgen wird es dann ‚Nutzung nur mit persönlicher digitaler ID' sein."</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn einmal ein Mechanismus flächendeckend auf allen Endgeräten vorhanden ist, mit dem sich der Zugang zu bestimmten Inhalten einschränken lässt, dann wird ihn jemand missbrauchen. Das ist keine Verschwörungstheorie – das ist die Geschichte jeder Überwachungstechnologie, die jemals gebaut wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Heuchelei der Mächtigen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier wird es richtig bitter. Dieselben Regierungen, die angeblich „die Kinder schützen" wollen, zeigen bei echtem Kindesmissbrauch eine bemerkenswerte Untätigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=5Bpp2SUAuj0&amp;t=103s">Epstein-Akten</a></strong> wurden Ende Januar 2026 in grossem Umfang veröffentlicht – über drei Millionen Seiten Dokumente, 2000 Videos und 180.000 Bilder. Das Material zeigt Verbindungen zu Politikern, Wirtschaftsführern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf der ganzen Welt. Über tausend Opfer wurden dokumentiert, die meisten davon Minderjährige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was geschah? Das US-Justizministerium erklärte, es gebe keine ausreichenden Beweise für weitere Anklagen. Das FBI erklärte, die Spekulationen über eine „Kundenliste" hätten sich nicht erhärtet. Die Akten selbst erzählen eine andere Geschichte – voller Namen, E-Mails, Fotos und Verbindungen. In den USA gab es bislang keine einzige weitere Verhaftung. Im Bundestag wurde die Debatte über deutsche Bezüge zu den Epstein-Akten an den Auswärtigen Ausschuss überwiesen – also faktisch begraben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird also eine gigantische digitale Überwachungsinfrastruktur aufgebaut, mit der jeder Bürger identifiziert und kategorisiert werden soll – alles im Namen des Kinderschutzes. Aber wenn es darum geht, die mächtigsten und dokumentiertesten Kinderschänder der modernen Geschichte tatsächlich zur Rechenschaft zu ziehen, dann hat plötzlich niemand genug Beweise. Die Prioritäten könnten kaum deutlicher sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das alles nicht funktioniert – und nie funktionieren sollte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von der offensichtlichen Überwachungsproblematik scheitert die Altersverifikation auf Betriebssystemebene auch an ihrer eigenen Logik:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kinder lügen.</strong> Das kalifornische Gesetz verlangt nur eine Selbstauskunft – kein Foto-ID, keine Biometrie. Ein Zwölfjähriger gibt „18" ein, und das System hat seinen Zweck erfüllt. Bravo.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erwachsene werden ausgesperrt.</strong> Das Vereinigte Königreich zeigt bereits in der Praxis, was passiert: Erwachsene iPhones-Nutzer – manche über 80 Jahre alt, seit Jahrzehnten Apple-Kunden – werden durch fehlerhafte Altersverifikation auf ihren eigenen Geräten eingeschränkt. Ein abgenutzter Ausweis, schlechtes Licht, eine falsche Kreditkarte – und plötzlich entscheidet Apple, welche Inhalte man sehen darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eltern umgehen es.</strong> Wenn Eltern ihrem Kind Zugang zu einem Computer geben, der auf ihren Namen registriert ist, hilft keine Altersverifikation der Welt. Die Verantwortung wird von den Plattformbetreibern in die Haushalte verlagert – und dort ändert sich nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Standort-Erkennung ist ein Witz.</strong> Soll Debian die Altersverifikation in Kalifornien erzwingen, aber in der Schweiz deaktivieren? Basierend auf welcher Information? Der Nutzer gibt bei der Installation „Schweiz" an, und das Thema hat sich erledigt. Oder er nutzt ein VPN.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freie Software lässt sich nicht kontrollieren.</strong> Quellcode ist Meinungsfreiheit. Jeder kann eine Distribution forken und die Altersverifikation entfernen. Das Gesetz ist gegenüber freier Software strukturell wirkungslos.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verifizierungsdaten werden gehackt.</strong> Im Herbst 2025 wurden bei Discord <strong>70.000 Ausweiskopien</strong> geleakt, nachdem ein Drittanbieter, der die Altersverifikation durchführte, kompromittiert wurde. Das ist kein theoretisches Risiko – es ist bereits Realität. Und je mehr Dienste Ausweisdaten sammeln, desto mehr Angriffsfläche entsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles wissen die Gesetzgeber natürlich. Der Jugendschutz ist der Vorwand, nicht das Ziel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Technik keine Kinder erzieht – und der Staat es auch nicht kann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter all diesen Gesetzen steht eine Grundannahme, die niemand laut hinterfragt: Dass der Staat besser wüsste als Eltern, wie man Kinder vor den Gefahren des Internets schützt. Dass ein Algorithmus, eine API-Schnittstelle, eine Ausweiskontrolle auf Betriebssystemebene irgendwie das leisten könnte, was ein Gespräch am Küchentisch leistet. Das ist nicht nur technisch naiv – es ist eine Anmassung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele von uns, die heute in der Tech-Welt arbeiten, sind mit dem Internet aufgewachsen. Wir haben als Jugendliche IRC-Channels besucht, in Foren Dinge gelesen, die nicht für uns bestimmt waren, und auf Websites gelandet, die kein Jugendschutzfilter der Welt hätte vorhersehen können. Und wisst ihr was? Wir sind nicht daran zerbrochen. Nicht weil das Internet damals harmloser war – das war es nicht. Sondern weil es Eltern gab, die mit uns geredet haben. Die uns erklärt haben, was da draussen existiert. Die uns beigebracht haben, kritisch zu denken, statt uns in eine digitale Gummizelle zu sperren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der eigentliche Punkt, den die Politik nicht hören will: <strong>Kinderschutz ist eine Erziehungsaufgabe, keine Infrastrukturfrage.</strong> Ein Kind, dem niemand erklärt, warum bestimmte Inhalte problematisch sind, wird diese Inhalte finden – mit oder ohne Altersverifikation. Es wird den Ausweis der Eltern nehmen, ein VPN benutzen, das Gerät eines Freundes verwenden oder schlicht ein anderes Betriebssystem installieren. Jugendliche sind nicht dumm. Sie sind oft technisch versierter als die Politiker, die diese Gesetze schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was diese Gesetze tatsächlich bewirken, ist etwas ganz anderes: Sie entmündigen Eltern. Sie signalisieren, dass der Staat die Erziehung übernimmt, weil er den Familien nicht zutraut, es selbst zu schaffen. Statt in Medienkompetenz zu investieren – in Schulen, in Elternbildung, in offene Gespräche über digitale Gefahren – wird eine technische Scheinlösung implementiert, die Milliarden kostet, die Freiheit aller einschränkt und am eigentlichen Problem komplett vorbeigeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei existieren die Werkzeuge für Eltern <strong>längst</strong>: Apples Screen Time, Googles Family Link, Kinderschutzsoftware, Router-basierte Filter, betriebssystemeigene Benutzerkonten mit eingeschränkten Rechten. All das funktioniert – freiwillig, ohne staatliche Datenbank, ohne Ausweispflicht, ohne API, die eure Alterskategorie an jeden App-Entwickler weitergibt. Der Unterschied: Diese Werkzeuge geben Eltern die Kontrolle. Die neuen Gesetze geben sie dem Staat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau das ist der Kern der Sache. Es geht nicht darum, ob Kinder geschützt werden sollen – selbstverständlich sollen sie das. Es geht darum, <strong>wer</strong> sie schützt. Eltern, die ihre Kinder kennen, ihre Reife einschätzen können und individuelle Entscheidungen treffen? Oder ein Staatsapparat, der jeden Bürger in Alterskategorien einteilt, diese Daten über Schnittstellen weiterreicht und bei Nichtbefolgung mit sechsstelligen Bussen droht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort sollte in einer freien Gesellschaft nicht schwerfallen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist Zeit, sich zu wehren – aktiv, laut und mit den Mitteln, die uns als Nutzer freier Software zur Verfügung stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Installiert Linux.</strong> Wer noch Windows oder macOS nutzt, lebt bereits in einem Ökosystem, das Kontrolle über den Nutzer als Feature betrachtet. Linux-Distributionen wie Debian, Fedora oder Arch geben euch die Kontrolle über euer System zurück. Das war immer ihr grösster Vorteil – und er wird wichtiger als je zuvor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nutzt GrapheneOS.</strong> Auf dem Smartphone ist GrapheneOS die beste verfügbare Option für Nutzer, die sich nicht von Google oder Apple vorschreiben lassen wollen, was sie mit ihrem eigenen Gerät tun dürfen. Die klare Haltung des Projekts gegenüber der Altersverifikation ist nur ein weiterer Grund, umzusteigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unterstützt die Open-Source-Community.</strong> Die Projekte, die sich gerade gegen diese Gesetze wehren, sind oft kleine Teams von Freiwilligen. Spendet. Beteiligt euch an Diskussionen. Meldet euch auf den Mailinglisten. Schreibt eurem Abgeordneten. Die Leute, die eure Freiheit verteidigen, brauchen eure Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klärt euer Umfeld auf.</strong> Viele Menschen verstehen nicht, was hier passiert. Sie hören „Jugendschutz" und nicken. Erklärt ihnen, warum eine Altersverifikation auf Betriebssystemebene keine Kinderschutz-Massnahme ist, sondern der Grundstein für eine digitale Ausweispflicht, die weit über den angeblichen Zweck hinausgehen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lehnt die eID-Wallet ab</strong>, solange es freiwillig ist. Nutzt alternative Wege. Jede Nutzungszahl, die die EU-Kommission als „Erfolg" verkaufen kann, beschleunigt den Weg zur Pflicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schlussgedanke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht hier nicht mehr um die Frage, ob wir Kinder im Internet schützen sollten – natürlich sollten wir das. Es geht darum, dass der „Schutz der Kinder" systematisch als Vorwand missbraucht wird, um eine Kontrollinfrastruktur aufzubauen, die jeden Bürger betrifft, die praktisch unwirksam gegen ihren angeblichen Zweck ist und die, einmal installiert, niemals wieder entfernt werden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freie Software ist nicht einfach ein Hobby oder eine technische Präferenz. Sie ist eine der letzten Verteidigungslinien gegen die schleichende Erosion digitaler Grundrechte. Wer heute Linux installiert, trifft keine technische Entscheidung – sondern eine politische.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht langsam, aber sicher zu weit. Und wenn wir nicht jetzt aufstehen, wird es bald zu spät sein.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quellen und weiterführende Links:</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.heise.de/news/Think-of-the-children-Linux-Community-gegen-die-Altersverifikation-11211944.html">heise online: Linux soll Ausweise prüfen – Wie die Community sich dagegen wehrt</a></li>



<li><a href="https://netzpolitik.org/2025/online-alterskontrollen-nur-fuer-erwachsene/">netzpolitik.org: Online-Alterskontrollen – Nur für Erwachsene</a></li>



<li><a href="https://netzpolitik.org/2025/eu-konzept-so-sollen-die-alterskontrollen-im-netz-ablaufen/">netzpolitik.org: EU-Konzept – So sollen die Alterskontrollen im Netz ablaufen</a></li>



<li><a href="https://www.linux-magazin.de/news/grapheneos-will-altersverifikation-nicht-unterstuetzen/">Linux-Magazin: GrapheneOS will Altersverifikation nicht unterstützen</a></li>



<li><a href="https://www.tomshardware.com/software/operating-systems/california-introduces-age-verification-law">Tom's Hardware: California introduces age verification law for all operating systems</a></li>



<li><a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/eu-age-verification">EU-Kommission: Der EU-Ansatz zur Altersüberprüfung</a></li>



<li><a href="https://leginfo.legislature.ca.gov/faces/billTextClient.xhtml?bill_id=202520260AB1043">Kalifornien AB 1043 – Gesetzestext</a></li>



<li><a href="https://theopenreader.org/Journalism:Apple_Rolls_Out_OS-Level_Age_Verification_in_the_UK_with_iOS_26.4">The Open Reader: Apple Rolls Out OS-Level Age Verification in the UK with iOS 26.4</a></li>



<li><a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-25/apple-rolls-out-age-verification-requirements-for-uk-users">Bloomberg: Apple Rolls Out Age Verification for UK Users</a></li>



<li><a href="https://osxdaily.com/2026/03/26/psa-ios-26-4-age-verification-in-uk-fails-for-some/">OS X Daily: iOS 26.4 Age Verification in UK Fails for Some</a></li>



<li><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Online_age_verification_in_the_United_Kingdom">Wikipedia: Online age verification in the United Kingdom</a></li>



<li><a href="https://www.eff.org/deeplinks/2026/03/uk-politicians-continue-miss-point-latest-social-media-ban-proposal">EFF: UK Politicians Continue to Miss the Point</a></li>



<li><a href="https://compliancehub.wiki/brazil-age-verification-law-operating-systems/">ComplianceHub: Brazil's Radical Age Verification Law</a></li>



<li><a href="https://www.techpolicy.press/brazil-wants-to-reshape-the-internet-for-kids-the-hard-part-just-began/">TechPolicy Press: Brazil Wants to Reshape The Internet for Kids</a></li>



<li><a href="https://www.bakermckenzie.com/en/insight/publications/2026/03/brazil-regulates-the-children-and-adolescents-online-safety-act">Baker McKenzie: Brazil Regulates the Digital ECA</a></li>



<li><a href="https://www.gov.uk/government/news/pm-no-platform-gets-a-free-pass-government-takes-action-to-keep-children-safe-online">Gov.uk: PM – No platform gets a free pass</a></li>



<li><a href="https://www.kjm-online.de/themen/aufsicht-internet/faqs-zum-6-medienaenderungsstaatsvertrag">KJM: FAQs zum 6. Medienänderungsstaatsvertrag</a></li>



<li><a href="https://medienanstalt-mv.de/aktuelles/medieninformation/7599-6-medienaenderungsstaatsvertrag-tritt-in-kraft-mehr-schutz-weniger-schlupfloecher.html">Medienanstalt MV: 6. MÄStV tritt in Kraft</a></li>



<li><a href="https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1557041.php">Berlin.de: Gesetz zum Sechsten Medienänderungsstaatsvertrag</a></li>



<li><a href="https://www.fsm.de/wissen/">FSM: Wissen kompakt zum Jugendmedienschutz</a></li>



<li><a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/1149114/WD-7-088-25.pdf">Bundestag WD 7: Bestimmungen über Altersverifikationssysteme im nationalen Recht (PDF)</a></li>



<li><a href="https://www.servicestelle-jugendschutz.de/2025/12/neuer-jugendmedienschutz-staatsvertrag-in-kraft/">Servicestelle Jugendschutz: Neuer JMStV in Kraft</a></li>
</ul>
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		<title>VollaOS: Datenschutz-Marketing vs. technische Realität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 13:17:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Volla Systeme aus Remscheid positioniert sich seit Jahren als die deutsche Antwort auf die Datenkraken Google und Apple. Das Versprechen klingt verlockend: ein Smartphone ohne Google-Spionage, offen, sicher, souverän. Doch...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Volla Systeme aus Remscheid positioniert sich seit Jahren als die deutsche Antwort auf die Datenkraken Google und Apple. Das Versprechen klingt verlockend: ein Smartphone ohne Google-Spionage, offen, sicher, souverän. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell, dass zwischen dem Marketing und der technischen Realität eine erhebliche Lücke klafft. Dieser Artikel schaut unter die Haube – sachlich, mit Fakten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/vollaOS_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20245" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/vollaOS_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/vollaOS_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/vollaOS_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/vollaOS_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/vollaOS_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Was VollaOS eigentlich ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Volla bewirbt VollaOS gerne als eigenständiges, datenschutzfreundliches Betriebssystem. In Wirklichkeit ist es ein AOSP-Fork – also eine Ableitung des Android Open Source Project, genau wie hunderte andere <a href="https://yourdevice.ch/custom-roms/" type="page" id="9673">Custom-ROMs</a> auch. Volla entfernt Google-Dienste, baut eine eigene Oberfläche namens Springboard drauf und nennt das Ergebnis VollaOS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist legitim und durchaus sinnvoll für Nutzer, die Google loswerden wollen. Aber es ist wichtig zu verstehen, was das bedeutet und was nicht: Ihr bekommt Android ohne Google-Apps – aber keine von Grund auf neu entwickelte, sicherheitsgehärtete Plattform. Die Sicherheitsbasis ist identisch mit einem Standard-Android ohne Google-Dienste, nicht mehr und nicht weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Quellen bezeichnen VollaOS als LineageOS-Fork. Das ist nicht korrekt. Es basiert direkt auf AOSP. Dieser Unterschied ist relevant, weil LineageOS eigene Patches und eine aktive Community mitbringt – VollaOS hat das nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Volla 22: jahrelanger Verkauf ohne Firmware-Updates</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor wir zum aktuellen Stand kommen, lohnt sich ein Blick zurück – denn er ist aufschlussreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Volla Phone 22 basiert auf dem <a href="https://www.chip.de/test/Gigaset-GS5-im-Test_184031669.html">Gigaset GS5</a>, einem Gerät das im November 2021 für 299 Euro auf den Markt kam. Volla verkaufte es ab Januar 2023 für 452 Euro – also mit anderthalb Jahre alter Hardware und einem Aufpreis von über 50 Prozent. Wer schon damals genau hinschaute, hätte merken können, dass das Fundament wacklig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2023 meldete Gigaset Insolvenz an. Das Unternehmen wurde zwar Anfang 2024 von VTech aus Hongkong übernommen, aber ausschliesslich das DECT-Telefon-Geschäft. Die Smartphone-Sparte wurde nicht weitergeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konsequenz für Volla 22 Besitzer: Firmware-Updates auf Hardware-Ebene gab es schon lange keine mehr. Community-Mitglieder bestätigten in Foren, dass es nur noch gelegentliche VollaOS App-Updates gab, aber keine echten Firmware-Patches für den MediaTek Helio G85. Für ein Gerät das explizit mit Sicherheit und Datenschutz vermarktet wurde, ist das ein schwer zu rechtfertigender Zustand. Ein Gerät ohne aktuelle Sicherheitspatches ist unabhängig von der installierten Software ein Sicherheitsrisiko – besonders wenn der Nutzer davon ausgeht, dass sein Datenschutz-Smartphone ihn schützt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Quintus: Gleiche Problematik, neuere Verpackung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das aktuelle Flaggschiff Volla Phone Quintus soll vieles besser machen. Und in mancher Hinsicht tut es das auch. Die Abhängigkeit von Gigaset ist vorbei – Volla gibt an, nun mit einem anonymen ODM-Hersteller zu arbeiten, der keine eigene Smartphone-Marke betreibt. Den Namen dieses Herstellers kommuniziert Volla nicht öffentlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der verbaute Chip ist der MediaTek Dimensity 7050, der im Mai 2023 angekündigt wurde. Das Quintus erschien Anfang 2025, also kommt es bereits mit knapp zwei Jahre alter SoC-Technologie auf den Markt. Dazu kommt: Der Dimensity 7050 ist im Grunde ein umgelabelter Dimensity 1080, der wiederum auf dem Dimensity 920 aus dem Jahr 2021 aufbaut. Die eigentliche Chip-Architektur ist damit rund vier Jahre alt. Das ist ein Mittelklasse-Gerät, das im normalen Markt für etwa 250-300 Euro erhältlich wäre – Volla verkauft es für 719 Euro. Das ist gelinde ausgedrückt, schon fast frech.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Signature Spoofing: Der unbequeme Kompromiss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">VollaOS integriert microG als optionale Alternative zu Google Play Services. Das ist grundsätzlich sinnvoll – microG reimplementiert die wichtigsten Google-APIs als Open-Source-Lösung und ermöglicht Push-Benachrichtigungen ohne Google-Konto. Standardmässig ist es deaktiviert, was die richtige Entscheidung ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem liegt tiefer: Damit microG funktioniert, benötigt es Signature Spoofing. Das ist eine Fähigkeit, die es Apps erlaubt, sich gegenüber dem System als eine andere App auszugeben. VollaOS aktiviert Signature Spoofing systemweit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Android-Sicherheitsarchitektur ist die App-Sandbox ein zentrales Sicherheitsmerkmal. Jede App läuft isoliert, kann nicht auf Daten anderer Apps zugreifen, und Identitätsprüfungen über Signaturen sind der Mechanismus, der das durchsetzt. Signature Spoofing hebelt genau diesen Mechanismus aus. Eine böswillige App könnte damit vorgeben, eine andere – vertrauenswürdige – App zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Volla beschränkt Signature Spoofing zwar auf autorisierte Systemkomponenten, was das Risiko reduziert. Es bleibt aber eine messbare Schwächung des Android-Sicherheitsmodells, die bei einem auf Datenschutz und Sicherheit ausgerichteten Betriebssystem eigentlich nichts verloren hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">WebView: Die unterschätzte Angriffsfläche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der technisch relevantesten Unterschiede zwischen VollaOS und einem wirklich sicherheitsgehärteten System ist die WebView-Implementierung. WebView ist die Komponente, die in unzähligen Apps steckt – überall dort, wo eine App eine Webseite lädt, ohne einen vollständigen Browser zu öffnen. Banking-Apps, News-Reader, Social-Media-Clients: fast alle nutzen WebView.</p>



<p class="wp-block-paragraph">VollaOS verwendet die Standard-Android-WebView, also ungepatchtes Chromium ohne zusätzliche Härtung. Das ist nicht schlimmer als ein normales Android-Gerät, aber es ist auch nicht besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/grapheneos/" type="page" id="9676">GrapheneOS</a> geht hier einen anderen Weg: Die eigene WebView-Implementierung namens Vanadium ist ein gehärteter Chromium-Fork. JIT-Compilation ist standardmässig deaktiviert – das ist die Fähigkeit des Browsers, zur Laufzeit nativen Code zu erzeugen und auszuführen, ein klassischer Angriffsvektor. Memory Tagging Extension (MTE) ist aktiv, was bestimmte Klassen von Speicher-Exploits zuverlässig verhindert. Vanadium reduziert ausserdem aktiv die Informationen, die Webseiten über das Gerät erhalten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterschiede klingen technisch, haben aber praktische Relevanz: WebView-Schwachstellen sind ein häufig genutzter Angriffsvektor in gezielten Angriffen auf Mobilgeräte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was VollaOS bietet – und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um fair zu sein: VollaOS bietet durchaus sinnvolle Privacy-Features. Der eingebaute Sicherheitsmodus erlaubt es, Apps den Internetzugang zu sperren, Hintergrundaktivitäten zu blockieren und bestimmte Domains zu filtern. Das ist praktisch und für technisch weniger versierte Nutzer zugänglich. Aurora Store und F-Droid sind vorinstalliert, microG ist integriert aber standardmässig deaktiviert. Das Springboard-Interface ist ein interessanter Ansatz für weniger ablenkungsreiches Smartphone-Nutzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was VollaOS nicht hat:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein gehärteter Memory Allocator.</strong> GrapheneOS ersetzt Androids Standard-Allocator durch eine eigene Implementierung mit massiv verbesserter Resistenz gegen Heap-Exploits. VollaOS nutzt den AOSP-Standard.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein hardwarebasierter Exploit-Schutz.</strong> GrapheneOS nutzt auf Pixel-Geräten Memory Tagging Extension (MTE) systemweit – eine ARM-Hardwarefunktion, die bestimmte Klassen von Speicherkorrektionsangriffen zuverlässig erkennt und stoppt. Das funktioniert nur auf Geräten mit entsprechender Hardware-Unterstützung, also aktuellen Pixel-Geräten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Keine Sandboxed Google Play.</strong> GrapheneOS erlaubt es, Google Play Services vollständig isoliert in einer normalen App-Sandbox zu betreiben – ohne Systemrechte, ohne Signature Spoofing. Wer Banking-Apps oder andere Google-abhängige Dienste benötigt, kann das nutzen, ohne das Sicherheitsmodell zu kompromittieren. VollaOS hat keine vergleichbare Lösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Keine Netzwerk- und Sensor-Permissions per App.</strong> GrapheneOS erlaubt es, einzelnen Apps den Internetzugang komplett zu sperren oder den Zugriff auf Sensoren zu blockieren. VollaOS hat einen App-Firewall-Modus, der ähnlich funktioniert, aber weniger granular ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein Auto-Reboot, kein PIN-Scrambling, kein Duress Pin.</strong> Kleine Details, die bei einem echten Sicherheitssystem dazugehören.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die ehrliche Einordnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">VollaOS ist kein Sicherheitssystem. Es ist ein Privacy-System – und das ist ein wichtiger Unterschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Privacy bedeutet: weniger Daten fliessen zu Google und anderen Konzernen. Das erreicht VollaOS durchaus. Wer einfach Google aus seinem Smartphone-Leben entfernen möchte, bekommt mit VollaOS ein funktionierendes System mit akzeptabler App-Kompatibilität und einem einsteigerfreundlichen Interface.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Security bedeutet: das Gerät ist widerstandsfähig gegen Angriffe, Exploits und unbefugten Zugriff. Hier bietet VollaOS gegenüber einem Standard-AOSP keine nennenswerten Verbesserungen. Die Härtungsmassnahmen, die wirklich etwas ausmachen – gehärteter Allocator, Vanadium WebView, MTE, Sandboxed Play – fehlen vollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt das grundsätzliche Hardware-Problem: Volla verkauft Geräte mit alter Hardware zu hohen Preisen, ohne langfristige Update-Garantien zu kommunizieren. Das Volla 22 hat gezeigt, wohin das führt. Das Quintus mag heute noch Updates bekommen – aber eine belastbare Zusage für vier oder fünf Jahre Sicherheitspatches gibt es nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer besser bedient ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer wirklich Wert auf Sicherheit legt – und dabei Privacy als selbstverständlich einschliesst – kommt an <a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/entgoogelte-smartphones/neue-smartphones/">GrapheneOS</a> auf einem aktuellen Pixel-Gerät nicht vorbei. Die Sicherheitsarchitektur ist nachweislich überlegen, die Update-Versorgung mit monatlichen Patches zuverlässig, und ein Pixel 8 ist für weniger Geld zu haben als ein Volla Quintus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer nur Google-Tracking loswerden will und ein aktuelles Gerät mit guter Update-Versorgung hat, fährt mit Rethink DNS plus einigen App-Einschränkungen praktisch genauso gut wie mit VollaOS – und hat dabei bessere Sicherheitspatches. VollaOS hat seinen Vorteil hauptsächlich in der vollständigen Entfernung von Google Play Services auf Systemebene, was DNS-Blocking nicht leisten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">VollaOS ist ein interessantes Projekt für Nutzer, die mit einem einfachen Setup Google loswerden wollen und dafür bereit sind, einen deutschen Hersteller zu unterstützen. Als ernstzunehmende Sicherheitslösung kann es nicht überzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gigaset Insolvenz</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.fonial.de/blog/artikel/gigaset-ist-pleite-telefonhersteller-gigaset-meldet-insolvenz-an/">https://www.fonial.de/blog/artikel/gigaset-ist-pleite-telefonhersteller-gigaset-meldet-insolvenz-an/</a></li>



<li><a href="https://borncity.com/blog/2024/01/25/gigaset-gerettet-neuer-eigentmer-gefunden/">https://borncity.com/blog/2024/01/25/gigaset-gerettet-neuer-eigentmer-gefunden/</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Volla 22 / Gigaset GS5 Hardware-Basis</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.linux-community.de/ausgaben/linuxuser/2023/04/volla-phone-22-und-x23/">https://www.linux-community.de/ausgaben/linuxuser/2023/04/volla-phone-22-und-x23/</a></li>



<li><a href="https://www.inside-digital.de/handys/gigaset-gs5">https://www.inside-digital.de/handys/gigaset-gs5</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Volla 22 fehlende Firmware-Updates (Community)</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://gnulinux.ch/zum-wochenende-das-volla-phone-22-im-test">https://gnulinux.ch/zum-wochenende-das-volla-phone-22-im-test</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Volla Quintus ODM-Hersteller (offizielles Volla-Statement)</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forums.ubports.com/topic/10338/volla-phone-quintus">https://forums.ubports.com/topic/10338/volla-phone-quintus</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MediaTek Dimensity 7050 Ankündigung Mai 2023</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://i.mediatek.com/press_room/mediatek-dimensity-7050-to-power-next-gen-5g-smartphone-in-india">https://i.mediatek.com/press_room/mediatek-dimensity-7050-to-power-next-gen-5g-smartphone-in-india</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Signature Spoofing / Sicherheitskompromisse Custom ROMs</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://gnulinux.ch/sicherheitskompromisse-freier-androidderivate">https://gnulinux.ch/sicherheitskompromisse-freier-androidderivate</a></li>



<li><a href="https://privsec.dev/posts/android/choosing-your-android-based-operating-system/">https://privsec.dev/posts/android/choosing-your-android-based-operating-system/</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>GrapheneOS Features (Vanadium, hardened malloc, MTE)</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://grapheneos.org/features">https://grapheneos.org/features</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>microG in VollaOS</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://wiki.volla.online/index.php?title=MicroG_Guide_and_Setup">https://wiki.volla.online/index.php?title=MicroG_Guide_and_Setup</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>stdout, stderr und /dev/null – Die wichtigsten Linux-Datenströme verständlich erklärt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 20:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer regelmäßig mit Linux arbeitet – egal ob auf Servern, im Terminal oder in Shell-Scripts – stößt früher oder später auf Begriffe wie stdout, stderr, 2>&#38;1 oder /dev/null. Diese Konzepte...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer regelmäßig mit <a href="https://yourdevice.ch/warum-linux/" type="page" id="10712">Linux</a> arbeitet – egal ob auf Servern, im Terminal oder in Shell-Scripts – stößt früher oder später auf Begriffe wie <strong>stdout</strong>, <strong>stderr</strong>, <strong><code>2>&amp;1</code></strong> oder <strong><code>/dev/null</code></strong>. Diese Konzepte gehören zu den grundlegenden Bausteinen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unix">Unix-Systemen</a> und sind entscheidend dafür, wie Programme miteinander kommunizieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/unix_stdout_stdin_stderr_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20164" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/unix_stdout_stdin_stderr_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/unix_stdout_stdin_stderr_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/unix_stdout_stdin_stderr_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/unix_stdout_stdin_stderr_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/03/unix_stdout_stdin_stderr_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Artikel erklärt verständlich, wie diese Mechanismen funktionieren und warum sie so wichtig sind.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Die drei Standard-Datenströme unter Linux</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Programm unter Linux besitzt automatisch drei sogenannte <strong>Standard-Streams</strong>:</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Stream</th><th>Nummer</th><th>Bedeutung</th></tr></thead><tbody><tr><td>stdin</td><td>0</td><td>Standardeingabe</td></tr><tr><td>stdout</td><td>1</td><td>Standardausgabe</td></tr><tr><td>stderr</td><td>2</td><td>Fehlerausgabe</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese drei Kanäle bilden die Grundlage für die Kommunikation zwischen Programmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>stdin (Standard Input)</strong><br>Hierüber erhält ein Programm Daten. Meist kommt diese Eingabe von der Tastatur oder von einem anderen Programm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>stdout (Standard Output)</strong><br>Hierüber gibt ein Programm seine normale Ausgabe aus. Standardmäßig wird diese im Terminal angezeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>stderr (Standard Error)</strong><br>Fehlermeldungen werden über einen eigenen Kanal ausgegeben, getrennt von der normalen Ausgabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der große Vorteil dieses Konzepts ist, dass sich diese Datenströme flexibel <strong>umleiten oder miteinander verbinden lassen</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein einfaches Beispiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein klassischer Befehl:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>echo "Hallo Welt"</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm <code>echo</code> schreibt den Text auf <strong>stdout</strong>, und das Terminal zeigt ihn an:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>Hallo Welt</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgabe wird also vom Programm erzeugt und über den Standard-Ausgabekanal an das Terminal geschickt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausgabe in Dateien umleiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem <code>&gt;</code>-Operator lässt sich die Standardausgabe in eine Datei umleiten.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>ls > dateiliste.txt</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dateiliste wird jetzt nicht mehr im Terminal angezeigt, sondern in die Datei <strong>dateiliste.txt</strong> geschrieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehler getrennt speichern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da Fehlermeldungen über <strong>stderr</strong> laufen, können sie separat umgeleitet werden:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>ls /existiert /nichtda 2> fehler.txt</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Hier passiert folgendes:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die normale Ausgabe geht weiterhin ins Terminal.</li>



<li>Die Fehlermeldungen landen in der Datei <strong>fehler.txt</strong>.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">stdout und stderr zusammenführen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Oft möchte man sowohl normale Ausgabe als auch Fehler gemeinsam in einer Datei speichern. Dafür gibt es die bekannte Umleitung:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>command > output.log 2>&amp;1</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Bedeutung:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><code>> output.log</code> leitet <strong>stdout</strong> in die Datei um</li>



<li><code>2>&amp;1</code> sorgt dafür, dass <strong>stderr</strong> an denselben Ort geschickt wird</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis: <strong>Beide Ausgaben landen im gleichen Logfile.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Punkt dabei ist die <strong>Reihenfolge</strong>.<br>Die korrekte Variante lautet:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>command >file 2>&amp;1</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man die Reihenfolge vertauscht, funktioniert die Umleitung nicht wie erwartet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anhängen statt Überschreiben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <code>&gt;&gt;</code> wird eine Datei nicht überschrieben, sondern erweitert:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>command >> logfile 2>&amp;1</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Neue Ausgaben werden dann <strong>am Ende der Datei angehängt</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Form sieht man häufig bei Logfiles.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das schwarze Loch: /dev/null</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Linux existiert eine spezielle Gerätedatei namens:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>/dev/null</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Alles, was dorthin geschrieben wird, <strong>verschwindet einfach</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man nennt sie deshalb oft scherzhaft ein <strong>schwarzes Loch für Daten</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ausgabe unterdrücken</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>command > /dev/null</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Die normale Ausgabe verschwindet, Fehlermeldungen bleiben sichtbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Alles unterdrücken</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>command &gt; /dev/null 2&gt;&amp;1
</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt werden sowohl <strong>stdout</strong> als auch <strong>stderr</strong> verworfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Technik wird häufig in Scripts oder Cronjobs eingesetzt, wenn man bewusst keine Ausgabe erzeugen möchte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Programme miteinander verbinden (Pipes)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonders mächtiges Unix-Konzept sind <strong>Pipelines</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wird die Ausgabe eines Programms direkt zur Eingabe eines anderen Programms weitergeleitet.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>ps aux | grep python</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Ablauf:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><code>ps aux</code> erzeugt eine Prozessliste über <strong>stdout</strong></li>



<li>Die Pipe <code>|</code> leitet diese Ausgabe weiter</li>



<li><code>grep</code> bekommt die Daten über <strong>stdin</strong> und filtert sie</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">So lassen sich komplexe Aufgaben aus vielen kleinen Werkzeugen zusammensetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Moderne Anwendungen: systemd und Docker</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele moderne Dienste nutzen das stdout/stderr-Prinzip direkt für Logging.</p>



<h3 class="wp-block-heading">systemd</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Services schreiben ihre Logs einfach auf stdout oder stderr.<br>systemd speichert diese automatisch im Journal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Logs anzeigen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>journalctl -u servicename</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Live-Logs:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>journalctl -u servicename -f</code></pre>



<h3 class="wp-block-heading">Docker</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch <a href="https://yourdevice.ch/docker-basics-und-installation-auf-mint-ubuntu-und-debian/" type="post" id="17153">Container</a> folgen diesem Prinzip. Anwendungen schreiben Logs einfach auf stdout.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abrufen der Logs:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker logs containername</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Live verfolgen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker logs -f containername</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb besitzen viele Container <strong>gar keine eigenen Logfiles mehr</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das stdout/stderr-Konzept gehört zu den elegantesten Ideen im Unix-Design. Es erlaubt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>flexible Umleitung von Ausgaben</li>



<li>getrennte Behandlung von Fehlern</li>



<li>einfache Verknüpfung von Programmen</li>



<li>sauberes Logging in modernen Systemen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Wer regelmäßig mit Linux arbeitet, wird diese Mechanismen ständig verwenden – oft sogar ohne es bewusst zu merken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Shell-Scripts und bei der Serveradministration sind sie unverzichtbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, öffnet sich eine der größten Stärken von Unix-Systemen: <strong>kleine Werkzeuge lassen sich beliebig kombinieren.</strong></p>
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		<item>
		<title>Palantir, die Sehsteine der USA in Europa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 09:56:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In unseren vorangegangenen Artikeln haben wir zwei zentrale Säulen des US-Überwachungsapparats beleuchtet: den CLOUD Act, der US-Behörden Zugriff auf Daten bei US-Unternehmen weltweit ermöglicht, und FISA Section 702, die anlasslose...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In unseren vorangegangenen Artikeln haben wir zwei zentrale Säulen des US-Überwachungsapparats beleuchtet: den <a href="https://yourdevice.ch/der-cloud-act-eure-daten-und-amerikanische-software/" type="post" id="19842">CLOUD Act</a>, der US-Behörden Zugriff auf Daten bei US-Unternehmen weltweit ermöglicht, und <a href="https://yourdevice.ch/fisa-section-702-das-unsichtbare-netz-der-us-massenueberwachung/" type="post" id="20085">FISA Section 702</a>, die anlasslose Massenüberwachung von Nicht-US-Bürgern durch die NSA legitimiert. Beide Gesetze schaffen die rechtliche Grundlage dafür, dass eure Daten – unabhängig davon, wo sie gespeichert sind – in den Zugriff amerikanischer Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden fallen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es gibt ein drittes Puzzleteil, das dieses Bild vervollständigt und die Bedrohung auf eine neue Ebene hebt: die Firma Palantir Technologies und ihr Zusammenspiel mit dem <a href="https://abolishdatacrim.org/en/bestiary/identhart">US-Biometriesystem HART</a>. Während CLOUD Act und FISA Section 702 den rechtlichen Rahmen für Datenabschöpfung liefern, stellt Palantir die Technologie bereit, um diese Daten zu verknüpfen, zu analysieren und in verwertbare Informationen umzuwandeln. Und das Beunruhigendste daran: Diese Technologie hält gerade Einzug bei der deutschen Polizei.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/palantir_hart_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20090" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/palantir_hart_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/palantir_hart_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/palantir_hart_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/palantir_hart_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/palantir_hart_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Palantir: Vom CIA-Startup zum globalen Überwachungskonzern</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Die Ursprünge: Silicon Valley trifft Geheimdienst</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Palantir Technologies beginnt dort, wo man es erwarten würde: an der Schnittstelle zwischen Silicon Valley und dem US-Geheimdienstapparat. Im Jahr 2003 gründete der libertäre Tech-Milliardär Peter Thiel – bereits bekannt als Mitgründer von PayPal – zusammen mit mehreren Mitgründern das Unternehmen in Palo Alto. Die entscheidende Anschubfinanzierung kam von In-Q-Tel, dem Risikokapitalarm der CIA. Dieser Umstand allein sollte jedem in Europa die Alarmglocken schrillen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name „Palantir" ist dabei kein Zufall. In J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe" sind die Palantíri magische Sehsteine, die den Blick an weit entfernte Orte ermöglichen. Mächtig, verführerisch – aber auch gefährlich, denn wer hineinblickt, riskiert, selbst beobachtet zu werden. Die Symbolik hätte kaum treffender sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen vertritt die Philosophie der „Augmented Intelligence" – der erweiterten Intelligenz. Die Grundidee: Künstliche Intelligenz allein reicht nicht aus, um komplexe Bedrohungen zu erkennen. Stattdessen braucht man menschliche Analysten, die mit Hilfe von Software riesige Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführen und auswerten können. Was zunächst für die Terrorismusbekämpfung entwickelt wurde, ist längst zu einem universellen Überwachungsinstrument geworden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Produkte, ein Ziel: Totale Datenverknüpfung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Palantir betreibt zwei Hauptprodukte, die ihr kennen solltet:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gotham</strong> ist das Flaggschiff für Geheimdienste, Militär und Strafverfolgung. Es wurde entwickelt, um Verbindungen zwischen Personen, Orten, Objekten und Ereignissen zu erkennen und zu visualisieren. Gotham kann strukturierte Daten wie Kontaktlisten, Funkzellenabfragen und Reisehistorien mit unstrukturierten Daten wie Fotos, Videoaufnahmen und Textdokumenten verknüpfen. Zu den Kunden gehören die CIA, die NSA, das FBI, das US-Verteidigungsministerium, ICE (Immigration and Customs Enforcement) und – wie ihr gleich erfahren werdet – auch deutsche Polizeibehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foundry</strong> richtet sich an Unternehmen und zivile Behörden und hilft dabei, massive Datensätze zu vereinheitlichen und zu visualisieren. Während der COVID-19-Pandemie bot Palantir Regierungen weltweit Foundry kostenlos an – ein Angebot, das Großbritannien und Griechenland annahmen. Hessen hatte ebenfalls Interesse bekundet, entschied sich letztlich aber dagegen. Die Strategie dahinter ist offensichtlich: Kostenloser Einstieg, langfristige Abhängigkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Palantir und der US-Überwachungsapparat: Eine symbiotische Beziehung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Palantirs Verwicklung in den US-Überwachungsapparat ist nicht bloß historisch. Sie ist aktuell und tiefgreifend. Seit 2013 liefert Palantir der Einwanderungsbehörde ICE Systeme wie FALCON und das Investigative Case Management (ICM). Diese Werkzeuge wurden nachweislich bei Arbeitsplatzrazzien, groß angelegten Durchsetzungsoperationen und Ermittlungen gegen Asylsuchende eingesetzt. Im Jahr 2025 ging Palantir noch einen Schritt weiter: Für 30 Millionen Dollar entwickelt das Unternehmen „ImmigrationOS" – eine KI-gestützte Plattform, die Einwanderer identifizieren, verfolgen und für Abschiebungen markieren soll. Der Prototyp sollte bis September 2025 stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Palantirs Systeme ziehen dabei Daten aus einer Vielzahl von Regierungsdatenbanken: Passregister, Sozialversicherungsdaten, IRS-Steuerdaten, Kennzeichenerfassungssysteme und – das ist der entscheidende Punkt – biometrische Datenbanken. Hier kommt HART ins Spiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier wird auch die Verbindung zu unseren vorangegangenen Artikeln deutlich: <strong>Palantir unterliegt als US-Unternehmen sowohl dem CLOUD Act als auch FISA Section 702.</strong> Wie wir in unserem FISA-Artikel beschrieben haben, wurde Section 702 im April 2024 durch den RISAA (Reforming Intelligence and Securing America Act) erheblich ausgeweitet. Die neue Definition von „Electronic Communications Service Providers" ist so breit gefasst, dass praktisch jedes Unternehmen mit Zugang zu Kommunikationsinfrastruktur zur Kooperation mit US-Geheimdiensten gezwungen werden kann. Die brisante Frage, welchen konkreten Verpflichtungen Palantir nach dem verschärften FISA unterliegt und was das für Daten in deutschen Polizeisystemen bedeutet, wurde bei einer Anhörung im Bundestag-Innenausschuss im April 2024 von keinem einzigen Abgeordneten gestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">HART: Die größte biometrische Datenbank der Welt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist HART?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Während Palantir die Analysetechnologie liefert, wird auf der anderen Seite des Atlantiks eine Datenbank aufgebaut, die das Rückgrat der US-Überwachungsinfrastruktur bilden soll: HART – <a href="https://www.dhs.gov/publication/dhsobimpia-004-homeland-advanced-recognition-technology-system-hart-increment-1">Homeland Advanced Recognition Technology</a>. Dieses System wird vom US-Department of Homeland Security (DHS) entwickelt und soll die veraltete IDENT-Datenbank ablösen, die bereits heute Informationen über mehr als 300 Millionen Personen enthält und täglich rund 350.000 biometrische Transaktionen verarbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">HART ist nicht einfach nur ein Upgrade. Es ist ein Quantensprung in der Überwachungskapazität. Das System wird mindestens sieben verschiedene biometrische Identifikatoren unterstützen: Fingerabdrücke, Gesichtserkennung, Iris-Scans, DNA-Profile, Stimmerkennung, Narben und Tätowierungen – sowie eine offene Kategorie für „andere Modalitäten". In jüngsten Dokumenten hat das DHS diese Definition sogar noch erweitert: Tipprhythmus, Herzsignatur und Gefäßmuster stehen ebenfalls zur Diskussion.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Umfang und Kosten: Zahlen, die schwindelig machen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">HART ist ein Projekt der Superlative. Das geplante Budget beträgt 6,158 Milliarden Dollar. Das System soll Daten für mindestens 75 Jahre speichern. Es wird voraussichtlich 6,7 Millionen Iris-Scans und 1,1 Milliarden Gesichtsbilder initial aufnehmen. Und es wird nicht nur biometrische Daten enthalten, sondern auch biografische Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Herkunftsländer, Regierungs-IDs – sowie höchst subjektive Daten wie „Beziehungsmuster" und „Begegnungsdaten" aus Polizeikontakten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">HART wird auf der Amazon Web Services (AWS) GovCloud gehostet – derselben Infrastruktur, auf der auch andere DHS-Systeme laufen. Mehr als 41 Menschenrechtsorganisationen, darunter Access Now, die Electronic Privacy Information Center (EPIC) und Mijente, haben AWS in einem öffentlichen Brief aufgefordert, das Hosting einzustellen. Ihre Warnung: AWS ermöglicht damit die Schaffung einer invasiven Biometriedatenbank, die Überwachung und Abschiebungen auf ein neues Niveau heben wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer landet in HART – und wer hat Zugriff?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">HART erfasst nicht nur verdächtige Personen oder Einwanderer. In der Datenbank landen auch US-Bürger und Personen, die niemals eine Straftat begangen haben. Jede Person, die jemals einen Kontakt mit dem DHS hatte – sei es bei einer Grenzkontrolle, einem Visumantrag, einer Einbürgerung oder auch nur als Zeuge – kann in HART erfasst werden. Jeder solcher „Encounter" wird protokolliert und kann in einem Feedbackloop zu weiteren Überprüfungen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zugriff auf HART ist dabei keineswegs auf das DHS beschränkt. Das System wird mit föderalen Behörden wie dem FBI geteilt, mit Bundesstaats- und Kommunalpolizei und – hier wird es für euch als Europäer besonders relevant – mit <strong>ausländischen Regierungen</strong>. Europol hat operative Abkommen mit den USA im Bereich „ausländische Kämpfer", und Daten fließen über das FBI als Vermittler auch an europäische Behörden. Im Bereich der Terrorismusbekämpfung verschwimmen die Grenzen zwischen nationalen und internationalen Datenbeständen zunehmend.</p>



<h3 class="wp-block-heading">HART und Palantir: Das perfekte Zusammenspiel</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Palantir ist zwar nicht direkt an der Entwicklung von HART beteiligt, aber das Unternehmen liefert die Analyseplattformen, die auf genau diese Daten zugreifen. Palantirs ICM (Investigative Case Management) und FALCON können Informationen aus IDENT/HART mit Daten aus Dutzenden anderen Quellen verknüpfen – Steuerdaten, Kennzeichenerfassung, Soziale Medien, Fluggastdaten. Die neue ImmigrationOS-Plattform wird diese Integration noch vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination ist bestechend einfach: HART sammelt und speichert die biometrischen und biografischen Daten von Hunderten Millionen Menschen. Palantir analysiert diese Daten, erkennt Muster, erstellt Profile und markiert Zielpersonen. FISA Section 702 und der CLOUD Act liefern die rechtliche Grundlage für den Zugriff – auch auf Daten, die bei europäischen Tochtergesellschaften von US-Firmen liegen. Was in unseren vorangegangenen Artikeln als theoretische Bedrohung beschrieben wurde, manifestiert sich hier in konkreter Technologie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das DHS gibt offen zu, dass es die Genauigkeit und Qualität der Daten in HART nicht gewährleisten kann, da viele Daten von Drittparteien stammen – darunter auch kommerzielle Anbieter wie LexisNexis und Clearview AI. Trotzdem sollen diese fehlerhaften Daten 75 Jahre lang aufbewahrt werden. Die Redress-Mechanismen – also die Möglichkeiten für Betroffene, ihre Daten einzusehen, zu korrigieren oder löschen zu lassen – sind praktisch nicht existent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Palantir in Europa: Die stille Expansion</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Europol: Der Einstieg durch die Hintertür</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Palantirs Einzug in Europa begann nicht in Deutschland, sondern bei Europol in Den Haag. Nach den Terroranschlägen in Paris im November 2015 richtete Europol die Taskforce „Fraternité" ein. Über den niederländischen Arm der Unternehmensberatung Capgemini – und nicht direkt über Palantir – wurde Gotham beschafft und ab 2016 getestet. Seit Mitte 2017 setzte Europol die Software für die operative Analyse aller terrorismusbezogenen Daten ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verschlungene Beschaffung über Capgemini als Zwischenhändler wirft bis heute Fragen auf. Der Rahmenvertrag wurde bereits 2012 geschlossen – vier Jahre vor dem ersten dokumentierten Einsatz. Die EU-Kommission erläuterte nie, wofür die Software in dieser Zwischenzeit genutzt wurde. Die Ausgabenobergrenze lag bei 7,5 Millionen Euro; tatsächlich ausgegeben wurden rund vier Millionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders brisant: Europol teilte die Analyseergebnisse nicht nur mit EU-Mitgliedstaaten, sondern auch mit Drittstaaten – darunter den USA. Im Bereich „ausländische Kämpfer" flossen Daten über das FBI direkt an US-Behörden. Dies geschah parallel zu einer Zeit, in der der EuGH das Privacy-Shield-Abkommen kippte und feststellte, dass die USA kein angemessenes Datenschutzniveau bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Vize-Direktor von Europol wurde das Palantir-System schließlich 2021 durch eine Eigenentwicklung ersetzt – offiziell wegen mangelnder Kompatibilität mit anderen Europol-Systemen. Europol gab auf Journalistenanfragen allerdings nur zwei von 69 relevanten Dokumenten frei. Aus einem davon geht hervor, dass Europol sogar rechtliche Schritte gegen Palantir wegen Leistungsmängeln erwogen, diese jedoch aus Kostengründen verworfen hatte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Palantir bei der deutschen Polizei: Von Hessendata zu VeRA</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Hessen: Der Pionier (seit 2017)</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Hessen war das erste Bundesland, das Palantirs Gotham unter dem Namen <strong>„Hessendata"</strong> einführte. 2017 beschaffte das Innenministerium die Software – der Preis wurde aus „Gründen des Sicherheitsinteresses" nicht veröffentlicht. Offiziell ging es um Terrorismusbekämpfung und organisierte Kriminalität. In der Praxis sieht es anders aus: In Hessen greifen Polizeibehörden jährlich rund 15.000 Mal auf das System zu. Nur in etwa einem von zwanzig Fällen steht dies im Zusammenhang mit schweren Gefahren. Die Software wurde unter anderem bei der Aufklärung von Geldautomatensprengungen und – deutlich weniger dramatisch – bei Fahrraddiebstählen eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) verteidigt den Einsatz: Ein Verzicht würde eine „spürbare Sicherheitslücke" hinterlassen. Datenschützer sehen das anders: Hessendata verknüpft polizeiliche Datenbanken mit Social-Media-Daten. Dass dabei keine Daten in die USA übertragen werden, ist zwar vertraglich zugesichert – aber nur schwer nachprüfbar.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nordrhein-Westfalen: DAR</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Nordrhein-Westfalen nutzt eine angepasste Version von Palantir unter der Bezeichnung <strong>DAR</strong> (Datenbankübergreifende Analyse und Recherche). Mit Hilfe der Software konnten Ermittler das bisher größte Missbrauchsnetzwerk in Deutschland aufdecken, das 2021 in Bergisch Gladbach zerschlagen wurde. Dieser Erfolg wird regelmäßig als Argument für die Software angeführt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bayern: VeRA und der Rahmenvertrag (seit 2024)</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Spätsommer 2024 startete Bayern den Einsatz der Palantir-Software <strong>VeRA</strong> (Verfahrensübergreifende Recherche- und Analyseplattform). Bayern hat dabei eine Schlüsselrolle: Das Bayerische Landeskriminalamt schloss nach einem EU-weiten Vergabeverfahren einen Rahmenvertrag mit Palantir, der es allen Polizeibehörden des Bundes und der Länder ermöglicht, sich ohne eigenes Vergabeverfahren anzuschließen. Der Preis: 5,4 Millionen Euro Anschaffungskosten plus 500.000 Euro jährliche Betriebskosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">VeRA führt verschiedene Datenbanken zusammen, die Informationen über mehr als 30 Millionen Menschen enthalten, und durchsucht sie präventiv. Der bayerische Datenschutzbeauftragte bewertete das Vorgehen als unverhältnismäßig, da auch Daten unbescholtener Personen einbezogen werden. Im LKA Bayern arbeiten mittlerweile rund 200 geschulte Analysten mit der Software.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Baden-Württemberg: Der jüngste Beitritt (2025)</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2025 stimmte der Landtag Baden-Württemberg trotz erheblicher Widerstände – auch aus den Reihen des grünen Koalitionspartners – für die Einführung von Palantir. Eine Petition sammelte 13.000 Unterschriften dagegen. Eine Urabstimmungsinitiative bei den Grünen wurde eingereicht. Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz erklärte vor dem Landtag, Palantir sei der „technologische Marktführer" und es gebe keine vergleichbaren, zeitnah verfügbaren Alternativen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langfristig will Baden-Württemberg gemeinsam mit Partnern wie Airbus Defence and Space und Schwarz Digits (der IT-Sparte der Schwarz Gruppe) eine eigene, souveräne Software entwickeln. Bis dahin nutzt man Palantir. Ein Versprechen, das den Lock-in-Effekt praktisch garantiert: Ist das System erst einmal implementiert und die Polizei darauf geschult, wird ein Wechsel extrem teuer und aufwendig.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bundesebene: Dobrindt prüft, die SPD bremst</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Sommer 2025 prüft das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) den bundesweiten Einsatz. Dobrindt erklärte öffentlich, er habe „kein Störgefühl gegenüber einer Software, nur weil sie vom Anbieter Palantir kommt." Bundesjustizministerin Hubig (SPD) äußerte sich dagegen skeptisch und betonte, es könnten nur rechtsstaatlich konforme Mittel eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung ist zwar von „automatisierter Datenrecherche und -analyse" mittels KI die Rede. Bedingung sei jedoch die Wahrung verfassungsrechtlicher Vorgaben und der „digitalen Souveränität". Ob Palantir diese Bedingungen erfüllt, ist mehr als fraglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weitere europäische Kunden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland steht mit seinem Palantir-Einsatz nicht allein. Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI setzt die Software ein. Großbritannien nutzte Palantir-Produkte im Gesundheitswesen. Polen setzt sie auf dem Arbeitsmarkt ein. Und die NATO hat einen Vertrag mit dem US-Unternehmen geschlossen. Die stille Expansion schreitet voran.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Bundesverfassungsgericht zieht Grenzen – und wird ignoriert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Februar 2023 fällte das Bundesverfassungsgericht ein wegweisendes Urteil. Die Verfassungsbeschwerden, eingereicht von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), richteten sich gegen die gesetzlichen Grundlagen für den Einsatz von Palantir-Software in Hessen und Hamburg. Das Gericht urteilte klar: Die bestehenden Regelungen sind <strong>verfassungswidrig</strong>. Sie verstoßen gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentrale Aussage des Gerichts: „Die Befugnisse lassen die automatisierte Verarbeitung unbegrenzter Datenbestände mittels rechtlich unbegrenzter Methoden zu." Data Mining, KI-Einsatz und Predictive Policing werden weder ausgeschlossen noch rechtlich eingeschränkt. Das Gericht forderte mindestens eine „konkretisierte Gefahr" als Eingriffsanlass.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Urteil hätte ein Wendepunkt sein können. Stattdessen geschah Folgendes: Die betroffenen Bundesländer passten ihre Polizeigesetze formal an – und machten im Wesentlichen weiter wie bisher. Hessen überarbeitete Hessendata, schwärzt nun Opfernamen und passte einige Features an. Bayern erließ ein neues Polizeiaufgabengesetz, das den Einsatz „konform" zum Urteil ermöglichen soll. Im Juli 2025 reichte die GFF jedoch eine erneute Verfassungsbeschwerde ein – diesmal gegen Bayerns VeRA-Einsatz, da die neuen Regelungen weiterhin unverhältnismäßig seien und keine wirksamen Kontroll- und Schutzmechanismen vorsehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Palantir bei der deutschen Polizei ein Souveränitätsproblem ist</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Die FISA-Frage, die niemand stellt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kommen unsere früheren Artikel direkt zum Tragen. Palantir Technologies ist ein US-Unternehmen mit Hauptsitz in Denver, Colorado. Es unterliegt uneingeschränkt US-amerikanischem Recht – einschließlich dem CLOUD Act und FISA Section 702.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wir in unserem CLOUD-Act-Artikel ausführlich dargelegt haben, können US-Behörden von US-Unternehmen die Herausgabe von Daten verlangen – unabhängig davon, wo diese Daten gespeichert sind. Und wie unser FISA-Artikel zeigt, verpflichtet Section 702 US-Unternehmen zur Kooperation mit der NSA bei der Überwachung von Nicht-US-Bürgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende, unbeantwortete Frage lautet: <strong>Welchen konkreten Verpflichtungen unterliegt Palantir nach dem verschärften FISA?</strong> Kann die NSA Palantir anweisen, über Gotham/VeRA gewonnene Erkenntnisse aus deutschen Polizeidatenbanken herauszugeben? Palantir beteuert, selbst keine Daten zu sammeln, zu verkaufen oder für eigene Zwecke zu verarbeiten. Doch das ist nicht die relevante Frage. Die relevante Frage ist, ob Palantir auf Anweisung von US-Behörden Zugriff auf Daten gewähren muss, die über seine Software verarbeitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innenminister Dobrindt verweist auf ein Gutachten des Fraunhofer-Instituts, das den Vorwurf von Datenabflüssen widerlege. Doch dieses Gutachten prüfte den Quellcode zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Software-Update kann die Situation jederzeit ändern. Und die rechtliche Verpflichtung eines US-Unternehmens zur Kooperation mit US-Geheimdiensten lässt sich nicht durch ein technisches Gutachten widerlegen – sie ergibt sich aus dem Gesetz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Starlink-Lehre</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritiker verweisen auf ein anschauliches Beispiel: den Starlink-Einsatz in der Ukraine. Dort hat sich gezeigt, wie ein einzelnes US-Tech-Unternehmen durch politisch motivierte Entscheidungen massiven Einfluss auf die Sicherheitslage eines ganzen Landes nehmen kann. Die Vorstellung, dass die innere Sicherheit Deutschlands von den Geschäftsentscheidungen eines Unternehmens in Colorado abhängt, dessen Gründer Peter Thiel einer der größten Unterstützer von Donald Trump ist, sollte jeden demokratisch gesinnten Bürger beunruhigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blackbox-Algorithmen und demokratische Kontrolle</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres fundamentales Problem: Gotham ist proprietäre Software. Der Quellcode ist ein Geschäftsgeheimnis. Entscheidungen, die auf den Analysen von Palantir beruhen, sind für Betroffene nicht nachvollziehbar. Wie soll man sich gegen einen Verdacht wehren, dessen Zustandekommen man nicht versteht? Wie sollen Gerichte die Rechtmäßigkeit einer Maßnahme prüfen, wenn die entscheidenden Algorithmen ein Geschäftsgeheimnis sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, bringt es auf den Punkt: Die zusammengeführten Daten landen in einer „absichtlich undurchschaubaren Software des US-Konzerns Palantir, von der sich die Polizei auf Jahre abhängig macht." Das seien klare Ausschlusskriterien für Daten aus dem Innenleben der Polizei.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer landet im System?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Palantir-Software erfasst nicht nur Tatverdächtige. Wer als Zeuge bei einem Autounfall aussagt, Anzeige gegen jemanden erstattet oder einfach nur am selben Bahnhof in eine Kontrolle gerät wie eine gesuchte Person, kann im System landen. Auch Opfer von Straftaten, Kontaktpersonen, Auskunftspersonen – sie alle sind in den polizeilichen Datenbanken gespeichert, die Palantir durchforstet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GFF warnte ausdrücklich: „Schon wer Anzeige erstattet, Opfer einer Straftat wird oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kann durch die Software ins Visier der Polizei geraten." Besonders alarmierend ist dies im Kontext des Erstarkens rechtsextremer Kräfte. Gelangt die AfD in eine Landesregierung, könnte sie theoretisch auf Palantir-Systeme zugreifen und diese für ihre Zwecke nutzen – etwa nach dem Vorbild der Trump-Administration zur gezielten Erfassung und Abschiebung von Menschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Verbindung: Vom CLOUD Act über FISA Section 702 zu HART und Palantir</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für diejenigen unter euch, die unsere Artikelserie verfolgt haben, wird nun das Gesamtbild deutlich. Es handelt sich nicht um isolierte Bedrohungen, sondern um ein ineinandergreifendes System:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der CLOUD Act</strong> (Artikel 1 dieser Serie) schafft die rechtliche Grundlage dafür, dass US-Behörden von US-Unternehmen wie Palantir die Herausgabe von Daten verlangen können – unabhängig davon, ob diese auf Servern in Deutschland, den Niederlanden oder anderswo in der EU liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>FISA Section 702</strong> (Artikel 2 dieser Serie) ermöglicht es der NSA, die Kommunikation von Nicht-US-Bürgern anlasslos und massenhaft zu überwachen – über US-Anbieter wie die, deren Infrastruktur Palantir nutzt. Seit der RISAA-Erweiterung 2024 ist der Kreis der zur Kooperation verpflichteten Unternehmen erheblich gewachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HART</strong> sammelt biometrische und biografische Daten von Hunderten Millionen Menschen in einer zentralisierten Datenbank, die mit US-Behörden, lokaler Polizei und ausländischen Regierungen geteilt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Palantir</strong> liefert die Technologie, die all diese Datenströme zusammenführt, analysiert und in verwertbare Informationen umwandelt. Und genau diese Technologie wird nun bei der deutschen Polizei eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage, die sich jeder stellen sollte: Wenn ein US-Unternehmen, das von der CIA mitfinanziert wurde, das mit NSA, FBI und ICE zusammenarbeitet, das dem CLOUD Act und FISA Section 702 unterliegt – wenn dieses Unternehmen Zugriff auf die zusammengeführten Datenbanken der deutschen Polizei erhält, die Informationen über mehr als 30 Millionen Menschen enthalten: Wie sicher sind diese Daten dann wirklich vor dem Zugriff der US-Geheimdienste?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte um Palantir ist noch nicht entschieden. Es gibt Handlungsmöglichkeiten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Informiert euch und andere.</strong> Das größte Problem ist die mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit. Die meisten Menschen wissen nicht einmal, dass ihre Daten in Polizeidatenbanken landen können, ohne dass sie jemals verdächtigt wurden – und dass diese Daten nun potenziell mit US-Überwachungstechnologie analysiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unterstützt Organisationen, die sich für digitale Grundrechte einsetzen.</strong> Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) führt die juristischen Kämpfe gegen den Palantir-Einsatz. Der Chaos Computer Club liefert die technische Expertise. Campact organisiert öffentlichen Druck. Diese Arbeit braucht Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fordert europäische Alternativen.</strong> Die Innenministerkonferenz hat im Juni 2025 beschlossen, eine europäische Alternative zu Palantir suchen zu wollen. Dieser Beschluss muss mit Leben gefüllt werden. Quelloffene, transparente, demokratisch kontrollierbare Software – entwickelt in Europa, für europäische Rechtsstandards.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Setzt euch politisch ein.</strong> Schreibt euren Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Fragt sie konkret: Welchen FISA-Verpflichtungen unterliegt Palantir? Wie wird garantiert, dass keine Daten an US-Behörden fließen? Warum gibt es keine Transparenz über den Quellcode? Warum wird keine europäische Open-Source-Alternative priorisiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Achtet auf eure eigene Datenspur.</strong> In unseren vorangegangenen Artikeln haben wir bereits empfohlen, auf europäische Alternativen zu setzen: Nextcloud statt Google Drive, Tuta oder Proton Mail statt Gmail, Signal oder Element/Matrix statt WhatsApp. Jede Entscheidung für einen europäischen Dienst ist eine Entscheidung gegen die Abhängigkeit von US-Technologie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die Sehsteine von Palantir gehören nicht in europäische Hände</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tolkiens Welt galt eine simple Wahrheit: Wer die Palantíri leichtfertig nutzt, riskiert, von einer dunkleren Macht beobachtet und manipuliert zu werden. Die Parallelen zur realen Welt sind frappierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Palantirs Gotham mag ein leistungsfähiges Werkzeug für die Polizeiarbeit sein. Die Erfolge bei der Aufklärung schwerer Straftaten sind real. Doch der Preis, den wir dafür zahlen, ist zu hoch: die Untergrabung des Grundsatzes der Zweckbindung, die Schaffung einer undurchsichtigen Überwachungsinfrastruktur, die Abhängigkeit von einem US-Unternehmen mit engen Geheimdienstverbindungen, und die faktische Aushöhlung der digitalen Souveränität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösung ist nicht, auf moderne Analysetechnologie zu verzichten. Die Lösung ist, europäische, quelloffene, demokratisch kontrollierbare Alternativen zu entwickeln. Bis dahin gilt: Jede Polizeidatenbank, die über Palantir-Software analysiert wird, ist potenziell eine Datenbank, auf die US-Geheimdienste Zugriff haben könnten. Nicht weil Palantir böswillig wäre – sondern weil US-Recht dies ermöglicht und das Unternehmen gar keine Wahl hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere drei Artikel zeigen ein konsistentes Bild: Der CLOUD Act, FISA Section 702, HART und Palantir sind keine voneinander isolierten Phänomene. Sie sind die Zahnräder einer Maschinerie, die darauf ausgelegt ist, globale Datenströme unter US-amerikanische Kontrolle zu bringen. Und Europa öffnet dieser Maschinerie gerade bereitwillig die Tür.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Informationen</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Electronic Frontier Foundation (EFF):</strong> „HART: Homeland Security's Massive New Database Will Include Face Recognition, DNA, and Peoples' 'Non-Obvious Relationships'" – <a href="https://www.eff.org/deeplinks/2018/06/hart-homeland-securitys-massive-new-database-will-include-face-recognition-dna-and">https://www.eff.org/deeplinks/2018/06/hart-homeland-securitys-massive-new-database-will-include-face-recognition-dna-and</a></li>



<li><strong>Immigrant Defense Project / Just Futures Law / Mijente:</strong> „HART Attack: How DHS's Massive Biometrics Database Will Supercharge Surveillance and Threaten Rights" – <a href="https://surveillanceresistancelab.org/featured-work/hart-attack-how-dhss-massive-biometrics-database-will-supercharge-surveillance-and-threaten-rights/">https://surveillanceresistancelab.org/featured-work/hart-attack-how-dhss-massive-biometrics-database-will-supercharge-surveillance-and-threaten-rights/</a></li>



<li><strong>FedScoop:</strong> „Homeland Security centralizes control over the government's largest biometrics database" (August 2025) – <a href="https://fedscoop.com/homeland-security-centralizes-control-over-the-governments-largest-biometrics-database/">https://fedscoop.com/homeland-security-centralizes-control-over-the-governments-largest-biometrics-database/</a></li>



<li><strong>American Immigration Council:</strong> „ICE to Use ImmigrationOS by Palantir" (August 2025) – <a href="https://www.americanimmigrationcouncil.org/blog/ice-immigrationos-palantir-ai-track-immigrants/">https://www.americanimmigrationcouncil.org/blog/ice-immigrationos-palantir-ai-track-immigrants/</a></li>



<li><strong>Bundesverfassungsgericht:</strong> Urteil vom 16. Februar 2023 – 1 BvR 1547/19 – <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2023/02/rs20230216_1bvr154719.html">https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2023/02/rs20230216_1bvr154719.html</a></li>



<li><strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF):</strong> Verfassungsbeschwerde gegen Palantir in Bayern (Juli 2025) – <a href="https://freiheitsrechte.org/themen/freiheit-im-digitalen/palantir-bayern">https://freiheitsrechte.org/themen/freiheit-im-digitalen/palantir-bayern</a></li>



<li><strong>Handelsblatt:</strong> „Palantir erhält Rückendeckung aus der Bundesregierung" (August 2025) – <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/polizei-software-palantir-erhaelt-rueckendeckung-aus-der-bundesregierung/100150618.html">https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/polizei-software-palantir-erhaelt-rueckendeckung-aus-der-bundesregierung/100150618.html</a></li>



<li><strong>Campact:</strong> „Nein zum Palantir-Deal" – <a href="https://www.campact.de/datenschutz/peter-thiel-palantir-polizei-software-stoppen-petition/">https://www.campact.de/datenschutz/peter-thiel-palantir-polizei-software-stoppen-petition/</a></li>



<li><strong>Ingenieur.de:</strong> „Palantir in Deutschland: Polizei schwärmt, Datenschützer warnen" (November 2025) – <a href="https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/ittk/polizei-schwaermt-datenschuetzer-warnen-palantir-im-deutschen-praxistest/">https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/ittk/polizei-schwaermt-datenschuetzer-warnen-palantir-im-deutschen-praxistest/</a></li>



<li><strong>Friedrich-Naumann-Stiftung:</strong> „Palantir: Wie eine US-Software den Rechtsstaat zur Blackbox macht" – <a href="https://www.freiheit.org/de/deutschland/palantir-wie-eine-us-software-den-rechtsstaat-zur-blackbox-macht">https://www.freiheit.org/de/deutschland/palantir-wie-eine-us-software-den-rechtsstaat-zur-blackbox-macht</a></li>



<li><strong>Police-IT:</strong> „Palantir" (Archiv mit Section-702-Zusammenhang) – <a href="https://police-it.net/category/akteure/it_anbieter/palantir">https://police-it.net/category/akteure/it_anbieter/palantir</a></li>



<li><strong>Heise Online:</strong> „Europol nutzt Palantirs Big-Data-Software Gotham" – <a href="https://www.heise.de/news/Neue-Ermittlungsansaetze-Europol-nutzt-Palantirs-Big-Data-Software-Gotham-4781409.html">https://www.heise.de/news/Neue-Ermittlungsansaetze-Europol-nutzt-Palantirs-Big-Data-Software-Gotham-4781409.html</a></li>



<li><strong>Data Center Dynamics:</strong> „Human rights groups call on AWS to stop hosting massive DHS biometric surveillance system" – <a href="https://www.datacenterdynamics.com/en/news/human-rights-groups-call-on-aws-to-stop-hosting-massive-dhs-biometric-surveillance-system/">https://www.datacenterdynamics.com/en/news/human-rights-groups-call-on-aws-to-stop-hosting-massive-dhs-biometric-surveillance-system/</a></li>



<li><strong>NILC:</strong> „Homeland Advanced Recognition Technology (HART) Factsheet" – <a href="https://www.nilc.org/wp-content/uploads/2021/12/HART-factsheet-2021-11-10.pdf">https://www.nilc.org/wp-content/uploads/2021/12/HART-factsheet-2021-11-10.pdf</a></li>



<li><strong>Staatsanzeiger Baden-Württemberg:</strong> „Palantir im Südwesten: Was die Polizei-Software bedeutet" (November 2025) – <a href="https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/palantir-im-suedwesten-was-die-polizei-software-bedeutet/">https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/palantir-im-suedwesten-was-die-polizei-software-bedeutet/</a></li>
</ol>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Artikel ist Teil einer Serie über den US-Überwachungsapparat und seine Auswirkungen auf europäische Bürger. Die vorangegangenen Artikel behandeln den CLOUD Act und FISA Section 702. Die dargestellten Einschätzungen basieren auf aktuellen Gerichtsurteilen, Berichten von Aufsichtsbehörden und Analysen anerkannter Bürgerrechtsorganisationen (EFF, GFF, CCC, Campact, EPIC), ersetzen jedoch keine individuelle Rechtsberatung. Stand: Februar 2026.</em></p>
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		<title>Keep Android Open –  Google will Android schliessen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 09:36:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Android]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Google plant, Android ab 2026 grundlegend zu verändern. Was seit Jahren als offene Plattform galt, soll durch eine verpflichtende Entwicklerverifizierung zur kontrollierten Umgebung werden. Die Initiative „Keep Android Open" wehrt...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Google plant, Android ab 2026 grundlegend zu verändern. Was seit Jahren als offene Plattform galt, soll durch eine verpflichtende Entwicklerverifizierung zur kontrollierten Umgebung werden. Die Initiative „<a href="https://keepandroidopen.org/de/">Keep Android Open</a>" wehrt sich dagegen – und erklärt, warum diese Änderung nicht nur Entwickler, sondern jeden Android-Nutzer betrifft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/keep_android_open_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20104" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/keep_android_open_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/keep_android_open_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/keep_android_open_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/keep_android_open_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/keep_android_open_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was Google vorhat</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://developer.android.com/developer-verification?hl=de">Im August 2025 hat Google angekündigt</a>, dass ab September 2026 keine Anwendung mehr auf zertifizierten Android-Geräten installiert werden kann, wenn der Entwickler sich nicht zuvor bei Google registriert und verifiziert hat. Das gilt nicht nur für Apps aus dem Play Store – sondern für sämtliche Installationswege, einschliesslich Sideloading und alternative App-Stores wie F-Droid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret verlangt Google von Entwicklern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Zahlung einer Gebühr</li>



<li>Die Zustimmung zu Googles Nutzungsbedingungen</li>



<li>Die Vorlage eines amtlichen Ausweises (Identitätsverifizierung)</li>



<li>Den Nachweis über den privaten Signaturschlüssel</li>



<li>Eine vollständige Liste aller aktuellen und zukünftigen App-Kennungen (Package Names)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rollout soll zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand beginnen. Ab 2027 plant Google die weltweite Einführung – also auch in Europa und der Schweiz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Googles Argumentation – und warum sie nicht überzeugt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Google begründet die Massnahme mit Sicherheit. Laut eigener Analyse enthalten Apps aus Sideloading-Quellen angeblich fünfzigmal mehr Malware als Apps aus dem Play Store. Die Verifizierung soll verhindern, dass böswillige Akteure anonym schädliche Apps verbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar, hält einer genaueren Prüfung allerdings nicht stand. Denn die Identitätsverifizierung prüft nur, wer der Entwickler ist – nicht, was die App tut. Ein verifizierter Entwickler kann weiterhin problemlos Malware verbreiten. Kriminelle werden schlicht gestohlene Identitäten nutzen oder den Verifizierungsprozess als triviale Hürde betrachten, da sie ohnehin bereits Gesetze brechen. Gleichzeitig werden legitime Entwickler abgeschreckt, die ihre Privatsphäre schützen wollen oder sich nicht von Google abhängig machen möchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://f-droid.org/de/2026/02/20/twif.html">F-Droid bringt es auf den Punkt:</a> Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass man die rechtliche Identität eines Entwicklers überprüft. Ob eine App schädlich ist oder nicht, lässt sich dadurch nicht feststellen – unabhängig davon, ob der Entwickler bei Google verifiziert ist. Die Art, wie F-Droid freie Software direkt aus dem Quellcode baut und an Nutzer verteilt, entspricht dem Prinzip, nach dem die meisten Linux-Distributionen seit Jahrzehnten Software ausliefern, <a href="https://yourdevice.ch/f-droid-sicherheitsbedenken-und-aktuelle-probleme/" type="post" id="17550">wenn auch mit einigen Nachteilen</a>. Diese Verteilungsmechanismen haben sich über Jahrzehnte bewährt, gelten als extrem sicher und bilden das Rückgrat der modernen Computing-Infrastruktur weltweit. Niemand hat je vorgeschlagen, dass Linux-Distributionen sicherer werden, indem eine zentrale Instanz jeden Entwickler verifiziert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Verbraucher bedeutet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer ein Android-Gerät gekauft hat, tat dies im Vertrauen auf das Versprechen einer offenen Plattform, auf der jede beliebige Software ausgeführt werden kann. Ab September 2026 wird Google jedoch ohne Zustimmung der Nutzer ein Betriebssystem-Update ausspielen, das dieses Recht dauerhaft einschränkt. Ab diesem Zeitpunkt entscheidet Google, welchen Anwendungen ihr „vertrauen dürft" – und welchen nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders brisant: Diese Änderung betrifft zertifizierte Android-Geräte, also praktisch alle handelsüblichen Smartphones und Tablets, die mit Google-Apps und Play Protect ausgeliefert werden. Das schliesst Samsung, Xiaomi, OnePlus, Motorola, Google Pixel und unzählige weitere Hersteller ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Entwickler bedeutet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwickler wird es unmöglich, Anwendungen zu erstellen und direkt mit Freunden, Familie oder der eigenen Community zu teilen, ohne zuvor Googles Genehmigung einzuholen. Das ursprüngliche Versprechen von Android – das wichtigste Argument, mit dem sich das System einst vom iPhone abhob – beruhte auf seiner Offenheit. Offenbar ist Google inzwischen überzeugt, genug Kontrolle über das Android-Ökosystem zu besitzen, um dieses Prinzip nun aufzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Open-Source-Gemeinschaft ist die Lage besonders kritisch. F-Droid, der wichtigste alternative App-Store für freie und quelloffene Android-Software, kann seine Entwickler nicht dazu zwingen, sich bei Google zu registrieren und dafür zu bezahlen. Gleichzeitig kann F-Droid die App-Kennungen nicht einfach übernehmen, da dies faktisch die exklusiven Vertriebsrechte für diese Anwendungen an sich reissen würde. F-Droid hat unmissverständlich erklärt: Googles Registrierungsdekret wird das F-Droid-Projekt und andere freie Distributionsquellen in ihrer heutigen Form beenden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Staaten und die digitale Souveränität bedeutet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Regierungen, die sich auf Android-Geräte in der Verwaltung verlassen, überlassen die Kontrolle über die Rechte ihrer Bürger und ihre digitale Souveränität einem US-Konzern. Einem Konzern, der bekannt dafür ist, sich auch aussegerichtlichen Forderungen autoritärer Regime zu beugen, um missliebige – aber völlig legale – Anwendungen zu entfernen. Die für Verwaltung und Wirtschaft unverzichtbare Software wird damit den Launen eines fernen, unkontrollierbaren Unternehmens ausgeliefert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade für europäische Länder, die sich intensiv um digitale Souveränität bemühen, wäre diese Entwicklung ein herber Rückschlag. Der Digital Markets Act (DMA) der EU soll genau solche Machtkonzentration verhindern – doch ob er gegen Googles Pläne greifen wird, ist noch offen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hat Google bei der Entwicklerverifizierung „nachgegeben"</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 deutete Google in einem Blogbeitrag vage an, dass es einen „erweiterten Ablauf" geben könnte, der es „erfahrenen Nutzern" eventuell erlaubt, „die Risiken der Installation nicht verifizierter Software zu akzeptieren". Viele Medien berichteten daraufhin, Google habe eingelenkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität sieht anders aus. Googles offizielle Entwicklerseite stellt weiterhin unmissverständlich fest:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Ab September 2026 müssen alle Android-Apps von bestätigten Entwicklern registriert werden, damit sie auf zertifizierten Android-Geräten installiert werden können.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Solange Google keine konkreten Belege dafür vorgelegt hat, dass es möglich sein wird, den Verifizierungsprozess ohne unangemessene Hürden zu umgehen, sollte man dem Glauben schenken, was auf der offiziellen Seite steht: Alle Apps von nicht registrierten Entwicklern werden blockiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Custom ROMs sind nicht betroffen – aber das reicht nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger technischer Aspekt: Die Verifizierungspflicht betrifft ausschliesslich zertifizierte Android-Geräte – also solche, die mit Google Mobile Services (GMS) und dem Play-Protect-Framework ausgeliefert werden. Geräte mit <a href="https://yourdevice.ch/custom-roms/" type="page" id="9673">Custom ROMs</a> wie GrapheneOS, LineageOS, CalyxOS, /e/OS oder anderen AOSP-basierten Systemen ohne Google-Dienste sind von dieser Einschränkung nicht direkt betroffen. Auf diesen Systemen können weiterhin beliebige APKs installiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt zunächst beruhigend – ist es aber nur bedingt. Denn die überwältigende Mehrheit der Android-Nutzer verwendet Standard-Firmware mit Google-Diensten. Custom ROMs sind selbst unter technisch versierten Nutzern eine Nischenerscheinung. Nicht jeder kann oder will sein Gerät mit einem Custom ROM betreiben – sei es wegen mangelnder technischer Kenntnisse, fehlender Geräteunterstützung oder weil bestimmte Apps (Banking, Firmensoftware) ein zertifiziertes Gerät voraussetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem nutzen auch viele Anwender auf Stock-Android bewusst F-Droid und Apps von freien Entwicklern als Ergänzung oder Alternative zum Play Store. Genau diese Nutzer werden durch die neuen Regeln direkt betroffen sein. Es ist daher wichtig, sich auch dann für die Offenheit von Android einzusetzen, wenn man selbst ein Custom ROM nutzt – denn die Vielfalt des Ökosystems lebt davon, dass freie Software auf allen Android-Geräten installiert werden kann, nicht nur auf einer Handvoll Enthusiasten-Geräten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt zudem ein weiteres Risiko: Wenn mehr Nutzer auf Custom ROMs ausweichen, um die Verifizierungspflicht zu umgehen, steigt paradoxerweise die Angriffsfläche. Denn das Entsperren des Bootloaders – bei den meisten Geräten die Voraussetzung für ein Custom ROM – deaktiviert die vom Hersteller etablierte Vertrauenskette auf Hardwareebene. Nur wenige Security-fokussierte ROMs wie GrapheneOS unterstützen das erneute Sperren des Bootloaders nach der Installation. Bei allen anderen Geräten bleibt der Bootloader entsperrt – mit entsprechenden Risiken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie ihr helfen könnt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Als Entwickler</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Registriert euch nicht für Googles Early-Access-Programm, führt keine Identitätsprüfung durch und akzeptiert keine Einladungen zur Android-Entwicklerkonsole. Nur durch das Einverständnis der Entwickler kann Googles Plan gelingen. Ermutigt andere Entwickler und Organisationen, sich ebenfalls nicht zu registrieren. Nutzt Community-Foren, soziale Netzwerke und Blogs, um die Botschaft zu verbreiten. Die Bibliothek <a href="https://github.com/woheller69/FreeDroidWarn">FreeDroidWarn</a> kann in eigene Projekte eingebunden werden, um Nutzer direkt in der App über die Problematik zu informieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Als Nutzer</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Installiert F-Droid</strong> auf euren Android-Geräten. Je mehr Nutzer alternative Plattformen verwenden, desto schwieriger wird es, sie auszuschliessen.</li>



<li><strong>Gebt Google direkt Feedback</strong> über die <a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfN3UQeNspQsZCO2ITkdzMxv81rJDEGGjO-UIDDY28Rz_GEVA/viewform">Umfrage zu den Anforderungen der Android-Entwicklerverifizierung</a>.</li>



<li><strong>Macht eure Meinung öffentlich</strong> – in sozialen Netzwerken, Foren und Blogs. Verlinkt dabei auf <a href="https://keepandroidopen.org">keepandroidopen.org</a>.</li>



<li><strong>Widersprecht Meinungsmanipulation</strong>: Wenn ihr in Foren oder sozialen Medien verdächtige Beiträge seht, die die neue Politik verteidigen, bezieht Stellung.</li>



<li><strong>Unterschreibt die Petition</strong> auf <a href="https://www.change.org/p/stop-google-from-limiting-apk-file-usage">change.org</a>.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Aufsichtsbehörden kontaktieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt sind ernsthaft besorgt über Monopole und die zunehmende Machtkonzentration im Technologiesektor. Beschwerden sind besonders wirksam, wenn sie von Bürgern des jeweiligen Landes eingereicht werden und in der Amtssprache verfasst sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für die Europäische Union:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>E-Mail an das DMA-Team: EC-DMA@ec.europa.eu</li>



<li>E-Mail Antitrust: COMP-GREFFE-ANTITRUST@ec.europa.eu</li>



<li>Beschwerde bei der <a href="https://competition-policy.ec.europa.eu/antitrust-and-cartels/contact_en">EU-Wettbewerbspolitik</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für die Schweiz:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Meldung bei der <a href="https://www.weko.admin.ch/weko/en/home/kontakt/kontakt.html">Wettbewerbskommission (WEKO)</a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das alle angeht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was Google hier plant, geht weit über eine technische Änderung hinaus. Es ist ein fundamentaler Bruch mit dem Prinzip, das Android seit seiner Einführung definiert hat: Offenheit. Wenn ein einzelnes Unternehmen entscheiden kann, welche Software auf dem weltweit meistgenutzten Betriebssystem installiert werden darf, hat das weitreichende Konsequenzen – für die Meinungsfreiheit, für den Wettbewerb, für die Innovation und für die digitale Selbstbestimmung jedes einzelnen Nutzers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Android ist nicht irgendein Produkt. Es läuft auf über drei Milliarden Geräten weltweit. Für viele Menschen – besonders in Entwicklungsländern – ist das Smartphone der einzige Computer, den sie besitzen. Ihnen den Zugang zu freier Software zu verwehren, ist ein Angriff auf ihre digitale Autonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative „Keep Android Open" ruft daher alle auf: Informiert euch, erhebt eure Stimme und setzt euch für ein offenes Android ein – bevor es zu spät ist.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weiterführende Links:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://keepandroidopen.org/de/">Keep Android Open – Offizielle Seite</a></li>



<li><a href="https://f-droid.org/en/2025/09/29/google-developer-registration-decree.html">F-Droid: Googles Entwicklerregistrierungsdekret</a></li>



<li><a href="https://f-droid.org/en/2025/09/22/google-developer-verification-policy-and-the-dma.html">F-Droid: Developer Verification Policy und der DMA</a></li>



<li><a href="https://www.eff.org/deeplinks/2025/11/application-gatekeeping-ever-expanding-pathway-internet-censorship">EFF: Application Gatekeeping – Ein wachsender Weg zur Internetzensur</a></li>



<li><a href="https://www.aclu.org/news/free-speech/app-store-oligopoly">ACLU: Your Smartphone, Their Rules</a></li>



<li><a href="https://www.heise.de/news/Keep-Android-Open-Abwehr-gegen-Verbot-anonymer-Apps-von-Google-10965483.html">Heise: Keep Android Open – Abwehr gegen Verbot anonymer Apps von Google</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>FISA Section 702: Das unsichtbare Netz der US-Massenüberwachung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 09:23:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem unserer Artikel haben wir euch den CLOUD Act erklärt – das US-Gesetz, das amerikanischen Behörden Zugriff auf Daten bei US-Unternehmen gewährt, egal wo die Server stehen. Doch der...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In einem unserer Artikel haben wir euch den<a href="https://yourdevice.ch/der-cloud-act-eure-daten-und-amerikanische-software/" type="post" id="19842"> CLOUD Act</a> erklärt – das US-Gesetz, das amerikanischen Behörden Zugriff auf Daten bei US-Unternehmen gewährt, egal wo die Server stehen. Doch der CLOUD Act ist nur die Spitze des Eisbergs. Unter ihm liegt ein weitaus mächtigeres Instrument: Section 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Während der CLOUD Act ein Werkzeug der Strafverfolgung ist, das zumindest einen Gerichtsbeschluss erfordert, erlaubt Section 702 den US-Geheimdiensten eine anlasslose Massenüberwachung – ohne individuellen Richterbeschluss, ohne Benachrichtigung der Betroffenen, und mit einer erschreckend breiten Definition dessen, was als „ausländische Geheimdienstinformation" gilt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/fisa_section_702_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20086" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/fisa_section_702_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/fisa_section_702_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/fisa_section_702_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/fisa_section_702_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/fisa_section_702_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>





<h2 class="wp-block-heading">Was ist FISA Section 702</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Section 702 wurde 2008 als Teil des FISA Amendments Act verabschiedet – in der politischen Atmosphäre nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Der offizielle Zweck: Die gezielte Überwachung von Nicht-US-Bürgern außerhalb der USA, um Informationen über Terrorismus, Spionage und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klingt erst einmal spezifisch und kontrolliert. Doch die Realität sieht völlig anders aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Section 702 erlaubt es dem US-Justizminister und dem Direktor der Nationalen Nachrichtendienste, gemeinsam breite Überwachungsprogramme zu genehmigen. Das geheime FISA-Gericht (Foreign Intelligence Surveillance Court, kurz FISC) prüft diese Programme nur auf einer übergeordneten, programmatischen Ebene – es genehmigt keine einzelnen Überwachungsziele. Sobald ein Programm genehmigt ist, können NSA, FBI und CIA eigenständig entscheiden, wen sie ins Visier nehmen. Einzige Bedingung: Das Ziel muss ein Nicht-US-Bürger sein, der sich vermutlich außerhalb der USA aufhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt nach einer Einschränkung. Aber genau hier beginnt das Problem für uns als Europäer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">PRISM und Upstream: Die zwei Säulen der Überwachung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Edward Snowden enthüllte 2013, was viele bereits ahnten: Unter Section 702 betreibt die NSA zwei massive Überwachungsprogramme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PRISM (heute „Downstream Collection")</strong> ist das bekanntere der beiden Programme. Das FBI – als Vermittler zwischen NSA und Privatunternehmen – schickt sogenannte „Selektoren" (E-Mail-Adressen, Telefonnummern, andere Identifikatoren) an US-Technologieunternehmen und verpflichtet diese, alle Kommunikationen herauszugeben, die mit diesen Selektoren in Verbindung stehen. Betroffen sind Unternehmen wie Microsoft, Google, Apple, Meta (Facebook), Yahoo und YouTube. Laut dem FISC war PRISM im Jahr 2011 für rund 91 Prozent der etwa 250 Millionen Internetkommunikationen verantwortlich, die jährlich unter Section 702 erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lest das nochmal: <strong>250 Millionen Kommunikationen pro Jahr.</strong> Allein durch PRISM.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Upstream Collection</strong> geht noch einen Schritt weiter. Hier greift die NSA Kommunikationen direkt an der Internet-Backbone-Infrastruktur ab – also an den Glasfaserkabeln und Knotenpunkten, durch die der globale Datenverkehr fließt. Da etwa 80 Prozent des weltweiten Internetverkehrs irgendwann durch US-Infrastruktur geleitet wird, ist die Reichweite dieses Programms enorm. Wenn ihr eine E-Mail an einen Geschäftspartner in Brasilien schickt und diese über einen US-Server geroutet wird, kann die NSA sie abfangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders brisant war die sogenannte „Abouts"-Erfassung: Dabei wurden nicht nur Kommunikationen erfasst, die <em>an</em> oder <em>von</em> einem Überwachungsziel gingen, sondern auch solche, die ein Überwachungsziel lediglich <em>erwähnten</em>. Die NSA hat diese Praxis 2017 offiziell eingestellt – aber der RISAA von 2024 hat die Tür für eine Wiedereinführung unter bestimmten Bedingungen offen gelassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die „Nebenbei"-Erfassung: Warum Europäer keine Nebensache sind</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die US-Regierung betont gebetsmühlenartig, dass Section 702 nur auf Ausländer außerhalb der USA abzielt. Was sie weniger gern erwähnt: Bei der Überwachung dieser Ziele werden zwangsläufig auch die Kommunikationen all jener erfasst, die mit diesen Zielen in Kontakt stehen – darunter Millionen von US-Bürgern und Europäern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese sogenannte „Incidental Collection" (nebenbei erfolgende Erfassung) ist alles andere als nebensächlich. Wenn ein europäischer Geschäftsmann mit einem ausländischen Partner kommuniziert, der zufällig auf einer Überwachungsliste steht, landen seine E-Mails, Nachrichten und Anrufe in den Datenbanken der US-Geheimdienste. Und selbst wenn keine direkte Verbindung zu einem Überwachungsziel besteht: Durch die Upstream-Erfassung an der Internet-Backbone werden Kommunikationen quasi im Vorbeigehen mitgelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Nicht-US-Bürger gibt es dabei praktisch keinen Schutz. Section 702 gewährt keinerlei Rechte auf Information, Widerspruch oder gerichtliche Überprüfung für ausländische Staatsangehörige. Ihr wisst nicht, ob eure Daten erfasst wurden. Ihr könnt nicht dagegen klagen. Ihr werdet nie informiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Backdoor Searches: Wenn das FBI die eigenen Bürger ausspioniert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es kommt noch schlimmer. Die unter Section 702 gesammelten Daten werden in riesigen Datenbanken gespeichert. Und hier beginnt ein Missbrauch, der selbst die Verfechter des Gesetzes in Erklärungsnot bringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das FBI kann diese Datenbanken jederzeit mit den Namen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern von US-Bürgern durchsuchen – die sogenannten „Backdoor Searches" oder „U.S. Person Queries". Kein Durchsuchungsbefehl nötig. Kein Richter. Kein begründeter Verdacht. Einfach den Namen eintippen und die intimsten Kommunikationen lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen sind erschütternd:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>2021:</strong> Das FBI führte bis zu <strong>3,4 Millionen</strong> solcher Durchsuchungen durch – in einem einzigen Jahr.</li>



<li><strong>2024:</strong> Die offiziell gemeldete Zahl sank auf 5.518. Doch das FISA-Gericht stellte fest, dass FBI-Mitarbeiter eine „erweiterte Filterfunktion" nutzten, die zusätzliche, nicht protokollierte Durchsuchungen durchführte. Die tatsächliche Zahl bleibt unbekannt.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Betroffenen dieser Durchsuchungen befanden sich nachweislich: Teilnehmer von Black-Lives-Matter-Protesten, Verdächtige des 6. Januar 2021, Journalisten, Mitglieder des US-Kongresses, ein US-Senator, ein Staatssenator, ein Staatsrichter, politische Kommentatoren und 19.000 Spender einer einzigen Kongresskampagne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Privacy and Civil Liberties Oversight Board (PCLOB) – die eigentlich zuständige Aufsichtsbehörde – stellte fest, dass es kaum Belege für den Nutzen dieser massenhaften Backdoor-Durchsuchungen gibt. In den wenigen dokumentierten Fällen, in denen sie tatsächlich hilfreich waren, hätte das FBI auch einen regulären Durchsuchungsbefehl erwirken oder sich auf bestehende Ausnahmen berufen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das historische Urteil von 2024: Verfassungswidrig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2024 fällte Richterin LaShann DeArcy Hall am U.S. District Court für den Eastern District of New York ein wegweisendes Urteil im Fall <em>United States v. Hasbajrami</em>: Die Backdoor-Durchsuchungen von Section-702-Daten verstoßen gegen den vierten Zusatzartikel der US-Verfassung und erfordern grundsätzlich einen richterlichen Durchsuchungsbefehl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war das erste Mal überhaupt, dass ein Gericht diese Praxis für verfassungswidrig erklärte. Der Fall betraf einen US-Einwohner, der 2011 am New Yorker JFK-Flughafen verhaftet wurde. Erst nach seiner ursprünglichen Verurteilung offenbarte die Regierung, dass Teile der Beweismittel aus ohne Durchsuchungsbefehl durchgeführten Section-702-Abfragen stammten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung hat Berufung eingelegt. Aber das Urteil sendet ein klares Signal – auch für die anstehende Debatte um die Verlängerung von Section 702.</p>



<h2 class="wp-block-heading">RISAA 2024: Mehr Überwachung statt Reform</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Statt die dokumentierten Missbräuche einzudämmen, hat der US-Kongress im April 2024 mit dem Reforming Intelligence and Securing America Act (RISAA) Section 702 nicht nur verlängert, sondern <strong>ausgeweitet</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erweiterte Definition von „Electronic Communication Service Provider":</strong> Jeder Dienstleister, der Zugang zu Geräten hat, die elektronische Kommunikationen übertragen oder speichern könnten, kann nun zur Kooperation gezwungen werden. Das betrifft potenziell nicht mehr nur klassische Telekommunikationsunternehmen und Internetanbieter, sondern auch Rechenzentren, Cloud-Dienste, Managed-Security-Anbieter – und theoretisch sogar Vermieter oder Wartungspersonal mit Zugang zu Netzwerkinfrastruktur. Senator Ron Wyden nannte dies „eine der dramatischsten und erschreckendsten Erweiterungen der staatlichen Überwachungsbefugnisse in der Geschichte."</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Überwachungszwecke:</strong> Die Definition von „Foreign Intelligence Information" wurde erweitert, um die internationale Produktion, Verteilung und Finanzierung illegaler Drogen einzuschließen – ein gewaltiger Schritt weg von der ursprünglichen Antiterrorismus-Begründung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Immigrations-Screening:</strong> Section-702-Daten dürfen nun zur Überprüfung von Einwanderern und Asylsuchenden verwendet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was der RISAA <strong>nicht</strong> enthält: eine Pflicht zum richterlichen Durchsuchungsbefehl für Backdoor Searches. Ein entsprechender Änderungsantrag scheiterte im Repräsentantenhaus mit einem Gleichstand von 212 zu 212 Stimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzige gute Nachricht: Der RISAA verlängerte Section 702 nur um zwei Jahre. <strong>Am 20. April 2026 läuft das Gesetz aus.</strong> Es sei denn, der Kongress verlängert es erneut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">FISA Section 702 und die DSGVO: Ein unlösbarer Konflikt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier schließt sich der Kreis zu unserem CLOUD-Act-Artikel. Denn während der CLOUD Act es US-Behörden ermöglicht, gezielt Daten von US-Unternehmen anzufordern, geht Section 702 noch viel weiter: Es erlaubt die <strong>massenhafte, programmatische Erfassung</strong> von Kommunikationsdaten – ohne dass einzelne Ziele gerichtlich genehmigt werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem Schrems-II-Urteil vom Juli 2020 unmissverständlich festgestellt, dass Section 702 nicht mit den Grundrechten der EU vereinbar ist. Der Gerichtshof stellte insbesondere fest, dass Section 702 „keinerlei Beschränkungen der damit übertragenen Überwachungsbefugnisse oder Garantien für Nicht-US-Bürger" enthält, die potenziell betroffen sind. Auch das Presidential Policy Directive 28 (PPD-28), das gewisse Einschränkungen für die Überwachung von Nicht-US-Bürgern vorschreibt, wurde vom EuGH als unzureichend bewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat direkte Konsequenzen für europäische Unternehmen. Wenn ihr personenbezogene Daten eurer Kunden, Mitarbeiter oder Geschäftspartner über US-Dienste verarbeitet – sei es Microsoft 365, Google Workspace, AWS oder Salesforce –, dann sind diese Daten potenziell der Überwachung durch Section 702 ausgesetzt. Und das steht in direktem Widerspruch zur DSGVO, die einen „gleichwertigen Schutz" bei Datentransfers in Drittländer verlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Trans-Atlantic Data Privacy Framework (TADPF), das Nachfolgeabkommen des gescheiterten Privacy Shield, steht bereits vor dem nächsten juristischen Angriff durch Max Schrems und noyb. Der Datenschutzaktivist hat darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Überwachungsgesetze der USA – allen voran Section 702 – sich durch das Framework nicht geändert haben. Seine Einschätzung: Das TADPF wird denselben Weg gehen wie Safe Harbor und Privacy Shield.</p>



<h2 class="wp-block-heading">CLOUD Act + Section 702: Die doppelte Bedrohung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Tragweite zu verstehen, müsst ihr den CLOUD Act und Section 702 zusammen betrachten:</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th></th><th><strong>CLOUD Act</strong></th><th><strong>FISA Section 702</strong></th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>Zweck</strong></td><td>Strafverfolgung</td><td>Geheimdienstliche Überwachung</td></tr><tr><td><strong>Rechtsgrundlage</strong></td><td>Gerichtsbeschluss erforderlich</td><td>Programmatische Genehmigung durch FISC</td></tr><tr><td><strong>Ziel</strong></td><td>Konkrete Ermittlungen</td><td>Massenhafte Datenerfassung</td></tr><tr><td><strong>Betrifft</strong></td><td>US-Unternehmen weltweit</td><td>Jeden, der über US-Infrastruktur kommuniziert</td></tr><tr><td><strong>Transparenz</strong></td><td>Minimal (Gag Orders möglich)</td><td>Praktisch keine</td></tr><tr><td><strong>Rechtsschutz für EU-Bürger</strong></td><td>Kaum vorhanden</td><td>Nicht existent</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen bilden diese beiden Gesetze ein lückenloses System: Der CLOUD Act gewährt den Zugriff auf gespeicherte Daten bei US-Unternehmen. Section 702 erlaubt das massenhafte Abfangen von Kommunikationen in Echtzeit. Egal ob eure Daten auf einem Microsoft-Server in Frankfurt liegen oder eure E-Mail über ein US-Backbone geroutet wird – die US-Regierung hat einen Weg, darauf zuzugreifen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Aufsicht bröckelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst die ohnehin schwachen Kontrollmechanismen werden zunehmend ausgehöhlt. Das Privacy and Civil Liberties Oversight Board (PCLOB), das als zentrale Aufsichtsinstanz die Einhaltung der Bürgerrechte bei Überwachungsprogrammen überprüfen soll, wurde Anfang 2025 faktisch handlungsunfähig gemacht. Die demokratischen Mitglieder wurden entlassen, das Gremium besteht nun aus einem einzigen Teilzeit-Mitglied. Gleichzeitig wurde das Office of Internal Auditing des FBI – im Jahr 2020 eigens geschaffen, um Missbrauch zu verhindern – aufgelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet: Die Mechanismen, die Missbrauch verhindern sollen, werden gerade systematisch abgebaut – während die Überwachungsbefugnisse gleichzeitig ausgeweitet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ihr tun könnt: Praktische Schritte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Situation gibt es für europäische Privatpersonen und Unternehmen nur eine logische Konsequenz: <strong>Reduziert eure Abhängigkeit von US-Infrastruktur und US-Software.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für eure Kommunikation:</strong> <a href="https://yourdevice.ch/metadaten-bei-messengern-was-nachrichten-ueber-euch-verraten/" type="post" id="19640">Signal oder andere Ende-zu-Ende-verschlüsselte Messenger</a> sind unverzichtbar. Beachtet jedoch: Der EuGH hat angemerkt, dass US-Behörden unter Section 702 theoretisch auch kryptographische Schlüssel von US-Unternehmen anfordern könnten. Deshalb sind europäische Alternativen wie Threema oder Matrix/Element vorzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für eure Daten:</strong> Self-Hosting mit europäischer Software – etwa <strong><a href="https://yourdevice.ch/was-ist-nextcloud/" type="page" id="5641">Nextcloud</a></strong> auf europäischen Servern – entzieht eure Daten vollständig der US-Jurisdiktion. Wie wir in unserem CLOUD-Act-Artikel erklärt haben: Entscheidend ist nicht, wo die Daten liegen, sondern wer sie kontrolliert. Eine selbst gehostete Lösung bei einem europäischen Anbieter ist der sicherste Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für eure E-Mails:</strong> Europäische E-Mail-Anbieter wie <a href="https://tuta.com/de">Tuta</a> (ehemals Tutanota) oder <a href="https://proton.me/">Proton Mail</a> unterliegen nicht der US-Jurisdiktion und bieten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für euer Unternehmen:</strong> Führt eine Datentransfer-Folgenabschätzung (Transfer Impact Assessment) durch. Prüft, welche eurer Dienste US-Unternehmen sind oder Daten über US-Infrastruktur routen. Und dokumentiert diese Risiken – nicht nur für die DSGVO-Compliance, sondern für das Vertrauen eurer Kunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die Uhr tickt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Section 702 läuft am 20. April 2026 aus. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der US-Kongress endlich grundlegende Reformen verabschiedet – etwa eine Pflicht zum richterlichen Durchsuchungsbefehl für den Zugriff auf Kommunikationen von US-Bürgern – oder ob das Gesetz erneut verlängert oder sogar ausgeweitet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber selbst wenn Section 702 reformiert würde: Für europäische Bürger ändert sich wenig. Die Debatte in Washington dreht sich ausschließlich um die Rechte von US-Bürgern. Nicht-US-Bürger haben unter Section 702 keinerlei Schutz – und daran wird sich auch durch Reformen nichts ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzige Lösung für Europäer liegt nicht in Washington. Sie liegt in unseren eigenen Händen: in der konsequenten Nutzung eigener Infrastruktur, selbst gehosteter OpenSource Software und europäischer Dienste die sich dem Datenschutz gewidmet haben. Digitale Souveränität ist kein Luxus – sie ist die logische Antwort auf ein Überwachungssystem, das uns als Europäer ganz bewusst ohne jeden Rechtsschutz lässt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Brennan Center for Justice:</strong> „Section 702 of the Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA): A Resource Page" – https://www.brennancenter.org/our-work/research-reports/section-702-foreign-intelligence-surveillance-act-fisa-resource-page</li>



<li><strong>Electronic Frontier Foundation (EFF):</strong> „Upstream vs. PRISM" – https://www.eff.org/pages/upstream-prism</li>



<li><strong>Congressional Research Service:</strong> „FISA Section 702 and the 2024 Reforming Intelligence and Securing America Act" – https://www.congress.gov/crs-product/R48592</li>



<li><strong>EFF:</strong> „U.S. Senate and Biden Administration Shamefully Renew and Expand FISA Section 702" – https://www.eff.org/deeplinks/2024/04/us-senate-and-biden-administration-shamefully-renew-and-expand-fisa-section-702-0</li>



<li><strong>Center for Democracy and Technology (CDT):</strong> „Four Reasons FISA 702 Still Needs a Warrant Rule for US Person Queries" – https://cdt.org/insights/four-reasons-fisa-702-still-needs-a-warrant-rule-for-us-person-queries/</li>



<li><strong>Just Security:</strong> „Court Says Warrant Needed for U.S. Person Queries of FISA Section 702 Data" – https://www.justsecurity.org/106895/warrant-needed-fisa-section-702/</li>



<li><strong>Electronic Privacy Information Center (EPIC):</strong> „Reforming 702: End Warrantless Backdoor Searches" – https://epic.org/reforming-702-end-warrantless-backdoor-searches/</li>



<li><strong>Norton Rose Fulbright:</strong> „Schrems II landmark ruling: A detailed analysis" – https://www.nortonrosefulbright.com/en-us/knowledge/publications/ad5f304c/schrems-ii-landmark-ruling-a-detailed-analysis</li>



<li><strong>EPIC v. DOJ – PRISM:</strong> Hintergründe zum PRISM-Programm – https://epic.org/documents/epic-v-doj-prism/</li>



<li><strong>Cybersecurity Magazine:</strong> „FISA – A Catalyst for Europe's Cybersecurity Sovereignty" – https://cybersecurity-magazine.com/fisa-a-catalyst-for-europes-cybersecurity-sovereignty/</li>



<li><strong>Federalist Society:</strong> „Reforming Section 702: Should the FBI Require a Warrant?" – https://fedsoc.org/briefcase/reforming-section-702-should-the-fbi-require-a-warrant-to-search-its-database-for-the-communications-of-us-persons</li>



<li><strong>Information Technology Industry Council (ITI):</strong> „Expansion of FISA Electronic Communications Service Provider Definition Must Be Removed" – https://www.itic.org/news-events/techwonk-blog/expansion-of-fisa-electronic-communications-service-provider-definition-must-be-removed</li>



<li><strong>Fieldfisher:</strong> „US surveillance: s702 FISA, EO 12333, PRISM and UPSTREAM" – https://www.fieldfisher.com/en/insights/us-surveillance-s702-fisa-eo-12333-prism-and-ups</li>



<li><strong>State of Surveillance:</strong> „Section 702: The Law That Lets Feds Search Your Messages Without a Warrant" – https://stateofsurveillance.org/articles/government/section-702-fisa-warrantless-surveillance/</li>
</ol>
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		<title>Mehr Leistung bei wenig RAM: Swap &#038; zRAM unter Linux</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Optmierungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Linux-Nutzer auf älteren Geräten kennen eventuell das Problem: Der Rechner hat wenig Arbeitsspeicher (z. B. 4–8 GB), mehrere Programme laufen parallel, vielleicht sogar eine oder mehrere virtuelle Maschinen – und plötzlich wird...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Linux-Nutzer auf älteren Geräten kennen eventuell das Problem: Der Rechner hat wenig Arbeitsspeicher (z. B. 4–8 GB), mehrere Programme laufen parallel, vielleicht sogar eine oder mehrere virtuelle Maschinen – und plötzlich wird alles träge. Fenster reagieren verzögert, der Browser friert ein oder das System wirkt instabil. Später nach unmengen Ruckler meldet sich je nach Distribution, dass der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Linux_(Kernel)">Linux Kernel</a> diverse Programme beenden musste, da der <a href="https://yourdevice.ch/linux-mit-hoher-ram-auslastung-normal/" type="post" id="11936">Arbeitsspeicher</a> ausgegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: <strong>Linux bietet mit Swap und zRAM sehr effektive Werkzeuge</strong>, um genau solche Situationen deutlich zu entschärfen. Richtig eingerichtet sorgen sie dafür, dass das System stabil bleibt, weniger einfriert und sich insgesamt flüssiger anfühlt – selbst bei knappen RAM-Ressourcen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/swap_zram_title-1024x683.png" alt="" class="wp-image-19949" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/swap_zram_title-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/swap_zram_title-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/swap_zram_title-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/swap_zram_title-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/swap_zram_title.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dieses Tutorial erklärt:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>was Swap und zRAM sind</li>



<li>worin der Unterschied liegt</li>



<li>warum die Kombination sinnvoll ist</li>



<li>wie man beides korrekt einrichtet</li>



<li>wie man überprüft, ob alles richtig funktioniert</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ganze ist bewusst <strong>einsteigerfreundlich</strong>, aber technisch korrekt gehalten.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was ist Swap</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Swap</strong> ist Auslagerungsspeicher. Wenn der physische Arbeitsspeicher (RAM) knapp wird, kann Linux Speicherbereiche auf ein langsameres Medium auslagern – meist eine SSD oder HDD.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vorteile von Swap</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>verhindert Abstürze durch Speichermangel (OOM-Killer)</li>



<li>sorgt dafür, dass das System weiterläuft</li>



<li>ideal als Sicherheitsnetz</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Nachteile von Swap</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>deutlich langsamer als RAM</li>



<li>kann bei starker Nutzung zu Rucklern führen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Swap ist wichtig, aber <strong>allein nicht optimal für Performance</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist zRAM</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>zRAM</strong> ist komprimierter Arbeitsspeicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wird ein Teil des RAMs als komprimiertes Blockgerät genutzt. Daten werden also <strong>nicht auf die Festplatte</strong>, sondern <strong>komprimiert im RAM selbst</strong> abgelegt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vorteile von zRAM</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>extrem schnell (bleibt im RAM)</li>



<li>sehr gut komprimierbar (oft 1.5–2.5×)</li>



<li>ideal für inaktive Speicherbereiche</li>



<li>reduziert SSD-Swap massiv</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Nachteile von zRAM</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>benötigt etwas CPU-Leistung</li>



<li>kann keinen echten RAM ersetzen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">zRAM ist <strong>kein Ersatz für RAM</strong>, aber ein sehr effizienter Puffer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Swap UND zRAM kombinieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beste Lösung ist eine <strong>zweistufige Speicherstrategie</strong>:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>zRAM</strong> als schneller, komprimierter Zwischenspeicher</li>



<li><strong>klassischer Swap</strong> als Notfallreserve</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Linux nutzt automatisch zuerst den Swap mit der <strong>höheren Priorität</strong> – also zRAM – und greift nur im Ernstfall auf die SSD zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ergebnis:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>weniger Freezes</li>



<li>stabileres Multitasking</li>



<li>deutlich bessere Reaktionsfähigkeit</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 1: Vorhandenen Swap prüfen</h2>



<pre class="wp-block-code"><code>swapon --show</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">oder:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>free -h</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn kein Swap vorhanden ist oder ihr neu starten wollt, geht es weiter mit Schritt 2. Solltet ihr bereits eine Swap Partition haben, überspringt Schritt 2, und macht weiter mit Schritt 3.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 2: Swapfile anlegen (Beispiel: 4 GB)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gebt diese Befehle einzeln in die Konsole ein:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo fallocate -l 4G /swapfile
sudo chmod 600 /swapfile
sudo mkswap /swapfile
sudo swapon /swapfile</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Danach dauerhaft aktivieren in der <strong>fstab</strong> Datei:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/fstab</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Eintrag hinzufügen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>/swapfile none swap sw 0 0</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Speichern mit <strong>strg+o</strong> und beenden mit <strong>strg-x</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 3: zRAM installieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Ubuntu, KDE Neon und ähnlichen Debian Systemen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install zram-tools</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Konfiguration öffnen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/default/zramswap</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Empfohlene Grundeinstellung am Ende der Datei setzen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>ENABLED=true
PERCENT=40
PRIORITY=100</code></pre>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="728" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings-1024x728.png" alt="" class="wp-image-19950" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings-1024x728.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings-300x213.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings-768x546.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings-1536x1092.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings-500x355.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_zram_settings.png 1604w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Erklärung:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>PERCENT=40</strong> → 40 % des RAMs als zRAM</li>



<li><strong>PRIORITY=100</strong> → zRAM wird vor dem Swap genutzt</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dienst neu starten:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl restart zramswap</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 4: Swappiness sinnvoll setzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Swappiness steuert, wie früh Linux Swap nutzt, sollte der Arbeitspeicher eine bestimmte Auslastung erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Empfehlung für Desktop + wenig RAM:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo sysctl vm.swappiness=80</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Dauerhaft:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/sysctl.conf</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Eintrag:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>vm.swappiness=80</code></pre>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="728" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen-1024x728.png" alt="" class="wp-image-19947" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen-1024x728.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen-300x213.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen-768x546.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen-1536x1092.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen-500x355.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_swappiness_setzen.png 1604w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Danach die Einstellungen mit:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo sysctl -p</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">direkt aktivieren</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt 5: Überprüfen, ob alles korrekt läuft</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Swap-Status anzeigen</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>swapon --show</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Erwartetes Ergebnis:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>zRAM mit hoher Priorität</li>



<li>Swapfile mit niedriger Priorität</li>
</ul>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="728" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon-1024x728.png" alt="" class="wp-image-19948" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon-1024x728.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon-300x213.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon-768x546.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon-1536x1092.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon-500x355.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_show_swapon.png 1604w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><code>/dev/zram0</code></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>6 GB zRAM</strong> → passt zu <code>PERCENT=40</code></li>



<li><strong>PRIO 100</strong> → wird <strong>immer zuerst benutzt</strong></li>



<li><code>USED 0B</code> → aktuell genug RAM, kein Druck</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><code>/swapfile</code></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>4 GB SSD-Swap</strong></li>



<li><strong>PRIO -2</strong> → klassischer Fallback</li>



<li>wird <strong>erst benutzt</strong>, wenn zRAM voll ist</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Genau die richtige Reihenfolge</strong>, die Einstellungen sind korrekt gesetzt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Speicherverhalten beobachten</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>free -h</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">oder live:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>watch -n 1 swapon --show</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundes Verhalten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>zRAM wird genutzt</li>



<li>SSD-Swap bleibt möglichst leer</li>



<li>System bleibt bedienbar</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Typische Empfehlungen nach RAM-Größe</h2>



<h3 class="wp-block-heading">4–8 GB RAM</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>zRAM: 50 %</li>



<li>Swapfile: 2–4 GB</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">16 GB RAM</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>zRAM: 30–40 %</li>



<li>Swapfile: 4–8 GB</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">32 GB RAM</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>zRAM: optional</li>



<li>Swapfile: klein oder nur als Fallback</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Swap und zRAM sind <strong>keine Notlösungen</strong>, sondern bewusst entwickelte Werkzeuge im Linux-Kernel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Richtig kombiniert sorgen sie für:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>mehr Stabilität</li>



<li>weniger Einfrieren</li>



<li>bessere Alltagstauglichkeit</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade auf Systemen mit wenig RAM ist diese Konfiguration oft der <strong>größte Performance-Gewinn ohne neue Hardware</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn trotz zRAM und Swap dauerhaft alles ausgelastet ist, gilt trotzdem: Kein Tuning ersetzt fehlenden Arbeitsspeicher. Aber bis zu diesem Punkt holt diese Methode <strong>das Maximum aus eurem System heraus</strong>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ubuntu 22.04 auf 24.04 upgraden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Systemupdate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Gegensatz zu Debian bietet Ubuntu und Linux Mint einen grafischen Upgrade-Assistent. Es gibt aber auch eine Terminal-basierte Methode, die sauberer und zuverlässiger ist – besonders auf Servern. Dieser Artikel...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu Debian bietet Ubuntu und <a href="https://yourdevice.ch/so-upgradet-ihr-auf-linux-mint-22/" type="post" id="19873">Linux Mint</a> einen grafischen Upgrade-Assistent. Es gibt aber auch eine Terminal-basierte Methode, die sauberer und zuverlässiger ist – besonders auf Servern. Dieser Artikel zeigt beide Wege, damit ihr wählen könnt, was zu euch passt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="584" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04-1024x584.png" alt="" class="wp-image-20052" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04-1024x584.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04-300x171.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04-768x438.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04-1536x877.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04-500x285.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu24_04.png 1689w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Vorbereitung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sichert zunächst eure wichtigen Daten. Das sollte ohnehin regelmäßig geschehen, aber vor einem Major-Upgrade ist es besonders ratsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktualisiert das System auf den neuesten Stand, entweder über die integrierte Updateverwaltung:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="608" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung-1024x608.png" alt="" class="wp-image-20053" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung-1024x608.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung-768x456.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung-500x297.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_preaktualisierung.png 1460w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Oder über das Terminal mit den Befehlen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt update
sudo apt full-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Startet das System neu nachdem alles geupdated wurde.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo reboot</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Methode 1: GUI-Upgrader (Desktop)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet die Anwendung <strong>Software-Aktualisierung</strong> (oder <strong>Update Manager</strong>). Ubuntu sollte euch aber auch automatisch mitteilen, dass eine neue Version (24.04) verfügbar ist.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="606" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message-1024x606.png" alt="" class="wp-image-20054" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message-1024x606.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message-768x454.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message-500x296.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_message.png 1384w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Klickt auf <strong>System jetzt aktualisieren</strong> und folgt dem Assistent. Das System wird dann alle notwendigen Schritte automatisch ausführen. Das kann eine Weile dauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr nicht direkt informiert werdet, dass eine Systemaktualisierung bereit stellt, bekommt ihr die Meldung mit einem Klick auf die <strong>Aktuliasierungsverwaltung</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="705" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung-1024x705.png" alt="" class="wp-image-20055" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung-1024x705.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung-300x206.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung-768x528.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung-500x344.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_via_aktualisierungsverwaltung.png 1382w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Klickt in diesem Falle auf <strong>Aktualisieren...</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier bekommt die Veröffentlichungshinweise, lest diese durch, falls interessiert.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="705" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise-1024x705.png" alt="" class="wp-image-20056" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise-1024x705.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise-300x206.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise-768x528.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise-500x344.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_versionshinweise.png 1382w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Klickt als nächstes auf <strong>System aktualisieren</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das System beginnt mit den Vorbereitungen der Aktualisierung und leitet alle nötigen Schritte ein.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="705" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv-1024x705.png" alt="" class="wp-image-20057" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv-1024x705.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv-300x206.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv-768x528.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv-500x344.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_aktiv.png 1382w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Danach werdet ihr nochmals informiert, was alles geupdated wird, und danach gehts weiter mit der eigentlichen Aktualisierung:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="705" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos-1024x705.png" alt="" class="wp-image-20058" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos-1024x705.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos-300x206.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos-768x528.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos-500x344.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_infos.png 1382w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Während des Upgrades informiert euch Ubuntu, das einige Pakete, hier zum Beispiel Thunderbird zukünftig nur noch als Snap Paket erhältlich ist, und zwingt euch unfreiweilig in ihr <a href="https://yourdevice.ch/warum-ich-ubuntu-nicht-mehr-empfehlen-kann/" type="post" id="12881">proprietäres Snap Ökosystem</a>. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="754" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung-1024x754.png" alt="" class="wp-image-20059" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung-1024x754.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung-300x221.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung-768x565.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung-500x368.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_snap_meldung.png 1076w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Bestätigt mit <strong>Weiter</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr individuelle Konfigurationen an bestimmten Systemdateien getätigt habt, wird Ubuntu euch fragen, was mit diesen geschehen soll:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="689" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen-1024x689.png" alt="" class="wp-image-20063" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen-1024x689.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen-300x202.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen-768x517.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen-500x336.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_konfigurationen_uebernehmen.png 1472w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Klickt auf <strong>Beibehalten</strong>, wenn ihr individuelle Konfigurationen übernehmen wollt, oder <strong>Ersetzen</strong> falls ihr nie was an diesen Dateien verändert habt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschliessend werdet ihr gefragt, ob ihr die veralteten Pakete entfernen wollt, der Ordnung halber <strong>entfernt</strong> ihr diese natürlich. Falls eurer Rechner nicht von 2005 sein sollte, geht das natürlich nicht mehrere Stunden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="676" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen-1024x676.png" alt="" class="wp-image-20064" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen-1024x676.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen-300x198.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen-768x507.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen-500x330.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/ubuntu_upgrade_veraltete_pakete_entfernen.png 1336w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Upgrade startet ihr System neu und ihr seid nun auf Ubuntu 24.04 LTS.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Methode 2: Terminal mit do-release-upgrade</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Methode ist für diejenigen, die gerne im Terminal arbeiten oder die Kenntnisse darin vertiefen möchten. Sie funktioniert sowohl auf Desktop- als auch auf Server-Systemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet ein Terminal und gebt Folgendes ein:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo do-release-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das System prüft automatisch, ob ein Upgrade verfügbar ist. Wenn ja, werden euch die Changelog und Upgrade-Details angezeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bestätigt mit <strong>y</strong> (yes), um fortzufahren:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>Do you want to start the upgrade? &#91;Y/n]</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das Upgrade lädt nun Pakete herunter und aktualisiert sie. Bei Rückfragen zu Konfigurationsdateien (z.B. von SSH oder anderen Services) werden euch Optionen angeboten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>keep</strong> – Behaltet eure aktuelle Konfiguration</li>



<li><strong>install</strong> – Nutzt die neue Konfiguration von Ubuntu</li>



<li><strong>see diff</strong> – Zeigt die Unterschiede an</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für die meisten Nutzer ist es sicher, <strong>keep</strong> (<strong>N</strong>) zu wählen, wenn ihr Anpassungen gemacht habt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="624" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-1024x624.png" alt="" class="wp-image-19909" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-1024x624.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-300x183.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-768x468.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-1536x936.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-500x305.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config.png 1644w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nach Abschluss werden alte, nicht mehr benötigte Pakete entfernt. Das System fordert euch auf, neu zu starten:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo reboot</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Neustart seid ihr auf Ubuntu 24.04.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Überprüfung nach dem Upgrade</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Prüft die Ubuntu-Version:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>lsb_release -a</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das sollte anzeigen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>Release: 24.04
Codename: noble</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Bereinigt noch alte Paketdateien:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt autoremove
sudo apt autoclean</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Troubleshooting: Was kann schiefgehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>do-release-upgrade findet keine neue Version</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das passiert, wenn das System nicht auf dem neuesten Stand ist. Versucht:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo do-release-upgrade -d</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das <code>-d</code> erzwingt das Upgrade auf die nächste verfügbare Version.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls immer noch nichts passiert, prüft eure Repositories:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>cat /etc/apt/sources.list</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Achtet darauf, dass keine exotischen PPAs (Personal Package Archives) aktiviert sind, die das Upgrade blockieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paketkonflikte während des Upgrades</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Terminal zeigt euch dann eine Frage zu Konfigurationsdateien. Nutzt <code>see diff</code>, um zu prüfen, was sich ändert. Im Zweifel: <strong>keep</strong> (<strong>N</strong>) wählen, um eure Einstellungen zu behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das System bricht während des Upgrades ab</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls das Internet unterbricht oder etwas anderes schiefgeht, könnt ihr das Upgrade fortsetzen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo do-release-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das erkennt den unvollendeten Prozess und setzt fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Abhängigkeitsprobleme nach dem Upgrade</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls das System nicht vollständig aktualisiert wurde, versucht:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install -f
sudo apt full-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das <code>-f</code> repariert unterbrochene Installationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PPAs verursachen Probleme</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal blockieren externe PPAs (z.B. für proprietary Software) das Upgrade. Ihr könnt sie deaktivieren:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo add-apt-repository --remove ppa:paketname/ppa</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Oder alle auf einmal mit <code>ppa-purge</code>:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install ppa-purge
sudo ppa-purge ppa:paketname/ppa</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Entfernen könnt ihr es erneut versuchen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo do-release-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Desktop-Umgebung (GNOME/KDE) funktioniert nicht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls euer Desktop nach dem Upgrade nicht mehr startet, versucht:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install --reinstall ubuntu-desktop
# oder für KDE:
sudo apt install --reinstall kubuntu-desktop</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Meldet euch ab, wählt beim Login die richtige Umgebung und meldet euch wieder an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Netzwerk funktioniert nach dem Upgrade nicht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist selten, kann aber passieren. Prüft die Netzwerk-Manager-Konfiguration:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl restart networking</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Oder für systemd-based Systeme:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo systemctl restart systemd-networkd</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Upgrade von 22.04 auf 24.04 ist ein relativ unkomplizierter Prozess. Nutzt die Terminal-Methode mit <code>do-release-upgrade</code> – sie ist transparenter, zuverlässiger und funktioniert überall gleich gut, ob auf Desktop oder Server. Mit etwas Geduld und den richtigen Antworten zu Konfigurationsfragen ist das System schnell auf dem neuesten Stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Erfolg beim Upgrade!</p>
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		<title>Immich – Private Foto- &#038; Video-Cloud</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 10:14:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[free services]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Private Foto- &#038; Video-Cloud</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>🔗 <a href="https://immich.yourdevice.ch">https://immich.yourdevice.ch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <strong>Immich</strong> steht dir ab sofort ein moderner, leistungsfähiger und <strong>datenschutzfreundlicher Foto- und Video-Dienst</strong> zur Verfügung. Der Service richtet sich an alle, die ihre Erinnerungen sicher speichern, komfortabel verwalten und jederzeit abrufen möchten – <strong>ohne Abhängigkeit von kommerziellen Cloud-Anbietern</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu bekannten Plattformen wie Google Photos oder iCloud bleibt bei Immich <strong>die volle Kontrolle über deine Daten erhalten</strong>. Es gibt kein Tracking, keine Profilbildung, keine Weitergabe an Werbenetzwerke. Deine Fotos und Videos werden ausschließlich innerhalb dieses Dienstes verarbeitet.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">📸 Automatische Backups von Smartphone &amp; Desktop</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Immich bietet <strong>mobile Apps für Android und iOS</strong>, mit denen Fotos und Videos automatisch gesichert werden können. Neue Aufnahmen landen zuverlässig im persönlichen Archiv, ohne manuelles Hochladen oder komplizierte Workflows.<br>Zusätzlich steht eine <strong>Weboberfläche</strong> zur Verfügung, über die du deine Mediensammlung bequem vom Desktop aus verwalten kannst.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">🗂️ Übersichtliche Organisation &amp; intelligente Suche</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Medien werden automatisch nach <strong>Datum, Aufnahmezeit und Metadaten</strong> sortiert. Große Sammlungen bleiben übersichtlich, auch über Jahre hinweg.<br>Dank integrierter Analysefunktionen kannst du deine Fotos und Videos gezielt durchsuchen – etwa nach Motiven, Orten oder Personen – ohne dass Inhalte an externe Dienste gesendet werden.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">👥 Alben &amp; Teilen – kontrolliert und bewusst</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Du kannst Alben erstellen und gezielt freigeben, etwa für Familie oder Freunde. Dabei behältst du jederzeit die Kontrolle darüber, <strong>wer was sehen darf</strong>. Keine öffentlichen Profile, keine unfreiwillige Sichtbarkeit, kein algorithmisches Ranking.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">🔐 Datenschutz als Grundprinzip</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Immich ist konsequent auf Privatsphäre ausgelegt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>kein Zwang zu externen Accounts</li>



<li>kein Tracking durch Drittanbieter</li>



<li>keine Werbung</li>



<li>keine Analyse zu Marketingzwecken</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dienst eignet sich besonders für Nutzer, die ihre persönlichen Erinnerungen <strong>nicht an große Konzerne auslagern</strong> möchten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">🌍 Zugriff von überall</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ob Smartphone, Tablet oder Desktop – deine Fotos und Videos sind jederzeit verfügbar. Die Oberfläche ist modern, schnell und auf den täglichen Gebrauch ausgelegt, auch bei sehr großen Mediensammlungen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">✅ Für wen ist Immich gedacht?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>für alle, die ihre Fotos sicher und langfristig speichern möchten</li>



<li>für Familien mit gemeinsamen Fotoalben</li>



<li>für datenschutzbewusste Nutzer</li>



<li>für alle, die eine echte Alternative zu kommerziellen Cloud-Galerien suchen</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">3GB Speicher Gratis für alle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deine persönliche Fotocloud bietet dir 3GB Speicher für deine Fotos und Videos.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wanderer – Outdoor-Trail-Hub</title>
		<link>https://yourdevice.ch/wanderer-outdoor-trail-hub/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 08:33:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[free services]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wandern, Trailen und Biken - zeigt eure Touren und teilt diese mit gleichgesinnten!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mit <strong><a href="https://wanderer.yourdevice.ch">wanderer.yourdevice.ch</a></strong> bieten wir euch einen modernen, datenschutzfreundlichen Trail- und Outdoor-Service für Wanderlustige, Trekker und Naturentdecker! Wanderer ist eine Plattform, auf der du <strong>Deine Wanderungen, Routen und Outdoor-Erlebnisse</strong> digital erfassen, durchsuchen und mit anderen teilen kannst – ohne Werbung, Tracking oder externe Datensammler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wanderer ist ein <strong>offenes, leistungsfähiges Tool</strong>, mit dem du deine Aktivitäten rund um Trails, Pfade und Outdoor-Abenteuer zentral verwaltest. Die Oberfläche ist intuitiv gestaltet, sodass sowohl Hobby-Wanderer als auch erfahrene Outdoor-Communities ihre Touren einfach dokumentieren und planen können. (<a href="https://wanderer.to/welcome?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">🧭 <strong>Was du mit Wanderer machen kannst</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>📍 <strong>GPS-Tracks hochladen</strong> – Lade GPX- oder TCX-Dateien hoch und speichere deine aufgezeichneten Wanderungen inklusive aller relevanten Infos wie Distanz, Höhenmeter oder Dauer. (<a href="https://wanderer.to/welcome?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</li>



<li>🗺️ <strong>Routen erstellen &amp; planen</strong> – Zeichne neue Trails direkt auf der Karte oder nutze moderne Routing-Tools zur Planung deiner nächsten Strecke. (<a href="https://www.wanderer.to/use/create-a-trail/?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</li>



<li>📋 <strong>Metadaten hinzufügen</strong> – Ergänze Beschreibungen, Schwierigkeitsgrad, Geländeart, Tags oder Regionen zu deinen Trails für bessere Übersicht und Suche. (<a href="https://wanderer.to/welcome?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</li>



<li>🔍 <strong>Trail-Sammlung durchsuchen</strong> – Organisiere, filtere und finde Routen schnell über Suchfunktionen und Kategorien. (<a href="https://wanderer.to/welcome?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</li>



<li>🌄 <strong>Fotos &amp; Erinnerungen integrieren</strong> – Mache deine Trails lebendig mit Fotos, Notizen oder Wegpunkten. (<a href="https://www.wanderer.to/use/create-a-trail/?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">🤝 <strong>Soziale Funktionen &amp; Fediverse-Integration</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wanderer bietet optionale soziale Features, damit du dich mit anderen Entdeckern vernetzen kannst. Du kannst:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>🌐 <strong>anderen Nutzern folgen</strong></li>



<li>❤️ <strong>Trails liken</strong></li>



<li>💬 <strong>Kommentare hinterlassen</strong></li>



<li>📬 <strong>Benachrichtigungen erhalten</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dank Federation (über ActivityPub) ist Wanderer außerdem kompatibel mit anderen föderierten Plattformen, sodass Interaktionen über Instanzgrenzen hinweg möglich sind – für eine vernetzte Outdoor-Community. (<a href="https://wanderer.to/use/community-interaction/?utm_source=chatgpt.com">wanderer Documentation</a>)</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">💡 <strong>Warum Wanderer nutzen?</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>🏞️ <strong>Ideal für Outdoor-Fans</strong> – perfekt für Wanderer, Trailrunner, Radfahrer oder alle, die draußen aktiv sind.</li>



<li>🔐 <strong>Datenschutz steht im Mittelpunkt</strong> – keine Werbung, kein Tracking, keine Weitergabe deiner Daten.</li>



<li>🌍 <strong>Einfache Nutzung</strong> – intuitiv bedienbar auf Desktop wie Mobilgeräten.</li>



<li>📈 <strong>Deine Abenteuer, dein Archiv</strong> – alles an einem Ort, übersichtlich gespeichert und leicht zugänglich.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <strong>Wanderer</strong> geben wir dir ein mächtiges Werkzeug an die Hand, um deine Outdoor-Erlebnisse zu planen, zu archivieren und mit anderen Abenteurern zu teilen – datenschutzfreundlich, frei und ohne externe Datenkraken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Probier es aus: ➜ <strong><a href="https://wanderer.yourdevice.ch">wanderer.yourdevice.ch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Debian 12 Bookworm auf Trixie 13 upgraden</title>
		<link>https://yourdevice.ch/debian-12-bookworm-auf-trixie-13-upgraden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Distributionen]]></category>
		<category><![CDATA[Systemupdate]]></category>
		<category><![CDATA[Updates]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Gegensatz zu Linux Mint oder anderen Distributionen bietet Debian keinen grafischen Upgrader für Major-Version-Updates. Das mag zunächst abschreckend wirken, ist aber kein Problem – mit ein paar Terminal-Befehlen und...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu Linux Mint oder anderen Distributionen bietet Debian keinen grafischen Upgrader für Major-Version-Updates. Das mag zunächst abschreckend wirken, ist aber kein Problem – mit ein paar Terminal-Befehlen und dem Austausch der Repository-Einträge ist das Upgrade schnell erledigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian13-1024x576-568039962.jpg" alt="" class="wp-image-19906" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian13-1024x576-568039962.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian13-1024x576-568039962-300x169.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian13-1024x576-568039962-768x432.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian13-1024x576-568039962-500x281.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbereitung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ihr startet, macht eine Sicherung eurer wichtigen Daten. Das sollte ohnehin regelmäßig geschehen, aber vor einem Major-Upgrade ist es besonders ratsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktualisiert zunächst das System auf den neuesten Stand von Bookworm:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt update
sudo apt full-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen Befehlen kann es nötig sein, den Rechner neuzustarten – befolgt die Aufforderungen des Systems.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Repository-Quellen anpassen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Herzstück des Upgrades: Ihr müsst alle Verweise auf „<strong>bookworm</strong>" in eurer apt-Quellenliste in „trixie" umwandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet die Datei mit einem Editor eurer Wahl:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo nano /etc/apt/sources.list
</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">(Alternativ geht auch <code>sudo vi /etc/apt/sources.list</code> oder ein anderer Editor.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sucht nach Zeilen, die „<strong>bookworm</strong>" enthalten, und ersetzt diesen Begriff durch „trixie". Typischerweise sieht es vorher so aus:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>deb http://deb.debian.org/debian bookworm main contrib non-free-firmware
deb-src http://deb.debian.org/debian bookworm main contrib non-free-firmware
deb http://security.debian.org/debian-security bookworm-security main contrib non-free-firmware
deb-src http://security.debian.org/debian-security bookworm-security main contrib non-free-firmware
</code></pre>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="570" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists-1024x570.png" alt="" class="wp-image-19907" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists-1024x570.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists-300x167.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists-768x428.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists-1536x856.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists-500x279.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_bookworm_lists.png 1628w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Danach sollte es so aussehen:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>deb http://deb.debian.org/debian trixie main contrib non-free-firmware
deb-src http://deb.debian.org/debian trixie main contrib non-free-firmware
deb http://security.debian.org/debian-security trixie-security main contrib non-free-firmware
deb-src http://security.debian.org/debian-security trixie-security main contrib non-free-firmware
</code></pre>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="570" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists-1024x570.png" alt="" class="wp-image-19908" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists-1024x570.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists-300x167.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists-768x428.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists-1536x856.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists-500x279.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/debian_trixie_lists.png 1628w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Speichert die Datei (in nano: Strg+O, Enter, dann Strg+X).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prüft auch, ob weitere sources-Listen vorhanden sind:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>ls -la /etc/apt/sources.list.d/</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn dort .list oder .sources-Dateien sind, müsst ihr auch dort „bookworm" durch „trixie" ersetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das eigentliche Upgrade</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt aktualisiert die Paketlisten:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt update</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Führt einen Testlauf durch, um zu sehen, welche Pakete aktualisiert werden:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt full-upgrade --dry-run</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn alles gut aussieht, startet das echte Upgrade:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt full-upgrade</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann eine Weile dauern. Der Prozess lädt große Mengen an Daten herunter und aktualisiert hunderte von Paketen. Bei Rückfragen des Systems (z.B. zu Konfigurationsdateien) empfiehlt es sich, die Standardoptionen zu wählen, außer ihr habt spezifische Änderungen an Dateien vorgenommen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1644" height="1002" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config.png" alt="" class="wp-image-19909" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config.png 1644w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-300x183.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-1024x624.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-768x468.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-1536x936.png 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/choose_original_config-500x305.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1644px) 100vw, 1644px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Wählt hier einfach immer <strong>N</strong> (keep your currently-installed version), und bestätigt mit <strong>Enter</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach dem Upgrade</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Startet den Rechner neu:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo reboot</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Prüft nach dem Start, dass alles lädt:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>uname -r</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das sollte euch einen Kernel mit „trixie" anzeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereinigt alte Pakete:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt autoremove
sudo apt autoclean</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Troubleshooting: Was kann schiefgehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paketkonflikte während des Upgrades</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal zeigt apt an, dass Pakete nicht installiert werden können, weil Abhängigkeiten fehlen. Versucht in diesem Fall:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt --fix-broken install</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Oder wartet mit dem Upgrade auf ein bestimmtes Paket, bis Abhängigkeiten geklärt sind. Das ist selten nötig, kommt aber vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Unmet dependencies" Fehlermeldung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls apt weigert sich weiterzumachen, versucht:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install -f</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Das versucht, fehlende Abhängigkeiten automatisch zu beheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einzelne Pakete verursachen Probleme</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In seltenen Fällen kann ein einzelnes Paket das Upgrade blockieren. Ihr könnt es temporär „halten", bis der Rest aktualisiert ist:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt-mark hold paketname</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Und später wieder freigeben:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt-mark unhold paketname</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das System startet nicht nach dem Upgrade</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist sehr selten. Falls es passiert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Startet von einem Debian Live USB</li>



<li>Mounted die Root-Partition</li>



<li>Repariert GRUB mit <code>sudo grub-install /dev/sda</code> (oder eure entsprechende Festplatte)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Desktop-Umgebung ist kaputt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls X11 oder euer Desktop nicht mehr startet, versucht:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install --reinstall xserver-xorg</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Oder, wenn ihr GNOME/KDE nutzt:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install --reinstall gnome-shell
# oder
sudo apt install --reinstall kde-full</code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Upgrade von Bookworm auf Trixie ist ein geradliniger Prozess, wenn ihr die Repositories korrekt austauscht. Mit ein paar Terminal-Befehlen und etwas Geduld ist das System schnell auf dem neuesten Stand. Die fehlende GUI ist kein Hindernis – im Gegenteil: Ihr habt volle Kontrolle über den Prozess und könnt jederzeit sehen, was passiert.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Erfolg beim Upgrade!</p>
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		<title>So upgradet ihr auf Linux Mint 22</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Distributionen]]></category>
		<category><![CDATA[Systemupdate]]></category>
		<category><![CDATA[Updates]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele von euch sind wahrscheinlich noch mit Mint 21.3 unterwegs, und trauen sich nicht, ein Systemupgrade durchzuführen. Das Upgrade auf Linux Mint 22 birgt ein paar Stolpersteine, deshalb zeigen wir...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Viele von euch sind wahrscheinlich noch mit Mint 21.3 unterwegs, und trauen sich nicht, ein Systemupgrade durchzuführen. Das Upgrade auf Linux Mint 22 birgt ein paar Stolpersteine, deshalb zeigen wir euch, wie ihr alles richtig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt die entsprechenden Schritte je nach eurer aktuellen Mint-Version und Anforderung befolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Leitfaden wurde mit den Schritten zum Upgrade auf Linux Mint 22 von Mint 21.3 erstellt. Linux Mint hat ein GUI-Programm zum Upgrade auf die neueste Version.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="634" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_mint_upragde_22_title.jpg" alt="" class="wp-image-19892" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_mint_upragde_22_title.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_mint_upragde_22_title-300x186.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_mint_upragde_22_title-768x476.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_mint_upragde_22_title-500x310.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die gleichen Schritte gelten im übrigen für Benutzer, die von Mint 20.3 auf Mint 21 upgraden möchten (welches bis 2025 unterstützt wird).</p>





<h2 class="wp-block-heading" id="things-to-know-before-you-upgrade-to-linux-mint-22">Das solltet ihr vor dem Upgrade auf Linux Mint 22 wissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ihr zu Linux Mint 22 upgraded, solltet ihr Folgendes beachten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Benötigt ihr das Upgrade wirklich? Linux Mint 21.x wird noch bis 2027 unterstützt.</li>



<li>Ihr benötigt eine gute Internetverbindung, um Updates von über 1 GB herunterzuladen.</li>



<li>Das Upgrade kann basierend auf eurer Internetgeschwindigkeit einige Stunden dauern. Ihr müsst geduldig sein.</li>



<li>Es ist eine gute Idee, einen Live-USB von Linux Mint 22 zu erstellen und ihn in einer Live-Sitzung auszuprobieren, um zu sehen, ob er mit eurer Hardware kompatibel ist und alles bestens funktioniert. In der Regel wird ältere Hardware mit neueren Mint Versionen noch besser unterstützt.</li>



<li>Obwohl Upgrades meist sicher sind, sind sie nicht immer zu 100% fehlerfrei. Ihr solltet System-Snapshots und angemessene Sicherungen haben.</li>



<li>Ihr könnt nur von Linux Mint 21.3 Cinnamon, Xfce und MATE zu Linux Mint 22 upgraden. Überprüft zuerst eure Linux-Mint-Version. Wenn ihr Linux Mint 21.2 oder 21.1 verwendet, müsst ihr zuerst vom Update Manager auf 21.3 upgraden. Wenn ihr Linux Mint 20 verwendet, rate ich euch, eine Neuinstallation durchzuführen, anstatt auf mehrere Mint-Versionen zu upgraden.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="things-to-know-before-you-upgrade-to-linux-mint-22">Sobald ihr wisst, was ihr tun werdet, schauen wir uns an, wie ihr zu Linux Mint 22 upgraded.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="upgrading-to-linux-mint-22-from-213">Upgrade auf Linux Mint 22 von 21.3</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Überprüft eure Linux-Mint-Version und stellt sicher, dass ihr Mint 21.3 verwendet.</p>



<pre class="wp-block-code"><code>lsb_release -a</code></pre>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_release.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="962" height="309" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_release.png" alt="" class="wp-image-19875" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_release.png 962w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_release-300x96.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_release-768x247.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_release-500x161.png 500w" sizes="auto, (max-width: 962px) 100vw, 962px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt nicht von Mint 21.1 oder 21.2 zu Mint 22 upgraden. Stellt sicher, dass ihr das System <strong>auf Mint 21.3 aktualisiert habt</strong>, bevor ihr euch an das Upgrade macht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 1: Aktualisiert euer System durch Installation aller verfügbaren Updates</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Startet als erstes den Update Manager mit Menu → sucht nach <strong>Update</strong> → geht auf die <strong>Aktualisierungsverwaltung</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_aktualisierungsverwaltung.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="862" height="572" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_aktualisierungsverwaltung.png" alt="" class="wp-image-19876" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_aktualisierungsverwaltung.png 862w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_aktualisierungsverwaltung-300x199.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_aktualisierungsverwaltung-768x510.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_aktualisierungsverwaltung-500x332.png 500w" sizes="auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Überprüft, ob Package-Updates verfügbar sind. Wenn ja, installiert zuerst alle Software-Updates.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meldung „<strong>Euer System ist aktuell</strong>" wird im Software-Manager angezeigt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_alles_uptodate.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="752" height="593" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_alles_uptodate.png" alt="" class="wp-image-19877" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_alles_uptodate.png 752w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_alles_uptodate-300x237.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_alles_uptodate-500x394.png 500w" sizes="auto, (max-width: 752px) 100vw, 752px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt auch diesen Befehl im Terminal für diesen Schritt verwenden:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt update &amp;&amp; sudo apt upgrade -y</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Führt auf jeden Fall ein Neustart des System durchs sobald ihr alles geupdated habt.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="step-2-make-a-backup-of-your-files-on-an-external-disk-optional-yet-recommended">Schritt 2: Erstellt eine Sicherung eurer Dateien auf einer externen Festplatte (Optional, aber empfohlen)</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/systemwiederherstellung-unter-linux-mit-timeshift/" type="post" id="11695">Timeshift</a> ist ein gutes Programm zum Erstellen von System-Snapshots, aber es ist nicht das unkomplizierteste Programm für eure Dokumente, Bilder und andere persönliche Dateien, wenn man mal schnell ein Backup durchführen will. Ich rate euch, eine Timeshift Sicherung, oder eine manuelle Sicherung auf einer externen Festplatte zu erstellen. Dies dient einfach der Datensicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich sage, eine Sicherung auf einer externen Festplatte zu erstellen, meine ich einfach, eure Ordner Bilder, Dokumente, Downloads und Videos auf einen externen USB-Stick zu kopieren und einzufügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="step-2-make-a-backup-of-your-files-on-an-external-disk-optional-yet-recommended">Wenn ihr keine Festplatte dieser Größe habt, kopiert zumindest die wichtigsten Dateien, auf die ihr nicht verzichten könnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 3: Installiert das Upgrade-Programm</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, da euer System aktualisiert ist, seid ihr bereit, zu Linux Mint 22 zu upgraden. Das Linux-Mint-Team stellt ein GUI-Programm namens <code>mintupgrade</code> zum Upgrade von Linux Mint 21.3 auf Linux Mint 22 zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt dieses Programm mit dem folgenden Befehl installieren:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo apt install mintupgrade</code></pre>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 4: Startet das GUI-Programm vom Terminal</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt das neue GUI-Programm nicht im App-Menü aufgelistet finden. Zum Starten müsst ihr den folgenden Befehl im Terminal eingeben:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo mintupgrade</code></pre>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1096" height="764" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde.png" alt="" class="wp-image-19879" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde.png 1096w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde-300x209.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde-1024x714.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde-768x535.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/install_and_run_mintupragde-500x349.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1096px) 100vw, 1096px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Dieses einfache, aber umfassende Programm führt euch durch den Upgrade-Prozess.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="612" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade-1024x612.png" alt="" class="wp-image-19880" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade-1024x612.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade-300x179.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade-768x459.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade-500x299.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/start_mintupgrade.png 1064w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Es wird euch fragen, ob es eine Reihe von Tests durchführen darf, um euren Computer auf ein Upgrade vorzubereiten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="606" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks-1024x606.png" alt="" class="wp-image-19881" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks-1024x606.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks-768x455.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks-500x296.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_prechecks.png 1066w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Eine Reihe von Tests wird durchgeführt, um den Computer auf das Upgrade vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen Anfangstests werden euch Timeshift-Sicherungen angefordert. Wenn ihr bereits eine Sicherung erstellt habt, seid ihr bereit.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="606" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement-1024x606.png" alt="" class="wp-image-19882" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement-1024x606.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement-768x455.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement-500x296.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_timeshift_requirement.png 1066w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Klickt auf Beheben, um ein aktuelles <a href="https://yourdevice.ch/systemwiederherstellung-unter-linux-mit-timeshift/" type="post" id="11695">Timeshift Backup</a> anzulegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr das Upgrade auf einer VM oder ähnlichem testet, benötigt ihr möglicherweise nicht den Timeshift-Snapshot. Klickt in diesem Fall auf das Hamburger-Menü oben rechts und wählt Einstellungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im den Einstellungen der Aktualisierung <strong>oben rechts im Burgermenu</strong>, könnt ihr die Anforderung für Timeshift-Sicherung deaktivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Fällen solltet ihr das nicht tun. Eine aktive Sicherung ist während solcher Versionsupgrades notwendig.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="606" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1-1024x606.png" alt="" class="wp-image-19884" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1-1024x606.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1-768x455.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1-500x296.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_remove_backup_requirement-1.png 1066w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die meissten PPAs sind bereits für Ubuntu 24.04, und damit für Mint 22, verfügbar. Aber wenn ein PPA oder Repository für die neue Version nicht verfügbar ist, könnte dies den Upgrade-Prozess mit fehlerhaften Abhängigkeiten beeinflussen. Dies wird euch im Upgrade-Programm mitgeteilt. Dies wird aber zum heutigen Zeitpunkt eher weniger der Fall sein, da Linux Mint 22 bereits einige Zeit verfügbar ist. Trotzdem gehen wir auf die Fehlerbehebung während des Update Prozesses ein!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="625" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas-1024x625.png" alt="" class="wp-image-19885" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas-1024x625.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas-300x183.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas-768x469.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas-500x305.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_nicht_kompatible_ppas.png 1431w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: itsfoss.com</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Hier zum Beispiel ist das Vim-PPA ist für Mint 22 nicht verfügbar</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Beispiel habe ich die neueste Version von Vim über PPA verwendet. Dasselbe PPA wird nur bis Ubuntu Jammy Jellyfish (22.04) unterstützt, daher der Fehler, da Linux Mint 22 auf Noble Numbat (24.04) basiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klickt auf Korrigieren und euch wird die Möglichkeit gegeben, die PPAs über Softwarequellen im Upgrade-Programm zu deaktivieren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="441" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren-1024x441.png" alt="" class="wp-image-19886" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren-1024x441.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren-300x129.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren-768x331.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren-500x215.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_vim_ppa_deaktivieren.png 1428w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: itsfoss.com</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Da das PPA deaktiviert ist, wird das Paket „<strong>fremd</strong>", da die verfügbare Version aus dem Repository nicht mit den Versionen aus den Mint-Repositories übereinstimmt. Daher müsst ihr die Pakete auf eine Version herabstufen, die im Repository verfügbar ist. Klickt hier einfach auf <strong>Reparieren</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="627" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories-1024x627.png" alt="" class="wp-image-19887" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories-1024x627.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories-300x184.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories-768x471.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories-500x306.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_fix_repositories.png 1428w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: itsfoss.com</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jetzt beginnt Phase zwei. Hier werden nach einem Klick auf OK einige Tests durchgeführt und Pakete heruntergeladen.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="610" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2-1024x610.png" alt="" class="wp-image-19888" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2-1024x610.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2-300x179.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2-768x457.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2-500x298.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_phase2.png 1068w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Das Upgrade-Programm listet nun die Änderungen auf, die durchgeführt werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Änderungen, die durchgeführt werden müssen, sind aufgelistet.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="602" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten-1024x602.png" alt="" class="wp-image-19889" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten-1024x602.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten-300x177.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten-768x452.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten-500x294.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_simulation_starten.png 1064w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nach Bestätigung mit <strong>OK</strong> wird das Programm mit dem Download der Pakete beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Phase drei: nach einem Klick auf OK wird mit dem Upgrade der Pakete begonnen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr auf <strong>OK</strong> klickt, beginnt also das eigentliche Upgrade der Pakete.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="602" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages-1024x602.png" alt="" class="wp-image-19890" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages-1024x602.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages-300x177.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages-768x452.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages-500x294.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_download_packages.png 1064w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das System wird aktualisiert. Der Prozess dauert einige Zeit.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Fällen müssen während der Installation weitere Pakete herabgestuft werden, um Konflikte zu vermeiden. Klickt auf <strong>Beheben</strong>, um fortzufahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr Pakete müssen herabgestuft werden, um den Upgrade-Prozess fortzusetzen</strong>:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="609" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1-1024x609.png" alt="" class="wp-image-19893" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1-1024x609.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1-768x457.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1-500x297.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_more_orphan_packages-1.png 1071w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Dies entfernt die weiteren inkompatiblen Pakete.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="609" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages-1024x609.png" alt="" class="wp-image-19894" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages-1024x609.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages-768x457.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages-500x297.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_removing_orphan_packages.png 1071w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nach Abschluss geht ihr zur Finalisierungsphase über.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach erhaltet ihr eine Benachrichtigung, dass das Upgrade abgeschlossen wurde.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="609" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful-1024x609.png" alt="" class="wp-image-19895" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful-1024x609.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful-300x178.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful-768x457.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful-500x297.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/mint_upgrade_sucessful.png 1071w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Schließt das Upgrade-Programm und startet euer System neu, damit das Update wirksam wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Neustart seid ihr im neuen Linux Mint 22 🎉</p>



<h2 class="wp-block-heading">Seid ihr auf Linux Mint 22 umgestiegen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Upgrade auf Mint 22 ist genauso einfach wie auf die vorherige Version. Und es wird nur noch besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr euch immer noch nicht entscheiden könnt, möchtet ihr vielleicht unsere Linux-Mint-22-Rezension vor dem Upgrade lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, ihr findet das Anleitung hilfreich. Seid ihr auf Linux Mint 21 umgestiegen oder habt ihr euch für eine Neuinstallation entschieden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr auf Probleme stoßt oder weitere Hilfe zum Upgrade-Prozess benötigt, könnt ihr gerne eine Frage im Kommentarbereich stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Credits</strong>: <a href="https://itsfoss.com/">itsfoss.com</a>. Die Bilder mit dem schwarzen Hintergrund stammen von itsfoss.com da bei mir keine Fehler beim Updateprozess aufgetreten sind. Der Vollständigkeit halber, wollte ich diese Schritte aber inkludieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>AdventureLog – Reisen &#038; Erlebnisse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 07:48:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[free services]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Reisen und Länderbesuche dokumentieren und teilen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mit <strong>AdventureLog</strong> bieten wir dir einen neuen <strong>datenschutzfreundlichen Online-Dienst</strong>, mit dem du deine Reisen, Ausflüge und Abenteuer komfortabel festhalten und planen kannst – <strong>ohne Tracking, ohne Werbung und ohne Weitergabe deiner Daten</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">AdventureLog ist eine moderne Plattform, um <strong>besuchte Orte, geplante Reisen und persönliche Erlebnisse</strong> übersichtlich zu organisieren. Alles passiert auf unserer eigenen Infrastruktur und unterliegt denselben Datenschutz-Grundsätzen wie unsere übrigen Dienste.</p>



<h3 class="wp-block-heading">✈️ Was kannst du mit AdventureLog machen?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>📍 <strong>Reisen und Orte dokumentieren</strong><br>Halte fest, wo du warst, wann du dort warst und was du erlebt hast – inklusive Notizen, Bewertungen und persönlichen Eindrücken.</li>



<li>🗺️ <strong>Interaktive Kartenansicht</strong><br>Deine Abenteuer werden übersichtlich auf einer Weltkarte dargestellt – ideal, um vergangene Reisen zu visualisieren oder zukünftige Ziele zu planen.</li>



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<li>🧭 <strong>Chronologische Übersicht</strong><br>Alle Reisen werden zeitlich geordnet angezeigt – perfekt als persönliches Reisetagebuch.</li>



<li>🔗 <strong>Teilen, wenn du willst</strong><br>Einzelne Reisen oder Ansichten können optional per Link geteilt werden – komplett freiwillig und kontrolliert.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">🔐 Fokus auf Datenschutz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">AdventureLog kommt <strong>ohne externe Tracker, ohne Werbenetzwerke und ohne Profilbildung</strong> aus. Deine Daten bleiben bei uns und werden nicht für Analyse- oder Marketingzwecke missbraucht.<br>Du nutzt einen vollwertigen Reise-Service, ohne dich dafür gläsern machen zu müssen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">🌱 Für wen ist AdventureLog gedacht?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Für Reisende, die ihre Erlebnisse digital festhalten möchten</li>



<li>Für Nutzer, die ihre Reisen planen wollen, ohne Google-Dienste zu nutzen</li>



<li>Für alle, die Wert auf <strong>Privatsphäre, Kontrolle und Transparenz</strong> legen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">AdventureLog ergänzt unser bestehendes Angebot an freien und datenschutzfreundlichen Diensten und bietet dir eine echte Alternative zu kommerziellen Reise-Apps.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu AdventureLog gehts <a href="https://adventurelog.yourdevice.ch">hier</a>! </p>
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		<title>Linux Laptop kaufen in der Schweiz: Kaufratgeber 2026</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 07:10:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufratgeber]]></category>
		<category><![CDATA[Laptops]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer einen Linux Laptop kaufen möchte, steht oft vor der Frage: Selbst installieren oder vorkonfiguriert kaufen? Gerade in der Schweiz ist das Angebot überschaubar, und viele greifen zu Windows-Geräten, um...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer einen <strong>Linux Laptop kaufen</strong> möchte, steht oft vor der Frage: Selbst installieren oder vorkonfiguriert kaufen? Gerade in der Schweiz ist das Angebot überschaubar, und viele greifen zu Windows-Geräten, um dann mühsam Linux zu installieren. Dabei gibt es bessere Lösungen – mit vorinstalliertem System, funktionierenden Treibern und lokalem Support.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="666" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz-1024x666.jpg" alt="" class="wp-image-19963" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz-1024x666.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz-300x195.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz-768x499.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz-1536x998.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz-500x325.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_laptops_kaufen_schweiz.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In diesem Ratgeber erfahrt ihr, worauf es beim Kauf eines Linux Laptops ankommt, welche Vorteile euch erwarten und warum ein vorkonfiguriertes Gerät oft die bessere Wahl ist.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Warum einen Linux Laptop kaufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Linux hat sich längst von der "Nerd-Distribution" zum ausgereiften Desktop-System entwickelt. Die Vorteile liegen auf der Hand:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Performance und Ressourcen:</strong> Linux läuft auch auf älterer Hardware flüssig. Wo Windows 11 mindestens 8 GB RAM verlangt, kommt Linux oft mit der Hälfte aus. Das bedeutet längere Akkulaufzeit und schnellere Reaktionszeiten – gerade bei Laptops ein entscheidender Vorteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Privatsphäre und Kontrolle:</strong> Keine Telemetrie, keine Zwangs-Updates, keine versteckten Datensammlungen. Ihr entscheidet, was auf eurem System läuft und welche Daten ihr teilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kosten:</strong> Die meisten Linux-Distributionen sind kostenlos. Bei einem neuen Laptop spart ihr euch die Windows-Lizenz, die oft 100-150 CHF kostet. Auch Software ist meist Open Source und gratis verfügbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch unsicher, ob Linux das Richtige für euch ist? <a href="https://yourdevice.ch/warum-linux/">Hier erfahrt ihr mehr über die Gründe für den Umstieg</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worauf beim Kauf eines Linux Laptops achten</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Hardware-Kompatibilität ist entscheidend</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jede Hardware funktioniert out-of-the-box mit Linux. Besonders kritisch sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>WLAN-Chips:</strong> Broadcom oder Mediatek bereiten oft Probleme, Intel und Atheros laufen meist problemlos</li>



<li><strong>Grafikkarten:</strong> NVIDIA benötigt proprietäre Treiber, AMD und Intel funktionieren nativ besser</li>



<li><strong>Touchpads und Fingerprint-Sensoren:</strong> Moderne Synaptics-Touchpads sind gut unterstützt, biometrische Sensoren oft nicht, Linux Mint 23 soll das aber ändern!</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Details zur Hardware-Kompatibilität findet ihr in <a href="https://yourdevice.ch/auf-welcher-hardware-laeuft-linux/" type="link" id="https://yourdevice.ch/auf-welcher-hardware-laeuft-linux/">unserem ausführlichen Artikel zur benötigten Hardware</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die richtige Distribution wählen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mint, Ubuntu, Fedora, Mint, Pop!_OS – die Auswahl ist riesig. Für Einsteiger eignen sich besonders:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-19862" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311-1024x576.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311-300x169.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311-768x432.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311-1536x864.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311-500x281.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/Top-5-Linux-Distributionen-3254157311.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Ubuntu/Linux Mint:</strong> Große Community, viele Tutorials, stabile Basis</li>



<li><strong>Fedora:</strong> Modern, aktuelle Software, guter Kompromiss</li>



<li><strong>Pop!_OS:</strong> Speziell für Laptops optimiert, NVIDIA-Support integriert</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht sicher, welches Linux zu euch passt? Nutzt unseren <strong><a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-passt-zu-mir/">Linux Finder</a></strong> – ein interaktives Quiz, das basierend auf euren Anforderungen die perfekte Distribution empfiehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Überblick über alle gängigen Systeme bekommt ihr in unserem <a href="https://yourdevice.ch/welche-betriebssysteme-gibt-es/">Betriebssystem-Vergleich</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">ThinkPads: Die Klassiker für Linux-User</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn von Linux-Laptops die Rede ist, fallen fast immer ThinkPads. Die Lenovo-Serie hat sich über Jahrzehnte einen legendären Ruf in der Linux-Community erarbeitet – aus gutem Grund.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum ThinkPads so beliebt sind:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hervorragende Hardware-Kompatibilität:</strong> Lenovo testet ThinkPads aktiv mit Linux-Distributionen. Treiber funktionieren out-of-the-box, keine Bastelei mit WLAN-Chips oder Touchpads.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Robuste Bauweise:</strong> ThinkPads sind für den Business-Einsatz konzipiert. Das bedeutet solide Verarbeitung, gute Tastatur und Langlebigkeit – wichtig, wenn ihr das Gerät täglich nutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Riesige Community:</strong> Für nahezu jedes ThinkPad-Modell findet ihr Online-Dokumentation, Tipps und Support von anderen Linux-Usern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei yourdevice.ch führen wir die <strong>ThinkPad E-Serie</strong> – solide Mittelklasse-Modelle, die das Beste aus beiden Welten bieten: ThinkPad-Qualität ohne Premium-Preis. <a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/linux-laptops/lenovo-notebooks/">Hier geht's zu unseren ThinkPad E14 und E16 Modellen</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Support und Garantie in der Schweiz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein oft unterschätzter Punkt: Kauft ihr einen Linux Laptop in der Schweiz, habt ihr lokalen Support und Garantie nach Schweizer Recht. Bei Import-Geräten aus dem Ausland müsst ihr bei Problemen oft aufwendig zurückschicken. Ausserdem verweigern Hersteller häufig den Support, sollte ein neueres Gerät defekt gehen, und ihr hattet darauf Linux installiert da das Gerät dann nicht mehr dem original Zustand entspricht. <strong>Bei uns ist Linux Originalzustand!</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorkonfiguriert kaufen vs. selbst installieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Technisch versierte User können natürlich jeden Laptop kaufen und Linux selbst installieren. Aber ist das wirklich die beste Lösung?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vorteile vorkonfigurierter Linux Laptops:</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zeitersparnis:</strong> Die Installation dauert zwar nur 30-60 Minuten, aber Treiber konfigurieren, Updates einspielen, System absichern und Software installieren kostet schnell mehrere Stunden. Bei einem vorkonfigurierten System ist alles fertig eingerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Funktionierende Treiber:</strong> Alle Hardware-Komponenten sind getestet und funktionieren garantiert. Keine bösen Überraschungen mit nicht funktionierendem WLAN oder Touchpad.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Professionelle Einrichtung:</strong> Das System ist bereits mit sinnvollen Einstellungen konfiguriert, <a href="https://yourdevice.ch/wie-update-ich-mein-linux-system-richtig/">Updates sind richtig eingerichtet</a>, und <strong>grundlegende Sicherheitsmaßnahmen</strong> sind implementiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Support bei Problemen:</strong> Wenn doch mal etwas nicht funktioniert, habt ihr einen Ansprechpartner, der das System kennt und helfen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Linux vorher ausprobieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer möchte, kann Linux über eine <a href="https://yourdevice.ch/linux-unter-windows-testen-so-gehts/" type="post" id="1238">virtuelle Maschine</a> vorher schnell und einfach ausprobieren. Das geht zum Beispiel über eine virtuelle Maschine, oder über die Installation von <a href="https://yourdevice.ch/linux-auf-einer-externen-festplatte-installieren/" type="post" id="5393">Linux auf einer externen SSD</a>. So kann man sich vorher schon ein Bild machen, welches Linux am besten zu einem passt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Linux im Alltag: Keine Kompromisse nötig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">"Aber funktioniert mein Scanner?" – "Kann ich Office-Dokumente bearbeiten?" Ja und ja!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Office und Produktivität</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/office-auf-linux/">Office auf Linux</a> ist längst kein Problem mehr. LibreOffice bietet volle Kompatibilität mit Microsoft-Formaten. Für cloudbasiertes Arbeiten funktionieren Google Docs und Microsoft 365 im Browser einwandfrei.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-1024x576.jpeg" alt="" class="wp-image-8227" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-1024x576.jpeg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-300x169.jpeg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-768x432.jpeg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-1536x864.jpeg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-800x450.jpeg 800w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice-500x281.jpeg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/04/libreoffice.jpeg 1706w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/thunderbird-mail-kennen-lernen-und-einrichten/">E-Mail-Programme</a> wie Thunderbird stehen Windows in nichts nach. Wer mehr Privatsphäre will, findet bei uns auch Matrix-basierte Chat-Lösungen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/thunderbird.jpeg" alt="" class="wp-image-8446" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/thunderbird.jpeg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/thunderbird-300x188.jpeg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/thunderbird-768x480.jpeg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/thunderbird-500x313.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Hardware-Peripherie</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/scannen-unter-linux-und-gimp-scan-anleitung/">Scanner funktionieren unter Linux</a> meist besser als unter Windows – dank des SANE-Projekts werden tausende Modelle unterstützt. Drucker, Webcams, externe Festplatten: Alles läuft in der Regel problemlos.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Software-Alternativen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für fast jedes Windows-Programm gibt es eine Linux-Alternative. <a href="https://yourdevice.ch/windows-programme-und-ihre-open-source-alternativen/">Unsere Übersicht zeigt euch die besten Alternativen</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist Linux kompliziert?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kurze Antwort: Nein. Ihr müsst keine Terminal-Kenntnisse besitzen, um Linux zu nutzen. Moderne Distributionen sind so bedienbar wie Windows oder macOS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den vollständigen Überblick: Unser <a href="https://yourdevice.ch/umstieg-von-windows-auf-linux-ein-leitfaden-fuer-anfaenger/">Overall-Leitfaden für den Umstieg</a> begleitet euch Schritt für Schritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Linux Laptops kaufen bei yourdevice.ch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren bieten wir bei <strong>yourdevice.ch</strong> vorkonfigurierte Linux Laptops in der Schweiz an. Aber wir sind mehr als nur ein Shop.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Freie Betriebssystem-Wahl</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr entscheidet, welches Linux auf eurem Laptop läuft. Ubuntu, Fedora, Mint, Pop!_OS – oder nutzt unseren <a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-passt-zu-mir/">Linux Finder</a>, um die perfekte Distribution zu finden. Wir installieren und konfigurieren das System nach euren Wünschen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Umfangreiche Knowledgebase</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/anleitungen/">Mit über <strong>340 Artikeln</strong> zu Linux, Netzwerk, Bitcoin und mehr</a> bieten wir eine der umfassendsten deutschsprachigen Linux-Ressourcen. Egal ob <a href="https://yourdevice.ch/braucht-linux-einen-virenschutz/">Antiviren-Programme</a>, <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-luks-und-wann-sollte-ich-meine-festplatte-verschluesseln/">Festplatten-Verschlüsselung</a> oder alltägliche Fragen – ihr findet Antworten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Exklusive Open-Source-Services</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Kunde bei yourdevice.ch erhaltet ihr kostenlosen Zugang zu einer <a href="https://yourdevice.ch/unsere-server-fuer-mehr-privatspaehre/">Vielzahl von Open-Source-Services</a>:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Cloud &amp; Zusammenarbeit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Nextcloud</strong> (10GB gratis für Kunden) – eure eigene Cloud, keine Google Drive Abhängigkeit</li>



<li><strong>Matrix Chatserver</strong> – verschlüsselte Kommunikation, WhatsApp-Alternative</li>



<li><strong>Jitsi Meet</strong> – Videokonferenzen ohne Zoom oder Teams</li>



<li><strong>Element Web</strong> – moderner Matrix-Client im Browser</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Privatsphäre &amp; Sicherheit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Vaultwarden</strong> – Passwort-Manager (Bitwarden-kompatibel)</li>



<li><strong>Trash Mail Service</strong> – Wegwerf-E-Mails für mehr Privatsphäre</li>



<li><strong>VPN-freundliche DNS-Server</strong> – keine Zensur, keine Tracking</li>



<li><strong>Clientseitige Datei-Verschlüsselung</strong> – eure Daten, eure Kontrolle</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kommunikation &amp; Alternativen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>WhatsApp Proxy Server</strong> – Zugriff in zensierten Ländern</li>



<li><strong>Alternative IMDB-Frontends</strong> – Filminfos ohne Werbung</li>



<li><strong>Multi-Translator</strong> – Übersetzungen ohne Big Tech</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tools &amp; Entwicklung:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Bitcoin Mining Pool</strong> – für die Krypto-Community</li>



<li><strong>Private Electrum Server</strong> – Bitcoin-Wallet-Backend</li>



<li><strong>Event Planner</strong> – gemeinsam Events organisieren</li>



<li><strong>Linkwarden</strong> – Bookmark-Manager</li>



<li><strong>Find My Device</strong> – Geräteortung mit Open Source</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Services sind für Kunden kostenlos und direkt über euer Konto von <strong>yourdevice.ch</strong> nutzbar und werden aktiv gewartet. Keine Werbung, keine Datensammlung, nur funktionierende Tools für euren Alltag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lokaler Support aus der Schweiz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Probleme? Fragen? Wir sprechen Deutsch und sind für euch da. Keine Hotline in Indien, kein Ticket-System, das tagelang dauert – echte Menschen mit Linux-Expertise helfen euch weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dualboot Systeme mit Windows</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihr euch noch nicht ganz sicher bezüglich des Umstiegs und benötigt Windows parallel zur Linux? Auch das bieten wir an, bei Bedarf installieren wir Linux parallel zu Windows, so kann man für das Was laufen muss, Windows verwenden, und für den Umstieg und das kennen lernen Linux benutzen. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_windows_dualboot-1024x683.png" alt="" class="wp-image-19964" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_windows_dualboot-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_windows_dualboot-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_windows_dualboot-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_windows_dualboot-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/02/linux_windows_dualboot.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Bereit für den Umstieg?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Linux Laptops kaufen in der Schweiz war noch nie so einfach. Kombiniert Hardware, die funktioniert, mit einem Betriebssystem, das euch gehört, und einem Service-Paket, das euch unabhängig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/linux-laptops/">Entdeckt jetzt unsere Linux-Laptop-Auswahl</a></strong> oder nutzt unseren <strong><a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-passt-zu-mir/">Linux Finder</a></strong>, um die perfekte Distribution zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fragen? Schreibt uns – wir beraten euch gerne bei der Auswahl des richtigen Systems für eure Bedürfnisse.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der CLOUD Act: Eure Daten und die amerikanische Software</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 08:28:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Januar 2026 wurde öffentlich, was viele befürchtet hatten: Microsoft hat BitLocker-Verschlüsselungsschlüssel an das FBI herausgegeben. Bei einer Betrugsermittlung in Guam forderte das FBI per Gerichtsbeschluss die Entschlüsselung dreier Laptops...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2026 wurde öffentlich, was viele befürchtet hatten: <strong><a href="https://yourdevice.ch/bitlocker-skandal-microsoft-liefert-eure-festplattenschluessel-an-das-fbi/" type="post" id="19815">Microsoft hat BitLocker-Verschlüsselungsschlüssel an das FBI herausgegeben</a>.</strong> Bei einer Betrugsermittlung in Guam forderte das FBI per Gerichtsbeschluss die Entschlüsselung dreier Laptops – und Microsoft lieferte die Schlüssel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet das konkret für euch? Ihr glaubt, eure Windows-Festplatte sei verschlüsselt und sicher. Aber wenn Microsoft die Schlüssel in der Cloud speichert, können US-Behörden mit einem Durchsuchungsbefehl darauf zugreifen. <strong>Eure Verschlüsselung ist nur so sicher, wie das Unternehmen, das die Schlüssel verwaltet.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/cloud_act_title-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19845" style="object-fit:cover" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/cloud_act_title-1024x683.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/cloud_act_title-300x200.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/cloud_act_title-768x512.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/cloud_act_title-500x333.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/cloud_act_title.jpg 1434w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Foto: cointelegraph.com</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Microsoft bestätigte gegenüber Forbes, dass das Unternehmen etwa 20 solcher Anfragen pro Jahr erhält – und sie erfüllt, wenn eine gültige gerichtliche Anordnung vorliegt. Das Problem: Windows 11 sichert diese Wiederherstellungsschlüssel standardmäßig in der Microsoft Cloud, sobald ihr euch mit einem Microsoft-Konto anmeldet. Die meisten Nutzer wissen nicht einmal, dass dies passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Einzelfall. Es ist die konkrete Realität des <strong>CLOUD Act</strong>.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Was ist der CLOUD Act?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>CLOUD Act</strong> (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act) von 2018 ist ein US-Gesetz mit einer einfachen, aber weitreichenden Regelung: <strong>US-Behörden können von US-Unternehmen die Herausgabe von Daten verlangen – egal wo auf der Welt die Server stehen.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Kernpunkte, die ihr wissen müsst:</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Der Serverstandort ist irrelevant</strong><br>Eure Daten können in einem Rechenzentrum in Frankfurt, Amsterdam oder Zürich liegen – wenn das Unternehmen unter US-Kontrolle steht, kann das FBI mit einem Durchsuchungsbefehl darauf zugreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Ihr werdet nicht informiert</strong><br>Die Betroffenen erfahren in der Regel nie, dass ihre Daten abgerufen wurden. US-Behörden können "Gag Orders" (Schweigeanordnungen) verhängen, die es Unternehmen verbieten, ihre Kunden zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Fast alle großen Tech-Konzerne sind betroffen</strong><br>Microsoft, Google, Amazon, Apple, Meta (Facebook), Dropbox, Slack, Zoom – sie alle unterliegen dem CLOUD Act, weil sie US-Unternehmen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4. Auch Tochtergesellschaften bieten keinen Schutz</strong><br>Microsoft Deutschland, Google Switzerland, Amazon Luxembourg – die US-Muttergesellschaft kann angewiesen werden, ihre Tochter zur Datenherausgabe zu zwingen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das für euch als Privatperson wichtig ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele denken: "Ich habe nichts zu verbergen, warum sollte mich das interessieren?" Hier sind konkrete Gründe:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eure privaten Fotos, E-Mails und Dokumente</strong><br>Wenn ihr Microsoft OneDrive, Google Drive oder Dropbox nutzt, liegen eure Familienfotos, persönlichen E-Mails und privaten Dokumente auf US-Servern. US-Behörden können darauf zugreifen – ohne dass ihr es je erfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eure Gesundheitsdaten</strong><br>Nutzt ihr eine Fitness-App eines US-Anbieters? Synchronisiert ihr Gesundheitsdaten in die Cloud? Diese Daten können abgerufen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eure Kommunikation</strong><br>WhatsApp (gehört zu Meta/Facebook), Gmail, Outlook.com – alles US-Dienste. Eure Kommunikation kann durchsucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geschäftliche Dokumente</strong><br>Selbstständige und kleine Unternehmen: Vertrauliche Verträge, Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse – alles potenziell zugänglich für US-Behörden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Illusion der "EU-Cloud"</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft, Google und Amazon bewerben ihre "EU-Rechenzentren" als sichere Lösung. <strong>Das ist Marketing, keine Datenschutzgarantie.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Daten können in Frankfurt auf deutschen Servern liegen – wenn Microsoft Azure sie verwaltet, unterliegen sie trotzdem dem CLOUD Act. Die Gerichtsbarkeit folgt dem <strong>Eigentümer</strong>, nicht dem Serverstandort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn ein US-Konzern eine europäische Tochtergesellschaft gründet, die formal die Daten verwaltet: Die US-Muttergesellschaft kann angewiesen werden, die Tochter zur Herausgabe zu zwingen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Verschlüsselung allein nicht hilft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">"Aber meine Daten sind doch verschlüsselt!" höre ich oft. Das Problem: <strong>Wer kontrolliert die Schlüssel?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der BitLocker-Fall zeigt es deutlich: Wenn Microsoft eure Verschlüsselungsschlüssel in der Cloud speichert, kann das Unternehmen gezwungen werden, sie herauszugeben. Eure Verschlüsselung wird wertlos.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ihr über Verschlüsselung wissen müsst:</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Client-seitige Verschlüsselung</strong>: Nur ihr habt die Schlüssel, der Anbieter sieht nur verschlüsselte Daten.<br>→ <strong>Gut</strong>: Signal, Tresorit, Proton Drive<br>→ <strong>Schlecht</strong>: Standard OneDrive, Google Drive, Dropbox</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Server-seitige Verschlüsselung</strong>: Der Anbieter verschlüsselt die Daten, hat aber selbst die Schlüssel.<br>→ Das ist wie ein Tresor, zu dem auch die Bank den Schlüssel hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zero-Knowledge-Architektur</strong>: Der Anbieter kann technisch nicht auf eure Daten zugreifen.<br>→ Genau das fehlt bei Microsoft, Google, Amazon</p>



<p class="wp-block-paragraph">Apple und Google bieten mittlerweile erweiterten Datenschutz mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Cloud-Backups an. Microsoft nicht. Senator Ron Wyden (USA) kritisierte: "Es ist schlicht unverantwortlich, dass Tech-Unternehmen Produkte ausliefern, die es ihnen erlauben, heimlich die Verschlüsselungsschlüssel der Nutzer herauszugeben."</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die praktische Lösung: Open Source und Selbst-Hosting</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: <strong>Ihr müsst nicht auf Komfort verzichten, um eure Privatsphäre zu schützen.</strong> Es gibt ausgereifte, quelloffene Alternativen zu allen gängigen Cloud-Diensten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Linux statt Windows/macOS</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="575" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-1024x575.jpeg" alt="" class="wp-image-8410" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-1024x575.jpeg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-300x169.jpeg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-768x432.jpeg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-1536x863.jpeg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-800x450.jpeg 800w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte-500x281.jpeg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2023/08/linuxplatte.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://yourdevice.ch/warum-linux/" type="page" id="10712">Warum Linux?</a></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Keine Telemetrie, die heimlich Daten sendet</li>



<li>kein Login oder Anmelde-Zwang</li>



<li>Keine Cloud-Zwangsintegration</li>



<li>Volle Kontrolle über euer System</li>



<li>Keine BitLocker-Schlüssel in fremden Händen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://yourdevice.ch/welches-linux-betriebssystem/" type="post" id="3168">Empfohlene Distributionen für Einsteiger:</a></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Linux Mint</strong>: Perfekt für Windows-Umsteiger</li>



<li><strong>Ubuntu</strong>: Große Community, viel Support</li>



<li><strong>Fedora</strong>: Modern und sicher</li>



<li><strong>Pop!_OS</strong>: Ausgezeichnet für Nvidia-Grafikkarten</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verschlüsselung unter Linux:</strong><br><a href="https://yourdevice.ch/was-ist-luks-und-wann-sollte-ich-meine-festplatte-verschluesseln/" type="post" id="17700">LUKS (Linux Unified Key Setup)</a> verschlüsselt eure Festplatte – und <strong>ihr</strong> verwaltet die Schlüssel. Keine Cloud-Uploads, keine Hintertüren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Nextcloud statt OneDrive/Google Drive</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://yourdevice.ch/was-ist-nextcloud/" type="page" id="5641">Nextcloud</a></strong> ist die Open-Source-Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace. Alles, was diese Dienste können, kann Nextcloud auch – aber unter <strong>eurer</strong> Kontrolle.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2024/11/nextcloud-home-featured-image-3-1024x576.webp" alt="" class="wp-image-16788" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2024/11/nextcloud-home-featured-image-3-1024x576.webp 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2024/11/nextcloud-home-featured-image-3-300x169.webp 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2024/11/nextcloud-home-featured-image-3-768x432.webp 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2024/11/nextcloud-home-featured-image-3-500x281.webp 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2024/11/nextcloud-home-featured-image-3.webp 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Features:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Datei-Synchronisation (wie Dropbox)</li>



<li>Kalender und Kontakte (CalDAV/CardDAV)</li>



<li>Office-Dokumente (Collabora Online, ONLYOFFICE)</li>



<li>E-Mail-Integration</li>



<li>Videokonferenzen (Nextcloud Talk)</li>



<li>Aufgabenverwaltung</li>



<li>Passwort-Manager</li>



<li>Notizen</li>



<li>Fotogalerien mit automatischem Upload vom Smartphone</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drei Möglichkeiten, Nextcloud zu nutzen:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Option A: Gemietetes Hosting in Europa</strong><br>Wir bieten managed, aber auch fertige Nextcloud-Instanzen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einfach, wartungsfrei</li>



<li>DSGVO-konform</li>



<li>Rechenzentren in Deutschland, Spanien, Frankreich oder je nach Standort von IONIS</li>



<li><a href="https://yourdevice.ch/shop/nextcloud-abonnement/nextcloud-familie-friends/">Ab ca. 16CHF pro Monat</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Option B: Eigener Server zuhause (Self-Hosting)</strong><br>Eine <strong>Synology</strong> oder <strong>UGREEN NAS</strong> bei euch im Büro/Zuhause:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einmalige Hardware-Kosten (ab ca. 400-800CHF)</li>



<li>Keine monatlichen Gebühren</li>



<li>Physische Kontrolle über die Hardware</li>



<li>Synology DiskStation bietet diverse Apps für Fotos, Datensicherungen und Spiegelungen</li>



<li>UGREEN NASync läuft perfekt mit Docker/Nextcloud</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Option C: Selber Virtual Private Server (VPS)</strong> mieten<br>Ein gemieteter Server bei einem europäischen Hoster:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Volle Kontrolle</li>



<li>Root-Zugriff</li>



<li>Selbst installieren und konfigurieren</li>



<li>Anbieter: Hetzner, netcup, Contabo, IONOS (alle Deutschland)</li>



<li>Ab ca. 5€/Monat</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">3. Freie Protokolle: CalDAV, CardDAV, WebDAV</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der größten Vorteile von Open Source: <strong>Keine Vendor-Lock-ins durch proprietäre Protokolle.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="512" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/davx5_cloud-1024x512.png" alt="" class="wp-image-19846" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/davx5_cloud-1024x512.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/davx5_cloud-300x150.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/davx5_cloud-768x384.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/davx5_cloud-500x250.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/davx5_cloud.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>CalDAV</strong> (Kalender): Synchronisiert eure Termine zwischen allen Geräten<br><strong>CardDAV</strong> (Kontakte): Synchronisiert Adressbücher<br><strong>WebDAV</strong> (Dateien): Standard-Protokoll für Datei-Synchronisation</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Protokolle funktionieren mit <strong>jeder</strong> kompatiblen Software:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Thunderbird (Desktop)</li>



<li>Evolution (Linux)</li>



<li>Apple Kalender &amp; Kontakte (iOS/macOS)</li>



<li>DAVx⁵ (Android)</li>



<li>Viele weitere</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr seid <strong>nicht</strong> an einen Anbieter gebunden. Wechsel sind einfach – kopiert einfach eure Daten auf einen neuen Server.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Praktische Artikel zum Thema DAV:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/nextcloud-direkt-via-webdav-in-linux-und-windows-einbinden/">https://yourdevice.ch/nextcloud-direkt-via-webdav-in-linux-und-windows-einbinden/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/thunderbird-kalender-mit-nextcloud-caldav-verbinden/">https://yourdevice.ch/thunderbird-kalender-mit-nextcloud-caldav-verbinden/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/iphone-kalender-auf-android-oder-in-die-nextcloud-uebertragen/">https://yourdevice.ch/iphone-kalender-auf-android-oder-in-die-nextcloud-uebertragen/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/kontakte-und-sms-auf-ein-custom-rom-uebertragenkontakte-und-sms-von-android-oder-iphone-auf-custom-rom-uebertragen/">https://yourdevice.ch/kontakte-und-sms-auf-ein-custom-rom-uebertragenkontakte-und-sms-von-android-oder-iphone-auf-custom-rom-uebertragen/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/kontakte-synchronisieren-mit-nextcloud-android-und-thunderbird/">https://yourdevice.ch/kontakte-synchronisieren-mit-nextcloud-android-und-thunderbird/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/nextcloud-direkt-in-android-einbinden/">https://yourdevice.ch/nextcloud-direkt-in-android-einbinden/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://yourdevice.ch/nextcloud-kalender-mit-android-synchronisieren/">https://yourdevice.ch/nextcloud-kalender-mit-android-synchronisieren/</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">4. E-Mail: Europäische Provider</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Statt Gmail/Outlook.com:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Mailbox.org</strong> (Deutschland) – DSGVO-konform, grüner Strom</li>



<li><strong>Proton Mail</strong> (Schweiz) – Ende-zu-Ende-verschlüsselt</li>



<li><strong>Tutanota</strong> (Deutschland) – Zero-Knowledge-Verschlüsselung</li>



<li><strong>Posteo</strong> (Deutschland) – Datenschutz-fokussiert</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ausführlicher Artikel zum Thema:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:25%"></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-yourdevice-ch-deine-anlaufstelle-f-r-linux-opensource-software-und-co wp-block-embed-yourdevice-ch-deine-anlaufstelle-f-r-linux-opensource-software-und-co"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="4DSGMk6NPt"><a href="https://yourdevice.ch/die-besten-5-privatspaehre-orientierten-email-anbieter/">Die besten 5 privatspähre orientierten Email Anbieter</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Die besten 5 privatspähre orientierten Email Anbieter&#8220; &#8211; yourdevice.ch - Deine Anlaufstelle für Linux, OpenSource Software und Co" src="https://yourdevice.ch/die-besten-5-privatspaehre-orientierten-email-anbieter/embed/#?secret=rezBScMtFc#?secret=4DSGMk6NPt" data-secret="4DSGMk6NPt" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:25%"></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Alle bieten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>IMAP/SMTP (Standard-Protokolle)</li>



<li>CalDAV/CardDAV</li>



<li>Verschlüsselung</li>



<li>Keine Werbung</li>



<li>Kosten: 1-5€ pro Monat</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">5. Weitere Alternativen</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Statt Google Docs:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Collabora Online</strong> (mit Nextcloud)</li>



<li><strong>ONLYOFFICE</strong> (mit Nextcloud)</li>



<li><strong>LibreOffice</strong> (Desktop)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Statt Dropbox:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Nextcloud</strong> (siehe oben)</li>



<li><strong>Synology Cloud Station</strong></li>



<li><strong>Seafile</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Statt Zoom/Teams:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Jitsi Meet</strong> (Open Source, selbst-hostbar)</li>



<li><strong>BigBlueButton</strong> (ideal für Bildung)</li>



<li><strong>Nextcloud Talk</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Statt Google Analytics:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Matomo</strong> (selbst-hostbar)</li>



<li><strong>Plausible</strong> (Privacy-first, EU-hosted)</li>



<li><strong>Fathom Analytics</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Statt 1Password/LastPass:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><a href="https://yourdevice.ch/online-sicherheit-mit-bitwarden-passwortmanager-optimieren/" type="post" id="4176">Bitwarden</a></strong> (Open Source, selbst-hostbar)</li>



<li><strong>KeePassXC</strong> (lokal, keine Cloud)</li>



<li><strong><a href="https://yourdevice.ch/online-sicherheit-mit-bitwarden-passwortmanager-optimieren/" type="post" id="4176">Vaultwarden</a></strong> (Bitwarden-kompatibler Server)</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt-für-Schritt: So steigt ihr aus</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woche 1: Bestandsaufnahme</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Cloud-Dienste nutzt ihr?</li>



<li>Wo liegen eure wichtigsten Daten?</li>



<li>Welche Apps synchronisieren in US-Clouds?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woche 2: Nextcloud einrichten</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Entweder bei einem EU-Hoster anmelden</li>



<li>Oder eigene NAS/Server aufsetzen</li>



<li>Nextcloud-Apps auf Smartphone installieren</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woche 3: Daten migrieren</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Fotos aus Google Photos/OneDrive herunterladen</li>



<li>Dokumente nach Nextcloud verschieben</li>



<li>Kalender/Kontakte exportieren und importieren</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woche 4: Umstellung abschließen</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>E-Mail-Account bei europäischem Provider</li>



<li>Cloud-Syncs der alten Anbieter deaktivieren</li>



<li>Alte Accounts kündigen</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist mit Unternehmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Firmen gelten besondere Anforderungen, aber die Lösungen sind ähnlich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nextcloud auf einem eigenen Server oder bei EU-Hoster</li>



<li>Synology mit mehreren DiskBays für Datensicherungen im RAID1 oder 5 oder QNAP/Ugreen NAS im Büro</li>



<li>Linux-Workstations (Ubuntu/Fedora)</li>



<li>evt dedizierter Mailserver mit Mailcow, oder Mailhoster bei einem Schweizer Unternehmen wie <a href="https://www.infomaniak.com/de">Informaniak</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rechtliche Absicherung:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Transfer Impact Assessments durchführen</li>



<li>Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) mit EU-Providern</li>



<li>Dokumentation der Datenflüsse</li>



<li>Im Zweifelsfall: Datenschutzbeauftragten konsultieren</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Häufige Einwände – und warum sie nicht stimmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>"Ich habe nichts zu verbergen"</strong><br>→ Würdet ihr euer Tagebuch, eure Bankdaten und eure Fotos einem Fremden auf der Straße geben? Privatsphäre ist ein Grundrecht, kein Privileg für "Verdächtige".</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>"Das ist mir zu kompliziert"</strong><br>→ Nextcloud ist genauso einfach wie Dropbox. Drag &amp; Drop, fertig. In den meissten Fällen gibt es die Nextcloud bereits fertig eingerichtet. Wer selber installieren will, nutzt AIO-Docker Setups</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>"Ich brauche Microsoft Office für die Arbeit"</strong><br>→ <a href="https://yourdevice.ch/office-auf-linux-das-odf-format-erklaert/" type="post" id="10604">LibreOffice und ONLYOFFICE</a> sind mit allen Office-Formaten kompatibel. Für die meisten Nutzer gibt es keinen funktionalen Unterschied. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>"Aber alle anderen nutzen WhatsApp/Gmail"</strong><br>→ Das ist keine technische, sondern eine soziale Frage. Je mehr Leute wechseln, desto normaler wird es. Seid Vorbild. Nutzt andere Messenger, zeigt den Leuten wie einfach es ist, Signal, oder Element zu verwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>"Das ist teurer als die kostenlosen Google-Dienste"</strong><br>→ Kostenlos bedeutet: <strong>Ihr</strong> seid das Produkt. Eure Daten werden analysiert, für Werbung genutzt und – wie wir wissen – an Behörden weitergegeben. 10CHF/Monat für echte Privatsphäre sind ein Schnäppchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>"Was ist, wenn meine NAS kaputt geht?"</strong><br>→ Backups! Synology bietet Cloud-Backup zu anderen Synology-NAS, oder ihr nutzt einen EU-Backup-Dienst z.B bei <a href="https://www.hetzner.com/de/storage/storage-box/">Hetnzer's Storage Box</a>. Redundanz ist bei jeder Lösung wichtig – auch Google Drive kann ausfallen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Digitale Souveränität ist möglich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der CLOUD Act zeigt: Solange US-Unternehmen eure Daten kontrollieren, habt <strong>ihr</strong> keine Kontrolle. Nicht über die Sicherheit, nicht über den Zugriff, nicht über eure Privatsphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösung ist nicht kompliziert:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Linux</strong> statt Windows – volle Systemkontrolle</li>



<li><strong>Nextcloud</strong> statt OneDrive/Google Drive – eure Cloud, eure Regeln</li>



<li><strong>Eigene Hardware</strong> (NAS) oder Hosting in der Schweiz oder in der EU bei nicht amerikanischen Unternehmen – physische oder rechtliche Kontrolle</li>



<li><strong>Offene Protokolle</strong> (CalDAV, WebDAV) – keine Abhängigkeit von einzelnen Anbietern</li>



<li><strong>Europäische E-Mail-Provider</strong> – DSGVO-konform, keine US-Zugriffe</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall Microsoft/BitLocker/FBI ist nur das jüngste Beispiel. Es wird nicht das letzte sein. Solange ihr US-Dienste nutzt, gebt ihr die Kontrolle ab – freiwillig oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Technologie für echte digitale Souveränität existiert bereits. Ihr müsst sie nur nutzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder Server, den ihr selbst betreibt, jede Nextcloud-Instanz in einem schweizer oder europäischen Rechenzentrum, jeder Wechsel zu Open Source ist ein Schritt weg von Überwachung und hin zu echter Privatsphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fangt heute an. Eure Daten gehören euch – nicht Microsoft, nicht Google, und schon gar nicht dem FBI.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>BitLocker/FBI-Fall:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>TechRepublic: "Microsoft Shared BitLocker Keys With FBI, Raising Privacy Fears"<br><a href="https://www.techrepublic.com/article/news-microsoft-bitlocker-keys-fbi-privacy/">https://www.techrepublic.com/article/news-microsoft-bitlocker-keys-fbi-privacy/</a></li>



<li>Aardwolf Security: "Microsoft Hands Over BitLocker Encryption Keys to FBI"<br><a href="https://aardwolfsecurity.com/microsoft-hands-over-bitlocker-encryption-keys-to-fbi/">https://aardwolfsecurity.com/microsoft-hands-over-bitlocker-encryption-keys-to-fbi/</a></li>



<li>Medium (Mike Broadly): "Microsoft Gave BitLocker Encryption Keys to the FBI"<br><a href="https://medium.com/illumination/microsoft-gave-bitlocker-encryption-keys-to-the-fbi-and-most-windows-users-may-not-know-this-0f4c4e911929">https://medium.com/illumination/microsoft-gave-bitlocker-encryption-keys-to-the-fbi-and-most-windows-users-may-not-know-this-0f4c4e911929</a></li>
</ul>
</li>



<li><strong>CLOUD Act Grundlagen:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>European Data Protection Board (EDPB): "Initial legal assessment of the impact of the US CLOUD Act"<br><a href="https://www.edpb.europa.eu/sites/default/files/files/file2/edpb_edps_joint_response_us_cloudact_annex.pdf">https://www.edpb.europa.eu/sites/default/files/files/file2/edpb_edps_joint_response_us_cloudact_annex.pdf</a></li>



<li>U.S. Department of Justice: "The Purpose and Impact of the CLOUD Act" (White Paper, 2019)<br><a href="https://www.justice.gov/opa/press-release/file/1153446/download">https://www.justice.gov/opa/press-release/file/1153446/download</a></li>



<li>Wire: "CLOUD Act - What It Means for EU Data Sovereignty"<br><a href="https://wire.com/en/blog/cloud-act-eu-data-sovereignty">https://wire.com/en/blog/cloud-act-eu-data-sovereignty</a></li>



<li>LexisNexis: "Cloud Act and GDPR: What implications for EU companies' data protection?"<br><a href="https://www.lexisnexis.com/blogs/int-legal/b/insights/posts/cloud-act-gdpr-implications">https://www.lexisnexis.com/blogs/int-legal/b/insights/posts/cloud-act-gdpr-implications</a></li>



<li>Exoscale: "CLOUD Act vs. GDPR: The Conflict About Data Access Explained"<br><a href="https://www.exoscale.com/blog/cloudact-vs-gdpr/">https://www.exoscale.com/blog/cloudact-vs-gdpr/</a></li>
</ul>
</li>



<li><strong>Schrems-Urteile:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Court of Justice of the European Union: "Schrems II" (Case C-311/18), 16. Juli 2020<br><a href="https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-311/18">https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-311/18</a></li>



<li>The New Stack: "What GDPR, Schrems 2 and the End of Privacy Shield Means"<br><a href="https://thenewstack.io/what-gdpr-schrems-2-and-the-end-of-privacy-shield-means-to-your-kubernetes-based-service/">https://thenewstack.io/what-gdpr-schrems-2-and-the-end-of-privacy-shield-means-to-your-kubernetes-based-service/</a></li>



<li>Anexia: "Implications of the Schrems II Judgement on Cloud Provider"<br><a href="https://anexia.com/blog/en/schrems-ii-cloud-provider/">https://anexia.com/blog/en/schrems-ii-cloud-provider/</a></li>
</ul>
</li>



<li><strong>Trans-Atlantic Data Privacy Framework:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>European Commission: Implementing Decision (EU) 2023/1795<br><a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/dec_impl/2023/1795/oj">https://eur-lex.europa.eu/eli/dec_impl/2023/1795/oj</a></li>



<li>IAPP: "How could Trump administration actions affect the EU-U.S. Data Privacy Framework?"<br><a href="https://iapp.org/news/a/how-could-trump-administration-actions-affect-the-eu-u-s-data-privacy-framework-">https://iapp.org/news/a/how-could-trump-administration-actions-affect-the-eu-u-s-data-privacy-framework-</a></li>



<li>Taylor Wessing: "Die Zukunft des EU-U.S. Data Privacy Frameworks"<br><a href="https://www.taylorwessing.com/de/insights-and-events/insights/2025/01/eu-us-data-privacy-frameworks">https://www.taylorwessing.com/de/insights-and-events/insights/2025/01/eu-us-data-privacy-frameworks</a></li>



<li>Lewis Silkin: "Could Trump play the Trump card against the Data Protection Framework?"<br><a href="https://www.lewissilkin.com/insights/2025/03/30/could-trump-play-the-trump-card-against-the-data-protection-framework-102k26v">https://www.lewissilkin.com/insights/2025/03/30/could-trump-play-the-trump-card-against-the-data-protection-framework-102k26v</a></li>



<li>mailbox.org: "CLOUD Act: European companies must act now"<br><a href="https://mailbox.org/en/post/digital-sovereignty-in-uncertain-times">https://mailbox.org/en/post/digital-sovereignty-in-uncertain-times</a></li>



<li>KPMG: "Data Privacy Framework: Datenaustausch mit den USA erneut auf dem Prüfstand"<br><a href="https://klardenker.kpmg.de/financialservices-hub/data-privacy-framework-datenaustausch-mit-den-usa-erneut-auf-dem-pruefstand/">https://klardenker.kpmg.de/financialservices-hub/data-privacy-framework-datenaustausch-mit-den-usa-erneut-auf-dem-pruefstand/</a></li>



<li>American Security Project: "Tech Tensions—The Future of the U.S.-EU Data Privacy Framework"<br><a href="https://www.americansecurityproject.org/transatlantic-tech-tensions-the-future-of-the-u-s-eu-data-privacy-framework/">https://www.americansecurityproject.org/transatlantic-tech-tensions-the-future-of-the-u-s-eu-data-privacy-framework/</a></li>
</ul>
</li>



<li><strong>Praktische Anleitungen:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Nextcloud Homepage: <a href="https://nextcloud.com">https://nextcloud.com</a></li>



<li>LibreOffice: <a href="https://www.libreoffice.org">https://www.libreoffice.org</a></li>



<li>Linux Mint: <a href="https://linuxmint.com">https://linuxmint.com</a></li>



<li>Ubuntu: <a href="https://ubuntu.com">https://ubuntu.com</a></li>



<li>Fedora: <a href="https://fedoraproject.org">https://fedoraproject.org</a></li>



<li>Pop!_OS: <a href="https://pop.system76.com">https://pop.system76.com</a></li>



<li>Mailbox.org: <a href="https://mailbox.org">https://mailbox.org</a></li>



<li>Proton: <a href="https://proton.me">https://proton.me</a></li>



<li>Tutanota: <a href="https://tutanota.com">https://tutanota.com</a></li>



<li>Bitwarden: <a href="https://bitwarden.com">https://bitwarden.com</a></li>



<li>Jitsi Meet: <a href="https://meet.jit.si">https://meet.jit.si</a></li>



<li>Matomo: <a href="https://matomo.org">https://matomo.org</a></li>
</ul>
</li>



<li><strong>Europäische Hoster:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Hetzner (Deutschland): <a href="https://www.hetzner.com">https://www.hetzner.com</a></li>



<li>netcup (Deutschland): <a href="https://www.netcup.de">https://www.netcup.de</a></li>



<li>Contabo (Deutschland): <a href="https://contabo.com">https://contabo.com</a></li>



<li>Infomaniak (Schweiz): <a href="https://www.infomaniak.com">https://www.infomaniak.com</a></li>



<li>OVHcloud (Frankreich): <a href="https://www.ovhcloud.com">https://www.ovhcloud.com</a></li>



<li>Scaleway (Frankreich): <a href="https://www.scaleway.com">https://www.scaleway.com</a></li>
</ul>
</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>BitLocker-Skandal: Microsoft liefert eure Festplattenschlüssel an das FBI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 10:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Windows]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Microsoft hat erneut bestätigt, was Datenschutzaktivisten seit Jahren befürchten: Der Konzern händigt auf gerichtliche Anordnung BitLocker-Verschlüsselungsschlüssel an US-Behörden aus. Damit erhalten FBI und Co. Zugriff auf komplett verschlüsselte Systeme –...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Microsoft hat erneut bestätigt, was Datenschutzaktivisten seit Jahren befürchten: <a href="https://www.forbes.com/sites/thomasbrewster/2026/01/22/microsoft-gave-fbi-keys-to-unlock-bitlocker-encrypted-data/">Der Konzern händigt auf gerichtliche Anordnung BitLocker-Verschlüsselungsschlüssel an US-Behörden aus. </a>Damit erhalten FBI und Co. Zugriff auf komplett verschlüsselte Systeme – ein direkter Angriff auf eure Privatsphäre, der durch eine fatale Designentscheidung von Microsoft erst möglich wird.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/ms_bitclocker_decryption-1024x683.png" alt="" class="wp-image-19817" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/ms_bitclocker_decryption-1024x683.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/ms_bitclocker_decryption-300x200.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/ms_bitclocker_decryption-768x512.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/ms_bitclocker_decryption-500x333.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/ms_bitclocker_decryption.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Der Fall: FBI erhält Vollzugriff auf verschlüsselte Laptops</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im US-Außengebiet Guam ermittelten Bundesrichter gegen Verdächtige, die sich angeblich am Covid-Hilfsprogramm bereichert hatten. Die Beweise sollten drei Laptops liefern – verschlüsselt mit BitLocker. Statt an der Verschlüsselung zu scheitern, forderten die Ermittler per Gerichtsbeschluss die Schlüssel direkt von Microsoft an. Der Konzern lieferte bereitwillig. Pro Jahr soll es etwa 20 solcher Fälle geben – Tendenz vermutlich steigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was hier so technisch klingt, ist ein fundamentaler Bruch des Verschlüsselungsversprechens: Festplattenverschlüsselung soll eure Daten vor unbefugtem Zugriff schützen. Wenn aber der Hersteller der Verschlüsselungssoftware selbst Zugang zu euren Schlüsseln hat und diese auf Anfrage herausgibt, dann ist die Verschlüsselung wertlos.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das eigentliche Problem: Microsoft speichert eure Schlüssel standardmäßig in der Cloud</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kernproblem liegt in Microsofts Systemarchitektur. Bei der Installation von Windows 10 und 11 werdet ihr standardmäßig aufgefordert, euch mit einem Microsoft-Konto anzumelden. Was Microsoft euch dabei verschweigt: Euer BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel landet automatisch und ungefragt in der Microsoft-Cloud. Unverschlüsselt. Für Microsoft – und damit für US-Behörden – jederzeit zugänglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese „Komfort-Funktion" ist standardmäßig aktiviert. Die meisten Nutzer haben keine Ahnung, dass ihre vermeintlich sichere Festplattenverschlüsselung durch diese Hintertür komplett ausgehebelt wird. Microsoft begründet dies mit der Benutzerfreundlichkeit: Wer seinen Schlüssel verliert, kann so einfacher auf seine Daten zugreifen. Die Wahrheit ist: Ihr verliert die Kontrolle über eure eigenen Daten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft selbst räumt das Risiko in einer Stellungnahme ein: <strong>„Wenn die Wiederherstellung von Schlüsseln einfach ist, besteht auch das Risiko eines ungewollten Zugangs."</strong> Trotzdem bleibt die Cloud-Speicherung der Schlüssel der Standard. Die Verantwortung wird heuchlerisch auf euch abgewälzt: „Kunden sind in der besten Position, um zu entscheiden, wie sie ihre Schlüssel verwalten" – nur dass die meisten Kunden nicht einmal wissen, dass diese Entscheidung getroffen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Massenüberwachung durch Design: Microsoft ermöglicht Behördenzugriff auf Millionen Geräte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dimension dieses Problems wird deutlich, wenn man sich die Verbreitung von Windows ansieht. Hunderte Millionen Geräte weltweit nutzen BitLocker mit aktivierter Cloud-Schlüssel-Speicherung. Das bedeutet: Microsoft und damit potentiell auch US-Behörden haben theoretisch Zugang zu den Festplatten von Millionen Menschen – Privatpersonen, Unternehmen, Behörden, Journalisten, Aktivisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kryptographie-Experte Matt Green von der Johns Hopkins University bringt es auf den Punkt: „Das sind private Daten auf privaten Computern und Microsoft hat die architektonische Entscheidung getroffen, einen Zugang zu diesen Daten zu haben." Green hebt hervor, dass Microsoft damit alleine steht: Apple und Google implementieren ihre Verschlüsselungssysteme ohne zentrale Zugangsmöglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das FBI-Beispiel zeigt: Wenn Behörden die Möglichkeit haben, nutzen sie diese auch. Besonders problematisch: Mit den BitLocker-Schlüsseln erhalten Ermittler Zugriff auf das komplette Gerät – nicht nur auf die Daten, die für den jeweiligen Fall relevant sind. Ein digitaler Generalschlüssel für euer gesamtes digitales Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">NSAKEY: Microsoft und die NSA – eine lange Geschichte der Zusammenarbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle BitLocker-Kontroverse ist kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine lange Geschichte fragwürdiger Kooperationen zwischen Microsoft und US-Geheimdiensten ein. 1999 entdeckte der Kryptographie-Experte Andrew D. Fernandes eine Variable namens „_NSAKEY" in Windows NT 4.0 – einen 1024-Bit öffentlichen Schlüssel mit direktem Bezug zur National Security Agency (NSA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung löste massive Spekulationen aus: Hatte die NSA eine Hintertür in Windows eingebaut? Microsoft dementierte vehement und behauptete, der Name stamme lediglich daher, dass die NSA die technische Prüfbehörde für US-Kryptographie-Exportkontrollen sei. Die Erklärung überzeugte Sicherheitsexperten nicht. Besonders brisant: In Windows 2000 wurde ein dritter, nicht dokumentierter Schlüssel gefunden, der laut Sicherheitsforscher Dr. Nicko van Someren „fishy" aussah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parallelen zum aktuellen BitLocker-Skandal sind offensichtlich: Damals wie heute geht es um kryptographische Schlüssel in Windows-Systemen, damals wie heute gibt es Verbindungen zu US-Geheimdiensten, und damals wie heute versucht Microsoft, die Vorwürfe herunterzuspielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/NSAKEY">https://en.wikipedia.org/wiki/NSAKEY</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Senator Wyden: „Unverantwortlich, Produkte auszuliefern, die heimliches Ausliefern von Nutzerdaten ermöglichen"</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die politische Kritik ist eindeutig. Ron Wyden, demokratischer Senator und bekannter Datenschutzaktivist, verurteilt Microsofts Vorgehen scharf: Für Tech-Konzerne sei es unverantwortlich, Produkte auszuliefern, die das heimliche Ausliefern von Nutzerdaten ermöglichen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:25%"></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:75%">
<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-prepsaret-com wp-block-embed-prepsaret-com"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="d4phLwuLvn"><a href="https://prepsaret.com/news/sen-wyden-urges-ftc-probe-into-microsoft-over-alleged-cybersecurity-failures/">Sen. Wyden Urges FTC Probe Into Microsoft Over Alleged Cybersecurity Failures</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8220;Sen. Wyden Urges FTC Probe Into Microsoft Over Alleged Cybersecurity Failures&#8221; &#8212; prepsaret.com" src="https://prepsaret.com/news/sen-wyden-urges-ftc-probe-into-microsoft-over-alleged-cybersecurity-failures/embed/#?secret=NbTB5ljfT8#?secret=d4phLwuLvn" data-secret="d4phLwuLvn" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:25%"></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Windows Central bezeichnet es als „schockierend", dass Microsoft die BitLocker-Schlüssel ungesichert in Nutzerkonten hinterlegt. Nutzer würden bei der Installation aktiv dazu hingeleitet, das Schlüssel-Backup zu aktivieren – ohne über die massiven Risiken für ihre Privatsphäre aufgeklärt zu werden. Das ist keine Fahrlässigkeit, das ist System.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Apple und Google: Kein Grund zum Jubeln – auch sie kooperieren mit Behörden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tech-Industrie präsentiert sich gerne als Verteidiger eurer Privatsphäre. Die Realität sieht anders aus. Zwar lieferte sich Apple 2016 einen medienwirksamen Rechtsstreit mit dem FBI um das iPhone des San Bernardino-Attentäters – doch hinter den Kulissen ist die Geschichte wesentlich schmutziger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die meisten nicht wissen: Apple händigt seit Jahren bereitwillig iCloud-Backup-Daten an US-Behörden aus. Laut eigenen Transparenzberichten übergab Apple allein in der ersten Hälfte eines Jahres in 1.568 Fällen Nutzerdaten an die Regierung. Der Grund: iCloud-Backups waren bis 2022 nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt – Apple hatte die Schlüssel und konnte auf richterliche Anordnung zugreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch brisanter: 2018 plante Apple, iCloud-Backups endlich vollständig Ende-zu-Ende zu verschlüsseln. Nach Gesprächen mit dem FBI ließ Apple das Projekt fallen. Reuters berichtete, dass Apple "überzeugt" wurde von den Argumenten der Behörden. Die angebliche Datenschutz-Ikone knickte ein, um es sich nicht mit dem FBI zu verscherzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst Ende 2022 – vier Jahre später – führte Apple "Advanced Data Protection" ein, mit echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für iCloud. Der Haken: Es ist ein Opt-In Feature. Standardmäßig landen eure iCloud-Backups weiterhin unverschlüsselt auf Apples Servern, zugänglich für Behörden mit Gerichtsbeschluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Google steht nicht besser da. Der Konzern baute 2009 eine Backdoor in Gmail, um Behörden bei gültigen Gerichtsbeschlüssen Zugriff zu gewähren. Diese Backdoor wurde von chinesischen Hackern ausgenutzt, um auf sensible US-Überwachungsziele zuzugreifen – ein perfektes Beispiel dafür, warum Hintertüren niemals sicher sind. Sicherheitsexperte Bruce Schneier bestätigte: "Die chinesischen Hacker nutzten genau die Backdoor, die für US-Behörden geschaffen wurde."</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gmail-Emails werden unbegrenzt gespeichert und bei Bedarf an Behörden herausgegeben. Googles automatische Email-Auswertung für Werbezwecke ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Google nutzt eure Daten auch in eigenen Rechtsstreitigkeiten: Im Waymo-vs-Uber-Fall präsentierte Google die Suchverläufe eigener Ex-Mitarbeiter vor Gericht – Suchanfragen wie "wie lösche ich Google Drive Dateien permanent von meinem Computer" wurden gegen sie verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bittere Wahrheit: Alle großen US-Tech-Konzerne kooperieren mit Behörden, wenn es darauf ankommt. Der Unterschied zu Microsoft ist graduell, nicht prinzipiell. Während Microsoft eure BitLocker-Schlüssel standardmäßig in der Cloud speichert, tut Apple dasselbe mit iCloud-Backups (außer ihr aktiviert manuell Advanced Data Protection). Während Microsoft auf richterliche Anordnung Schlüssel herausgibt, tut Apple dasselbe mit Backup-Daten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft ist nicht die einzige Gefahr – es ist nur die offensichtlichste. Wer seine Daten wirklich schützen will, darf sich nicht auf das Marketing von Tech-Konzernen verlassen, egal ob Microsoft, Apple oder Google. Die einzige verlässliche Lösung ist echte, lokale Verschlüsselung ohne Cloud-Speicherung – wie sie LUKS unter Linux bietet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Microsoft behauptet seit 2013, Hintertüren abgelehnt zu haben – die Realität sieht anders aus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft betont öffentlich, dass US-Sicherheitsbehörden bereits 2013 den Einbau einer Hintertür in BitLocker gefordert hätten und man sich dem verweigert habe. Diese Aussage klingt nach Widerstand gegen staatliche Überwachung – ist aber blanker Hohn angesichts der Tatsachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wozu eine zusätzliche Hintertür einbauen, wenn die vorhandene Architektur bereits vollständigen Zugriff ermöglicht? Indem Microsoft eure BitLocker-Schlüssel standardmäßig in seiner Cloud speichert, hat der Konzern faktisch eine Hintertür geschaffen – nur dass diese nicht als solche bezeichnet werden muss. Die öffentliche Verweigerungshaltung ist PR, die Praxis ist Massenüberwachungsinfrastruktur.</p>



<h2 class="wp-block-heading">LUKS unter Linux: So geht echte Verschlüsselung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen. Unter Linux-Systemen kommt standardmäßig <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-luks-und-wann-sollte-ich-meine-festplatte-verschluesseln/" type="post" id="17700">LUKS (Linux Unified Key Setup)</a> zum Einsatz – ein Open-Source-Verschlüsselungssystem, das echte Sicherheit bietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fundamentale Unterschied: Bei LUKS bleiben alle Schlüssel ausschließlich auf eurem eigenen System. Es gibt keine Cloud-Speicherung, keine automatische Übertragung, keine zentrale Stelle, die Zugriff hat. Euer Schlüssel existiert nur auf eurer Hardware – und damit habt ihr die vollständige Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LUKS basiert auf dem <strong>dm-crypt-Kernel-Modul</strong> und setzt auf bewährte Verschlüsselungsalgorithmen wie AES. Der gesamte Code ist Open Source, kann von Sicherheitsforschern weltweit überprüft werden und wird von der Community kontinuierlich auf Schwachstellen untersucht. Das Gegenteil von Microsofts geschlossener, intransparenter BitLocker-Implementierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung von LUKS erfolgt bei den meisten Linux-Distributionen (Ubuntu, Fedora, Debian, etc.) bereits während der Installation. Ihr wählt ein starkes Passwort – fertig. Kein Microsoft-Konto, keine Cloud, keine Hintertüren. Die Verschlüsselung ist standardmäßig so stark, dass selbst Geheimdienste mit massiver Rechenleistung eure Daten nicht entschlüsseln können – vorausgesetzt, ihr nutzt ein sicheres Passwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LUKS unterstützt außerdem Multiple-Key-Slots: Ihr könnt mehrere Passwörter oder Schlüsseldateien für denselben verschlüsselten Container einrichten, etwa für verschiedene Teammitglieder. Ihr könnt Schlüssel jederzeit hinzufügen oder entfernen, ohne die gesamte Partition neu verschlüsseln zu müssen. Echte Kontrolle, echte Flexibilität. <a href="https://yourdevice.ch/mit-luks-verschluesselten-ordner-erstellen/" type="post" id="10045">Es können auch nachträglich Ordner mit LUKS verschlüsselt werden.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie überprüft ihr, ob euer BitLocker-Schlüssel in der Microsoft-Cloud liegt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr Windows nutzt, solltet ihr sofort überprüfen, ob Microsoft euren BitLocker-Schlüssel gespeichert hat:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Meldet euch bei eurem Microsoft-Konto an (<a href="https://account.microsoft.com">account.microsoft.com</a>)</li>



<li>Navigiert zu „<strong>Geräte</strong>" und dann zu „<strong>BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel</strong>"</li>



<li>Wenn dort Schlüssel aufgelistet sind, hat Microsoft Vollzugriff auf eure verschlüsselten Festplatten</li>
</ol>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="772" height="442" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/microsoft-surface-bitlocker-recovery-key-2-3426746469.jpg" alt="" class="wp-image-19818" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/microsoft-surface-bitlocker-recovery-key-2-3426746469.jpg 772w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/microsoft-surface-bitlocker-recovery-key-2-3426746469-300x172.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/microsoft-surface-bitlocker-recovery-key-2-3426746469-768x440.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/microsoft-surface-bitlocker-recovery-key-2-3426746469-500x286.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Funktion lässt sich deaktivieren – allerdings müsst ihr eure BitLocker-Schlüssel dann selbst sicher verwahren. Verliert ihr sie, sind eure Daten unwiederbringlich verloren. Das ist der Preis echter Sicherheit: Eigenverantwortung statt bequemer Überwachung. Leider ist es jedoch fraglich, ob die Keys dann auch wirklich von den Servern gelöscht sind, die Antwort darauf, kann sich jeder selber geben..</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="577" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/Save-the-BitLocker-key-to-the-Microsoft-account-retrospectively-2230904932-1024x577.png" alt="" class="wp-image-19819" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/Save-the-BitLocker-key-to-the-Microsoft-account-retrospectively-2230904932-1024x577.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/Save-the-BitLocker-key-to-the-Microsoft-account-retrospectively-2230904932-300x169.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/Save-the-BitLocker-key-to-the-Microsoft-account-retrospectively-2230904932-768x433.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/Save-the-BitLocker-key-to-the-Microsoft-account-retrospectively-2230904932-500x282.png 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/Save-the-BitLocker-key-to-the-Microsoft-account-retrospectively-2230904932.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die bessere Lösung: Steigt auf Linux mit LUKS um. Open Source, transparent, sicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Trump 2.0: Die nächste Runde im Crypto-Krieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 dürfte das Thema Verschlüsselung und Behördenzugriff wieder auf die politische Agenda rücken. Trump attackierte bereits in seiner ersten Amtszeit Tech-Konzerne wegen ihrer Verschlüsselungssysteme – insbesondere Apple.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage: Wird Microsoft unter einer Trump-Administration noch stärker unter Druck geraten, den Behördenzugriff auszuweiten? Oder wird Microsoft – wie in der Vergangenheit – bereitwillig kooperieren, während sich andere Konzerne wehren?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für euch als Nutzer bedeutet das: Die Bedrohung für eure Privatsphäre durch staatliche Überwachung wird nicht abnehmen. Im Gegenteil. Umso wichtiger ist es, jetzt auf echte Verschlüsselung zu setzen – auf Systeme, die technisch keine Hintertüren ermöglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soll ich Bitlocker deaktivieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, Bitlocker ist ein Schutz gegen Datendiebstahl durch physischen Zugriff auf eure Hardware. Solltet ihr den Laptop verlieren, oder wird dieser gestohlen, ist Bitlocker ein effektiver Schutz gegen Zugriff auf die Daten durch unbefugte Dritte. Jemand der die Festplatte ausbaut, hat somit keinen Zugriff auf die Daten auf der verschlüsselten Festplatte. Ohne Bitlocker kann jeder, der die Platte ausbaut, eure Daten kinderleicht auslesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Microsofts BitLocker ist Sicherheitstheater, kein Schutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">BitLocker mit aktivierter Cloud-Speicherung ist keine Verschlüsselung im eigentlichen Sinne – es ist Sicherheitstheater. Es vermittelt euch ein falsches Gefühl von Sicherheit, während eure Daten für Microsoft und US-Behörden jederzeit zugänglich bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von NSAKEY bis zur aktuellen FBI-Affäre zeigt: Microsoft hat eine lange Tradition der Kooperation mit Geheimdiensten. Der Konzern trifft bewusst Architekturentscheidungen, die Massenüberwachung ermöglichen, und schiebt die Verantwortung heuchlerisch auf euch als Nutzer ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Echte Sicherheit gibt es nur mit echter Verschlüsselung. LUKS unter Linux bietet genau das: Open Source, transparent, ohne Hintertüren. Eure Schlüssel bleiben auf eurem System, unter eurer Kontrolle. Kein Konzern, keine Behörde, niemand hat Zugriff – außer ihr selbst.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weiterführende Links:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>LUKS-Dokumentation: <a href="https://gitlab.com/cryptsetup/cryptsetup">https://gitlab.com/cryptsetup/cryptsetup</a></li>



<li><a href="https://ssd.eff.org/">EFF Guide: Surveillance Self-Defense</a></li>



<li>Microsofts BitLocker-Schlüssel <a href="https://account.microsoft.com/devices">https://account.microsoft.com/devices</a> überprüfen:</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis:</strong> Ihr könnt bei uns in den Kommentaren gerne eure Erfahrungen mit BitLocker oder LUKS teilen. Habt ihr bereits auf Linux umgestellt? Welche Hürden gab es? Lasst es uns wissen!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tuning &#038; Overclocking Guide für Bitaxe und NerdQ Miner</title>
		<link>https://yourdevice.ch/tuning-overclocking-guide-fuer-bitaxe-und-nerdq-miner/</link>
					<comments>https://yourdevice.ch/tuning-overclocking-guide-fuer-bitaxe-und-nerdq-miner/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 13:02:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Bitaxe]]></category>
		<category><![CDATA[bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[mining]]></category>
		<category><![CDATA[NerdQaxe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Läuft euer ASIC Miner noch mit Werkseinstellungen? Oder habt ihr das Gefühl, dass er nicht die Performance bringt, die er sollte? Vielleicht zeigt das Dashboard niedrige Hashrates als das Gerät...</p>
<p>The post <a href="https://yourdevice.ch/tuning-overclocking-guide-fuer-bitaxe-und-nerdq-miner/">Tuning &amp; Overclocking Guide für Bitaxe und NerdQ Miner</a> appeared first on <a href="https://yourdevice.ch">yourdevice.ch - Deine Anlaufstelle für Linux, OpenSource Software und Co</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Läuft euer ASIC Miner noch mit Werkseinstellungen? Oder habt ihr das Gefühl, dass er nicht die Performance bringt, die er sollte? Vielleicht zeigt das Dashboard niedrige Hashrates als das Gerät haben sollte, die Temperaturen sind zu hoch, oder der Stromverbrauch ist im Vergleich zu anderen Geräten zu hoch?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: <strong>Die meisten ASIC Miner laufen nicht optimal ab Werk.</strong> Hersteller setzen konservative Standardeinstellungen, um zu garantieren, dass alle Chips - selbst die schwächsten aus der Produktion - stabil laufen. Das bedeutet aber auch: Euer spezifischer Chip könnte deutlich mehr leisten, effizienter arbeiten oder mit weniger Spannung auskommen. Jeder Chip ist anders, und genau hier liegt euer Potenzial!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="575" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-1024x575.webp" alt="" class="wp-image-19760" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-1024x575.webp 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-300x168.webp 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-768x431.webp 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-1536x862.webp 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-2048x1149.webp 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/oc_guide_title-500x281.webp 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: <a href="https://www.pcbuilder.com.br/post/overclocking-de-cpu-e-gpu">pcbuilder.com.br</a></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was euch in diesem Guide erwartet:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Lernt die Geheimnisse des <strong>Core Voltage &amp; Frequency Tuning</strong> kennen - die beiden wichtigsten Parameter, die über Performance, Effizienz und Stabilität eurer Mining-Hardware entscheiden. Ob ihr nun:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Probleme beheben wollt:</strong> Niedrige Hashrates, instabile Chips oder Hardware-Errors beseitigen</li>



<li><strong>Effizienz steigern möchtet:</strong> Bis zu 20-30% weniger Stromverbrauch bei minimalem Hashrate-Verlust (Undervolting)</li>



<li><strong>Maximum Performance anstrebt:</strong> Sicher übertakten für 5-15% mehr Hashrate (Overclocking)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser umfassende Guide deckt alle drei Szenarien ab - von der Diagnose über die Optimierung bis hin zum sicheren Pushen eurer Hardware-Grenzen. Mit konkreten Beispielen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und technischem Hintergrundwissen ausgestattet, werdet ihr nach diesem Artikel genau wissen, wie ihr das Maximum aus euren Mining-Geräten herausholt!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anfänger-Hinweis:</strong> Falls ihr neu in der Mining Welt seid, empfehlen wir euch, zunächst die <a href="https://yourdevice.ch/die-kleine-bitcoin-solo-mining-bibel/">Bitcoin Mining Bibel</a> zu lesen, damit ihr die Grundlagen des Minings kennen lernt.</p>





<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"></p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Quick Explain: Spannung &amp; Frequenz</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Core Voltage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Stellt euch dies als die Stromversorgung des Mining-Chips' Gehirn (dem Core) vor. Gemessen in Millivolt (mV), bestimmt es, wie viel elektrische Energie dem Chip für seine Berechnungen zur Verfügung steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu niedrige Spannung</strong> führt zu Instabilität ungültigen Shares ("Invalid Shares" oder "Summit-Fehler") und somit zu schlechterer Leistung; <strong>zu hohe Spannung</strong> erhöht die Wärmeerzeugung dramatisch und riskiert Beschädigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technischer Hintergrund:</strong> Der Chip führt im Grunde Berechnungen durch, bei denen Transistoren zwischen An- und Ausgängen schalten. Eine niedrigere Spannung führt dazu, dass diese Übergänge nicht schnell genug erfolgen oder fehlschlagen, besonders bei höheren Frequenzen. Die Spannung bestimmt auch den Schwellenwert, den die Transistoren erreichen müssen – unter diesem Punkt funktioniert der Chip nicht mehr zuverlässig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Taktfrequenz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gemessen in Megahertz (MHz), ist dies die Geschwindigkeit, mit der der Chip seine Hash-Berechnungen durchführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Höhere Frequenz</strong> = mehr Berechnungen pro Sekunde = potentiell höhere Hashrate, aber es benötigt auch mehr Stromzufuhr und erzeugt wesentlich mehr Wärme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technischer Kontext:</strong> Die Frequenz bestimmt, wie viele Male pro Sekunde die internen Logik-Gatter schalten. Bei SHA-256 (Bitcoin Mining) müssen Millionen von logischen Operationen pro Hash durchgeführt werden. Die Frequenz multipliziert sich direkt in der Hashrate-Berechnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die tiefe Verbindung: Voltage × Taktfrequenz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zwei Einstellungen sind <strong>nicht unabhängig</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frequenz erhöhen erfordert Spannung:</strong> Wenn ihr die Frequenz erhöht, schalten die Transistoren schneller. Dies erfordert jedoch, dass die Spannung hoch genug ist, um diese schnelleren Übergänge zuverlässig zu treiben. Eine zu niedrige Spannung bei hoher Frequenz führt zu "Timing Violations" – der Chip kann seine Operationen nicht in der geforderten Zeit abschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Spannung erhöhen kostet Energie &amp; Wärme:</strong> Eine höhere Spannung bedeutet, dass mehr Strom durch die Transistoren fließt. Dies folgt dem Ohmschen Gesetz: P = V² × I / R. Da die Verlustleistung mit dem Quadrat der Spannung zunimmt (oder mit V × I), steigt die Wärmeerzeugung superlinear – eine kleine Spannungserhöhung kann zu einer großen Temperaturerhöhung führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Effizienzkurve (J/TH):</strong> Energieeffizienz wird in Joules per Terahash (J/TH) gemessen. Der optimale Punkt für die meisten ASIC-Chips liegt typischerweise im mittleren Spannungsbereich (nicht zu niedrig, nicht zu hoch) und bei einer Frequenz, die nicht zu weit über dem Factory Default liegt. Das "sweetspot" variiert stark je nach Chip und Batch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gibt es eine universelle "beste" Einstellung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die kurze Antwort: Nein.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werkseinstellungen <strong>(z.B. 1150mV / 550MHz für einen ASIC Chip wie den BM1370)</strong> sind lediglich sichere Startpunkte, die auf Durchschnittswerten über tausende von Chips basieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum Variationen existieren:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Silizium-Loterie (Silicon Binning):</strong> Auch Chips aus demselben Produktionslos zeigen geringfügige physikalische Variationen. Der Halbleiterprozess ist nicht perfekt – Dotierungskonzentrationen, Transistorgeometrie und andere Parameter weichen leicht ab. Das bedeutet, dass jeder Chip ein leicht unterschiedliches Optimal-Fenster für Spannung/Frequenz hat.</li>



<li><strong>Thermal Interface &amp; Wärmeableitung:</strong> Die Qualität der Wärmepaste, die Aufpressdruck und die Anbindung des Heatsinks variieren zwischen Chips. Ein Chip mit besserer thermischer Anbindung kann höhere Frequenzen bei gleicher Temperatur tolerieren.</li>



<li><strong>Power Delivery:</strong> Die Qualität der Stromversorgung und die Stabilität eurer PSU beeinflussen, welche Spannungen zuverlässig geliefert werden können.</li>



<li><strong>Umgebungstemperatur &amp; Kühlung:</strong> Ein Miner in einer kalten Umgebung mit ausgezeichnetem Airflow wird anders OC-grenzen haben als einer in einem warmen Serverraum.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Wann ist dieser Leitfaden relevant</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Guide ist für 3 Szenarien sinnvoll:</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Performance-Optimierung (Overclocking – OC)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher <strong>zusätzliche Performance heraus holen</strong> – natürlich mit Vorsicht!</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Undervolting und Effizienz Tuning</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Möchtet ihr die maximale Effizienz aus eurem Miner herausholen, dann seid ihr in diesen Abschnitt genau richtig. Wir senken die ASIC Spannung so ab, damit der Stromverbrauch sinkt, und die Effizienz des Geräts steigt. Das gute daran, es ist praktisch nicht gefährlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Troubleshooting Underperforming Chips</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn euer Miner-Dashboard konsistent <strong>niedrige Hash-Submissions</strong> ("Invalid Shares", "HW Errors") zeigt, oder die Gesamthashrate konsistent unter Erwartungen liegt – dies deutet oft auf <strong>unzureichende Core Voltage</strong> für die aktuelle Frequenz hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Häufige Fehler:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><code>Low Hashrate</code>: Der Chip hasht, sendet aber weniger als erwartete Shares</li>



<li><code>Invalid Shares</code>: Der Chip produziert ungültige Hashes (falsche Berechnungen)</li>



<li><code>Hardware Errors (HW)</code>: Der Chip schlägt bei der Verarbeitung fehl</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbereitungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Macht euch mit dem User Interface von AxeOS oder der NerdQ Geräte vertraut. Beide Geräte bieten eine saubere und übersichtliche Oberfläche an, um die Performance der Geräte bestens zu überwachen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>AxeOS:</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="654" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-1024x654.jpg" alt="" class="wp-image-19763" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-1024x654.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-300x192.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-768x490.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-1536x980.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-2048x1307.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axe_os_dashboard-500x319.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>NerdQ OS:</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="560" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-1024x560.jpg" alt="" class="wp-image-19764" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-1024x560.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-300x164.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-768x420.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-1536x840.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-2048x1120.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_dashboard-500x273.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In den Dashboards habt ihr den Überblick zur Hashrate, dem Stromverbrauch, die Input Voltage des Netztteils, die ASIC Spannung in Volt, die ASIC Temperatur, die VRM/VR Temperatur, die Lüfterdrehzahl und die Lüfterdrehzahl in Prozent. Diese Angaben helfen euch, den aktuellen Stand des Gerätes einzuschätzen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">OC Modus freischalten</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In AxeOS</strong> müsst ihr Einstellungen/Settings des Gerätes, und dort den OC Modus freischalten. Dazu muss am Ende des Browserlinks ein</p>



<pre class="wp-block-code"><code>?oc=</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">angehängt werden. Aus </p>



<pre class="wp-block-code"><code>http:&#47;&#47;192.168.5.30/#/settings</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">wird</p>



<pre class="wp-block-code"><code>http://192.168.5.30/#/settings<strong>?oc</strong>=</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Danach zeigt sich ein gelber Banner mit einem Warnhinweis:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="339" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-1024x339.jpg" alt="" class="wp-image-19795" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-1024x339.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-300x99.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-768x254.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-1536x509.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-2048x678.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_OC_Settings-500x166.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf den NerdQ Geräten</strong> könnt ihr das über einen einfach Button tun:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="185" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-1024x185.jpg" alt="" class="wp-image-19767" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-1024x185.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-300x54.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-768x139.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-1536x278.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-2048x371.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdq_danger_zone-500x90.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Danach könnt ihr die Frequenzen und die Spannungen freier auswählen und feiner abstimmen</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lüftersteuerung kennen lernen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bitaxen und NerdQ Geräte verfügen über eine automatische Lüftersteuerung, welche nach einem <strong>Temperatur Target</strong> arbeitet. Heisst also, die Lüfter Geschwindigkeit <strong>passt sich automatisch an die ASIC Temperatur</strong> an. Erhöht ihr Frequenz und Spannung, steigt nicht unbedingt die Chip Temperatur, sondern die Lüfterdrehzahl erhöht sich, bis das Maximum von 100% erreicht ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Sicherheitsgründen sollte ein Lüfter nicht bei 100% im automatischen Modus laufen, da hier keinerlei Reserven mehr bestehen, vor allem, wenn es im Raum wärmer werden sollte. Ein gutes Temperatur Target liegt bei 60°c. Optimalerweise dreht der Lüfter dabei bei ca 50% seiner maximalen Drehzahl</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstellungen dazu findet ihr in den Settings von NerdQ oder AxeOS:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="130" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-1024x130.jpg" alt="" class="wp-image-19777" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-1024x130.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-300x38.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-768x98.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-1536x196.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-2048x261.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axOS_temp_target-500x64.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">AxeOS Temperatur Target</figcaption></figure>
</div>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="235" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-1024x235.jpg" alt="" class="wp-image-19778" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-1024x235.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-300x69.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-768x176.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-1536x353.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-2048x470.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_temp_target-500x115.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">NerdQ OS Tempertur Target</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Bei Geräten mit besseren Kühlern kann man das Temperatur Target auch etwas absenken, sollte sich der Kühler zu fest langweilen, und der Lüfter mit sehr niedriger Drehzahl arbeiten. Generel kann man sagen, dass sich kühlere Chips besser übertakten lassen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Temperatur Grenzen der Bitaxen und NerdQ Geräten</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wichtig zu wissen: </strong>die ASIC Chips sollten wenn möglich <strong>70° nicht überschreiten</strong>. Aus Sicherheitsgründen fahren die meissten Home Miner bei über 70° herunter. Danach schaltet sich der Überhitzungsschutz ein. Dieser wird euch deutlich in den Einstellungen der Miner angezeigt. Deaktiviert den Überhitzungsschutz, und stellt die Standardwerte der Chips wieder ein (<strong>BM1370 = 525mhz bei 1.15v</strong>)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Teil 1: Der vorsichtige Weg zum Overclocking</h2>



<h3 class="wp-block-heading">⚠️ WARNUNG: Overclocking birgt Risiken</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ihr weiterlest, müsst ihr diese Risiken verstehen und akzeptieren:</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Fortgeschrittenes Wissen erforderlich</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ihr benötigt ein solides Verständnis von Elektronik, eurer spezifischen Hardware und Kühlungsgrenzen</li>



<li>Ein naives "einfach mehr Frequenz" Experiment wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Problem und Instabilitäten führen</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">2. Hardware-Schadensrisiko</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Bleibende Schäden möglich:</strong> Falsche Einstellungen können euren ASIC-Chips oder Hashboards <strong>permanent beschädigen</strong></li>



<li><strong>Point of No Return:</strong> Einige Schäden (z.B. gebrannte Transistoren) können nicht repariert werden</li>



<li><strong>Kettenschaden-Effekt:</strong> Ein überhitzter Chip kann umliegende Komponenten beschädigen</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">3. Wärme &amp; Effizienz Herausforderungen</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Overclocking kann die <strong>Wärmeerzeugung dramatisch erhöhen</strong> – potentiell um 50% oder mehr</li>



<li><strong>Power Consumption erhöht sich</strong> (gemessen in Watts): Dies ist nicht linear. Eine 10% Frequenzerhöhung + Spannungserhöhung könnte zu 20–30% mehr Stromverbrauch führen</li>



<li><strong>Effizienz sinkt</strong> (gemessen in J/TH – Joules pro Terahash): Wenn ihr 40% mehr Strom für 15% mehr Hashrate braucht, wurde eure Effizienz durch OC unverhältnismässig <strong>verschlechtert</strong></li>



<li><strong>Lebensdauer der Hardware</strong> kann drastisch sinken (halbe Lebensdauer ist nicht selten bei aggressivem OC)</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">4. Kühlung ist existentiell</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ihr <strong>solltet</strong> eine ausreichende Kühlung haben, bevor ihr OC versucht:
<ul class="wp-block-list">
<li>Niedrige Umgebungstemperaturen (idealerweise &lt; 25°C)</li>



<li>optimierter Airflow, guter Lüfter</li>



<li>Hochwertige Heatsinks oder sogar Flüssigkeitskühlung für extreme OC</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Überhitzung ist der schnellste Weg zum Versagen.</strong> Ein überheizter Chip wird zum "Brick".</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">5. Garantieverlust</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Overclocking führt zum Garantieverlust eures Gerätes. Wenn er durchbrennt, wars das. Es gibt sicherlich keinen Ersatz vom Verkäufer!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn ihr die Risiken akzeptiert: Die methodische OC-Prozedur</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Voraussetzungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ihr ein einziges MHz erhöht, überprüft diese Bedingungen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Baseline Stabilität</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Euer Miner läuft 100% stabil mit den aktuellen Einstellungen</li>



<li>Keine unerklärten Fehler oder spontanen Reboots über Stunden hinweg</li>



<li>Alle Chips senden konsistent gültige Shares und die erwartete Hashrate wird auch tatsächlich erreicht</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Temperatur im grünen Bereich</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>ASIC Core Temp</strong> liegt stabil bei ~60°C oder eurem eingestelltem Target</li>



<li><strong>VRM (Voltage Regulator)</strong> liegt unter ~70°C</li>



<li>Der Lüfter dreht bei 50% seiner maximalen Drehzahl im automatischen Modus</li>



<li>Diese "Sicherheitsmargen" geben euch Platz für die Wärmesteigerung durch OC</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Stromversorgung mit Headroom</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Euer Netzteil hat <strong>30% Kopfraum</strong> über dem aktuellen Stromverbrauch
<ul class="wp-block-list">
<li>Beispiel: Wenn euer Miner aktuell <strong>75W</strong> zieht, sollte euer Netzteil mind. <strong>110W</strong> haben</li>



<li>Grund: Netzteile die am Limit arbeiten PSUs werden instabil, liefern niedrigere Spannung, können ausfallen</li>
</ul>
</li>



<li>Überprüft die PSU-Kabelqualität (keine beschädigten, frayed oder überheizten Kabel)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Bitaxe mit aussreichender Kühlung und genügend Spielraum:</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="180" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-1024x180.jpg" alt="" class="wp-image-19774" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-1024x180.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-300x53.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-768x135.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-1536x270.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-2048x360.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-500x88.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Temperatur liegt bei 60°, der Lüfter ist erst bei 42%</p>



<h4 class="wp-block-heading">Overclocking Schritt für Schritt durchführen</h4>



<h5 class="wp-block-heading">Schritt 1: Kleine Frequenzerhöhung</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Erhöht die Frequenz für <strong>der Chips um +10 MHz</strong> (z.B. von 550 auf 560MHz).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum +10 MHz?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Groß genug, um messbar zu sein (nicht in dem Rauschen der Mess-Variabilität)</li>



<li>Klein genug, um bei Instabilität schnell zu erkennen</li>



<li>Standard in der Mining-Community</li>
</ul>



<h5 class="wp-block-heading">Schritt 2: Speichern &amp; Neustart</h5>



<p class="wp-block-paragraph">In neueren Version von AxeOS und NerdQ OS muss das Gerät nicht neugestartet werden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="332" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-1024x332.jpg" alt="" class="wp-image-19768" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-1024x332.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-300x97.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-768x249.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-1536x498.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-2048x664.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_oc_step1-500x162.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<h5 class="wp-block-heading">Schritt 3: Kritisches Monitoring (15–30+ Minuten)</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der wichtigste Schritt. Geht ins Dashboard und beobachtet intensiv:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3a) Stabilität &amp; Submissions</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Sind alle Shares gültig?</strong> Keine neuen "Invalid Shares" oder "HW Errors"?</li>



<li><strong>Ist die beobachtete Hashrate nahe der erwarteten Hashrate</strong> für die neue Frequenz?
<ul class="wp-block-list">
<li>Die Firmware des Miners oder der Pool sollte euch die erwartete Rate für 560MHz anzeigen</li>



<li>Wenn eure beobachtete Hashrate sinkt oder unter der Erwartung liegt, ist das ein Zeichen, dass zu wenig Spannung am Chip anliegt</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Konsistenz:</strong> Ist die Hashrate stabil oder "flattert" sie?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3b) Temperatur-Überwachung</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Temperatur-Steigerung:</strong> Wieviel ist die Drehzahl des Lüfters, oder die Temperatur des ASICS und der VRMs durch die +10MHz Frequenzerhöhung gestiegen? </li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3c) Hardware Errors &amp; Log-Überwachung</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Tauchen neue Fehler auf? Spezifisch:
<ul class="wp-block-list">
<li><code>nonce_range_err</code> – kann auf Timing Violations hindeuten</li>



<li><code>device_hw_errors</code> – Chip-Fehler</li>



<li><code>shares_stale</code> – seltener, aber kann auf "zu lange Berechnung" hinweisen</li>
</ul>
</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo beobachten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Miner Web-Interface (Live Hashrate, Temperature, Error Counter)</li>



<li>Pool Dashboard: Ist die Accepted vs. Rejected Rate stabil?</li>
</ul>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="577" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-1024x577.jpg" alt="" class="wp-image-19769" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-1024x577.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-300x169.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-768x433.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-1536x865.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-2048x1154.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_dashboard_step2-500x282.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Das Dashboard zeigt eine stabile Temperatur, der Lüfter ist nicht ausgereizt, die VRMs bleiben schön kühl.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Schritt 4: Stabil? Wiederholt die Frequenzerhöhung</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Falls alles ok ist nach 30 Minuten Monitoring:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Erhöht die Frequenz um weitere +10 MHz (z.B. 560 → 570MHz)</li>



<li>Speichert oder Startet neu bei älteren Versionen</li>



<li>Geht zurück zu Schritt 3 – monitort erneut</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Typisches OC-Szenario:</strong></p>



<pre class="wp-block-code"><code>550MHz (Baseline, stabil) 
→ 560MHz (+10) - stabil, +0°C, 0 Fehler, Temperatur OK ✓
→ 570MHz (+10) - stabil, +0°C, 0 Fehler, Temperatur OK ✓
→ 580MHz (+10) - stabil, +0°C, 0 Fehler, Temperatur OK ✓
→ 590MHz (+10) - stabil, +1°C, 0 Fehler, Temperatur OK ✓
→ 600MHz (+10) - stabil, +2°C, 0 Fehler, Temperatur OK ✓
→ a) 610MHz (+10) - instabil (Fehler oder Hashrate sinkt), Temperatur OK, x
→ b) 610MHz (+10) - stabil, Temperatur zu hoch, x

a) ihr müsst die ASIC Spannung um 10mv erhöhen und nochmals testen
b) ihr müsst für eine bessere Kühlung sorgen
</code></pre>



<h5 class="wp-block-heading">Schritt 5: Instabilität erkennen und beheben</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr nach 30 Minuten bei der neuen Frequenz <strong>Fehler oder niedriger Hashrate</strong> seht:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diagnose:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die aktuelle Frequenz ist an der Grenze der Stabilität der Spannung</li>



<li>ihr benötigt <strong>mehr Spannung</strong>, um diese Frequenz stabil zu halten</li>



<li>ihr benötigt eine bessere Kühlung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maßnahme: Core Voltage erhöhen</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Erhöhe die Core Voltage um <strong>+10mV</strong> (z.B. 1150 → 1160mV) für die instabilen Chips</li>



<li>Speichern &amp; Neustart</li>



<li>Monitort erneut (mindestens 30 Minuten)</li>



<li><strong>Sehr wichtig:</strong> Monitor die Temperatur intensiv!
<ul class="wp-block-list">
<li>Eine Spannungserhöhung erzeugt disproportional mehr Wärme</li>



<li>Beispiel: +10mV könnte +3–4°C an Temperatur hinzufügen</li>
</ul>
</li>
</ol>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="282" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-1024x282.jpg" alt="" class="wp-image-19770" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-1024x282.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-300x83.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-768x212.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-1536x423.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-2048x564.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_mit_mehr_spannung-500x138.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Szenario-Beispiel:</strong></p>



<pre class="wp-block-code"><code>Versuch: 610MHz @ 1150mV
→ Nach 10min: 50 Invalid Shares, Hashrate sinkt

Lösung: 610MHz @ 1160mV (Spannung +10mv)
→ Nach 30min: 0 Fehler, aber Temp ist von 60°C auf 65°C gestiegen ✓
→ Akzeptabel! Speichern.

Nächster Versuch: 620MHz @ 1160mV
→ Nach 15min: Neue Fehler, 645 Invalid Shares
→ Wieder Spannung erhöhen? Vielleicht nicht. Temp ist bereits bei 65°C.
→ Lieber bei 610MHz @ 1160mV stoppen.</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Falle ist aufgrund der besseren Kühlung das Gerät immer noch bei 60°, aber der Lüfter dreht schon deutlich schneller <strong>bei 54%</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="169" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-1024x169.jpg" alt="" class="wp-image-19771" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-1024x169.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-300x49.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-768x126.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-1536x253.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-2048x337.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_oc_status-500x82.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<h5 class="wp-block-heading">Schritt 6: Überhitzung erkannt? (Stop!)</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn während eines Versuches die Temperaturen in den gefährlichen Bereich schießen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sichere Schwellenwerte (harte Limiten):</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>ASIC Core Temp &gt; 70°C:</strong> Gefährliche Zone. Der Chip kann sich automatisch abschalten.</li>



<li><strong>VRM Temp &gt; 85°C:</strong> Kritisch. Mehr Airflow ist notwendig</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn ihr dies seht: sofort stoppen!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maßnahme: Rollback</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Revertier</strong>t die letzte Frequenz- oder Spannungserhöhung, die diese Temperaturen ausgelöst hat
<ul class="wp-block-list">
<li>Wenn die Temp bei 620MHz zu hoch wurde, gehe zurück auf 610MHz</li>



<li>Oder wenn die Temp bei 1170mV stieg, geht zurück auf 1160mV</li>
</ul>
</li>



<li>Speichert &amp; Startet erneut, verifiziert, dass Temps zurück zu sicheren Werten gehen</li>



<li><strong>Danach:</strong> Um weiter zu gehen, benötigt ihr Kühlungs-Upgrades:
<ul class="wp-block-list">
<li>Bessere/stärkere Ventilatoren</li>



<li>Niedrigere Umgebungstemperatur</li>



<li>Flüssigkeitskühlung (für extreme OC)</li>



<li>Bessere Airflow-Umgebung</li>
</ul>
</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warnung:</strong> Das Ignorieren von Temperaturwarnungen ist der sicherste Weg zu permanenten Hardware-Schäden oder Bränden. Respektiert die Grenzen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Schritt 7: Die OC-Grenze finden</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wiederholt diese Zyklen (Freq erhöhen → Monitoren → Falls instabil, Spannung erhöhen → Monitoren temps):</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr stoppt, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Ihr hast dein Ziel-Performance-Level erreicht</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Z.B. wolltet ihr 20% mehr Hashrate, und ihr habt sie erreicht bei akzeptablen Temps &amp; Spannungen ✓</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Instabilität lässt sich nicht mit mehr Spannung beheben</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Z.B. bei 700MHz @ 1200mV ist immer noch instabil bei 700MHz @ <strong>1250mV</strong></li>



<li>Das bedeutet: Die Hardware kann diese Frequenz physikalisch nicht stabil halten (selbst mit höherer Spannung)</li>



<li>Das ist die Hardware-Grenze</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Thermische Grenzen erreicht</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>ASIC Temps sind konsistent &gt; 70°C</li>



<li>VRM Temps nähern sich 85°C</li>



<li>Weitere Erhöhungen würden zu Shutdowns oder Schäden führen</li>
</ul>
</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die "ideale" OC-Zone:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Frequenz-Gewinn:</strong> +10–15% über Baseline (z.B. 550 → 610MHz) ist "konservativ"</li>



<li><strong>Spannungs-Erhöhung:</strong> +20–30mV über Baseline ist "moderat"</li>



<li><strong>Temperatur-Erhöhung:</strong> +15°C über Baseline wird noch akzeptiert</li>



<li><strong>Alles darüber:</strong> Aggressives OC mit hohem Risiko</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Die perfekte OC-Einstellung finden: Ein vollständiges Beispiel</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Angenommen, eure Baseline ist:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>Frequency: 550MHz
Core Voltage: 1150mV
Temp: 60°C
Hashrate: 1070 GH/s (100%)
Power Draw: 18
Efficiency: 16.0 J/TH
Standard Kühlblock und Lüfter
</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>OC-Versuch Gerät Nummer 1 mit Standard Kühler, schlechter ASIC Chip:</strong></p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Schritt</th><th>Freq</th><th>Volt</th><th>Hashrate</th><th>Temp</th><th>Fehler</th><th>Power</th><th>J/TH</th><th>Status</th></tr></thead><tbody><tr><td>1</td><td>550</td><td>1150</td><td>1100 GH/s</td><td>60°C</td><td>Nein</td><td>17W</td><td>16.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>2</td><td>570</td><td>1150</td><td> 1130GH/s</td><td>60°C</td><td>Ja (5% inv)</td><td>17.5W</td><td>16.5</td><td>⚠ Instabil</td></tr><tr><td>3</td><td>590</td><td>1160</td><td>1170 GH/s</td><td>63°C</td><td>Nein</td><td>19W</td><td>17.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>4</td><td>610</td><td>1160</td><td>1240 GH/s</td><td>64°C</td><td>Ja (10% inv)</td><td>19.5W</td><td>17.5</td><td>⚠ Instabil</td></tr><tr><td>5</td><td>630</td><td>1170</td><td>1300 GH/s</td><td>68°C</td><td>Nein</td><td>21W</td><td>19.0</td><td>⚠ Borderline</td></tr><tr><td>6</td><td>640</td><td>1170</td><td>1310 GH/s</td><td>71°C</td><td>Ja</td><td>23W</td><td>20.0</td><td>❌ Zu heiß</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit: Optimales OC-Fenster liegt bei 590 MHz @ 1160 mV</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum Schritt 3 statt Schritt 5?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Schritt 5 (630 MHz @ 1170 mV) die höchste Hashrate von 1300 GH/s erreicht, ist dies nicht das beste Gesamtpaket:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Stabilität</strong>: Schritt 3 ist vollständig stabil (0 Fehler), Schritt 5 ist nur Borderline</li>



<li><strong>Temperatur</strong>: 63°C vs. 68°C – noch im grünen Bereich</li>



<li><strong>Effizienz</strong>: 17.0 J/TH ist deutlich besser als 19.0 J/TH bei Schritt 5</li>



<li><strong>Hashrate-Gewinn</strong>: +6,4% gegenüber Schritt 1 (1100 → 1170 GH/s)</li>



<li><strong>Stromeffizienz</strong>: +2W mehr Verbrauch, aber stabiles System</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schritt 5 als risikobereite Alternative:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>+18,2% Hashrate (1300 GH/s)</li>



<li>Aber: Borderline-Status, höhere Temps, schlechtere Effizienz</li>



<li>Nur für aggressive Mining-Szenarien ohne Langzeitstabilität gefordert</li>



<li></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>OC Versuch Gerät Nummer 2 mit The Bitchin' Sink Kühler und dem Gelid Black Magic und zusätzlichen Effizienz Tuning</strong></p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Schritt</th><th>Freq</th><th>Volt</th><th>Hashrate</th><th>Temp</th><th>Fehler</th><th>Power</th><th>J/TH</th><th>Status</th></tr></thead><tbody><tr><td>1</td><td>550</td><td>1150mv</td><td>1.07 TH/s</td><td>60°C</td><td>Nein</td><td>17W</td><td>16.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>2</td><td>570</td><td>1150mv</td><td>1.10 TH/s</td><td>60°C</td><td>Nein</td><td>17.5W</td><td>16.5</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>3</td><td>590</td><td>1150mv</td><td>1.17 TH/s</td><td>60°C</td><td>Nein</td><td>19W</td><td>17.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>4</td><td>610</td><td>1150mv</td><td>1.24 TH/s</td><td>60°C</td><td>Nein</td><td>19.5W</td><td>17.5</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>5</td><td>630</td><td>1150mv</td><td>1.29 TH/s</td><td>61°C</td><td>Nein</td><td>23W</td><td>19.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>6</td><td>640</td><td>1150mv</td><td>1.31 TH/s</td><td>62°C</td><td>Nein</td><td>23W</td><td>20.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>7</td><td>640</td><td>1140mv</td><td>1.31 TH/s</td><td>61°C</td><td>Nein</td><td>21W</td><td>19.0</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>8</td><td>640</td><td>1130mv</td><td>1.31 TH/s</td><td>60°C</td><td>Nein</td><td>19.5W</td><td>18.5</td><td>✓ OK</td></tr><tr><td>9</td><td>640</td><td>1120mv</td><td>1.25 TH/s</td><td>60°c</td><td>Ja</td><td>19.0W</td><td>18.0</td><td>⚠ Instabil</td></tr><tr><td>10</td><td>640</td><td>1130mv</td><td>1.31 TH/s</td><td>60°c</td><td>Nein</td><td>19.5W</td><td>18.5</td><td>✓ OK</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit: OC-Versuch Gerät Nummer 2 – Optimales Fenster bei 640 MHz @ 1130 mV</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Versuch zeigt deutlich bessere Ergebnisse als der erste. Mit dem The Bitcoins Sink Kühler und dem Gelid Black Magic Lüfter erreichen wir maximale Performance bei minimaler Spannung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Optimaler Betriebspunkt: Schritt 8 / Schritt 10 (identisch)</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Hashrate: 1.31 TH/s (+22,4% vs. Baseline)</li>



<li>Spannung: 1130 mV (deutlich niedriger als Schritt 6!)</li>



<li>Temperatur: 60°C (sehr kühl)</li>



<li>Stromverbrauch: 19.5W (sehr effizient)</li>



<li>Effizienz: 18.5 J/TH</li>



<li>Status: ✓ OK (vollständig stabil)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum besser als Schritt 6?</strong> Beide erreichen 1.31 TH/s, aber:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schritt 6: 1150mV, 23W, 20.0 J/TH</li>



<li>Schritt 8/10: 1130mV, 19.5W, 18.5 J/TH</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 20mV weniger Spannung spart ihr 3.5W Stromverbrauch und verbessert die Effizienz um 7,5%. Das ist die perfekte Kurve für Langzeitbetrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Grenzbereich erkannt:</strong> Schritt 9 (1120mV) zeigt Instabilität – 1130mV ist die sichere Untergrenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit:</strong> Der bessere Kühler ermöglicht deutlich aggressiveres Tuning mit gleichzeitig besserer Effizienz. Das ist ein sehr sauberes Ergebnis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Realität der OC-Risiken</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Die Risiken sind real:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Potentielle Belohnung (höhere Hashrate) kommt mit erheblichen Risiken</li>



<li>Permanente Hardware-Schäden möglich</li>



<li>Brandgefahr durch Überhitzung</li>



<li>Herstellergarantie oft ungültig nach OC</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Effizienz ist King:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Höhere Frequenz und Spannung erhöhen den Stromverbrauch drastisch</li>



<li>Berechnet: Kostet mich der Extra-Strom mehr als die Extra-Bitcoin-Hashrate wert ist?</li>



<li>Beispiel: +30% Strom für +10% Hashrate = schlechtes Geschäft</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Stromqualität ist entscheidend:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>In Regionen mit instabilen Stromnetzen (Brownouts, Spitzen, Solar/Wind-Fluktuationen) <strong>NICHT ÜBERTAKTEN</strong></li>



<li>Instabile Stromversorgung während OC ist ein Sicherheitsrisiko</li>



<li>Investiere in hochwertige Stromversorgungen (Modularität, Überlastschutz, bessere Netzteile)</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Umgebungsfaktoren:</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>In heißem Klima (&gt;30°C Umgebungstemperatur): Sehr konservativ mit OC</li>



<li>In kaltem Klima (&lt;15°C): Mehr Spielraum für OC</li>



<li>Raumluftqualität (Staub, Verschmutzung) wirkt sich auf Kühlung aus</li>
</ul>
</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Best Practices für sichere OC</h3>



<p class="wp-block-paragraph">✅ <strong>DO:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Startet mit sehr kleinen Inkrementierungen (+5 MHz / +5mV wenn ihr sehr vorsichtig sein möchtet)</li>



<li>Monitort obsessiv – mehrere Stunden lang, nicht nur 30 Minuten</li>



<li>Setzt neue Einstellungen nicht über die Nacht, sondern eher am Tag wenn ihr das Gerät überwachen könnt</li>



<li>Dokumentiert alles (Einstellungen, Temperatures, Fehlerate, Hashrate) für zukünftige Referenz</li>



<li>Prioritäre Stabilität &gt; Performance</li>



<li>Haltet Backups eurer aktuellen stabilen Konfiguration</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">❌ <strong>DON'T:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vertraut nicht auf "Online-OC-Rechner" – das beste OC für <strong>euren</strong> Miner müsst ihr empirisch finden</li>



<li>Erhöht nicht Freq UND Volt gleichzeitig – ihr wisst nicht, was was verursacht hat</li>



<li>Ignoriert Temperaturwarnungen</li>



<li>Verzweiflet nicht bei Fehlern – sie sind normal bei der OC-Grenze</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Teil 2: Undervolting - Effizienz steigern und Lautstärke reduzieren</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist Undervolting</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Während Overclocking die Hashrate maximiert, reduziert <strong>Undervolting</strong> die Spannung, um den Stromverbrauch zu senken. Das Beste: <strong>Undervolting ist sicher</strong> - es kann die Hardware nicht beschädigen. Treten Fehler auf oder sinkt die Hashrate zu stark, könnt ihr problemlos zur vorherigen Einstellung zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum Undervolting?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Deutlich geringerer Stromverbrauch (10-20%)</li>



<li>Niedrigere Temperaturen (5-15°C)</li>



<li>Leiser Betrieb (niedrigere Lüftergeschwindigkeit)</li>



<li>Längere Hardware-Lebensdauer als Bonus</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Physik-Trick:</strong> Die Leistungsaufnahme steigt quadratisch mit der Spannung: P ≈ V² × f</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>-10% Voltage = ca. -19% Stromverbrauch</li>



<li>-15% Voltage = ca. -28% Stromverbrauch</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Beispiel: BitAxe Undervolting</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ausgangssituation:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Frequenz: 550 MHz</li>



<li>Voltage: 1.15V (1150mV)</li>



<li>Verbrauch: 18.7W</li>



<li>Temperatur: 60°C</li>



<li>Lüfter: 42%</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="180" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-1024x180.jpg" alt="" class="wp-image-19774" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-1024x180.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-300x53.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-768x135.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-1536x270.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-2048x360.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/bitaxe_base_line-2-500x88.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ziel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Verbrauch reduzieren</li>



<li>Temperaturen senken</li>



<li>Lüfter leiser bekommen</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Der Undervolting-Prozess (Schritt für Schritt)</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 1: Baseline dokumentieren</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Notiert die aktuellen Werte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Voltage: 1150mV</li>



<li>Frequency: 550 MHz</li>



<li>Hashrate: z.B. 1070 GH/s (je nach Chip)</li>



<li>Stromverbrauch: 18.7W</li>



<li>Temperatur: 64-68°C</li>



<li>Lüfter: 100%</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 2: Erste Voltage-Reduktion</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Konservativer Start:</strong> -25mV</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Neue Einstellung: 1100mV (1.10V)</li>



<li>Frequenz bleibt bei 550 MHz</li>



<li>Speichern und Neustart</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alternative - Aggressiver:</strong> -50 bis -75mV</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bei BitAxe mit schlechter Kühlung oft möglich</li>



<li>Neue Einstellung: 1100mV oder 1075mV</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 3: Monitoring (30-60 Minuten)</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was prüfen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>✅ Läuft der Chip stabil? (keine Abstürze)</li>



<li>✅ Hashrate im erwarteten Bereich? (±2-3% ist okay)</li>



<li>✅ Temperatur gesunken? (sollte 3-8°C niedriger sein)</li>



<li>✅ Lüfter langsamer/leiser? (sollte automatisch runterregeln bei niedrigerer Temp)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erfolgs-Indikatoren:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Chip läuft ohne Fehler</li>



<li>Hashrate nur minimal reduziert (0-5%)</li>



<li>Temperatur deutlich niedriger (60°C oder weniger)</li>



<li>Lüfter läuft bei 70-85% statt 100%</li>



<li>Stromverbrauch: 14-16W statt 18W</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warnsignale:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Häufige Hardware-Errors</li>



<li>Hashrate bricht um &gt;10% ein</li>



<li>Chip wird instabil oder resettet</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 4: Weiter optimieren (optional)</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Schritt 2 erfolgreich war, könnt ihr weitermachen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nächster Schritt:</strong> weitere -10mv reduzieren</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beispiel: Von 1100mV auf 1090mV</li>



<li>Wieder 30Min testen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Typische BitAxe Sweet Spots:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Konservativ:</strong> 1100mV (-50mV): ~16W, 62°C, Lüfter 85%</li>



<li><strong>Balanced:</strong> 1100-1050mV (-50 bis -100mV): ~14-15W, 58-60°C, Lüfter 70-80%</li>



<li><strong>Aggressiv:</strong> 1050-1030mV (-150 bis -170mV): ~12-13W, 55°C, Lüfter 60-70%
<ul class="wp-block-list">
<li>Achtung: Kann zu instabil sein, Hashrate-Verlust 5-10%</li>
</ul>
</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 5: Finales Testing</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 24 Stunden Laufzeit:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ist der Betrieb stabil geblieben?</li>



<li>Keine ungewöhnlichen Fehler?</li>



<li>Temperaturen konstant?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Falls instabil:</strong> Voltage um +10-20mV erhöhen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bitaxe mit den neuen Settings:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="180" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-1024x180.jpg" alt="" class="wp-image-19775" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-1024x180.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-300x53.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-768x135.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-1536x270.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-2048x360.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_UV-500x88.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Frequency + Voltage Co-Tuning</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für maximale Effizienz könnt ihr beides anpassen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beispiel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Voltage: 1025mV (-125mV)</li>



<li>Frequency: 525 MHz (-25 MHz)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ergebnis:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Verbrauch: ~14W (-33%)</li>



<li>Temperatur: ~52-55°C</li>



<li>Lüfter: 30% (sehr leise!)</li>



<li>Hashrate: ~1070 GH/s (-11%)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wann sinnvoll:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lautstärke ist Hauptproblem</li>



<li>Kühlung ist limitierend</li>



<li>Hobby-Mining, Hashrate zweitrangig</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Troubleshooting</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Problem: Chip wird instabil</strong> → Voltage um +20mV erhöhen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Problem: Hashrate bricht stark ein (&gt;10%)</strong> → Zu aggressives Undervolting, +10-20mV zurück</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Problem: Temperatur sinkt kaum</strong> → Wärmeleitpaste prüfen, Kühler reinigen, mehr Voltage-Reduktion</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Problem: Lüfter läuft weiter bei 100%</strong> → Lüfter-Steuerung prüfen</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wichtige Hinweise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">✅ <strong>Sicher:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Undervolting beschädigt Hardware nicht</li>



<li>Jederzeit rückgängig machbar</li>



<li>Keine langfristigen Risiken</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">✅ <strong>Vorteile:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Deutlich leiser (Hauptziel bei BitAxe!)</li>



<li>Weniger Stromkosten</li>



<li>Kühlerer Betrieb</li>



<li>Längere Lebensdauer</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">⚠️ <strong>Beachten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Jeder Chip ist anders (Silizium-Lotterie)</li>



<li>Testet in kleinen Schritten</li>



<li>24h-Test für finale Settings</li>



<li>Bei Instabilität einfach zurück zur vorherigen Einstellung</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Teil 3: Beheben von niedriger Hashrate &amp; Instabilität (Tuning Up)</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Diagnose: Wo liegt das Problem</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn euer Miner Dashboard konsistent niedrige Hash-Submissions ("Invalid Shares", "Summit-Fehler") von spezifischen Chips oder dem gesamten Gerät zeigt, oder die Hashrate deutlich unter den Spezifikationen liegt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Ursachen:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Unzureichende Spannung</strong> für die aktuelle Frequenz (häufigste Ursache)</li>



<li>Schlechte thermische Anbindung (Chip überhitzt lokal)</li>



<li>Fehlerhafte Chip/Hashboard</li>



<li>Instabile Stromversorgung</li>



<li>Firmware-Bug oder falsche Pool-Konfiguration</li>
</ol>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_low_hashrate.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="652" height="298" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_low_hashrate.jpg" alt="" class="wp-image-19792" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_low_hashrate.jpg 652w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_low_hashrate-300x137.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/nerdQos_low_hashrate-500x229.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 652px) 100vw, 652px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Hashrate ist tiefer als sie sein sollte</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Ziel dieses Teils</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Finde die <strong>minimale stabile Spannung</strong>, die alle Fehler eliminiert und die erwartete Hashrate bei der aktuellen Frequenz wiederherstellt. Dies optimiert die Energieeffizienz (J/TH) und redzuiert die Fehlerrate.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der sichere Tuning-Prozess</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 1: Diagnose &amp; Identifikation</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nutzt eurer Miner-Management-Interface (AxeOS, Braiins OS+, StockOS, etc.) um zu überprüfen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Expected Hashrate:</strong> Stimmt die Tatsächliche Hashrate mit der Exptected Hashrate überein?</li>



<li><strong>Submission Rate:</strong> Wie viele gültige Shares sendet jeder Chip?</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 2: Baseline dokumentieren</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Notiert die aktuellen Einstellungen für alle Chips oder Problem-Chips:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Core Voltage:</strong> z.B. 1150mV</li>



<li><strong>Frequency:</strong> z.B. 550MHz</li>



<li><strong>Aktuelle Hashrate:</strong> Notiere die beobachtete Rate</li>



<li><strong>Fehler-Rate:</strong> z.B. 10% Invalid Shares</li>



<li><strong>Niedrigere Hashrate</strong> als die Exptected Hashrate</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 3: Kleine Spannungserhöhung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Erhöht die Core Voltage für die problematischen Chips um <strong>+5mV</strong> (z.B. von 1150mV auf 1155mV).</p>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 4: Speichern &amp; Neustart</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Speichert die neuen Einstellungen im Miner-OS</li>



<li>Führt einen <strong>vollständigen Neustart</strong> durch 
<ul class="wp-block-list">
<li>Dies stellt sicher, dass alle Komponenten mit den neuen Parametern initialisiert werden</li>



<li>Verhindert Fehler durch Cache oder teilweise geladene Konfigurationen</li>
</ul>
</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 5: Intensives Monitoring (15-30+ Minuten)</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Beobachtet folgende Metriken <strong>sehr genau:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5a) Submission Rate &amp; Hashrate</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Haben die Fehlerquoten ("Invalid Shares", "HW Errors") abgenommen?</li>



<li>Ist die beobachtete Hashrate jetzt näher an der erwarteten Hashrate für diese Frequenz?</li>



<li>Beispiel: Bei 625MHz solltet ihr die gleiche Hashrate sehen wie zuvor, nur ohne Fehler</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5b) Temperatur</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sind die ASIC-Core-Temperaturen angestiegen? (Ja, aber wie viel?)</li>



<li><strong>Erwartungswert:</strong> +1–3°C pro +10mV Spannungserhöhung ist typisch</li>



<li>Überwachung kritischer Schwellenwerte:
<ul class="wp-block-list">
<li>ASIC Temp nicht über 70</li>



<li>VRMs (Voltage Regulators) &lt; 95°C</li>
</ul>
</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5c) Hardware Errors</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erscheinen neue oder verschiedene Fehlertexte im Log?</li>



<li><code>nonce_range_err</code>: Könnte auf Stromprobleme hindeuten</li>
</ul>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="601" height="320" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_hw_errors.jpg" alt="" class="wp-image-19765" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_hw_errors.jpg 601w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_hw_errors-300x160.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/axeOS_hw_errors-500x266.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo man nach Logs sucht:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>AxeOS:</strong> Web-Interface &gt; Logs &gt; Download Full Log oder im Dashboard</li>



<li><strong>NerdQ OS:</strong> Miner &gt; Log Viewer im Web-Interface</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 6: Iterieren (falls nötig)</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Fehlerquoten nach 30 Minuten Monitoring immer noch hoch sind:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wiederhole Schritt 3: Erhöhe die Spannung um weitere +10mV (z.B. 1160 → 1170mV)</li>



<li>Führe Schritte 4 &amp; 5 erneut durch</li>



<li><strong>Wichtig:</strong> Gehe <strong>schrittweise vor</strong>! Nicht in 50mV-Sprüngen erhöhen.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Typische Progression bei Problemen:</strong></p>



<pre class="wp-block-code"><code>1150mV → 50% Fehler → 1160mV → 20% Fehler → 1170mV → 5% Fehler → 1180mV → 0% Fehler ✓
</code></pre>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 7: Diagnose eines Defekts</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr nach mehreren Inkrementierungen (z.B. bis 1200–1200mV) <strong>immer noch keine Verbesserung</strong> siehst, liegt das Problem wahrscheinlich nicht an der Spannung oder der Chip ist wirklich kein Silikon Lottery Win:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Probleme:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Defekter Chip/Board:</strong> Das Hashboard könnte physikalisch beschädigt sein</li>



<li><strong>Schlechte Wärmeableitung:</strong> Wärmepaste ist trocken oder wurde falsch aufgetragen</li>



<li><strong>Schlechte Stromversorgung zu diesem Board:</strong> Beschädigtes Stromleitungskabel oder Stecker</li>



<li><strong>Firmware-Bug:</strong> Seltener, aber möglich</li>



<li><strong>ASIC Binning:</strong> sehr schlechte ASIC Qualität</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diagnose-Schritte:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Extrahiert die vollständigen Logs und teilt sie mit der Community</li>



<li>Wenn thermisch: Überprüft die Wärmepaste-Konsistenz und Aufpressdruck</li>



<li>Im Extremfall: Wechsel das Board oder den Chip aus, oder sendet das Gerät zurück wo ihr es gekauft habt</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nutzt dieses Wissen weise. Beginnt klein, überwacht obsessiv, priorisiert Stabilität und Kühlung, und respektiert immer die Grenzen der Hardware. Glücklich (und sicheres) Mining! ⛏️</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der praktischen Umsetzung zeigt sich häufig: Ein OC lässt sich in den meisten Fällen rückgängig machen und die Hardware wird wieder normal, solange keine Überhitzung stattgefunden hat. Wenn die Hardware nicht physikalisch beschädigt wurde, könnt ihr zu den Werkseinstellungen zurückkehren – allerdings sind thermische oder elektrische Schäden oft permanent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Punkt: Unterschiedliche Chip-Generationen (BM1368, BM1370, etc.) sollten praktisch nicht mit denselben Einstellungen getuned werden. Während es theoretisch möglich ist, haben unterschiedliche Generationen unterschiedliche Optimalpunkte. Nutzt separate Einstellungen pro Generation, wenn möglich.</p>



<div class="wp-block-kadence-infobox kt-info-box19759_8093a4-16"><span class="kt-blocks-info-box-link-wrap info-box-link kt-blocks-info-box-media-align-top kt-info-halign-center"><div class="kt-blocks-info-box-media-container"><div class="kt-blocks-info-box-media kt-info-media-animate-none"><div class="kadence-info-box-icon-container kt-info-icon-animate-none"><div class="kadence-info-box-icon-inner-container"><span class="kb-svg-icon-wrap kb-svg-icon-fe_alertTriangle kt-info-svg-icon"><svg viewBox="0 0 24 24"  fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"  aria-hidden="true"><path d="M10.29 3.86L1.82 18a2 2 0 0 0 1.71 3h16.94a2 2 0 0 0 1.71-3L13.71 3.86a2 2 0 0 0-3.42 0z"/><line x1="12" y1="9" x2="12" y2="13"/><line x1="12" y1="17" x2="12" y2="17"/></svg></span></div></div></div></div><div class="kt-infobox-textcontent"><h2 class="kt-blocks-info-box-title">Achtung</h2><p class="kt-blocks-info-box-text">Beim Overclocking erlischt die Garantie eurer Geräte. Sollte ein defekt auftreten, habt ihr kein Anspruch auf Ersatz</p></div></span></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Shop verkaufen wir Geräte, welche in der <strong>PowerSave Edition</strong> auf maximale Effizienz, und in der <strong>Special beziehungsweise Black Edition</strong> auf Leistungsfähigkeit bei angepasster Chipspannung und Chipfrequenz optimiert worden sind, ohne dass ihr die Garantie verliert. <a href="https://yourdevice.ch/produkt-kategorie/btc-nodes-zubehoer/">Schaut mal vorbei!</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die BKA Timing-Attacke auf Tor: Eine technische Einordnung</title>
		<link>https://yourdevice.ch/die-bka-timing-attacke-auf-tor-eine-technische-einordnung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 22:38:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im September 2024 sorgte ein Bericht der ARD-Sendung Panorama für Aufsehen in der Privacy-Community: Das Bundeskriminalamt (BKA) soll über mehrere Jahre hinweg sogenannte Timing-Attacken gegen das Tor-Netzwerk durchgeführt haben, um...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 sorgte ein Bericht der ARD-Sendung Panorama für Aufsehen in der Privacy-Community: Das Bundeskriminalamt (BKA) soll über mehrere Jahre hinweg sogenannte Timing-Attacken gegen das <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-das-tor-netzwerk-und-welche-moeglichkeiten-bietet-es-uns/">Tor-Netzwerk</a> durchgeführt haben, um Nutzer zu deanonymisieren. Die Schlagzeilen waren dramatisch, und schnell machte sich Verunsicherung breit: Ist Tor noch sicher? Kann man dem Netzwerk noch vertrauen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort auf diese Fragen ist differenzierter, als es die mediale Berichterstattung vermuten lässt. Dieser Artikel nimmt eine technische Einordnung der BKA-Operation vor und zeigt auf, warum Timing-Attacken zwar theoretisch möglich, in der Praxis aber äußerst aufwendig und für die allermeisten Tor-Nutzer kein realistisches Risiko darstellen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="554" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title-1024x554.jpg" alt="" class="wp-image-19729" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title-1024x554.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title-300x162.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title-768x416.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title-1536x831.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title-500x271.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/tor_attack_title.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Was ist eine Timing-Attacke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu verstehen, was bei der BKA-Operation tatsächlich passiert ist, muss man zunächst das Grundprinzip einer Timing-Attacke verstehen. Tor funktioniert, indem es den Datenverkehr der Nutzer durch mehrere Server (sogenannte Relays oder Nodes) leitet, typischerweise über eine Kette von mindestens drei Servern:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Entry Node (Guard)</strong>: Der erste Server, mit dem der Nutzer sich verbindet</li>



<li><strong>Middle Node</strong>: Ein oder mehrere Zwischenserver</li>



<li><strong>Exit Node</strong>: Der letzte Server, der die Anfrage ins "normale" Internet (Clearnet) weiterleitet</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Verbindungsschicht ist verschlüsselt, sodass kein einzelner Server die gesamte Verbindung sehen kann. Das ist das Kernprinzip von Tor: Kein einzelner Akteur soll gleichzeitig wissen, wer etwas sendet und wohin es gesendet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Timing-Attacke versucht nun, diese Trennung aufzuheben, indem sie Datenpakete zeitlich korreliert. Die grundlegende Idee ist simpel: Wenn ein Angreifer sowohl den Entry Node als auch den Exit Node kontrolliert (oder zumindest überwachen kann), kann er die Zeitstempel der ein- und ausgehenden Datenpakete vergleichen. Stimmen die Timing-Muster überein, lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ableiten, dass beide Datenpakete zur selben Verbindung gehören.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mathematisch und praktisch betrachtet</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher haben gezeigt, dass bereits einfache statistische Methoden wie die Analyse von Paket-Interarrival-Zeiten (die Zeit zwischen aufeinanderfolgenden Paketen) ausreichen können, um Verbindungen zu korrelieren. Algorithmen wie Mutual Information oder Frequency Analysis können verwendet werden, um charakteristische "Fingerabdrücke" im Datenverkehr zu identifizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret funktioniert eine Timing-Attacke in mehreren Schritten:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Beobachtungsphase</strong>: Der Angreifer zeichnet über einen längeren Zeitraum Timing-Daten auf beiden Seiten auf – am Entry Node und am Exit Node (oder am Ziel-Server).</li>



<li><strong>Muster-Extraktion</strong>: Aus den Rohdaten werden charakteristische Merkmale extrahiert:
<ul class="wp-block-list">
<li>Paketgrößen-Verteilung</li>



<li>Burst-Muster (wann werden viele Pakete auf einmal gesendet?)</li>



<li>Interarrival-Zeiten (Abstände zwischen Paketen)</li>



<li>Gesamtvolumen über Zeitfenster</li>



<li>Directional patterns (Upload vs. Download Verhältnisse)</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Korrelationsanalyse</strong>: Statistische Verfahren vergleichen die Muster von verschiedenen Verbindungen. Je höher die Übereinstimmung, desto wahrscheinlicher gehören beide Seiten zusammen.</li>



<li><strong>Konfidenz-Berechnung</strong>: Durch wiederholte Messungen und längere Beobachtungszeiträume kann die Sicherheit der Zuordnung erhöht werden.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem: Diese Attacken funktionieren umso besser, je mehr Traffic ein Angreifer überwachen kann und je weniger andere Verbindungen parallel laufen. Bei einem Netzwerk mit Millionen von Nutzern und tausenden von Nodes wird die Sache schnell kompliziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Komplexität: Stellt euch vor, ihr beobachtet einen Entry Node mit 100 aktiven Verbindungen und einen Exit Node mit 80 aktiven Verbindungen. Rein mathematisch ergeben sich daraus 8.000 mögliche Verbindungskombinationen. Selbst mit perfekten Timing-Daten ist es nicht trivial, die richtigen Paare zu finden – besonders wenn mehrere Nutzer gleichzeitig ähnliche Websites besuchen oder ähnliche Traffic-Muster erzeugen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die BKA-Operation im Detail</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was wissen wir?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Panorama-Bericht und den Recherchen des Chaos Computer Clubs (CCC) hat das BKA zwischen 2019 und 2021 Timing-Attacken durchgeführt, um den Administrator der Darknet-Plattform "Boystown" zu identifizieren. Die Details der Operation wurden nie vollständig offengelegt, aber aus den verfügbaren Informationen lässt sich Folgendes rekonstruieren:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Das BKA betrieb oder überwachte mehrere Tor-Nodes</strong>, sowohl Entry- als auch Middle-Nodes</li>



<li><strong>Die Zielperson nutzte eine veraltete Version der Software Ricochet</strong>, eines anonymen Chat-Programms, das über Tor läuft</li>



<li><strong>Durch wiederholte Verbindungsversuche</strong> erzwang das BKA, dass die Zielperson neue Tor-Circuits aufbaute</li>



<li><strong>Statistisch war es nur eine Frage der Zeit</strong>, bis einer dieser Circuits durch einen vom BKA kontrollierten Middle Node lief</li>



<li><strong>Sobald dies der Fall war</strong>, konnte das BKA durch Timing-Analyse den verwendeten Guard Node identifizieren</li>



<li><strong>Vom Guard Node aus</strong> konnte das BKA bei Telefónica (O2) die IP-Adresse des Nutzers erfragen</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Der entscheidende Schwachpunkt: Veraltete Software</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tor Project selbst geht davon aus, dass die Deanonymisierung primär deshalb gelang, weil der Administrator eine veraltete Version von Ricochet verwendete, die vor 2022 entwickelt wurde. Diese Version enthielt noch keine <strong>Vanguards-lite</strong>-Technologie, die speziell gegen solche Guard-Discovery-Attacken entwickelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vanguards-lite funktioniert, indem es die Auswahl der Middle Nodes nicht mehr vollständig zufällig erfolgen lässt, sondern ein Set von festen "Vanguard"-Nodes definiert, die rotiert werden. Dadurch wird das "unendliche Würfelspiel" eliminiert, bei dem ein Angreifer einfach nur lange genug warten muss, bis sein kompromittierter Node ausgewählt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist deshalb spannend zu sehen, wie die meissten staatstreuen Medien von einem "schweren Schlag für das Tor Project" sprechen, obwohl der das Problem eigentlich der veraltet Ricochet Messenger das Problem war.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="405" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor-1024x405.jpg" alt="" class="wp-image-19731" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor-1024x405.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor-300x119.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor-768x303.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor-1536x607.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor-500x198.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/angeblich_schwerer_schlag_gegen_tor.jpg 1855w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der NDR sprach auch von einer erfolgreichen Unterwanderung von Tor, spricht aber auch nur die nur einen Bruchteil der wirklichen Geschehnisse an:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/aktuell/Anonymisierungsdienst-Tor-angreifbar-Snowden-Effekt-verpufft,tor192.html">https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/aktuell/Anonymisierungsdienst-Tor-angreifbar-Snowden-Effekt-verpufft,tor192.html</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der entscheidende Unterschied: Exit Nodes vs. Onion Services</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kommen wir zum Kern der Sache, der in der Berichterstattung oft untergeht: <strong>Die beschriebene Timing-Attacke funktioniert primär bei Verbindungen ins Clearnet, also wenn ein Exit Node verwendet wird.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Exit Nodes das Problem sind</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Nutzer über Tor auf normale Websites zugreifen (z.B. google.com oder wikipedia.org), verlässt ihr Datenverkehr das Tor-Netzwerk am Exit Node. An diesem Punkt ist der Datenverkehr entschlüsselt (zumindest soweit keine zusätzliche TLS-Verschlüsselung verwendet wird) und kann von einem Angreifer, der den Exit Node kontrolliert, vollständig eingesehen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kontrolliert ein Angreifer nun sowohl den Entry Node als auch den Exit Node, kann er:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Am Entry Node sehen, <strong>wann</strong> bestimmte Datenpakete ins Tor-Netzwerk eingespeist werden</li>



<li>Am Exit Node sehen, <strong>wann</strong> Datenpakete das Netzwerk verlassen und <strong>wohin</strong> sie gehen</li>



<li>Durch Timing-Korrelation beide Enden der Verbindung zusammenführen</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Onion-zu-Onion: Eine andere Liga</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation ändert sich dramatisch, wenn man ausschließlich innerhalb des Tor-Netzwerks bleibt, also auf .onion-Websites (Hidden Services/Onion Services) zugreift. In diesem Fall:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Es gibt keinen Exit Node</strong> – die Verbindung verlässt das Tor-Netzwerk niemals</li>



<li><strong>Beide Seiten sind anonymisiert</strong> – sowohl der Client als auch der Server sind über Tor erreichbar</li>



<li><strong>Die Verbindung erfolgt über einen Rendezvous Point</strong> – einen neutralen Treffpunkt im Netzwerk</li>



<li><strong>Ende-zu-Ende-Verschlüsselung</strong> bleibt durchgehend bestehen</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine erfolgreiche Timing-Attacke müsste ein Angreifer in diesem Szenario:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Entweder den Guard Node des Clients UND den Guard Node des Servers kontrollieren</li>



<li>Oder einen komplexeren Sybil-Angriff durchführen, bei dem er einen signifikanten Teil des Netzwerks kompromittiert</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist um Größenordnungen schwieriger als die "simple" Entry-Exit-Korrelation.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Timing-Attacken kein Alltag sind</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ressourcenaufwand</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Timing-Attacken sind keine "Script-Kiddie"-Angriffe. Sie erfordern:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Infrastruktur</strong>: Der Angreifer muss mehrere Tor-Nodes betreiben oder Zugriff auf die Netzwerkinfrastruktur großer ISPs haben</li>



<li><strong>Zeit</strong>: Die Attacke kann Wochen oder Monate dauern, besonders bei Zielpersonen mit unregelmäßiger Aktivität</li>



<li><strong>Rechenleistung</strong>: Die Korrelation von Millionen von Datenpaketen über tausende von Verbindungen erfordert erhebliche Rechenkapazität</li>



<li><strong>Spezifisches Targeting</strong>: Man kann nicht einfach "alle Tor-Nutzer" deanonymisieren – jede Person muss individuell verfolgt werden</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Staatliche Ressourcen erforderlich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die BKA-Operation zeigt deutlich: Timing-Attacken sind ein Werkzeug, das realistisch nur von staatlichen Akteuren mit erheblichen Ressourcen eingesetzt werden kann. Ein durchschnittlicher Cyberkrimineller, eine Hackergruppe oder selbst ein Unternehmen haben nicht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die rechtlichen Möglichkeiten, ISPs zur Herausgabe von IP-Adressen zu zwingen</li>



<li>Die Infrastruktur, um dutzende Tor-Nodes zu betreiben</li>



<li>Die Zeit und Geduld, eine monatelange Überwachung durchzuführen</li>



<li>Das technische Know-how für hochkomplexe Traffic-Korrelations-Algorithmen</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Statistik und Wahrscheinlichkeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tor-Netzwerk besteht Stand 2025 aus:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Etwa <strong>8.000 aktiven Relays</strong></li>



<li>Davon circa <strong>2.500 Exit Nodes</strong></li>



<li>Über <strong>2 Millionen täglichen Nutzern</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahrscheinlichkeit, dass ein durchschnittlicher Tor-Nutzer zufällig eine Verbindung aufbaut, bei der sowohl Entry als auch Exit Node von einem Angreifer kontrolliert werden, ist extrem gering. Selbst wenn ein Angreifer 10% aller Nodes kontrollieren würde (was eine massive Investition wäre), läge die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1%.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die überwiegende Mehrheit der Tor-Nutzer – Aktivisten, Journalisten, Menschen in repressiven Regimen, Privacy-Enthusiasten – sind Timing-Attacken kein realistisches Bedrohungsszenario.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tor's Verteidigungsmaßnahmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tor Project arbeitet kontinuierlich daran, das Netzwerk gegen verschiedene Angriffsformen zu härten. Seit der Zeitperiode der BKA-Operation (2019-2021) wurden mehrere wichtige Verbesserungen implementiert:</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Vanguards-lite (seit Juni 2022)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vanguards-lite ist die wichtigste Gegenmaßnahme gegen Guard-Discovery-Attacken. Das System funktioniert wie folgt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Statt bei jedem Circuit-Aufbau zufällig neue Middle Nodes zu wählen, verwendet Tor einen Pool von <strong>4 Layer-2-Guards</strong></li>



<li>Diese Guards werden über einen Zeitraum von etwa <strong>2 Wochen</strong> verwendet (mit einer max(X,X)-Verteilung zwischen 1 und 22 Tagen)</li>



<li>Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit drastisch reduziert, dass ein Angreifer durch wiederholte Verbindungsversuche einen seiner Nodes in die Circuit-Kette bekommt</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Vanguards-lite ist seit Tor 0.4.7 <strong>standardmäßig aktiviert</strong> für alle Onion-Service-Aktivitäten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="600" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-1024x600.jpg" alt="" class="wp-image-19735" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-1024x600.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-300x176.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-768x450.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-1536x899.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-2048x1199.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2026/01/vanguard_system-500x293.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tor's Vanguard System, Quelle: torproject.org</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">2. Full Vanguards (optional)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für besonders sicherheitsbewusste Onion-Service-Betreiber gibt es "Full Vanguards", ein noch strengeres System:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es fügt eine <strong>dritte Layer von Guard-Nodes</strong> hinzu</li>



<li>Circuits werden dadurch länger (mehr Hops), was die Latenz erhöht</li>



<li>Die Rotation erfolgt über längere Zeiträume (Wochen bis Monate)</li>



<li>Geeignet für langlebige, hochsichere Services</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">3. Circuit Padding und Timing-Obfuscation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Tor experimentiert mit verschiedenen Techniken, um Timing-Muster zu verschleiern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Packet Padding</strong>: Hinzufügen von Dummy-Daten, um Paketgrößen zu verschleiern</li>



<li><strong>Delayed Transmission</strong>: Künstliche Verzögerungen beim Senden von Paketen, um Timing-Muster aufzubrechen</li>



<li><strong>Traffic Morphing</strong>: Umformung von Traffic-Mustern, damit sie wie normaler HTTPS-Traffic aussehen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Techniken befinden sich teilweise noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase, da sie immer einen Trade-off zwischen Sicherheit und Latenz darstellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">4. Netzwerk-Diversität</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tor Project arbeitet aktiv daran, die Diversität des Netzwerks zu erhöhen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Geografische Verteilung</strong>: Mehr Relays in verschiedenen Ländern</li>



<li><strong>Autonomous System (AS) Diversität</strong>: Verteilung über verschiedene ISPs und Hosting-Provider</li>



<li><strong>Malicious Relay Detection</strong>: Automatische Erkennung und Entfernung verdächtiger Nodes</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">5. Verbessertes Relay-Monitoring</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2021 wurden die Mechanismen zur Erkennung von Angriffen deutlich verbessert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Anomalie-Erkennung bei Circuit-Patterns</li>



<li>Überwachung von ungewöhnlichen Relay-Verhaltensweisen</li>



<li>Schnellere Reaktion auf Sybil-Attacken (bei denen ein Angreifer viele Nodes auf einmal ins Netzwerk einschleust)</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Praktische Empfehlungen für Tor-Nutzer</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was schützt zusätzlich?</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Tor Browser immer aktuell halten</strong>: Die neuesten Versionen enthalten alle Sicherheitsverbesserungen. Der Tor Browser aktualisiert sich in der Regel automatisch, aber es schadet nicht, regelmäßig zu überprüfen, ob ihr die neueste Version verwendet.</li>



<li><strong>Onion Services bevorzugen</strong>: Wann immer möglich, .onion-Versionen von Websites nutzen. Viele große Plattformen bieten mittlerweile Onion-Versionen an:
<ul class="wp-block-list">
<li>New York Times: https://www.nytimes3xbfgragh.onion</li>



<li>ProPublica: https://p53lf57qovyuvwsc6xnrppyply3vtqm7l6pcobkmyqsiofyeznfu5uqd.onion</li>



<li>BBC: https://www.bbcweb3hytmzhn5d532owbu6oqadra5z3ar726vq5kgwwn6aucdccrad.onion</li>



<li>DuckDuckGo: https://duckduckgogg42xjoc72x3sjasowoarfbgcmvfimaftt6twagswzczad.onion</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Bridges verwenden</strong>: Besonders in Regionen mit Tor-Blocking können Bridges zusätzliche Anonymität bieten. Sie verschleiern zusätzlich, dass ihr überhaupt Tor verwendet. Typen von Bridges:
<ul class="wp-block-list">
<li><strong>obfs4</strong>: Verschleiert Tor-Traffic als normalen HTTPS-Traffic</li>



<li><strong>Snowflake</strong>: Verwendet kurzlebige Proxys in Browsern freiwilliger Helfer</li>



<li><strong>meek</strong>: Tarnt Tor-Traffic als normale Verbindungen zu großen Cloud-Diensten (Azure, Google)</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Mehrschichtige Sicherheit</strong>: Kombiniert Tor mit anderen Privacy-Tools:
<ul class="wp-block-list">
<li>VPN + Tor (umstritten, aber in manchen Szenarien sinnvoll)</li>



<li>Tails OS (ein komplettes Betriebssystem, das nur über Tor kommuniziert)</li>



<li>Whonix (isoliert den Tor-Client in einer separaten VM)</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Keine persönlichen Informationen preisgeben</strong>: Die beste technische Sicherheit nützt nichts, wenn man sich selbst identifiziert:
<ul class="wp-block-list">
<li>Verwendet keine Accounts, die mit eurer realen Identität verknüpft sind</li>



<li>Achtet auf Metadaten in hochgeladenen Dateien (EXIF-Daten in Fotos!)</li>



<li>Vermeidet charakteristische Schreibstile oder Formulierungen</li>



<li>Nutzt keine personalisierten Services (Social Media, Cloud-Storage)</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Langlebige Verbindungen vermeiden</strong>: Je länger eine Verbindung besteht, desto mehr Daten stehen für Korrelationsangriffe zur Verfügung. Das Tor-Netzwerk wechselt automatisch alle 10 Minuten die Circuits, aber bei sehr langen Sessions (mehrere Stunden) sollte man den Browser neu starten.</li>



<li><strong>JavaScript mit Bedacht verwenden</strong>: Der Tor Browser bietet verschiedene Sicherheitsstufen:
<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Standard</strong>: JavaScript aktiviert (für normale Websites)</li>



<li><strong>Safer</strong>: JavaScript auf HTTPS-Sites deaktiviert, wo nicht unbedingt nötig</li>



<li><strong>Safest</strong>: JavaScript komplett deaktiviert (sicherste Option, aber viele Websites funktionieren nicht mehr)</li>
</ul>
</li>



<li><strong>Sichere Kommunikation über Tor</strong>: Wenn ihr über Tor kommuniziert:
<ul class="wp-block-list">
<li>Verwendet Ende-zu-Ende-verschlüsselte Messenger (Signal über Tor, Ricochet-Refresh)</li>



<li>Vermeidet E-Mail über Exit Nodes (nutzt Onion-Mail-Services oder PGP)</li>



<li>Seid euch bewusst, dass Exit Nodes unverschlüsselten Traffic mitlesen können</li>
</ul>
</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Spezielle Hinweise für hochsensible Anwendungsfälle</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wer wirklich maximale Sicherheit braucht (Whistleblower, Journalisten in Kriegsgebieten, politische Aktivisten unter autoritären Regimen), sollte zusätzlich beachten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Dedizierte Hardware</strong>: Verwendet einen separaten Computer nur für Tor-Aktivitäten</li>



<li><strong>Öffentliche Netze</strong>: Verbindet euch von wechselnden Orten aus (Cafés, Bibliotheken)</li>



<li><strong>Timing-Variation</strong>: Vermeidet regelmäßige Muster bei der Tor-Nutzung</li>



<li><strong>Professionelle Beratung</strong>: Organisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) oder das Tor Project selbst bieten Sicherheitsberatung an</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist realistisch gefährlich?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für die allermeisten Nutzer sind folgende Bedrohungen relevanter als Timing-Attacken:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Browser-Fingerprinting</strong>: <a href="https://yourdevice.ch/browser-fingerprinting-und-privatspaehre-weniger-plugins-sind-besser/">Identifizierung durch einzigartige Browser-Konfigurationen</a></li>



<li><strong>JavaScript-basierte Angriffe</strong>: Ausnutzung von Sicherheitslücken</li>



<li><strong>Phishing und Social Engineering</strong>: <a href="https://yourdevice.ch/betrugs-pishing-mails-und-sms-identifizieren/">Die klassischen menschlichen Schwachstellen</a></li>



<li><strong>Exit-Node-Überwachung</strong>: Kompromittierte Exit Nodes, die unverschlüsselten Traffic abfangen</li>



<li><strong>Operational Security (OpSec) Fehler</strong>: Versehentliches Preisgeben von Identitätsinformationen</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Einordnung der medialen Berichterstattung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berichterstattung über die BKA-Operation war zweifellos wichtig und hat eine berechtigte Diskussion über die Grenzen von Tor angestoßen. Allerdings muss man konstatieren, dass die Darstellung teilweise irreführend war:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Medien richtig berichtet haben:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es ist staatlichen Behörden mit erheblichen Ressourcen gelungen, Tor-Nutzer zu deanonymisieren</li>



<li>Timing-Attacken sind technisch möglich und wurden erfolgreich durchgeführt</li>



<li>Das Tor-Netzwerk ist nicht absolut unknackbar</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Was in der Berichterstattung zu kurz kam:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Attacke richtete sich gegen eine <strong>veraltete Software</strong> (Ricochet), die seit 2022 durch eine sichere Version ersetzt wurde</li>



<li>Der enorme <strong>Ressourcenaufwand</strong> und die <strong>Dauer</strong> der Operation</li>



<li>Die <strong>spezifischen Umstände</strong> (langlebige Verbindung, Onion Service mit niedriger Nutzerzahl)</li>



<li>Die Tatsache, dass <strong>Onion-zu-Onion-Verbindungen</strong> deutlich schwerer anzugreifen sind als Clearnet-Verbindungen</li>



<li>Die <strong>zahlreichen Verbesserungen</strong>, die Tor seit 2019-2021 implementiert hat</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Die Gefahr der Delegitimierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist nachvollziehbar, dass Berichte über erfolgreiche Deanonymisierungen Unsicherheit erzeugen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Menschen, die auf Anonymität angewiesen sind – Whistleblower, Journalisten in autoritären Staaten, Aktivisten – abgeschreckt werden und auf schlechtere oder gar keine Anonymisierungslösungen zurückgreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität ist: <strong>Tor ist nach wie vor das beste verfügbare Werkzeug für Online-Anonymität.</strong> Keine andere Technologie bietet eine vergleichbare Kombination aus Benutzerfreundlichkeit, Netzwerkgröße und technischer Robustheit. Perfekt ist es nicht – das ist keine Technologie. Aber für die überwältigende Mehrheit der Bedrohungsszenarien ist Tor mehr als ausreichend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Rolle verschiedener Bedrohungsakteure</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wichtig, zwischen verschiedenen Typen von Angreifern zu unterscheiden:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Globale staatliche Akteure (NSA, BKA, etc.)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese haben die Ressourcen für Timing-Attacken, aber:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ihre Kapazitäten sind begrenzt</li>



<li>Sie müssen sich auf hochwertige Ziele konzentrieren</li>



<li>Sie unterliegen (zumindest in Demokratien) rechtlichen Beschränkungen</li>



<li>Sie setzen solche Methoden nur bei schweren Verbrechen ein</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Autoritäre Regime</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese können ebenfalls Timing-Attacken durchführen, haben aber oft:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Weniger technisches Know-how</li>



<li>Beschränkten Zugriff auf internationale Netzwerkinfrastruktur</li>



<li>Andere, einfachere Überwachungsmethoden zur Verfügung (z.B. lokale ISP-Überwachung)</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Kriminelle und Hackergruppen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für diese ist eine Timing-Attacke in den allermeisten Fällen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zu aufwendig</li>



<li>Zu teuer</li>



<li>Zu zeitintensiv</li>



<li>Rechtlich zu riskant (eigene Tor-Nodes zu betreiben macht angreifbar)</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Unternehmen und Werbeindustrie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für Tracking-Zwecke sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Browser-Fingerprinting viel effektiver</li>



<li>Cookie-basierte Methoden ausreichend</li>



<li>Timing-Attacken völlig unpraktikabel</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Technische Entwicklungen und Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung an anonymen Netzwerken steht nicht still. Einige vielversprechende Entwicklungen:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verbesserte Traffic-Obfuscation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher arbeiten an Systemen wie <strong>MUFFLER</strong>, die Egress-Traffic dynamisch verschleiern, um Korrelationsangriffe zu erschweren. Der Overhead bleibt dabei minimal – ein entscheidender Faktor für die Praktikabilität.</p>



<h3 class="wp-block-heading">AI-resistente Anonymität</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Interessanterweise könnte KI sowohl Bedrohung als auch Lösung sein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Bedrohung</strong>: KI-basierte Timing-Analyse könnte präziser werden</li>



<li><strong>Lösung</strong>: KI könnte auch verwendet werden, um Traffic-Muster dynamisch anzupassen und menschliches Verhalten zu simulieren</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Quantum-resistente Kryptographie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Quantencomputer noch keine unmittelbare Bedrohung darstellen, arbeitet Tor bereits an der Integration von Post-Quantum-Kryptographie, um auch gegen zukünftige Bedrohungen gewappnet zu sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verbesserte Netzwerk-Messungen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Projekte wie <strong>FlashFlow</strong> haben gezeigt, dass Tor die Kapazität seiner Relays bisher um etwa 50% unterschätzt. Bessere Messungen könnten zu einer deutlich höheren Netzwerk-Performance führen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Tor ist und bleibt sicher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dieser detaillierten technischen Analyse lässt sich festhalten:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Timing-Attacken sind möglich</strong>, aber alles andere als trivial durchzuführen</li>



<li><strong>Sie erfordern massive Ressourcen</strong>, die nur staatliche Akteure aufbringen können</li>



<li><strong>Die meisten Nutzer sind kein Ziel</strong> für solch aufwendige Operationen</li>



<li><strong>Moderne Tor-Versionen</strong> sind deutlich besser geschützt als die Software, die 2019-2021 verwendet wurde</li>



<li><strong>Onion-zu-Onion-Verbindungen</strong> sind erheblich sicherer als Clearnet-Zugriffe über Exit Nodes</li>



<li><strong>Kontinuierliche Verbesserungen</strong> machen das Netzwerk stetig robuster</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Die BKA-Operation zeigt nicht, dass Tor "unsicher" ist, sondern dass keine Anonymisierungstechnologie absolute Sicherheit bieten kann – besonders nicht gegen Gegner mit nahezu unbegrenzten Ressourcen. Aber genau darauf war Tor auch nie ausgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tor schützt gegen die allermeisten Bedrohungen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kommerzielle Überwachung und Tracking</li>



<li>Lokale Netzwerk-Überwacher (ISPs, Arbeitgeber)</li>



<li>Kriminelle, die an euren Daten interessiert sind</li>



<li>Autoritäre Regime mit begrenzten technischen Fähigkeiten</li>



<li>Zensur und Geoblocking</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Wer als durchschnittlicher Nutzer Tor verwendet, um seine Privatsphäre zu schützen, seine Meinung frei zu äußern oder auf zensierte Inhalte zuzugreifen, kann dies weiterhin mit sehr hoher Sicherheit tun. Wer allerdings plant, eine internationale Kinderpornographie-Plattform zu betreiben und dabei veraltete Software zu verwenden, sollte sich nicht wundern, wenn internationale Strafverfolgungsbehörden erhebliche Ressourcen aufwenden, um ihn zu finden – und das ist auch gut so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende Botschaft: <strong>Lasst euch nicht verunsichern.</strong> Tor ist nach wie vor das beste Werkzeug für Online-Anonymität. Aktualisiert eure Software, verwendet Onion Services wo möglich, und denkt daran, dass technische Sicherheit nur ein Teil guter OpSec ist. Der Rest liegt bei euch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Tor Project Statement zur BKA-Operation: <a href="https://blog.torproject.org">https://blog.torproject.org</a></li>



<li>Vanguards-lite Spezifikation: <a href="https://spec.torproject.org/vanguards-spec">https://spec.torproject.org/vanguards-spec</a></li>



<li>Tor Metrics (aktuelle Netzwerk-Statistiken): <a href="https://metrics.torproject.org">https://metrics.torproject.org</a></li>



<li>Chaos Computer Club Stellungnahme</li>



<li>Akademische Forschung zu Timing-Attacken und Gegenmaßnahmen</li>



<li>Analyse von The Morpheus: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YOJabNSX4V4">https://www.youtube.com/watch?v=YOJabNSX4V4</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Metadaten bei Messengern: Was Nachrichten über euch verraten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 08:12:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk & Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Inhalte eurer Nachrichten sind heute oft das Unwichtigste an eurer Kommunikation. Während die meisten Messenger damit werben, dass eure Texte verschlüsselt sind, sammeln dieselben Apps systematisch Informationen darüber, mit...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Inhalte eurer Nachrichten sind heute oft das Unwichtigste an eurer Kommunikation.</strong> Während die meisten Messenger damit werben, dass eure Texte verschlüsselt sind, sammeln dieselben Apps systematisch Informationen darüber, mit wem ihr kommuniziert, wann, wie oft und von wo aus. Diese sogenannten <strong>Metadaten</strong> sind für Geheimdienste, Ermittler, Werbetreibende und natürlich für den Staat oft wertvoller als die eigentlichen Nachrichteninhalte – und genau hier unterscheiden sich WhatsApp, Signal, Telegram, Threema und Element/Matrix fundamental. Dieser Beitrag erklärt, was Metadaten sind, welche Messenger welche Daten sammeln und welche technischen Ansätze zum Schutz existieren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/DSC03162.jpg" alt="" class="wp-image-19642" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/DSC03162.jpg 900w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/DSC03162-300x200.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/DSC03162-768x512.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/DSC03162-500x333.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Was Metadaten sind und warum ihr sie kennen solltet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr eine Nachricht verschickt, besteht diese aus zwei Teilen: dem Inhalt („Treffen wir uns um 18 Uhr am Bahnhof?") und den Metadaten – also allen Informationen <em>über</em> diese Nachricht. Metadaten sind „Daten über Daten" und umfassen bei Messengern typischerweise:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die <strong>Kommunikationspartner</strong>: Wer schreibt wem? Welche Telefonnummer oder Benutzer-ID ist Absender, welche Empfänger? </li>



<li>Die <strong>zeitlichen Informationen</strong>: Wann wurde die Nachricht gesendet, zugestellt, gelesen? Wie lange dauerte ein Anruf? </li>



<li>Die <strong>technischen Details</strong>: Von welchem Gerät, Betriebssystem und Standort wurde kommuniziert? Welche IP-Adresse hatte der Absender? </li>



<li>Die <strong>sozialen Strukturen</strong>: Wer ist Mitglied welcher Gruppe? Wie häufig kommunizieren bestimmte Personen miteinander? Wann waren sie zuletzt online?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der entscheidende Punkt ist: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt nur den <strong>Inhalt</strong> – die Metadaten bleiben in den meisten Fällen für den Messenger-Betreiber vollständig sichtbar. Stellt euch einen Briefumschlag vor: Selbst wenn der Brief darin perfekt versiegelt ist, steht auf dem Umschlag trotzdem Absender, Empfänger und Poststempel. Der Postbote muss diese Informationen sehen, um den Brief zuzustellen. Bei digitaler Kommunikation verhält es sich ähnlich – mit dem Unterschied, dass diese „Umschläge" dauerhaft gespeichert und analysiert werden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Aggregationsproblem macht einzelne Datenpunkte mächtig</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einzelne Metadaten wirken harmlos. Dass ihr am Dienstag um 14:23 Uhr eine Nachricht an Hans verschickt habt, verrät wenig. Die Macht der Metadaten entfaltet sich erst durch <strong>Aggregation</strong> – also die Kombination vieler einzelner Datenpunkte über längere Zeiträume.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Stanford-Studie aus dem Jahr 2016 demonstrierte dies eindrucksvoll: Forscher analysierten die Metadaten von 823 Freiwilligen – insgesamt <strong>250.000 Anrufe und 1,2 Millionen SMS</strong>. Aus den reinen Verbindungsdaten konnten sie ableiten, welche Teilnehmer vermutlich Herzrhythmusstörungen hatten (regelmäßige Anrufe bei Kardiologen und Herz-Monitoring-Hotlines), wer bestimmte Waffen besaß (Anrufe bei Waffenhändlern und Hersteller-Support) und wer möglicherweise eine Abtreibung plante (Anrufe bei Gynäkologen, gefolgt von Abtreibungskliniken).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Electronic Frontier Foundation (EFF) bringt das Problem auf den Punkt mit Beispielen wie: „Sie wissen, dass ihr um 2:24 Uhr morgens bei einer Telefonsex-Hotline angerufen und 18 Minuten gesprochen habt. Aber nicht, worüber." Oder: „Sie wissen, dass ihr die Suizid-Präventions-Hotline von der Golden Gate Bridge aus angerufen habt. Aber das Thema des Gesprächs bleibt geheim."</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Metadaten wichtiger sind als Inhalte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussage, dass Metadaten heute oft interessanter sind als die eigentlichen Kommunikationsinhalte, stammt nicht von Datenschutz-Aktivisten, sondern von den höchsten Ebenen der Geheimdienste selbst.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Aussagen von Geheimdienstchefs</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Michael Hayden</strong>, der sowohl NSA-Direktor (1999-2005) als auch CIA-Direktor (2006-2009) war, sagte bei einer öffentlichen Debatte an der Johns Hopkins University im April 2014: <strong>„We kill people based on metadata"</strong> – Wir töten Menschen basierend auf Metadaten. Er bestätigte diese Aussage 2016 bei TechCrunch Disrupt: „Metadaten sind unglaublich mächtig. Metadaten sollten keinen Freifahrtschein bekommen."</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stewart Baker</strong>, ehemaliger Rechtsberater der NSA, formulierte es noch deutlicher: „Metadaten sagen euch absolut alles über jemandes Leben. Wenn ihr genug Metadaten habt, braucht ihr den Inhalt eigentlich nicht mehr."</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aussagen sind keine Übertreibung: Das NSA-Programm <strong>SKYNET</strong> wendete maschinelles Lernen auf Mobilfunk-Metadaten von <strong>55 Millionen Menschen in Pakistan</strong> an. Der Algorithmus analysierte über 80 verschiedene Verhaltens­indikatoren – Bewegungsmuster, Anrufhäufigkeiten, Reiseverhalten, SIM-Karten-Wechsel, Kontaktnetzwerke – und berechnete „Terrorismuswahrscheinlichkeiten" für potenzielle Drohnenangriffsziele. Zwischen 2.500 und 4.000 Menschen wurden seit 2004 durch Drohnenangriffe in Pakistan getötet, viele davon durch solche „Signatur-Angriffe" basierend auf Verhaltensmustern statt konkreter Beweise.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Metadaten technisch überlegen sind</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für Überwachung haben Metadaten mehrere technische Vorteile gegenüber Inhalten. Die <strong>Skalierbarkeit</strong>: Während das Abhören und Auswerten von Millionen Telefongesprächen enormen personellen Aufwand erfordert, können Metadaten automatisiert durchsucht und analysiert werden. Die <strong>Mustererkennung</strong>: Machine-Learning-Algorithmen können aus Metadaten Verhaltensprofile erstellen, soziale Netzwerke kartieren und Anomalien identifizieren. Die <strong>Präzision</strong>: Metadaten sind eindeutig – ein Zeitstempel oder eine IP-Adresse lässt weniger Interpretationsspielraum als ein mehrdeutiges Gespräch. Die <strong>rechtliche Situation</strong>: Historisch genießen Metadaten weniger rechtlichen Schutz als Kommunikationsinhalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stanford-Studie zeigte außerdem die erschreckende <strong>Reichweite</strong>: Eine einzige „Seed"-Telefonnummer kann durch Zwei-Hop-Analyse (Kontakte der Kontakte) zur Überwachung von etwa <strong>25.000 Personen</strong> führen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">WhatsApp: Verschlüsselung trifft Metadaten-Sammlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">WhatsApp nutzt das Signal-Protokoll für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und bewirbt dies prominent. Die Nachrichteninhalte <a href="https://yourdevice.ch/warum-whatsapps-verschluesselung-eine-verarsche-ist/">kann WhatsApp über umwegen trotzdem noch lesen</a>. Bei den Metadaten sieht es anders aus.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="990" height="614" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/ist_whatsapp_save.jpg" alt="" class="wp-image-19644" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/ist_whatsapp_save.jpg 990w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/ist_whatsapp_save-300x186.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/ist_whatsapp_save-768x476.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/ist_whatsapp_save-500x310.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 990px) 100vw, 990px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: <a href="https://contentrally.com/is-whatsapp-safe">contentrally.com</a></figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Die umfangreiche Datensammlung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Laut WhatsApps eigener Datenschutzrichtlinie sammelt der Dienst: Die <strong>komplette Kontaktliste</strong> eures Telefons (sofern ihr die Berechtigung erteilt habt), <strong>Zeitstempel</strong> zu „Zeit, Häufigkeit und Dauer eurer Aktivitäten und Interaktionen", <strong>IP-Adressen</strong> zur Schätzung des „allgemeinen Standorts (Stadt und Land)" auch ohne aktivierte Standortfunktionen, <strong>Gruppenmitgliedschaften</strong> inklusive Gruppennamen, Profilbilder und Beschreibungen, <strong>Geräteinformationen</strong> wie Hardware-Modell, Betriebssystem, Akkustand, Signalstärke, App-Version und Mobilfunkanbieter sowie <strong>Nutzungsmuster</strong> darüber, wie ihr den Dienst nutzt und mit anderen interagiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Daten werden nicht nur für den Betrieb des Dienstes verwendet. WhatsApp teilt Metadaten mit anderen <strong>Meta-Unternehmen</strong> (Facebook, Instagram). Die geteilten Daten umfassen Telefonnummern, Gerätedaten, Nutzungsmuster und IP-Adressen – verwendet für „zielgerichtete Werbung über Meta-Plattformen hinweg". In der EU beruft sich Meta dabei auf „berechtigte Interessen" nach der DSGVO statt auf explizite Einwilligung – ein Ansatz, der von Datenschützern stark kritisiert wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Echtzeit-Metadaten für Behörden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonders kritischer Aspekt wurde durch FBI-Dokumente bekannt: WhatsApp ist der einzige große Messenger, der bei entsprechenden richterlichen Anordnungen (sogenannten Pen Register) Metadaten <strong>in Nahe-Echtzeit alle 15 Minuten</strong> an Behörden übermitteln kann. Die Behörden erfahren damit, wer mit wem kommuniziert, wann und wie lange – nur nicht den Inhalt. Wenn die Behörden es wollen, bekommen sie die unverschlüsselten Chatbackups obendrein noch per Anfrage an Google, wahrscheinlich in ähnlicher kurzer Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 2024 enthüllte The Intercept ein internes WhatsApp-Memo, in dem die eigenen Ingenieure warnten, dass „Traffic-Analyse-Schwachstellen es Regierungen ermöglichen, unsere Verschlüsselung zu umgehen". Das Problem: Selbst wenn der Inhalt verschlüsselt ist, können Überwacher durch Analyse von Nachrichtengrößen, Timing und Kommunikationsmustern erhebliche Informationen extrahieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Architektur als Grundproblem</h3>



<p class="wp-block-paragraph">WhatsApp betreibt eine <strong>vollständig zentralisierte Infrastruktur</strong> auf Metas globalen Rechenzentren. Der Server-Code ist proprietär und nicht einsehbar. Alle Metadaten laufen über diese zentrale Infrastruktur und können dort aggregiert, analysiert und bei Bedarf an Behörden oder Meta-Partner weitergegeben werden. Die Verschlüsselung der Inhalte ändert daran nichts.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Signal: Der Goldstandard für Metadaten-Schutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Signal gilt als Referenz für private Kommunikation – und das zu Recht. Anders als die Konkurrenz verfolgt Signal eine radikale Datensparsamkeit, die durch dokumentierte Gerichtsverfahren verifiziert wurde.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="858" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works-1024x858.jpg" alt="" class="wp-image-19645" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works-1024x858.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works-300x252.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works-768x644.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works-1536x1288.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works-500x419.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/how-end-to-end-encryption-works.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: <a href="http://appventurez.com">appventurez.com</a></figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Was Signal tatsächlich speichert</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Signal speichert nachweisbar nur drei Datenpunkte: Die <strong>Telefonnummer</strong> (als kryptografischer Hash), das <strong>Account-Erstellungsdatum</strong> (Unix-Timestamp der Registrierung) und den <strong>letzten Verbindungstag</strong> (nur das Datum, nicht die Uhrzeit).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Signal <strong>nicht</strong> speichert: <strong>IP-Adressen</strong> (temporär während Verbindung sichtbar, aber nicht geloggt), <strong>Kontaktlisten</strong> (werden nur lokal verarbeitet), <strong>Gruppenmitgliedschaften</strong> (Server kennt weder Gruppen noch deren Mitglieder), <strong>Kommunikationspartner</strong> (dazu gleich mehr), <strong>Nachrichteninhalte</strong> (Ende-zu-Ende-verschlüsselt, technisch unzugänglich) und <strong>Profilnamen und Avatare</strong> (ebenfalls Ende-zu-Ende-verschlüsselt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Angaben sind nicht nur Marketing-Versprechen. Signal veröffentlicht alle Behördenanfragen auf signal.org/bigbrother. Bei <strong>sechs dokumentierten Anfragen</strong> zwischen 2016 und 2024 – darunter Grand Jury Subpoenas und Search Warrants – forderten Behörden umfassende Daten: Namen, Adressen, Kommunikationsinhalte, Kontakte, Gruppenmitgliedschaften, Anrufprotokolle. In <strong>jedem Fall</strong> konnte Signal nur die drei genannten Datenpunkte liefern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sealed Sender: Wie Signal die Absender-Identität schützt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Innovation, die Signal von allen anderen unterscheidet, ist <strong>Sealed Sender</strong> (seit Oktober 2018). Diese Technologie funktioniert wie ein Briefumschlag mit verborgenem Absenderfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der technische Ablauf: Der Sender erhält regelmäßig kurzlebige Sender-Zertifikate vom Server. Bei Nachrichtenversand wird ein zweischichtiges Verschlüsselungsmodell angewandt – der Nachrichteninhalt wird mit dem Signal-Protokoll verschlüsselt, dann wird dieser „innere Umschlag" mit Sender-Zertifikat zusätzlich via X25519-Schlüsselaustausch verschlüsselt. Die Nachricht wird anschließend anonym an den Server übergeben, nur mit dem Delivery-Token des Empfängers. Der Signal-Server kennt dadurch nur das Ziel, nicht den Absender.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einschränkungen</strong>: Eine wissenschaftliche Studie (NDSS 2021, University of Colorado Boulder und Boston University) zeigte, dass bei wiederholter Kommunikation statistische Angriffe theoretisch Sender-Empfänger-Paare korrelieren können. Bei aktivierten Lesebestätigungen könnte Signal bereits nach fünf Nachrichten Nutzer verknüpfen. Dieser Angriff funktioniert sogar gegen Tor/VPN-Nutzer, da er auf Anwendungsebene operiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser theoretischen Schwächen ist Sealed Sender ein massiver Fortschritt gegenüber anderen Messengern, bei denen der Server jede Kommunikationsbeziehung vollständig sieht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Private Contact Discovery mit Hardware-Enklaven</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein fundamentales Problem beim Kontaktabgleich: Telefonnummern haben einen zu kleinen Keyspace – bei etwa 10 Milliarden möglichen Nummern sind Hashes trivial umkehrbar. Signals Lösung nutzt <strong>Intel SGX (Software Guard Extensions)</strong> seit September 2017.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SGX erstellt isolierte Speicherbereiche (Secure Enclaves) auf Hardware-Ebene, die selbst für Betriebssystem und Server-Administratoren unzugänglich sind. Der Client baut eine direkte verschlüsselte Verbindung zur Enklave auf und verifiziert via Remote Attestation, dass der veröffentlichte Open-Source-Code tatsächlich läuft. Kontakte werden verschlüsselt an die Enklave gesendet, der Abgleich findet isoliert statt, nur das verschlüsselte Ergebnis wird zurückgesendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da SGX-Schwachstellen bekannt sind (Spectre/Meltdown, Foreshadow, SGAxe, SmashEx), kam 2024 die Antwort mit <strong>SVR3 (Secure Value Recovery 3)</strong>: Das Vertrauen wird auf drei verschiedene Hardware-Technologien bei drei Cloud-Anbietern verteilt – Intel SGX (Microsoft Azure), AWS Nitro (Amazon) und AMD SEV-SNP (Google Cloud). Ein Angreifer müsste alle drei Systeme gleichzeitig kompromittieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Username-System seit Februar 2024</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Signal erfordert weiterhin eine Telefonnummer zur Registrierung – primär um Spam-Accounts zu erschweren. Seit Februar 2024 ermöglicht das <strong>Username-System</strong> jedoch Kommunikation ohne Telefonnummern-Freigabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usernames dienen ausschließlich der Kontaktaufnahme, nicht der Anzeige im Chat (dort erscheint der Profilname). Sie müssen eindeutig sein und mindestens zwei Ziffern am Ende enthalten (z.B. „axolotl.99"). Es gibt kein durchsuchbares Verzeichnis – der exakte Username muss bekannt sein. Usernames werden nicht im Klartext gespeichert, sondern durch Zero-Knowledge-Proofs geschützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Telefonnummer ist seit Februar 2024 standardmäßig nicht mehr sichtbar für Personen, die sie nicht bereits gespeichert haben. Bei maximaler Privatsphäre-Einstellung (beide auf „Niemand") ist Kontakt nur über den exakten Username möglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Open Source und Server-Transparenz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Signal ist größtenteils Open Source – Client-Apps, Server-Code (Java/Spring Boot), die Kryptografie-Bibliothek libsignal (Rust) und mehr sind öffentlich auf github.com/signalapp verfügbar. Die einzige Ausnahme ist das Anti-Spam-System. Signals Begründung: „Im Gegensatz zu Verschlüsselungsprotokollen, die nachweisbar sicher sein sollen, selbst wenn jeder weiß, wie sie funktionieren, ist Spam-Erkennung eine laufende Aufgabe, für die Transparenz einen großen Nachteil darstellt."</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vertrauensbruch ereignete sich 2020-2021: Vom 22. April 2020 bis 6. April 2021 veröffentlichte Signal keine Server-Updates – elf Monate Stille. Erst nach Community-Kritik erfolgte ein großer „Code Dump". Der Vorfall beschädigte das Vertrauen in die vollständig offene Entwicklung, auch wenn Signal seither wieder regelmäßige Updates veröffentlicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Telegram: Trügerische Sicherheit mit fundamentalen Schwächen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Telegram wird oft als sichere Alternative zu WhatsApp wahrgenommen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass Telegram in wichtigen Aspekten <strong>weniger privat</strong> ist als WhatsApp – und dass sich die Situation seit August 2024 dramatisch verändert hat.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/telegram-encryption.webp" alt="" class="wp-image-19646" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/telegram-encryption.webp 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/telegram-encryption-300x169.webp 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/telegram-encryption-768x432.webp 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/telegram-encryption-500x281.webp 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Bild: <a href="http://ccn.com">ccn.com</a></figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Standard-Chats sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der wichtigste Unterschied zu WhatsApp und Signal: <strong>Telegrams normale Chats sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt</strong>. Sie sind lediglich transportverschlüsselt – das heißt, sie sind auf dem Weg zwischen eurem Gerät und Telegrams Servern geschützt, aber Telegram selbst kann alle Nachrichten in Cloud-Chats entschlüsseln und lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur die separat aktivierbaren „Geheimen Chats" bieten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Diese müssen jedoch manuell gestartet werden, sind nur auf einem einzelnen Gerät verfügbar und unterstützen keine Gruppen. In der Praxis nutzen die meisten Menschen die Standard-Cloud-Chats – und wissen oft nicht, dass Telegram deren Inhalt lesen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die gesammelten Metadaten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Telegram sammelt <strong>Telefonnummern</strong> (obligatorisch für die Registrierung), <strong>IP-Adressen</strong> (bis zu 12 Monate gespeichert), <strong>Geräteinformationen</strong> und die <strong>Historie von Benutzernamen-Änderungen</strong>. Das Unternehmen betreibt Server in fünf Rechenzentren: zwei in Miami, zwei in Amsterdam und eines in Singapur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Telegram betont, keine Daten für Werbung zu nutzen und die Verschlüsselungsschlüssel für Cloud-Chats auf mehrere Rechenzentren in verschiedenen Jurisdiktionen zu verteilen. Dies soll es erschweren, Daten durch einzelne Gerichtsurteile herauszugeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Zäsur nach der Durov-Verhaftung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2024 wurde Telegram-Gründer Pavel Durov in Frankreich verhaftet. Die Folgen für Telegrams Datenschutz waren dramatisch: Am 23. September 2024 änderte Telegram seine Datenschutzrichtlinie fundamental. Vorher gab Telegram nach eigenen Angaben nur bei „bestätigten Terrorismusermittlungen" Daten heraus und behauptete, „0 Bytes an Nutzernachrichten an Dritte, einschließlich Regierungen" weitergegeben zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Änderung gibt Telegram nun bei richterlichen Anordnungen <strong>IP-Adressen und Telefonnummern</strong> auch für Fälle von Cyberkriminalität, illegalem Warenhandel und Online-Betrug heraus. Die Zahlen sprechen für sich: Im gesamten Jahr 2024 erfüllte Telegram <strong>900 Anfragen der US-Regierung</strong> (betraf 2.253 Nutzer), während es vor September nur 14 Anfragen waren (108 Nutzer). Aus Indien kamen 6.992 Anfragen, aus Brasilien 203.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kritik am MTProto-Protokoll</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Telegram verwendet mit MTProto ein selbst entwickeltes Verschlüsselungsprotokoll statt etablierter Standards. Sicherheitsforscher der ETH Zürich und der University of London identifizierten 2021 vier kryptografische Schwächen: Möglichkeiten zur Nachrichtenumordnung, Erkennung verschlüsselter Nachrichtentypen unter bestimmten Bedingungen, theoretische Klartext-Wiederherstellung durch Timing-Seitenkänale und potenzielle Man-in-the-Middle-Angriffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Telegram hat diese spezifischen Probleme behoben, doch die grundsätzliche Kritik bleibt: Ein Unternehmen, das eigene Kryptografie entwickelt („roll your own crypto") statt auf auditierte Standards zu setzen, wird von der Security-Community skeptisch betrachtet. Der Server-Code ist zudem nicht Open Source und kann nicht unabhängig überprüft werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Threema: Schweizer Datensparsamkeit mit einem großen Vorbehalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Threema aus der Schweiz verfolgt einen radikal anderen Ansatz: <strong>Minimierung aller gesammelten Daten von Anfang an</strong>. Der Messenger erfordert keine Telefonnummer und speichert Kontaktlisten ausschließlich auf den Geräten der Nutzer.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="579" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/threema_title.png" alt="" class="wp-image-19647" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/threema_title.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/threema_title-300x170.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/threema_title-768x434.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/threema_title-500x283.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Das anonyme ID-System</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Statt euch mit einer Telefonnummer zu registrieren, generiert Threema eine zufällige <strong>8-stellige alphanumerische ID</strong> direkt auf eurem Gerät. Telefonnummer oder E-Mail-Adresse <em>können</em> optional verknüpft werden – dann werden aber nur gehashte Werte (SHA-256 HMAC) an die Server übertragen. Ihr könnt Threema vollständig anonym nutzen, ohne je persönliche Daten anzugeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Minimale Metadaten-Speicherung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Threemas Transparenzbericht listet auf, welche Daten bei behördlichen Anfragen herausgegeben werden können: Das <strong>Datum</strong> (ohne Uhrzeit) der ID-Erstellung, das <strong>Datum</strong> (ohne Uhrzeit) des letzten Logins – und falls vom Nutzer verknüpft, den Hash von Telefonnummer oder E-Mail sowie bei kürzlicher Push-Nutzung den Push-Token.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Threema <strong>nicht</strong> herausgeben kann: Nachrichteninhalte (Ende-zu-Ende-verschlüsselt), Kontaktlisten (nur auf Geräten gespeichert), Gruppenmitgliedschaften (nur auf Geräten gespeichert) und IP-Adressen (werden nicht gespeichert). Nachrichten werden sofort nach erfolgreicher Zustellung von den Servern gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen zeigen dies: 2024 erhielt Threema 306 behördliche Anfragen und konnte für 852 IDs Daten liefern – aber eben nur die minimalen Informationen, die technisch verfügbar sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Server-Code-Problematik</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier liegt die wichtigste Einschränkung bei der Bewertung von Threema: Während die <strong>Client-Apps seit 2020 Open Source</strong> sind (unter AGPL v3-Lizenz), bleibt der <strong>Server-Code proprietär und nicht einsehbar</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet: Ihr müsst Threemas Aussagen über ihr Server-Verhalten <em>glauben</em>. Unabhängige Überprüfung ist nicht möglich. Threema behauptet, minimale Daten zu speichern, keine Logs zu erstellen und Nachrichten sofort zu löschen – aber niemand außerhalb des Unternehmens kann das verifizieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sicherheits-Audits und ETH-Zürich-Kontroverse</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Threema verweist auf mehrere externe Audits: Cure53 (2024, Desktop-App), Universität Erlangen-Nürnberg (2023, Ibex-Protokoll-Verifizierung), Cure53 (2020, umfassend), Universität Münster (2019). Allerdings stellten Forscher der ETH Zürich im Januar 2023 fest, dass frühere Audits den <strong>kryptografischen Kern</strong> der Anwendung nicht untersucht hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ETH-Forscher identifizierten sieben Schwachstellen im ursprünglichen Protokoll, darunter Möglichkeiten für Server, die Nachrichtenreihenfolge zu manipulieren oder unter bestimmten Bedingungen Nachrichten zu fälschen. Besonders brisant: Professor Paterson bezeichnete Threemas Reaktion als „extrem irreführend", als das Unternehmen behauptete, das alte Protokoll sei „nicht mehr in Verwendung".</p>



<p class="wp-block-paragraph">Threema reagierte mit dem neuen <strong>Ibex-Protokoll</strong> (November 2022), das Perfect Forward Secrecy implementiert. Dieses wurde von deutschen Forschern formal verifiziert – aber eben nur das theoretische Protokoll, nicht die konkrete Implementierung auf den proprietären Servern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Schweizer Jurisdiktion</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweizer Rechtslage bietet einige Vorteile: Das Land unterliegt nicht dem US CLOUD Act, und Threema fällt nach eigenen Angaben nicht unter die Schweizer Vorratsdatenspeicherungspflichten (BÜPF), da die Umsatzschwellen nicht erreicht werden. Ausländische Behörden müssen den offiziellen Rechtshilfeweg über die Schweiz gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings sind Schweizer Gesetze keine absolute Garantie – bei gültigen Schweizer Gerichtsanordnungen muss auch Threema verfügbare Daten herausgeben. Der Unterschied ist, dass technisch kaum etwas verfügbar <em>ist</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Element und Matrix: Dezentralisierung als zweischneidiges Schwert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Element ist ein Messenger, der auf dem offenen <a href="https://yourdevice.ch/chat/">Matrix-Protokoll</a> basiert. Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Diensten ist Matrix <strong>föderiert</strong> – ähnlich wie E-Mail kann jeder seinen eigenen Server betreiben, und alle Server kommunizieren miteinander.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="535" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/matrix_synapse-1024x535.jpeg" alt="" class="wp-image-19649" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/matrix_synapse-1024x535.jpeg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/matrix_synapse-300x157.jpeg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/matrix_synapse-768x401.jpeg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/matrix_synapse-500x261.jpeg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/matrix_synapse.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Die föderierte Architektur erklärt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Matrix registriert ihr euch bei einem „<strong>Homeserver</strong>" – entweder dem öffentlichen <strong>matrix.org</strong> (betrieben von Element) <strong>oder einem selbst gehosteten Server</strong>. Wenn ihr mit jemandem auf einem anderen Server kommuniziert, werden die Nachrichten zwischen den Servern repliziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies hat fundamentale Auswirkungen auf Metadaten: In einem Gruppenchat mit Teilnehmern von fünf verschiedenen Servern speichern <strong>alle fünf Server</strong> die Metadaten – wer Mitglied ist, wann Nachrichten geschickt wurden, wer wann beigetreten oder gegangen ist. Wenn ein neuer Server einem Raum beitritt, erhält er eine <strong>vollständige Kopie aller historischen Metadaten</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was für Homeserver-Betreiber sichtbar ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Homeserver-Betreiber können sehen: Benutzer-IDs und Anzeigenamen, Raummitgliedschaften (wer ist in welchen Räumen), Geräte-IDs und -informationen, Zeitstempel aller Nachrichten, wer mit wem wann kommuniziert und die IP-Adressen ihrer eigenen Nutzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst in Ende-zu-Ende-verschlüsselten Räumen bleiben Mitgliedschaften im Klartext sichtbar. Beitritts-, Austritts- und Verbannungsereignisse müssen für die Protokollintegrität dauerhaft gespeichert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Element spezifisch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Element-App nutzt standardmäßig den <strong>matrix.org-Server</strong>, der etwa <strong>35% aller aktiven Matrix-Nutzer</strong> repräsentiert – ein gewisses Zentralisierungsproblem für ein dezentrales Protokoll. Element als Unternehmen sammelt bei Nutzung ihrer Server: Account-Authentifikatoren, E-Mail-Adressen (falls angegeben), IP-Adressen und Geräte-Agenten (bei Opt-in für Analytics) sowie Push-Token für Benachrichtigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der große Unterschied zu WhatsApp, Signal oder Telegram: <strong>Keine Telefonnummer ist erforderlich</strong>, und ihr könnt euren <strong>eigenen Server betreiben</strong> mit vollständiger Kontrolle über die Datenaufbewahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung von Matrix: Die meisten Matrix-Server (Synapse-Instanzen) werden von <strong>datenschutzfreundlichen Betreibern</strong> gehostet – Universitäten, Privacy-Organisationen, Tech-Communities oder Privatpersonen. Diese Betreiber haben im Gegensatz zu Meta oder Google kein Geschäftsmodell, das auf Datenauswertung basiert. Während WhatsApp Metadaten systematisch für Werbezwecke analysiert, haben die meisten Matrix-Serverbetreiber weder das Interesse noch die technische Infrastruktur für solche Analysen. Die technische Möglichkeit zum Metadaten-Zugriff besteht zwar, aber die wirtschaftlichen Anreize zur Auswertung fehlen vollständig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dezentralisierung: Vor- und Nachteile für Metadaten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Vorteile</strong>: Kein einzelner Angriffspunkt, keine zentrale Überwachungsmöglichkeit, Self-Hosting ermöglicht volle Datensouveränität, geschlossene Föderationen möglich (wie beim Bundeswehr-Messenger BwMessenger oder dem französischen Behörden-Messenger Tchap).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Nachteile</strong>: Metadaten verteilen sich auf alle teilnehmenden Server – ihr müsst nicht nur eurem eigenen Server vertrauen, sondern auch allen Servern in Räumen, denen ihr beitretet. Das Löschen von Daten ist nur eine Empfehlung – andere Server in der Föderation können Daten behalten. Das DSGVO-Recht auf Löschung wird vom Protokoll unterstützt, kann aber für föderierte Server außerhalb der Kontrolle von Element nicht garantiert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aktuelle Entwicklungen 2024/2025</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Matrix 2.0, veröffentlicht im Oktober 2024, brachte „Invisible Encryption" – Ende-zu-Ende-Verschlüsselung so nahtlos wie bei Signal. Die Integration des <strong>MLS-Protokolls</strong> (Messaging Layer Security, RFC 9420), dem IETF-Standard für Gruppenverschlüsselung, ist in Arbeit. MLS könnte Gruppenmitgliedschaften kryptografisch verschleiern – der Server würde nur einen verschlüsselten Blob sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experimentell wird an P2P-Matrix gearbeitet, das Server-seitige Metadaten vollständig eliminieren würde, sowie an „Mixnets of blinded store &amp; forward servers", um zu verschleiern, wer mit wem kommuniziert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Architektur-Unterschiede im Überblick</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die verschiedenen Ansätze zur Server-Architektur haben fundamentale Auswirkungen darauf, wer Zugriff auf Metadaten hat.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="451" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/dezntral_vs_zentral.png" alt="" class="wp-image-19650" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/dezntral_vs_zentral.png 1000w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/dezntral_vs_zentral-300x135.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/dezntral_vs_zentral-768x346.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/dezntral_vs_zentral-500x226.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zentralisierte Architektur</strong> (WhatsApp, Signal, Telegram, Threema): Ein einzelnes Unternehmen betreibt alle Server. Alle Metadaten fließen durch diese zentrale Infrastruktur. Dies ermöglicht effiziente Zustellung und einfache Skalierung, schafft aber einen „Single Point of Compromise" – eine behördliche Anfrage an dieses eine Unternehmen reicht aus, um Zugriff auf Metadaten zu erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei WhatsApp und Telegram bedeutet dies umfangreichen Metadaten-Zugriff. Bei Signal und Threema soll es durch technische Datensparsamkeit bedeuten, dass wenig Verwertbares vorhanden ist. Signal kann dies durch dokumentierte Gerichtsverfahren belegen, bei Threema muss man dem Unternehmen glauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Föderierte Architektur</strong> (Matrix/Element): Metadaten verteilen sich auf viele Server. Es gibt keinen zentralen Honeypot, aber potenziell mehr Stellen, an denen Metadaten abgegriffen werden können. Der Vorteil: Wer seinen eigenen Server betreibt, behält die volle Kontrolle über seine Daten – zumindest soweit es die eigene Seite der Kommunikation betrifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Peer-to-Peer-Architektur</strong> (Briar, nicht Teil des Vergleichs): Gar keine zentralen Server. Nachrichten werden direkt zwischen Geräten ausgetauscht, optional über Tor für zusätzliche Anonymität. Der Nachteil: Beide Gesprächspartner müssen gleichzeitig online sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Technische Ansätze zum Metadaten-Schutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vollständige Eliminierung von Metadaten ist technisch extrem schwierig – schließlich muss ein System <em>irgendwie</em> wissen, wohin eine Nachricht zugestellt werden soll. Verschiedene Ansätze versuchen, dieses Problem zu minimieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sealed Sender bei Signal</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Signals Sealed Sender (siehe ausführliche Erklärung im Signal-Abschnitt) ist der aktuell fortschrittlichste Ansatz in einem Mainstream-Messenger: Der Absender wird vom äußeren Nachrichtenumschlag entfernt und erst innerhalb der verschlüsselten Nachricht übermittelt. Signals Server sehen so nur, dass <em>jemand</em> eine Nachricht an Empfänger B schickt – aber nicht, dass es Absender A war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Einschränkungen</strong>: IP-Adressen bleiben sichtbar (können mit VPN/Tor maskiert werden). Bei bidirektionaler Kommunikation ist Korrelation durch Timing-Analyse weiterhin möglich. Forscher haben gezeigt, dass Zustellbestätigungen, Timing-Muster und Nachrichten-Logs zur Deanonymisierung genutzt werden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Private Contact Discovery</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das traditionelle Problem: Um herauszufinden, welche eurer Kontakte einen Messenger nutzen, muss eure Kontaktliste hochgeladen werden – was euer soziales Netzwerk offenlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">WhatsApp lädt die gesamte Kontaktliste regelmäßig hoch. Signal nutzt Intel SGX (sichere Enklaven) für Abfragen, bei denen selbst der Server die Anfragen nicht sehen kann – wobei SGX bekannte Schwachstellen hat, die durch SVR3 mit Multi-Cloud-Strategie adressiert werden. Threema macht den Adressbuch-Abgleich optional und löscht die Daten sofort nach der Synchronisation.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Onion Routing und Mix-Netzwerke</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Onion Routing (bekannt von Tor) wickelt Nachrichten in mehrere Verschlüsselungsschichten. Jeder Relay-Server kennt nur seinen Vorgänger und Nachfolger, nicht die ursprüngliche Quelle oder das endgültige Ziel. Der Messenger <strong>Briar</strong> routet allen Datenverkehr über Tor, der Messenger <strong>Session</strong> nutzt ein eigenes dezentrales Onion-Netzwerk.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mix-Netzwerke</strong> gehen noch weiter: Nachrichten werden verzögert und mit anderen gemischt, bevor sie weitergeleitet werden. Dies erschwert Timing-Korrelationen erheblich, führt aber zu Latenzen von Minuten statt Sekunden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die fundamentalen Grenzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz aller Techniken bleibt Metadaten-Schutz ein ungelöstes Problem. Euer Internet-Provider sieht immer, dass ihr euch mit Messenger-Servern verbindet. Selbst mit Verzögerungen können sophistizierte Angreifer durch statistische Analyse Kommunikationspaare identifizieren. Starke Anonymität erfordert hohe Latenz, Bandbreiten-Overhead und Komplexität – alles Faktoren, die der Benutzerfreundlichkeit entgegenstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messenger aus unserem Vergleich versuchen unterschiedliche Balancen: WhatsApp opfert Metadaten-Schutz vollständig für Funktionalität und Geschäftsmodell. Telegram macht ähnliche Trade-offs, jetzt noch verstärkt nach der Durov-Verhaftung. Signal hat mit Sealed Sender und Private Contact Discovery die fortschrittlichsten Mainstream-Lösungen implementiert. Threema minimiert gespeicherte Metadaten durch technische Architektur, erfordert aber Vertrauen in nicht-überprüfbare Aussagen. Matrix verschiebt das Problem auf die Föderations-Ebene, wo Self-Hosting echte Kontrolle ermöglicht – auf Kosten der Komplexität.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reale Fälle von Metadaten-Überwachung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die theoretischen Risiken von Metadaten sind durch zahlreiche dokumentierte Fälle belegt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der BTK-Killer und die Floppy-Disk-Metadaten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dennis Rader, der „BTK-Killer", terrorisierte Wichita über 30 Jahre und tötete 10 Menschen. Gefangen wurde er 2005 durch Metadaten: Eine Floppy Disk, die er an die Polizei schickte, enthielt in den Dokumenteigenschaften die Worte „Christ Lutheran Church" und „Dennis" – was ihn direkt als Gemeinde-Präsident identifizierte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Europäische Vorratsdatenspeicherung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Terroranschlägen in Madrid (2004) und London (2005) verpflichtete die EU-Richtlinie 2006/24/EG alle Mitgliedstaaten zur Vorratsdatenspeicherung. Telekommunikationsanbieter mussten Verkehrs- und Standortdaten aller Bürger zwischen sechs Monaten und zwei Jahren speichern – ohne konkreten Verdacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setzte die Richtlinie 2008 um, doch bereits 2010 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Regelung für verfassungswidrig. Österreichs Verfassungsgerichtshof folgte 2014. Schließlich kippte der Europäische Gerichtshof 2014 die gesamte EU-Richtlinie als Verstoß gegen die Grundrechtecharta.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein oft zitiertes Erfolgsbeispiel der Vorratsdatenspeicherung war die Operation "Himmel" 2007: Ermittler identifizierten durch gespeicherte IP-Adressen über 70 deutsche Provider und damit 1.200 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Kinderpornographie. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass auch ohne Vorratsdatenspeicherung 71% aller Internetdelikte aufgeklärt wurden – mehr als außerhalb des Internets begangene Straftaten (55%). Eine Analyse des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags kam zu dem Schluss, dass in der EU keine Hinweise existieren, dass die verdachtsunabhängige Protokollierung von Nutzerspuren den Ermittlungsbehörden nachweislich hilft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Journalistische Quellenschutz-Gefährdung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2013 beschlagnahmte das US-Justizministerium heimlich Telefonaufzeichnungen von Reportern und Redakteuren der Associated Press – <strong>20 separate Telefonleitungen</strong> über zwei Monate, darunter Büroleitungen in Washington, New York und Hartford sowie Privat- und Handynummern einzelner Journalisten. Ziel war die Identifikation von Quellen für einen Artikel über eine CIA-Operation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">AP-Chef Gary Pruitt beschrieb die Auswirkungen: „Diese Aufzeichnungen offenbaren potenziell Kommunikation mit vertraulichen Quellen über alle Nachrichtenbeschaffungsaktivitäten der AP während eines Zwei-Monats-Zeitraums, liefern eine Roadmap zu APs Nachrichtenbeschaffungsoperationen... Einige unserer langjährigen vertrauenswürdigen Quellen sind nervös und ängstlich geworden, mit uns zu sprechen."</p>



<h3 class="wp-block-heading">NSA-Massenüberwachung: PRISM und XKeyscore</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 2013 enthüllte Edward Snowden, ehemaliger NSA-Mitarbeiter, das Ausmaß der amerikanischen Metadaten-Überwachung. Das PRISM-Programm ermöglichte der NSA direkten Zugriff auf die Server von Microsoft, Google, Facebook, Apple, Yahoo, YouTube und weiteren Tech-Giganten. Im März 2013 sammelte die NSA allein 97 Milliarden Datensätze aus globalen Computernetzwerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich war die Enthüllung von XKeyscore – ein System, das NSA-Analysten erlaubte, ohne vorherige Autorisierung durch E-Mail-Adressen, Telefonnummern, IP-Adressen oder Suchbegriffe sämtliche Metadaten zu durchsuchen. Snowden beschrieb: „Ich könnte von meinem Schreibtisch aus jeden ausspionieren – Sie, Ihren Buchhalter, einen Bundesrichter oder sogar den Präsidenten, wenn ich eine private E-Mail-Adresse hätte."</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit war international: Deutschlands BND übermittelte täglich massive Mengen an Metadaten über die Bad Aibling Station an die NSA. Laut einer vom Guardian veröffentlichten Karte gehörte Deutschland im März 2013 zu den am stärksten überwachten Ländern – auf einem Level mit Saudi-Arabien, dem Irak und China. Zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 sammelte die NSA allein in Spanien Metadaten von 60 Millionen Telefonaten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herzschrittmacher-Metadaten vor Gericht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2016 wurde Ross Compton verdächtigt, Versicherungsbetrug und Brandstiftung begangen zu haben. Die Metadaten seines Herzschrittmachers – Herzfrequenz, Schrittmacheraktivität, Rhythmen – bewiesen, dass er unmöglich so aus dem Feuer geflohen sein konnte, wie er behauptete. Es war der erste Fall, in dem medizinische Geräte-Metadaten als Schlüsselbeweis dienten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Swisscom-Bewegungsdaten während Corona</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2020, während des Corona-Lockdowns, stellte die Swisscom dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) Standortdaten aus ihrem Mobilfunknetz zur Verfügung. Das System erfasste Gebiete mit mindestens 20 SIM-Karten auf einer Fläche von 100×100 Metern und übermittelte diese Daten mit 24 Stunden Verzögerung an die Behörden. Offizielles Ziel war die Überprüfung, ob sich die Bevölkerung an das Verbot von Menschenansammlungen hält. Die ersten Auswertungen wurden von Gesundheitsminister Alain Berset öffentlich präsentiert: Die Daten zeigten, dass „seit dem Versammlungsverbot deutlich weniger Menschen unterwegs sind" und die Bevölkerung sich „diszipliniert verhält". Obwohl die Swisscom versicherte, die Daten seien „vollständig anonymisiert und aggregiert", demonstrierte der Fall die technische Machbarkeit flächendeckender Bewegungsüberwachung durch Telekomanbieter – eine Infrastruktur, die bei Bedarf auch für andere Zwecke genutzt werden könnte. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Praktische Implikationen für eure Messenger-Wahl</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dieser umfassenden Analyse lassen sich folgende Einordnungen treffen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Signal</strong> ist der Goldstandard für Metadaten-Schutz unter Mainstream-Messengern. Sealed Sender, Private Contact Discovery mit Hardware-Enklaven, dokumentiert minimale Datenspeicherung (verifiziert durch Gerichtsverfahren), größtenteils Open Source (Client und Server) und Username-System seit Februar 2024. Die Einschränkung: Telefonnummer weiterhin für Registrierung erforderlich, aber muss nicht mehr geteilt werden. Signal ist die klare Empfehlung für alle, die Metadaten-Schutz ernst nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WhatsApp</strong> bietet "Inhaltsverschlüsselung" heisst ihr Zeit geschützt vor Häckern oder neugierigen Dritten geschützt, nicht jedoch vor WhatsApp selber, zudem sammelt WhatsApp umfangreich Metadaten und teilt diese mit Meta für Werbezwecke. Die Echtzeit-Metadaten-Übermittlung an Behörden ist einzigartig unter den großen Messengern. Für Menschen in der EU oder anderen Regionen mit starken Datenschutzgesetzen mag dies durch regulatorische Beschränkungen abgemildert werden – aber die technische Architektur ermöglicht umfassende Überwachung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Telegram</strong> bietet weniger Schutz als oft angenommen: Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard, umfangreiche Server-seitige Datenspeicherung und seit September 2024 wesentlich kooperativere Zusammenarbeit mit Behörden. Die Verteilung auf mehrere Jurisdiktionen bietet einen gewissen Schutz, aber das proprietäre Protokoll und die geschlossene Server-Software erfordern Vertrauen in das Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Threema</strong> verfolgt einen konsequenten Datensparsamkeits-Ansatz mit anonymer Registrierung (keine Telefonnummer erforderlich) und minimaler Metadaten-Speicherung. Der kritische Vorbehalt bleibt der proprietäre Server-Code – ihr müsst Threemas Aussagen über ihr Verhalten glauben, ohne sie verifizieren zu können. Die Schweizer Jurisdiktion bietet zusätzlichen rechtlichen Schutz. Threema ist eine gute Wahl für alle, die keine Telefonnummer preisgeben wollen und bereit sind, dem Schweizer Unternehmen zu vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Element/Matrix</strong> ist die einzige wirklich auditierbare Option: Server und Client sind Open Source. Self-Hosting gibt euch vollständige Kontrolle. Der Nachteil ist die Komplexität föderierter Metadaten-Verteilung – in Räumen mit vielen externen Teilnehmern verteilen sich eure Metadaten entsprechend weit. Matrix ist ideal für technisch versierte Nutzer, Organisationen mit eigener IT-Infrastruktur oder alle, die vollständige Kontrolle über ihre Daten wollen. Wer Lust hat, kann sich <a href="https://yourdevice.ch/chat/">unserem Schweizer Matrix Server anschliessen</a>, wir werten keine Daten aus, und verkaufen diese auch nicht weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die Grenzen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verschlüsselung von Nachrichteninhalten war ein wichtiger Fortschritt für die digitale Privatsphäre. Aber sie löst nur die Hälfte des Problems. Metadaten – wer mit wem kommuniziert, wann, wie oft, von wo – können genauso viel oder mehr über Menschen verraten wie die Inhalte selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verschiedenen Messenger gehen mit diesem Problem unterschiedlich um. WhatsApp und Telegram haben sich für Geschäftsmodelle entschieden, die umfangreiche Metadaten-Sammlung entweder aktiv nutzen (WhatsApp/Meta) oder zumindest ermöglichen (Telegram). Signal hat technische Innovationen wie Sealed Sender entwickelt und durch dokumentierte Gerichtsverfahren bewiesen, dass seine Datensparsamkeit echt ist – nicht nur Marketing. Threema hat technische Datensparsamkeit zum Kernprinzip gemacht, erfordert aber Vertrauen in nicht-überprüfbare Unternehmensaussagen. Matrix/Element bietet als einziges vollständig auditierbares System echte Transparenz, kommt aber mit der Komplexität föderierter Architekturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussage „<strong>Metadaten sind interessanter als Inhalte</strong>" ist keine Übertreibung von Datenschutz-Aktivisten – sie stammt von denjenigen, die diese Daten nutzen. Michael Haydens Worte von 2014 sind aktueller denn je: In einer Welt, in der algorithmische Systeme Verhaltensmuster analysieren, Beziehungsnetzwerke kartieren und Vorhersagen treffen können, sind die Daten <em>über</em> unsere Kommunikation oft aussagekräftiger als die Kommunikation selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eure Messenger-Wahl bedeutet das: Achtet nicht nur auf das Verschlüsselungs-Symbol. Achtet darauf, welche Metadaten gesammelt werden, wie lange sie gespeichert werden, wer Zugriff hat und ob diese Aussagen überprüfbar sind. Signal zeigt, dass es möglich ist, einen benutzerfreundlichen Messenger mit echtem Metadaten-Schutz zu bauen – dokumentiert durch Gerichtsverfahren, nicht nur durch Marketing-Versprechen. Nur so könnt ihr eine informierte Entscheidung treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Linux und ältere UEFI Laptops: no bootable device</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Habt ihr auch einen älteren Laptop rumliegen und wollt ihm mit Linux neues Leben einhauchen? Dann kennt ihr vielleicht folgendes Szenario: Installation läuft durch, Neustart, und dann... "No bootable device"....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Habt ihr auch einen älteren Laptop rumliegen und wollt ihm mit Linux neues Leben einhauchen? Dann kennt ihr vielleicht folgendes Szenario: Installation läuft durch, Neustart, und dann... <strong>"No bootable device"</strong>. Genau das ist mir mit meinem ca. 10 Jahre alten Acer Aspire 5 (Intel 6200K) passiert. Und es hat mich fast in den Wahnsinn getrieben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/no_bootable_device_title-1024x683.webp" alt="" class="wp-image-19598" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/no_bootable_device_title-1024x683.webp 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/no_bootable_device_title-300x200.webp 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/no_bootable_device_title-768x512.webp 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/no_bootable_device_title-500x333.webp 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/no_bootable_device_title.webp 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Der Anfang: UEFI sollte doch funktionieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Laptop hat UEFI-BIOS, Secure Boot war deaktiviert, eigentlich beste Voraussetzungen. Also Linux Mint 22.2 installiert – automatische Installation, sollte ja alles von alleine klappen. Neustart: <strong>No bootable device</strong>. Okay, vielleicht war die automatische Installation das Problem.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Versuch Nummer 2: Manuelle Installation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Also nochmal, diesmal manuell:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>EFI-Partition angelegt (512MB, FAT32)</li>



<li>Auf <code>/boot/efi</code> gemountet</li>



<li>Rest normal partitioniert</li>



<li>Installation durchgeführt</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alles lief fehlerfrei durch. Neustart: <strong>No bootable device</strong>. Wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im BIOS? Kein Ubuntu-Eintrag, keine Linux-Option – nur die Festplatte wird angezeigt. Aber die bootet halt nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Fehlersuche beginnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einigem Troubleshooting stellte sich heraus: Der Bootloader war technisch korrekt installiert, die EFI-Partition hatte alle richtigen Flags (<code>boot, esp</code>), GRUB war da wo er sein sollte (<code>/EFI/ubuntu/grubx64.efi</code>). Aber das BIOS ignorierte es komplett.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Fallback-Versuch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Viele ältere UEFI-BIOS suchen nur nach einem Standard-Fallback-Pfad: <code>/EFI/BOOT/BOOTX64.EFI</code>. Die Idee war, GRUB dorthin zu kopieren:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo mount /dev/sdb1 /mnt/efi
sudo mkdir -p /mnt/efi/EFI/BOOT
sudo cp /mnt/efi/EFI/ubuntu/grubx64.efi /mnt/efi/EFI/BOOT/BOOTX64.EFI
</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte eigentlich funktionieren – viele Leute berichten, dass dieser Trick bei buggy UEFI-Implementierungen hilft. Bei mir? <strong>No bootable device</strong>. Immer noch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Punkt war ich ehrlich gesagt ziemlich genervt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Legacy-Modus: Der Ausweg aus der UEFI-Blödsinn</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach mehreren gescheiterten UEFI-Versuchen blieb nur noch eine Option: Legacy-Modus (CSM). Klingt nach Rückschritt, aber bei so alten Laptops oft die zuverlässigere Lösung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aber auch Legacy scheitert erstmal beim automatischem Installer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im BIOS Legacy aktiviert, automatische Installation gestartet. Sollte jetzt doch klappen, oder? Fehlanzeige: <strong>"Schwerwiegender Fehler: Bootloader konnte nicht auf /dev/sdb installiert werden"</strong> Manuell liest sich der Bootloader auch nicht installieren. Was zur Hölle??</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der nächste Anlauf: Manuelle Installation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gut, nächster Versuch: Manuelle Partitionierung, keine EFI-Partition, kein Schnickschnack. Einfach Root-Partition, Swap, Bootloader auf <code>/dev/sdb</code> – sollte doch so passen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nein, jetzt kam eine neue Meldung: <strong>"This installation requires separate partition for bootloader code... should be marked as reserved BIOS boot area..."</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 7-8 Installationsversuchen war ich ehrlich gesagt kurz davor, dem alten Ding seine wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Leider war es nicht mein Laptop, also musste er weiterleben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Haken mit GPT</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach weiterer Problemsuche kam endlich die Erleuchtung: Die Festplatte hatte noch die <strong>GPT-Partitionstabelle</strong> von den UEFI-Versuchen. Legacy-BIOS braucht aber <strong>MBR (msdos)</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund für all die gescheiterten Versuche: <strong>Der Mint-Installer ändert die Partitionstabelle nicht automatisch von GPT auf MBR um.</strong> Er versucht einfach, mit der vorhandenen GPT-Tabelle weiterzumachen, was im Legacy-Modus aber nicht richtig funktioniert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Lösung: MBR-Partitionstabelle</h3>



<pre class="wp-block-code"><code>sudo parted /dev/sdb mklabel msdos
sudo partprobe /dev/sdb</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wurde die Partitionstabelle auf MBR umgestellt. Im Installer kam zwar noch eine verwirrende Warnung wegen fehlender EFI-Partition (obwohl ich eindeutig im Legacy-Modus war – nervig!), aber die ließ sich wegklicken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann normal partitioniert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Swap-Partition</li>



<li>Root-Partition (<code>/</code>)</li>



<li>Bootloader auf <code>/dev/sdb</code> (die ganze Platte, nicht eine Partition!)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Installation durchgeführt, Neustart und... <strong>ES BOOTETE ENDLICH!</strong> 🎉</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was lernen wir daraus</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bei älteren Laptops (ca. 10 Jahre und älter) kann UEFI problematisch sein:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>UEFI-Implementierungen sind oft buggy</strong> – besonders bei Budget-Laptops wie Acer, Asus, Lenovo Ideapad etc.</li>



<li><strong>Das BIOS schreibt Boot-Einträge nicht richtig ins NVRAM</strong> oder ignoriert sie komplett</li>



<li><strong>Legacy-Modus ist bei solchen Systemen oft zuverlässiger</strong>, auch wenn es nach Rückschritt klingt</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn ihr auf "No bootable device" nach Linux-Installation stoßt:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Prüft im BIOS</strong> ob Boot-Einträge für Linux existieren</li>



<li><strong>Wenn UEFI nicht will:</strong> Probiert den Fallback-Pfad (<code>/EFI/BOOT/BOOTX64.EFI</code>)</li>



<li><strong>Wenn das auch nicht hilft:</strong> Legacy-Modus mit MBR-Partitionstabelle ist euer Freund</li>



<li><strong>Wichtig bei Legacy:</strong> Die Festplatte muss zwingend MBR (msdos) statt GPT haben!</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach mehreren UEFI-Versuchen, verschiedenen Fixes, 2 Stunden herumprobieren und einiger Frustration läuft Linux Mint jetzt einwandfrei im Legacy-Modus. Ist das technisch "rückständig"? Vielleicht. Funktioniert es stabil und zuverlässig? Absolut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei älteren Laptops ist Legacy oft der pragmatischere Weg. Spart euch die Kopfschmerzen mit buggy UEFI-Implementierungen und geht direkt zu dem, was funktioniert.</p>
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		<title>Nextcloud mit U2F / Yubikey absichern</title>
		<link>https://yourdevice.ch/nextcloud-mit-u2f-yubikey-absichern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2025 10:42:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nextcloud]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Passwort eingeben, App öffnen, sechsstelligen Code abtippen – dieses Ritual kennt jeder. Zwei-Faktor-Authentisierung ist Standard geworden, aber Hand aufs Herz: Richtig gut ist das nicht. Der Code kann abgegriffen werden,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Passwort eingeben, App öffnen, sechsstelligen Code abtippen – dieses Ritual kennt jeder. Zwei-Faktor-Authentisierung ist Standard geworden, aber Hand aufs Herz: Richtig gut ist das nicht. Der Code kann abgegriffen werden, Phishing-Seiten sammeln ihn ein, und schon ist die Tür offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einen besseren Weg: Hardware-Keys wie der YubiKey. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Im Gegenteil – es ist sogar bequemer als das Code-Getippe. Aber Vorsicht: <a href="https://yourdevice.ch/was-ist-nextcloud/">Nextcloud</a> macht es euch nicht ganz einfach, und ohne das richtige Setup verschenkt ihr das Sicherheitsplus komplett.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="692" height="452" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_title.png" alt="" class="wp-image-19576" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_title.png 692w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_title-300x196.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_title-500x327.png 500w" sizes="auto, (max-width: 692px) 100vw, 692px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Das Problem mit den 6-stelligen Codes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">TOTP-Apps wie Google Authenticator generieren Einmalpasswörter, die 30 Sekunden gültig sind. Solide Technologie, aber mit einer fatalen Schwäche: Diese Codes können abgefangen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stellt euch vor, ihr landet auf einer täuschend echten Phishing-Seite eurer Nextcloud. Passwort rein, TOTP-Code hinterher – und schon hat der Angreifer beide Informationen. In den entscheidenden 30 Sekunden kann er sich damit auf der echten Nextcloud anmelden. Game over.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Hardware-Key wie der YubiKey macht diesen Angriff unmöglich. Warum? Weil nie ein Code übertragen wird, den man abfangen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese drei technische Vorteile machen den Unterschied:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Phishing-Resistenz:</strong> Der private Schlüssel verlässt den Key nie. Die Signatur ist an die Domain gebunden. Fake-Seiten haben keine Chance.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein Shared Secret:</strong> Bei TOTP teilen sich Server und Client ein Geheimnis. Wird der Server kompromittiert, kann der Angreifer beliebige Codes generieren. Bei U2F speichert der Server nur den öffentlichen Schlüssel – nutzlos für Angreifer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Replay-Schutz:</strong> Jede U2F-Signatur enthält einen Zähler. Abgefangene Signaturen lassen sich nicht wiederverwenden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie U2F wirklich funktioniert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">U2F (Universal 2nd Factor) basiert auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asymmetrisches_Kryptosystem">Public-Key-Kryptographie</a>. Der YubiKey enthält einen privaten Schlüssel, der das Gerät niemals verlässt. Bei der Anmeldung fordert Nextcloud eine signierte Bestätigung an – und der Key prüft vorher, ob die Domain stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phishing-Seite mit falscher Domain? Der Key verweigert die Signatur. Keine Chance für den Angreifer, egal wie gut die Fake-Seite aussieht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hardware-Auswahl: Was funktioniert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Klassiker sind YubiKeys von Yubico, aber auch Nitrokeys funktionieren. Wichtig:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>USB-C oder USB-A?</strong> Richtet sich nach euren Geräten. Manche Keys haben beide Anschlüsse.</li>



<li><strong>NFC-fähig?</strong> Praktisch für Smartphones. Ein <strong><a href="https://yourdevice.ch/shop/zubehoer/yubikey-5c-nfc/">YubiKey 5 NFC</a></strong> kostet um die 79 CHF und deckt beide Szenarien ab.</li>



<li><strong>Robustheit zählt:</strong> Der Key hängt am Schlüsselbund. Billigware hält das nicht lange durch.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Kauft am besten <strong>zwei Keys</strong> und registriert beide. Einer geht verloren oder kaputt? Der zweite ist euer Backup.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beste: Ihr steckt den Key rein (oder haltet ihn ans Smartphone), drückt den Knopf – fertig. Kein Code-Getippe, kein Stress mit abgelaufenen Zeitfenstern. Was einfach ist, wird auch konsequent genutzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nextclouds WebAuthn-Falle (und wie ihr sie umgeht)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird es tricky, und das ist der Punkt, an dem viele scheitern: Nextcloud hat WebAuthn <strong>zweimal</strong> eingebaut, und die beiden Varianten machen völlig verschiedene Dinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die integrierte WebAuthn-Funktion</strong> findet ihr unter <strong>Einstellungen → Sicherheit → "Passwortlos"</strong>. Das klingt gut, ist aber <strong>keine echte Zwei-Faktor-Authentisierung</strong>. Hier ersetzt der YubiKey nur das Passwort. Das Problem: Ihr könnt euch weiterhin mit eurem normalen Passwort anmelden. Wenn das Passwort gephisht wird, seid ihr nicht geschützt. Faktisch habt ihr dann nur einen Faktor – entweder Passwort oder YubiKey.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ihr wirklich braucht:</strong> Die separate App "<strong>Two-Factor WebAuthn</strong>" (auch "twofactor_webauthn" genannt). Die findet ihr nicht in den Nextcloud-Einstellungen, sondern müsst sie als App installieren:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Apps → Nach "webauthn" suchen</li>



<li>"Two-Factor WebAuthn" installieren (oder direkt von GitHub: <a href="https://github.com/nextcloud/twofactor_webauthn">https://github.com/nextcloud/twofactor_webauthn</a>)</li>
</ol>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="534" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-1024x534.jpg" alt="" class="wp-image-19578" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-1024x534.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-300x157.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-768x401.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-1536x802.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-2048x1069.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_app_installieren-1-500x261.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Dann in den persönlichen Einstellungen unter<strong> Einstellungen → Sicherheit</strong> den YubiKey als 2FA registrieren in der 2FA Sektion aktivieren, nicht unten in der Sektion "<strong>Authentifizierung ohne Passwort</strong>"</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="530" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-1024x530.jpg" alt="" class="wp-image-19580" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-1024x530.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-300x155.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-768x397.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-1536x794.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-2048x1059.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_yk_registrieren-1-500x259.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Steckt euren Yubikey an euer Gerät, Klickt auf <strong>Sicherhschlüssel hinzufügen</strong>, danach öffnet sich ein Fenster in dem ihr den PIN eures Yubikeys eingebt. Danach werdet ihr aufgefordert das Gerät zu berühren. Danach passiert erstmal nichts, und man denkt, es hat nicht geklappt, aber in der Nextcloud entsteht ein kleines Feld, in dem ihr dem Sicherheitschlüssel einen Namen geben müsst. Gebt ihr Yubikey oder ähnlich ein, und klickt auf dann auf <strong>Hinzufügen</strong> neben dem Feld. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt habt ihr echte Zwei-Faktor-Auth: <strong>Passwort + YubiKey</strong>. Beide werden abgefragt, keiner allein reicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Loggt ihr euch nun aus, und wieder ein, müsst ihr euren Yubikey berühren, ansonsten gehts nicht weiter.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="528" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-1024x528.jpg" alt="" class="wp-image-19585" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-1024x528.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-300x155.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-768x396.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-1536x791.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-2048x1055.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_login_yuiabfrage-500x258.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Backup-Codes: Euer Rettungsanker</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Registriert am besten zwei YubiKeys – aber selbst dann kann es passieren, dass beide gerade nicht verfügbar sind. Urlaub ohne Key, defekte Hardware, oder schlicht verloren. Für genau diese Fälle gibt es <strong>Backup-Codes</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>So erstellt ihr sie:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Nextcloud → Einstellungen → Sicherheit</li>



<li>Scrollt zu "Backup-Codes generieren"</li>



<li>Codes werden einmalig angezeigt – falls ihr wegklickt, könnt ihr den erstellten Backup-Code nicht erneut anzeigen lassen.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wichtig:</strong> Druckt die Codes aus und verwahrt sie an einem sicheren Ort. Nicht digital auf dem gleichen Gerät speichern, auf dem ihr die Nextcloud nutzt. Jeder Code funktioniert einmalig – habt ihr alle aufgebraucht, generiert neue.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Codes sind eure letzte Verteidigungslinie. Ohne sie und ohne YubiKey müsste ein Administrator eure 2FA manuell zurücksetzen – zeitaufwendig und nervig für alle Beteiligten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Rollout: Sessions invalidieren nicht vergessen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein häufiger Fehler beim Aktivieren von 2FA: Alte Sessions bleiben aktiv. Wenn ihr 2FA erzwingt, aber eure Nextcloud-Apps auf dem Smartphone noch mit alten Login-Daten laufen, umgeht ihr eure eigene Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nach der 2FA-Aktivierung:</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Geht zu <strong>Einstellungen → Sicherheit → "Geräte &amp; Sitzungen"</strong></li>



<li>Klickt auf das oder die Geräte, das ihr trennen wollt, z.B. Android oder iPhone </li>



<li>Meldet euch überall neu an.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Moderne Nextcloud-Android-Apps nutzen übrigens OAuth2 über den System-Browser. Das heißt: <strong>NFC funktioniert!</strong> Login über Browser → YubiKey mit NFC ans Smartphone halten → fertig. Kein mühsames App-Passwort nötig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>App-Passwörter: Wann ihr sie wirklich braucht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Moderne Android-Apps wie <strong>Etar</strong> (Kalender) oder die <strong>Kontakte-App</strong> können über <strong>DAVx5</strong> synchronisieren, welches OAuth2 unterstützt. Hier funktioniert der YubiKey-Login problemlos – kein App-Passwort nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Desktop-Clients</strong> wie <strong>Thunderbird</strong> (Kalender/Kontakte) oder die <strong>Mint Kalender-App</strong> unterstützen dagegen kein OAuth2. Hier müsst ihr App-Passwörter verwenden:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Nextcloud → Einstellungen → Sicherheit → "Geräte &amp; Sitzungen"</li>



<li>Scrollt zu "App-Passwörter erstellen"</li>



<li>Name eingeben (z.B. "Thunderbird Desktop")</li>



<li>Generiertes Passwort kopieren und in Thunderbird oder etc. neu anmelden und verwenden</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tipp:</strong> Erstellt ein App-Passwort pro Gerät, nicht pro App. Beispiel: "Desktop-PC", "Laptop", "Pixel Tablet". So könnt ihr bei Verlust einzelne Geräte sperren, ohne alle anderen neu konfigurieren zu müssen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="530" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-1024x530.jpg" alt="" class="wp-image-19601" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-1024x530.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-300x155.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-768x397.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-1536x794.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-2048x1059.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_app_password_festlegen-1-500x259.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Grenzen: Wo es hakt und Alternativen zum Yubikey mit Bitwarden Passwortmanager</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Technologie ist perfekt. U2F braucht Hardware, und die kann man vergessen. Der YubiKey muss zum täglichen Begleiter werden wie der Büroschlüssel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für rein mobile Workflows war USB lange unpraktisch. Mit NFC-Keys hat sich das geändert – aber nur, wenn eure Nextcloud-App den OAuth2-Flow über den Browser nutzt. Ältere Apps fallen hier durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alternative: Passkeys via Bitwarden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kommt eine clevere Lösung ins Spiel: <strong>Passkeys</strong>. Wenn ihr <a href="https://yourdevice.ch/online-sicherheit-mit-bitwarden-passwortmanager-optimieren/">Bitwarden</a> oder einen anderen modernen Passwort-Manager nutzt, könnt ihr bei der WebAuthn-Einrichtung in Nextcloud statt "Hardware-Sicherheitsschlüssel" die Option "Passkey mit Passwort-Manager" wählen. Bitwarden generiert dann einen FIDO2-Schlüssel und speichert ihn verschlüsselt in eurem Vault.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="530" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-1024x530.jpg" alt="" class="wp-image-19582" style="width:750px" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-1024x530.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-300x155.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-768x397.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-1536x794.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-2048x1059.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/12/nc_u2f_bitwarden-500x259.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr Bitwarden bereits in eurem Browser nutzt, kommt hier die Frage, wo der Sicherheitschlüssel gespeichert werden soll, entweder in eurem bestehenden Login Credentials für eure Nextcloud, oder eben auf dem Hardware-Key. Habt ihr keinen Yubikey, speichert ihr den Sicherheitsschlüssel auf eurem Bitwarden Account.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Vorteile:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Immer dabei, wo euer Bitwarden ist (synchronisiert über alle Geräte)</li>



<li>Kein physischer Key nötig – praktisch für Reisen oder Remote-Work</li>



<li>Trotzdem phishing-resistent durch Domain-Binding (gleicher FIDO2-Standard wie YubiKey!)</li>



<li>Günstiger: Keine Hardware-Kosten</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Nachteile:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sicherheit hängt von eurem Bitwarden-Master-Passwort ab</li>



<li>Bei kompromittiertem Vault ist auch der Passkey gefährdet</li>



<li>Kein physischer "Besitz"-Faktor mehr</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die beste Strategie: Kombinieren!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Registriert in Nextcloud mehrere WebAuthn-Credentials:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>YubiKey</strong> als primäre 2FA (maximale Sicherheit)</li>



<li><strong>Bitwarden-Passkey</strong> als Backup (für Notfälle ohne Key)</li>



<li><strong>Backup-Codes</strong> als letzte Rettung (ausgedruckt und sicher verwahrt)</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">So habt ihr maximale Sicherheit durch Hardware UND die Flexibilität eines Software-Passkeys. Nextcloud erlaubt problemlos mehrere WebAuthn-Geräte pro Account – nutzt das!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Admin-Notfallkit: occ-Befehle für den Ernstfall</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn bei der 2FA-Einrichtung etwas schiefgeht oder Nutzer ausgesperrt sind, braucht ihr SSH-Zugriff auf euren Server. Diese occ-Befehle retten euch:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2FA-Erzwingung deaktivieren</strong> (wenn ihr euch selbst ausgesperrt habt):</p>



<pre class="wp-block-code"><code><code>sudo -u www-data php occ twofactorauth:enforce --off</code></code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2FA für einzelnen Nutzer deaktivieren</strong> (Key verloren, Notfall):</p>



<pre class="wp-block-code"><code><code>sudo -u www-data php occ twofactorauth:disable &lt;username&gt; twofactor_webauthn</code></code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiel: </p>



<pre class="wp-block-code"><code><code>sudo -u www-data php occ twofactorauth:disable admin twofactor_webauthn</code></code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2FA-Status eines Nutzers prüfen:</strong></p>



<pre class="wp-block-code"><code><code>sudo -u www-data php occ twofactorauth:state &lt;username&gt;</code></code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Zeigt, welche 2FA-Provider aktiv sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Provider-Leichen aufräumen</strong> (nach Deinstallation einer 2FA-App):</p>



<pre class="wp-block-code"><code><code>sudo -u www-data php occ twofactorauth:cleanup twofactor_webauthn</code></code></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>⚠️ Warnung:</strong> Der Cleanup-Befehl ist <strong>irreversibel</strong>! Alle Nutzer müssen ihre WebAuthn-Keys danach neu registrieren. Nur verwenden, wenn ihr die App wirklich komplett entfernen wollt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Docker-Nutzer aufgepasst:</strong> Ersetzt <code>sudo -u www-data php occ</code> durch:</p>



<pre class="wp-block-code"><code>docker exec -u www-data nextcloud php occ &#091;restlicher Befehl]</code></pre>



<p class="wp-block-paragraph">Snap-Installation:</p>



<pre class="wp-block-code"><code><code>nextcloud.occ &#091;restlicher Befehl]</code></code></pre>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein YubiKey bringt euch nur dann echte Sicherheit, wenn ihr die <strong>richtige</strong> WebAuthn-Implementierung nutzt. Die integrierte "Passwortlos"-Funktion ist kein Ersatz für 2FA. Installiert die "Two-Factor WebAuthn" App, erzwingt 2FA, invalidiert alte Sessions – dann habt ihr Phishing-Schutz, der wirklich funktioniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Investition? 79 CHF für einen Key, ein paar Stunden Setup-Zeit. Der Gewinn? Eine ganze Klasse von Angriffen wird unmöglich. Wenn eure Nextcloud wichtige, sensible Daten enthält, ist das kein nice-to-have, sondern schlicht und einfach Pflicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessiert ihr euch für das Thema 2FA/Passkeys etwas tiefgreifender? Dann schaut mal <a href="https://yourdevice.ch/passkeys-vor-und-nachteile/">hier</a> vorbei.</p>
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		<title>Solo Mining - die grössten Fehlannahmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Solo Mining von Bitcoin kursieren hartnäckige Missverständnisse, die selbst erfahrene Miner manchmal in die Irre führen. Von der vermeintlichen Bedeutung der Pool-Größe über die Rolle von Workershares, die Anzahl...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Beim Solo Mining von Bitcoin kursieren hartnäckige Missverständnisse, die selbst erfahrene Miner manchmal in die Irre führen. Von der vermeintlichen Bedeutung der Pool-Größe über die Rolle von Workershares, die Anzahl der Geräte bis hin zum Glauben an "überfälliges Glück" - viele Annahmen klingen plausibel, sind aber mathematisch falsch. Dieser Artikel räumt mit den 5 häufigsten Fehlannahmen auf und erklärt, wie Solo-Mining wirklich funktioniert.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="536" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/solo-mining-fehlannahmen_title.jpg" alt="" class="wp-image-19543" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/solo-mining-fehlannahmen_title.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/solo-mining-fehlannahmen_title-300x157.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/solo-mining-fehlannahmen_title-768x402.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/solo-mining-fehlannahmen_title-500x262.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: coinguides.com</figcaption></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Was ist Solo-Mining überhaupt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Solo-Mining versucht ein Miner auf eigene Faust, einen Bitcoin-Block zu finden. Im Gegensatz zum klassischen Pool-Mining, wo viele Miner ihre Rechenleistung bündeln und die Belohnung aufteilen, erhält der Solo-Miner die komplette Block-Belohnung (aktuell 3,125 BTC plus Transaktionsgebühren) - allerdings nur, wenn er tatsächlich einen Block findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich zuerst tiefer in das Thema Mining einlesen will, dem empfehlen wir hier unserer <a href="https://yourdevice.ch/die-kleine-bitcoin-solo-mining-bibel/">Solo Mining Bibel</a> die euch die komplette verständlich näher bringen soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Rolle des Pools beim Solo-Mining</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier liegt oft das Missverständnis: Auch beim Solo-Mining nutzen viele Miner einen Pool - aber dieser funktioniert völlig anders als beim herkömmlichen Pool-Mining. Der Pool dient lediglich als technische Infrastruktur:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er stellt die Blockvorlagen bereit (über einen Stratum-Server und einer verbunden Bitcoin Node)</li>



<li>Er leitet gefundene Blöcke an das Bitcoin-Netzwerk weiter</li>



<li>Er übernimmt die technische Kommunikation</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Pool trägt aber keine eigene Hashrate bei.</strong> Er ist nur ein technischer Vermittler.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlannahme Nr. 1: Die Pool-Größe beeinflusst die Chance</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Desöfteren habe ich gehört, das Miner ihre Geräte mit Pools verbinden, die eine höhere Gesamt-Hashrate aufbringen, in der Annahme, dass dann die eigene Chance auch höher ist, einen Block zu finden. Beim Solo-Mining konkurriert jedoch jeder Miner direkt mit dem gesamten Bitcoin-Netzwerk - nicht nur mit seinem Pool. Die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden, hängt ausschließlich von folgenden Faktoren ab:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Die eigene Hashrate</strong> - je mehr Rechenleistung, desto höher die Chance</li>



<li><strong>Die globale Netzwerk-Hashrate</strong> - aktuell etwa 1000 EH/s</li>



<li><strong>Glück</strong> - Block-Finding ist ein probabilistischer Prozess</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Ob im gewählten Solo-Pool 100 EH/s oder nur 0,01 EH/s an Hashrate aktiv sind, macht für die eigenen Chancen absolut keinen Unterschied. Jeder Miner arbeitet isoliert und konkurriert mit allen Minern weltweit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlannahme Nr. 2: Mehr Workershares = höhere Block-Chance</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass eine höhere Anzahl an eingereichten Workershares die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Block zu finden. <strong>Das ist falsch.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind nochmals Workershares</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Workershares sind lediglich ein <strong>Arbeitsnachweis</strong> (Proof of Work), mit dem der Miner dem Pool zeigt, dass er tatsächlich arbeitet. Sie haben keinen direkten Einfluss darauf, ob ein Block gefunden wird oder nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Unterschiedliche Share-Schwierigkeiten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene Pools verwenden unterschiedliche Share Targets und da raus resultierende unterschiedliche Share-Difficulties:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Pool A</strong> könnte eine niedrige Share-Difficulty verteilen → der Miner reicht viele Shares pro Minute ein</li>



<li><strong>Pool B</strong> könnte eine hohe Share-Difficulty verteilen → der Miner reicht wenige Shares pro Minute ein</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Fällen bleibt die Wahrscheinlichkeit, einen tatsächlichen Block zu finden, <strong>absolut identisch</strong>. Die Share-Schwierigkeit beeinflusst nur die Häufigkeit der Kommunikation zwischen Miner und Pool, nicht die Mining-Effizienz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlannahme Nr. 3: Mehrere Geräte erhöhen die Chance gegenüber einem einzelnen Gerät</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres hartnäckiges Missverständnis: Manche Miner glauben, dass vier Bitaxe mit je 1 TH/s eine höhere Chance auf einen Blockfund haben als ein einzelner NerdQAxe mit 4 TH/s. <strong>Das ist ein Trugschluss.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Nur die Gesamt-Hashrate zählt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Bitcoin-Netzwerk ist es vollkommen irrelevant, ob die Hashrate von einem Gerät oder von hundert Geräten kommt. Entscheidend ist ausschließlich die <strong>Gesamt-Hashrate</strong>.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>4x Bitaxe mit je 1 TH/s = 4 TH/s Gesamt-Hashrate</li>



<li>1x NerdQAxe mit 4 TH/s = 4 TH/s Gesamt-Hashrate</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden, ist absolut identisch.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum entsteht dieses Missverständnis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Intuition sagt vielen: "Mehr Geräte = mehr Versuche = höhere Chance." Das stimmt prinzipiell - aber nur, weil mehr Geräte in der Regel auch mehr Gesamt-Hashrate bedeuten. Die Anzahl der Geräte selbst spielt keine Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder Hash, den ein Miner berechnet, ist ein unabhängiger Versuch, einen Block zu finden. Ob diese Hashes von einem einzigen großen ASIC oder von vielen kleinen Geräten stammen, macht mathematisch keinen Unterschied. Das Netzwerk "sieht" nur die einzelnen Hash-Versuche, nicht die Geräte dahinter. Merkt euch deshalb, nur die Hashrate beeinflusst die Wahrscheinlichkeit einen Block zu finden, und nichts anderes.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der einzige relevante Unterschied</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der praktische Unterschied liegt woanders: Bei mehreren Geräten hat man <strong>Redundanz</strong>. Fällt ein Bitaxe aus, laufen die anderen drei weiter. Fällt der NerdQAxe aus, steht man bei null. Aber das ist eine Frage der Ausfallsicherheit, nicht der Mining-Wahrscheinlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Mining berechnet der ASIC ständig Hashes. Ein Block wird nur dann gefunden, wenn ein Hash die extrem hohe Netzwerk-Schwierigkeit erfüllt. Die Workershares sind nur Zwischenmeldungen mit niedrigerer Schwierigkeit, um dem Pool zu zeigen: "Ich arbeite noch."</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Analogie:</strong> Es ist wie beim Lottospielen - egal ob man dem Lottoanbieter jede Stunde oder jede Minute meldet, dass man noch Lose kauft, die Gewinnchance pro Los bleibt gleich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlannahme Nr. 4: Längere Laufzeit ohne Block erhöht die Chance</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine psychologisch verständliche, aber mathematisch falsche Annahme: "Ich mine jetzt schon seit 1 Jahr ohne Block - langsam bin ich dran!" oder "Nach so langer Pechsträhne muss jetzt bald ein Block kommen!" <strong>Das ist der klassische Gambler's Fallacy - der Trugschluss des Spielers.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Jeder Hash-Versuch ist unabhängig</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Bitcoin-Mining ist jeder einzelne Hash-Versuch ein <strong>völlig unabhängiges Ereignis</strong>. Das bedeutet:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vergangenes Pech macht zukünftiges Glück nicht wahrscheinlicher</li>



<li>Die Wartezeit hat keinen Einfluss auf die nächste Chance</li>



<li>Der Miner hat kein "Gedächtnis" für vergangene Versuche</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Analogie:</strong> Beim Würfeln bleibt die Chance auf eine Sechs bei jedem Wurf 1:6 - egal ob man vorher fünfmal oder fünfzigmal keine Sechs gewürfelt hat. Der Würfel "erinnert" sich nicht an vergangene Würfe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip dahinter: Unabhängige Ereignisse</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der Wahrscheinlichkeitstheorie nennt man dies <strong>unabhängige Ereignisse</strong>. Die Wahrscheinlichkeit für Ereignis B wird nicht durch das Eintreten oder Nicht-Eintreten von Ereignis A beeinflusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Mining bedeutet das konkret:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Hash Nr. 1:</strong> Chance einen Block zu finden = eigene Hashrate / Netzwerk-Hashrate</li>



<li><strong>Hash Nr. 1.000.000:</strong> Chance einen Block zu finden = eigene Hashrate / Netzwerk-Hashrate</li>



<li><strong>Hash Nr. 1.000.000.000:</strong> Chance einen Block zu finden = eigene Hashrate / Netzwerk-Hashrate</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chance bleibt <strong>immer identisch</strong>, völlig unabhängig davon, wie viele erfolglose Versuche bereits hinter einem liegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum fühlt es sich anders an</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen neigen dazu, Muster zu sehen, wo keine sind. Nach einer langen Pechsträhne denkt man: "Jetzt muss es doch endlich klappen!" Diese Intuition ist evolutionär verständlich, aber mathematisch falsch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die einzige Ausnahme</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier gilt, die Chance ändert sich nur, wenn sich die <strong>Rahmenbedingungen</strong> ändern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die eigene Hashrate steigt (mehr Geräte, Übertaktung)</li>



<li>Die Netzwerk-Hashrate sinkt (unwahrscheinlich auf lange Sicht)</li>



<li>Die Difficulty wird angepasst (alle ~2 Wochen, reflektiert aber nur die Netzwerk-Hashrate)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten gilt: Jeder Hash ist ein neuer, unabhängiger Versuch mit exakt der gleichen Wahrscheinlichkeit wie beim allerersten Hash.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fehlannahme Nr. 5: Die niedrigste Latenz zum Pool erhöht eure Chancen wesentlich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Pools werben mit besonders niedrigen Latenzen und versprechen euch deutlich bessere Chancen beim Solomining. Diese Aussage ist nur bedingt korrekt. Nach praktischen Erfahrungen macht es faktisch keinen Unterschied, wenn eure Latenz zum Pool bereits unter 100ms beträgt. Bei dieser Verbindungsgeschwindigkeit ist der neue Job so schnell bei eurem Miner angekommen, dass dieser keine veralteten Jobs mehr berechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte die Latenz <strong>zwischen 100-500ms liegen</strong>, könnte gelegentlich ein Share vom einem alten Job gesendet werden, bevor der neue vom Server ankommt. In der Praxis ist diese Wahrscheinlichkeit aber so gering, dass sie keinen messbaren Einfluss auf eure Chancen hat. Bei Latenzzeiten über 500ms wird man dann irgendwann doch langsam einen Anstieg an Rejected Shares bemerken, und man sollte sich überlegen, zu einem Server zu wechseln, der weniger weit weg ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Home-Minern wie dem BitAxe ist dieser Faktor vollkommen irrelevant: Dass ausgerechnet dieser Share, der möglicherweise während des Latenz-Fensters gelöst wurde, der Block-Winner sein könnte, ist praktisch ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden, ist bereits so gering, dass Millisekunden der Netzwerkverzögerung keinen messbaren Unterschied machen. Konzentriert euch stattdessen auf die Faktoren, die wirklich zählen – nicht auf die Millisekunden zum Pool.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worauf sollte man beim Solo-Pool wirklich achten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Pool-Größe und die Anzahl der Workershares keine Rolle spielen, was ist dann wichtig bei der Auswahl eines Solo-Pools?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zuverlässigkeit:</strong> Der Pool sollte eine hohe Verfügbarkeit (Uptime) haben und niedrige Latenz bieten. Ausfallzeiten bedeuten verlorene Mining-Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rejected Shares:</strong> Die tatsächlichen Anzahl der Rejected Shares, also der ablehnten Shares sollte möglichst tief sein. Rejected Shares sind das tatsächliche Result einer sehr hohen Netzwerklatenz oder instabilen Netzwerkverbindung. Rejected Shares entstehen, wenn der Mining Server die Arbeit angepasst hat, aber der Miner noch an einem alten Job / Template arbeitet, und diesen einreicht. Ein Wert von unter 0.25% ist in Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gebühren:</strong> Manche Solo-Pools verlangen über 2% Gebühr vom gefundenen Block. Bei 3,125 BTC kann das einen erheblichen Unterschied machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Features:</strong> Unterstützung für moderne Mining-Technologien wie AsicBoost kann die Effizienz verbessern. Allerdings muss der Pool diese Features auch unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eigener Stratum-Server:</strong> Technisch versierte Miner können auch ihren eigenen Stratum-Server betreiben und sind dann komplett unabhängig von Drittanbietern. Hier ist dann auch die Latenz am niedrigstens. Mit einer Node aus unserem Shop, könnt ihr auch ganz einfach einen eigenen Pool betreiben!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die größten Fehlannahmen beim Solo-Mining auf einen Blick:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Die Größe des Pools</strong> hat keinerlei Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, einen Block zu finden</li>



<li><strong>Die Anzahl der Workershares</strong> ist nur ein technischer Arbeitsnachweis und beeinflusst die Block-Finding-Chance nicht</li>



<li><strong>Die Anzahl der Geräte</strong> spielt keine Rolle - nur die Gesamt-Hashrate zählt</li>



<li><strong>Vergangenes Pech</strong> macht zukünftiges Glück nicht wahrscheinlicher - jeder Hash-Versuch ist ein unabhängiges Ereignis</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pool ist beim Solo-Mining lediglich technische Infrastruktur, keine Mining-Gemeinschaft. Die eigenen Chancen hängen ausschließlich von der eigenen Hashrate im Verhältnis zur globalen Netzwerk-Hashrate ab - und bei jedem einzelnen Hash-Versuch von einer gehörigen Portion Glück. Vergangene Versuche haben keinen Einfluss auf zukünftige Chancen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Habt ihr Lust unserem Pool zu joinen? Schaut vorbei unter:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://blitzpool.yourdevice.ch">https://blitzpool.yourdevice.ch</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>LibreOffice und Microsoft Office: So vermeidet ihr Formatierungsprobleme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2025 15:40:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Linux]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer von Microsoft Office auf LibreOffice umsteigt oder in gemischten Umgebungen arbeitet, steht oft vor der Frage: Kann ich meine Dokumente problemlos mit MS Office-Nutzern austauschen? Die kurze Antwort: Ja,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer von Microsoft Office auf LibreOffice umsteigt oder in gemischten Umgebungen arbeitet, steht oft vor der Frage: Kann ich meine Dokumente problemlos mit MS Office-Nutzern austauschen? Die kurze Antwort: Ja, grundsätzlich schon – aber mit einigen Einschränkungen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="550" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_title.png" alt="" class="wp-image-19535" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_title.png 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_title-300x161.png 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_title-768x413.png 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_title-500x269.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>




<h2 class="wp-block-heading">Das DOCX-Kompatibilitätsproblem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">LibreOffice kann Dokumente im DOCX-Format speichern, dem Standardformat von Microsoft Word. Dennoch kann es vorkommen, dass ein MS Office-Nutzer eure Datei öffnet und das Layout anders aussieht als bei euch. Das liegt daran, dass beide Programme die Formatierungen intern unterschiedlich interpretieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Häufige Probleme beim DOCX-Austausch:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schriftarten werden durch Standardschriften ersetzt, wenn sie beim Empfänger nicht installiert sind. Absatz- und Zeilenabstände können leicht variieren. Tabellen zeigen manchmal andere Spaltenbreiten oder Zellenformatierungen. Eingebettete Objekte wie Diagramme oder Formeln werden unterschiedlich dargestellt. Aufzählungen und Nummerierungen weichen in Einrückung und Abständen ab. Kopf- und Fußzeilen können ihre Position verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kompatibilität hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, aber je komplexer euer Dokument formatiert ist, desto höher ist das Risiko für Abweichungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die sichere Lösung: PDF statt DOCX</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr sicherstellen möchten, dass euer Dokument beim Empfänger exakt so aussieht wie bei euch, ist PDF die bessere Wahl. LibreOffice bietet eine hervorragende PDF-Export-Funktion, die sogar mehr Optionen bietet als viele andere Programme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>So exportiert ihr in LibreOffice als PDF:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Öffnet das fertiges Dokument und geht auf "<strong>Datei" → "Exportieren als PDF</strong>" oder alternativ "<strong>Datei" → "Exportieren als" → "Als PDF exportieren</strong>". Es öffnet sich ein Dialog mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-1024x585.jpg" alt="" class="wp-image-19536" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-1024x585.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-300x171.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-768x439.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-1536x877.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-2048x1170.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_export-500x286.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-1024x585.jpg" alt="" class="wp-image-19537" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-1024x585.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-300x171.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-768x439.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-1536x877.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-2048x1170.jpg 2048w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/libre_vs_ms_pdf_settingsjpg-500x286.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Standard Settings der PDF Einstellungen sind in den meissten Fällen absolut ausreichen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr noch eine digitale Signatur hinzufügen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nützliche PDF-Optionen in LibreOffice:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt die Komprimierung anpassen, um die Dateigröße zu optimieren. Lesezeichen werden automatisch aus Überschriften erstellt, was die Navigation in langen Dokumenten erleichtert. Interaktive Formulare lassen sich direkt einbinden. Der PDF/A-Standard eignet sich für die Langzeitarchivierung. Wasserzeichen können hinzugefügt werden. Sicherheitseinstellungen wie Passwortschutz oder eingeschränkte Druckrechte sind möglich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann DOCX, wann PDF</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwendet DOCX, wenn:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Empfänger das Dokument noch bearbeiten muss</li>



<li>Ihr gemeinsam an einem Dokument arbeitet</li>



<li>Einfache Formatierungen ausreichen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwendet PDF, wenn:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Dokument finalisiert ist</li>



<li>Die Formatierung exakt erhalten bleiben muss</li>



<li>Ihr offizielle Dokumente versendet</li>



<li>Der Empfänger das Dokument nur lesen und ausdrucken soll</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Tipps für bessere DOCX-Kompatibilität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr dennoch DOCX versendet müssen, helfen diese Maßnahmen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwendet Sie Standardschriftarten wie <strong>Arial, Times New Roman oder Calibri</strong> – diese sind auf praktisch jedem System vorhanden. Haltet die Formatierung einfach und vermeidet Sie verschachtelte oder komplexe Layouts. Testet das Dokument, indem ihr es nach dem Speichern noch einmal öffnen und überprüft. Im Zweifelsfall schickt ihr zusätzlich eine PDF-Version mit, damit der Empfänger ein Referenzdokument hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dokumentenaustausch zwischen <a href="https://yourdevice.ch/office-auf-linux-das-odf-format-erklaert/">LibreOffice</a> und Microsoft Office funktioniert in den meisten Fällen gut, ist aber nicht perfekt. Für wichtige Dokumente, bei denen die Formatierung stimmen muss, ist der PDF-Export die zuverlässigste Lösung. LibreOffice bietet hier professionelle Funktionen, die den Umstieg von Microsoft Office deutlich erleichtern.</p>
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		<title>Microsoft beendet lokale Konto-Einrichtung bei Windows 11</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mario]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 08:58:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Windows]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Microsoft hat eine lange Geschichte darin, Features einzuführen, die niemand verlangt hat. Erinnert ihr euch an Recall? Die umstrittene KI-Screenshot-Funktion, die alles auf eurem Bildschirm aufzeichnete, sorgte für massive Datenschutzbedenken....</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Microsoft hat eine lange Geschichte darin, Features einzuführen, die niemand verlangt hat. Erinnert ihr euch an <a href="https://www.youtube.com/watch?v=2GTI00pFcLc&amp;t=191s">Recall</a>? Die umstrittene KI-Screenshot-Funktion, die alles auf eurem Bildschirm aufzeichnete, sorgte für massive Datenschutzbedenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Muster setzt sich fort mit der Copilot-Integration überall – von <a href="https://support.microsoft.com/en-us/windows/use-copilot-pc-features-in-paint-53857513-e36c-472d-8d4a-adbcd14b2e54?ref=itsfoss.com">Paint</a> bis <a href="https://support.microsoft.com/en-us/windows/enhance-your-writing-with-ai-in-notepad-4088b954-c97b-46dc-813f-959be01746d5?ref=itsfoss.com">Notepad</a>. Microsoft drückt KI-Assistenten in jede Ecke von Windows 11 und macht es scheinbar unmöglich, sie zu deaktivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese erzwungenen Ergänzungen haben ein gemeinsames Thema: Sie erfordern Internetverbindung und Cloud-Dienste. Microsoft will, dass eure Daten durch ihre Server fließen, verpackt als angeblich hilfreiche Features.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="574" src="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title-1024x574.jpg" alt="" class="wp-image-19517" srcset="https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title-1024x574.jpg 1024w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title-300x168.jpg 300w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title-768x431.jpg 768w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title-1536x861.jpg 1536w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title-500x280.jpg 500w, https://yourdevice.ch/wp-content/uploads/2025/11/AI_robot_title.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Jetzt hat Microsoft stillschweigend eine <a href="https://blogs.windows.com/windows-insider/2025/10/06/announcing-windows-11-insider-preview-build-26220-6772-dev-channel/">weitere kontroverse Änderung eingeführt</a>, die Nutzern während der Windows 11-Installation die Wahlfreiheit nimmt.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Freiheit der Wahl? Was ist das</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft <a href="https://www.windowslatest.com/2025/10/07/microsoft-confirms-windows-11-to-require-microsoft-account-internet-during-oobe-tested/">testet eine Änderung</a>, die alle bekannten Methoden blockiert, um während der initialen Windows 11-Einrichtung (OOBE) lokale Konten zu erstellen. Bisher konnten Nutzer einfache Befehle oder Tricks nutzen, um die Microsoft-Konto-Pflicht zu umgehen. Diese Workarounds funktionieren in den aktuell getesteten Insider Preview-Builds nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Windows Latest hat Build 26220.6772 in den Dev- und Beta-Kanälen getestet und bestätigt, dass keine der Umgehungsmethoden mehr funktioniert. Sollte diese Änderung in die stabilen Builds übernommen werden, müssten sich Windows 11 Home-Nutzer während der Ersteinrichtung mit einem Microsoft-Konto anmelden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Windows 11 Pro-Nutzer haben noch eine Option (zumindest in den Test-Builds): Sie können <a href="https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/identity/ad-ds/manage/join-computer-to-domain">Domain Join</a> verwenden, um lokale Konten zu erstellen. Drittanbieter-Tools wie <a href="https://rufus.ie/en/">Rufus</a> können ebenfalls genutzt werden, um modifizierte Installationsdateien zu erstellen, die diese Anforderung überspringen. Aber für normale Home Edition-Nutzer scheint Microsoft bereit zu sein, diese Wahlmöglichkeit komplett zu entfernen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für die Privatsphäre</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Änderung ist aktuell in Insider Preview-Builds in den Dev- und Beta-Kanälen aktiv. Wenn Microsoft dem üblichen Rollout-Muster folgt, könnte sie innerhalb von zwei bis drei Monaten via Windows Update die stabilen Versionen erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Microsoft-Konto bedeutet:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Alle eure Aktivitäten werden mit eurer Identität verknüpft</li>



<li>Telemetriedaten fließen direkt zu Microsoft und können eurem Account zugeordnet werden</li>



<li>Cloud-Synchronisation ist standardmäßig aktiv – eure Einstellungen, Dateien und sogar Browser-Verläufe landen auf Microsoft-Servern</li>



<li>Microsoft kann euren Zugang zu eurem eigenen Computer theoretisch sperren oder einschränken</li>



<li>Eure E-Mail-Adresse wird zur Login-Kennung und Microsoft weiß genau, wer welchen PC nutzt</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem lokalen Konto habt ihr deutlich mehr Kontrolle. Eure Daten bleiben lokal auf eurem Rechner, und ihr entscheidet selbst, was ihr teilen wollt. Keine automatische Cloud-Synchronisation, keine Verknüpfung eurer Aktivitäten mit einer zentralen Identität.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Doppelmoral von Microsoft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier kommt der Knaller: Microsoft erlaubt es euch immer noch, das Microsoft-Konto nach Abschluss der Einrichtung zu entfernen. Ihr könnt euch während der Installation anmelden, den Desktop erreichen und dann sofort abmelden und ein lokales Konto erstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das lässt Microsofts Ausrede über "sicherzustellen, dass Geräte korrekt eingerichtet werden" wie kompletten Unsinn aussehen. Wenn ein Microsoft-Konto wirklich für die ordnungsgemäße Konfiguration notwendig wäre, warum dann die sofortige Entfernung erlauben? Es ist einfach nur ein weiteres <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dark_pattern">Dark Pattern</a> in ihrem Flaggschiff-Betriebssystem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahre Intention ist offensichtlich: Microsoft will möglichst viele Nutzer in ihr Ökosystem locken. Wer sich einmal mit einem Microsoft-Konto angemeldet hat, bei dem ist OneDrive aktiv, die Cloud-Synchronisation läuft, und die Telemetrie sammelt fleißig Daten. Die meisten Nutzer werden sich nicht die Mühe machen, das Konto nachträglich zu entfernen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Timing ist verdächtig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Windows 10 erreichte sein End of Life am 14. Oktober 2025. Millionen von Nutzern werden nun unter Druck gesetzt, zu Windows 11 zu migrieren, und genau diese Einschränkung könnte auf sie warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft nutzt den Zwang zum Upgrade, um gleichzeitig die Kontrolle über eure Daten zu erhöhen. Wer von Windows 10 kommt und bisher vielleicht ein lokales Konto hatte, wird bei der Neuinstallation von Windows 11 gezwungen, ein Microsoft-Konto anzulegen. Viele werden es dabei belassen und sich nicht mehr die Mühe machen, es wieder zu entfernen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Workarounds und Alternativen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für technisch versierte Nutzer gibt es weiterhin Möglichkeiten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rufus für modifizierte Installationsmedien</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tool Rufus kann bootfähige USB-Sticks erstellen und dabei die Microsoft-Konto-Pflicht entfernen. Bei der Erstellung des Installationsmediums könnt ihr verschiedene Optionen aktivieren, darunter auch "<strong>Remove requirement for an online Microsoft account</strong>". Das funktioniert auch nach dieser Änderung noch, da Rufus die Installationsdateien selbst modifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Windows 11 Pro mit Domain Join</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Windows 11 Pro nutzt, hat weiterhin die Möglichkeit, während der Installation "<strong>Domain Join</strong>" zu wählen und damit ein lokales Konto zu erstellen. Diese Option bleibt auch in den aktuellen Test-Builds verfügbar – allerdings ist Windows 11 Pro deutlich teurer als die Home Edition.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachträgliche Kontoumwandlung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits erwähnt, könnt ihr auch nach der Installation mit Microsoft-Konto zu einem lokalen Konto wechseln. Das ist zwar umständlich und genau das, was Microsoft bezweckt (die meisten werden es nicht tun), aber es funktioniert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Linux als echte Alternative</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich bleibt festzuhalten: Der Wechsel zu <a href="https://yourdevice.ch/warum-linux/">Linux</a> ist 2025 eine hervorragende Wahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Distributionen wie Ubuntu, Linux Mint, Pop!_OS oder Fedora sind mittlerweile so benutzerfreundlich, dass auch Einsteiger problemlos zurechtkommen. Die Installation ist oft einfacher als bei Windows, und ihr habt von Anfang an:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vollständige Kontrolle über euer System</li>



<li>Keine Zwangs-Updates oder ungewollte Features</li>



<li>Keine Telemetrie oder Datensammlung (außer ihr aktiviert sie explizit)</li>



<li>Eine riesige Auswahl an freier und quelloffener Software</li>



<li>Bessere Performance auf älterer Hardware</li>



<li>Kein Konto-Zwang – ihr entscheidet, wie ihr euer System einrichtet</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele alltägliche Aufgaben – Browser, E-Mail, Office-Anwendungen, Multimedia – ist Linux mehr als ausreichend. Die Gaming-Situation hat sich durch Proton und Steam Deck massiv verbessert, und viele Windows-Programme lassen sich über Wine oder in virtuellen Maschinen nutzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Microsoft zeigt einmal mehr, dass Nutzerfreundlichkeit und Wahlfreiheit keine Priorität haben. Stattdessen geht es um Datenkontrolle und Cloud-Anbindung. Die Entfernung der lokalen Konto-Option ist ein weiterer Schritt in diese Richtung – und das Timing zum Ende von Windows 10 ist alles andere als Zufall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die Wert auf Privatsphäre legen: 2025 ist ein guter Zeitpunkt, Alternativen ernsthaft in Betracht zu ziehen. Ob Linux als Hauptsystem oder zumindest als Dual-Boot-Option – die Kontrolle über eure eigenen Daten sollte nicht verhandelbar sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis</strong>: Falls ihr euch für einen Linux System aus unserem <a href="/shop">Shop</a> entscheidet, und Dualboot mit Windows möchtet, kommt euer Windows System mit einem lokalen Systemadministrator Account eingerichtet daher, ohne Verbindung zu Microsoft.</p>
<p>The post <a href="https://yourdevice.ch/microsoft-beendet-lokale-konto-einrichtung-bei-windows-11/">Microsoft beendet lokale Konto-Einrichtung bei Windows 11</a> appeared first on <a href="https://yourdevice.ch">yourdevice.ch - Deine Anlaufstelle für Linux, OpenSource Software und Co</a>.</p>
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